Donnerstag, 14. Mai 2026

Orths, Markus: Die Enthusiasten

 

Ein erzählerisches Feuerwerk über eine ziemlich besondere Familie, bei der Bücherplateaus von der Decke hängen und in der Geschichten zum Leben erweckt werden. Und über drei Geschwister, die eine innige Liebe verbindet und ein großer Verlust. Was haben ein besessener Laurence-Sterne-Fan auf der abenteuerlichen Jagd nach dem angeblichen zehnten Band von Tristram Shandy , eine Teilchenforscherin, die abgeschirmt von kilometerdicken Felswänden über Jahre versucht, Dunkle-Materie-Teilchen zu erlauschen, ein Kino-Enthusiast, der abgefahrene Experimentalfilme ausheckt, eine nordenglische Kleinstadt und ein sensationeller Fund gemeinsam? Sie kommen in »Die Enthusiasten« vor, dem wahrscheinlich turbulentesten und gewagtesten Roman seit Langem, der auf halsbrecherische Weise die Grenzen dessen auslotet, was Erzählen kann und was menschengemachte Kunst ist. Auch dabei: eine rätselhafte Thailänderin, eine unendlich liebenswerte, lesebesessene und eigensinnige Mutter, die spurlos verschwindet, und ein Vater, der ausschließlich auf nie dagewesene Fragen antwortet. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Galiani Berlin / 2026/ ISBN 978-3-86971-330-4 / 368 Seiten
Markus Orths bei Litterae Artesque: Picknick im Dunkeln


Kurzmeinung: Interessantes literarisches Experiment, die Lust am Fabulieren gerät jedoch zum seitenfüllenden Geschwafel. Leider zäh...

Mittwoch, 13. Mai 2026

Von Arnim, Elizabeth: Bezaubernder April

 

Zu Beginn der 1920er Jahre bringt eine kleine Anzeige in der Times zwei Londoner Frauen zum gleichen Entschluss: den April fern des Alltags am Golf von Genua in einer zu vermietenden Villa zu verbringen. Gemeinsam mit zwei weiteren Damen aus unterschiedlichen Schichten der englischen Gesellschaft verleben sie die bezaubernde Zeit in der Villa „San Salvatore“. Aus ihnen entwickelt sich ein Bund von Freundinnen und die Frauen finden sowohl zu sich selbst als auch zu ihren Männern.

DNB / Input Verlag / 2021 / ISBN 978-3-941905-39-9 / 288 Seiten

Ein nettes Geschenk zu einem runden Geburtstag von einem Bücherfreund ist nun gelesen - vielen Dank dafür! Gelesen wurde es passend im April, die Rezension kommt nun etwas später...

Kurzmeinung: Trotz der altertümlichen Sprache ein angenehmes Leseerlebnis. Vier Frauen im Frühling an der italienischen Mittelmeerküste - alles blüht...

Dienstag, 12. Mai 2026

Schreiben über Reisen oder doch lieber Romane schreiben? Ein Interview mit Beate Baum



Zwischen Kulturveranstaltungen und Romanlesungen ist Beate Baum in Dresden und anderswo unterwegs, in Irland oder in Großbritannien, mit einer Vorliebe für Liverpool. Ihre Dresden-Romane um die Journalistin Kirsten Bertram sind das Ergebnis von Beruf und dem Spaß am Schreiben. Ein Gespräch am Schreibtisch der Autorin.


Reisejournalistin: Ist das ein Traumberuf?

Montag, 11. Mai 2026

Cavanagh, Steve: Seven Days

 

Man nennt ihn den König der Todeszellen. Randal Korn hat mehr Menschen auf den elektrischen Stuhl geschickt als jeder andere Staatsanwalt in Amerika. Und er genießt es, bei Hinrichtungen zuzusehen. Sein nächstes Opfer: Andy Dubois, ein junger Afroamerikaner, der wegen des Mordes an einem weißen Mädchen zum Tode verurteilt werden soll. Korn hat bereits alles für einen möglichst kurzen Prozess vorbereitet. Doch er hat nicht mit Eddie Flynn gerechnet. Dem New Yorker Anwalt bleiben sieben Tage, um Andy vor einer korrupten Justiz zu retten und den wahren Täter zu finden. Dann soll das Urteil gesprochen werden. Wird Eddie Flynn bis dahin noch am Leben sein? (Verlagsbeschreibung)

DNB / Goldmann / 2025 / ISBN 978-3-442-49629-7 / 592 Seiten

Reihe: Eddie Flynn Bd. 6 
Hier geht es zu  


Kurzmeinung: Stellenweise schier unerträglich, v.a. weil man sich vorstellen kann, dass es im Kern auch in der Realität so sein kann. Toller 6. Teil!

Samstag, 9. Mai 2026

Bukowski, Helene: Wer möchte nicht im Leben bleiben

 
Bild Ullstein -Verlag
08. Mai 2026, abends in Neustrelitz: Helene Bukowski ist zu Gast bei Kathrin Matern in deren Buchhandlung „Frau Rilke“. Eine Buchlesung vor vollem Haus. Mit Beifall begrüßen die Gäste den Gast, die meisten dürften wissen, wem sie die nächsten eineinhalb Stunden zuhören werden. 

Vor knapp zwei Monaten:
Eine riesige Halle aus Glas, durchzogen von Stahlstreben. Hinter uns die Zutrittsschleusen für abertausende Besucher in den nächsten Tagen, die gleich uns die Leipziger Buchmesse 2026 besuchen wollen. Die Literaturbühne der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD, ZDF und 3SAT ist erster zentraler Anziehungspunkt. An der Wand das Programm. Um 14:30 Uhr ist Helene Bukowski zu Gast. Hätte dich, Helene, Frau Rilke nicht vor einigen Tagen empfohlen, wäre dieser Termin einer von vielen ungenutzten geworden. Zum festgelegten Zeitpunkt betrittst du die Bühne. Jung, kurze blonde Haare, hell und elegant auffallend gekleidet: in einer Stunde wird der Preis der Leipziger Buchmesse vergeben, du bist nominiert mit Wer möchte nicht im Leben bleiben. Bestimmte Lieder aus den Tagen in einem vergangenen Land werden immer mal wieder zu Buchtiteln. Nur einmal mit den Vögeln ziehn war so eines, dass ich 2023 las. Nun hier das bekannte Kinderlied aus einem Jugendfilm von 1959. Darauf komme ich noch einmal zurück.

Leipziger Buchmesse 2026

Vor dem Weiterlesen ein kleiner Hinweis: Dies ist keine Rezension, es besteht akute Spoiler-Gefahr!

Mittwoch, 6. Mai 2026

Keerl, Inés: Die Frauen vom Tafelberg

 Catharina Ustings´ mutiger Kampf um ihr Glück

Der Stand von Inés Keerl auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse gehörte zum geplanten Programm des Besuches. Bereits 2024 war die Autorin mit ihrem Roman Die Löwin vom Tafelberg für den HOMER Literaturpreis für die besten historische Romane des Jahres 2023 nominiert. Mit der Fortsetzung über Die Frauen vom Tafelberg hat sich emons: gedacht, wir probieren das gleich nochmal. Schon in Erinnerung an Band eins zu Catharina Ustings kühnen Weg in die Freiheit findet der Blogger dies für eine gute Idee.

Der Weg in die Freiheit ist sperrig. Wenn Band zwei ihren mutigen Kampf um ihr Glück erzählt, dann ist der Weg in die Freiheit immer noch nicht abgeschlossen.

Dienstag, 5. Mai 2026

Neumann, Karl: Frank (Trilogie)

Frank (1958) / Frank und Irene (1964) / Frank bleibt Kapitän (1982)

Eine Jugendbuchtrilogie, die über einen Zeitraum von vierundzwanzig Jahren veröffentlicht wird, insgesamt aber „nur“ einen Zeitraum von einem reichlichen Jahr abbildet, ist vermutlich selten. 

Dieses Jugendbuch hat der Literaturprofessor Carsten Gansel auf eine Liste von 334 Büchern lesenswerter DDR-Literatur gesetzt, es könnte helfen, Gesellschaft, Land, Biografien, Vorstellungswelten besser zu verstehen. Wenn man sich mit ostdeutscher Geschichte und den Menschen zugewandt beschäftigen will, bietet sich belletristische Literatur an. Dabei muss beachtet werden, dass es sich hier um Literatur handelt, die auf dem beruht, was man „sozialistischen Realismus“ nennt. Dazu später etwas mehr.

  • DNB / Kinderbuchverlag Berlin / Berlin 1988 / ISBN: 978-3-358-00342-8 / 588 S.

Montag, 4. Mai 2026

Rohrbach Carmen: Patagonien...


...von Horizont zu Horizont

Dieses Buch kam zur rechten Zeit.
Im Blick eine Reise nach Patagonien, für November 2025 geplant. Im September vorher: Dresden (er)lesen und dort stellte Carmen Rohrbach ihr Buch Solange ich atme vor. Am Stand der Autorin eine Unmenge Reisebücher. Und dieses hier Patagonien von Horizont zu Horizont. Es sollte ein interessanter Begleiter werden, nicht nur während der eigentlichen 10-Tage-Reise, die uns weit weniger Orte besuchen ließ. Allerdings stellte ich am Ende fest, dass auch eine Jahre zurückliegende Reise durch dieses Buch Erinnerungen zurückbringt.

  • DNB / Frederking & Thaler / Amazon / 2008 / ISBN: 978-3-89405-704-6 / 243 S.
  • Carmen Rohrbach - Webseite

Sonntag, 3. Mai 2026

Würger, Takis: Für Polina

 

Als er vierzehn ist, verliebt sich Hannes Prager in das Mädchen Polina. Um ihr seine Liebe zu zeigen, komponiert der wundersam begabte Junge eine Melodie, die Polinas ganzes Sehnen und Wünschen umfasst. Doch sein Leben nimmt eine unvorhergesehene Wendung, Hannes hört auf, Klavier zu spielen und seine und Polinas Wege trennen sich. Nach Jahren, in denen er nichts als Leere fühlt, erkennt Hannes: Er muss Polina wiederfinden. Und das Einzige, womit er sie erreichen kann, ist ihre Melodie. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Diogenes / 2025 / ISBN 9783257073355 / 304 Seiten


Takis Würger bei Litterae Artesque: Noah I Stella



Kurzmeinung: Sehr schöner, klarer, schnörkelloser und doch geschliffener Schreibstil, spröde und eigentümliche Charaktere - keine gewöhnliche Liebesstory...



Dienstag, 28. April 2026

Atwood, Margaret & Preston, Douglas (Hg.): Vierzehn Tage (Hörbuch)

New York im April 2020. Während des ersten Lockdowns wird das Dach ihres Mietshauses für die Bewohner zur überraschenden Zuflucht vor der Isolation. Jeden Abend treffen sie sich dort und erzählen einander ihre ungewöhnlichen, spannenden, komischen und bewegenden Geschichten. Jeder Mieter und jede Mieterin steuert eine bei (wahr oder zumindest gut erfunden), und ein neues Decamerone für unsere Zeit nimmt seinen Anfang. Allmählich findet die Runde zu einer unerwarteten Gemeinschaft und Anteilnahme füreinander… Ein einzigartiges Romanprojekt, das 36 der hochkarätigsten Autorinnen und Autoren der US-Gegenwartsliteratur versammelt – von Margaret Atwood bis Silvia Day, von Celeste Ng bis John Grisham. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hörbuch Hamburg / 2024 / ISBN 9783869525327/ 929 Minuten


Kurzmeinung: Gemeinschaftsprojekt von 36 Autor:innen zur Coronazeit - eingebettet in eine überzeugende Rahmenhandlung und mit überraschendem Ende...



Sonntag, 26. April 2026

Gneuß, Charlotte: Gittersee

Eine Neuauflage mit Teil 3. Der Deutschlandfunk hat den Fall neu aufgerollt. Linkliste und Ergänzungen unten. Doch zuvor meine Rezension vom 26. September 1923.

* * *


Die Geschichte: 1976. Dresden – Zschertnitz. Wohnorts unserer Familie. Am Ende des Jahres werde ich dreizehn Jahre alt sein. Ein Schuljunge, der zweimal in der Woche zum Fechttraining geht und im Schulchor singt. Siebente Klasse. 

Siebenundvierzig Jahre später wird Charlotte Gneuß im Fischer-Verlag einen Roman herausbringen. Gittersee

Nicht weit weg gelegen von Zschertnitz. Auf der Höhe im Süden Dresdens, bekannt durch einen berühmten Bergbaubetrieb, die Wismut AG. Heldin des Romans ist die 16jährige Karin, die dort im Haus der Oma mit ihren desillusionierten Eltern und der kleinen geliebten Schwester lebt. Karin geht in eine ganz normale Schule, eine polytechnische Oberschule. Karin lebt zwischen Familie und den Schulfreundinnen, viel los scheint da nicht zu sein, wenigstens ist da Paul , den sie liebt.

Donnerstag, 23. April 2026

Rudnick, Uwe: Drei Liter Himmel

 Im Schatten vom Ettersberg

Kurz nach Kriegsende wacht ein fünfzehnjähriger Junge in einem amerikanischen Militärhospital in Weimar auf. Flocke – So will er genannt werden, seinem Hitlerjungendausweis nach heißt er Karl-Leopold Schneeberger. Wo ist sein Vater, der Freund namens Zack, wo sind Fiona, Gerda und Rebekka, die beiden kleinen jüdischen Mädchen aus dem Nachbargarten?

Flocke muss sich zurückerinnern und erzählt den Lesern sein fünfzehnjähriges Leben. Die Mutter stirbt kurz nach der Geburt, als Vierjähriger kommt er dann mit Tante Lieselotte zum Vater nach Weimar, der ist dort Polizist. Den Deutschen Gruß, der seit einiger Zeit in Deutschland gebraucht, versteht der Knirps als „Drei Liter!“

Donnerstag, 16. April 2026

Stürickow, Regina: Kommissar Gennat und der Anschlag auf den Orientexpress

Björn Harras liest immer besser. Ein Könner, der jeder handelnden Person ihr besondere Stimmnote verpasst. Mit der Zeit werden Kriminalrat Ernst Gennat, der Leiter der Berliner Mordkommission und sein (fiktiver) Freund Max Kaminski zum Ohrwurm, wenn man, wie der Rezensent hier, in kurzen Abständen bereits das dritte Buch von Regina Stürickow hört. 

Da der Anschlag auf den Orientexpress in Ungarn stattfindet, die mit Österreich eng zusammenhängen, sind auch diverse Österreicher im Spiel und hier übertreibt Harras ein wenig in Anwendung des Dialekts. 

Ausnahmsweise einmal ein paar Bemerkungen zum Sprecher des Hörbuches gleich hier, geht es weiter mit dem Buch.

  • DNB / BeBra Verlag / 2021 / ISBN: 978-3-96201-070-6 / 304 Seiten
  • Audible 8 Stunden und 44 Minuten

Samstag, 11. April 2026

Stürickow, Regina: Kommissar Gennat und die Tote im Reisekorb



Wer Babylon Berlin gesehen hat, kennt den dicken Ernst vom Alexanderplatz. Wenn nicht, dann hat vielleicht Diese oder Jener einen Roman von Regina Stürickow gelesen, in denen die Autorin dem vielleicht bedeutendsten Kriminalisten Berlins eine Art Denkmal setzt.

Kürzlich las ich Teil 1, in dem es um ein spektakulären Raub der Lohngelder der Berliner Verkehrsbetriebe ging. Mit diesem ersten Band begab sich Stürikow mit Ernst Gennat und dem (fiktiven) Helfer und Journalisten Kaminski in das Jahr 1932. Mit Band 2 hier, in dem eine tote Frau in einem Reisekorb von Berlin nach Stettin geschickt wird, lernen die beiden sich kennen. Ein bekannter Fall aus dem Jahre 1916.

Mittwoch, 8. April 2026

Rose-Billert, Brita: Magie Yellow Cloud - Skrupellos

Brita Rose-Billert zu treffen, ist ein Pflichttermin, wenn ein Buchmessen-Termin anliegt. Zu solch einem Treffen kam es auch in diesem Jahr in Leipzig. Als sie mir dort den dritten Band der Maggie Yellow Cloud Reihe in die Hand drückte und dabei erzählte, dass sie wieder nach South Dakota reisen wird, trat zu dem erhofften Lesevergnügen ein klein wenig Neid... Bereitet sie einen vierten Band vor?

Reisen wir mit ihr und diesen Seiten mit auf die Pine-Ridge Reservation zu den Oglalla - Lakota.

Montag, 6. April 2026

EVITA - Staatsoperette Dresden


Ob diese Grande Dame Argentina weltweit so bekannt wäre wie in Buenos Aires und im übrigen Argentinien ohne das Musical (1978) von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice kann nur spekulativ beantwortet werden. Sicher ist, dass der Film von Alan Parker (1996) mit Madonna in der Hauptrolle der EVITA und Antonio Banderas (Che) zur Bekanntheit der Eva Peron sicher beigetragen hat. 

Erwähnenswert ist, dass durch diesen Film Webber und Rice für den Song  You Must Love Me einen Oskar erhielten. Es ist die Musik, die den Stoff in die Welt trägt, denn wer kennt Don´t Cry For Me Argentina nicht?

Freitag, 3. April 2026

Pergande, Frank: Die Hofdame der Königin Luise

 Ein historischer Liebesroman


Es wäre ein literarisches Versäumnis, wenn die drei Königinnen von Mirow nicht vielfältigen Eingang in diverse Bücher gefunden hätten. Ein weiteres Versäumnis wäre es, wenn dies auf unserem Blog geschehen würde, wohnt der Rezensent doch in unmittelbarer Nähe der Handlungsorte nicht nur dieses Romans von Frank Pergande. Schon einmal war der hier präsent, als er von der Inselkrähe von Mirow erzählte, in deren Mittelpunkt eine fiktive Hofdame der Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, welche später Königin von Großbritannien wurde, stand. Lotchen war übrigens eine Tante der Königin Luise von Preußen, diesmal steht einer Hofdame der preußischen Madonna im Vordergrund.

Montag, 30. März 2026

Riley, Lucinda: Das Mädchen auf den Klippen

Grania Ryan ist mal wieder zu Hause. Dunworlay, Cork, Ireland. Vor kurzem verlor sie durch eine Fehlgeburt ein Kind und nun sieht sie ein achtjähriges Mädchen im dünnen Nachthemd an den Klippen der Steilküste stehen. 

Sie ahnt nicht, dass durch dieses Mädchen ihr eine Geschichte offenbart wird, die weit zurück liegt und auch mit ihrer Familie zu tun hat. Zuerst rückt Granias Mutter nicht mit der Sprache raus, es kommt aber eine Zeit, da sie es muss.

Die Geschichte wird als Rahmenhandlung erzählt von Aurora, es scheint dass sie, das Mädchen auf den Klippen, inzwischen uralt ist und ihre Geschichte kurz vor ihrem Tode erzählt. Leserinnen und Leser erkennen irgendwann, dass dies nicht stimmen kann. Sie beginnt in der Ich-Form und "übergibt" dann an die auktionale Erzählerin, es wäre vielleicht ein gute Idee, hier zwei Stimmen sprechen zu lassen, so aber übernimmt Simone Kabst, die Sprecherin des Hörbuchs alle Rollen.

Samstag, 28. März 2026

Deledda, Grazia: Die Mutter

Sicher gehören in eine Reihe, die aus Perlen der Literatur besteht, auch Menschen, die einst den Nobelpreis für Literatur erhalten haben. Die erste Frau, die diesen erhielt war, war die Schwedin Selma Lagerlöf (1858 – 1940), hier geht es aber um die zweite Preisträgerin, Grazia Deledda (1871 – 1936). Auffallend ist, jedenfalls laut der Wikipedialiste der Nobelpreisträger, dass beide für ihren hohen, edlen Idealismus gepriesen werden, wobei Idealismus auch bei den Preisträgern öfter als Begründung für die Preisvergabe genannt wird.

Deledda stammt von der Insel Sardinien, und ihre Heimat war Gegenstand ihrer Bücher, auch ‚die Mutter‘ handelt in einem sardischen Dorf.

Mittwoch, 25. März 2026

Lukaschewski, Manfred: Verschenkte Jugend - Robert und Franz

 

Bilder aus Wikipedia (Stalingrad, U-Boot-Krieg, Deportation)


Roman einer Jugend nannte Dieter Noll 1960 seinen ersten Band von Die Abenteuer des Werner Holt. Manfred Lukaschewski hat den sicher gekannt, als Jahrgang 1951 und in Altenzaun geboren, so wie vermutlich jeder (männliche) Jugendliche in der DDR. Die jungen Männer, die unmittelbar nach dem Abitur über die Flak und den Reichsarbeitsdienst (RAD) in die Wehrmacht gingen, freiwillig, lernen in den letzten Kriegsmonaten die Schrecken des Krieges kennen. Freundschaften gehen auseinander. Holt, zerrissen zwischen den Freunden nachdenklichen Gomulka und dem fanatischen Wolzow wird erst nach Kriegsende begreifen, was der Nationalsozialismus dem deutschen Volk brachte.

Jedoch sind es die Erlebnisse des Vaters vor Stalingrad, die Lukaschewski hier verarbeitet hat. Ist es ihm gelungen, Nationalsozialismus, Holocaust, Krieg so eindringlich darzustellen, dass dies den Weg in die Köpfe junger Menschen findet?

  • DNB / tolino media (Verlag) - Self-Publishing / 2026 / ISBN: 978-3-8194-0517-4 / 467 Seiten

Dienstag, 24. März 2026

Riley, Lucinda - Whittaker, Harry: Das Mädchen aus Yorkshire




Dass dieses Buch vor Jahresfrist als Geschenk aus einem Regal einer Buchhandlung herausgenommen wurde, hatte nicht nur mit dem Namen der erfolgreichen Autorin Lucinda Riley zu tun, sondern auch mit dem Umstand, dass ihr Sohn, Harry Whittaker, erneut als Coautor auftrat. Whittaker hatte schon den letzten Roman der Sieben-Schwestern-Reihe, Pa Salt, herausgegeben, da ihn seine Mutter nicht mehr beenden konnte.
Dies hier ist der zweite Roman, den Riley einst unter dem Namen Lucinda Edmonds in England (1993) veröffentlichte. Der Sohn erzählte, dass sie diese „alte“ Geschichte gern erneut herausgegeben hätte und hat dies nun selbst getan, wobei er leicht Hand angelegt hat. Ist das Projekt gelungen?

Montag, 23. März 2026

Die Bücherpassion der "Frau Rilke"

Neustrelitz, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, zählt rund 20.000 Einwohner. Statistisch gesehen müsste es in Neustrelitz daher 0,7 Buchhandlungen geben. Von den 2656 Buchläden , sollte auf die Stadt am Zierker See eine Buchhandlung kommen. Es gibt tatsächlich nur eine und diese wird geführt von Kathrin Matern, welche als gelernte Journalistin aus „Wörtern Sätze machen kann“, Rainer Maria Rilke liebt und Uwe Johnson immer wieder „rauf und runter liest“.  Oft sprechen Kunden die einfallsreiche Buchhändlerin falsch an, denn die Buchhandlung trägt den Namen Frau Rilke.

Seit zwei Jahren existiert „Frau Rilke“, die, um sich den langjährigen Traum einer eigenen Buchhandlung zu erfüllen, bei Frau Wilke zwei Jahre arbeitete. Diese führte die Buchhandlung zwei Häuser weiter. Kathrin Materns Bücherstube ist etwas kleiner, die 86 Quadratmeter hält sie für angemessen. Der Platz reicht für die in Verlagsvorschauen oder in sozialen Medien gefundenen Werke.

Für ihre Leserinnen und Leser, organisiert Frau Matern vielfältige Veranstaltungen und Lesungen rund um Bücher und Literatur. Mit einem Glas Wein sitzen sie etwas kuschelig in der Buchhandlung, wird mehr Platz gebraucht, kooperiert Frau Matern mit dem Kulturquartier Neustrelitz. Interessante Autorinnen und Autoren sind dann zu Gast, Neuerscheinungen und Regionales werden vorgestellt, Verlage kommen zu Wort, wenn die Inhaberin als Moderatorin gekonnt durch die Abende führt und dabei den geladenen Gästen viel Gesprächsraum bietet. Als der Aufbau-Verlag zum 80jährigen Jubiläum das Buch Karen W von Gerti Tetzner wiederholt herausbrachte, war dies ein Grund für eine solche, gut besuchte Veranstaltung .

Da Königin Luise aus dieser Gegend nicht wegzudenken ist, wird Frank Pergandes Die Hofdame der Königin ganz aktuell erwähnt und eben erst im NDR von Kathrin Matern vorgestellt. 

Nächste Veranstaltungen: 

  • Am 27.03.26 ist Takis Würger mit Für Polina zu Gast
  • Kaleb Erdmann liest am 14.04.26 aus seinem Buch Die Ausweichschule
  • Helene Bukowski war für den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und stellt ihr Buch Wer möchte nicht im Leben bleiben am 08.05.26 vor
  • Ob die Literatur der DDR verschwand können interessierte Leserinnen und Leser am 29.05.2026 in Lesung und Gespräch mit Carsten Gansel und Ausradiert? erfahren.

©️ Bücherjunge


Sonntag, 22. März 2026

Goldener Homer 2025 / 26

In Leipzig wurde die Shortlist für den rennomierten Literaturpreis HOMER für die besten historischen Romane des Vorjahres, also 2025 bekannt gegeben.


Es sind bekannte Namen darunter, einige standen bereits auf den Nominierungslisten und waren gar Preisträger. ich bin gespannt, der im Herbst dann die Preise entgegen nehmen wird.

©️ Bücherjunge

Samstag, 21. März 2026

LBM 26 - Kurzer Besuch

Gemessen an den vier Tagen Buchmesse Leipzig ist ein Tag natürlich wenig, aber es zeigt sich wieder, die beiden Wochentage sind die geruhsameren. Gleichzeitig staunt auch dieser erfahrene Leipzig-Besucher, wieviele Menschen sich ab 10:00 Uhr im Messe-Areal befinden. In den Hallen verläuft sich das etwas.  Die hohen Kraftstoffkosten teilten sich diesmal gleich vier Messebesucher, vielleicht bedeutet das soviel wie "ein Buch mehr". 😉 📚

Dienstag, 17. März 2026

Vom Atlantik zum rauchenden Berg und donnerndem Eis.


Wohin in Argentinien? Warum nicht Patagonien, begrenzt von Rio Colorado im Norden und der Magellan-Straße im Süden. Rund eine Million Quadratkilometer umfasst das Gebiet in Argentinien und Chile.

Im Frühling, also im November, fliegen wir von Buenos Aires an die Atlantikküste, nach Commodoro Rivadavia. Von November bis Mitte Dezember ist vielleicht die beste Zeit für eine solche Reise. Wind, Sonne und Staub begleiten uns auf dem Weg in Richtung Westen. Wir besuchen einen versteinerten Wald, eine Pinguin-Kolonie und betrachten eine Erdölpumpe in einem der größten Ölfelder der Welt, Vaca Muerte, aus der Nähe. Hier werden Schieferöl und Schiefergas durch Fracking gewonnen.

Den Mietautos wird auf den Schotterpisten eine Menge zugemutet. Wäre die berühmte Ruta 40 voll asphaltiert, könnte man schläfrig werden beim Durchfahren dieser oft ebenen Landschaft. Plötzlich: eine Kurve, eine Erhebung und die Sonne färbt eine Hügellandschaft neu ein. Manchmal hängt ein totes Guanako in den Zaunreihen. 

Viele interessante Orte und Landschaften besuchen wir, fahren den stürmischen Lago Buenos Aires entlang und lassen uns durch die Cuevas de las Manos mit den prähistorischen Handabdrücken in der malerisch grünen Schlucht des Rio Pinturas führen. Das nächste Ziel ist El Chalten, eine junge Bergsteigerstadt, die nach dem Rauchenden Berg, dem Fitz Roy, benannt wurde. Das Wahrzeichen des Nationalparks Los Claciares ist meist wolkenverhangen. Bei strahlend blauem Himmel erreiche ich eine herrliche Aussicht auf das schneevereiste Felsmassiv und den von Gletschern gespeisten, kurvenreichen Rio de las Vueltas im Tal.  Es gelingt, den Koloss als ausgegangene Räucherkerze abzulichten. Die indigenen Tehuelche nannten den schroffen schnee- und eisumgebenen, meist umwölkten Berg deswegen den Rauchenden, das erzählt Carmen Rohrbach, die weltreisende Biologin und Reiseautorin, in ihrem Buch Patagonien.

Darin las ich auch, dass Francisco Pascasio Moreno, genannt Perito Moreno, ihm den Namen des Kapitäns der „Beagle“, mit der Darwin reiste, gab. Nach dem Forscher Moreno ist der berühmten Gletscher benannt, den wir entlang des Lago Argentino, von Calafate kommend, zum Abschluss der Reise besuchen.  Aus donnernd abgebrochenen Eisblöcken werden kleine bläulich schimmernde Eisberge, die geräuschlos durch den See gleiten.

Auf rund 1350 Kilometern bereisten wir Patagonien, bevor uns der Flieger in die Stadt der Guten Winde, zurückbringt. Unübersehbare Weite, Steppe, Wind, Staub, Farben, Sonne, große Seen und die Kette der Anden. Unvergesslich.


Der Text entstand für eine Einsendeaufgabe in meinem Journalistik-Kurs.  Kommentare sehr erwünscht.

Hier gibt es vollständigen, viel bebilderten Reisebericht durch Patagonien:

Tag 5 - Lago Buenos Aires - Verhinderte Bootstour
Tag 6 - Bunte Hände in den Cuevas de las Manos


©️ Bücherjunge


Montag, 16. März 2026

Hein, Christoph: Das Narrenschiff

Das hier zu besprechende Buch ist vor einem Jahr veröffentlicht wurden. Der Grund, warum ich es mir nun vorgenommen habe, liegt in der Lektüre einer Rezension und eines Spiegel-Interviews, beides vom Mai 2025. Darauf komme ich bald zurück.

DDR-Geschichte zu rezipieren, scheint immer schwieriger zu werden. Momentan verstärken sich so Meldungen, die den Staat östlich der Elbe überaus positiv zeichnen. Die hiesige Tageszeitung, Nordkurier, druckt am 12.03.26 einen Artikel „Ostalgie fast ohne Zwischentöne“. Auf einer Bühne vereint: Egon Krenz, Gustav Adolf "Täve" Schur, Waldemar Chierpinski und Frank Schöbel. Schon der Artikel taugt nicht viel, denn vorgestellt werden neben einigen Zitaten vor allem Besucher, die aus marginalen Gründen hingingen, die mal einen Blick auf diese illustre Garde werfen wollten.  Einschließlich Autogrammmöglichkeit, Buchverkauf und einem neuen Lied eines Schlagerbarden.

Von den Genannten tritt nur einer als Nebenfigur im 700seitigen Roman von Christoph Hein auf, indirekt, denn er wird dort vom ehemaligen ZK-Mitglied und Ökonomieprofessor Karsten Emser immer nur „der Jungpionier“ genannt. (Als ich Pionier wurde, war Krenz Vorsitzender der Pionierorganisation, das war 1970).

Mittwoch, 11. März 2026

Follett, Ken: Stonehenge - Die Kathedrale der Zeit

Es gibt Orte in der Welt, die jeder kennt. Man muss nicht mal dort vor Ort gewesen sein. Manchmal nennt man diese Orte, die Bauten dort, Weltwunder. Jetzt würde jeder an die Pyramiden von Giseh denken, aber im Titel dieser Rezension steht Stonhenge.

"Der Name Stonehenge stammt aus dem Altenglischen stān hencg, wobei stān „Stein“ bedeutet und hencg entweder „Angel“ oder „Scharnier“ meint – eine Anspielung auf die zapfenartigen Verbindungen der Decksteine. „Henge“ bezeichnet heute einen ringförmigen Erdwall mit Graben, doch Stonehenge ist ein atypisches Beispiel, da der Graben innen liegt."

Aha, jetzt wissen wir (dank KI Comet) Bescheid. Aber wir wissen ja nichts. Während weiter im Osten, in Kleinasien - Mesopotamien, die ersten Stadtstaaten entstehen, große Bauten, Städte, Tempelanlagen und die Keilschrift, findet sich im Westen Europas nichts davon. Die jungsteinzeitlichen Menschen schrieben nichts auf...

Wie schreibt man dann ein Buch über die Errichtung des megalithischen Steinkreises in der Nähe von Salisbury? Ken Follett hat es getan...

Dienstag, 10. März 2026

Stürickow, Regina: Kommissar Gennat und der BVG-Lohnraub

 

Leserinnen und Leser, wenn sie gern Kriminalromane lesen, haben da so ihre kriminalistischen Vorlieben. Vor allem bei Regionalkrimis und diversen Buchreihen folgen sie ihren Spezies, die da Max Heller (Frank Goldammer) oder Julia Durant (Andreas Franz), Toni Sanftleben (Tim Pieper) oder Harry Hole (Jo Nesbø) heißen. (Hier auf diesem Blog gibt es außer diesen noch mehr)

Wer sich einer Reihe namens Babylon Berlin näherte und Volker Kutschers Gereon Rath folgte, lernte dabei einen dicken Kriminalrat kennen, der mal keine fiktive Figur darstellte, Ernst Gennat (1880 – 1939) arbeitete während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und unter den Nationalsozialisten in der Berliner Polizei, der Aufbau einer modernen Mordkommission geht dabei auf sein Konto. Bei Volker Kutscher lesen wir, dass das „Mordauto“, bestückt mit Tatortuntersuchungsmaterial, unter den Berlinern bekannt war.

Gennat galt länger als vergessen. Regina Stürickow hat ihren Anteil daran, dass er, der „Buddha vom Alexanderplatz“ in diversen Büchern wieder auflebt.

Mittwoch, 4. März 2026

Cavanagh, Steve: Fifty-Fifty

 

Frank Avellino wurde mit äußerster Brutalität in seinem eigenen Schlafzimmer erstochen, der Täter muss in einem wahren Blutrausch gehandelt haben. Besser gesagt: die Täterin. Denn Franks Töchter Alexandra und Sofia beschuldigen sich gegenseitig der Tat. Die eine ist eine sadistische Mörderin, die andere unschuldig. Aber welche? Sowohl Eddie Flynn, der Sofia vor Gericht verteidigt, als auch Alexandras junge Anwältin Kate Brooks befürchten, dass die Wahrheit im Trubel um diesen spektakulären Fall untergeht. Denn der Ermordete war nicht nur ehemaliger Bürgermeister von New York, es gibt auch ein Millionenerbe zu verteilen. Und Eddie Flynns Chancen, die richtige Schwester vor dem Gefängnis zu bewahren, stehen fifty-fifty... (Verlagsbeschreibung)

DNB / Goldmann / 2024 / ISBN 978-3-442-4943-6 / 512 Seiten


Kurzmeinung: Zwei Schwestern, die sich gegenseitig des brutalen Mordes an ihrem Vater beschuldigen - spannender Gerichtsthriller mit vielen Toten...

Montag, 2. März 2026

Dohrweiler, Ralf H: Die Farbe des Bösen

Kriminalkommissar Rieker hätte eher nicht angenommen, dass er noch einmal auf Johanna, die Tochter des Richters Ahrens treffen würde. Mitte der 80ger Jahre des 19. Jahrhunderts treiben sich höhere Töchter eher selten in alten Fabriken rum und versuchen herauszukriegen, ob unter den Beschäftigten einer Tapetenfabrik, welche sind, die den Sozis zuneigen. Wie macht man das? In der tagesüblichen Kleidung der Johanna Ahrens geht das nicht. Da muss man sich schon in andere Kluft werfen.

Johanna, deren Augen meist offener sind, als es gut sie wäre. beobachtet dann auch einen kleinen und einen großen Mann, die etwas transportieren, was seltsam aussieht. Dass sie dabei mit gerafften Rücken hinter einem Gebüsch hockt, was ja manchmal sein muss, passt zur Arbeiterin Mechthild...

Es dauert diesmal etwas länger, aber bald führt der Fall mit mehreren Toten ohne Zähne die beiden wieder zusammen. Auch Arsen ist im Spiel. In den Tapeten und anderswo.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Das Lied von Eis und Feuer in der Vier-Tore-Stadt

Wissen Sie, wie viele Folgen Game of Thrones und House of Dragon (bisher) zusammen aufweisen? Oder haben Sie schon mal gegoogelt (oder eine KI befragt), wie viele einzelne veröffentlichte Musikstücke beide Serien zurzeit aufweisen? Ich sag es Ihnen: Es sind 91 Folgen und es sollen 323 Musikstücke sein.  Die Musik wurde unter der Leitung des Kompositeurs Ramin Djawadi geschaffen und wurde vor vierzehn Tagen in der Konzertkirche Neubrandenburg dargeboten. 

Nein, nein, es wurden vom Cinema Festival Symphonics Orchestra unter Leitung von Stephen Ellery laut Programmheft ohne Zugabe fünfunddreißig Stücke gespielt. Die Akustik war, wie immer in diesem wunderbaren Musiktempel der Vier-Tore-Stadt, brillant. Optisch spielte das Orchester in schmaler Besetzung, allerdings waren gleich drei Schlagwerker im Einsatz. Die Musikerinnen und Musiker boten Musik vom Feinsten, Soli von Posaune, Waldhorn oder E-Piano wirkten dabei als Glanzpunkte. The Light of Seven, eines der Stücke, in denen der Pianist eine tragende Rolle besitzt, kam dabei etwas kurz, dies zeigt, dass es inzwischen unzählbare Versionen gibt.

Hervorgehoben werden kann das beeindruckende Zusammenwirken von Chor und Orchester, einschließlich der drei Gesangssolisten. Der Bass, Yonatan Pandelaki, begeisterte im zweiten Teil mit dem Lied Regen von Castamaer, bei dem Ellery eine Elektrogitarre spielte und das Stück förmlich zum Rocksong mutierte. 

Montag, 23. Februar 2026

Krüger, Michael: Aus dem Leben eines Erfolgsschriftstellers


Welche Kurzgeschichte fanden Sie am amüsantesten? Das fragt Ralf Plenz, der Verleger des Input-Verlages zu Beginn der Fragestellungen für Lesegruppen oder Lesekreise. Ich weiß es nicht. Oder doch? Bis ich bei „Ein Mord, den jeder begeht“, der zwölften von 13 Geschichten angelangte, meint ich, den „Onkel“ dazu küren zu müssen.

Sonntag, 22. Februar 2026

Chafe, Perry: Sommer auf Perigo Island

 

Sommer 1991 auf Perigo Island vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas verbringen ihre Ferien damit, den im Hafen ankommenden Fischern beim Sortieren ihres schwindenden Fangs zu helfen. Bis sie erfahren, dass ein Mädchen von der Insel vermisst wird: ausgerechnet Anna, die in geheimer Verbundenheit zu Pierce stand und als Einzige von seiner Angst vor dem offenen Wasser wusste, die ihn quält, seit sein Vater auf See verschwand. Zusammen mit Bennies New Yorker Cousine Emily setzen die Freunde alles daran, Anna zu finden. Auf ihrer abenteuerlichen Suche werden sie einem mysteriösen Meeresbiologen begegnen, eine Faszination für die Geheimnisse des Ozeans entwickeln, sich zum ersten Mal verlieben und sich ihren größten Ängsten stellen müssen. (Verlagsbeschreibung)

DNB / mare / 2026 / ISBN 978-3-86648-720-8 / 272 Seiten


Kurzmeinung: Verlust, Freundschaft und erste Liebe in einem Genremix aus Coming-of-Age, Jugendroman, Krimi, Abenteuerroman - atmosphärisch und spannend.