Samstag, 12. September 2026

Menasse, Eva: Alleinruhelage

 

Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen. Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus – und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer »stabilen Alleinruhelage«. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Kiepenheuer & Witsch / 2026 / ISBN 978-3-462-00262-1 / 224 Seiten

Kurzmeinung: Ruhiger Roman, der dem assoziativen Fluss der Gedanken und Erinnerungen der Ich-Erzählerin folgt - Zwischenbilanz eines Lebens...

Donnerstag, 10. September 2026

Neitzke, Mario: Orientierungslauf

 

Wie fühlt sich Reizüberflutung an? Warum kostet ein einfacher Behördengang manchmal mehr Kraft als ein Marathon? Wie klingt Misophonie? Wie denkt jemand, dessen Kopf nie wirklich still wird? Was passiert, wenn man den Kompass verlegt - und niemand erklärt hat, wofür er eigentlich gedacht war? Eine Sammlung literarischer Essays über Familie, Erinnerung, Reizüberflutung, Identität und den Versuch, im eigenen Kopf nicht verloren zu gehen. Es ist kein Ratgeber. Kein Fachbuch. Keine Autobiografie. Es sind Geschichten über das Leben mit einem Gehirn, das selten geradeaus denkt. Dieses Buch erklärt ADHS nicht von außen. Es versucht, von innen nach außen zu übersetzen. (Auszug aus der "Gebrauchsanweisung" zum Buch)

Lese- bzw. Rezensionsexemplar aus dem Selbstverlag / imkopfgegenstrom.de / 2026 / 168 Seiten



Kurzmeinung:  In den Social Media Kanälen erhält man durch manche Accounts einen Eindruck von einem Leben mit ADHS. Hier steht es schwarz auf weiß (oder weiß auf schwarz, je nachdem) und hat mich sehr beeindruckt.


Dienstag, 8. September 2026

Mendel, Meron: Über Israel reden

Fünfundzwanzig Jahre wuchs der Autor dieses Buches in Israel in einem Kibbuz auf und studierte Geschichte an der Universität in Haifa. Später setzte Meron Mendel das Studium in Frankfurt a.M. fort. Er promovierte an der Goethe-Universität über die Lebensraelitäten jüdischer Jugendlicher. 

Mendel leitet die Bildungsstätte Anne Frank. Wer wenn nicht er kann sich "einmischen" in die intensiven Debatten in Deutschland über Israel, die vermutlich in keinem anderen europäischen Land so geführt werden.

Der Pädagoge und Publizist beschäftigt sich in diesem Buch weniger mit dem Staat Israel selbst, mehr mit der emotional geführten, oft verbitterten Debatte, die sich aktuell auf deutschen Straßen in der Auseinandersetzung zwischen pro-palästinensischen und pro-israelischen Kundgebungen und Demonstrationen darstellt,  wobei die pro-Palästina Veranstaltungen überwiegen. Oft ist ein mehr als sichtbarer größerer Einsatz von Polizeikräften zum Schutz verschiedener Versammlungen, vor allem aber deswegen notwendig, damit jeweils Andersdenkende nicht angegriffen werden.

Kurzmeinung: Ein überaus informatives und aufschlussreiches Sachbuch über Israel und Deutschland.

Montag, 7. September 2026

Thürk, Harry: Taifun - Aufzeichnungen eines Geheimdienstmannes I-III


Zu Beginn eine „Buchgeschichte“ aus den Jahren 1988 und 2009.

Es wird im Jahre 1987 oder 88 gewesen sein. Da bekam ich ein Buch in die Hand gedrückt. Genauer gesagt, ich musste mich anstellen, denn eine Reihe anderer wollte es auch lesen. Dann las ich den ersten Band. Und wollte es kaufen. Also ging ich in das Haus des Buches am Dresdner Postplatz, die damalige Nr. 1 Buchhandlung der Stadt.

Ich: "Tag auch, ich hätte gern den Thürk Roman "Taifun". 
Verkäuferin: "...tut mir leid, Kenn ich nicht."
Ich: "Na so was, hab ich ja bereits gelesen..."
V: "Kann nicht sein..."
Ich: "Doch..."
V: "Sie meinen bestimmt "Der schwarze Monsun"
Ich: "Nee..."

So ging das eine Weile hin und her. Sie schaut ind die Bibliographie und sagt: "Gibt es nicht!!!" (Mit drei Ausrufezeichen) Langsam hielt sie mich wohl für bescheuert.

Raus kam aber später: Der Roman wurde zwar im mitteldeutschen Verlag verlegt, aber zuerst nur in Staatssicherheitskreisen vertrieben. So geheim waren die nun auch nicht, das Buch war dort wohl nicht als "Geheime Kommandosache" eingestuft. Bis 1989 war es nicht mehr weit hin, mein Exemplar ist von 1990, mit ISBN Suche wird auch nur 1990 angegeben. Jedenfalls hab ich es vor dem Erscheinen im Mitteldeutschen Verlag gelesen.

Sonntag, 6. September 2026

WAS DARF ISRAEL? ein Streitgespräch zwischen...

 ... Hamed Abdel-Samad & 
Philipp Peyman Engel

Ein harter Austausch zu Nahost

Der Anschlag vom 7. Oktober und der Gazakrieg haben die Lage im Nahen Osten dramatisch verändert. Aber auch in Deutschland: Plötzlich werden Dinge ausgesprochen, die lange ein Tabu waren, plötzlich radikalisieren sich auch hier die Haltungen. Selbst unter Freunden: Hamed Abdel-Samad und Philipp Peyman Engel schreiben sich Briefe zur Lage im Nahen Osten und tauschen sich direkt und kontrovers zur Lage im Nahen Osten: Betreibt Israel in Gaza einen Genozid? Unterstützen die Palästinenser den Terror? Auf welcher Seite steht Deutschland? Und: Wie kann die Zukunft der Region aussehen?

©2025 dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, München (P)2025 RBmedia Verlag (audible.de)

  • DNB / audible / 3 Std. und 45 Min. / DTV / 11.09.2025 / ISBN: 978-3-423-44876-5 / 160 Seiten
  • mit Hilfe von Copilot erstellt
Kurzmeinung: Eine Streitschrift, intensiv, widerspruchsvoll, gegenüber der Auseinandersetzung in den Internet-Medien wohltuend höflich und sachlich.

Samstag, 5. September 2026

Scott-Baumann, Michael: Die kürzeste Geschichte von Israel und Palästina.

Michael Scott-Baumann gelingt mit Die kürzeste Geschichte von Israel und Palästina etwas, woran viele Sachbücher scheitern: Er erklärt einen der komplexesten Konflikte der Gegenwart verständlich, ohne ihn auf einfache Wahrheiten zu reduzieren. Auf knappem Raum zeichnet er die historischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen nach, die den Nahostkonflikt bis heute prägen.
Besonders überzeugend ist die ausgewogene Darstellung der unterschiedlichen Perspektiven. Der Autor lädt dazu ein, die historischen Erfahrungen und Interessen beider Seiten nachzuvollziehen. Dadurch eignet sich das Buch sowohl für Einsteiger als auch für Leser, die einen kompakten Überblick suchen.

Allerdings scheint der sich der Überblick im letzten Drittel etwas nach einer Seite zu neigen, wenn die durchaus berechtigte Kritik an der Politik der israelischen Regierung in der Vordergrund tritt. Außerdem geht auch dieser Autor nicht weiter auf die Frage ein, warum in den rund 20 Jahren, in denen von 1949 bis 1967 Jordanien das Westjordanland besetzt hielt, die arabisch - palästinensische Seite keine Anstalten machte, den durch die UNO avisierten Staat wenigstens dort zu gründen.

Natürlich kann ein so kurzes Buch nicht alle Facetten eines über hundert Jahre alten Konflikts behandeln. Gerade deshalb liegt seine Stärke in der klaren Struktur und der Fähigkeit, Orientierung in einem oft unübersichtlichen Thema zu bieten.

Fazit: Ein gut geschriebener und gesprochener, informativer und zugänglicher Einstieg in die Geschichte Israels und Palästinas. Wer die Hintergründe des Konflikts besser verstehen möchte, findet hier eine empfehlenswerte erste Lektüre.

©️ Bücherjunge
(mit KI-Unterstützung - Copilot)

Donnerstag, 3. September 2026

Amjahid, Mohamed: Alles nur Einzelfälle?

Das System hinter der Polizeigewalt

„Die moderne Polizei, wie wir sie heute kennen, basiert auf diesem Prinzip: Menschen und vor allem Besitz sollen geschützt werden.“ Das Prinzip beruht, so der Autor im 2. Kapitel, welches mit „Eine kleine Geschichte der Polizei“ überschrieben ist, darauf, dass die Polizei von alters her „Eigentum vor der verarmten Bevölkerung zu schützen, die naturgemäß ein Stück vom Kuchen abhaben wollte. Es ging darum, die proletarischen Massen zu kontrollieren und sie dem Adel und später dem Bürgertum als billige, ausgebeutete Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen.“ 

Das Kapitel enthält zwar Hinweise auf die Rolle der Polizei im NS-Staat und die Polizei in der DDR, aber Gründe dafür, wie und warum die Polizei der Bundesrepublik nach deren Gründung so aufgebaut wurde wie sie ist und sich entwickelt hat, führt Amjahid nicht an. 

Das Buch ist Ergebnis einer jahrelangen Beschäftigung mit dem dargestellten Phänomen, es bringt vermutlich jegliche Form von Polizeigewalt, Rassismus, Racial Profiling, Rechtsextremismus in der Polizei, extremistische Chatgruppen zur Sprache, Drohungen gegen den Autor und andere.

Eine große Menge an Fußnoten dient als „Beleg“ für die aufgezeigten Fälle, das Verzeichnis kann mittels QR-Code abgerufen werden. In der Masse sind das allerdings Internet-Adressen, ohne extra, also lesbarer Quelle und mehrfach verweist.

Mohammed Amjahid, geboren 1988, ist Journalist und Autor politischer Bücher, er hat für viele Medien gearbeitet und ist auch ausgezeichnet wurden.



Diese Buchbesprechung, eher ein Essay, erhebt keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit. Das Netz, ob YouTube oder Instagram ist voll von Berichten und Videos zum Thema, seien sie kurz, privat aufgenommen oder professionell, als Meldung, Bericht oder Reportage, von öffentlich-rechtlichen Medienanstalten oder anderen Portalen. Auf alle im Buch geschilderten Formen von Polizeigewalt werde ich daher nicht eingehen.
  • DNB / Piper / München 1924 / ISBN: 978-3-492-06520-7 / 349 Seiten

Dienstag, 1. September 2026

Giers, Mina: Hexerei kann tödlich sein

 

Als Elli Stuart einen Brief von ihrer Großmutter erhält, ist sie vor allem eines: verwirrt. Schließlich wusste sie bis vor Kurzem nicht einmal, dass es diese Großmutter überhaupt gibt. Neugierig reist sie nach Witchmore in den Catskill Mountains - und landet statt bei einem gemütlichen Kaffeekränzchen mit ihrer Oma direkt an einem Tatort: Ihre Großmutter wurde ermordet. Der attraktive Officer Kenneth Lovelace hält Elli prompt für eine Verdächtige. Also beschließt sie kurzerhand, die Sache selbst unter die Lupe zu nehmen - bis sie entdeckt: Witchmore ist voller magischer Wesen, und sie selbst ist eine Hexe! Nun muss Elli nicht nur einen Mord aufklären, sondern auch lernen, mit ihren neuen Kräften umzugehen. Zu alledem übernimmt sie den verwinkelten Antiquitätenladen ihrer Großmutter und muss sich mit einem vorlauten Kater herumschlagen... Alltag eben für eine frischgebackene Hexe. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Bastei Lübbe / 2026 / ISBN 978-3-7517-9222-6 / 207 Seiten

Reihe: Witchmore Bd. 1

Kurzmeinung: Gemütlicher Fantasy-Krimi mit sympathischen Figuren und genau der richtigen Dosis Magie für ein paar entspannte Lesestunden...

Montag, 31. August 2026

Fischer, Elena: Wirf einen Schatten

 

Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den Sechzigerjahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis' ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie – sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Diogenes Verlag/ 2026 / ISBN 978-3-257-07390-4 / 304 Seiten

Elena Fischer bei Litterae Artesque: Paradise Garden


Kurzmeinung: Ruhiger, atmosphärischer Roman mit inneren Erdbeben rund um Einsamkeit, Verlust, Schuld, Hoffnung und Neuanfang. Klare Leseempfehlung!


Samstag, 29. August 2026

Inokai, Yael: Die Auster

 

Der Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses wird ermordet aufgefunden. Doch bis die Polizei am Tatort eintrifft, hat Leonora Bloch alle Spuren beseitigt, so diskret und gründlich, wie sie schon seit 45 Jahren als Reinigungskraft bei Dr. Bronstett jeder Form von Unordnung begegnet. Als die Ermittlungen in die Austernbar in der fünften Etage führen, ist man schon mittendrin im Mikrokosmos dieses Kaufhauses, das von der paradoxen Sehnsucht nach vergangener Pracht und erschwinglichem Luxus lebt. Und niemand scheint sich in dieser Welt, wo Glanz und Elend, Armut und Reichtum so entwaffnend aufeinandertreffen, besser auszukennen als die 73-jährige Leonora. Doch kennt sie wirklich alle Geheimnisse und welche hütet sie selbst? (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hanser / 2026/ ISBN 978-3-446-28459-3 / 224 Seiten

Yael Inokai bei Litterae Artesque: Ein simpler Eingriff


Kurzmeinung: Ein Mord dient als Ausgangspunkt eines ungewöhnlichen, leisen und gleichzeitig sehr eindringlichen Romans - die Charaktere stehen im Fokus.


Donnerstag, 27. August 2026

Dröscher, Daniela: Mädchen allein zu zweit (Hörbuch)

 

Manchmal beschließt man mit fünfzehn, woran man nicht mehr glauben will. Issa hat der romantischen Liebe längst abgeschworen, zu laut sind die Geldsorgen ihrer Familie, zu deutlich die gescheiterten Träume der Eltern. Issa besucht ein Gymnasium voller Rich Kids, während zu Hause jeder Euro zählt. Halt gibt ihr nur Grace: forsch und überzeugt davon, dass Geld vor allem ein lösbares Problem ist. Als Issas Familie in eine existenzielle Notlage gerät, beschließen die beiden Freundinnen, selbst aktiv zu werden. Gleichzeitig hat auch Grace ein Problem, wenngleich ein medizinisches: Ihre Brüste sind zu groß, sie hat Schmerzen und schämt sich. Doch die Krankenkasse will nicht zahlen. Die beiden begeben sich auf eine monetäre Odyssee, die sie zwingt, Grenzen zu überschreiten – moralische ebenso wie gesellschaftliche. (Verlagsbeschreibung)


DNB / Hörbuch Hamburg / 2026 / ISBN 978-3-8449-4804-2 / 274 Minuten

Daniele Dröscher bei Litterae Artesque: Lügen über meine Mutter


Kurzmeinung: Literarischer Coming-of-Age Roman, der gesellschaftskritische Themen mit einer berührenden Freundschaftsgeschichte verbindet...

Dienstag, 25. August 2026

Ferguson, Gary: Die acht großen Lehren der Natur

 

Gary Ferguson präsentiert uns die Natur als ein System, in dem auf faszinierende Weise alles mit allem zusammenhängt und merkwürdig miteinander verwoben ist. So anschaulich wie leidenschaftlich sensibilisiert er uns für allerlei Wunder und Mysterien, für das, was sich nicht erklären lässt, aber dennoch ganz selbstverständlich funktioniert. Welche Bedeutung hat ein einzelner Baum im Gesamtkomplex Wald? Wie können Wurzeln miteinander kommunizieren? Woher wissen Vögel, dass sie ihre lange Reise vom Sommer- zum Winterquartier im Formationsflug besser bewältigen als alleine? Diesen und vielen anderen Fragen geht der Autor nach. Er zeigt, wie fürsorglich und mitfühlend sich Wölfe im Rudel verhalten und wie zärtlich sich Elefanten von einem Artgenossen verabschieden, wenn sie merken, dass er im Sterben liegt. Immer wieder schlägt er eine Brücke von der unvorstellbar großen Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Kleinstlebewesen zu menschlichen Gesellschaften, die ebenfalls umso produktiver und kreativer agieren, je bunter sie zusammengesetzt sind. Was in menschlichen Gemeinschaften oft nur mit Mühe funktioniert, klappt in der Natur mit größter Selbstverständlichkeit. Wir sollten aus den Lektionen lernen, die sie uns in puncto Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Loyalität, Kooperation und Diversität erteilt. (Verlagsbeschreibung)


DNB / dtv (Archiv) / 2020 / ISBN 9783423437349 / 256 Seiten


Kurzmeinung: Was in menschlichen Gemeinschaften oft nur mit Mühe funktioniert, klappt in der Natur mit größter Selbstverständlichkeit - interessant...


Sonntag, 23. August 2026

Gansel, Carsten: Ausradiert? - Wie die Literatur der DDR verschwand

Was passierte mit Millionen Büchern der DDR-Literatur nach 1989? Landeten diese auf dem Müll? Richtig ist, dass unzählige (momentan) nicht mehr verkäuflich waren, die Leserinnen und Leser wollten anderes lesen. Der Inhalt der Buchregale in den Buchhandlungen wurde förmlich ausgetauscht. Bibliotheken dichtgemacht. Gefühlt hatte jedes Dorf eine Bibliothek. Doch wurde die Literatur der DDR wirklich „ausradiert?“ – Ausradiert bedeutet doch gelöscht? Im Gedächtnis der Leserinnen und Leser sicher nicht.

Davon schreibt der Literaturprofessor Carsten Gansel in seinem Buch Ausradiert? – Wie die Literatur der DDR verschwand Nach eigenem Dafürhalten des Autors ist das Buch keine Abrechnung, bei aller Kritik an westdeutscher Lesart. Gansel darf „dem ‚Ausradieren‘ nachgehen, weil er, der Literaturprofessor an der Justus Liebig Universität „keine Rechnung mit dem Westen offen hat.“

DNB / Reclam Verlag / 18.03.26 / ISBN: 978-3-15-011566-4 / 383 S
Carsten Gansel - Webseite


Freitag, 21. August 2026

Stanley, Jason: Gefälschte Geschichte - Wie Faschisten die Vergangenheit umschreiben, um die Zukunft zu kontrollieren

 

Der namhafte Philosoph Jason Stanley enthüllt in seinem neuen Buch die globale Strategie der autoritären Rechten, die Geschichte umzuschreiben und ein Jahrhundert gesellschaftlichen Fortschritts auszulöschen. Die schlimmsten faschistischen Bewegungen der Menschheitsgeschichte begannen in Schulen - wenn man die Uhr in Bezug auf Bürgerrechte, Gerechtigkeit und Inklusion zurückdrehen will, sind Schulen ein guter Ausgangspunkt. Mit scharfem Blick zeigt Stanley, wie Bildung zur Frontlinie im Kampf um Demokratie wird. Erinnerungskultur, Kritik und Freiheit sind in Gefahr, warnt er. Sein Buch ist ein dringender Weckruf, die Vergangenheit zu verteidigen, um die Zukunft vor dem Faschismus zu bewahren. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Westend / 2026 / ISBN 9783987913600 / 208 Seiten


Kurzmeinung: Wichtige Zusammenhänge eindrucksvoll und verständlich auf den Punkt gebracht - für alle, die die Demokratie retten wollen!

Mittwoch, 19. August 2026

Die Odyssee - Ein Film und ein "antikes" Buch


Das Buch ist nicht antik, die Geschichte schon, der Film gleich gar nicht.

  • Das hölzerne Pferd / Verlag Neues Leben / 1968, 1970
  • Die Odyssee / Inselverlag / 2025 / ISBN: 978-3-458-200574 / 127  Seiten

Montag, 17. August 2026

Flint, Emma: Der Wunschperlen-Auftrag

 

Gute Feen sind die allerfröhlichsten Wesen. Sie essen Zuckerwatte zum Frühstück, streuen Glitzer und verbreiten mit ihrem ansteckenden Glockenlachen überall nichts als Freude. Das ist für alle guten Feen die einfachste Sache der Welt. Bis auf eine: Molli. Ihr Lachen klingt nicht wie ein Glöckchen, sondern wie eine rostige Fahrradklingel. Statt Zuckerwatte würde sie lieber Zwiebelsuppe essen, und sich immer brav an ALLE Feenregeln halten, findet sie schnarchlangweilig! Und von Langeweile bekommt Molli schlechte Laune. Gegen die hilft nur ein kleines Abenteuer, am besten ein Ausflug in die Menschenwelt! Damit Molli dabei keinen Unsinn anstellt, bekommt sie einen Aufpasser: Wandelwicht Pepito in Gestalt eines Königspudels. Der ist supereingebildet und weiß alles besser. Doch auch er kann nicht verhindern, dass die beiden von einem Schlamassel ins Nächste schlittern… (Verlagsbeschreibung)

DNB / Arena / 2026/ ISBN 978-3-401-60828-0 / 152 Seiten

Reihe: Die gute Fee mit der schlechten Laune (Bd.1)



Kurzmeinung: Netter Reihenauftakt mit einer originellen Grundidee und einer liebenswert unangepassten Heldin - trotzdem konnte nicht alles überzeugen...

Samstag, 15. August 2026

Freund, Wieland: Juli im Land der Zeitgeister

 

14:30 Uhr. Alles steht still. Gemeinsam mit Trim, einem echten Zeitgeist, stolpert Juli durch eine Standuhr ins Land der Großen Uhr. Eine Welt wie ein riesiges Zifferblatt: mit einem Städtchen auf der Fünf, einem Hexenwald auf der Sieben, Zeigern, die über den Himmel streifen – und einem Zauberer, der nichts mehr im Sinn hat, als sie für immer anzuhalten. Mit Trim, der Hexe Unruh, dem alten Uhrmacher und der Fledermaus Fedora jagt Juli über das Zifferblatt und folgt seiner Spur bis ins Herz des Uhrwerks. Denn nur hier kann sie die Zeit wieder zum Laufen bringen. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Thienemann / 2026/ ISBN 978-3-522-61253-1 / 224 Seiten


Kurzmeinung: Ein fantasievolles Abenteuer zwischen Märchen und Alice im Wunderland, das mit Tempo, Humor und einer mutigen Heldin begeistert.

Donnerstag, 13. August 2026

Weigele, Erika: Die Töchter von Zürich



Das 12. und das 13. Jahrhundert scheinen die beiden beliebtesten Jahrhunderte für Mittelalterromane zu sein. Es ist egal, in welcher Gegend sie handeln. Die Autorinnen und Autoren haben so ihre Lieblingsorte. Einer hat es mit Robin Hood, mag England und Aquitanien, eine andere findet Freiberg und Meißen toll, diese Autorin hier schickt die Leserinnen und Leser zum zweiten mal nach Zürich in die Jahre zwischen 1290 und 1293. Mit dem ersten Band war Erika Weigele schon für den Goldenen Homer für historische Romane 2024 nominiert.

Erika Weigele hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert, da kommt man um mittelalterliche Kunst nicht drumrum. Wer hat schon mal etwas von der Manessischen Liederhandschrift gehört? Wer nicht,  der schaue mal schnell in die Buchbesprechung zu Der Buchmaler von Zürich.

Dienstag, 11. August 2026

Deutscher Buchpreis 2026 - von der Longlist bis zum Gewinner

 



Heute wurden die Titel für den diesjährigen Deutschen Buchpreis nominiert - wieder 20 Stück an der Zahl. Da lohnt es sich doch, mal wieder einen Blick zu riskieren:


Sonntag, 9. August 2026

Nesbø, Jo: Insel der Ratten (Hörbuch)

 

Nach einer verheerenden Pandemie ist die Welt nicht wiederzuerkennen: Massenarbeitslosigkeit und Armut haben das demokratische Gleichgewicht gekippt, marodierende Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Colin Lowe, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Derweil wütet sein Sohn Brad mit seiner Bande auf dem Festland und verschont nicht einmal Colins engsten Freund Will. Als er dessen Tochter Amy bei einem Überfall in seine Gewalt bringt, sinnt Will auf Rache. Sein Feldzug führt ihn auf das Dach eines Hochhauses, Schauplatz eines gnadenlosen Countdowns auf Leben und Tod. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hörbuch Hamburg / 2026 / ISBN 978-3-8449-4521-8 / 263 Minuten

Kurzmeinung: Spannender und überaus brutaler dystopischer Krimi - in Zeiten, in denen Gesetz und Moral nichts mehr gilt. Wer kann, wer will man sein?!

Freitag, 7. August 2026

Sverdrup-Thygeson, Anne: Der Einsiedlersommer

 

Nach einem schmerzhaften Verlust zieht sich Eva Wist aus Oslo, Norwegen, in ein Dorf in Vestfold zurück, um den als ausgestorben geltenden Eremitenkäfer zu suchen. Dort begegnet die 33-jährige Biologin ihrer neuen Nachbarin, der exzentrischen Olga. Die 76-Jährige lebt als Einsiedlerin inmitten des uralten Eichenwaldes. Auf ihrem Grundstück soll ein Steinbruch entstehen. Das Projekt verspricht Arbeitsplätze und eine Zukunft für die Region. Doch Olga will das unbedingt verhindern: Für sie ist der Wald lebendige Erinnerung – und der Schlüssel zu einem Familiengeheimnis, das sie endlich aufklären will. Während Eva die Artenvielfalt erkundet und mit Olga Freundschaft schließt, findet sie Schritt für Schritt aus der Trauer und ringt um die Frage, was bewahrt werden muss – im Leben wie in der Natur. (Verlagsbeschreibung)

DNB / dtv / 2026 / ISBN 978-3-423-28566-7 / 480 Seiten


Kurzmeinung: Ein nachdenklicher Roman mit viel Liebe zur Natur, dessen Figuren und Handlung mich jedoch leider nicht durchgehend erreicht haben...

Mittwoch, 5. August 2026

McCann, Colum: Wie spät ist es jetzt dort, wo du bist?

 

Ein alter Mann geht an einem verschneiten Tag in Manhattan mit seinem Sohn essen. Als der Mann später allein das Restaurant verlässt, wird er auf offener Straße überfallen und umgebracht. Die mit dem Fall betrauten Kriminalbeamten rekonstruieren seine Wege, die Überwachungskameras bei ihm zu Hause, im Lokal und auf der Straße aufgezeichnet haben. Ihre Arbeit gleicht der von Dichtern: der Suche nach einem zufälligen Schlüssel, der, an der richtigen Stelle eingepasst, plötzlich allem Sinn verleiht. Die Novelle ‹Dreizehn Sichtweisen› ist das «Schlüssel»-Stück dieses Bandes, wenn nicht sogar von McCanns Werk. Sie wird ergänzt durch drei weitere Erzählungen. (Verlagsbeschreibung)

DNB / rowohlt / 2017 / ISBN 9783498045326 / 256 Seiten

Colum McCann bei Litterae Artesque: Verschwunden I American Mother


Kurzmeinung: Vier intensive Geschichten über Zufall, Erinnerung, Schuld und Gewalt, getragen von McCanns eindringlicher Sprache...

Montag, 3. August 2026

Goldammer, Frank: All Inclusive

Bereits zum zweiten mal begegnet uns so ein Hörbuch, ein Audible Original Thriller, aus der Feder von Frank Goldammer. Nach einer grusligen Wintergeschichte mit dem bezeichnendem Namen "Eingeschneit" begeben wir uns nun mit dem Autor in ein Urlaubsresort auf einer Isla de Español - irgendwo auf der Welt. Wir starten mit Luise, Monika (Mo), Valerie und Patricia. 

Doch das Paradies trügt. Erst verschwindet eine Urlauberin, dann ist plötzlich Valerie weg und Luise begreift: Hier geht es um Leben und Tod. Doch je tiefer sie gräbt, desto höher werden die Mauern des Schweigens. Hinter den Kulissen des scheinbar perfekten Ferienresorts verbirgt sich ein tödliches Geheimnis. Selbst der Polizei kann hier niemand trauen.

Ein atemloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt – werden alle lebend nach Hause zurückkehren? (audible)

Nur eine der vier unterschiedlichen Freundinnen aus Schul- und Kindertagen kann zur Lösung gleich mehrerer Vermisstenfälle beitragen, die einzige sympathische. Ein Frauenkrimi? Nicht unbedingt... Wie immer bei Goldammer, ist am Ende ein anderer der Täter. Oder sind es mehrere? 

Ein Sommerthriller in einer Hörlänge von 7 Stunden und 15 Minuten. Das reicht für einmal nach Dresden und zurück. Spannend, kurzweilig, gruslig. Typisch Goldammer, dem Schreibpausen vermutlich unangenehm sind.

Und Cluburlaub ist nichts für mich. 

©️ Bücherjunge

Mittwoch, 29. Juli 2026

Hoffmann, E.T.A.: Meister Floh

Meister Floh - PdL 20

Ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde

„Hier werden Titel wiederveröffentlicht, die bereits im 19. oder 20. Jahrhundert in Europa erschienen sind und zeitweise sehr erfolgreich waren oder sprachliche Besonderheiten aufweisen und auf jeden Fall richtungsweisend waren“

Das sind die Perlen der Literatur aus dem Input-Verlag, hier nun die zwanzigste Vorstellung der Reihe, welche inzwischen bereits vierzig Bände umfasst.

Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann (1776 – 1822), der den Wilhelm wegen seiner Mozart-Verehrung gegen Amadeus austauschte, schrieb den Meister Floh am Ende seines Lebens und hatte dabei noch Ärger mit der Justiz und vielleicht ist das für diese oder jene Leser oder Leserinnen die eigentlich spannende Geschichte dieses Buches.

Welchem Dichter wird schon eine Oper nebst Hauptrolle gewidmet? Hoffmanns Erzählungen von Jaques Offenbach beruht auf drei Erzählungen und eine vierte, die von Klein Zaches, genannt Zinnober, erhält in der Oper ein eigenes Lied, gesungen vom Dichter. Allein dies sollte auf den Dichter neugierig machen, der eine ganze Reihe von Literaturperlen verfasste.

Dienstag, 28. Juli 2026

Ein Rückblick auf die Chárdásfürstin

 

Szenenbild TOG


Nun sind sie vorbei, die diesjährigen Operettenfestspiele im Schlosspark Neustrelitz. Auf strelitzius.blog lesen wir, dass 12.310 Zuschauer die 12 Vorstellungen von Emerich Kálmáns Werk gesehen haben. Am 02.Juli kündigte ich an, was die Besucherinnen und Besucher erwartet, sie wurden nicht enttäuscht. 

Freitag, 24. Juli 2026

Kowalczuk, Ilko-Sascha: Faschismus ist keine Meinung

„Stabil bleiben in autoritären Zeiten“ - oder kurz davor. Leben wir schon in autoritären Zeiten? Man soll sich nicht einreden lassen, „dass Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus einfach nur andere Meinungen seien“. 

Nachdem der 1967 geborene Historiker mit Freiheitsschock und mit Bodo Ramelow gemeinsam Die neue Mauer bereits eindrücklich vor autoritären Entwicklungen warnte, geht er nun einen weiteren Schritt: Nun geht es um Faschismus.  Freiheitsschock / Die neue Mauer

DNB / C.H.Beck / München 2026 / ISBN: 978-3-406-84923-7 / 236 Seiten / 


Doch zuvor präsentiert er den Leserinnen und Lesern zehn Grundsätze und beginnt mit: „Wir leben in einem der zehn freiesten Ländern der Welt“ und „in einem der sozialsten Ländern der Welt“. „Demokratie ist keine Dienstleistung“ und „Freiheit bedeutet, sich in eigene Angelegenheiten einzumischen.“ Letzteres bedeutet, sich gesellschaftlich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.

Mittwoch, 22. Juli 2026

Mishani, Dror: Nicht

 

Ein Mann in seinen Fünfzigern. Er hat offenbar nichts mehr zu verlieren, obwohl noch so viel vor ihm liegt. Die Kinder sind aus dem Haus, KI bedroht seine Arbeit als Übersetzer. Vor allem hat der Tod seiner Frau alles infrage gestellt. Eine solche Liebe, da ist er sich sicher, wird er kein zweites Mal finden. Bis ihm bei gemeinsamen Freunden eine Cellistin begegnet. Es entspinnt sich, so leicht, als ob es Vorsehung wäre, ein verheißungsvolles Verhältnis, und plötzlich steht wieder alles auf dem Spiel. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Diogenes / 2026 / ISBN 978-3-257-07388-1 / 192 Seiten

Kurzmeinung: Knapp, klug komponiert und voller Fragen über Wahrheit, Schuld und die Geschichten, die wir uns selbst erzählen...


Montag, 20. Juli 2026

Durgun, Tahsim: Mama, bitte lern Deutsch (Hörbuch)

 

Noch bevor Tahsim Durgun die Grundschule abschließt, muss er für seine Mutter die Abschiebebescheide entziffern, begleitet sie als Dolmetscher zu intimen Arztbesuchen und verliest Aldi-Kataloge am Fliesentisch. So wie Tahsim geht es vielen jungen Menschen mit Migrationsgeschichte, die früh Verantwortung für ihre Eltern übernehmen und gleichzeitig einen Platz finden müssen in einem oft feindseligen Land. Schreiben sie die besten Noten, bekommen sie trotzdem nur eine Hauptschulempfehlung. Fahren ihre Mitschüler*innen in den Urlaub nach Thailand, dürfen sie Deutschland nicht verlassen, weil sie kein gültiges Reisedokument besitzen. Hilflosigkeit, Angst und Überforderung sind ihre stetigen Begleiter, Einfallsreichtum und Empathie ihr Handwerkszeug. Mit messerscharfer Intelligenz, poetischer Sprachgewalt und zynischem Humor: Internet-Star Tahsim Durgun reflektiert die Lebenswirklichkeit der postmigrantischen Gesellschaft. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte in einer kurdisch-deutschen Familie rechnet Tahsim ab mit der deutschen Bürokratie und zeigt gleichzeitig tiefen Respekt für seine Mutter und ihre Errungenschaften, die für die deutsche Gesellschaft immer unsichtbar bleiben werden. (Verlagsbeschreibung)

DNBargon hörbuch / 2025 / ISBN 978-3-7324-7859-0 / 306 Minuten

Kurzmeinung: Ein wichtiges Buch mit einer notwendigen Botschaft, dem jedoch stellenweise die Differenzierung fehlt... Gelungene Autorenlesung!

Samstag, 18. Juli 2026

Ben Saoud, Amira: Schweben

 

Gewalt scheint nicht mehr zu existieren, der Klimawandel längst vollzogen. Eine bedrohliche Gelassenheit liegt über der abgeschotteten Siedlung, in der sie lebt. An ihren eigenen Namen hat sie keine Erinnerung mehr. Sie verdient ihr Geld damit, andere Frauen zu imitieren, deren Angehörige nicht mit dem Verlust der Geliebten, der Ehefrau, der Tochter zurechtkommen. Während eines neuen Auftrags gerät ihre Welt ins Wanken: Wer ist diese Emma, die sie spielt? Weisen seltsame Phänomene am Rand der Siedlung auf deren Untergang hin? Und warum ist sie selbst so besessen davon, eine andere zu sein? (Verlagsbeschreibung)

DNB / Zsolnay / 2025 / ISBN 978-3-552-07520-7 / 192 Seiten

Kurzmeinung: Ein atmosphärisch dichtes Debüt, das in einem dystopischen Setting existentielle Fragen aufwirft, mit einem surreal-irritierenden Ende...