Sonntag, 28. Februar 2021

Trauboth, Jörg H.: JAKOBS WEG

Betrachtet man das Cover, fällt einem nicht gleich auf, dass Jakobsweg auch Jakobs Weg bedeuten kann.
Pilgert man auf dem Camino Frances in Richtung Santiago di Compostela, will man vermutlich das Grab des Apostels Jakobus in Santiago besuchen. Die meisten Wanderer suchen nach „sich selbst“, manche kommen regelmäßig, einige wandern Teilstücke oder nur die letzten einhundert Kilometer. Der Camino Frances gilt als der klassische, der bekannteste Jakobsweg. Noch mehr bekannt wurde er durch Hape Kerkelings Buch Ich bin dann mal weg; es wurde 2015 verfilmt.

Wenn Jörg H. Trauboth ein Buch Jakobs Weg nennt, dann wird es vermutlich sehr ernst. Wie ernst es wird,  erschließt sich relativ schnell.

Die Handlung beginnt vor zwanzig Jahren in einem kirchlichen Internat im Sauerland mit dem bezeichnenden Namen Maria hilf. Wir lernen einen verzweifelten Schüler namens Jakob kennen und einen ukrainisch stämmigen Hausmeister. Der hat mal einem Kunden eine Menge Geld entwendet und seitdem ist er in des Internatsleiters Hand. Wenn ein katholischer Pater den Hausmeister seines Internats erpressen kann und ein verzweifelter Schüler zum Suizid ansetzt, dann dürften viele Leserinnen und Lesern ahnen, worauf das hinausläuft. Jörg H. Trauboth kommt auch schnell zur Sache: Im Raum der Ergebenheit findet das vierwöchentliche „Finale“ statt, die vorbereiteten Jungs werden den Kunden zugeführt. Sergey, der Hausmeister, der macht, was dieser kaltherzige Hartmann will, ist kein schlechter Mensch...

Eine Gruppe von Personen bekommt zwanzig Jahre nach diesen Vorfällen ein Video zugespielt, welches zeigt, dass sie sich in einer Art und Weise strafbar gemacht haben, die zu jahrelangem bis lebenslänglichen Gefängnis führen kann. Heute. Die Gruppe soll sich zu einem festgelegtem Zeitpunkt in Saint-Jean-Pied-de Point treffen und den Camino Frances zumindest bis Burgos absolvieren, dann währen sie „geläutert“ und würden das widerliche Videomaterial ausgehändigt bekommen. Der Internatsleiter und seine Schwester gehören dazu, ein Geschäftsmann aus der Schweiz, ein Ex-Soldat, ein Cyberkrimineller, ein ehemaliger EU-Parlamentarier und ein ukrainischer Busfahrer. Die Gruppe führt ein Pater Domingo auf den Camino. Doch sie ist erst vollständig, als Joe Jaeger und Hanna Dohn dazustoßen. Jaeger, genannt Hunter, ist Kriminalhauptkommissar beim BKA, Hanna Journalistin. Beide lernten sich im Zusammenhang mit Vorfällen im Collegium Maria hilf kennen. Auch sie wurden so eingeladen und nehmen nun unter Decknamen an der Wanderung teil, die alles andere ist als ein „Buen Camino“. Es wird ein Pilgerweg der Angst.

Samstag, 27. Februar 2021

Phillips, Julia: Das Verschwinden der Erde

An einem Sommertag an der Küste Kamtschatkas verschwinden die russischen Schwestern Sofija und Aljona. Das Verbrechen erinnert an einen Vorfall nur Monate zuvor in der indigenen Bevölkerung. Wie eine düstere Wolke hängt der ungelöste Fall fortan über Kamtschatka und beeinflusst das Leben ganz unterschiedlicher Frauen in einer gespaltenen, männerdominierten Gesellschaft. Während das Netz zwischen den Einzelschicksalen dichter wird, hält die Suche nach den Mädchen die ganze Stadt in Aufruhr.

Brillant konstruiert und einfühlsam erzählt, entführt uns der Roman in eine extreme und faszinierende Welt am Rande der Welt: in die graue Stadt Petropawlowsk, die spektakulären Weiten der Tundra und die Schatten schneebedeckter Vulkane.






  • Herausgeber : dtv Verlagsgesellschaft (22. Januar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • Übersetzung: Roberto de Hollanda & Pociao
  • Gebundene Ausgabe : 376 Seiten
  • ISBN-10 : 3423282584
  • ISBN-13 : 978-3423282581
  • Originaltitel : Disappearing Earth




Gelesen habe ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, was sich diesmal sehr lebendig gestaltete. Von Begeisterung bis Ernüchterung gingen die Wellen des Erlebens bei der Lektüre, und lehrreich waren sowohl der Roman als auch die Leserunde, weil da so einiges an Wissen zusammengetragen wurde. Auch wenn es für mich einige langatmige Passagen gab, die das Lesetempo zeitweise doch erheblich drosselten, hat sich die Lektüre unbedingt gelohnt. Weshalb? Lest selbst:

Freitag, 26. Februar 2021

Binet, Laurent: Eroberung

Was ist das: DIE GESCHICHTE? Es gibt da eine Gruppe auf einer bekannten Social-Media-Plattform, die nennt sich Geschichte & Archäologie. Zu der gehören schon über 50.000 (!) Mitglieder. Das ist enorm, denke ich. Was da alles an geschichtlichen Ereignissen hervorgekramt wird, ist beachtlich. Gelegentlich gibt es Streit, zum Beispiel dann, wenn mal wieder jemand der Meinung ist, weit zurückliegende Ereignisse rein „faktisch“ und nicht durch die heutige opto-politische Brille zu sehen. Als ob das gehen würde. Geschichte ist immer Rückblick, Geschichte wurde durch die geschrieben, die meist was gewonnen hatten oder sonst „übrig“ geblieben sind. Nach einer Pandemie zum Beispiel, oder einem Krieg... 

Man kann Geschichte aber auch so sehen wie der Franzose Laurent Binet. Der hat Geschichte in Prag studiert, was nicht heißt, dass die folgende „Definition“ irgendeine Art von Prager Geschichtsauffassung darstellen würde. Gleichwohl, man muss sich solche Worte schon mal in Ruhe vornehmen:

„Die Geschichte lehrt uns, dass wenige Ereignisse es der Mühe wert erachten, sich rechtzeitig anzukündigen, dar manche, die sich jeglicher Vorhersage entziehen, und dass letztlich die allermeisten sich damit begnügen, einfach einzutreten.“ 

Vorsicht: Spoiler! 

Donnerstag, 25. Februar 2021

Ostertag, Heiger: Walkürenritt

Alternativweltgeschichten stammen eigentlich aus dem Genre der Sience-Fiction. Daher wurde ich bei Star Trek Beyond stutzig, als Kirk statt Spok in den Reakterraum kriecht. Das war im Jahr 2016, und aus diesem Jahr stammt die erste Rezension zu diesem Buch. In der Geschichtswissenschaft werden derartige Gedankenspiele, die allerdings Bezug auf die historischen Quellen nehmen, als kontrafaktische Geschichte bezeichnet.

Die Geschichten dieser Werke spielen in einer Welt, in der der Lauf der Weltgeschichte irgendwann (am so genannten Divergenzpunkt) von dem uns bekannten abgewichen ist. Während Science-Fiction mit dem Potentialis operiert, operiert die kontrafaktische Geschichte mit dem Irrealis, stellt also die Frage: „Was hätte sein können, wenn …?“ Das Genre wurde insbesondere in der englischsprachigen Literatur der Nachkriegszeit entwickelt. *

Mittwoch, 24. Februar 2021

Henkel, Oliver: Kaisertag



Im Oktober 2014 schrieben wir eine Rezension zu einem Buch, welches für den Deutschen Phantastik Preis nominiert war.  Es ging um Zeitreisen im Zusammenhang mit der deutschen Geschichte im sogenannten Dritten Reich. 

Mich hat das Thema wieder eingeholt. Zum einen mit dem eBook WALKÜRENRITT von Heiger Osttag und zum anderen mit KAISERTAG von Oliver Henkel.  Um das letztgenannte Buch aus dem Jahr 2014, welches den Deutschen Science-Fiction-Preis gewonnen hat geht es hier, WALKÜRENRITT sei schon mal angekündigt.

Wir bleiben damit schön in der zeitlichen Reihenfolge, denn KAISERTAG spielt zwar 1988, die Rückblenden reichen bis zum 1. Weltkrieg zurück. Was wäre gewesen, wenn der habsburgische Thronfolger, Erzherzog Ferdinand. gar nicht Opfer des bekannten, scheinbar den ersten Weltkrieg auslösenden Attentats geworden wäre?

Also ich gehe mal davon aus, dass es dann ein Paralleluniversum ohne diesen mörderischen Krieg gegeben hätte. Nein, nein, ich glaube eigentlich nicht an solche Fantastereien. (Übrigens, es geht nicht um Zeitreisen.) Ob Oliver Henkel daran glaubt weiß ich nicht, aber eins ist sicher, wir haben es mit einer etwas anderen Art von Science-Fiction zu tun.

Sonntag, 14. Februar 2021

Blatter, Ulrike: Der Hütejunge

Ein kleines Eifeldorf. Der Mittelpunkt der Welt. Hier wird ein Junge geboren, der keinen Namen hat. Das macht aber nichts: Er muss nur schnell erwachsen werden, bevor der Krieg vorbei ist. Denn Helden brauchen keine Namen.
 
Kriegserfahrungen haben auch die Nachkommen der nächsten und übernächsten Generation zutiefst geprägt. Gerade, wenn nie darüber gesprochen wurde. Wer aber eine Sprache gefunden hat, wird nicht ausgrenzen und hassen, sondern mithelfen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

Ulrike Blatter gibt mit diesem Roman allen Kindern, die durch Kriege ihrer Kindheit beraubt worden sind, eine Stimme. Mit ihrer behutsamen Sprache schafft sie eine Nähe, die den Leser nicht wieder loslässt.

 

 

 

  • Herausgeber : CMZ; Erstauflage (1. September 2018)
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 400 Seiten
  • ISBN-10 : 3870622954
  • ISBN-13 : 978-3870622954

 

 

Ehrlich gesagt war es das Geburtsjahr des Jungen in diesem Roman, das mich hier näher hinschauen ließ. Dann interessierten mich die Zusammenhänge, die die Autorin hier aufzeigte: die Auswirkungen des Krieges auch auf nachfolgende Generationen. Und schließlich nahm ich an der Buchverlosung bei Lovelybooks teil und erhielt als eine von 20 Leser_innen erfreulicherweise den Zuschlag. Sehr positiv empfand ich dabei auch den Verweis auf die zuvor stattgefundene Leserunde zu dem Roman, wo die Autorin schon etliche zusätzliche Informationen gegeben und auf Fragen geantwortet hatte. Dies waren interessante Ergänzungen zum Buch. Zu meinem Gesamteindruck und meinen Gedanken zum Buch geht es hier nun weiter:

Samstag, 13. Februar 2021

Bergel, Hans: Wenn die Adler kommen

Etwas finster und ernst schaut Hans Bergel uns von seiner Webseite an. Viel erlebt hat der fünfundneunzigjährige Siebenbürgener Sachse, der 1925 in   Rosenau / Râșnov geboren wurde, das liegt in der Nähe von Kronstadt / Brașov, gegründet vom deutschen Ritterorden. Beide finden wir im Burzenland – rumänisch Țara Bârsei, ungarisch Barcaság. Einst blieben Siebenbürgener Sachsen und Neusiedler aus Deutschland auf sogenanntem Königsboden, nur dem ungarischen König untertan. Eine besondere Rechtsstellung hatte dieses Gebiet bis 1867, im Jahr 1920 fiel es nach dem großen Krieg an Rumänien. [1]

Doch nein, hier geht es nicht um die Historie von Siebenbürgen, es geht um einen Roman, den Hans Bergel mit autobiografischen Bezügen schrieb: Europa zwischen den Kriegen – die Gewitterwolken des sogenannten Dritten Reiches sind für die Siebenbürgener Sachsen schon zu sehen am Horizont. [2]


Am Stand der Edition Noack & Block, es war tatsächlich eine kleine feine Buchmesse – Dresden (er)lesen – im Jahr 2020, fiel mir des Buch mit dem Adler auf, ein interessantes Gespräch mit Frau Matthes zum Thema ließ mich neugierig werden und so tauche ich ein in eine mir völlig unbekannte Welt. In die Welt des Peter Hennerth in Mitten einer wilden Karpatenlandschaft inmitten von Deutschen, Rumänen, Ungarn, Szeklern und Zigeunern. [3]

Freitag, 12. Februar 2021

Häusser, Alexander: Noch alle Zeit

Nach dem Tod seiner Mutter entdeckt Edvard ein Sparbuch auf seinen Namen. Ein kleines Vermögen hat sich angesammelt. Warum hat seine Mutter ihm das Sparbuch verschwiegen? Steckt vielleicht sein vor 50 Jahren verschwundener Vater dahinter? Jetzt will Edvard die Wahrheit wissen und eine erste Spur führt ihn zu einer Bank in Oslo. Auf der Überfahrt lernt er die junge Berliner Journalistin Alva kennen. Auch sie ist auf der Suche – nach sich selbst.

Eine Reise durch Fjorde, Gebirge, einsame Hochebenen und magische Orte beginnt, die beide für immer verändert.
 









  • Herausgeber : Pendragon (14. August 2019)
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 280 Seiten
  • ISBN-10 : 3865326552
  • ISBN-13 : 978-3865326553



Gelesen habe ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin - mit Autorenbeteiligung. Das kann sehr bereichernd sein, zuweilen aber auch anstrengend, wenn dem Leser beispielsweise der Roman nicht zusagt und alle unangenehm berührt umeinander herumeiern. So viel sei schon einmal verraten: hier wurde es nicht unangenehm. Der Autor ging freundlich auf Fragen und Anmerkungen ein, und tatsächlich gefiel mir der Roman mit jeder Zeile besser. Mit der Melancholie als Grundtenor muss man klarkommen, aber die Richtung, in die sich die Erzählung entwickelte, empfand ich als tröstlich. 

Mittwoch, 10. Februar 2021

Bergel, Hans: Von Palmen, Wüsten und Basaren

Reisenotizen aus Israel und diese beinhalten natürlich noch viel mehr, als nur Palmwedel, Sand und Felsen, Ramsch und Menschengedränge.

Hans Bergels (*1925 in Rosenau - Siebenbürgen / Burzenland / Rumänien) Roman Wenn die Adler kommen fiel mir auf einer der wenigen Buchmessen des Jahres 2021 in die Hände, am Stand der Edition Noack & Block. Auf der Suche nach weiteren Büchern dies fünfundneunzigjährigen Autoren stieß ich im selben Verlag auf seine Reisenotizen aus Israel. Ein Thema, was mich seit einigen Jahren immer wieder interessiert.

Die Liste der Veröffentlichungen des Autors ist lang wie sein Leben, reich an Begegnungen und an nicht nur literarischen Themen, dies zeigt auch der schmale Band einer Reise im Jahr 2006. Nach wenigen Seiten ahnt der (noch) unkundige Leser, dass er es hier mit einer Breitseite von Informationen zu tun bekommt, die nachzuvollziehen breite „Recherche“ erfordert.

Und doch, da ist Bekanntes, wenn Bergel gleich einen Abstecher ins Jerusalemer Museum wünscht, um einen Blick auf die Schriftrollen aus Qumran zu werfen, er ist beeindruckt von der „Präzision der Kalligraphie“ der Essener. Deren Zusammenleben bezeichnet Bergel als eine Art „vorkommunistisches Gemeinschaftsmodell“, welches allerdings nicht „auf die Massenerweiterung ihrer Lebensformel“ drängte, welche vor der Geschichte immer zum Scheitern verurteilt wäre. So wird man gleich zu Beginn verblüfft, Essener und Kommunismus, Gedanken eines Autors, der im rumänischen Siebenbürgen in der Nachkriegszeit vermehrt verhaftet, verhört und eingekerkert wurde.

Montag, 8. Februar 2021

Richter, Jutta: Hinter dem Bahnhof liegt das Meer (Hörbuch)

Neuner will ans Meer, dorthin, wo es warm ist und die Zitronen wachsen. Ohne Geld kommst du nicht weit, erklärt Kosmos, der Stadtstreicher, dem er sich angeschlossen hat. Gemeinsam versuchen sie, das nötige Reisegeld aufzutreiben. Doch das Einzige, was Neuner verkaufen könnte, wäre sein Schutzengel. Aber den gibt man ja wohl nicht her. Oder doch?

 

 

 

 

 

  • Verlag : Igel Records, 27. Januar 2013
  • Sprache : Deutsch
  • Sprecher : Jutta Richter
  • Ungekürzte Ausgabe : 2 Stunden und 11 Minuten
  • ASIN : B00B6ZE2LG

 

 

Es war wieder einmal eine Challenge, die mich dazu verleitete, zu diesem Hörbuch zu greifen. Wie schon so manches Mal erwies sich der Zufall als ein glücklicher - obschon ich hinter dem Titel und dem Cover kein Kinderbuch erwartet hätte, hat mich das Hörerlebnis positiv überrascht. Häusliche Gewalt und Obdachlosigkeit als Themen für ein Kinderbuch - nun, das ist zumindest ungewöhnlich. Während der Hörens überlegte ich, ob diese Themen sich wirklich für Kinder eignen. Doch andererseits - gerade was die häusliche Gewalt anbelangt: für wie viele Kinder ist dies bittere Realität? Jutta Richter klagt hier nicht an, verurteilt niemanden, ist ganz bei ihrem kleinen Helden Neuner. Und dabei  habe ich ihn gerne begleitet...

Freitag, 5. Februar 2021

Erdmann, Nadine: Die Totenbändiger, Staffel 1 (Band 1-8)

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der Geister zum Alltag gehören. Jeder sieht sie und jeder weiß, wie gefährlich sie uns Menschen werden können. In dieser Welt gibt es Verlorene Orte, die man den Geistern überlassen musste, und Unheilige Zeiten, in denen die Toten besonders gefährlich sind. Camren Hunt ist ein Junge ohne Vergangenheit. Im vergangenen Unheiligen Jahr fand man ihn im Keller eines verlassenen Herrenhauses - umgeben von Leichen mit durchschnittenen Kehlen. Niemand weiß, was dort passiert ist, nicht einmal Camren selbst. Jetzt, dreizehn Jahre später, schlagen sich die Menschen durch ein weiteres Unheiliges Jahr, in dem Geister und Wiedergänger noch gefährlicher sind als sonst - und plötzlich tauchen erneut Leichen mit durchgeschnittenen Kehlen auf...
 
 
 
 
 
 
  • ASIN : B08MZYZF99
  • Herausgeber : Greenlight Press; 1. Edition (9. November 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe : 1370 Seiten
 
 
 
Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich dieses in Staffeln à 8 Bände aufgeteilte eSerial wohl am besten im Blog vorstellen könnte. Mittlerweile habe ich alle bislang 12 erschienenen Folgen gelesen, und jedesmal konnte ich es kaum abwarten, bis die nächste Folge erschien. Und hier im Blog habe ich bis heute noch nichts davon erzählt. Ich bin ehrlich gesagt nicht so der typische eSerial-Leser. Und Fantasy? Nun ja, gelegentlich greife ich durchaus noch zu Büchern dieses Genres, genau wie zu Jugendbüchern, aber im Allgemeinen lese ich mittlerweile doch eher andere Sparten. Weshalb also bleibe ich diesem eSerial treu? 
 
Nun: zum einen wegen der Autorin. Von ihrem ersten Buch an konnte sie mich mit ihrer Art des Schreibens begeistern: ein lebendiger Schreibstil, ein gekonnter Wechsel zwischen actionlastigen und spannenden Szenen sowie emotionalen und Wohlfühlmomenten, und glaubhafte Charaktere, die, sofern sie zu den 'Guten' gehören, auch einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn haben und einen zeitweise wünschen lassen dazuzugehören. Das prägt bislang alle Reihen bzw. Einzelbände von Nadine Erdmann und ist der Hauptgrund dafür, weshalb ich JA zum nächsten Buch über wen oder was auch immer sage, noch bevor ich wirklich weiß, worum es dabei geht. Vermutlich könnte sie mir auch ein Telefonbuch unterjubeln, und ich fände es noch spannend... Zum anderen aber auch an den geschickt platzierten Cliffhangern am Ende jeder Folge des eSerials, die mich oft genug fluchen lassen, weil es bis zur jeweils nächsten Folge stets noch einige Wochen dauert...

Dienstag, 2. Februar 2021

Deaver, Jeffery: Der Todesspieler

Colter Shaw ist hart, er ist kompromisslos und die letzte Rettung für die Menschen, denen die Polizei nicht helfen kann oder will… Er ist ein hervorragender Spurenleser und verdient seinen Lebensunterhalt damit, für Privatpersonen vermisste Personen aufzuspüren. Als er von einer verschwundenen Collegestudentin hört, bietet er dem verzweifelten Vater seine Hilfe an. Shaws Ermittlungen führen ihn in das dunkle Herz von Silicon Valley und die knallharte, milliardendollarschwere Videospielindustrie. Es gelingt ihm, die junge Frau zu finden und nach Hause zu bringen. Doch dann gibt es eine zweite Entführung und alles deutet darauf hin, dass es sich um denselben Täter handelt. Nur dieses Mal kann Shaw das Opfer nicht lebend retten. Alle Hinweise führen zu einem Videospiel, in dem der Spieler mithilfe von fünf verschiedenen Gegenständen versuchen muss zu überleben. Shaw ist überzeugt, dass der Täter versucht, das Spiel zum Leben zu erwecken. Er muss ihn stoppen, denn der Todesspieler hat gerade erst angefangen…
 

 

  • Herausgeber : Blanvalet Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (19. Oktober 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • Übersetzung: Thomas Haufschild 
  • Gebundene Ausgabe : 512 Seiten
  • ISBN-10 : 3764507497
  • ISBN-13 : 978-3764507497
  • Originaltitel : The Never Game
  • Reihe: Colter Shaw (Band 1) 

 

 

Jeffery Deaver ist kein unbekannter Autor. Auch hier im Blog kam er bereits zu seinem Recht: die drei ersten Bände seiner Thriller-Reihe um den ehemaligen Detective Lincoln Rhyme konnten mich begeistern (Der Knochenjäger [1], Letzter Tanz [2], Der Insektensammler [3]). Irgendwie habe ich dann die Reihe aber aus den Augen verloren, warum auch immer?! Es kam wohl einfach zu viel dazwischen. Nun gab es aber bei Whatchareadin im Rahmen einer Leserunde die Gelegenheit, die neue Reihe von Jeffery Deaver kennenzulernen. Natürlich wurde ich da neugierig... Ob es sich wohl gelohnt hat, diesen fesselnden, dramatisch inszenierten Thriller rund um Silicon Valley und die mächtige Videospiel-Industrie zu lesen? Fast schon eine rhetorische Frage...

Montag, 1. Februar 2021

Müller, Titus: Tanz mit mir, Aurelia

London, 1647: Es ist die Blütezeit des strengen Puritanismus. Dessen Anführer Oliver Cromwell lässt sogar das Weihnachtsfest verbieten, mit der Begründung, es sei mit heidnischen Bräuchen vermischt und daher unbiblisch. Auch der junge John ist ein Puritaner. Sein Vater starb an Trunksucht, und von seinen Zieheltern hat er gelernt, dass ein gottgefälliges Leben aus Entsagung und Disziplin besteht. Er ist fest entschlossen, alles zu tun, um nicht das Schicksal seines Vaters zu teilen. Doch dann begegnet er der wunderschönen, lebenslustigen Aurelia Fox, und seine Welt gerät ins Wanken. Könnte Aurelia recht haben, und Gott ist auch in Schönheit, Freude und Musik zu finden? Und Aurelia versteht durch John, dass die fromme Ehrfurcht der Puritaner eine wichtige Facette Gottes lebendig werden lässt. So beginnen die beiden, das Beste aus beiden Welten zu vereinen. Doch ihrer jungen Liebe droht Gefahr: Aurelias Familie bereitet heimlich einen Weihnachtsgottesdienst vor, obwohl darauf laut Gesetz schwere Gefängnisstrafen drohen. Und dann bekommt Johns strenger Ziehvater Wind davon ...
 
 
  • Herausgeber : Gerth Medien GmbH (14. August 2019)
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 176 Seiten
  • ISBN-10 : 3863342399
  • ISBN-13 : 978-3863342395
 
 
 
 
Wer den Blog verfolgt, der wird wissen, dass ich hier bereits andere Bücher von Titus Müller vorgestellt habe. Im Januar 2019 ebenso wie im Januar 2020. Im Grunde bin ich also schon spät dran mit meiner diesjährigen Buchvorstellung... Dabei sind die Inhalte der Bücher sehr unterschiedlich: "Das kleine Buch vom Alltagsglück" ist im Grunde ein typisches Geschenkebuch, ein kleines Mitbringsel mit lesenswerten Gedanken. Und "Der Schneekristallforscher" widmet sich dem Leben von Wilson Bentley, einem Mann, der seinerzeit Schneeflocken sammelte und sie erstmals fotografierte. Das Buch von Titus Müller, das ich in diesem Jahr gelesen habe, ist eine romantische Erzählung, die die Irrwege religiöser Eiferer deutlich aufzeigt. Wie sie mir gefallen hat? Lest selbst: