Posts mit dem Label Roadtrip werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Roadtrip werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 15. November 2024

Speck, Daniel: Yoga Town

 

2019. Eine Berliner Yogalehrerin, die noch nie in Indien war. Ihr liebevoller Vater, der in der Vergangenheit hängt. Und ihre Mutter, die spurlos verschwindet. Lucy und ihr Vater Lou gehen auf die Suche, zurück an den Ort, wo alles begann. --- 1968. Zwei Brüder und zwei Frauen fahren auf dem Hippie-Trail nach Indien. In Rishikesh am Fuß des Himalayas treffen sie ihre Idole, die Beatles. Und den Pop-Guru Maharishi. Sie haben die beste Zeit ihres Lebens. Aber nur zwei von ihnen kehren zurück. Lou hat etwas Unverzeihliches getan. Und Corinna ist schwanger. Als ihre Tochter geboren wird, schwören sie, ihr Geheimnis niemandem zu verraten. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Fischer / 2023 / ISBN ISBN: 978-3-949465-04-8 / 480 Seiten

 






Was mich bei diesem Roman vor allem reizte, war die Reise in die Vergangenheit - und mit ihr die Begegnung mit den Beatles. Kaum ein Song, den ich nicht kenne, und die meisten davon mag ich sehr. Auch wenn ich sie nie live gesehen habe, kann ich wohl sagen: ich bin ein Fan der Beatles. Natürlich geht es hier nicht in erster Linie um die britische Beat-, Rock- und Pop-Band, und ich war daher gespannt, ob mir die eigentliche Geschichte, die hier erzählt wird, auch gefallen würde. Lest selbst:


Samstag, 4. November 2023

Fischer, Elena: Paradise Garden

Die 14-jährige Billie verbringt die meiste Zeit in ihrer Hochhaussiedlung. Am Monatsende reicht das Geld nur für Nudeln mit Ketchup, doch ihre Mutter Marika bringt mit Fantasie und einem großen Herzen Billies Welt zum Leuchten. Dann reist unerwünscht die Großmutter aus Ungarn an, und Billie verliert viel mehr als nur den bunten Alltag mit ihrer Mutter. Als sie Marika keine Fragen mehr stellen kann, fährt Billie im alten Nissan allein los – sie muss den ihr unbekannten Vater finden und herausbekommen, warum sie so oft vom Meer träumt, obwohl sie noch nie da war. (Verlagsbeschreibung)
 
 
DNB / Diogenes Verlag/ 2023 / ISBN 978-3-257-07250-1 / 352 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wieder ein Roman von der Longlist des diesjährigen Buchpreises - und erneut ein Rezensionsexemplar, das mich über NetGalley erreichte, wofür ich mich auch diesmal herzlich bedanken möchte! Dieser Roman ist ein Debüt und inosfern schon beachtenswert, eben aufgrund o.g. Nominierung. Dass er letztlich nicht auf der Shortlist landete, liegt sicher zum einen an der guten Lesbarkeit (mein Eindruck!) - aber womöglich auch an anderen Details. Jedenfalls könnt Ihr hier nachlesen, wie mir die Lektüre gefiel:
 
 

Freitag, 28. Oktober 2022

Towles, Amor: Lincoln Highway

Im Juni 1954 wird der achtzehnjährige Emmett aus dem Gefängnis entlassen. Zuhause in Nebraska wartet sein kleiner Bruder Billy auf ihn. Nach dem Tod des Vaters möchten sie einen Neuanfang in Kalifornien wagen, wo sie ihre verschwundene Mutter vermuten. Alles ist bereit für die Fahrt mit dem 48 Studebaker, doch plötzlich tauchen zwei Freunde aus dem Gefängnis auf. Sie haben allerdings ein anderes Ziel, New York City. So beginnt eine Reise mit den witzigsten und unglaublichsten Begegnungen – Clowns, Landstreicher, arbeitslose Schauspieler, Bettler und besonders gefährliche Pastoren. ‚Lincoln Highway‘ erzählt die ergreifende Odyssee von vier vaterlosen Jungen entlang der ersten Autobahn Amerikas. (Klappentext)









Diesen Roman durfte ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Von Armor Towles hatte ich bisher noch nichts gelesen, doch nach diesem Roadtrip bin ich nun v.a. auch auf seinen Roman „Ein Gentleman in Moskau“ sehr neugierig. Ich hoffe, bald berichten zu können. Doch jetzt soll es endlich um Lincoln Highway gehen, eine ruhige Erzählung mit wechselnden Perspektiven, die bei mir Staunen, Empören, Kopfschütteln und Lachen hervorgerufen hat. Mehr dazu könnt Ihr hier lesen:
 

Sonntag, 22. Mai 2022

Kaiser, Vea: Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie Prischinger (Hörbuch)

Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Fiat Panda von Wien bis auf den Balkan. Auf der Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander. Mirl, die älteste Schwester, musste nach dem Krieg früh Verantwortung übernehmen und wollte nur weg vom Land. Wetti interessierte sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Und Hedi zerbrach fast an einem Schicksalsschlag, kurz bevor sie Willi traf. Doch stets waren die drei Schwestern füreinander da. (Klappentext)
 
 
  • Herausgeber: Argon Verlag; 1. Edition (27. März 2019)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Sprecher  : Cornelius Obonya 
  • Ausgabe  :  Ungekürzte Ausgabe, 13 Stunden und 39 Minuten
  • ISBN-10 : 3839817188
  • ISBN-13 ‏ : ‎  978-3839817186
 
 
 
 
Immer wieder gibt es sie, die (Hör-)Bücher, die schreien: ich will unbedingt zu dir! Und die dann nach zufriedenstellendem Kauf doch immer wieder auf dem SuB herunterrutschen, bis sie womöglich ein wenig in Vergessenheit geraten. Mit diesem Hörbuch ging es mir defintiv so, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Doch im Rahmen einer Challenge passte der Titel einfach zu gut, so dass ich nun endlich zugriff. Wie mir der Roman letztlich gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen:
 

Sonntag, 24. April 2022

Kogler, Iris Antonia: Meerestiere

An einem heißen Sommertag treffen fünf Menschen aus unterschiedlichen Gründen in einem Hotel ein. Jakob ist mit einem Fisch ans Meer unterwegs, Sonja und Richard hatten eine Autopanne, Jen wartet vergeblich auf ihren Liebhaber, und Alfred wurde mit seinem Hund Judy von seiner Tochter vor dem Hotel ausgesetzt. Weil nur einer von ihnen ein Auto zur Verfügung hat, schließen sich diese Menschen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammen, und gemeinsam fahren sie an die See, verbunden durch den Umstand, dass jeder von ihnen noch eine Sache im Leben zu klären hat. (Klappentext)
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ epubli; 2. Edition (8. August 2019)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 239 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 374857956X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3748579564
 
 
 
 
Dass man abseits des großen Mainstreams und der bekannten Verlage auch auf Perlen stoßen kann, haben wir im Blog wohl schon mehrfach unter Beweis gestellt. Bei Lovelybooks durfte ich nun diesen Roman der mir bislang noch unbekannten Autorin im Rahmen einer kleinen Leserunde lesen, wofür ich mich auch an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte. Ob sich auch dieser Roman als Perle herausstellte? Lest selbst:

Samstag, 26. Februar 2022

Zipse, Katrin: Glücksdrachenzeit

Ihr älterer Bruder Kolja ist Nellies Ein und Alles. Gemeinsam trotzen sie der ganzen Welt – zumindest war das einmal so. Jetzt aber ist Kolja nach Frankreich abgehauen, und Nellie beschließt, dass sie was unternehmen muss. Sie macht sich auf, um ihren Bruder nach Hause zu holen. Unterwegs trifft sie die zauberhafte Miss Wedlock, die neben geheimnisvollen Plastiktüten auch noch eine traumatische Vergangenheit mit sich herumschleppt, und den ganz und gar hinreißenden Elias. In Miss Wedlocks pfefferminzgrünem Oldtimer düsen sie nach Avignon, wo sie nicht nur auf einen störrischen Kolja, sondern auch auf eine ganze Horde Drogendealer stoßen… (Klappentext)
 
 
  


 
 
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Magellan (21. Juli 2014)
  • Sprache ‏ : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : 272 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : 3734850045
  • ISBN-13 ‏ : 978-3734850042
  • Lesealter ‏ : 13 - 16 Jahre
 
 
 
 
Seit 2015 ziert dieses Buch mein Regal, zugelegt nach meiner begeisterten Lektüre von "Die Quersumme von Liebe". Leider dauert es manchmal etwas, bis Vorhaben in die Tat umgesetzt werden, doch endlich griff ich neugierig auch zu diesem Jugendbuch-Debüt von Katrin Zipse. Ob es mich genauso umgehauen hat wie o.g. Roman, könnt Ihr gerne hier nachlesen:

Mittwoch, 16. Februar 2022

von Rönne, Ronja: Ende in Sicht

Hella, 69, will sterben. In der Schweiz, in einem Krankenhaus. Also macht sie sich auf den Weg. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt etwas Schweres auf die Motorhaube ihres Wagens. Juli, 15, wollte sich von der Autobahnbrücke in den Tod stürzen. Jetzt ist sie nur leicht verletzt – und steigt zu Hella ins Auto. Zwei Frauen mit dem Wunsch zu sterben – doch wollen sie zusammen noch, was ihnen einzeln als letzte Möglichkeit erschien? Tieftraurig, elegant und lakonisch erzählt Ronja von Rönne von zwei Frauen, denen der Tod als letzter Ausweg erscheint: ein unvorhersehbares, dramatisches, unangemessen komisches Lesevergnügen.
(Klappentext)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 4. Edition (12. Januar 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 256 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423282916
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423282918
 
 
 
 
 
Eine Leserunde bei Lovelybooks lockte - da konnte ich angesichts des Klappentextes einfach nicht nein sagen. Die Leserunde war dann auch in der Tat sehr interessant, denn dieser Roman von Ronja von Rönne entpuppte sich als polarisierend. Dementsprechend unterschiedlich waren die Meinungen zum Buch, die Interpretationen des Gelesenen und die Wertungen. Wie der Roman bei mir ankam? Lest selbst:

Freitag, 12. Februar 2021

Häusser, Alexander: Noch alle Zeit

Nach dem Tod seiner Mutter entdeckt Edvard ein Sparbuch auf seinen Namen. Ein kleines Vermögen hat sich angesammelt. Warum hat seine Mutter ihm das Sparbuch verschwiegen? Steckt vielleicht sein vor 50 Jahren verschwundener Vater dahinter? Jetzt will Edvard die Wahrheit wissen und eine erste Spur führt ihn zu einer Bank in Oslo. Auf der Überfahrt lernt er die junge Berliner Journalistin Alva kennen. Auch sie ist auf der Suche – nach sich selbst.

Eine Reise durch Fjorde, Gebirge, einsame Hochebenen und magische Orte beginnt, die beide für immer verändert.
 









  • Herausgeber : Pendragon (14. August 2019)
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 280 Seiten
  • ISBN-10 : 3865326552
  • ISBN-13 : 978-3865326553



Gelesen habe ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin - mit Autorenbeteiligung. Das kann sehr bereichernd sein, zuweilen aber auch anstrengend, wenn dem Leser beispielsweise der Roman nicht zusagt und alle unangenehm berührt umeinander herumeiern. So viel sei schon einmal verraten: hier wurde es nicht unangenehm. Der Autor ging freundlich auf Fragen und Anmerkungen ein, und tatsächlich gefiel mir der Roman mit jeder Zeile besser. Mit der Melancholie als Grundtenor muss man klarkommen, aber die Richtung, in die sich die Erzählung entwickelte, empfand ich als tröstlich. 

Dienstag, 26. Januar 2021

Jamal, Salih: Das perfekte Grau

Das ist die Geschichte von Novelle, Rofu, Mimi und von mir. Rofu hat nur ein Ohr und ist über das Meer gekommen. Aus Afrika. Mimi ist Engländerin. Sie hat ihren Mann umgebracht, nun versteckt sie sich unter Perücken und hinter dunklen Brillen. Novelle ist noch sehr jung. Sie liebt Mangas und die Sauferei. Manchmal fährt sie einfach aus der Haut oder sie hört Stimmen. Den komischen Namen hat sie von ihrer Mutter. Als unsere Geschichte damals losging, wusste ich das alles noch nicht. Ich, ich heiße Ante, aber alle nennen mich Dante. Wegen des Infernos. Ich bin, genau wie die anderen, auch auf der Flucht. Ich glaube, vor mir selbst.
 
Alles fing damit an, dass zwei Polizisten wegen Mimi in dem Hotel, in dem wir gearbeitet hatten, auftauchten. Ich könnte jetzt noch erzählen, wie Novelle verschwunden und wieder aufgetaucht ist, was wir in Berlin getrieben haben oder wie wir Erleuchtung beim Pilgern nach Altötting erlangten. Aber darum geht es in der Geschichte ja eigentlich gar nicht. Es geht nämlich darum, dass wenn wir schon vor irgendwem oder irgendetwas fliehen, wir uns besser nicht vor unseren Dämonen wegducken sollten. Weil man sonst immer ein Geflüchteter bleiben wird und niemals wo ankommt. Und es geht auch um Heimat, die wie eine Haut ist.
 
  • Herausgeber : Septime Verlag (18. Januar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 240 Seiten
  • ISBN-10 : 3991200015
  • ISBN-13 : 978-3991200017 
 
 
 
 
Salih Jamal? Da war doch etwas? Oh ja. Im November 2017 stellte ich hier im Blog sein Debüt vor: 'Briefe an die grüne Fee'. Leider war ich damals nicht wirklich überzeugt von dem Roman, ich hatte einiges auszusetzen, vor allem am Hauptcharakter. Daher habe ich lange gezögert, mich für die Leserunde zu seinem aktuellen Roman zu bewerben, doch eine Weihnachtskarte des Autors, die mich in der Adventszeit 2020 erreichte, hatte mich schon sehr neugierig gemacht, und schließlich konnte ich nicht widerstehen. Zum Glück. Denn hier, so viel sei schon einmal vorweg verraten, erwartete mich gleich ein Jahreshighlight. Warum? Dazu könnt ihr hier mehr erfahren:

Samstag, 3. August 2019

Klein, Christina: Roadtrip mit Emma

Roadtrips sind in - jedenfalls wenn man sich den Büchermarkt anschaut. Mir begegnen die Schilderungen über diese besondere Art des Reisens zumindest immer häufiger. Auch wenn ich Reiseberichte eher seltener lese: hier wurde ich neugierig.

Ehrlich gesagt, war es das quietschorange Auto auf dem Cover, das mich auf das Buch aufmerksam werden ließ. Als ich dann bemerkte, dass dieses Auto auch noch Emma hieß, war mir klar, dass hier eine besondere Erzählung wartete. Ob sie mir gefiel? Lest selbst:





Samstag, 11. August 2018

Mohr, Francis: Flashback Ost

Road Fiction: Used for works in which a journey, as a life-changing experience, is a central part of the Action. [1]

Okay, dann stimmts. Die Reise führt den Polen Stani, den Galizier Igor und den Deutschen Hannes von Leipzig über Dresden nach Opole und nach Lwiw. 

Also, der Hannes pendelt in den achtziger Jahren zwischen Leipzig, da ist er geboren, und Dresden hin und her. Mitte der Neunziger agiert er mit den beiden anderen von Opole aus. Stani „arbeitet“ mehr in Polen, kommt aber mit Igor auch mal bis nach Lwiw. Das ist Igors Heimatstadt und dessen Eltern leben dort. Igor war mal in Deutschland, als Soldat der Roten Armee und spezifische Erlebnisse als solcher, werden Einfluss auf das Ende der Roadfiction haben. An den Anführungszeichen sieht man, dass die „Arbeit“, nun sagen wir mal, zwar gegenständlich aber weniger ehrlich ist. Kurz gesagt, der Hannes nimmt Leuten in Deutschland die Westautos weg, in Opole werden sie umgefriemelt und Igor fährt die Kisten dann in die Ukraine. Mehr muss man zum Modus Operandi nicht erwähnen, nur dass sich das Mitleid bezüglich der ehemaligen Besitzer ob deren Verhalten und Benehmen in Grenzen hält. Kurz, die haben das verdient. [2]

google.map



Donnerstag, 19. April 2018

Fitzgerald, F. Scott: Die Straße der Pfirsiche

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bislang noch kein Buch von F. Scott Fitzgerald gelesen habe - weder den berühmten Roman 'Der große Gatsby' noch 'Die Schönen und Verdammten' oder beispielsweise 'Diesseits vom Paradies'. Schon lange wollte ich den Autor kennenlernen und war überrascht, als ich auf dieses Hörbuch stieß. 

Das ist ein Jungwerk des Autors, der damals gerade 23 Jahre alt war, jedoch schon zu schreiben begonnen hatte. Ein verrückter Einfall steckt hinter dieser Road Novel - und dafür bin ich ja immer zu haben. Ob es mir gefallen hat? Lest selbst:

Donnerstag, 3. November 2016

Freytag, Anne: Mein bester letzter Sommer


Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …

(Klappentext Verlagsgruppe Randomhouse)

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (8. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270126
  • ISBN-13: 978-3453270121
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren















ZEIT IST DAS KOSTBARSTE, WAS WIR HABEN...




Tessa ist eine hübsche, begabte Siebzehnjährige, der alles im Leben immer zuflog. Eine Einserschülerin in der Schule, eine talentierte Klavierschülerin, ein Stipendium in Oxford. Das Leben wäre perfekt - wenn Tessa nicht sterben müsste. Vor einigen Wochen hat sie erfahren, dass es keine Aussicht auf Heilung mehr gibt, und seither verkriecht sich Tessa in ihr Zimmer, wenn sie nicht gerade wieder zu einer Untersuchung muss.


"Ich habe immer gewartet - wie es sich jezt herausstellt zu lange. Auf die Liebe, auf das Leben (...) Ich wollte den perfekten Augenblick, und vielleicht ist es an der Zeit einzusehen, dass ich ihn verpasst habe (...) Mein gesamtes Leben bestand aus dem ersten Gang, weil ich irgendwie dachte, dass ich für den zweiten noch genug Zeit habe."


Auf dem Weg zum Arzt begegnen Tessas Blicke in der Bahn eines Tages denen eines Jungen in ihrem Alter. Das Mächen fühlt sich unglaublich hingezogen zu dem Fremden, doch es ist voll in der Bahn, und ihnen bleiben nur ihre Blicke und ihr Lächeln, die sie nicht mehr voneinander lösen können  - bis Tessa aussteigen muss. Wieder etwas, das der Siebzehnjährigen nicht vergönnt zu sein scheint. Aber dann steht eben dieser Junge einige Tage darauf plötzlich vor ihr, unerwartet, für beide ein Schock - und doch ist da gleich wieder die Faszination füreinander, das Hingezogensein zueinander, das Versinken in den Augen des anderen.


"Das Leben wird nicht definiert von den Momenten, in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben."



Oskar heißt der Junge aus der Bahn, der Tessa immer wieder aufs Neue den Atem raubt - und sie ihm. Doch darf eine Liebe unter diesen Vorzeichen sein? Eine Liebe, die keine Zukunft hat? Oskar kämpft um diese Liebe, und auch als er erfährt, dass ihm und Tessa nur noch einige Wochen bleiben, bleibt er bei ihr. Er kann ihr nicht mehr Zeit schenken, aber Momente, die alles bedeuten können. Oskar geht mit Tessa auf eine Reise - ihre letzte in ihrem letzten Sommer. Ihre Eltern lassen sie schließlich gehen, denn es ist ihr Leben, und davon bleibt nicht mehr viel. Italien heißt das Ziel der Reise, und Oskar und Tessa leben dort ihren Traum.


"Noch vor ein paar Wochen habe ich nur an die Zeit gedacht, die ich nicht bekommen werde. An die vielen Jahre, die ich verdient hätte, und an all die Träume, die sich nie erfüllen werden. Ich habe immer noch zu wenig Zeit, aber ich bin froh, ihr noch eine Bedeutung geben zu können. Ich bin froh, dass es noch nicht zu spät ist. Was auch passiert, morgen beginnt ein neues Leben. Ein neuer Abschnitt. Und es wird mein letzter sein."


Eine Liebesgeschichte ohne Happy End? Geht das überhaupt? Ja, das geht, wie Anne Freytag hier beweist. All die Gefühle einer jungen Liebe sind da, vielleicht noch intensiver als bei anderen Paaren, die von einer Begrenztheit der Zeit nichts ahnen. Die Neugierde aufeinander, die Gefühlsexplosionen, die Unsicherheit, das Entdecken des anderen - all dies liegt da zwischen den beiden Buchdeckeln. Die Bedeutung des Augenblicks jedoch ist hier eine andere, eine intensivere als in anderen Liebesgeschichten.


"Wir alle haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur eines haben."



Erzählt wird größtenteils aus der Perspektive Tessas, im letzten Drittel jedoch immer wieder auch aus der von Oskar. Dieser Schachzug hat mir gut gefallen, denn natürlich ist Tessa diejenige, deren Lebenserwartung begrenzt ist - aber die Menschen, die sie lieben, sind ebenso von dem vernichtenden Urteil der Ärzte betroffen. Welch eine nahezu unmenschliche Aufgabe Oskar da übernommen hat, mit Tessa zu verreisen und ihre Liebe zu leben, bis der Tod dem ein Ende setzt, wird deutlich in den Abschnitten, die einen Einblick in Oskars Gefühlswelt gewähren. Sehr berührend, ebenso wie Tessas Erzählung.


"Wir schweben in einer Seifenblase, von der wir genau wissen, dass sie schon sehr bald platzen wird. Aber noch ist sie da. Noch umgibt sie uns wie eine schützende Haut. Im Hier und Jetzt bin ich glücklich. Unbschreiblich glücklich. Und ich kann nicht aufhören zu lächeln."


Tessa wirkte auf mich nicht auf Anhieb sympathisch, und auch wenn ich ihr Schicksal bedauerlich fand, gab es für mich persönlich in der ersten Hälfte des Buches doch ein Zuviel an Wut und Selbstmitleid, auch wenn mir klar ist, dass diese Empfindungen bei der Aussicht, nur noch einige Wochen zu leben, nachvollziehbar sind. Die Entwicklung, die Oskar und sie im Verlaufe ihres Roadtrips durchliefen, hat mir dagegen sehr gut gefallen - und wieder einmal aufgezeigt, dass auch oder vielleicht gerade bei einer zeitlich begrenzten Lebensdauer das JA zum Leben großartig ausfallen kann.


"Ich dachte, ich gehe als unbeschriebenes Blatt, aber das werde ich nicht. Oskar hat Spuren hinterlassen. Seine Gefühle in meinem Herzen, seine Stimme in meinem Kopf und seine Hände auf meiner Haut. Ich glaube, ich habe es verstanden. Liebe ist genug. Und ich wurde geliebt."



Die Lieder, die die beiden auf ihrer Reise durch Italien gehört haben, gibt es als Playlist am Ende des Buches noch einmal zusammengestellt - und manche davon habe ich mir auch angehört, was für mich eine schöne Ergänzung beim Lesen war, da die Songs die jeweiligen Stimmungslagen sehr gut widerspiegelten.

Eine süßtraurige Liebesgeschichte, ein ganz besonderer Roadtrip, ein Jugendbuch, das Lächeln und Tränen einen gleichwertigen Platz einräumt. Mich hat das Buch berührt.


© Parden










Anne Freytag im Interview zu ihrem Buch »Mein bester letzter Sommer«











Die Verlagsgruppe Randomhouse schreibt über die Autorin:

Anne FreytagAnne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch Mein bester letzter Sommer schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser und wurde von der Presse gefeiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können. In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken ...

 übernommen von der Verlagsgruppe Randomhouse