Dienstag, 26. Januar 2021

Jamal, Salih: Das perfekte Grau

Das ist die Geschichte von Novelle, Rofu, Mimi und von mir. Rofu hat nur ein Ohr und ist über das Meer gekommen. Aus Afrika. Mimi ist Engländerin. Sie hat ihren Mann umgebracht, nun versteckt sie sich unter Perücken und hinter dunklen Brillen. Novelle ist noch sehr jung. Sie liebt Mangas und die Sauferei. Manchmal fährt sie einfach aus der Haut oder sie hört Stimmen. Den komischen Namen hat sie von ihrer Mutter. Als unsere Geschichte damals losging, wusste ich das alles noch nicht. Ich, ich heiße Ante, aber alle nennen mich Dante. Wegen des Infernos. Ich bin, genau wie die anderen, auch auf der Flucht. Ich glaube, vor mir selbst.
 
Alles fing damit an, dass zwei Polizisten wegen Mimi in dem Hotel, in dem wir gearbeitet hatten, auftauchten. Ich könnte jetzt noch erzählen, wie Novelle verschwunden und wieder aufgetaucht ist, was wir in Berlin getrieben haben oder wie wir Erleuchtung beim Pilgern nach Altötting erlangten. Aber darum geht es in der Geschichte ja eigentlich gar nicht. Es geht nämlich darum, dass wenn wir schon vor irgendwem oder irgendetwas fliehen, wir uns besser nicht vor unseren Dämonen wegducken sollten. Weil man sonst immer ein Geflüchteter bleiben wird und niemals wo ankommt. Und es geht auch um Heimat, die wie eine Haut ist.
 
  • Herausgeber : Septime Verlag (18. Januar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 240 Seiten
  • ISBN-10 : 3991200015
  • ISBN-13 : 978-3991200017 
 
 
 
 
Salih Jamal? Da war doch etwas? Oh ja. Im November 2017 stellte ich hier im Blog sein Debüt vor: 'Briefe an die grüne Fee'. Leider war ich damals nicht wirklich überzeugt von dem Roman, ich hatte einiges auszusetzen, vor allem am Hauptcharakter. Daher habe ich lange gezögert, mich für die Leserunde zu seinem aktuellen Roman zu bewerben, doch eine Weihnachtskarte des Autors, die mich in der Adventszeit 2020 erreichte, hatte mich schon sehr neugierig gemacht, und schließlich konnte ich nicht widerstehen. Zum Glück. Denn hier, so viel sei schon einmal vorweg verraten, erwartete mich gleich ein Jahreshighlight. Warum? Dazu könnt ihr hier mehr erfahren:

Montag, 25. Januar 2021

Precht, Richard David: Künstliche Intelligenz und...

 ... der Sinn des Lebens.

Wie liest man, oder besser wie hört man ein populäres Sachbuch? Vor allem, wie hört man es, wenn man darüber was schreiben möchte? Lesen ist einfach, da kann man sich Notizen machen, Zettel reinkleben, Zitate abschreiben, massenweise verschiedenfarbige Lesezeichen verwenden... 

Man könnte auch hören UND lesen, aber dann braucht man ja beides und irgendwie kosten Bücher immer noch Geld.

Nun, wir haben hier schon einige Bücher über wissenschaftliche Themen besprochen. Anne schrieb mal über Stephen Hawkings Nussschalenuniversum, den kurzen Antworten auf große Fragen desselben Autors hatte ich mich zugewandt, und nicht vergessen will ich Harald Leschs Buch über das Handeln in der Welt.

Letzteres passt über Umwege zum Thema, denn die „Welt in der wir leben wollen“ – oder nicht – treibt auch einen Autor um, der seine Bücher und Meinungen auch mal auf größeren Bühnen vertritt. Gemeint ist David Precht und hier geht es um Künstliche Intelligenz und den Sinn des Lebens. Nicht mehr und nicht weniger.

Samstag, 23. Januar 2021

BlogPost Nr. 170 - Das Jahr 2020




Nein, meinen persönlichen Rückblick habe ich ja schon veröffentlicht. Dieser kurze Post weist auf die Themen des Jahres 2020 in der Chronik des Jahrhunderts hin. die ist immer mal wieder Thema gewesen in unserem Blog. Zum Beispiel im Januar 2015.  Als ich die von 2019 im Februar 2020 vorstellte, kommentierte Anne Parden:


"Die Chronik 2020 wird wohl vor allem von einem weltweiten Thema geprägt sein: 
Corvid 19 - Coronavirus. 
 Möge dies ein baldiges Ende finden!"


Nun, genauso ist es gekommen. Das sind die Themen des Jahres, ausgewählt aus noch vielen, sicherlich manch ebenso wichtigen Ereignis, weiteren Katastrophen wie Überschwemmungen, riesiger Waldbrände und vielem mehr...


Sonntag, 17. Januar 2021

Fühmann, Franz: Prometheus - Titanenschlacht

"Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft
An Eichen dich und Bergeshöhen!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehen
Und meine Hütte die du nicht gebaut..."


Schulstoff. Johann Wolfgang von Goethe. Eine Abrechnung mit den Göttern, der alten Götter und der Neuen... 

Einige Zeit zuvor nahm mich mein Vater einmal mit an die Hochschule, an der er studierte, da war ich so um die 12 Jahre alt. Ich bekam ein Bett im Zimmer der zwei befreundeten Kommilitonen und zum Zeitvertreib ein Buch. Die beiden Männer begaben sich an den Ort, den man auf einem Campus eben aufsucht und ließen mich mit Prometheus allein. 

Samstag, 16. Januar 2021

Mack, Stephen: Es musste getan werden

 

Die Navajo Code Sprecher erinnern sich an den Zweiten Weltkrieg. Ihre Geschichten - Ihre Worte - Ihr Vermächtnis

* * *

Filmszene: Ein Corporal der US-Marines steht vor einem Major und erhält einen Befehl. Er soll einen Navajo Code Talker erstens beschützen und zweitens töten, wenn er in japanische Gefangenschaft geraten sollte. Diese wären ganz versessen auf den Code, der sich anhört als „sprächen die plötzlich unter Wasser“. [1]

WINDTALKER (2002) war kein sehr guter Kriegsfilm. Erstens weil es solche Befehle wohl nicht gab und zweitens, weil die Windtalker, abgeleitet von „die mit dem Wind sprechen“ vermutlich nicht mit einem Sergeant als Bewacher in vorderster Linie kämpften und eher den Befehlshabern der Platoons zugeteilt waren. Dreihundertfünfundneunzig Code Talkers nennt das vorliegende Buch. 

Warum ich den Film erwähne? Es war das erste mal mal, dass ich von den Code-Sprechern hörte und der Bedeutung der „unverständlichen“ Navajo-Sprache, die kein Gegner entschlüsseln konnte.


Im Jahr 2020 verlegte der hier schon mehrfach erwähnte Traumfängerverlag ein Buch mit dem Titel ES MUSSTE GETAN WERDEN. In diesem Buch von Stephen Mack, Mitglied der Tohono O´odham Nation, erinnern sich die Navajo Code Sprecher an den zweiten Weltkrieg. Ich denke, es wurde Zeit, denn viele gibt es nicht mehr.

Donnerstag, 7. Januar 2021

Meyer, Conrad Ferdinand: Das Amulett (Hörbuch)

Conrad Ferdinand Meyers erste Prosanovelle schildert die Ereignisse der Bartholomäusnacht 1572 aus Sicht des Calvinisten Hans Schadau und stellt in dessen Selbstgerechtigkeit den religiösen Dogmatismus grundsätzlich in Frage.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • VerlagHörGut! Verlag, 26 Mai 2011
  • Sprache : Deutsch
  • Sprecher : Ulrich Hilke
  • Ungekürzte Ausgabe : 2 Stunden und 13 Minuten
  • ASIN B0052U0Q7U
 
 
 
Die lieben Challenges sorgen dafür, dass ich immer wieder zu (Hör-)Büchern greife, auf die ich ansonsten wohl kaum aufmerksam geworden wäre. Außer dass diese Erzählung wohl 'älteren Datums' ist, wusste ich vor dem Hören nichts von dessen Inhalt. Manchmal gibt es da tolle Überraschungen - manchmal aber auch eher Enttäuschungen. Wozu dieses Hörbuch für mich zählt, könnt ihr hier nachlesen...

Dienstag, 5. Januar 2021

Rowling, J.K.: Der Ickabog

Der Ickabog kommt …

Ein sagenumwobenes Ungeheuer, ein Königreich in großer Gefahr und zwei Kinder, die außergewöhnlichen Mut beweisen müssen. In diesem ganz besonderen Märchen geht es um den Sieg von Hoffnung und Freundschaft gegen alle Widrigkeiten, erdacht von einer der besten Geschichtenerzählerinnen der Welt, J.K. Rowling.

Schlaraffien war einst das glücklichste Königreich der Welt. Es gab Gold zuhauf, einen König mit einem unglaublich schneidigen Schnurrbart und dazu Metzger, Bäcker und Käser, die mit den erlesenen Produkten ihrer Handwerkskunst Menschen vor Begeisterung zum Tanzen brachten, wenn sie davon aßen.

Alles war perfekt – wenn man einmal vom nebligen Marschland im Norden absieht, wo einer Legende nach der schreckliche Ickabog haust. Natürlich weiß jeder, dass der Ickabog nur ein Mythos ist, mit dem man kleinen Kindern Angst macht. Das Lustige an solchen Geschichten ist aber, dass sie manchmal ein eigenes Leben entwickeln.

Kann ein Mythos zur Absetzung eines beliebten Königs führen? Kann er ein Land an den Rand des Verderbens bringen? Und kann er zwei Kinder völlig unerwartet in ein gefährliches Abenteuer stürzen?

Wer mutig ist, kann weiterblättern, in die Geschichte eintreten und es selbst herausfinden …

 (Klappentext: Carlsen Verlag)


  • Herausgeber : Carlsen; 4. Edition (10. November 2020)
  • Sprache : Deutsch
  • Übersetzung : Friedrich Pflüger 
  • Gebundene Ausgabe : 352 Seiten
  • ISBN-10 : 3551559201
  • ISBN-13 : 978-3551559203
  • Lesealter : 8 Jahre und älter
  • Originaltitel : The Ickabog


 

 

Dieses Buch von J.K. Rowling war ein Weihnachtsgeschenk 2020. Es ist ein Märchen für Kinder, das aber auch Erwachsenen Spaß machen kann. Es dauerte etwas, bis ich mit der Erzählung warm wurde, dann aber hatte sie mich gepackt. Ein düsteres Märchen mit Botschaftscharakter...

Montag, 4. Januar 2021

BlogPost Nr. 169 - Des Bücherjungen Rückblick auf 2020

 



Das vergangene Jahr wird so unvergessen bleiben, wie der verrückte Winter 1978/1979, dem Winter, in dem Deutschland von ungeahnten Schneemassen bedeckt wurde. Im ersten Quartal trat ein Zwillingspärchen in die Öffentlichkeit. Corona und Covid. Beide 19 und aus der Familie Sars. Auch mit Wirkungen, die nicht vorhergesehen werden konnten. Zumindest nicht zu Beginn des Jahres.

Aber darüber möchte ich hier nicht schreiben, obwohl es vielleicht damit zu tun hat, dass 132 die bisher geringste Anzahl von Beiträgen in einem Jahr seit bestehen unseres Blogs ist. Ich finde schon, dass wir hier noch Arbeit vor uns haben. Auch am Konzept.

Meinen persönlichen lit(t)erarischer Rückblick, die wichtigsten Beiträge im Jahr 2020, kann man an der Tafel ablesen.

Sonntag, 3. Januar 2021

Storm, Theodor: Pole Poppenspäler

 „Neben unserer Haustür stand damals eine kleine weiße Bank mit grünen Stäben in den Rücken- und Seitenlehnen, von der man nach der einen Seite die lange Straße hinab bis an die Kirch, nach der anderen Seite hinaus bis in die Felder sehen konnte. An Sommerabenden saßen meine Eltern hier, der Ruhe nach der Arbeit pflegend; in den Stunden vorher aber pflegte ich sie in Beschlag zu nehmen und hier in der freien Luft unter erquickendem Ausblick nach Ost und West meine Schularbeit anzufertigen.

So saß ich auch eines Nachmittags – ich weiß noch gar wohl, es war im September, eben nach unserem Michaelis-Jahrmarkte – und schrieb für den Rechenmeister meine Algebra-Exempel auf die Tafel, als ich unten von der Straße ein seltsames Gefährt heraufkommen sage. Es war ein zweirädriger Karren, der von einem kleinen grauen Pferde gezogen wurde. Zwischen zwei ziemlich hohen Kisten, mit denen er beladen war, saß eine große blonde Frau mit steifen hölzernen Gesichtszügen und ein etwa neunjähriges Mädchen, dass sein schwarzhaariges Köpfchen lebhaft von einer Seite nach der anderen drehte; nebenher ging, den Zügel in der Hand, ein kleiner, lustig blickender Mann, dem unter seiner grünen Schirmmütze die kurzen schwarzen Haare wie Spieße vom Kopf abstanden.“


Wer das erzählt, ist der Kunstdrechsler und Mechanikus Paul Pauslen, er erzählt das seinem Lehrjungen, welcher ihn nach seinem Spitznamen gefragt hatte: Erst wird Paulsen wütend, denn „Pole Poppenspäler“ sei ein Schimpfname, der, damit wird Paulsen wieder ruhiger, allerdings §das Beste ausdrücke, was ihm im Leben gegeben wurden sei". Dann erzählt er die Geschichte seiner Kindheit, die von der Puppenspielerfamilie Tendler, und deren Tochter, dem Puppenspieler-Lisei.

Samstag, 2. Januar 2021

Lloyd, Sam: Der Mädchenwald

Elissa. Ein Mädchen auf dem Weg zu einem Schachwettbewerb. Doch abschließen wird sie ihn nicht. Seine Mutter bleibt allein zurück. Ein Lieferwagen hat sie „mitgenommen“. In den Mädchenwald. Zu Elijah. Elissa trifft auf Elijah in einem Keller. Gefesselt. Jemand hat sie entführt…

Elijah. Ein zwölfjähriger Junge. Der lebt mit Papa, Mama und seinem Bruder Kyle in einem Cottage auf Grund und Boden eines Adligen, kennt kein Schach, kein Internet und kein Handy. Ein Zwölfjähriger? Wirklich? Ist Elissa das erste Mädchen, auf das er da im Keller trifft? Wer ist Bryony? Und was hat es mit den Erinnerungsbäumen im Mädchenwald auf sich? Welche Rolle spielt dieser Kyle im Drama? Wo eigentlich sind Mama und Papa? Kann Elissa ihn zur Hilfe bewegen? Welchen Einfluss hat die Zauber-Annie auf ihn?


Mairéad. Die Ermittlerin tappt im Dunkeln. Hinweise auf Elissa gibt es nur spärliche. Erst einmal führen alle Ermittlungsversuche ins Nichts. Zudem fällt ihr die Konzentration auf den Fall schwer, denn sie ist schwanger und dieser Zustand ist bei ihr ein besonders schwieriger. Doch plötzlich taucht ein Brief von Elissa auf. Der ist voller seltsamer Hinweise. Das dreizehnjährige Mädchen ist nämlich sehr clever und versucht,  diesen seltsamen Jungen zu manipulieren. Der aber zieht auch eigenen Schlüsse aus der Situation. 

Doch dann brennt das Cottage ab, da im Mädchenwald…