Freitag, 14. Februar 2020

Die Neue Chronik 2019

Das neue Jahr hat begonnen. Pünktlich kommt alljährlich ein Paket ins Haus geflogen. Es ist relativ schwer. Ein in Leder gebundenes buntes Kaleidoskop, hier habe ich den Band des Jahres 2015 schon einmal vorgestellt. 


Nun schreiben wir das Jahr 2020. Fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise werden ich dann den 2015er noch einmal ziehen und nachlesen. STUNDEN DER ENTSCHEIDUNG heißt ein Doku-Drama des ZDF über die Entscheidung der Bundeskanzlerin zur Öffnung der Grenzen für den Flüchtlingssturm, den ein gewisser Orban loswerden wollte. 




Warum aber schreibe ich im Februar über ein Thema, welches erst im September wieder seine volle mediale Wirkung entfalten wird? Im aktuellen Band fand ich einen Hinweis auf einen Dokumentarfilm mit dem Titel STUNDEN DER ENTSCHEIDUNG. Den kann man sich auf YouTube ansehen, das habe heute Abend getan.





Wer möchte kann ja zuschalten, man kann aber auch die meist hässlichen Kommentare unter dem Video sehen und dann gleich noch weiterschauen und feststellen, dass das Wort Propaganda gerade wieder in Mode kommt. 

Wenn am Ende des Films der damalige Präsident den Bundesnachrichtendienstes zu Wort kommt, der es  ein "unerklärliches Phänomen" nennt, dass diese politische Entscheidung keine Ausnahme von Stunden oder wenigen Tagen blieb, dann kann ich dem zustimmen. Ansonsten ist auch im Rückblick zu sagen, diese mutige Entscheidung eine gute Entscheidung war. Jawohl. Und dazu trägt der Blick in diese an der Autobahn entlang trottenden Menschenmassen bei und der Mut des Syrers Mohammad Zatareih, vor die Kamera zu treten. Wie erwähnt: Ein einziger positiver Kommentar, sonst nur undifferenzierte und vor allem unqualifizierte Bemerkungen. Ich muss das an dieser Stelle einmal loswerden.




Es geht hier ja gar nicht so sehr um dieses Ereignis, was in der Chronik 2015 natürlich Jahresthema war. Die Filmkanzlerin schaut auf dem Smartphon aktuelle  Videos und denkt dabei an ein Ereignis zurück, welches überhaupt erst ursächlich war, dass die Kanzlerin eine solche Entscheidung vor knapp fünf Jahren treffen konnte. Es wird wohl jeder erraten, denn das Jahresthema der Chronik 2019 ist der Mauerfall von dreißig Jahren. Die Filmkanzlerein, und nicht nur sie, denkt daran, dass die Menschen mit ihren Trabis zuerst über Ungarn nach Österreich kamen. Wahrscheinlich muss man dies so manchem Menschen hier in Erinnerung rufen. Aber ach, ich vergaß: Das waren ja auch Deutsche. Und das ist was ganz anderes. Mmh...




Im letzten Jahre war es 100 Jahre her: Im Jahre 1919 begann nach Beendigung des Großen Krieges etwas, was neu war in Deutschland: Eine Republik, die Weimarer, löste die kaiserliche Monarchie ab. Die 1919 geschriebene Weimarer Verfassung beinhaltet vieles, was heute im Grundgesetz verankert ist. Die wichtigsten Grundrechte und die Gewaltenteilung sind dabei unabänderlich. Zum Glück. Die erste deutsche Republik begann auch mit Gewalt, mit Putschversuchen, politischen Morden. Der kurze Abriss der Zeit von 1919 bis 1933 führt zum Nachdenken und beinhaltet Manches, was man nicht sogleich parat hat.

Aber deutlich wird bei der Lektüre, dass es wohl keine Selbstverständlichkeit ist, die auf Erfahrung beruhende geschaffene Demokratie zu bewahren, wenn sich "friedlich und ohne Waffen zu versammeln" in bestimmten linksanarchistischen bis linksextremistischen Kreisen nicht als allgemein anzuerkennendes Grundrecht angesehen wird. Das ist gefährlich. Auch, weil es dem entgegengesetzten Lager in die Hände spielt, welches sich diese reibt und "weidlich" grinst. Zum Beispiel.  

Das ist es, was mir gestern und heute beim Blättern so einfiel. Klar, ich hätte auch über kulturelle, wissenschaftliche, sportliche und andere "chronische" Dinge erzählen können. Oder über das Klima...

Aber das habe ich mit anderen Bücher ja hier und hier bereits einmal getan und sicherlich nicht zum letzten Mal...

Guten Abend.

© Der Bücherjunge







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