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Freitag, 30. September 2022

Bervoets, Hanna: Dieser Beitrag wurde entfernt

Mindestens 500 Beiträge pro Tag, maximal 7 Minuten Pause, beim Gang aufs Klo läuft die Stoppuhr – die Arbeitsbedingungen bei HEXA sind hart. Aber Kayleigh gefällt der neue Job, das Gehalt ist gut, und die schrecklich verstörenden Bilder, die sie für die Plattform prüfen muss, behandelt sie mit professioneller Distanz. Als sie sich in ihre Kollegin Sigrid verliebt, scheint ihr Glück vollkommen. Bis ihre Kollegen plötzlich zusammenbrechen oder Verschwörungstheorien anhängen, und Sigrid sich immer mehr distanziert. Ist Kayleigh dem Job als Einzige gewachsen? Oder merkt sie nur nicht, wie auch ihr moralischer Kompass sich auf gefährliche Weise zu verschieben beginnt? "Dieser Beitrag wurde entfernt" ist ein faszinierender, aufwühlender Roman darüber, wer oder was bestimmt, wie wir die Welt sehen, in der wir heute leben.  (Klappentext)
 








Ich hatte Glück bei einer Buchverlosung bei Lovelybooks, und ich danke dem Hanser Verlag sehr für die Bereitstellung des Leseexemplars. Bei einer Buchverlosung gibt es keine Leserunde und dementsprechend auch kein Diskussionsforum, was ich in dem Fall schade fand, da es dieser Kurzroman doch so einige diskussionswürdige Aspekte bietet. Aber auch so beschäftig die Erzählung einen weit über das Lesen hinaus. Warum das so ist, könnt Ihr gerne hier nachlesen:


Freitag, 17. Juni 2022

Schlink, Bernhard: Die Enkelin

Der hier vorgestellte Roman gilt als Bestseller des Jahres 2021. Die bekannte Aufmachung der Bücher des Diogenes-Verlages lies mich letztens darauf aufmerksam werden. Natürlich wurde ich bereits im November darauf aufmerksam, als Anne Parden ihre Rezension zum Buch veröffentlichte, damals kommentierte ich mit „Interessant, aber keine Zeit“. Nun habe ich sie mir genommen und verrate unüblicher Weise zu Beginn der Buchbesprechung, dass ich nur zwei Tage für die Lektüre brauchte. Dies ist mir schon länger nicht passiert.

* * *

Ein ruhiger Buchhändler im Großvateralter namens Kaspar kommt nach einem langen Tag nach Hause. Er erwartet seit längerem keinen schönen Abend, dieser wird traurig.

Seiner Frau Birgit hat er einst, wenige Jahr nach dem Bau der Berliner Mauer über Prag und Wien nach Westberlin verholfen. Was Kaspar nicht weiß, Birgit hatte vor ihrer Flucht eine Tochter entbunden, der Vater ist ein FDJ- und später SED-Funktionär.

Doch nun ist Birgit nicht mehr am Leben, Kaspar findet die alkoholabhängige und depressive Liebe seines Lebens tot in der Badewanne. Unfall? Suizid? Beides könnte möglich sein, ist aber letztlich nicht wichtig.

Was Kaspar nach Wochen findet ist eine Mappe mit Recherchen zur Kinderheimen und Jugendwerkhöfen in der DDR.  Und dann findet er Birgits „Vermächtnis“ unter dem Titel „Ein strenger Gott“...

Montag, 21. Dezember 2020

Hillbilly - Elegie - DER FILM

Am 22. Juni 2019 veröffentlichte ich hier die Buchbesprechung zu Hillbilly – Elegie. Inzwischen ist der Film am 24. 11. 2020 dazu bei Netflix erschienen und natürlich wartete ich schon, auf Äußerste gespannt, auf den Start. 

Zur Erinnerung. J.D. Vance gehört zur sogenannten „armen, weißen Arbeiterklasse“, die im Gebiet der Appalachen stark vertreten ist. Ehemals Bergleute und Stahlarbeiter, sind sie und ihre Familien inzwischen stark abgehängt von der unteren Mittelschicht. Ehemals Wähler der demokratischen Partei, hatten sie vor vier Jahren und auch in diesem Jahr einen merkbaren Anteil an der Wählerschaft für Donald Trump.

Das Buch war ein unter anderem von B. Obama empfohlenes, brillantes Buch über die Gesellschaft der USA.

Donnerstag, 7. Mai 2020

Tellkamp, Uwe: Die Carus - Sachen.

Die Carus – Sachen. Neulich stieß ich wieder mal auf Uwe Tellkamp. Es ist ein Weilchen her, da ich den dicken TURM in den Händen hatte. Damals schrieb ich sinngemäß begeistert von der Art und Weise des Schreibens dieses Dresdner Autoren und regte mich gleichzeitig darüber auf, dass Tellkamp in seiner Dresden-Beschreibung so manches Fiktives dar und neben Faktisches stellte. Der Suhrkamp / Inselverlag beschreibt das Buch als „eine Rückkehr in die Welt des Turms“.

Das Buch. Der Roman ist auch die Geschichte einer Arzt-Familie, der Vater ist Oberarzt an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus und der Name dieses Gelehrten kommt nicht von ungefähr.

Nun schickt Tellkamp, selbst Arzt, ein kleines Büchlein hinterher, welches diesem Carus gewidmet ist.


Freitag, 14. Februar 2020

Die Neue Chronik 2019

Das neue Jahr hat begonnen. Pünktlich kommt alljährlich ein Paket ins Haus geflogen. Es ist relativ schwer. Ein in Leder gebundenes buntes Kaleidoskop, hier habe ich den Band des Jahres 2015 schon einmal vorgestellt. 


Nun schreiben wir das Jahr 2020. Fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise werden ich dann den 2015er noch einmal ziehen und nachlesen. STUNDEN DER ENTSCHEIDUNG heißt ein Doku-Drama des ZDF über die Entscheidung der Bundeskanzlerin zur Öffnung der Grenzen für den Flüchtlingssturm, den ein gewisser Orban loswerden wollte. 




Sonntag, 11. August 2019

Elsberg, Marc: HELIX - Sie werden uns ersetzen

Diese Rezension wird vorgezogen. Der Grund dafür ist die aktuelle Besprechung von Anne Parden zu Ian McEwans MASCHINEN UND ICH. Der bekannte britische Autor, der bereits mehrfach** auf unserem Blog besprochen wurde, erzählt dabei von künstlicher Intelligenz, in Form eines immer menschlicher werdenden Androiden.

Marc Elsberg, dessen Romane GIER und BLACK OUT ich in diesem Jahr hier besprochen hatte, geht an ein ähnliches Problem gänzlich anderes heran, mit HELIX – Sie werden uns ersetzen, wird Intelligenz mittels Genmanipulation beeinflusst. 

Passt also gerade genau hier her und daher folgt die Rezension bereits, während die letzten Sätze des Hörbuches aus dem Lautsprecher kommen.


Samstag, 22. Juni 2019

Vance, J.D.: Hillbilly Elegie

Was ist das: Ein Hillbilly? Laut Wikipedia ist das die abfällige Bezeichnung für die eher arme Bevölkerung in ländlichen und bergigen Gebieten der USA wie den Appalachen. Hillbilly bedeutet „Hinterwäldler“, oder „Landei“.


Der Begriff taucht um 1900 wohl erstmalig auf. Demnach sei im New York Journal der „Hill-Billie“ als freier und unverbogener weißer Bürger Alabamas beschrieben worden, „der in den Bergen lebt, nicht groß was zu sagen hat, sich so anzieht, wie er es vermag, spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, Whiskey trinkt, wenn er welchen bekommt und nach Lust und Laune durch die Gegend ballert.“ Dies hat ein gewisser Anthony Harkins in  Hillbilly: A Cultural History of an American Icon geschrieben. [1]


Auf J.D. Vance und seine Hillbilly – Elegie stieß ich über die Recherchen zu Tara Westovers BEFREIT. Deren Autobiografie erzählt ihre Geschichte, in der sie 17jährig erstmals ein Klassenzimmer besucht und 10 Jahre später in Cambridge promoviert.
Dem Hillbilly J.D. Vance muss das gefallen haben, dessen Leben zwar völlig anders und doch ähnlich verläuft.