Montag, 26. Januar 2026

25er Rückblick des Bücherjungen

Nicht nur, dass mit 2025 ein viertel Jahrhundert zu Ende ging, am Ende geprägt durch einen Krieg im Osten Europas und Unsicherheiten für die Demokratien in denen wir in Europa leben, es war auch das Jahr des Eintritts in die Pension und die Nutzung der letzten beiden Monaten für eine lange Reise nach Südamerika.


Da es hier um Bücher geht, fang ich mit denen auch an: Meine 12 Buchbesprechungen des Jahres 2025:

01: Ein Jahr ohne Frank Goldammer? Das geht irgendwie nicht und im Januar ging es gleich um zwei Bücher, wobei Blätterrausch die Fortsetzung von Vergissmeinnicht und letzteres als Neuauflage 2024 in meine Hände kam, von Katharina für Salomo Publishing an Bloggerfreunde und andere während Dresden (er)lesen verschenkt. 
Es sind "alte" Goldammer, aber gerade bei Frank lohnt sich immer mal wieder der Rückgriff...

Hier die Rezension zu beiden Büchern


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02: Endlich ausgelesen und "restrezensiert": Die Großstadtoasen, der dreibändige Roman von Ralf Plenz aus dem Input-Verlag über ein Märchenbuch und eine Gruppe interessanter Leute, die sich die Isokratiker nannten, damals in den frühen 80ern in Hamburg-Altona-Ottensen. Das Märchenbuch war schon eine sehr schöne Besonderheit, die beiden anderen auch in der Aufmachung ein Lesegenuss. Zudem kam ich auf besondere Weise zu den Rezensionsexemplaren, nämlich durch einen Verlagsbesuch. Neben den Rezensionen gibt es auch einen YouTube-Beitrag.

Hier die Rezension zum gefährlichen Arthur.

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03: Im März traf ich, wen wunderte, mal wieder auf den Kriminalrat Gustav Heller, der sich mit dem Haus der Geister nicht einfach so abgeben will. Der Großvater von Max glaubt nicht an solchen Mist. Wir erleben spannende Pferdekutschjagden durch Dresden. Ein echter Goldammer, hier zum dritten Mal in diesem Jahr, ich meine, mit dem dritten Buch.



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04: Eine weitere, regelmäßig hier auftauchende Autorin ist Beate Baum, welche 2025 ebenfalls mehrfach im Blog zu finden ist. Diesmal las ich, endlich einmal, den Roman, in dem Kirsten Bertram ihre journalistische Karriere beginnt. Logischerweise zeigt das Cover des Buches dann auch den Erfurter Dom, denn in der thüringischen Hauptstadt ging alles los. Ähnlich wie bei Beate Baum selbst. 

Die Buchbesprechung von Kirsten-Bertram-1 findet sich hier und die von Band 10, Kunstgerecht, verlinke ich gleich mit. Ach, Band 2 wurde ja auch besprochen.



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05: Haben wir uns im letzten Jahr mehr mit Caspar David Friedrich beschäftigt, war 2025 ein anderer Maler dran, nämlich Bernardo Belotte, genannt Canaletto. Der Name weist auf Venedig hin, aber der Neffe des alten Veduten-Malers Belotto malte auch in Prag, London und zum Schluss in Warschau. 

Der Weg führte uns dann folgerichtig endlich mal wieder in die Gemäldegalerie der alten Meister, dort finden sich Canalettos bekannte Veduten - die Stadtansichten Dresdens.

In diesem Buch lesen wir, wie er nach Dresden kam und ob es ihm gelang, seine Familie unter der Ägide August des Dritten und dessen mächtigen Ministers Heinrich von Brühl zu versorgen.


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06: Es war ein politisches Jahr. Einer der gelesenen Sachbücher geht der Frage nach, ob die im Laufe der Jahrzehnte nach Deutschland gereisten "Russlanddeutschen" inzwischen "Deutsch genug?" sind für eine Gesellschaft, in der Abgeordnete einer rechten Partei offen davon reden, dass mit "Resignation" Deutschland auch mit 20 bis 30 Millionen Einwohnern auskommen könnte.
Ira Peter schreibt von Integration, Sprache, Kultur und leistet so ihren spezifischen Beitrag zum Verstehen. Hoffentlich lernen nicht nur die, die sowieso wohlwollend diesen Buch lasen.

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07: Eines der Werke, die einst im Schulunterricht gelesen wurden, war Djamila von Tschingis Aitmatow. Dies Novelle hätte es aber kaum hierher geschafft, wäre sie nicht in ein wunderbar illustriertes Buch gepackt wurden. Kat Menschik illustriert in Pastellfarben für ihre Lieblingsbücher eine Geschichte, die sich nun für den lange erwachsener Leser ganz anders liest, als für den 15 oder 16jährigen Jüngling. Hier lest ihr die Rezension

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08: Lange angekündigt hatte Matthias Schildbach sein neues Buch Der vergessene Angriff. In diesem begab sich der Heimathistoriker auf die Spurensuche nach den Folgen des letzten großen Angriffs der Bomberverbände auf Dresden und Aussig (Usti nad Labem) am 17. April 1945. Doch nicht nur das, denn das Schicksal abgeschossener oder aus defekten Maschinen abgesprungener Besatzungsmitglieder behandelt Schildbach ebenso. Packende, auch emotionale Begegnungen mit Nachkommen hat er mit aufgenommen. Die Rezension kann man hier nachlesen.


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09: Kat Menschik zum Zweiten: Noch so ein Lieblingsbuch. Mach Moabit und Mitte illustrierte sie die dritte Auskopplung aus dem großartigen zehnbändigen Romanzyklus der Gereon-Rath-Reihe von Volker Kutscher, auch bekannt als Babylon Berlin. Nicht nur, dass dieses Büchlein wieder toll aussieht, es ist auch die ausgesprochen gut ausgedachte Schlussgeschichte um den nun pensionierten Kriminalhauptkommissar Gereon Rath, die die meisten offenen Fragen der Leserinnen und Leser nach dem letzten Roman Rath beantwortet. Lest hier die Buchbesprechung und die zu einem weiteren Buch.

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10: Neben dem im ersten Satz erwähnten Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, ist der Konflikt um Palästina die vielfach missverstandene und missdiskutierte Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas (Gaza) und der Fatah (Westjordanland). Der Historiker Michael Wolffsohn hat dieses Buch schon vor Jahren herausgebracht, hier liegt es in einer aktualisierten Version vor.

Man sollte es lesen, bevor man sich einmischt und möglicherweise dummes Zeug erzählt oder Parolen auf Demonstrationen schreit. 

Wolffsohn geht weit zurück in die Geschichte und zeigt den Leserinnen und Lesern eine, seine Version einer Lösung auf. Ein wichtiges Sachbuch in diesem Jahr.

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11: Wen wir nicht vergessen dürfen, das ist der diesjährige Gewinner des HOMER-Literaturpreise für den besten historischen Roman 2024, Mac P. Lorne. Den goldenen Homer bekam er allerdings für Nelson 1, hier stelle ich den neuesten Roman vor: Es geht wieder um einen Seehelden, diesmal aber nicht für sondern gegen England - Robert Surcouf, den Tiger der sieben Meere

Als ich Mac endlich kennenlernen durfte, als die Buchpreise übergeben wurden, führten wir ein Interview, bei dem es nicht nur um die Romanfiguren ging. Hier geht es zur Rezension des Buches über den Franzosen aus Saint Malo. 


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12: Die Auswahl fiel im Dezember schwer. Nehme ich den Gewinner des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, Karl Schlögel mit dem Sachbuch über die Sandbank unserer Zeit, den Roman über die Nachfolger des Großen Kaiser Karl von Claudius Crönert, oder doch den neuesten Roman der hier auf diesem Blog bekannten Sabine Ebert, in dem sie die Geschichte um Heinrich den Erlauchten und die Nachkommen der "bekannten" Hebamme Marthe fortsetzt? 
Ihr seht es, es bleibt bei Sabine Ebert und ich gebe zu, da ist etwas "Anhänglichkeit" dabei.  Der Silberbaum 

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Es gäbe eine Reihe mehr Bücher, die hier aufgenommen werden könnten, durchaus bedeutende Themen, sei es Karl Schlegels Auf der Sandbank der Zeit oder Georgie Demidows Zwei Staatsanwälte, nicht zuletzt  las ich Claudius Crönerts Das Erbe der Karolinger  mit Freude. 

Die TO-WANT-LIST vom 09. Oktober 2025 wurde nicht vollständig abgearbeitet, das regelmäßige Literaturbloggen oder gar die versprochenen Videoclips blieben ziemlich auf der Strecke. Wir werden sehen, was davon im Laufe des Jahres noch umgesetzt werden wird.

ⓒ Bücherjunge

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