Samstag, 24. Juli 2021

Kutscher, Volker: Die Akte Vaterland

Der vierte Fall des Gereon Rath

Da liegt ein Mann in einem Lastenaufzug im Haus Vaterland, dem Vergnügungspalast mit großem Gaststättenbetrieb, der von 1928 bis 1943 am Potsdamer Platz in Berlin zu finden war. Seltsam dabei ist, dass der Mann ertrunken zu sein scheint und wieder nicht. Dr. Schwarz, der Gerichtsmediziner, muss mal wieder ran und die Leserschaft darf wieder darüber staunen, was zu Beginn der dreißiger Jahre kriminalistisch, kriminaltechnisch und in der Rechtsmedizin bereits möglich ist. Im Rahmen der weiteren Untersuchungen stellt sich raus, dass ein durch Lähmung der Atemmuskulatur tötendes Gift namens Curare verwendet wurde. Außerdem erinnert sich Kriminalrat Gennat an einen ähnlichen Fall in Düsseldorf... Ob Gereon Rath, der seiner Charlotte Ritter gerade einen Heiratsantrag gemacht hat, in Ostpreußen weiter kommt? Da muss er nämlich ermitteln, denn das Opfer hat etwas mit einer Schnapssorte zu tun, die in Treuburg (Masuren) hergestellt wird. Und außerdem gepanscht wird, nicht zuletzt für die gerade unter der Prohibition leidenden Amerikaner. Hat das Haus Vaterland damit zu tun?

Selbst dort, im Osten des Deutschen Reiches, den man nach dem 1. Weltkrieg nur durch den „polnischen Korridor“ erreichen kann, zeigt sich immer mehr einen Uniform, die das kommende System repräsentiert: Das Braun der SA, während in Berlin der Polizeipräsident, Albert Grezinski und sein Stellvertreter, Dr. Weiß, ein Jude, aus dem Amt gedrängt werden. Der sogenannte „Preußenschlag“ leitet den Untergang der Weimarer Republik ein. [1]

Dienstag, 13. Juli 2021

Tolstoi, Leo: Die Kreutzersonate

Auf einer nächtlichen Bahnreise durch das winterliche Russland entspinnt sich zwischen wechselnden Fahrgästen ein Gespräch über Liebe, Ehe, Moral und Gesellschaft. Gegen Ende erzählt der ehemalige Gutsbesitzer Posdnyschew einem Mitreisenden vom tragischen Verlauf seiner Ehe und legt ein erschütterndes Geständnis ab: Zunehmend enttäuscht und von unbegründeter Eifersucht zerfressen hat er seiner Frau das Leben genommen. Meisterhaft setzt Leo Tolstoi die authentische Geschichte in Literatur um und entfaltet subtil das innere Drama seiner Figuren. Zugleich ist dieses bedeutende Alterswerk Ausdruck der eigenen sozialkritischen und moralischen Positionen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Anaconda Verlag (7. August 2012)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung : Raphael Löwenfeld  
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 144 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 9783866478671
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3866478671
 
 
 
 
Manche Projekte dauern etwas länger - und entwickeln sich eher zufällig. Nachdem ich vor etwa vier Jahren "Kreutzersonate" von Margriet de Moor gelesen habe, stieß ich bei Recherchen auf den gleichnamigen Titel von Tolstoi und wurde neugierig. Nicht neugierig genug, um die Novelle aus dem 19. Jahrhundert gleich nach dem zeitgenössischen Roman der niederländischen Autorin zu lesen, aber das Vorhaben blieb im Gedächtnis haften. Und nun wurde es umgesetzt. Zu meinem Erstaunen ist das Projekt damit aber keinesfalls beendet. Ein Roman wenigstens wird sich wohl noch anschließen...


Montag, 12. Juli 2021

De Moor, Margriet: Kreutzersonate

Als der blinde Musikkritiker van Vlooten eines Tages eine junge Geigerin trifft, ist er sofort von ihr fasziniert. Auch sie verliebt sich, sie heiraten. Aber van Vlooten wird von Eifersucht zerfressen. Als er sicher glaubt, sie habe ein Verhältnis, fasst er einen mörderischen Plan. Kreutzersonate ist ein Roman über Musik und Liebe, voll innerer Spannung und Leidenschaft, wie nur de Moor ihn schreiben kann.  

  • Herausgeber ‏ : ‎ Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; 9. Edition (29. Juli 2002)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung : Helga van Beuningen  
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 144 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3446202218
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3446202214
  • Originaltitel ‏ : ‎ Kreutzersonate
 
 
 
 
 
 
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr genau, wie und warum dieses Buch zu mir fand, und es hat dann auch gedauert, bis ich es las. Das ist nun aber bereits vier Jahre her, und wieder einmal bin ich verwundert, dass ich die Rezension bislang nicht im Blog veröffentlicht habe. Das soll nun aber - aus aktuellem Anlass - nachgeholt werden. Denn kürzlich las ich "Die Kreutzersonate" von Lew Tolstoi, und tatsächlich ist die Ähnlichkeit der Romantitel keine zufällige. Näheres dazu könnt Ihr hier erfahren:
 
 
 

Sonntag, 11. Juli 2021

David, Wolfgang: Im Aufwind der Macht

Napoleon: Für die allermeisten nicht nur ein Name. Verbunden mit Eroberer, Kaiser, Befreiungskriege, die Grande Armeé in Russland, Borodin, Moskau, Jena-Auerstedt, Leipzig, Waterloo... Die Deutschen, die meist gleich in den Sinn kommen, heißen von Stein, Blücher, Scharnhorst, Gneisenau, Theodor Körner und noch so einige, ganz abgesehen von den Monarchen, die die in blutigen Schlachten aufeinandertreffenden Truppen teils selbst im Feld führen.

Weniger ist zum Beispiel davon die Rede, dass dieser Bonaparte Verbündete mit Würden belohnte, wegen denen er durchaus als Königsmacher bezeichnet werden kann. Da ist dieser Murat, König von Neapel und ein gewisser Friedrich August I. Soeben, 1806, stand er noch als sächsischer Kurfürst an der Seite Preußens im Krieg gegen Frankreich, nun gehört er nach dem Potsdamer Frieden dem Rheinbund an, „gewinnt“ die „Cottbuser Enklave“ zu Sachsen dazu, was ihm, dem nunmehr ersten Königs von Sachsen, den Zorn des preußischen Königs einbringt


Nach der französischen Revolution gibt es nicht Wenige, die nach dem bürgerlichen Frankreich schauen und den selbsternannte Kaiser, das französische „Vive l’Empereur“ entgegenrufen, darunter auch ein sächsischer Kavallerieoffizier namens Johann Adolf Thielmann. Der zieht als sächsischer General mit der großen Armee auf den Russlandfeldzug. Thielmann, bewegt sich „Im Aufwind der Macht“.

Samstag, 10. Juli 2021

Deledda, Grazia: Schilf im Wind

In der Kunst, mit wenigen Worten Stimmungen zu zaubern, ist Grazia Deledda bis heute unerreicht. Auf der abgeschiedenen Insel der Granatapfelbäume und der wilden Kaktusfeigen siedelt die Erzählerin ihr archaisch anmutendes Drama um Schuld und Sühne an. Wie Schilf im Wind finden sich die Insel-Menschen vom Schicksal erfasst, geknickt, zu Boden gedrückt und zuweilen wieder aufgerichtet. Was an Deleddas Prosa jedoch am meisten bezaubert, sind die poetischen Natur- und Landschaftsbeschreibungen ihrer Heimat Sardinien: an den Ufern der türkisen Flüsse gelbliche Binsen, von Silberfäden umsponnen, Mandel- und Pfirsichhaine vor stahlblauem Himmel, meergrünes Schilf und Palmengestrüpp, inmitten hügeliger Flure da und dort weiße Dörfer mit Glockentürmen, zerfallenes Gartengemäuer, abbröckelnde Hauswände, Überbleibsel von Höfen, dazwischen heilgebliebene Katen, und hoch darüber thronend eine schwarze Schlossruine ... 





  • Herausgeber ‏ : ‎ Manesse Verlag (13. April 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung : Bruno Goetz 
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3717525247
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3717525240
  • Originaltitel ‏ : ‎ Canne al vento




Nicht immer widmen sich die Leserunden bei Whatchareadin Krimis/Thrillern oder Zeitgenössischer Literatur. Dieses Werk der Literaturnobelpreisträgerin Grazia Deledda wurde zu ihrem 150. Geburtstag vom Manesse Verlag in einer ausgesprochen hübschen Ausgabe neu aufgelegt. Keine einfache Lektüre - eindrucksvoll, durchaus, aber auch düster und voller Metaphern. Doch bin ich froh, der sardischen Schriftstellerin, von der ich davor noch nicht einmal wusste, dass es sie gegeben hat, nun in dieser Form begegnet zu sein...
 

Sonntag, 4. Juli 2021

Kutscher, Volker: Goldstein

 Gereon Raths dritter Fall

1931. Die Gewalt in der Hauptstadt des Deutschen Reiches nimmt zu. Da bekommt die preußische Polzei ein Fernschreiben aus Amerika. In Berlin soll ein jüdischer Gangster namens Abraham Goldsteen ankommen. Der stellvertretende Polizeipräsident erteilt Gereon Rath von der Inspektion A (Mord) den Auftrag, den Amerikaner zu beschatten und ihm deutlich zu machen, dass er unter Beobachtung steht. Die Beobachtung wird sich als schwierig erweisen...

Natürlich sterben einige Personen, zum Beispiel ein bekannter Angehöriger der Unterwelt, ein SA-Mann, mehrere Polizisten und ein Warenhausdieb. Doch als Benny vom Dach des Kaufhauses des Westens fällt, schaut ein Schupo zu, statt zuzugreifen. Den Sturz beobachtet Alex, die Freundin, die entkommen konnte.

Charlotte Ritter, trifft später auf das Mädchen, das vor dem Schutzpolizisten fliehen muss und wird selber ins Visier der Organisation der „Weißen Hand“ geraten.


Hat Goldstein mit den Morden zu tun? Was treibt der für ein Spiel? Was führt ihn zu Berliner Juden, ist er doch nur wenig religiös? Hilft Dr. M (Mabuse), Spitzname des Unterweldbosses und Chef des Ringvereins Berolina, dem Kriminalkommissar wieder einmal aus der Patsche? 

Als sich die Geschichte auflöst bleibt ein Mann ohne seinen linken Arm zwar noch verschwunden, dürfte aber später wieder auftauchen. Vielleicht schon im vierten Fall des Gereon Rath?

Freitag, 2. Juli 2021

Kutscher, Volker: Der stumme Tod

Gereon Raths zweiter Fall

Man hält die 20ziger Jahre des 20. Jahrhunderts für vieles, je nachdem, aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet. Mal grell und glitzernd, dekadent, großes Theater, großes Filmtheater, Unterwelt, Varité, Rotlicht-Etablissements.  Große Armut und am Ende eine gewaltige Wirtschaftskrise. Straßenschlachten zwischen NS-Schutzstaffel und kommunistischer Rotfront und dem Rotfrontkämpferbund, preußische Polizei dazwischen und einen unnachgiebigen sozialdemokratischen Berliner Polizeipräsidenten namens Zörgibel...

Volker Kutschers Bücher blicken „polizeilich“ auf diese Zeit. Er schickt den Kriminalkommissar Gereon Rath zum zweiten Mal ins Rennen. Hat er im ersten Band einen NASSEN FISCH bearbeitet, so ist es jetzt ein STUMMER TOD. Es dauert nicht lang und die Leserin, der Leser versteht,  der Tod der Schauspielerin Betty Winter mitten in einem Dreh hat dann auch was mit dem Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm zu tun. Sie wird von einem Scheinwerfer erschlagen. Hinzu kommen eine weitere Reihe toter Frauen, nicht nur Schauspielerinnen, denen zudem die Stimmbänder fachmännisch entfernt wurden. Hat da einer was gegen Tonfilme?

Mittwoch, 30. Juni 2021

BlogPost Nr. 176: Unsere Beiträge im Juni 2021

 

Im Gegensatz zum übrigen Jahr hat sich im Juni der Uwe etwas rar gemacht. Einen Beitrag hat er aber immerhin verfasst - der Rest geht diesmal auf Annes Konto. Aber auch diesmal gab es wieder alles querbeet, und durchaus nicht immer Mainstream...

Sonntag, 27. Juni 2021

Way, Camilla: Das Böse in ihr

Als Claras Freund Luke eines Morgens spurlos verschwindet, ahnt sie sofort, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss. Die Polizei findet heraus, dass Luke von einer bösartigen Stalkerin massiv bedroht wurde. Als dann auch noch ans Licht kommt, dass er eine Affäre hatte, muss Clara sich eingestehen, dass sie längst nicht alles über ihren Freund wusste, und beschließt, mehr über ihn und seine Vergangenheit herauszufinden. Dabei stößt sie bald auf ein seltsames Mädchen namens Hannah. Eiskalt, berechnend und brutal soll sie sein. Eine Soziopathin, die auf Rache sinnt – für etwas, das vor Jahren geschah und für immer im Dunkeln hätte bleiben sollen… 









  • Herausgeber ‏ : ‎ Piper Taschenbuch; 6. Edition (2. September 2019)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung: Pociao 
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 368 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3492235476
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492235471
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Lies We Told



Endlich habe ich das erste Buch meines Gewinns (April 2020) der literarischen Apotheke von "Was liest du?" gelesen. Der SuB, RuB, ZuB ist einfach zu groß, von den Verlockungen durch Rezensionsexemplare mal ganz zu schweigen. Doch eine Leserunde mit vertrauten Alt-Buchgesichtern machte es nun möglich, diesen Psychothriller endlich von seinem Ungelesen-Status zu erlösen. Die Leserunde war sehr unterhaltsam, eigentlich wie immer, das Buch für mich glücklicherweise ebenso. Genaueres dazu könnt Ihr hier nachlesen:

Samstag, 26. Juni 2021

Pasztor, Susann: Die Geschichte von Kat und Easy

Vom Leben, wie es hätte sein können – und vom großen Glück, dass es anders gekommen ist als gedacht.


Sie sind nicht mehr die Teenager, deren Freundschaft vor einem halben Jahrhundert auf tragische Weise endete. Das wissen Kat und Easy, als sie sich auf Kreta treffen. Aber wer sind sie jetzt, und wer waren sie damals? 1973 wird ihr Jahr. Das schwört Kat ihrer Freundin Easy in der Silvesternacht, und nicht nur, weil sie bekifft sind. In den folgenden Monaten können sie viel von dem abhaken, was auf ihrer Liste steht. Sich zu verlieben, zum Beispiel. Unglücklicherweise in denselben Mann: Fripp arbeitet im Jugendzentrum, trägt karierte Hemden und kennt sich mit Hesse aus. Doch es ist nicht etwa die Eifersucht, die ihrer Freundschaft bald darauf ein jähes Ende setzt, sondern ein tragischer Unfall. Fast fünfzig Jahre später erhält Kat, die einen erfolgreichen Blog für Lebensberatung führt, eine Nachricht von Easy. In einem alten Haus an der Südküste Kretas treffen sie sich wieder und nehmen zwischen ausschweifenden Festen mit griechischen Nachbarn und rauschhaften Nächten am Strand das große Stück Leben in den Blick, das hinter ihnen liegt. Doch erst, als ein überraschender Besucher auf die Insel kommt, ist es ihnen möglich, sich der entscheidenden Frage zu stellen: Warum nur haben sie so unterschiedliche Erinnerungen an die Zeit mit Fripp? Mit einzigartigem Humor und psychologischer Scharfsicht erzählt Susann Pásztor von den wundervollen und schrecklichen Unwägbarkeiten des Lebens, und der Kunst, ihnen zu begegnen.  
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Kiepenheuer&Witsch; 1. Edition (6. Mai 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 272 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462052810
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462052817 
 
 
 
 
 
Wer den Blog aufmerksam verfolgt, der wird wissen, dass Susann Pásztor hier kein unbekannter Name ist. Sowohl "Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts" als auch "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" konnten mich seinerzeit begeistern. Daher war ich sehr erfreut, als ich die Möglichkeit über NetGalley erhielt, auch den neuesten Roman der Autorin zu lesen. Ob er mich ebenso begeistern konnte wie seine Vorgänger, könnt Ihr hier nachlesen:

 

Sonntag, 20. Juni 2021

Röder, Britta: Das Gewicht aller Dinge

Wer ist die junge Frau, die eines Morgens auf einer Parkbank aufwacht? Obwohl sie selbst keine Erinnerungen besitzt, löst sie bei jedem, dem sie begegnet, Erinnerungen aus. Ihre Spurensuche wird zum Sammeln fremder Lebensgeschichten. Oder sind diese anderen Geschichten vielleicht gar nicht fremd? Was verbindet sie mit dem trauernden Hochschullehrer Rolf? Was hat sie gemeinsam mit Charlotte, die mit ihr Erinnerungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs teilt? Je tiefer sie in die Leben der anderen eintaucht, desto intensiver kommt sie dem Leben selbst auf die Spur. Und mit der Erkenntnis, dass allem ein Gewicht anhaftet, steht sie schließlich vor der Entscheidung ihres Lebens. 


  • Herausgeber ‏ : ‎ Größenwahn Verlag; 1. Edition (22. März 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 250 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3957712874
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3957712875











Britta Röder kenne ich schon seit den Zeiten der Buchgesichter - virtuell, versteht sich. Ihre Romane "Die Buchwanderer" sowie "Zwischen den Atemzügen" habe ich seinerzeit gerne gelesen und wartete seither gespannt darauf, wann wohl ein neuer Roman der Autorin erscheinen würde. Hier ist er nun also, und ob er mir ebenso gut gefallen hat wie die anderen beiden Romane, verrate ich hier:



Samstag, 19. Juni 2021

Helfer, Monika: Vati

Monika Helfer schreibt fort, was sie mit ihrem Bestseller „Die Bagage“ begonnen hat: ihre eigene Familiengeschichte.

Ein Mann mit Beinprothese, ein Abwesender, ein Witwer, ein Pensionär, ein Literaturliebhaber. Monika Helfer umkreist das Leben ihres Vaters und erzählt von ihrer eigenen Kindheit und Jugend. Von dem vielen Platz und der Bibliothek im Kriegsopfer-Erholungsheim in den Bergen, von der Armut und den beengten Lebensverhältnissen. Von dem, was sie weiß über ihren Vater, was sie über ihn in Erfahrung bringen kann. Mit großer Wahrhaftigkeit entsteht ein Roman über das Aufwachsen in schwierigen Verhältnissen, eine Suche nach der eigenen Herkunft. Ein Erinnerungsbuch, das sanft von Existenziellem berichtet und schmerzhaft im Erinnern bleibt. „Ja, alles ist gut geworden. Auf eine bösartige Weise ist alles gut geworden.“ 






  • Herausgeber ‏ : ‎ Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; 2. Edition (25. Januar 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 176 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3446269177
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3446269170






Nachdem mich "Die Bagage" vor etwa einem Jahr beeindrucken konnte, wollte ich nun unbedingt auch die Fortsetzung der Familiengeschichte von Monika Helfer lesen. Wie erwartet begegnet man hier auch bereits bekannten Figuren, auch wenn der Schwerpunkt ein anderer ist: Monika Helfer hat eine besondere Art, sich einer Person anzunähern, behutsam und  wertschätzend und auch bei möglichen eigenen Verletzungen nie anklagend. Das gefällt mir gut... Wie es mir mit dem Roman ansonsten ging, könnt Ihr hier nachlesen:


Freitag, 18. Juni 2021

Helfer, Monika: Die Bagage

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft. 










  • Herausgeber ‏ : ‎ Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; 12. Edition (1. Februar 2020)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 160 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3446265627
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3446265622





Wieder ein Roman, der es bislang nicht in den Blog 'geschafft' hat - irgendwie hinke ich da sträflich hinterher. Nun wird es aber Zeit, weil ich mittlerweile auch bereits den zweiten Teil der Familienchronik gelesen habe, den ich hier ebenfalls vorstellen will. Monika Helfer hat eine ganz eigene Art des Schreibens und der Annäherung an die Geschichte ihrer eigenen Familie. Ruhig, distanziert, trotzdem berührend...



Sonntag, 13. Juni 2021

Strohmeyr, Armin: Ferdinandea...

 ... Die Insel der verlorenen Träume

Kurz nach Beginn der ansprechenden Lektüre verspürte ich das unbedingte Bedürfnis zu wissen, was Wikipedia zu dieser Insel zu bieten hat. Siehe da, sowohl die Insel als auch einige der Figuren, die zu Beginn des Romans handeln, sind dort ausführlich vermerkt. Es drängte sich die Frage auf, ob man denn einen Roman auf der Grundlage eines Wikipedia-Artikels schreiben könnte. Vielleicht, dennoch würde das dem Autoren sicher unrecht tun.

Nahe Siziliens kocht das Meer. Stellen wir uns eine „bleigraue aufgepeitschte Meeresszenerie“ vor.


„Über dem Horizont gewittert ein grüngelber Himmel. Aber nicht allein die schwefelige Giftigkeit der Wolken und die gleißende Helle der Blitze ließen Angelo den Atem stocken. Im Vordergrund sah er ein Fischerboot hilflos in den Wogenkämmen krängen... Die Fischer krallten sich an Ruder und Tauen fest, während ein Brecher über sie hinwegging. In der Mitte Dees Bildes, wo sich der Horizont zwischen aufgepeitschtem Meer und blitzdurchzucktem Himmel schwach abzeichnete, erhob sich ein graues Ungetüm.... Mit sicherer Hand setzte Kupfer [der Maler] einen leuchtenden Punkt auf die Bergkuppe – das Auge eines Dämons. Mit einem weiteren Pinselstrich, jetzt glutrot, ließ er dieses Auge auslaufen. Ein Feuerbach strömte über die Bergflanke und ergoss sich ins Meer.“ (Seite 67/68)

Freitag, 11. Juni 2021

Dicker, Joël: Das Geheimnis von Zimmer 622 (Hörbuch)


Eine dunkle Nacht im Dezember, ein Mord im vornehmen Hotel Palace de Verbier in den Schweizer Alpen. Doch der Fall wird nie aufgeklärt. Einige Jahre später verbringt der bekannte Schriftsteller Joël Dicker seine Ferien im Palace. Während er die charmante Scarlett Leonas kennenlernt und sich mit ihr über die Kunst des Schreibens unterhält, ahnt er nicht, dass sie beide in den ungelösten Mordfall hineingezogen werden. Was geschah damals in Zimmer 622, das es offiziell gar nicht gibt in diesem Hotel...

Mit der Präzision eines Schweizer Uhrmachers legt Joël Dicker die Spuren zu einer Dreiecksgeschichte aus Machtspielen, Eifersucht und Verrat in den vornehmsten Kreisen der Gesellschaft.
 
  • Gesprochen von: Torben Kessler
  • Spieldauer: 18 Std. und 54 Min. (ungekürzt)
  • Erscheinungsdatum: 01.03.2021
  • Sprache: Deutsch 
  •  Übersetzung:  Amelie Thoma und Michaela Meßner
  • Anbieter: HörbucHHamburg HHV GmbH 
  •  ASIN : B08WM2GR7L 




  • Diesmal kein Roman für eine Leserunde, sondern ein Hörbuch von audible. Vermutlich überwog die Enttäuschung bei den Lesern von Whatchareadin was den letzten Roman von Joël Dicker - "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" - anbelangt, so dass es das neueste Werk des Schweizer Autors wohl nicht in die Leserunden-Auswahl schaffte. Da ich aber seinerzeit von "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" so begeistert war, wollte ich trrotzdem gerne auch Dickers aktuellem Roman eine Chance geben. Ob sich das gelohnt hat? Lest selbst:

    Donnerstag, 10. Juni 2021

    Dicker, Joël : Das Verschwinden der Stephanie Mailer

    Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin. Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist. Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau ... - 

    Die idyllischen Hamptons sind Schauplatz einer fatalen Intrige, die Joël Dicker mit einzigartigem Gespür für Tempo und erzählerische Raffinesse entfaltet. 




    • Herausgeber ‏ : Piper; 4. Edition (2. April 2019)
    • Sprache ‏ : Deutsch
    • Übersetzung : Amelie Thoma und Michaela Meßner  
    • Gebundene Ausgabe ‏ : 672 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : 3492059392
    • ISBN-13 ‏ : 978-3492059398
    • Originaltitel ‏ : La Disparition de Stephanie Mailer



    Auch diesen Roman las ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin - allerdings bereits im Mai 2019. Weshalb ich ihn bislang nicht hier im Blog vorgestellt habe? Zeitmangel? Meine nicht so große Begeisterung im Vergleich zu Dickers fulminantem Welterfolg "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert"? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr. Aber da ich im Folgenden auch Joël Dickers neuesten Roman hier präsentieren möchte, gehört diese Buchvorstellung der Vollständigkeit halber m.E. unbedingt dazu. Hier ist sie also:

    Mittwoch, 9. Juni 2021

    Grünberg, Arnon: Besetzte Gebiete

    Wegen einer fehlgelaufenen Liebesgeschichte und falschen Anschuldigungen verliert Otto Kadoke seine Approbation als Psychiater in Amsterdam. Vor dem Nichts stehend, beschließt er, die Einladung seiner Verwandten Anat, einer fanatischen Zionistin, ins Westjordanland anzunehmen. Als der überzeugte Atheist und Anti-Zionist dort ankommt, muss er sich der Etikette halber zunächst als Anats Verlobter ausgeben, verliebt sich aber schließlich ernsthaft in sie. Sie willigt jedoch nur ein, ihn zu heiraten, wenn die beiden eine gottgefällige Ehe – das heißt mit vielen Kindern – führen, um das Heilige Land zu bevölkern und den Holocaust wettzumachen. Auf Kadoke warten viele Prüfungen. Ein Roman mit fast wahnwitzigen Wendungen und urkomischen Szenen, der zeigt, wie sehr die Vergangenheit unser Verhalten bestimmt. Die tragischkomische Liebesgeschichte des Antihelden Kadoke verwebt schonungslose Gesellschaftskritik, historische Analyse und die Untersuchung tiefmenschlicher, existenzieller Fragen. 

     


    • Herausgeber ‏ : Kiepenheuer&Witsch; 2. Edition (15. April 2021)
    • Sprache ‏ : Deutsch
    • Übersetzung : Rainer Kersten  
    • Gebundene Ausgabe ‏ : 432 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 346200106X
    • ISBN-13 ‏ : 978-3462001068
    • Originaltitel ‏ : Bezette gebieden

     

     

     "Der fünfzehnte Roman des niederländischen Bestsellerautors Arnon Grünberg wird von Kritik und Publikum als Höhepunkt seines schon vielfach preisgekrönten Werkes gefeiert (...) Ein Buch, das in den Niederlanden Begeisterungsstürme auslöste und auch in Deutschland seine Wirkung nicht verfehlen wird." - Diese Sätze gehören ebenfalls zum Klappentext und ließen mich Großes erwarten. Gelesen habe ich den neuen Roman Grünbergs im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin. Dort wurde das Buch sehr kontrovers diskutiert - und entsprechend bewertet. Ich gehörte leider nicht zu denen, die das Werk begeistern konnte. Weshalb nicht? Lest selbst:

    Sonntag, 6. Juni 2021

    Apuleius, Lucius: Amor und Psyche (Hörbuch)

    Als die Göttin Venus von der überirdischen Schönheit der Königstochter Psyche erfährt, schickt sie ihren Sohn Amor auf die Erde. Er soll die unliebsame Konkurrentin mit einem schrecklichen Dämon verheiraten. Doch auch Amor erliegt Psyches Schönheit und statt die Wünsche seiner Mutter zu erfüllen, lässt er die Geliebte heimlich in ein abgelegenes Schloss bringen. Dort besucht er sie Nacht für Nacht - bis Venus den Betrug ihres Sohnes entdeckt und die Liebe der beiden auf eine harte Probe stellt.  
     
     
     
     
     
     
     
    • Herausgeber : Der Audio Verlag (10. März 2017)
    • Sprache : Deutsch
    • Übersetzung : August Rode
    • Sprecherin : Helene Grass 
    • ISBN-10 : 3742400150
    • ISBN-13 : 978-3742400154
    • ungekürzte Ausgabe : 1 Stunde und 48 Minuten





    Auf dieses mir vollkommen unbekannte Hörbuch stieß ich, als ich durch das Programm von NDR-Kultur stöberte. Den sog. Klassikern widme ich mich eher selten - zumal wenn ich wie hier noch nie zuvor etwas davon gehört habe. Doch da die Dauer der Lesung nicht sehr umfangreich war, beschloss ich, hier einen Versuch zu wagen. Und so entdeckte ich ein antikes Märchen aus dem 2. Jhd. nach Christus, bei dem sich etliche Elemente finden, die in späteren Märchen aufgegriffen wurden. Angenehm zu hören war es außerdem...

    Samstag, 5. Juni 2021

    Bennett, Alan: Così fan tutte

    Mit allen Finessen der Ironie erzählt Bennett die Geschichte eines englischen Middleclass-Ehepaars, das vom Opernbesuch nach Hause kommt und seine Wohnung vollkommen leer vorfindet. Mit dem Verlust der gediegenen Einrichtung beginnt für sie ein neues, weniger weich gepolstertes Leben.

    Mozart spielte in ihrer Ehe eine wichtige Rolle. Sie hatten keine Kinder und ohne Mozart hätten sie sich wahrscheinlich schon vor Jahren getrennt. An jenem Abend waren die Ransomes in »Così fan tutte« gewesen, und als sie nach Hause kamen, war ihre Wohnung vollkommen leergeräumt. Nichts war geblieben, weder der Kronleuchter noch der Teppichboden, nur die Fußleisten. Während Mr. Ransome darauf besteht, am nächsten Morgen im Abendanzug in seine Anwaltskanzlei zu gehen, als sei nichts geschehen, beschließt Mrs. Ransome leicht irritiert, das Beste daraus zu machen und zieht los, um das Nötigste für den Alltag zu erwerben: eine ochsenblutfarbene Schuhcreme für ihren Mann, zwei Tassen und Teebeutel, ein Sieb, Spülmittel und einen Geruchsstein fürs WC. Eine merkwürdige Abenteuerlust und Lebensfreude bemächtigt sich ihrer – und als die komplette Einrichtung eines Tages wieder auftaucht, ist es schon zu spät: Nichts wird mehr so sein wie es einmal war.

     

    • Herausgeber : Wagenbach; Neuauflage. (15. Februar 2009)
    • Sprache : Deutsch
    • Übersetzung : Brigitte Heinrich 
    • Gebundene Ausgabe : 120 Seiten
    • ISBN-10 : 3803112133
    • ISBN-13 : 978-3803112132
    • Originaltitel : The Clothes They Stood Up In

     

     

    Laaaang ist's her, dass hier im Blog etwas zu Alan Bennetts wohl bekanntestem Werk: "Die souveräne Leserin" geäußert wurde - fast auf den Tag genau vor acht Jahren... Doch der britische Schriftsteller, Dramatiker, Regisseur, Schauspieler sowie Drehbuchautor hat noch einige andere Bücher verfasst, zu einem davon habe ich jetzt endlich gegriffen.

     

    Freitag, 4. Juni 2021

    Schubert, Helga: Vom Aufstehen

    Ein Jahrhundertleben – verwandelt in Literatur

    Drei Heldentaten habe sie in ihrem Leben vollbracht, erklärt Helga Schuberts Mutter ihrer Tochter: Sie habe sie nicht abgetrieben, sie im Zweiten Weltkrieg auf die Flucht mitgenommen und sie vor dem Einmarsch der Russen nicht erschossen. In kurzen Episoden erzählt Helga Schubert ein deutsches Jahrhundertleben – ihre Geschichte, sie ist Fiktion und Wahrheit zugleich. Als Kind lebt sie zwischen Heimaten, steht als Erwachsene mehr als zehn Jahre unter Beobachtung der Stasi und ist bei ihrer ersten freien Wahl fast fünfzig Jahre alt. Doch vor allem ist es die Geschichte einer Versöhnung: mit der Mutter, einem Leben voller Widerstände und sich selbst.

    Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse...

     

     

     

    • Herausgeber : dtv Verlagsgesellschaft (18. März 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Gebundene Ausgabe : 224 Seiten
    • ISBN-10 : 3423282789
    • ISBN-13 : 978-3423282789

     

     

    Ein Buch, zu dem ich ohne die Leserunde bei Whatchareadin vermutlich nicht gegriffen hätte. Und was wäre mir da entgangen! Ich kannte bislang kein Werk der ostdeutschen Autorin, die noch keinen Roman verfasst hat, sondern immer Kurzgeschichten - so auch hier. Und auch wenn mir nicht jede einzelne der 29 Erzählung gleichermaßen zusagte, so gab es hier von mir die Höchstwertung. Die leisen Geschichten überraschen mit Kippmomenten und Widersprüchlichkeiten und sind oft pointiert auf den letzten Satz zugeschrieben. Große Kunst!

    Donnerstag, 3. Juni 2021

    Higashino, Keigo: Kleine Wunder um Mitternacht

    Es ist kurz vor Mitternacht, als drei junge Einbrecher in einen verlassenen Gemischtwarenladen eindringen, um nach ihrem Raubzug unterzutauchen. Doch Atsuya, Shota und Kohei wird keine ruhige Stunde bis zum Morgengrauen gewährt: Ein Brief wird von außen durch einen Schlitz in den Laden geworfen, obwohl in der Dunkelheit vor der Tür kein Mensch zu sehen ist. Als ihn die erstaunten Kleinkriminellen öffnen, beginnt eine unglaubliche Geschichte, die eine Nacht lang das Leben unzähliger Menschen verändern wird – und eigentlich begann sie vor über dreißig Jahren, als ein weiser alter Mann mit seinen Worten kleine Wunder vollbringen konnte.
     
     
     
     
     
     
     
     
     
    • Herausgeber : Limes Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (13. April 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Übersetzung : Astrid Finke 
    • Gebundene Ausgabe : 416 Seiten
    • ISBN-10 : 3809027103
    • ISBN-13 : 978-3809027102
    • Originaltitel : Namiya zakkaten no kiseki (The Miracles of the Namiya General Store)
     
     
     
    Im Grunde war es etwas überraschend, dass dieser Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin angeboten wurde - meist gibt es dort eher literarisch anspruchsvolle Romane oder aber Krimis und Thriller. Ich habe mich aber auf einen Wohlfühlroman gefreut nach all der anspruchsvollen Lektüre - und habe ihn bekommen. Ob dieser Roman des ansonsten erfolgreichen japanischen Krimiautors mir nun auch gefallen hat, könnt ihr hier nachlesen:


    Montag, 31. Mai 2021

    BlogPost Nr. 175: Unsere Beiträge im Mai 2021

    Viele schöne Tage gab es im Mai nicht - manchmal allerdings blitzte dann doch der blaue Himmel durch, wie das Bild beweist... Unsere Blog-Beiträge im Mai gibt es hier noch einmal in der Zusammenfassung - dabei übergehen wir allerdings die aufgrund von Formatierungsproblemen notwendig gewordene Aufteilung der Rezensionsverlinkungen...

    Sonntag, 30. Mai 2021

    Kutscher, Volker: Der Nasse Fisch

    Gereon Raths erster Fall

    Babylon Berlin. Der erste Blick in BABYLON BERLIN führte fast sofort zum abschalten. Das war wohl nichts für mich. Doch Wochen später versuchte ich es noch einmal und blieb plötzlich gefesselt sitzen. Das war keine Serie über die dekadenten Reichen kurz vor der Weltwirtschaftskrise, das war ein handfester politischer Krimi, vier Jahre vor der Machtergreifung, der Nationalsozialisten.

    Der Kommissar Gereon Rath kommt aus Köln in die Hauptstadt nach Berlin und dort in dieKriminalinspektion E, das ist die sogenannte „Sitte“. Mit dem Oberkommissar Bruno Wolter soll er ermitteln gegen illegale Prostitution und scheint doch einen Zusatzauftrag zu haben.

    Drei Staffeln habe ich nun gesehen und dies gab den Anstoß für Hörbuch Nr. 1: DER NASSE FISCH des Erfolgsautors Volker Kutscher, erster Fall für den Kriminalkommissar Gereon Rath.

    Samstag, 29. Mai 2021

    Brühl, Christine von: Schwäne in Weiß und Gold

    Geschichte einer Familie

    Erst vor kurzem behauptete ich hier, dass es Bücher gibt, die einen ins Museum treiben. Bei diesem Post ging es um Bilder, die mich sicher und endlich wieder einmal in die Gemäldegalerie Alte Meister bringen werden. An anderer Stelle waren es das Grüne Gewölbe, die Dresdner Schatzkammer. Auf der Suche nach des Dinglingers Meisterwerken, auf die Spur gesetzt von Kurt Arnold Findeisen. Ein völlig anderes Ding war eine Ausstellung im Albertinum, die vor einigen Jahren Skulpturen von Indianern zeigten, die das Vatikanische Museum an die Elbe ausgeliehen hatte.

    Schon wieder liegt ein Buch vor mir, dass eine ähnliche Wirkung haben wird: ich besuche irgendwann im Sommer sicherlich die Dresdner Porzellanausstellung in es geht um das sogenannte Schwanenservice um die Schwäne in Weiß und Gold. Auch wenn es nicht mehr vollständig ist, die etwas über dreißig Teile, die die Familie Brühl dahin auslieh vor Jahrzehnten, sind glücklicherweise erhalten geblieben, auch die Formen gibt es im Lager der bekannten Meißner Manufaktur noch.


    Damit ist der Name gefallen, um den es geht: Brühl. Christine von Brühl , eine Nachfahrin des Grafen Heinrich von Brühl schreibt sich die Familiengeschichte von der Seele und das hat seinen Grund.


    Sonntag, 23. Mai 2021

    Jahn, Klara: Die Farbe des Nordwinds

    Schon immer hat Ellen sich wie eine Besucherin in ihrem eigenen Leben gefühlt. Außer einmal, als Kind, als sie mit ihrer Mutter kurz auf den Halligen lebte. Abreisen wollte sie damals nicht, doch sie hatte keine Wahl. Nun kehrt sie zurück auf dieses merkwürdig vertraute Fleckchen Marschland. Und zu Liske, die damals wie eine Schwester für sie war. Ihre Annäherung wühlt alte Konflikte wieder auf, doch Ellen lässt sich nicht entmutigen. Denn sie weiß: Dies ist ihre Seelenheimat.
     
     
    • Herausgeber : Heyne Verlag (8. März 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Gebundene Ausgabe : 400 Seiten
    • ISBN-10 : 3453273133
    • ISBN-13 : 978-3453273139
     
     
     
     
     
     
    Gelegentlich lese ich auch gerne Wohlfühlromane, und da ich hinter dem Cover, dem Titel und dem Klappentext einen solchen vermutete, bewarb ich mich bei Lovelybooks im Rahmen einer Leserunde um ein Leseexemplar. Erfreulicherweise hatte ich Glück und wurde ausgelost. Doch handelt es sich hier tatsächlich wie erwartet um einen Wohlfühlroman? Nicht wirklich, finde ich - was wirklich dahinter steckt, könnt Ihr hier lesen:
     

    Samstag, 22. Mai 2021

    Filipenko, Sasha: Der ehemalige Sohn

    Eigentlich sollte der junge Franzisk Cello üben fürs Konservatorium, doch lieber genießt er das Leben in Minsk. Auf dem Weg zu einem Rockkonzert verunfallt er schwer und fällt ins Koma. Alle, seine Eltern, seine Freundin, die Ärzte, geben ihn auf. Nur seine Großmutter ist überzeugt, dass er eines Tages wieder die Augen öffnen wird. Und nach einem Jahrzehnt geschieht das auch. Aber Zisk erwacht in einem Land, das in der Zeit eingefroren scheint.
     
    (Quelle: Klappentext)
     
     
    • Herausgeber : Diogenes; 1. Edition (24. März 2021)
    • Sprache : Deutsch
    • Übersetzung : Ruth Altenhofer 
    • Gebundene Ausgabe : 320 Seiten
    • ISBN-10 : 3257071566
    • ISBN-13 : 978-3257071566
    • Originaltitel : Biwschij Sin
     
     
     
     
     
    Nachdem ich vor etwa einem Jahr meinen ersten Roman von Sasha Filipenko gelesen und auch hier im Blog vorgestellt habe: ROTE KREUZE, war ich neugierig darauf, nun auch sein Debüt kennenzulernen. Gelesen habe ich diesen Roman auch diesmal wieder im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, wo über die Lektüre einmal mehr sehr lebendig diskutiert wurde. Dem Diogenes Verlag danke ich in diesem Rahmen für die Bereitstellung eines Leseexemplars!
     

    Sonntag, 16. Mai 2021

    Laskas, Jeanne Marie: Briefe an Obama

    Es ist erst wenige Wochen her, als ich auf unserem Blog den ersten Band der Memoiren von Barack Obama vorstellte. In EIN VERHEISSENES LAND kam der Autor kurz darauf zu sprechen, dass aus den vielen Zuschriften, die das Weiße Haus jeden Tag erhält, zehn Briefe ausgewählt werden, die Präsident Obama dann am Abend liest.

    Doch wer suchte diese aus? Gab es dabei ein System? Beantwortete der Präsident diese zehn Briefe persönlich?

    Jeanne Marie Lasker bekam Zugriff zu den Menschen und den Briefen, sie besuchte das President Conversation Team, sprach mit Mitarbeitern, Praktikanten und der Frau, die täglich aus ungefähr 200 Zuschriften, Briefe und Mails, eben diese zehn Briefe aussuchte.


    Wir Leserinnen und Leser lernen sie „alle“ kennen, diese Amerikaner, die sich hinsetzten und dem Präsidenten, oder ganz besonders ihrem Präsidenten schrieben: Der arbeitslosen Lehrerin, dem Militärveteranen, dem Akademiker, der Einwanderin und eine ganze Reihe von Kindern. Kinder, die ihre Eltern beim Wahlkampf für Obama begleiteten, Kinder, die ihm ihre Hausaufgaben zur Kontrolle schickten.