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Samstag, 6. September 2025

Lynch, Paul: Das Lied des Propheten

 

An einem regennassen Abend in Dublin öffnet die Wissenschaftlerin und vierfache Mutter Eilish Stack ihre Haustür und steht zwei Beamten der neu gegründeten irischen Geheimpolizei gegenüber. Sie sind gekommen, um ihren Mann Larry, einen bekannten Gewerkschafter, zu verhören. Kurz nach dieser Begegnung verschwindet Larry, und sehr schnell beginnen die Dinge in Eilishs Welt aus dem Ruder zu laufen. Irland befindet sich in der Gewalt einer Regierung, die auf dem Weg in die Tyrannei ist. Eilish findet sich in der alptraumhaften Logik einer kollabierenden Gesellschaft wieder, angegriffen von unsichtbaren Kräften, die sich ihrer Kontrolle entziehen. Sie ist gezwungen, alles zu tun, um ihre Familie zu schützen und alle zusammenzuhalten. Wie soll sie ihren Kindern erklären, was passiert ist, wenn sie nach dem Vater fragen? Wie wird ihr eigener zunehmend dementer Vater auf die gravierenden Veränderungen seines Alltags reagieren? Und wie weit wird Eilish selbst gehen, um sich und ihre Familie zu retten? »Das Lied des Propheten« ist ein atemloses Porträt einer Familie am Rande der Katastrophe, das stilistisch und emotional seinesgleichen sucht. Paul Lynchs meisterhafter Roman ist das Buch der Stunde – und ein Appell, die entstehenden autoritären Regime der Gegenwart zu bekämpfen. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Klett-Cotta / 2024/ ISBN: 978-3-608-98822-2 / 320 Seiten
 

Kurzmeinung: Ein unbequemes Buch, sperrig und poetisch, mahnend und leider nur zu vorstellbar - zurecht ausgezeichnet mit dem Booker-Preis 2023...


Freitag, 2. Februar 2024

Karunatilaka, Shehan: Die sieben Monde des Maali Almeida

 

Colombo, Sri Lanka, Anfang der Neunzigerjahre. Maali Almeida, ein verkappt schwuler Kriegsfotograf und Zocker, erwacht eines Morgens im Jenseits, das eine himmlische Einwanderungsbehörde zu sein scheint. Während sein toter Körper gerade im Beira Lake versinkt, hat Maali keinen blassen Schimmer, von wem und warum er umgebracht wurde. Mitten im Bürgerkrieg ist die Liste der Verdächtigen leider bedrückend lang, wovon all die Geister und Dämonen, die ihn ab jetzt begleiten, ebenfalls ein furchterregendes Lied singen können. Doch auch im Leben nach dem Tod ist Zeit ein knappes Gut: Sieben Tage bleiben Maali, um herauszufinden, was geschehen ist. Und noch etwas treibt ihn um: Wie kann er mit den beiden ihm am nächsten Menschen Kontakt aufnehmen, um ihnen mitzuteilen, wo die Negative einiger hochbrisanter Fotos versteckt sind, die Sri Lanka in Aufruhr versetzen und der Welt zeigen sollen, was in seiner Heimat geschieht? (Verlagsbeschreibung)

DNB / rowohlt / 2023 / ISBN 978-3-498-00369-2 / 544 Seiten
 






Einmal mehr ein Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte. Und manchmal sind Leserunden richtig gut, denn da stößt man dann auf angesprochene Details, die man ansonsten wohl überlesen hätte, und wird auf Interpretationsansätze gestoßen, auf die man womöglich alleine nicht gekommen wäre. Hier war die Leserunde definitiv von Vorteil, denn dieser Roman ist verwirrend, zynisch, brutal, verworren, verschachtelt, voller Geister und Dämonen und doch so schonunglos real - grandios! Für mich ein Highlight gleich zu Beginn des Jahres. Mehr dazu könnt Ihr hier lesen:


Sonntag, 26. November 2023

Shree, Geetanjali: Mai

 

Während Sunaina mit ihrem Bruder durch den Guavenhain streift und auf Mangobäume klettert, ist ihre Mutter Mai stets zu Hause. Unter den Argusaugen ihrer Schwiegermutter stampft sie Linsen, röstet Papadam, backt Chapati. Still umsorgt sie die ganze Familie, fast unsichtbar hinter den Mauern des großen Anwesens. Als Sunaina und ihr Bruder älter werden, lehnen sie sich gegen die starren Regeln der Familie auf und setzen sich ein gemeinsames Ziel: Mai aus ihrer so eng scheinenden Welt zu befreien. Erst spät bemerken sie allerdings, dass Mais Welt eine ganz andere ist, als sie glauben. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Unionsverlag / 2023 / ISBN 978-3-293-20974-9 / 240 Seiten

 

 

 

 

 

 

 

Ein weiterer Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte. Manchmal entstehen da ganz interessante Diskussionen. Dieser Roman versprach einen interessanten Einblick in den Wandel der Lebensverhältnisse in Indien im Laufe der letzten Jahrzehnte - Frauenbilder Indiens zwischen Tradition und Moderne. Wie mir der Roman gefiel, könnt Ihr hier nachlesen:


Montag, 13. Dezember 2021

Stuart, Douglas: Shuggie Bain

Shuggie ist anders, zart, fantasievoll und feminin, und das ausgerechnet in der Tristesse und Armut einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er-Jahre, mit einem Vater, der virile Potenz über alles stellt. Shuggies Herz gehört der Mutter, Agnes, die ihn versteht und der grauen Welt energisch ihre Schönheit entgegensetzt, Haltung mit makellosem Make-up, strahlend weißen Kunstzähnen und glamouröser Kleidung zeigt - und doch Trost immer mehr im Alkohol sucht. Sie zu retten ist Shuggies Mission, eine Aufgabe, die er mit absoluter Hingabe und unerschütterlicher Liebe Jahr um Jahr erfüllt, bis er schließlich daran scheitern muss. Ein großer Roman über das Elend der Armut und die Beharrlichkeit der Liebe, tieftraurig und zugleich von ergreifender Zärtlichkeit.  

(Klappentext)







  • Herausgeber ‏ : ‎ Hanser Berlin; 3. Edition (23. August 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung  : Sophie Zeitz 
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 496 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3446271082
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3446271081
  • Originaltitel ‏ : ‎ Shuggie Bain



"Selten war ich so erleichtert, dass ich ein Buch zuschlagen konnte. So eindringlich und unerträglich, voller emotionaler Wucht..." Das schrieb ich, nachdem ich den Roman, der mit dem Booker Preis 2020 ausgezeichnet wurde, im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks beendet hatte. Ein düsterer Roman, der für mich nur passagenweise zu ertragen war. Beeindruckend auch lange über die letzte Seite hinaus...