An einem regennassen Abend in Dublin öffnet die Wissenschaftlerin
und vierfache Mutter Eilish Stack ihre Haustür und steht zwei Beamten
der neu gegründeten irischen Geheimpolizei gegenüber. Sie sind gekommen,
um ihren Mann Larry, einen bekannten Gewerkschafter, zu verhören. Kurz
nach dieser Begegnung verschwindet Larry, und sehr schnell beginnen die
Dinge in Eilishs Welt aus dem Ruder zu laufen. Irland befindet sich in
der Gewalt einer Regierung, die auf dem Weg in die Tyrannei ist. Eilish
findet sich in der alptraumhaften Logik einer kollabierenden
Gesellschaft wieder, angegriffen von unsichtbaren Kräften, die sich
ihrer Kontrolle entziehen. Sie ist gezwungen, alles zu tun, um ihre
Familie zu schützen und alle zusammenzuhalten. Wie soll sie ihren
Kindern erklären, was passiert ist, wenn sie nach dem Vater fragen? Wie
wird ihr eigener zunehmend dementer Vater auf die gravierenden
Veränderungen seines Alltags reagieren? Und wie weit wird Eilish selbst
gehen, um sich und ihre Familie zu retten? »Das Lied des Propheten« ist
ein atemloses Porträt einer Familie am Rande der Katastrophe, das
stilistisch und emotional seinesgleichen sucht. Paul Lynchs
meisterhafter Roman ist das Buch der Stunde – und ein Appell, die
entstehenden autoritären Regime der Gegenwart zu bekämpfen.
(Verlagsbeschreibung)
Dominic Salt lebt mit seinen drei Kindern auf einer verlassenen
Insel, irgendwo zwischen Australien und Antarktis. Weil das kleine Stück
Land langsam vom steigenden Wasser verschlungen wird, ist das
Forschungsteam, zu dem auch Dominic gehörte, längst abgereist, und bald
soll auch die Familie ans Festland zurückkehren. Doch wird in einer
folgenreichen Sturmnacht plötzlich eine Frau an die Küste gespült. Sie
ist schwer verletzt, fast erfroren. Wer ist die Fremde? Und wie ist sie
ausgerechnet nach Shearwater geraten? Während die Kinder sich von ihrer
atemberaubend schönen Insel verabschieden müssen, von den Seelöwen und
Albatrossen, den sturmumtosten Klippen und versteckten Senken, beginnen
die fünf Menschen, einander zu umkreisen, ihre Sehnsüchte und
Geheimnisse zu teilen und sich zu fragen: Welche Entscheidungen müssen
wir treffen, um die Menschen zu schützen, die wir lieben?
(Verlagsbeschreibung)
DNB / S. Fischer / 2025 / ISBN:978-3-10-397683-0/ 368 Seiten
Kurzmeinung:Beeindruckende
Naturschilderungen, eine andauernde unterschwellige Bedrohung, ein
dystopischer Ansatz - unglaublich atmosphärischer Roman...
Mit Geistern kennen die Hunters sich aus. Auch im Kampf gegen die
Mutanten sind sie mittlerweile geübt. Nicht nur das Militär greift
deshalb auf ihre Unterstützung zurück, sondern auch Städte und Gemeinden
rufen sie immer häufiger zu Hilfe, um Schottland wieder sicherer zu
machen. Gegen giftigen Regen sind allerdings auch die Hunters machtlos.
Auch werden die Raiders, die plündernd durchs Land ziehen und dabei
stetig dreister und gewalttätiger werden, zu einer unkalkulierbaren
Bedrohung für die Bevölkerung. Dann ist da noch Finn, dem Henry in seinen Träumen begegnet. Wie weit
gingen die Experimente des IPS wirklich? Welche Informationen hat Sam
auf den Festplatten des Instituts gefunden, die er noch nicht mit seinen
Freunden geteilt hat? (Verlagsbeschreibung)
Kurzmeinung: Überzeugendes Finale mit sehr offenem Ende, das vielleicht noch auf eine
Fortsetzung irgendwann hoffen lässt. Spannend, emotional, Lesespaß!
Nach den schrecklichen ersten Wochen in der neuen Wirklichkeit haben die
Hunters Zuflucht auf Ciùineas gefunden. Zeit zum Durchatmen bleibt
ihnen allerdings nicht: Beim Angriff auf Edinburgh wurde das Institute
for Paranormal Science zerstört und niemand weiß, woran dort geforscht
wurde. Könnte von den Experimenten jetzt womöglich eine Bedrohung für
die Bevölkerung ausgehen? Während sich die Hunters auf der Suche nach
Antworten tief in die zerstörten Gebäude vorwagen, kämpft Ayden gegen
die Dämonen aus seiner Vergangenheit. Doch in den Ruinen des Instituts
lauern Schrecken, die einen kühlen Kopf erfordern, damit die Hunters
vollzählig von ihrer Mission zurückkehren... (Verlagsbeschreibung)
Kurzmeinung: Band 2 der Trilogie hat mich vollständig überzeugt - spannende
Entwicklungen, interessante Erkenntnisse, gelungenes Spiel mit den
Emotionen.
Als eingeschworenes Team arbeiten Riley, Ayden, Jo und Parker unter dem
Namen Hunters in Edinburgh als paranormal begabte Geisterjäger. Privat
stemmen sie gemeinsam den nicht immer leichten Alltag, stets darauf
bedacht, unter dem Radar des Institute for Paranormal Science zu
bleiben. Doch dann geschieht eine Katastrophe, die nicht nur das Leben
der Hunters völlig aus der Bahn wirft. Während die vier noch versuchen,
sich in der neuen Wirklichkeit zurechtzufinden, bahnt sich geheim
gehalten vor der Bevölkerung bereits das nächste Grauen an. Ein Grauen,
bei dessen Bekämpfung die Fähigkeiten der Hunters sehr hilfreich sind.
Ihre Hilfe könnte allerdings äußerst tödlich für sie enden… (Verlagsbeschreibung)
Kurzmeinung:
Düsterer Einstieg in die Trilogie - dystopische Fantasy, traumatisierte
Charaktere, aber auch interessante Fähigkeiten und Herausforderungen...
2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta
verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt
mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei
Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich
der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört
auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba
schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des
Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch,
die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. Isabelle
Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario
vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie aus der Perspektive
dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt
uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten?
(Verlagsbeschreibung)
DNB / mare / 2024 / ISBN978-3-86648-708-6/ 208 Seiten
Nach "Herz auf Eis" und "Klara vergessen" war ich natürlich wieder neugierig auf den neuesten Roman von Isabelle Autissier. Freundlicherweise erhielt ich über NetGalley ein Rezensionsexemplar - und war verblüfft. Das Buch ist irgendwie eine Mischung aus Roman und Sachbuch, in jedem Fall sehr informativ. Eine desillusionierende Dystopie, beängstigend nah an der Realität - ist Venedig dem Untergang geweiht? Mehr dazu könnt ihr hier erfahren:
Auf einer Anhöhe abseits einer kleinen Stadt am Meer liegt das High
House. Dort leben Grandy und seine Enkeltochter Sally sowie Caro und ihr
Halbbruder Pauly. Das Haus verfügt über ein Gezeitenbecken und eine
Mühle, einen Gemüsegarten und eine Scheune voller Vorräte – die Vier
sind vorerst sicher vor dem steigenden Wasser, das die Stadt zu
zerstören droht. Aber wie lange noch? Caro und ihr jüngerer Halbbruder
Pauly kommen im High House an, nachdem ihr Vater und ihre Stiefmutter,
zwei Umweltforscher*innen, sie aufgefordert haben, London zu verlassen,
um im höher gelegenen Haus Zuflucht zu suchen. In ihrem neuen Zuhause,
einem umgebauten Sommerhaus, das von Grandy und seiner Enkelin Sally
betreut wird, lernen die Vier, miteinander zu leben. Doch das Leben ist
anstrengend, besonders im Winter, die Vorräte sind begrenzt. Wie lange
bietet das Haus noch die erhoffte Sicherheit? (Verlagsbeschreibung)
Und erneut ein Buch, das ich als Rezensionsexemplar über NetGalley erhalten
habe - wieder einmal ein herzliches Dankeschön dafür! Diesmal fiel meine
Wahl auf eine von mir eher selten gelesenen Dystopie mit einer sehr aktuellen Thematik - und so viel kann ich hier schon vorab verraten: dies war ein sehr eindringliches und bedrückendes Leseerlebnis. Wie es mir ansonsten mit dem Roman erging, könnt Ihr gerne hier nachlesen:
Perlen der Literatur - Eine Reihe aus dem Input Verlag.
Vor vierundsiebzig Jahren erschien im Juni 1949 der Roman Nineteen Eighty-Four, im Deutschen 1984 von George Orwell (1903 – 1950). Nachdem der Text zu diesem Buch nunmehr gemeinfrei geworden war, gab es eine Reihe neuer Übersetzungen. Für den INPUT-Verlag und für die Reihe Perlen der Literatur übersetzte Gerrit Pohl den Roman neu und schrieb dafür ein Vorwort sowie das Nachwort. Verschiedene Übersetzungen zu vergleichen ist meine Sache nicht. Warum mir die hier vorliegende Ausgabe allerdings gut gefällt, ist Gegenstand dieser Buchbesprechung.
Inhalt: Orwell hat den Roman in drei überschriftslose Kapitel eingeteilt, die auch nur Eins, Zwei und Drei benannt sind. Eins beinhaltet die Schilderung des dystopischen Überwachungsstaates. Winston Smith Arbeit im Wahrheitsministerium – Minitrue –, seine Beschäftigung dort besteht in der Veränderung oder Neufassung alter Nachrichten auf Grund neuer „Erkenntnisse“ des Großen Bruders - Big Brother. Die daraus resultierende „Geschichtsfälschung“ ist schon keine mehr, denn inzwischen werden ja die „Fälschungen“ gefälscht. Dann lernt Winston Julia kennen...
Zwei erzählt von der beginnenden Liebe zwischen Julia und Winston, dem Weg in den inneren Widerstand gegen die Diktatur und der Verhaftung der Hauptfigur. Im Drei geht es um Gefangenschaft, Folter und darüber. dass die auch durch Folter erfolgte Gehirnwäsche funktioniert. Winston steht wieder an der Seite des Großen Bruders.
"Der zwölfjährige Bird lebt mit seinem Vater in Harvard. Seit einem Jahrzehnt wird ihr Leben von Gesetzen bestimmt, die nach Jahren der wirtschaftlichen Instabilität und Gewalt die »amerikanische Kultur« bewahren sollen. Vor allem asiatisch aussehende Menschen werden diskriminiert, ihre Kinder zur Adoption freigegeben. Als Bird einen Brief von seiner Mutter erhält, macht er sich auf die Suche. Er muss verstehen, warum sie ihn verlassen hat. Seine Reise führt ihn zu den Geschichten seiner Kindheit, in Büchereien, die der Hort des Widerstands sind, und zu seiner Mutter. Die Hoffnung auf ein besseres Leben scheint möglich. Eine genauso spannende wie berührende Geschichte über die Liebe in einer von Angst zerfressenen Welt." (Klappentext)
Es beginnt Anne PARDEN mit ihrer Rezension, der Bücherjunge wird im Anschluss antworten.
2025. Bürgerkrieg in Deutschland. Wer da wirklich gegen wen kämpft und warum ist nicht ganz ersichtlich. Hier ist mal von Reichsbürgern die Rede, aber die Ziele der Kriegsparteien und überhaupt die Politik sind anscheinend nicht wichtig für diesen hier vor uns liegenden Roman, ein Rezensionsexemplar von Georg Adamah. Vielen Dank schon hier für dieses Buch.
Zunächst diskutieren Ismael und Hannah die Möglichkeiten ihrer kleinen Familie zu der noch Tochter Leonie gehört. Hannah will, dass sie nach Nordafrika auswandern. NORDAFRIKA? Doch Ismael hat da noch eine andere Beziehung...
Und dann ist da noch Elia, ein Penner, denn Fähigkeiten sich erst noch herausstellen müssen. Dann ist Hannah weg und Ismael van Wyden schließt sich mit diesem Elia einer mit Schwertern und Schusswaffen ausgerüsteten Gruppe an, die vom HAUPTMANN geführt wird. Sie marschieren durch ein nahezu menschenleeres Europa, allerdings auch konsequent die meisten Ortschaften und Städte meidend. Es fliegen keine oder kaum Flugzeuge. Sie überqueren dabei seltsamerweise keine Autobahnen, treffen auf Nonnen, die ihnen zwar Unterkommen gewähren, dafür aber massakriert werden... Inzwischen stehen Russen und Chinesen mit ihren Streitkräften mitten in Europa.
Der Weg nach Nordafrika ist schwer und kommt den Leserinnen und Lesern vermutlich bekannt vor....
Wie schon im Vormonat las ich auch diesmal wieder eine Folge der dystopischen Reihe 'Hamburg Rain 2084'. So sporadisch, wie ich die Folgen lese, kann man das auch schon als 'Projekt' bezeichnen. Aber immerhin geht es ja weiter...
Da jedes Buch der Reihe von einem/r anderen Autor/in geschrieben wurde, weiß man nie, was einen erwartet. Das ist einerseits spannend, führt aber auch naturgemäß zu Auf und Abs im Leseerlebnis. Ob dieser Teil eher überzeugen konnte oder doch enttäuschte, kann hier nachgelesen werden:
Und noch eine Reihe, die ich ein wenig aus den Augen verloren habe. Nachdem ich das Prequel sowie zwei Folgen dieser Dystopie gelesen hatte, stagnierte dieses Projekt irgendwie - ohne dass ich hätte sagen können weshalb...
Doch nun soll es damit peu à peu weitergehen. Wie mir dieser Band gefallen hat, werde ich nun näher aussführen:
In einer hoffentlich fernen, besser noch, nie so eintreffenden Zukunft, scheint in einem kleinen Kaff im Norden noch alles beim alten zu sein. Bis mit einem Schlag keine Post mehr kommt. Die Chefin des Postamtes sendet ihren Sohn, der bisher als Postbote arbeitete, in die „Hauptstadt“. Er soll ergründen, was da los ist.
Es ist eine seltsame Stadt, in die Teo da kommt. Gleichsam fortbauend bewegt sie sich in der Fläche und in die Höhe. Das Hauptpostamt liegt irgendwo in einer der unteren Ebenen. Man braucht es nicht mehr, Briefe werden nicht mehr geschrieben, Pakete könnten mit Drohnen versendet werden. Nun regiert der SCHWARM.
„Der Ort der Macht war nie ein Palast oder Parlament, sondern immer schon das Hirn.“ (Seite 130)
Alle Menschen sind durch in diesen Schwarm durch ihren Funknerv verbunden. Den Funknerv bekommt man, indem man eine runde Kugel wie eine Pille schluckt. Nichts ist mehr geheim, nichts geht mehr verloren, selbst nach dem Tof sind die Gedanken, selbst die Gefühle für andere SCHWÄRMER abrufbar.
Celestine wurde als »fehlerhaft« gebrandmarkt, sie gehört nun zu den
Menschen zweiter Klasse. Doch statt sich den strikten Regeln des Systems
zu unterwerfen, flieht sie. Denn Celestine ist auch ein Symbol der
Hoffnung für alle anderen Fehlerhaften. Gelingt es ihr, den grausamen
Richter Crevan zu überführen? Das wäre die Chance auf einen Neuanfang
für die Fehlerhaften. Aber gibt es auch für ihre große Liebe eine neue
Chance? Für Celestine geht es um alles – um Gerechtigkeit für sich
selbst und alle anderen und um eine lebenswerte Zukunft.
Zur Erinnerung: Schwarz und Weiß - in diese Kategorien ist die Welt
aufgeteilt, in der die inzwischen 18-jährige Celestine lebt. Lässt man
sich nichts zuschulden kommen, gehört man zu den Perfekten, doch ein
Fehltritt reicht, um vor die Gilde gezerrt zu werden, die über die
moralische Unfehlbarkeit der Gesellschaft wacht. Einmal verurteilt, wird
man mit einem großen 'F' gebrandmarkt, das je nach Vergehen eine andere
Körperstelle markiert. Nach einer Lüge wird das Brandeisen auf die
Zunge gedrückt, fehlerhaftes Denken führt zu einem 'F' auf der Schläfe,
ein Diebstahl zu einem Brandmal auf der Handinnenfläche. Seit einer
Handlung aus dem Bauch heraus gehört Celestine zu den Fehlerhaften,
gesellschaftlich geächtet und einer Vielzahl von Repressalien
ausgesetzt.
Nach dem spannenden Ende des ersten Teils war ich
froh, dass ich den zweiten und damit letzten Teil der Dystopie bereits
hier liegen hatte. Es erweist sich, dass es nicht einfach ist, als
Fehlerhafter auf der Flucht zu sein. Ständig bringt Celestine so nicht
nur sich, sondern auch diejenigen in Gefahr, die ihr helfen wollen. Die
Gilde will das Mädchen unbedingt wieder in ihre Fänge bekommen, allen
voran Richter Crevan, der seine Grausamkeit bereits unter Beweis
gestellt hat. Celestine will zunächst nur ihre Ruhe, einen Ort der
Sicherheit, an dem sie die Geschehnisse verarbeiten und sich überlegen
kann, wie sie ihr Leben zukünftig gestalten will. Doch immer wieder wird
sie aufgespürt und muss sich entscheiden, ob sie die zunehmenden
Bestrebungen einzelner Gruppierungen unterstützen will, die sich gegen
die Gilde und das bestehende System wenden wollen.
Viele
bekannte Charaktere begegnen dem Hörer hier in Band zwei, aber es kommen
auch einige neue Gesichter hinzu. Insgesamt hat Cecilia Ahern die
Personen authentisch und glaubhaft ausgestaltet und agieren lassen,
allen voran Celestine, die oftmals nicht weiß, wem sie trauen kann und
will und wer sie aus welchem Grund auch immer vor seinen eigenen Karren
spannen will. Doch sie merkt, dass sie selbst zunehmend stärker wird und
dass der Kampf gegen die Gilde vielleicht tatsächlich eine realistische
Möglichkeit ist.
Die Spannung bleibt hier im zweiten Teil der
Dilogie fast durchgehend hoch. Immer wieder kommt es zu überraschenden
Wendungen und unvermuteten Handlungen, die dem Mix aus
Gesellschaftskritik, Verfolgung, Machtgeilheit, Verrat, Zivilcourage,
Liebe, Zusammenhalt und der Frage, wer man eigentlich sein will, die
besondere Würze geben.
Der Schreibstil ist flüssig und der
jugendlichen Zielgruppe angemessen, und für mich erfreulicherweise kommt
das für Cecilia Ahern so typische Thema 'Liebe' hier nur am Rande zu
tragen. Merete Brettschneider liest das ungekürzte Hörbuch (10 h 47 min)
gekonnt und passend zum Charakter der Celestine, aus deren
Ich-Perspektive das Geschehen erzählt wird.
Das Ende war mir
persönlich ein wenig zu weichgespült, passt damit aber wohl in das
Konzept eines Jugendbuchs. Insgesamt jedoch war diese zweibändige
Dystopie für mich tatsächlich ein großer Hörspaß und bekommt daher von
mir eine klare Hörempfehlung.
Cecelia Ahern ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt. Mit 21
Jahren schrieb sie ihren ersten Roman, der sie sofort international
berühmt machte: P.S. Ich liebe Dich, verfilmt mit Hilary Swank. Danach folgten Jahr für Jahr weitere Bestseller.
Merete Brettschneider hat bereits Romane von u.a. Cecelia Ahern, E. L.
James und Jennifer L. Armentrout eingelesen. Mit ihrer hellen,
ausdrucksstarken Stimme beherrscht sie sowohl ruhige als auch dynamische
Töne.
Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und
hat einen tollen Freund. Doch dann handelt sie in einem entscheidenden
Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im
Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte.
Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die
Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um
ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.
Schwarz und Weiß - in diese Kategorien ist die Welt aufgeteilt, in der
die 17-jährige Celestine lebt. Lässt man sich nichts zuschulden kommen,
gehört man zu den Perfekten, doch ein Fehltritt reicht, um vor die Gilde
gezerrt zu werden, die über die moralische Unfehlbarkeit der
Gesellschaft wacht. Einmal verurteilt, wird man mit einem großen 'F'
gebrandmarkt, das je nach Vergehen eine andere Körperstelle markiert.
Nach einer Lüge wird das Brandeisen auf die Zunge gedrückt, fehlerhaftes
Denken führt zu einem 'F' auf der Schläfe, ein Diebstahl zu einem
Brandmal auf der Handinnenfläche.
Niemals hätte Celestine sich
vorstellen können, dass sie aus der Welt der Perfekten herausfällt, denn
sie weiß einfach, was richtig ist und was falsch. Doch eine einzige
Entscheidung aus dem Bauch heraus führt dazu, dass nichts mehr ist wie
es mal war. Fortan gehört Celestine zu den Fehlerhaften,
gesellschaftlich geächtet und einer Vielzahl von Repressalien
ausgesetzt. Aber auch wenn das junge Mädchen zunächst das Gefühl hat,
dass jetzt alles zu Ende ist, geht das Leben weiter. Und Celestine
erkennt, dass es mehr gibt als Schwarz und Weiß, und dass es andere
Werte gibt als die von der Gilde vorgegebenen...
Mit diesem
ersten Teil der zweibändigen Dystopie beweist Cecilia Ahern, dass sie
mehr kann als 'Liebesgeschichten'. Das Jugendbuch bietet mit Celestine
einen Charakter, mit dem der Leser sich identifizieren kann, auch wenn
das Mädchen anfangs kein wirklicher Sympathieträger ist. Absolut
unkritisch lebt sie zunächst in der Welt der Wohlhabenden und Perfekten,
ist unsterblich verliebt und hat bereits konkrete Zukunftspläne. Doch
mit dem Prozess vor der Gilde beginnt Celestines Entwicklung, die
Erkenntnis, dass die vorgegebenen Werte und Richtlinien nicht unbedingt
die richtigen sein müssen, eine wachsende Menschenkenntnis und die
Einsicht, dass sie selbst aktiv werden muss. Auch wenn mich die
anfängliche Naivität Celestines etwas nervte, empfand ich die
Entwicklung des Mädchens und ihren erwachenden Kampfgeist als
authentisch und glaubwürdig.
Die Ausgrenzung von Teilen der
Gesellschaft (hier sichtbar gemacht z.B. durch das erzwungene Tagen
einer Armbinde) gemeinsam mit einem engmaschigen Kontrollsystem (hier
gekennzeichnet durch die allgegenwärtigen Whistleblowers) ist sicher
kein neues Thema. Doch Cecilia Ahern verwebt diesen Aspekt gekonnt mit
der Fragestellung nach den moralischen Werten einer Gesellschaft, mit
der Möglichkeit, eine ursprünglich gute Idee durch die Machtgeilheit
einzelner ins Perverse zu verdrehen und mit der Frage nach der
Zivilcourage der Menschen, die gemeinsam vielleicht etwas verändern
könnten.
Kleinere Längen im ersten Drittel des 11 h 31 min langen
Hörbuchs seien verziehen, da hier die Züge der dystopischen Welt
plastisch dargestellt und damit greifbar werden. Der Schreibstil ist
flüssig und der jugendlichen Zielgruppe angemessen, und für mich
erfreulicherweise kommt das für Cecilia Ahern so typische Thema 'Liebe'
hier nur am Rande zu tragen. Merete Brettschneider liest das ungekürzte
Hörbuch gekonnt und passend zum Charakter der Celestine, aus deren
Ich-Perspektive das Geschehen erzählt wird.
Das Buch endet
schließlich mit einem Cliffhanger, der einem den zweiten (und gleichzeitig letzten) Teil der
Dystopie nahezu aufdrängt. Hier kann ich auch nur sagen: aber gerne
doch. Das Hörbuch zu 'Perfect - Willst du die perfekte Welt?' liegt
schon bereit!
Cecelia Ahern ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt. Mit 21
Jahren schrieb sie ihren ersten Roman, der sie sofort international
berühmt machte: P.S. Ich liebe Dich, verfilmt mit Hilary Swank. Danach folgten Jahr für Jahr weitere Bestseller.
Merete Brettschneider hat bereits Romane von u.a. Cecelia Ahern, E. L.
James und Jennifer L. Armentrout eingelesen. Mit ihrer hellen,
ausdrucksstarken Stimme beherrscht sie sowohl ruhige als auch dynamische
Töne.
Eine Stadt im ewigen Regen. Eine Stadt mit hierarchisch gegliederten
Ebenen. Eine Welt voller Geheimnisse, Träume und Verbrechen: Hamburg
Rain 2084 - Die größte dystopische Science Fiction eBook-Serie des 21.
Jahrhunderts von Herausgeber Rainer Wekwerth!
Ruiz ist eine menschliche Spielfigur, die durch einen Chip im Kopf
kontrolliert wird. Er liebt Helena, die beiden sind unzertrennlich. Bis
Ruiz unter Zwang in der Arena einen Mord begeht und fliehen muss. Helena
ist fest entschlossen, ihre große Liebe zu retten und lässt sich dafür
auf einen Handel mit dem Schönheitschirurgen und Ruiz Besitzer Dr.
Golding ein. Er will nichts weniger als zehn Jahre ihrer Jugend und
Schönheit für seine Frau, was Helena ihm in ihrer Verzweiflung verkauft.
Hamburg ist im Jahr 2084 im ewigen Regen nach einer Klimakatastrophe
zum Moloch mit 22 Millionen Einwohnern herangewachsen. Bauwerke früherer
Epochen sind zu einem einzigen Gebäude verschmolzen, das sich über eine
gigantische Fläche erstreckt und weit in den Himmel ragt. Wie ein
surreales Gebilde aus dem Traum eines Wahnsinnigen reckt es seinen
Körper aus Stein, Glas und Stahl in die Wolken und unablässig fließt der
Regen an seinen Milliarden Ecken und Kanten herab. Dieser gigantische
Koloss ist in Ebenen unterteilt, die weit in die Höhe und tief unter die
Oberfläche reichen. Das Leben ist streng hierarchsich organisiert: Je
reicher, desto weiter oben; je ärmer, desto weiter unten. Während sich
oben im wenigen Sonnenlicht die Reichen und Schönen vergnügen, leben die
Armen in Dunkelheit und Müll. Nur die Mittelschicht bildet da mit ihren
Träumen von einer besseren Wetl die Ausnahme. Und manchmal geschieht
es, dass jemand den zugewiesenenLebensraum verlässt. Mit
unvorhersehbaren Folgen. Davon handeln die Storys der dystopischen
Science Fiction eBook-Serie 'Hamburg Rain 2084'.
'V2' ist nach dem Prequelder erste Band der ersten Staffel des spannenden Future Fiction eSerials. Die Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens sind:
Alle Bände sind unabhängig voneinander und in beliebiger Reihenfolge lesbar.
* * *
Der
Unterschied zwischen arm und reich ist im Jahr 2084 in der Tat
eklatant. Doch als ob es nicht reichen würde, dass Tausende von Menschen
im und vom Müll leben, gibt es Menschen, die noch eine Stufe niedriger
leben. Der Juggernaut Ruiz ist einer von ihnen - ein willenloser Sklave,
der per Chip ferngesteuert wird und sich in der Arena tödlichen Kämpfen
stellen muss. Als er versehentlich eines Tages seinen Kontrahenden
vorzeitig tötet, fällt Ruiz in Ungnade und muss fliehen. Doch wenn er es
nicht schafft, den Chip loszuwerden, ist er verloren - zu stark sind
die Impulse von außen, zu energieraubend der Kampf gegen die
Fremdsteuerung.
Verbrecher nannten sie
seinesgleichen und Krüppel und Freak und Abschaum. Die Kinder aus den
oberen Ebenen machten sich einen Spaß daraus, sie zu verhöhnen, wenn man
sie in die Arena trieb. Leute wie ihn, die sich verkauft hatten und
deren Job es war, Figuren zu sein. Menschliche Spielfiguren zur
Unterhaltung der Massen. Juggernauten - die über unglaubliche Kraft
verfügten und dennoch ihr Leben lang Sklaven blieben. Menschen, die
alles niederrollen könnten und es doch nicht taten. Weil die Chips in
ihren Köpfen es nicht zuließen...
Helena heißt
seine schöne Freundin, die alles daransetzt, um Ruiz zu retten. Geld
braucht sie, um einen Quacksalber bezahlen zu können, der ihrem Freund
den Chip aus dem Kopf operiert. Aber als mittellose Bewohnerin Hamburgs
hat sie nicht viele Möglichkeiten, um an die notwendigen Mittel zu
kommen. Ihr bleibt offensichtlich nur ein Weg: sie muss sich in die
Hände des Schönheitschirurgen Dr. Golding begeben, der eine Möglichkeit
gefunden hat, durch die Transplantation von Chromosonenden, sogenannte
Telomere, Lebenszeit von einer Person auf eine andere zu übertragen.
Werden diese Telomere einem Menschen entnommen, so verliert dieser Jahre
seines Lebens und altert um ein Vielfaches schneller. Doch für Helena
ist kein Preis zu hoch - sie ist zu allem bereit, um ihren Ruiz zu
retten und ihm und sich ein Leben in Freiheit zu verschaffen. Leider
läuft wie so oft im Leben dann alles anders als geplant...
Ehrlich
gesagt lässt mich diese dystopische Geschichte um ein Hamburg in einer
ungewissen Zukunft etwas zwiegespalten zurück. Die Idee dahinter fand
ich durchaus ansprechend: Gesellschaftskritik (Kluft zwischen Arm und
Reich, Ausbeutung der rechtlosen Armen, Schönheits- und Jugendwahn),
gepaart mit ethischen Fragestellungen (Grenzen von wissenschaftlichen
Allmachtsfantasien) und philosophischen Standpunkten (Hegel und Kant).
Die Umsetzung jedoch konnte mich trotz des weitestgehend flüssigen
Schreibstils nur wenig überzeugen. Unerwartete Sprünge in der Handlung
sind hier ebenso als Kritikpunkt zu nennen wie die wenig greifbare
dystopische Atmosphäre. Vor allem aber die Charaktere, die hier durchweg
blass und eindimensional bleiben, verhinderten, dass ich am Geschehen
emotional teilhaben konnte. Eine Weiterentwicklung selbst der
Hauptfiguren konnte ich nicht erkennen, die Handlungen wurden v.a. durch
äußere Ereignisse determiniert und weniger durch bewusste
Entscheidungen der Charaktere.
Die Grundidee verbunden mit einem
angenehm überraschenden Ende gewährleisten dennoch eine mittelmäßige
Wertung von meiner Seite. Eine durchaus interessante Geschichte, die
trotz der genannten Kritikpunkte Lust macht auf die weiteren Geschichten
der Staffel des Future Fiction eSerials.
Claudia Pietschmann wurde 1969 in der Mark Brandenburg geboren
und verbrachte dort ihre Kindheit und Jugend inmitten zahlloser Bücher.
Sie studierte in Berlin Betriebswirtschaftslehre und ging anschließend
ganz in Marketingkonzeptionen und Werbetexten auf. Ihr Debütroman
erscheint im Herbst 2015.