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Mittwoch, 29. Oktober 2025

Sakulowski, Rolf: Die Atompriester

Was bleibt, wenn wir längst vergangen sind?

In einer Welt, die sich ihrer radioaktiven Altlasten stellen muss, entwirft Rolf Sakulowski ein Szenario, das gleichermaßen realistisch wie mystisch ist. Die Atompriester erzählt die Geschichte von Elias Thomsen, der durch eine schicksalhafte Begegnung mit der geheimnisvollen Blanca in einen Orden gerät, dessen Aufgabe es ist, das Wissen über Atommüll über Jahrtausende hinweg zu bewahren.

Der Orden lebt abgeschieden in den Pyrenäen und folgt einer Mission, die zwischen Wissenschaft und Spiritualität oszilliert. Elias wird Teil eines Systems, das nicht nur die Zukunft schützen will, sondern auch die Gegenwart infrage stellt. Als sich persönliche Gefühle mit globaler Verantwortung vermischen, steht Elias vor einer Entscheidung, die weit über sein eigenes Leben hinausreicht.

Hochspannung trifft Tiefgang: Sakulowski gelingt es, eine reale ethische und wissenschaftliche Herausforderung in eine fesselnde Handlung zu übersetzen. Allerdings besteht die wissenschaftliche Herausforderung meiner Meinung nach in der Frage nach geeigneten Endlagern, weniger nach einer Warnung für in weiter Zukunft lebender Generationen. Sollte man nicht davon ausgehen, dass sich, sollte die Menschheit in tausenden Jahren noch existieren, auch der Fortschritt soweit entwickelt hat, dass radioaktive Endlager unserer Zeit keine Gefahr darstellen, zumindest insofern, dass man sie alle kennt?

Sonntag, 25. Oktober 2020

Del´Antonio, Eberhardt: Titanus & Vorfahren

Was man früher gelesen hat, fällt einem gelegentlich wieder in die Hände. Das ist durchaus spannend, wenn das Buch vor vierzig Jahren gelesen wurde. Es könnten vielleicht auch dreiundvierzig Jahre gewesen sein. In die Hände fallen einem diese Bücher, wenn man die Buchhandlung Windlicht in Stölln besucht. (Besuch in Stölln)

Es gab da eine Zeit, da war ich ziemlich erpicht auf Literatur, die man utopisch nannte. Oder wissenschaftlich-phantastisch. In der Schule hatte ich von Thomas More (Morus) gehört, der die UTOPIA geschrieben hatte. (Inzwischen befindet sich dieses Buch auf meinem eReader)

Utopia war die Beschreibung eines idealen Staats aus der Sicht eines Gelehrten des 16. Jahrhunderts. Das, was wir damals unter utopischer Literatur verstanden, hatte damit etwas zu tun, es wurden nämlich Staatsmodelle beschrieben, die als utopisch sozialistisch gelten können. Eine klassenlose Gesellschaft in der Zukunft mit hochentwickeltem technischen Stand und fast schon idealen Menschen, für die das Ziel „jeder nach seinen Fähigkeiten (und Interessen)  und jedem nach seinen Bedürfnissen“ Wirklichkeit geworden sei. Dazu später noch etwas mehr.


Zwei solcher Bücher liegen hier vor mir. Eberhard Del´Antonio, Dresdner Schriftsteller mit interessanter Biografie (die ich jetzt erst erst bei Wikipedia fand) schrieb TITANUS und RÜCKKEHR DER VORVÄTER.

Dienstag, 15. Januar 2019

Hetze, Willi: Die Schwärmer

In einer hoffentlich fernen, besser noch, nie so eintreffenden Zukunft, scheint in einem kleinen Kaff im Norden noch alles beim alten zu sein. Bis mit einem Schlag keine Post mehr kommt. Die Chefin des Postamtes sendet ihren Sohn, der bisher als Postbote arbeitete, in die „Hauptstadt“. Er soll ergründen, was da los ist.

Es ist eine seltsame Stadt, in die Teo da kommt. Gleichsam fortbauend bewegt sie sich in der Fläche und in die Höhe. Das Hauptpostamt liegt irgendwo in einer der unteren Ebenen. Man braucht es nicht mehr, Briefe werden nicht mehr geschrieben, Pakete könnten mit Drohnen versendet werden. Nun regiert der SCHWARM.

„Der Ort der Macht war nie ein Palast oder Parlament, sondern immer schon das Hirn.“ (Seite 130)

Alle Menschen sind durch in diesen Schwarm durch ihren Funknerv verbunden. Den Funknerv bekommt man, indem man eine runde Kugel wie eine Pille schluckt. Nichts ist mehr geheim, nichts geht mehr verloren, selbst nach dem Tof sind die Gedanken, selbst die Gefühle für andere SCHWÄRMER abrufbar.


Donnerstag, 20. Dezember 2018

Eschbach, Andreas: nsa

Nein, unbekannt war mir Andreas Eschbach natürlich nicht. Die Romane über die Erbschaft einer BILLION DOLLAR oder wie es einen KÖNIG VON DEUTSCHLAND geben sollte, hatte ich vor Jahren gelesen. Unterdessen aber wurde ich, fast zwanghaft, auf einen Titel aufmerksam, der verschiedene Dinge zu verbinden schien. Die National Security Agency in einem knallroten Einband mit schwarzem Rand, irgendwie verbunden mit dem Dritten Reich. Ja: „nsa“ heißt bei Andreas Eschbach plötzlich Nationales Sicherheitsamt und die Ähnlichkeiten scheinen auf der Hand zu liegen.




Man stelle sich vor, die Entwicklung der „Computerbranche“ wäre nach Charles Babbage und seiner Difference Engine (1822) und der folgenden Analytic Engine sowie der von Ada Lovelace entwickelten ersten „Computersprache“ schneller und anders verlaufen. Das ist der Ansatz des Autors und so gibt es seit dem ersten Weltkrieg ein sogenanntes NSA in Deutschland mit Sitz in Weimar. Der Autor erzählt von dieser Entwicklung, schon das ist sehr interessant. Inzwischen, wir schreiben das Jahr 1942, ist die „Rechenwelt“ aufgeteilt: Männer stellen die Fragen, entwickeln Probleme und suchen nach Lösungen – Frauen programmieren die entsprechenden Abfragen mittels der SAS, der „Strukturierten Abfragesprache“, heute bekannt in Gestalt der SQL. Im übrigen gibt es das Weltnetz, die nationalen Foren, Mobiltelefone, Elektropost, bargeldlose Zahlungen per Geldkarte oder Telefon. Nichts bleibt mehr geheim oder privat. Eine schiere Unmenge an Daten wird in riesigen Datensilos aufbewahrt.