Donnerstag, 31. Dezember 2020

Wer oder was war Tyrannosaurus rex?

 




Manches muss man halt in Übergröße zeigen, damit es richtig eindrucksvoll wirkt!

Dabei war  der T-rex in Wirklichkeit noch viel größer und furchteinflößender als auf meinem Aquarell dargestellt. Aber ein ca.9 Tonnen schweres, 13 Meter langes und 4 Meter hohes Monster mit bis zu 20 cm langen Zähnen in Originalgröße zu zeichnen, hätte mich wirklich überfordert. 

Mit seinem riesigen Maul wäre er in der Lage gewesen, einen Menschen sozusagen „am Stück“ zu verschlingen. Das jedenfalls konnten wir in dem Film „Jurassic Park“ sehen.

Der Film mag Fiktion sein, die Darstellung des Monstersauriers darin aber war beängstigend echt. Mögen auch Paläontologen noch streiten, ob er nun Federn trug oder nicht: Furchteinflössend muss er gewesen sein, ob mit oder ohne Gefieder. Wer mag, kann sich im Berliner Naturkundemuseums ein fossiles Skelett des Riesen ansehen. Das ist sehr beeindruckend, denn es sind echte versteinerte Knochen, die da zu sehen sind.

Die Zähne des T-rex wuchsen ständig nach. Er konnte damit jeden Knochen zerbeißen und zermalmen wie einen Keks. Einen Zahnarzt brauchte er jedenfalls nicht. Apropos: Man stelle sich vor, dass der T-rex weder Zahnbürste noch Zahnstocher kannte. Ich bin überzeugt, dass man mit dem Wind seinen bestialischen Mundgeruch wahrnehmen konnte, lange bevor man ihn sah. Man roch ihn vermutlich zeitgleich mit der Wahrnehmung der erzitternden Erde unter seinen Laufbeinen.

Manchmal bin ich doch froh, dass ich erst heute lebe, rund 60 Millionen Jahre nämlich nach seinem Aussterben.

Lesen Sie auch meine Rezension zum Buch von J.K. Rowling, „DER ICKABOG“, wenn Sie Monster mögen.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, möglichst ohne irgendwelche Ickabogs und T-rexe!

Euer TinSoldier

Das Aquarell Tyrannosaurus rex wurde erstellt von TinSoldier.

Copyright: R. Fröhlich. Alle Bildrechte vorbehalten! Jedwede Verwendung ohne meine Zustimmung verstößt gegen das Urheberrecht!

J.K. Rowling: DER ICKABOG




So hoch wie zwei Pferde. 

Augen wie glühende Feuerbälle. 

Lange, messerscharfe Klauen.

Der Ickabog kommt ...


Niemand geringeres als die Schöpferin der Geschichten um den Zauberlehrling Harry Potter und Hogwarts, J.K. Rowling, entführt uns in dieser Geschichte um den Ickabog in das sagenhafte Königreich Schlaraffien, in dem König Fred der Furchtlose regiert. Seine Freunde und Berater heißen Lord Spuckelwert und Lord Schlabberlot, die beide Beispiele für die lateinische Weisheit „Nomen erst Omen“ sind ...

Nun, die ganze Geschichte vom ICKABOG werde ich hier natürlich nicht nacherzählen. Das kann J.K. Rowling besser. 

Nur soviel: Es handelt sich um eine zauberhafte Geschichte für Kinder bis 11 Jahre.

Dennoch habe ich das Buch mit großem Vergnügen gelesen. Und glaubt mir: Ich bin an Jahren doch schon „etwas“ über 11! 😀

Doch zurück zu den „reizenden“ Charakteren Spuckelwert und Schlabberlot, die nun wirklich als selbstsüchtige, manipulative und intrigante „Speichellecker“ dargestellt werden. Damit begeben wir uns auf die Metaebene der Geschichte:

Im Gegensatz zur vernichtenden Darstellung der beiden vorgenannten besitzt König Fred der Furchtlose vordergründig durchaus positive Charakterzüge. Wir erkennen aber schnell, dass  d i e s e r  Charakter zwar nicht grundsätzlich böse, dafür aber „schwach“ ist. Hinter der Fassade des „furchtlosen“ und „fürsorglichen“ Königs versteckt sich ein eitler, gefallsüchtiger, oberflächlicher, furchtsamer und opportunistischer Charakter,  der mehr Wert auf schöne Kleider als auf das Wohl seiner Untertanen legt. Tut er Gutes, dann deshalb, um sich als „guter“ König zu präsentieren.

Rowling zeigt, dass sie mit ihrer Geschichte offenkundig ein pädagogisches Ziel verfolgt. Die jungen Leser (und nicht nur die) lernen etwas über die menschliche Natur und darüber, dass der „Anschein“ nicht immer die Wirklichkeit spiegelt. In Bezug auf Fred den Furchtlosen heißt das: Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

Bereits bei den gesammelten Märchen der Brüder Grimm haben wir pädagogische Hintergründe gefunden. Ich zitiere: Märchen „enthalten in symbolischer Form psychologisches Orientierungswissen“ (Marie-Louise von Franz, schweizerische Altphilologin und bekannt für ihre tiefenpsychologischen Deutungen von Märchen und alchemistischen Texten).

Betrachten wir es einmal von  d i e s e r  Seite, dann können auch Märchen durchaus eine Lektüre für Erwachsene sein; und sei es auch nur, um sich einmal in die eigene Kindheit und Jugend zurück zu träumen, und dabei ganz nebenher auch die eigenen Menschenkenntnis zu schärfen.

Mir jedenfalls bereitet es Vergnügen, mir die Frage zu stellen, wie viel Spuckelwert, Schlabberlot und ja, auch Fred der Furchtlose, z.B in Donald Trump stecken mag! (Pssssst, NSA and Secret Service are watching us!).

Gönnt Euch ruhig das Vergnügen, ersetzt den Namen Donald Trump durch jeden beliebigen Namen, und ihr werdet sehen: Ein bisschen Spuckelwert, Schlabberlot und Furchtlosen Fred findet ihr auch da.

Und weiter: Fürchten wir uns nicht alle täglich vor den modernen Ickabogs, die uns bedrohen könnten? Heißt der aktuelle Ickabog, der über uns kommt, nicht etwa z.B. Corona, Klimawandel, Globalisierung?

Wie auch immer: Wir alle könnten Bewohner des Königreiches Schlaraffien sein. Manche von uns leugnen Ickabogs, andere bekämpfen sie, wieder andere ignorieren sie einfach. Und es kommt noch schlimmer: Manche erklären die, die einen Ickabog als real betrachten, selber zum Ickabog. Die „Querdenker“ lassen grüßen! 
(Bitte „Querdenker“ nicht verwechseln mit dem Begriff „Laterales Denken“. Insoweit sind „Querdenker“ in dem hier gemeinten Zusammenhang keine Vertreter einer „kreativen Denkmethode“ sonder gerade das Gegenteil dessen!).

Man verzeihe mir diese Abschweifung und den darin enthaltenen Sarkasmus, aber auch dies ist ja nur ein weiteres Beispiel dafür, dass auch menschliche Dummheit und Ignoranz große Ickabogs sind, vor denen wir uns zu fürchten haben. Dies gilt m.E. für  a l l e  Verschwörungstheoretiker, für die Lügen keine Lügen mehr, sondern „alternative Fakten“, und Wahrheiten „Fake News“ sind. 

Wahrheit ist: 

Es gab einen Ickabog! 
Er hatte den Namen Tyrannosaurus rex, was so viel bedeutet wie „Königsechse“. 
T-Rex wog ca. 9 Tonnen, war 13 Meter lang und 4 Meter hoch. Seine dolchartigen Zähne, die ihn befähigten, mit einer Kraft von ca. 30 (dreißig) Tonnen je Quadratzentimeter zuzubeißen, waren nach innen gekrümmt. Damit konnte er Knochen zermalmen wie Kartoffelchips. Wahrlich ein gewaltiger Ickabog, der vor ca. 66 Millionen Jahren ausgestorben ist. 
Ihm zu begegnen wäre für einen Menschen sicher keine gute Erfahrung gewesen!


Tyrannosaurus rex
Aquarell by TinSoldier
Copyright R. Fröhlich

J.K. Rowling
Der Ickabog
Kinder-/Jugendbuch bis 11 Jahre
Mit Illustrationen/Kinderzeichnungen aus einem Malwettbewerb
Aus dem Englischen von Friedrich Pflüger
Carlsen - Verlag, Hamburg 2020



Dienstag, 29. Dezember 2020

Grisham, John: Das Manuskript

Gemessen an der Reihe in meinem Bücherregal ist die Menge besprochener Bücher eines John Grishams auf unserem Blog minimal. Gerade einmal drei Bücher habe ich „erwähnt“ und da sind die bekanntesten, teilweise verfilmten Titel gar nicht dabei, obwohl der Autor sogar eine Autorenseite auf Litterae – Artesque besitzt... Do nun fand ich in der einzigen Buchhandlung meines Wohnortes eines, welches zu Literaturbloggern und bibliophilen Menschen passt, denn Grisham schreibt über Buchhändler und Autoren.

Was wäre Nordamerika ohne die regelmäßigen Schreckensmeldungen von Wirbelstürmen. Die sich über dem Atlantik aufbauen und tagelang nicht nur die Regionalnachrichten beschäftigen, sondern auch die der Welt.
Auf Camino Islands schaut man auf LEO. Der Buchhändler Bruce Cable versammelt derweil eine illustre Runde von Autoren zu einer Lesung. Doch dann muss die Insel evakuiert werden. Bruce bleibt vor Ort, aber nach dem Sturm ist Nelson Kerr tot. Der Thrillerautor, den Bruce einen Freund nennt, scheint nicht einfach so von herumfliegenden Ästen erschlagen worden, es sieht ziemlich schnell nach Mord aus. Die Polizei ist aber ziemlich langsam. Hat das Ableben Nelsons etwas mit seinem neuen noch unveröffentlichten Roman zu tun?


„In Bruce keimt der Verdacht, dass die zwielichtigen Figuren in Nelsons neuem Roman realer sind, als er bisher annahm. Er beginnt zu ermitteln und entdeckt etwas, was weit grausamer ist als Nelsons Geschichten.“



Wer Angehörige in Pflegeheimen hat, sollte

a) dieses Buch vielleicht nicht lesen,
b) nach der Lektüre sich das Pflegeheim noch einmal ansehen oder
c) Anverwandte schleunigst verlegen lassen

Montag, 21. Dezember 2020

Hillbilly - Elegie - DER FILM

Am 22. Juni 2019 veröffentlichte ich hier die Buchbesprechung zu Hillbilly – Elegie. Inzwischen ist der Film am 24. 11. 2020 dazu bei Netflix erschienen und natürlich wartete ich schon, auf Äußerste gespannt, auf den Start. 

Zur Erinnerung. J.D. Vance gehört zur sogenannten „armen, weißen Arbeiterklasse“, die im Gebiet der Appalachen stark vertreten ist. Ehemals Bergleute und Stahlarbeiter, sind sie und ihre Familien inzwischen stark abgehängt von der unteren Mittelschicht. Ehemals Wähler der demokratischen Partei, hatten sie vor vier Jahren und auch in diesem Jahr einen merkbaren Anteil an der Wählerschaft für Donald Trump.

Das Buch war ein unter anderem von B. Obama empfohlenes, brillantes Buch über die Gesellschaft der USA.

Sonntag, 20. Dezember 2020

Lorne, Mac P.: Der englische Löwe

Es ist ein Mittelalterjahr angebrochen auf diesem Blog. Gefühlt. Mindestens ein Mittelalterquartal. Denn begonnen hat es im August mit einem Herzog von Aquitanien namens Eudo, welcher allerdings bereits im 8. Jahrhundert lebte. Sodann erlas ich mir die Vorgeschichte der Kathedrale von Kingsbridge von Ken Follett, dessen Roman im Jahr 997 beginnt. Das 12. Jahrhundert erreichten wir mit Sabine Eberts Schwert und Krone – Preis der Macht, und damit genau den Zeitraum, den Mac P. Lorne in der englische Löwe erzählt. Doch zuvor folgte ich noch dem Leben der Mutter, des hier zu besprechenden englischen Löwen, der Mutter von König Richard I. von England (Löwenherz), Eleonore von Aquitanien, der Biografie von Ralph V. Turner. Den genannten Romanautoren bin ich in den letzten Jahren hauptsächlich in die Jahrhunderte des Mittelalters gefolgt und betrachte dies hier erst einmal für einen Abschluss. 

Einen Abschluss, der, schließt man weitere Bücher von Sabine Ebert und Ken Follett ein, tatsächlich das 12. Jahrhundert umfassend und detailreich umfasst. 

Sonntag, 13. Dezember 2020

Frauenportrait

 Liebe Freunde von Litterae Artesque,

Unter TinSoldier bloggt veröffentliche ich neben Rezensionen auch andere Beiträge. Unter der Rubrik „Zeichnungen und Fotos“ könnt Ihr da einiges finden. Heute kommt also ein neuer Post mit einer Zeichnung und Ihr seid die Ersten, die das Bild zu sehen bekommen, denn eigentlich ist es ein Weihnachtsgeschenk für die abgebildete Person. Was meint Ihr, wird es gefallen??



Portraitzeichnung
Graffit/Kohle auf Zeichenkarton
Format 40x50 cm
Copyright: R. Fröhlich (TinSoldier)

Samstag, 12. Dezember 2020

Grünlich, Peter: Der Alleswisser

Da fällt mir doch im Internet ein eigenartiges Buch in die „Hände“. Einige Tage später lag es vor mir, ich bedanke mich hier schon mal für das Rezensionsexemplar, die Mail zum Buch ist leider verschwunden.

DER ALLESWISSER. Aha. Der Untertitel ist viel interessanter: „Wie ich versucht habe, Wikipedia durchzulesen“. Es ist, was es ist, ein sehr unterhaltsames Schmökerbuch, welches einem diese sogenannte Enzyklopädie näher bringen kann. Großer Plan, damit das „Gedächtnis der Menschheit“ abbilden zu wollen. Den Autor, Peter Grünlich, brachte es zu diesem „spektakulären Selbstversuch“, der zu „erstaunlichen Entdeckungen“ führte. Die hat er gesammelt und im YES-Publishing Verlag veröffentlicht.

 

Gleich zu Beginn erzählt der Autor, dass er alphabetisch vorgehen wollte, was er aber schnell wieder aufgab. Der Zufall bringt genug skurrile, interessante, unglaublich und unwahre Dinge zu Tage. 

 

Komischerweise löschen die Wikipedia-Wächter schnell Dinge, die dem Geist der Wissenschaftlichkeit nicht entsprechen wollen, lassen aber andererseits viel Unsinn drin stehen. (Wenn man selber gelegentlich "mitschreibt", wundert einen so manche Reaktion schon.


Sei es wie es soll:  Wir finden etwas zum Sterben und Nichtsterben, was über die Vereinigten Staaten von Ostafrika, „alles“ über Heilsbringer, Prediger und Erlöser, lernen, dass es in Rom eine virtuelle Adresse für Obdachlose gibt, Gebirge, die es nie gab, einen Mann den man (fast) nicht umbringen konnte, kurz, allerlei Kurzweil. 

 

Es lohnt sich, das Buch zu erwerben, durchzuschmoren und dann gleich zu verschenken. 

Viel Spaß.


Ach ja, der Autor hat seine Bücher bereits über 600 000 Mal verkauft und hat sich ein Jahr für dieses Experiment frei genommen. (!). der Journalist bietet sich für ein kleines Trinkgeld als Telefonjoker bei "Wer wird Millionär?" an. Vielleicht ist ein Typ, der Wikipedia durchgelesen hat, genau der Richtige dafür.

 

© Bücherjunge

Sonntag, 6. Dezember 2020

Turner, Ralph V.: Eleonore v. Aquitanien

Königin des Mittelalters


Es scheint für mich ein lit(t)erarisches 12. Jahrhundert zu geben. Erst kürzlich begab ich mich noch einmal in die Zeit des Kaisers namens Barbarossa. Dort begegnete mir als Frau dessen einstigen Freundes und ständigen Widersachers, Heinrich von Sachsen und Bayern, ein Mädchen namens Matilde wieder, welche 11jährig mit ihm verbunden wurde. Die Eltern waren ein gewisser Heinrich II. Plantagenet und Eleonore von Aquitanien. Aquitanien war, ein paar Jahrhunderte früher, Thema auf unserem Blog. Ein Vorfahr namens Eudo war damals Herzog in diesen Ländereien. Mehr bekannt als Eleonore ist Richard, ihr Sohn, Löwenherz genannt, als Richard I. König von England. Doch heute und hier soll es um seine Mutter gehen. Eleonore, Herzogin von Aquitanien, Königin von Frankreich, danach von England. Geliebt, gehasst...

Herzogin - Königin - Frau und Mutter Wir können gleich beginnen mit zwei herausragenden, für das 12. Jahrhundert ungewöhnliche Fakten: 1122 geboren in Poitiers oder Bordeaux, starb sie 1204 im französischen Kloster Fontevrault. Sie wurde 82 Jahre alt. Ein stolzes Alter, ebenfalls für eine Frau aus dem Adel, zumal sie mit Marie, Alix, Wilhelm, Heinrich, Mathilde, Richard, Gottfried, Eleonore, Johanna und Johann zehn Kinder gebar, das letzte im Alter von fünfundvierzig Jahren. Die Faszination für diese Frau hat natürlich was mit ihrer robusten Gesundheit und dem langen Leben zu tun, welches ihr vergönnt war, sicherlich eine Voraussetzung für die hohe Bedeutung und ihren Bekanntheitsgrad.

Samstag, 5. Dezember 2020

TinSoldier‘ s Bücherstapel - Blogpost Nr. 168

 Blogpost Nr. 168

TinSoldier´s Bücherstapel Ausgabe Dezember 2020

Nach längerer Zeit mal wieder eine neue Ausgabe für den Bücherstapel.

Auf meinen Bücherstapel lege und empfehle ich gute Bücher zu interessanten Themen aller Genres,
die ich aus den jeweils aktuellen Neuerscheinungen des Buchmarktes auswähle.

Dienstag, 1. Dezember 2020

Baum, Beate: LOCKED ...

... Reiseautorin im Shutdown

Ein schmales grünes Bändchen, welche nie geschrieben werden sollte. 

Nun ja, eine bestimmte Menge des Inhaltes sollte schon irgendwann geschrieben werden. Oder vielleicht. Von einer Autorin, die durch ein Virus und die darauf folgenden staatlichen Maßnahmen gehandicapt ist. Sie ist Reiseautorin und da steckt das Wort Reise schon mal drin. Dummerweise fielen aber so einige Vorhaben ins Wasser. Ebenso eine Menge von Kulturveranstaltungen, über die Beate Baum sonst geschrieben hätte.

Nichts da mit ABFLUG. Weil Deutschland im Frühjahr nach Italien schaute, zum Beispiel nach Bergamo, das ist die lombardische Stadt, in der das Militär die Särge mit den an Covid-19 Verstorbenen mit Lastern abtransportierte, musste die Autorin auch selbst jeden Abflug verschieben und schreibt nun rückblickend über BELLA ITALIA. Zwangsläufig auch übers Essen und, nicht zu vergessen, über Pasta. Anschließend bewegt sie sich weiter auf eine grüne Insel. Das das irische GALWAY europäische Kulturhauptstadt wurde, war Grund genug, dort wieder einmal vorbei zu schauen. Wiederum  im letzten Jahr. Man bekommt gleich Lust wieder zu starten. Einmal in Irland und man möchte wieder hin. Bier und Whiskey, volle Pubs, geile Mugge... In den Zeilen von Beate Baum finde ich plötzlich Erinnerungen. Reisefieber...

Der kürzeste Weg in Richtung Heimat würde wohl über England führen. OH BRITANNIA! überschreibt sie das nächste Kapitel und zeigt, dass wir, die wir zumeist „nur“ von Hauptstadt zu Hauptstadt reisen, eher nicht ein englisches Seebad besuchen werden. Wer fährt schon nach England zum baden...  (Doch vielleicht hat sie den überheblichen Festlandeuropäer angestachelt...)

Zwischendurch kommt sie immer auf Dresden, die Wahlheimatstadt zurück und beklagt, mit Recht, die eingeschränkten Kulturmöglichkeiten und, ebenso mit Recht, die ungenügende finanzielle Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern.