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Dienstag, 30. Dezember 2025

Wittstock, Uwe: Karl Marx in Algier


Karl Marx einmal anders. Uwe Wittstock, der hier bereits mit MARSEILLE 1940 Einzug hielt, hat für sein Porträt eine Rahmenhandlung gewählt, die es ermöglicht, sich Leben und Werk des Begründers des Marxismus etwas anders als vielleicht gewohnt zu nähern. Wittstock begleitet Marx nämlich gegen Ende seines Lebens (1818 – 1883) nach Algier und damit auf die einzige Reise, die ihn Europa verlassen ließ. Wenige Monate vorher starb seine innig geliebte Frau Jenny, während deren Begräbnis er selbst sehr krank im Bett lag. Nun soll er sich erholen und eigentlich hat er einen Packen Druckfahnen im Koffer, er soll nämlich eine neue Auflage seines Hauptwerkes durchsehen: DAS CAPITAL. Doch auch Algier bringt ihm gesundheitlich nur einen Aufschub.


  • DNB /   C.H. Beck / 20.03.25 / ISBN: 978-3-406-83072-3 / 249 S. / 26,00 € (Hardcover)

Freitag, 18. Juli 2025

McCann, Colum: American Mother

 

2021 sitzt Diane Foley, Mutter des 2014 durch den IS enthaupteten US-Journalisten James Foley, im Gefängnis einem Briten namens Alexanda Kotey gegenüber, der sich soeben des Kidnappings, der Folter und der Ermordung ihres Sohnes in Syrien schuldig bekannt hat. Mit dieser ungeheuerlichen Begegnung beginnt American Mother , Colum McCann hat Diane Foley für dieses Erinnerungsbuch seine Stimme geliehen. Gemeinsam lassen sie das Leben des Getöteten Revue passieren und setzen einem Mann ein Denkmal, der als Journalist über die Killing Fields dieser Welt berichtete, angetrieben vom Streben nach Wahrheit. Diane Foley will sich nicht im Hass verlieren, will nicht im Schmerz verharren. Sie kämpft für die Angehörigen von Geiseln, gegen die Trägheit der Institutionen und ruht nicht, bis sie am Ende dem Mörder ihres Kindes ein Eingeständnis entlockt hat – und ihm die Hand reicht. (Verlagsbeschreibung)

DNB / rowohlt / 2024 / ISBN: 978-3-498-00386-9 / 272 Seiten
 
Colum McCann bei Litterae Artesque: Verschwunden 
 

Kurzmeinung: Erst unfassbar emotional, dann zunehmend sachlich-distanziert - die Mutter eines von der IS entführten und enthaupteten Journalisten erzählt...

 

Sonntag, 26. Januar 2025

Stachnau, Hendrik: Voice of Nature - Ich und Ich

Buchmessen sind dafür da, dass man sich Bücher ansieht, oder gar erwirbt, nach denen man in Buchhandlungen oder im Netz kaum suchen würde. Zumindest hätte ich nach diesem nicht gesucht, obwohl mir solche Abenteuer durchaus liegen. Man suche nur nach dem Stichwort Everest auf diesem Blog.

Ein großes Plakat mit Schlittenhunden in weiter Winterlandschaft erblickte ich am „Alexanderplatz“. Besser gesagt in Treptow auf der BuchBerlin. Schlittenhunde und das Wort YUKON. Da denkt man doch gleich an Jack London, Wolfsblut und die Goldsucher des 19. Jahrhunderts. 

Aber die Bewältigung des Yukon Quests, des längsten Schlittenhunderennens auf der Welt, ist nicht einfach Inhalt eines Sportbuches...

Inhalt. Der 1983 geborene Hamburger Hendrik Stachnau ist ein zielstrebiger Mensch. In jungen Jahren las er einmal von diesen Schlittenhunderennen in Alaska und das lies ihn nicht mehr los. Hilfreich war, dass seine Eltern so einen Alaska Malamute anschafften. Einen von den vier reinrassigen Schlittenhunderassen: Sibirien Husky, Samojede, der Alaska Malamute und der  Grönlandhund.  

Hendrik spannte den Hund vor einen Bollerwagen und versuchte schon als Junge, den Hund zum Laufen zu bekommen. Mit Würstchen. Jedoch merkte er alsbald, das nicht jeder Hund auch ein Leithund ist. 

Mittwoch, 2. Oktober 2024

BlogPost Nr. 209: HERRHAUSEN - Herr des Geldes (Miniserie ARD)

Geschichte lernt man aus Romanen, Filmen und Sachbüchern. Zumindest machen das die Laien so. Solche wie ich. Historiker nutzen Sachliteratur und Archive in ganz anderem Umfang.

Die ARD hat nun eine wirklich kurze Miniserie herausgebracht, in deren Mittelpunkt einer steht, der vielleicht mehr als man gemeinhin denkt, den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung vorgedacht hat.

Der Tod des Vorstandssprechers der Deutschen Bank Alfred Herrhausen jährt sich am 30. November zum 35. Male. Die Öffnung des eisernen Vorhangs auch inmitten Deutschlands erlebte er noch mit.

Als "Herr des Geldes" stand er wie andere auch (Hans M. Schleyer, Detlef K. Rohwedder) als maßgeblicher Vertreter des Großkapitals auf der Abschussliste der terroristischen Roten Armeefraktion.

Der Mord wurde bisher nicht aufgeklärt, die RAF bekannte sich aber zum Anschlag, dessen akribische Durchführung erstaunte. 

Sonntag, 31. März 2024

2000 Seiten Geschichte... Eine Buchvorstellung in Berlin


Vorgestern, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt in Berlin. Neunzehn Uhr. Ein großes Publikum, Durchschnittsalter um die 50 - 60 schätze ich trifft sich, die Veranstaltung kostet keinen Cent. Beteiligt an der Veranstaltung sind neben der Akademie der Tagesspiegel, rbb24 und der Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Über der Bühne winkt Walter Ulbricht, um den und andere gehts, denn Ilko-Sascha Kowalczuk stellt beide Bände seiner Biografie über den "erfolgreichsten Kommunisten Deutschlands" vor. Die Eingangsrede hält der Präsident der Gastgeberin, Christoph Markschies, er hat durchaus Beziehungen zu Ulbricht gefunden, denn in diesem Gebäude saß ehemals die Akademie der Wissenschaften der DDR. Nach einem Grußwort von Frank Ebert, trat Ilko-Sascha Kowalczuk an das Rednerpult und stellte zum Beispiel fest, dass es ein Verlag wie C.H. Beck sicherlich nicht so toll findet, wenn der Autor einer 2000seitigen Biografie sich eigentlich keinen Deut darum scheert, wie es denn um den Verkauf eines solchen Werkes stehen könnte. Ansonsten wäre der Verlag der "Olymp" für einen Historiker wie ihn.

Der Hinweis auf die Marx-Biografie des "großen marxistischen Historikers" Franz Mehring lies mich gestern das eBook besagter Biografie erwerben. Mal sehen, wie sich die über einhundert Jahre alte Biografie lesen lässt.

Dann fragte er noch, ob denn Geschichte überhaupt einen Sinn aufweist, und ob dann eine Biografie fragwürdig wäre, wenn dies nicht so wäre. Trotz des Bezuges auf Leute wie Sartre oder Popper, das Publikum wird schon einen Sinn darin gesehen haben, der Diskussion rund um die Buchvorstellung zu folgen.

Mittwoch, 27. März 2024

Kowalczuk, Ilko-Sascha: Walter Ulbricht - Der deutsche Kommunist

Als Walter Ulbricht am 1. August 1973 starb, fanden in Berlin, der Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, die X. Weltfestspiele statt. Das Ereignis, also die vom Weltbund der demokratischen Jugend (WBDJ) veranstalteten Weltjugendspiele, drang natürlich bis das Klassenzimmer des damals neunjährigen Dresdner Jungen, der nun diese Zeilen hier schreibt. Sicherlich auch die Meldung, dass der Vorsitzende des Staatsrates der DDR, der Genosse Walter Ulbricht (mittendrin) verstarb. Vielleicht wurde das auf einem Schulappell der Pionierfreundschaft bzw der FDJ-Grundorganisation der 35./54. POS in Dresden-Löbtau auf der Clara-Zetkin-Straße erwähnt, erinnern kann ich mich daran nicht. Ebenso nicht daran, dass das Stadion der Weltjugend, in dem diese Weltjugendspiele eröffnet wurden, bis vor kurzem noch Walter-Ulbricht-Stadion hieß.

Viel mehr im Gedächtnis dieser ersten Schuljahre des damaligen begeisterten Jungpioniers ist das Sammeln von Bleistiften und Schulheften für die nordvietnamesischen Bauernkinder, die Rosenkarten für US-Kommunistin Angela Davis, die als terrorverdächtig angeklagt war, die Niederschlagung der Unidad Popular von Salvador Allende durch den Putsch des Generals Pinochets und ein Lied: „Alle auf die Straße, rot ist der Mai, alle auf die Straße, Saigon ist frei“. Doch das war bereits 1975. Angela Davis und Luis Corvalan, der Vorsitzende der kommunistischen Partei Chiles, neben denen immer irgendwie Erich Honecker, Ulbrichts Nachfolger als Generalsekretär der SED stand, waren als Namen weit geläufiger als der des „erfolgreichsten deutschen Kommunisten“.

Walter Ulbrichts Name spielte vielleicht noch eine Rolle als Nebenfigur in den Ernst-Thälmann-Filmen, sonst erinnerte ich mich wahrscheinlich erst wieder an ihn, als ich das Erinnerungsbuch eines gewissen Obersts Wilhelm Adam las, der über den Schweren Entschluss seines Vorgesetzten, des Generalfeldmarschalls Friedrich Paulus schrieb. Im Kriegsgefangenenlager bei Moskau trafen Generäle und Truppenführer der deutschen Wehrmacht auch auf Walter Ulbricht... Auch das ist Thema in dieser Biografie...

Montag, 14. August 2023

Caesar, Mary: Meine Reise zur Heilung - Überleben in der Residential School

Es ist noch nicht lange her, 1998/1999, da entschuldigte sich der kanadische Ministerpräsident und die beteiligten Kirchen, mehr oder weniger inoffiziell, für den Versuch, ganze indigene Kulturen auszulöschen: kurz für ein Menschheitsverbrechen mit genozidalen Merkmalen. Ausgerechnet Schulen dienten dazu.

Diese Residential Schools, in den USA oft Border Industrial Schools genannt, entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurden (in Kanada) bis 1996 (!) betrieben.

Die 1955 geborene Mary Caesar, Kaska First Nation, absolvierte eine solche Schule und begab sich auf ihren „Weg der Heilung“. Mit Kunst und Lyrik, Malerei und Erzählungen hat sie diesen autobiografischen Weg veröffentlicht. Sie überlebte die oft unmenschlichen Bedingungen in einer dieser kirchlich geführten Einrichtungen.

Montag, 17. Juli 2023

Lemper, Ute: Die Zeitreisende - Zwischen Gestern und Morgen


Wie stieß ich einst auf Ute Lemper?
Ein Kinderbuch von Karen Levine mit dem Titel Hanas Koffer handelte von einem jüdischen Mädchen namens Hana, die in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurde. Für die umfangreichere Buchbesprechung recherchierte ich viele Dinge und stieß auf ein Lied von Ilse Weber, das heißt Ich wandre durch Theresienstadt. Dann fand ich unter YouTube eine Interpretin des Liedes und stöberte gleich weiter nach jüdisch und jiddischen Liedern der Ute Lemper. Das war im Frühjahr 2016.



Ute Lemper: Ich wandre durch Theresienstadt (Ilse Weber)


Ein knappes Jahr später spielte der Weltstar in der wunderbaren Konzertkirche von Neustrelitz ihr Programm The 9 secrets nach Paulo Coelhos Roman Die Schriften von Accra. Ungewohnte Musik, neun thematische Lieder und ich hätte mich erst einmal belesen sollen, Ute Lemper sang sie auf englisch. Ich lehnte mich zurück und hörte nur zu. 

Im November 2019 dann erlebte ich ihr Programm Rendezvous mit Marlene im Dresdner Ostra Dome. Die Geschichte dahinter kannte ich schon, so manches hatte ich nachgelesen und tat mich etwas schwer mit Ute Lemper und ihrer Musik, Ute / Marlene begeisterte mich.

Kürzlich entdeckte ich die Biografie, mit dem Titel Die Zeitreisende, auch dazu gibt es eine Liedersammlung auf Englisch, Time Traveller. Es ist bereits die zweite Biografie...

Dienstag, 7. Februar 2023

Schütt, Rüdiger: Gorch Fock - Die Biografie

Gorch Fock dürfte heute den meisten „nur“ bekannt sein als Name für ein Segelschiff. Vielleicht weiß auch jemand, dass es mehrere Segelschiffe dieses Namens gab. Zwei gibt es aktuell und das auf dem 10 D-Mark-Schein fährt noch über die Weltmeere mit künftigen Offizieren der Bundesmarine als Kadetten an Ort. 

Gorch steht für Georg und Fock für den Familiennamen der Großmutter von Johann Wilhelm Kinau (1880 - 1916). Dieser hat unter dem Pseudonym Gorch Fock im Jahr 1912 den Roman Seefahrt ist not! herausgebracht und wurde damit berühmt.

Der Titel des Romans gab daher auch den Titel für die Biografie über den niederdeutschen Schriftsteller, der viele seiner Stücke auch in Plattdeutsch verfasste. Nun wurde der Roman zuletzt im Input – Verlag als Band 3 der Reihe Perlen der Literatur verlegt. Das Lesen des Romans führt fast zwangsläufig zur Beschäftigung mit dessen Autor, daher war der Fund der Biografie in der wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) die logische Folge nach der Buchbesprechung von Seefahrt ist not!

Samstag, 28. Januar 2023

Neuenkirchen, Andreas: Codename: Sempo - Wie ein japanischer Diplomat Tausenden Juden das Leben rettete

1940 ist Chiune »Sempo« Sugihara offiziell der japanische Vize-Konsul in Litauen. Tatsächlich aber spioniert er als Agent seines Außenministeriums deutsche und russische Truppenbewegungen aus. Seit seinen Lehrjahren in japanischen Kolonien ein entschiedener Gegner von Tyrannei und Unterdrückung, nimmt er sich der jüdischen Flüchtlinge an, die eines Tages beginnen, sein Konsulat zu belagern. Gemeinsam mit einem kreativen holländischen Konsul und einem profitorientierten russischen Kommunisten heckt er einen wahnwitzigen Plan aus, ihnen mit Visa zweifelhafter Gültigkeit die freie Passage nach Japan zu ermöglichen. Für die Juden beginnt eine aufreibende Odyssee durchs eiskalte Sibirien und über die raue japanische See in die Freiheit. Für Sugihara folgen Kriegsgefangenschaft, die unehrenhafte Entlassung aus dem Staatsdienst, Gelegenheitsjobs in Japan und Russland. Erst Jahrzehnte später erfährt er, dass sein Plan aufgegangen ist, und erst kurz vor seinem Tod wird er von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern ausgezeichnet. 
 
Dieses Buch erzählt zum ersten Mal ausführlich in deutscher Sprache die Geschichte seines außergewöhnlichen Lebens, von der Kindheit als brillanter, aber eigensinniger Schüler über die Jahre als Student und angehender Spion in der Mandschurei und Korea bis zu seinem größten menschlichen Triumph im kriegsgebeutelten Europa. Es schildert den tiefen Fall danach sowie die späte, emotionale Wiedervereinigung mit denen, deren Leben er retten konnte. (Klappentext)
 
DNB / Europaverlag / 2022 / ISBN: 978-3958904903 / 232 Seiten

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Kuegler, Dietmar: Walk the Line...

 ... Dyess Colony - Die Heimat von Johnny Cash

Vor zwei Wochen verstarb 91jährig die Country-Ikone Loretta Lynn. Litterae-Artesque veröffentlichte dazu einen kleinen Nachruf. The Coal Miner´s Daughter entstammte einer Bergarbeiterfamilie, was in dem Film Nashville Lady eindrucksvoll zur Geltung kam. Außerdem erinnerte die Geschichte an die Hillbilly-Elegie von J.D. Vance. Das ich aber überhaupt darauf aufmerksam wurde, ist dem Post von Dietmar Kuegler zu verdanken und mit ihm entspann sich eine kurze ergiebige Diskussion zu den Wurzeln der Country-Musik.

Während wir zuerst über die Hillbilly sprachen und die erstaunliche Hinwendung des Autors Vance nicht nur zu den Republikanern, sondern ebenso über dessen eigene Bewerbung um einen Sitz im Senat mit Unterstützung des Trump-Umfeldes, tauchte so am Diskussionsfirmanent der vermutlich bekannteste Country-Sänger Johnny Cash auf. Kuegler erwähnte im Zusammenhang mit den Hillbilly-Wurzeln das Heft 54 der Country Ideals mit dem Titel Walk the Line. Dyess Colony: Davon hatte ich noch nie etwas gehört. Nun liegt es vor mir. Walk the Line, das war der Titel des Musikfilm über J. Cash.


Inhalt. Nein, es ist keine Biografie von Johnny Cash. Dietmar Kuegler erzählt natürlich die Geschichte der Familie Cash, die durch den sogenannten New Deal der Administration Roosevelt eine neue Chance bekommt, konnten sie ihre bisherige Farm in Folge der Weltwirtschaftskrise nicht halten.

Samstag, 24. September 2022

Pfützner, Uta: Die Hölle misst 1000 Kilometer

Manchmal sind es die Geschichten hinter den Büchern, die einen aufhorchen lassen, so dass man unbedingt wissen will, wie die Geschichte ausgeht. Die Geschichte in diesem Fall hier ist eine Novelle und die hat einen realen Hintergrund. Doch war es zunächst das Cover, welches mich an einem Stand mit Fantasyliteratur der Dresden (er)erlesen am 11. September 2022, stutzen und halten ließ. Zwei gekreuzte Infanterie-Karabiner und ein Stahlhelm der Deutschen Wehrmacht.

Hinter dem Stand saß die Autorin, Uta Pfützner und erzählte vom Entstehen dieses schmalen Heftchens.

Ihr Großvater berichtete nie viel vom Krieg und viele Jahre hatte dies auch Gründe. Als er viel zu zeitig starb, fand sich im Haus unter den Dielen sein Kriegstagebuch. Der Vater der Autorin las ihr aus dem Tagebuch vor, denn wie so oft fällt es unserer Generation schwer, die Handschriften unserer Groß- und Urgroßeltern zu entziffern.

Uta Pfützner entschloss sich, die Erlebnisse ihres Großvaters in Form einer Novelle zu veröffentlichen. Der Titel ist bezeichnend und man ahnt, um was es geht. 


Die eintausend Kilometer lange Hölle des Majors Heinz Spoeck führt von Ostpreußen zurück in die Heimat. Jedoch ist es kein militärisch mehr oder weniger organisierter Rückzug im Bestand der deutschen Wehrmacht oder des Infanteriebataillons, in dem der Major diente.

Montag, 11. Juli 2022

Schönpflug, Daniel: Luise von Preußen...

 ... Königin der Herzen

Vor kurzem erst stellte ich auf unserem Blog die Preußische Madonna vor, Luise von Preußen, die Königin der Herzen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Christine Gräfin von Brühl, schrieb über sie und so lasen wir im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts was Hochadel über Hochadel zu berichten wusste. Die Biografie gefiel dem Dresdner Bücherjungen durchaus, die Autorin war ja mit dem Schwanenservice bereits Thema auf unserem Literaturblog.

Jedoch schien es, dass die Zeit, die Epoche, in der die Prinzessin von Mecklenburg – Strelitz Königin von Preußen wurde, etwas zu kurz kam. Daniel Schönpflugs Biografie kam da gerade recht, sich stand schon einige Jahre im Regal und nun las ich sie gleich „hinterher“.


Als die Prinzessinnen Luise und Friderike von Mecklenburg-Strelitz 1796 dem preußischen Thronfolger Friedrich Wilhelm und dessen Bruder vorgestellt wurden, war nicht abzusehen, dass das Thronfolgerpaar vor allem wegen der weiblichen Hälfte einst berühmt werden würde. 

Sonntag, 3. Juli 2022

BiF - Buch im Film: Luise von Preußen

 


Eine buchige Video-Botschaft als erster Versuch, zukünftig Videorezensionen und Buchvorstellungen hier zu veröffentlichen. In der ersten geht es um Luise von Preußen in zwei Biografien. Über die „Preußische Madonna“ könnt ihr hier bereits lesen. Geschrieben wurde die Biografie von Chrsitne Gräfin von Brühl, die auch bereits über „Schwäne aus Weiß und Gold“ schrieb.

Über Kommentare dazu wäre der Dresdner Bücherjunge dankbar.

© Bücherjunge

Donnerstag, 30. Juni 2022

Brühl, Gräfin Christine von: Die preußische Madonna

 Auf den Spuren der Königin Luise

Lebt man in Neustrelitz, einer betulichen Kleinstadt in der Mecklenburgischen Seenplatte, dann stößt man schnell in der Stadt und der näheren Umgebung auf die Person, um die es in diesem Buch geht. Der Landkreis hieß bis 2011 Mecklenbug–Strelitz, was sich mit dem Namen des ehemaligen Herzogtums deckt. Es ist der Name der Person, die Namensgeberin für den Titel der hier zu besprechenden Biografie ist: 

Luise Auguste Wilhelmine Amalie Herzogin zu Mecklenburg-Strelitz

Viel bekannter ist sie als Luise, Königin von Preußen. Es gibt unzählige Bücher über die viel zu früh verstorbene Mutter des ersten deutschen Kaisers, dieses hier hat allerdings eine Autorin aus nicht minder berühmten Hause verfasst. Christine Gräfin von Brühl, Vorfahren von ihr wirkten als Erzieher im Hause Hohenzollern, dem preußischen Königshaus; der berühmteste jedoch war der größte Feind des preußischen Königs, den man Friedrich den Großen nannte. Graf Heinrich von Brühl, erster Minister August III, König von Polen und Kurfürst von Sachsen. Aber Brühl starb dreizehn Jahre vor Luises Geburt. 


Es ist nicht die erste Biografie über „Jungfrau Husch“, die in meinem Regal landete, aber Christine von Brühl war vor nicht langer Zeit schon einmal präsent hier im Blog: 

Es ging um Schwäne in Weiß und Gold. Doch widmen wir uns nun einer Prinzessin und Königin, die nicht nur im ehemaligen Herzogtum Mecklenburg-Strelitz und im ehemaligen Königreich Preußen zu den bekanntesten weiblichen Persönlichkeiten deutscher Herrscherhäuser gehört.

Freitag, 25. März 2022

Schley, Fridolin: Die Verteidigung

„Länger betrachtete Richard die zu dem Artikel abgedruckte Fotografie. Darauf stützt sich ein vornehmer älterer Mann sitzend auf eine Holzbarriere und sieht lächelnd zu einem Jüngeren auf, der in Anwaltsrobe vor ihm steht und den Kopf ein wenig gesenkt hält, die Augen geschlossen, wie etwas verlegen, als wüsste er nicht, ob er dem anderen die Hand reichen soll, weil auch der zögere zu ihm aufzustehen, würden sie sich einem Moment lang winden in angedeuteten wieder zurückweichenden Bewegungen. Aus ihrer Haltung  und ihren Blicken versuchte Richard zu lesen, was in ihnen lag: Erwartung oder Stolz, Fürsorge oder Zweifel und ob der Abstand zwischen ihnen Nähe anzeigte oder Distanz. Oder ob sich in ihm statt ihrer etwas kurz berührte, das, woher sie kamen und das, wohin sie gingen. Und er wartete darauf, dass sich eine Erinnerung in ihm einstellte. Unmöglich konnte ein Fotograf sie in diesem persönlichen Moment überrascht haben und sein Zeugnis nun alles sei, was davon blieb. Als Richard sich auf den Hintergrund des Bildes konzentrierte, auf die Schraffur einer Marmortür und wiederum dahinter verlaufende Kabelstränge entlang der Flurwände, verschwammen der Vater und er und schienen leicht zu verrücken. Doch gleich darauf erstarrten sie wieder, ohne dass er darauf kam, was sie in diesem Augenblick zueinander gesagt hatten und schließlich stellte er sich einfach vor, sie hätten sich dort im Gerichtssaal schon über die spätere Bildunterschrift amüsiert, auf die Richard auf dem Foto herab schielt und deshalb den Vater nicht ansieht. „Weizsäcker Junior hilft Weizsäcker Senior zur Freiheit.““ 


In den letzten zwei Wochen sah ich zwei Filme, die indirekt mit dem Fall zu tun haben, in dem ein Sohn hilft, seinen Vater zu verteidigen. Da war einmal der neueste Film über die Wannseekonferenz von Matti Geschonneck und später fiel mir bei einem der bekanntesten Streaminganbieter der Film München – im Angesicht des Krieges auf, ebenso von einem deutschen Regisseur, Christian Schwochow. Letzterer ist eine Literaturverfilmung nach dem Roman München von Robert Harris.

Sonntag, 6. März 2022

Morgenroth, Thomas: Rolf Hoppe...

 ... ein SchauspielerLeben

Es ist ein bisschen wie Zufall. Das Büchlein, welches hier vor mir liegt, war ein Geschenk zu einem der üblichen Geschenkanlässe, die bei mir so im Dezember anstehen. Es fand im letzten Dezember zu mir und es ist ein durchaus ausgesuchtes Geschenk für einen Dresdner, der die kulturellen „Einrichtungen“ der Stadt viel zu selten besucht. Zwei davon wollte ich immer besuchen: Auf Schloss Wesenstein eine Lesereihe und ein Hoftheater in Weißig. Doch der Hauptakteur lebt leider nicht mehr. Dresdner werden nun wissen, von wem ich schreibe.

Der Autor des Büchleins schildert im zweiten Text eine Episode, die mir vor kurzem wieder unterkam: Eine Filmszene in der der Bösewicht Bashan auf den Häuptling Weitspähender Falke zugeht und kurz darauf dessen Messer in der Brust spürt, worauf der Dakota leider auch zusammengeschossen wird. Das sind so Kindheitsfilmerlebnisse, die bleiben und dieses habe ich mit Thomas Morgenstern fast gemeinsam, es liegen vielleicht ein paar wenige Jahre dazwischen. Der Häuptling und der Bandit sind seitdem befreundet. Die Rede ist von Gojko Mitic und von Rolf Hoppe. Von Letzterem handelt dieses Büchlein, welches dessen Tochter Josephine Hoppe mit herausgegeben hat.

Rolf Hoppe. Klar, das ist der dicke Outlaw in so manchem der DEFA-Indianerfilme, aber auch der Hans Röckle, der sich mit dem Teufel einlässt. Die meisten Ostdeutschen kenne ihn als August III. in Sachsens Glanz und Preußens Gloria, viele haben in vielen Ländern den Nazi in Mephisto an der Seite von K.M.Brandauer vor Augen aber alle, wirklich alle, kennen ihn als König und Vater des bekanntesten Aschenbrödels aller Zeiten. Ich staune immer, dass der Film so alt ist, 1973 war ich neun, Hoppe erst dreiundvierzig, und kurz vorher dürfte ich die oben angesprochene Szene aus dem Film Weiße Wölfe (1969) gesehen haben.

Dienstag, 22. Februar 2022

#ichbinsophiescholl - Ein Projekt des SWR


Heute, am 22.Februar 2022 geht ein Projekt zu Ende, welches ein besonderes Projekt war. Es ist ein besonderes Datum, denn die junge Betreiberin des Projektes wurde am heutigen Tag vor 79 Jahren hingerichtet nachdem sie ebenfalls heute erst in München zum Tode verurteilt wurde. Am 18. Februar wurde sie gemeinsam mit ihrem Bruder verhaftet.

Ich denke, dass informierte Leser wissen, von wem hier die Rede ist, es ist Sophia Magdalena „Sophie“ Scholl, geboren am 09. Mai 1921. Das Projekt, von dem ich schreibe, ist der Instagram-Kanal #ichbinsophiescholl

Der SWR hat das Projekt im April 2021 gestartet, kurz vor dem 100. Geburtstag der jungen Widerstandskämpferin. Es war der Tag, an dem Sophie Scholl von Ulm nach München fährt, endlich studieren, endlich frei, endlich ihren Bruder Hans wieder sehen. An diesem Tag beginnt Luna Wedler, eine junge österreichische Schauspielerin, unter #ichbinsophiescholl ihr Leben öffentlich zu machen mit den Mitteln von Instagram. 

Montag, 14. Februar 2022

Rutsch, Hans-Dieter: DER WANDERER. Das Leben des Theodor Fontane


Die Fontane-Biografie von Hans-Dieter Rutsch ist zum 200. Geburtstag des Dichters erschienen. Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin / Brandenburg als Sohn französischer Emigranten geboren. Seine Eltern, Louis Henry Fontane und Emilie Labry, entstammten beide Hugenottenfamilien. Der Vater kämpfte als Freiwilliger im Krieg gegen die französische Besetzung Preußens durch die Truppen Napoleon Bonapartes. 

Sein Sohn Theodor stand 1848 in Berlin auf den Barrikaden der Revolution von 1848, die zur berühmten Versammlung in der Frankfurter Paulskirche führte, wo die Fundamente für eine deutsche Verfassung gelegt wurden, die unser Grundgesetz heute noch bestimmen. Der junge Fontane war mithin durchaus auch ein politischer Mensch, der für seine Ideale einstand.

Wer aber war dieser Theodor Fontane, der als französisch-stämmiger Sohn eines erfolglosen Apothekers einer der größten Schriftsteller und Journalist der Moderne wurde und bereits zu Lebzeiten ironischerweise (wenn man die damalige "Erbfeindschaft" zwischen Frankreich und Deutschland berücksichtigt) zu  d e m  Dichter des alten Preußen aufstieg?

Samstag, 5. Februar 2022

De Saint-Exupéry, Antoine: Autorenseite

Wer kennt ihn nicht, den Vater des kleinen Prinzen, 

Antoine des Saint-Exupéry.


Biografisches

  • geb. am 29.06.1900 in Lyon
  • gefallen: 31.07.1944
  • Architektur-Studium ohne Abschluss
  • Pilotenausbildung
  • Aufbau des Luftpost- und Frachtluftverkehrs in Argentinien
  • heiratete 1931er Consuelo Suncín Sandoval
  • Flieger, Werbebeauftragter, Journalist und Autor
  • Luftwaffenpilot im II. Weltkrieg
  • Absturz bei einem Aufklärungsflug am 31.07.1944.