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Sonntag, 29. September 2024

Münkemüller, Uwe: Tonka - Mädchen der Sioux

Kinderbücher aus dem Erzählverlag. Gesehen auf Dresden (er)lesen im September 23. Der Blickfang: Ein Indianerkind auf einem Pony. Das Indianerkind heißt Tonka. Eine kleine Einzelgängerin, die wie ein Junge reitet und spielt, mit dem Sohn einer befreundeten Familie. Tonka hat blaue Augen und die besitzt keiner der anderen Dakota, die zu den Sioux gehören. Zwei Familien ziehen durch die Prärie um die Black Hills.

Natürlich ahnen wir, dass das Mädchen eine europäische Mutter haben muss, doch bevor die Fragen ihrer Herkunft in den Vordergrund treten, finden Großer Bär, ihr Vater und Rotfuchs, der Sohn von Falkenauge, eine verendete Stute und ein Stutenfohlen mit einem hellen Fleck auf der Stirn. Sie nennen es Weißer Stern und von nun an wird Roter Büffel, Sa Tatanka = Tonka, es aufziehen und später zu einem sehr schnellen Pony abrichten. Sie werden es brauchen...

Freitag, 5. Juli 2024

Kinkel, Tanja: Reichenau – Insel der Geheimnisse

Es ist eine illustre Runde von acht Autorinnen, die Tanja Kinkel um sich versammelt hat um die Geheimnisse um die 1300 Jahre alte Insel Reichenau zu lüften. Mit zehn Erzählungen haben sich Caren Benedikt, Sabine Ebert, Heidrun Hurst, Iny Lorentz, Carmen Meyer, Heidi Rehn, Juliane Stadler und die Herausgeberin selbst vielleicht in die Herzen der Reichenauer geschrieben. 

In den alten gepflegten sakralen Bauten der Insel spielten sich teils gelehrte, teils mörderische Begebenheiten ab.

Solche Anthologien von Erzählungen nehme ich (Warum eigentlich?) eher selten in die Hand. Hier waren es nicht nur die Namen der Schriftstellerinnen selbst. Vor einigen Jahren unternahm ich eine Fahrradtour auf die Insel. So etwas bindet und führt zur Beachtung solcher Buchtitel, verstärkt durch die, welche die Seiten zwischen den Deckeln füllten.

Sicher könnte man sich "nur" auf die großen historischen Ereignisse konzentrieren, die mit der schönen Insel im Bodensee zu tun haben, aber die hier versammelten Personen sind fiktive und historische, denn die Erzählungen heben nicht nur Mönche, Äbte, Bischöfe und Herrscher hervor, sondern auch Bauern oder Fischer. 

Montag, 6. Mai 2024

Murgia, Michela: Drei Schalen

 

Wie gehen Menschen mit einer grundstürzenden existentiellen Veränderung um? Das neue, letzte Buch der großen italienischen Schriftstellerin Michela Murgia erzählt davon: unverblümt und trostreich, kompromisslos und voll ermutigender Lebensklugheit.

Eine Frau sucht einen Namen für ihren Tumor. Eine andere holt sich die Pappfigur eines Popsängers ins Haus, als der geliebte Sohn auszieht. Eine Kinderhasserin bietet sich ihren Freunden als Leihmutter an. Aus Angst, seiner Exfreundin zu begegnen, traut sich ein Mann kaum noch vor die Tür, und eine Verlassene kann die Trennung buchstäblich nicht verdauen. Die Protagonisten von Michela Murgias Geschichten erleben alle auf ihre Weise einen radikalen Umbruch: Sie verlieren sämtliche Gewissheiten – und finden die unterschiedlichsten Antworten auf das, was ihnen geschieht. Sie treffen ungewöhnliche Entscheidungen, kämpfen ums Überleben, erfinden sich neue Rituale oder wählen die kontrollierbare Katastrophe, um der unkontrollierbaren zu entgehen. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung erzählt Michela Murgia in zwölf miteinander verflochtenen Geschichten von Krankheit und Tod, von Trauer und neuer Liebe, von der Kunst des Abschiednehmens und der des Weiterlebens. Ein Mut machendes Buch über Krisen und Neuanfänge, wahrhaftig und hell. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Verlag Klaus Wagenbach / 2024 / ISBN 978-3-8031-3363-2 / 160 Seiten


Wieder ein Buch, das ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin als Rezensionsexemplar erhalten habe. Dafür auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Verlag! Ein Erzählband mit zwölf Geschichten - von dieser Autorin hatte ich bislang nocht nichts gelesen. Wie mir die Neuentdeckung gefiel, könnt Ihr hier nachlsen:


Freitag, 24. November 2023

Brooks, Gwendolyn: Maud Martha

 


Maud Martha Brown wächst in den 1940ern in der South Side von Chicago auf. Inmitten von verfallenen Kneipen und überwucherten Gärten träumt sie von New York, von der großen Liebe, von einer heiteren Zukunft. Sie schwärmt für Löwenzahn, verliebt sich das erste Mal, dekoriert ihre erste eigene Küchenzeile, bekommt ein Kind. Auch ihr hellhäutigerer Mann hat Träume: vom «Foxy Cats Club», von anderen Frauen, vom Krieg. Und dann ist da als allgegenwärtiger Begleiter noch der Rassismus dieser Zeit, angesichts dessen es nicht immer leicht fällt, Gleichmut und Würde zu bewahren. In lakonischen Vignetten skizziert Gwendolyn Brooks den Alltag einer jungen Schwarzen Frau und erschafft dabei große Weltliteratur. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Manesse / 2023 / ISBN 978-3-7175-2564-6 / 160 Seiten

 

 

 

 

 

Erneut ein Buch, das ich bei Whatchareadin im Rahmen einer Leserunde lesen durfte - herzlichen Dank dafür, auch an den Verlag! Hierbei handelt es sich um die Wiederentdeckung der Schwarzen amerikanischen Literatur. "Maud Martha" (Ersteerscheinung 1953) ist der einzige Roman der Pulitzer-Preisträgerin und nun erstmals auf Deutsch erschienen. Wie mir dieser Roman nun gefiel, könnt Ihr hier nachlesen:

Mittwoch, 15. November 2023

Schami, Rafik: Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte (Hörbuch)

 

Großer Auftritt von Rafik Schami: In seinem sehr persönlichen Hörbuch erzählt er Märchen und Geschichten darüber, wie er zu einem der beliebtesten Erzähler wurde. Er berichtet von seiner Kindheit in Damaskus, als es noch Geschichtenerzähler gab, die im Kaffeehaus ihr Garn gesponnen haben; er zeichnet ein liebevolles Portrait seiner Eltern und seines Großvaters, der selbst ein großer Flunkerer war. Rafik Schami - das macht den großen Reiz dieses Hörbuches aus - spricht mit den Hörern: Er will sie unterhalten, nicht belehren - und sie hören ihm gebannt zu. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Steinbach Spechende Bücher (Antiquariat) / 2011 / ASIN: B01KZEUOOC / 106 Minuten






Hier im Blog stellte ich vor nunmehr acht Jahren bereits ein Buch von Rafik Schami vor: Märchen aus Malula. Diesmal griff ich zum Hörbuch und ließ mir vom Autor selbst seine märchenhaft anmutenden Erzählungen vorlesen. Leider ein nur kurzes Vergnügen, das jedoch Lust macht auf mehr Werke des syrischen Autors. Wie es mir mit dem Hörbuch erging, könnt Ihr hier nachlesen:


Mittwoch, 8. November 2023

Kafka, Franz: Forschungen eines Hundes / Der Bau

Kafka, Franz. 1883 – 1924. Oft hat er es bisher nicht geschafft in unseren Blog. Anne Parden schrieb 2015 über seinen BRIEF AN DEN VATER. Sie bemerkte dazu, dass der Diskurs zwischen Vater und Sohn dem Leser vor Augen führen könnte, was Kafkas Erzählungen und den drei Romanfragmenten zugrunde läge. Es wäre ein beunruhigender aber aufschlussreicher Einblick gewesen.

An Franz Kafka hatte ich mich gelegentlich versucht. Der schmale Band EIN LANDARZT mit kleinen Erzählungen, den ich einst in Prag erworben hatte, steht auch nur „angelesen“ im Regal. Jetzt begegnete mir Kafka im zehnten Band der aufmerksamen Bloglesern bekannten Reihe Perlen der Literatur. Langsam steige ich dahinter. Zumindest, was es bedeutet, wenn einem Text das Prädikat „kafkaesk“ erteilt wird.

„Kafkaesk“, schreibt Charlotte Ückert im Vorwort des bekannt schönen Buches der Perlenreihe, ist ein Text, wenn „Absurditäten bis in die kleinste Gedankenzelle reicht.“ Dies würde man beim Lesen der Erzählung FORSCHUNGEN EINES HUNDES erfahren können. 

Samstag, 23. September 2023

Nam-Joo, Cho: Miss Kim weiß Bescheid (Hörbuch)

Nach ihrem feministischen Weltbestseller Kim Jiyoung, geboren 1982 widmet sich die koreanische Autorin Cho Nam-Joo weiterhin dem Schicksal von Frauen in ihrem Land, die unter den patriarchalen Strukturen leiden. Sieben Frauenleben werden beleuchtet und wieder gelingt es der Autorin, dass sich Frauen weltweit angesprochen fühlen.

Miss Kim weiß Bescheid versammelt die Leben von sieben koreanischen Frauen im Alter von 10 und 80 Jahren. Jede einzelne dieser stellvertretenden Frauenbiografien wird vor einem aktuellen gesellschaftlichen Thema in Korea verhandelt: das heimliche Filmen von Frauen in der Öffentlichkeit, Hatespeech und Cybermobbing auf Social-Media-Plattformen, häusliche Gewalt, Gaslighting, weibliche Identität im Alter und die Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz. Auch sich selbst, die plötzlich weltbekannte Autorin, nimmt sie ins Visier. Ihr Erfolg ermöglicht ihr einerseits, ihr Leben als Schriftstellerin komfortabel zu führen, andererseits lässt sie der Hass, der ihr vor allem im Netz begegnet, nicht kalt.

Cho Nam-Joos meisterhaftes Können besteht in der glasklaren Sprache, in der sie ihre Prosa verfasst und gleichzeitig in dem genauen Blick auf die Ungerechtigkeiten Koreas, den sie mit nichts verschleiert, sondern im Gegenteil messerscharf zu Papier bringt. Wie schon bei Kim Jiyoung, geboren 1982 sind auch die Schicksale dieser sieben Frauen nicht annähernd so weit von uns weg, wie wir meinen und hoffen.

(Verlagsbeschreibung)

 

DNB / argon hörbuch / 2022 / ISBN: 978-3-7324-5945-2 / 402 Minuten
 

 
 
 
Nach ihrem ebenso interessanten wie verstörenden Debütroman Kim Jiyoung, geboren 1982, der zum Weltbestseller mutierte, habe ich mich gefreut, wieder auf eine Publikation der südkoreanischen Autorin zu stoßen. Diesmal ist es ein Erzählband, und bekommen habe ich ihn über NetGalley, wofür ich mich herzlich bedanke. Ein wenig Sorge hatte ich, ob einzelne Geschichten an die Intensität des Romans heranreichen könnten, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Wie es mir ansonsten mit dem Hörbuch erging, könnt Ihr hier nachlesen:


Freitag, 22. September 2023

Santiesteban, Ángel: Wölfe in der Nacht

Der Erzählungsband »Wölfe in der Nacht« des kubanischen Autors Ángel Santiesteban erzählt von einem anderen Kuba, fern der Postkartenidylle und des scheinbar so karibisch-leichten Lebensflairs: verstörend, eindringlich, hochpolitisch. Unbeirrbar erhebt der Kubaner Ángel Santiesteban seine Stimme gegen Willkür und Unterdrückung. Seine Erzählungen sind durchwebt von eigenen Erfahrungen, ihr Spektrum reicht von phantastisch bis zu erschütternd real: Da verschwindet eine Figur aus ihrem Roman, um der Zensur zu entgehen; eine hungrige Meute Männer zieht im Dunkel der Nacht los, um das Fleisch toter Rinder zu stehlen; inmitten einer ausgelassenen Feier suchen einen Soldaten Erinnerungen an den Angola-Krieg heim. (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / S. Fischer Verlage / 2017 / ISBN: 978-3-10-397308-2 / 272 Seiten









Wieder hat mich eine Challenge zu einem Buch greifen lassen, auf das ich sonst sicherlich nie gestoßen wäre. Es ist auch nicht direkt eine Mainstream-Lektüre, sondern schon etwas Außergewöhnliches. Derzeit hat das Buch bei Amazon.de gerade einmal 11 Sterne Bewertungen. Dabei wäre ihm mehr Aufmerksamkeit zu wünschen. Fern der Tourismus-Idylle erzählt Ángel Santiesteban von einem düsteren Kuba, gefährlich in einem Staat, in dem freie Meinungsäußerung, Presse-, Vereinigungs-, Versammlungs- und Bewegungsfreiheit massiv beschnitten sind. Der Autor saß wegen regimekritischer Äußerungen bereits in Haft und darf bis heute in Kuba nicht publizieren.

Montag, 14. August 2023

Caesar, Mary: Meine Reise zur Heilung - Überleben in der Residential School

Es ist noch nicht lange her, 1998/1999, da entschuldigte sich der kanadische Ministerpräsident und die beteiligten Kirchen, mehr oder weniger inoffiziell, für den Versuch, ganze indigene Kulturen auszulöschen: kurz für ein Menschheitsverbrechen mit genozidalen Merkmalen. Ausgerechnet Schulen dienten dazu.

Diese Residential Schools, in den USA oft Border Industrial Schools genannt, entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurden (in Kanada) bis 1996 (!) betrieben.

Die 1955 geborene Mary Caesar, Kaska First Nation, absolvierte eine solche Schule und begab sich auf ihren „Weg der Heilung“. Mit Kunst und Lyrik, Malerei und Erzählungen hat sie diesen autobiografischen Weg veröffentlicht. Sie überlebte die oft unmenschlichen Bedingungen in einer dieser kirchlich geführten Einrichtungen.

Dienstag, 1. August 2023

Kästner, Erich: Meine Katzen

Da sitzt sie, die Mimi, eine Dresdner Katze, neben einem Katzenbuch. Nein, nein, nicht eines von diesem Katzenkrimischreiber A.P. sondern eines, zu dem gerade eine Dresdner Katze passt

Eigentlich interessieren mich Katzenbücher gar nicht. Doch hier es geht um die Katzen von Erich Kästner. Obwohl der Dichter erst zum Katzenhalter wurde, als er gar nicht mehr in Dresden lebte. 

Bei Kästner gab es da den Kater Maximilian, Mäcki genannt, den er auch gezeichnet hat. Dann gab es, benannt nach einem schwarzhaarigen Stummfilmstar Pola Negri (!), die Katze Pola, deren eines Junge erst Oskar von Mendel und später nur noch Butschi gerufen wurde nach einer Comic Figur. Später hatte er eine mollige Katze, die nach Gina Lollobrigida nur Lollo genannt wurde. Auch die hatte Nachkommen, unter anderen eine Anastasia: Anna gerufen. Diese Katze soll Erich besonders geliebt haben. Das Katzenquartett hat Silvia List im Vorwort zu MEINE KATZEN vorgestellt.

Freitag, 3. März 2023

Leon, Donna: Ein Leben in Geschichten

Diese Autorin wird, obwohl Amerikanerin, vor allem mit Venedig verbunden. Die sie viele Jahre in der Lagunenstadt gelebt hat, dürften sich Geschichten oft um diese Stadt drehen, auch wenn MEIN VENEDIG schon Geschichten aus ihrer Feder enthält. Ansonsten kennen wir sie durch ihre nun schon einunddreißigfache Romanfigur Commissario Guido Brunetti

Mit nunmehr 80 Jahren schreibt Donna Leon im Vorwort zu diesem Buch:

„Das Allerbeste aber, zumindest für mich, ist das weitere Zusammensein mit Brunetti, seiner Familie und seinen Freunden, und dass ich ihm Gelegenheit geben kann, noch mehr von sich und seiner Vergangenheit, von seinen Gedanken und Gefühlen zu erzählen.“ (Seite 9)

Ich fange mal etwas weiter hinten im Büchlein an: Brunetti wird in diesem Büchlein, natürlich aus dem Diogenes-Verlag, nur im Zusammenhang mit einem Brief für den Questore erwähnt. So wie der Gullydeckel aus dem einst Indiana Jones auf dem letzten Kreuzzug kroch, gern von den Touristen fotografiert wird, gilt dies auch für den Balkon der Familie Brunetti und die Film-Questura, in der der Commissario arbeitet. 

Freitag, 13. Januar 2023

Van der Kwast, Ernest: Versteckte Wunder - Erzählungen aus Rotterdam

»Diese Stadt birgt Tausende verborgene Geschichten.«

Sonntag, 25. Dezember 2022

Anlauf, Joachim: Weihnachts…


anektötchen - Spannende Geschichten aus Dresden

Es muss den Autoren des schmalen Bandes nicht entmutigen, dass kürzlich durch den Deal von Staatsanwaltschaft und Verteidigung eine ziemliche Menge der geraubten Schätze aus dem Grünen Gewölbe wieder aufgetaucht ist. Ein bißchen fehlt noch und vielleicht finden sich diese Juwelen sogar dort, wo Kriminalkommissaranwärter Chris und Polizeihauptmeisterin Jana die drei Ganoven feststellen, die da in einem Loch buddeln in unmittelbarer Nähe des Badezubers im Stallhof…

Es ist Advent und der Marktamtsleiter des Striezelmarktes, der Revierleiter von Dresden Mitte und ein Professor der Hochschule der Sächsischen Polizei feilen an einem innovativen und effektiven Straftatenverhütungskonzept für den weltberühmten Striezelmarkt und angrenzende Weihnachtsmärkte auf dem Neumarkt und im Stallhof. Das soll was mit „Prädiktion“ zu tun haben, womit der Spaß anfängt, dies wäre kriminologisch nämlich was ganz Neues…

Der Professor gewinnt für das Projekt besagten Chris und diese Jana, welche sich, statt zu studieren, nun einige Wochen im besagten Gefilde rumtreiben können. Da ist zunächst viel Glühwein im Spiel mit dem einschlägigem Erfolg einer „Strafversetzung“ auf die andere Seite der Willsdruffer Straße.


Mittwoch, 21. Dezember 2022

Kästner, Erich: Vom Glück in Dresden aufzuwachsen

Alljährlich zum Jahreswechsel erreiche ichganz sicherlich meine Heimatstadt. Diese teile ich mit diversen Berühmtheiten und immer wieder begegnet einem dadurch eine Figur, die am Albertplatz auf einer Mauer sitzt und das Treiben auf diesem Platz beobachtet.


Am liebsten hockte ich dann auf der Gartenmauer und schaute dem Leben und Treiben auf dem Albertplatze zu. Die Straßenbahnen, die nach der Altstadt, nach dem weißen Hirsch, nach dem Neustädter Bahnhof und nach Klotzsche und Hellerau fuhren, hielten dicht vor meinen Augen, als täten sie‘s mir zuliebe. Hunderte von Menschen stiegen ein und aus und um, damit ich was zu sehen hätte. Lastwagen Kutschen, Autos und Fußgänger taten für mich, was sie konnten. Die zwei Springbrunnen zeigten ihre Wasserkünste. Die Feuerwehr ratterte, mit ihrem Hornsignal und glockenläutend, vorbei. Schwitzende Grenadiere kehrten, singend und im Gleichschritt, von einer Übung in die Kaserne zurück. Eine königliche Equipage rollte vornehm übers Pflaster. Eisverkäufer in weißer Uniform verkauften an der Ecke Waffeln für fünf und zehn Pfennige. Ein Bierwagen verlor ein Hektoliterfass, und die Neugierigen kamen gelaufen. Der Albertplatz war die Bühne. Ich saß, zwischen Jasmin und Bäumen, in der Loge und konnte mich nicht satt sehen.“ (Seite 45) 


Dresdner erkennen das vielleicht und haben diese Plastik vor Augen, die immer noch auf der Mauer sitzt und den Albertplatz, der zwischenzeitlich einmal „Platz der Einheit“ hieß, was nichts mit der deutschen Einheit zu tun hatte, beobachtet. Es fehlen die Glocken der Feuerwehr und die Grenadiere und die Equipagen, die Straßenbahnen fahren dort heute noch so.

Mittwoch, 14. Dezember 2022

Goldammer, Frank: Der Weihnachtsmann ist tot...

 ... es lebe der Weihnachtsmann.

Ein ganz kurzer Rückblick in das Leben des Max Heller, der Weihnachten 1957 im Sachsenwerk Dresden ermitteln muss. Max Heller ist hiesigen Leserinnen und Lesern ja bekannt und eigentlich ist die Reihe vorerst abgeschlossen. Trotzdem hat dessen Autor, Frank Goldammer, im Rahmen einer DTV-Anthologie eine weitere Episode geschrieben.

Was ist, wenn der Weihnachtsmann keine Mandeln verträgt und darauf allergisch reagiert? Jedenfalls ist er nun tot und die Kinder auf der Weihnachtsfeier im Sachsenwerk muss nun ein anderer reich beschenken. Dazu wird Kollege Oldenbusch von Karin Heller gebeten, naja, eigentlich wird er gezwungen.

Die Kinder kommen zu ihren Geschenken und Heller, der sich noch kurzzeitig Kriminalrat nennen kann, muss herausbekommen, ob dem Weihnachtsmann der gefährliche Stollenabsichtlich verabreicht worden ist.  Auch politische Hintergründe sind nicht ganz von der Hand zu weisen.


Allerdings schreibt hier ja Goldammer und der macht, wie so oft in der Max-Heller-
Reihe, am Ende eine ziemlich unpolitische Sache draus.

Vierzehn Autoren vereint die Anthologie mit dem etwas sperrigen Titel Stille Nacht, heilige Nacht - Morgen wirst du umgebracht. Goldammer las daraus am 8. Dezember aus Anlass des Deutschen Krimitages. 

Geneigte Leserinnen und Leser finden im Taschenbuch Geschichten von :

Dora Held, Anne B. Ragde, Dietmar Bittrich, Jussi Adler-Olsen, Marlies Ferber, Rudi Fuglehaug, Romy Hausmann, Ulrich Hefner, Rebecca Michéle, Ursula Schröder, Dani Baker, Charlotte Charonne und Jutta Profijt - und ein Schelm mag sich was dabei denken, dass das Verhältnis von Männern und Frauen mit 4 : 10 für die Damen ausgeht. 




© Der Bücherjunge




Donnerstag, 8. Dezember 2022

BlogPost Nr. 184 - Krimitag in Dresden

8. Dezember. Deutscher Krimitag. Aha. Veranstaltet vom Syndikat. Davon habe ich schon einmal gehört. Das war doch die Vereinigung der (rund 800) Krimi-Schreiber? Wenn man dazugehören will, muss man schon ein gedrucktes Buch vorlegen. Erzählt Joachim Anlauf, der die Veranstaltung in der Stadtbibliothek Dresden Neustadt organisierte. Eine Benefiz-Veranstaltung, diesmal zu Gunsten der Telefon-Fürsorge.


Am 8. Dezember 1938 starb Friedrich Glauser, der mit seinem Wachtmeister Studer eine Figur im Rang von Sherlock Holmes, Miss Marple oder Kommissar Maigret erfand. Das habe ich gestern gelernt.

Die lesenden Teilnehmer waren mir zu drei/viertel bekannt. Die gelesenen Bücher allerdings nur zur Hälfte. 

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Noch ein filmischer Nachruf: Wolfgang Kohlhaase

Geht es euch auch so, dass die guten Filme in Erinnerung bleiben, die Autoren der Drehbücher und selbst die Regisseure nur selten? 

Am 05.10.2022 verließ Wolfgang Kohlhaase diese Welt, 1931 in Berlin geboren wurde und dort auch starb. 

Ich will hier ja gar nicht wiedergeben, was in diversen Artikeln zum Ableben dieses Großen nicht nur der DDR-Filmgeschichte und auch in Wikipedia geschrieben wurde, aber die Filmografie im Sinne des ersten Satzes gab mir zu denken.
 

Freitag, 24. Juni 2022

Wolff, Iris: Die Unschärfe der Welt

Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf berückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander in Beziehung setzt.
Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In »Die Unschärfe der Welt« verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandten, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus – und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen.  
 
 
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Klett-Cotta; 14. Druckaufl. 2021 Edition (15. August 2020)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 216 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3608983260
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3608983265
 
 
 
 
 
Da ich gestern verblüfft feststellen musste, dass es die Rezension zu dem Roman bisher nicht in den Blog geschafft hat - warum auch immer?! - hole ich dies hiermit gleich nach, bevor es wieder in Vergessenheit gerät. Dies war das erste Buch, das ich über NetGalley lesen durfte, worüber ich mich immer noch sehr freue. 2020 war das, und in dem Jahr wurde der Roman auch u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert. Doch nun soll es endlich um den Roman selbst gehen, der für mich in dem Jahr definitiv zu den Jahreshighlights gehörte!


Donnerstag, 23. Juni 2022

Wolff, Iris: So tun, als ob es regnet

Der Erste Weltkrieg bringt einen österreichischen Soldaten in ein Karpatendorf. Eine junge Frau besucht nachts die „Geheime Gesellschaft der Schlaflosen“. Ein Motorradfahrer ist überzeugt, dass er sterben und die Mondlandung der Amerikaner versäumen wird. Eine Frau beobachtet die Ausfahrt eines Fischerbootes, das nie mehr zurückkehren wird. Iris Wolff bindet in „So tun, als ob es regnet“ vier ganz unterschiedliche Protagonisten zusammen und schafft durch die subtilen Querverbindungen ein einzigartiges Geflecht aus Perspektiven auf den je Anderen. Dies erlaubt den Figuren den Blick zurück, auf getroffene Entscheidungen, sowie nach vorne, auf das, was von einem Leben bleibt.  (Klappentext)












  • Herausgeber ‏ : ‎ Klett-Cotta; 1. Auflage 2022 (21. Mai 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 176 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3608984917
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3608984910





Ich bin gerade völlig verblüfft, verlief doch meine Suche nach dem bereits vor zwei Jahren von mir gelesenen und für sehr gut befundenen Titel "Die Unschärfe der Welt", ebenfalls von Iris Wolff, hier im Blog erfolglos. Ist doch nicht zu fassen - da habe ich es offenbar versäumt, diesen Roman hier vorzustellen! Das wird aber baldmöglichst nachgeholt, versprochen. Jetzt aber soll es um den Titel "So tun, als ob es regnet" gehen - keine Neuerscheinung, sondern die Taschenausgabe und damit Wiederauflage des Titels aus dem Jahr 2017. Ich jedenfalls freute mich, einmal mehr etwas von Iris Wolff lesen zu können. Wie mir der Roman, der sich aus vier Erzählungen zusammensetzt, letztlich gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen:

Samstag, 12. Februar 2022

Sackers-Böhm, Sylvia: Zwei x Medizin - Geschichten



Bisher fiel der Ruhrkrimiverlag „nur“ auf, durch die Romane um eine gewisse Olga Paschke und einen gewissen Hugo Koslowsky. Im weiteren hat der Verlag die Märchenmordreihe fortgesetzt, die, herausgegeben von Andreas M. Sturm, mörderische Märchen neu erzählt. Weitere Geschichten wurden im Band Winnetou und die Frau in Weiß herausgegeben. Mit den Ruhrkrimis (Bochum 1 bis 3, beginnend allerdings mit den Mauerzwillingen) begann einst der Verlag von Uwe Wittenfeld, der das Verlagsangebot nicht nur um Krimis und schnurrig/schrullige Erzählungen einer ganzen Reihe von Autoren erweiterte, sondern nun auch um ganz aktuelle Medizingeschichten.