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Donnerstag, 13. August 2026

Weigele, Erika: Die Töchter von Zürich



Das 12. und das 13. Jahrhundert scheinen die beiden beliebtesten Jahrhunderte für Mittelalterromane zu sein. Es ist egal, in welcher Gegend sie handeln. Die Autorinnen und Autoren haben so ihre Lieblingsorte. Einer hat es mit Robin Hood, mag England und Aquitanien, eine andere findet Freiberg und Meißen toll, diese Autorin hier schickt die Leserinnen und Leser zum zweiten mal nach Zürich in die Jahre zwischen 1290 und 1293. Mit dem ersten Band war Erika Weigele schon für den Goldenen Homer für historische Romane 2024 nominiert.

Erika Weigele hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert, da kommt man um mittelalterliche Kunst nicht drumrum. Wer hat schon mal etwas von der Manessischen Liederhandschrift gehört? Wer nicht,  der schaue mal schnell in die Buchbesprechung zu Der Buchmaler von Zürich.

Freitag, 3. April 2026

Feuerbach, Sam: Der Totengräbersohn Bd. 1 (Hörbuch)

 

Im mittelalterlichen Dorf Haufen lebt der 18-jährige Farin. Der Junge ist ein Außenseiter, denn als Sohn des Totengräbers wird er von den anderen Dorfbewohnern geächtet und geprügelt. Dennoch hat er keine andere Wahl, als den Beruf des Vaters zu übernehmen, der zunehmend dem Alkohol verfällt. Die Dinge ändern sich für Farin schlagartig, als die Dorfhexe stirbt und er die Giftmischerin für die Beerdigung vorbereitet. Denn die Hexe trägt ein geheimnisvolles Amulett um den Hals, und Farin kann nicht widerstehen, das Schmuckstück anzulegen... (Verlagsbeschreibung)

DNB / Audible Studios / 2017 / ASIN B074DXSLY6 / 666 Minuten

Reihe: Der Totengräbersohn (Bd. 1)


Kurzmeinung: Gelungener Auftakt zu einer vielversprechenden Mittelalter-Saga mit einem gehörigen Schuss Fantasy...


Montag, 12. Januar 2026

Schiewe, Ulf: Der Bastard von Tolosa

Letztens veröffentlichte Anne PARDEN hier ihre Challenge 2026 Rezensionsexemplare. Einige Titel könnte ich hinzufügen, auf jeden Fall etwas überschaubarer. Annes Liste ist allerdings nicht der Grund für diese Rezension eines solchen Exemplars, das eBook bot sich erneut an, als eine lange Flugreise anstand. 

Diese Rezension des Bastards von Tolosa hat eine Vorgeschichte, denn ich erhielt das eBook vom Verlag, nachdem ich die Laudatio zu Ulf Schiewes Der eiserne Herzog während der Gala zum HOMER - Literaturpreis für historische Romane im Jahre 2023 halten durfte. Das ist über zwei Jahre her, nun endlich ist der Debüt-Roman des Erfolgsautors, der Auftakt zur Montalban-Reihe, gelesen.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Crönert, Claudius: Das Erbe der Karolinger

Beginnen wir (ausnahmsweise) einmal mit dem Klappentext zu diesem historischen Romans:

„Was geschieht, wenn Neid und Gier zu Streit und Krieg führen: das große Karolinger-Epos. Eigentlich macht Ludwig, Kaiser der Franken und Sohn Karls des Großen, alles richtig: Er regelt seine Nachfolge früh, ernennt seinen ältesten Sohn Lothar zum Mitregenten und bedenkt die jüngeren Söhne mit großen Ländereien. Schnell zeigt sich jedoch, dass Ludwig und Lothar unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wie das Land regiert werden soll. Während sich der Vater um Frieden und Ausgleich bemüht, drängt der Sohn darauf, die Interessen des Reiches mit Härte durchzusetzen. Als Ludwig nach dem Tod seiner Frau ausgerechnet um Judith wirbt, für die sich auch sein Sohn interessiert, eskalieren die Streitigkeiten. Bald steht alles auf dem Spiel, was Karl der Große einst geschaffen hat …“ (Verlag)

Wer sich halbwegs an seinen Geschichtsunterricht erinnert, dem fällt auch etwas zu Karl dem Großen ein. Den Herrscher und Kaiser des Frankenreiches und wer einmal in Aachen war, bewunderte auch dessen Thron. Der Karlspreis für Verdienste um die Einheit Europas (und die Streitereien um die jeweiligen Preisträger) sei erwähnt (2025 - Dr. Ursula von der Leyen), auch wenn die Einheit seines Imperiums nach ihm wie ein Kartenhaus zusammenfiel…

Dienstag, 2. Dezember 2025

Ebert, Sabine: Der Silberbaum - Das Ende der Welt

 

Sabine Ebert lässt uns wieder ins Mittelalter reisen, zum jungen Markgrafen Heinrich nach Meißen. Es ist die Zeit Kaiser Friedrich II., den man auch "stupor mundi" nannte: "Das Staunen der Welt".

Alte Bekannte stehen ihm zur Seite: Sie kommen aus Freiberg...


Wir haben schon so einige Markgrafen von Meißen und andere Fürsten in sächsischen, thüringer und anderen Landen von Sabine Ebert präsentiert bekommen. Es fing mit Markgraf Otto dem Reichen an, als der noch nicht ganz so reich war. Später, nach den Büchern über die Hebamme Marthe und ihren Ritter Christian, bewegte sich die Autorin etwas weiter zurück zu Markgraf Konrad, dem Vater von Otto. Nun liegt hier der zweite „Silberbaum-Roman“ vor, der neben Thomas von Akkon, der  nun bereits rund 70jährige Sohn Marthes dessen Herrn, Heinrich den Erlauchten vorstellt. Dieser soll, so der Verlag, der vielleicht außergewöhnlichste Fürst des Mittelalters gewesen sein.

Samstag, 1. November 2025

Wolf, Daniel: Die Templer - Rose und Kreuz

 

Doch noch einmal ein Buch über und mit Tempelrittern? Vor fünfunddreißig Jahren widmete ich mich erstmals einem solchen Thema und war vor allem mit einer der größten Lügengeschichten konfrontiert, die doch so seriös aussah. Dem "heiligen Gral" folgten "Die Kinder des Grals" und wenn die meisten Bücher Peter Berlings hier gar nicht "untersucht" wurden weil das Lesen liegt länger zurück als der Blog existiert, dann liegt das wiederum an der Erschöpfung des Themas.

Dachte ich. 

Doch vor kurzem, es war in Unna, hörte ich den Christoph Lode alias Daniel Wolf aus diesem Buch hier lesen. Himmel, dachte ich, jetzt sucht auch noch ein Knappe nach einem Drachen und trifft dabei einige Templer, ein paar Ritter und Sergeanten und ein Turkopole ist auch dabei...

Und dann, 886 Seiten oder über 23 Stunden hören...

Donnerstag, 24. April 2025

Ebert. Sabine: Die Hebammen-Saga



„Ich hatte nie vor, mit meinen Romanen nur eine Lovestory oder ein Abenteuer vor historischer Kulisse zu erzählen. Mir geht es stets um ein Stück deutscher Geschichte.“ 1


Es ist genau diese Aussage, die den hier schreibenden Blogger so begeistert. Es ist aber auch nicht nur dieses Statement von Sabine Ebert, es sind deren Romane überhaupt, die deswegen begeistern. Was macht einen historischen Roman aus?
„Ein historischer Roman ist ein fiktionales Prosawerk, dessen Handlung in einer historischen Zeit spielt und geschichtliche Vorgänge und Personen ohne Anspruch auf wissenschaftliche Richtigkeit in belletristischer Form behandelt.“ 2
Stopp! Dies ist die Definition, die wir in Wikipedia finden. In diesem Artikel ist Sabine Ebert noch (!) nicht benannt, obwohl sie es verdient hätte, denn ihre Romane, in denen historische und fiktive Personen handeln, weisen vor allem historische Korrektheit auf. Die gelernte Journalistin dürfte ihre umfangreichen Recherchen durchaus wissenschaftlich unternommen haben.

Freitag, 5. Juli 2024

Kinkel, Tanja: Reichenau – Insel der Geheimnisse

Es ist eine illustre Runde von acht Autorinnen, die Tanja Kinkel um sich versammelt hat um die Geheimnisse um die 1300 Jahre alte Insel Reichenau zu lüften. Mit zehn Erzählungen haben sich Caren Benedikt, Sabine Ebert, Heidrun Hurst, Iny Lorentz, Carmen Meyer, Heidi Rehn, Juliane Stadler und die Herausgeberin selbst vielleicht in die Herzen der Reichenauer geschrieben. 

In den alten gepflegten sakralen Bauten der Insel spielten sich teils gelehrte, teils mörderische Begebenheiten ab.

Solche Anthologien von Erzählungen nehme ich (Warum eigentlich?) eher selten in die Hand. Hier waren es nicht nur die Namen der Schriftstellerinnen selbst. Vor einigen Jahren unternahm ich eine Fahrradtour auf die Insel. So etwas bindet und führt zur Beachtung solcher Buchtitel, verstärkt durch die, welche die Seiten zwischen den Deckeln füllten.

Sicher könnte man sich "nur" auf die großen historischen Ereignisse konzentrieren, die mit der schönen Insel im Bodensee zu tun haben, aber die hier versammelten Personen sind fiktive und historische, denn die Erzählungen heben nicht nur Mönche, Äbte, Bischöfe und Herrscher hervor, sondern auch Bauern oder Fischer. 

Sonntag, 30. Juni 2024

Römling, Michael: Tankred - Mit Hammer und Kreuz

Ein Vorhaben hat dieser Tankred ja bereits erfüllt, in einer Wahnsinnsaktion rettet er seine Schwester vor grausamen Ableben. Doch nun will er sich wieder in seine Rechte einsetzen lassen und seine böse Schwiegermutter zur Verantwortung ziehen. Dazu braucht er Unterstützung. Er kann diese bekommen, sogar der Kaiser (Karl der Dicke) bewilligt solche, aber nicht ohne Gegenleistung. Unser Takred hat nicht nur gelernt, das Schwert zu schwingen, er führt auch die Feder, denn er war im Kloster Prüm Bibliothekar. Ein sehr offener und durchaus respektloser., den damaligen Wissenschaften zugewandter mittelalterlicher Büchernarr. Daraus resultiert ein etwas großes Maul…

Mittwoch, 15. Mai 2024

Römling, Michael: Tankred - Weihrauch und Schwert

Das ist ein geheimnisvoller Bibliothekar,
dieser Tankred. Mönch und doch nicht, ausgebildet im Waffenhandwerk, der Sohn eines Adligen? So nach und nach erfahren wir seine Geschichte, doch zu Beginn muss er den Bücherschatz retten. Er versteckt ihn im Glockenturm des Klosters Prüm in der Eifel. Dann muss er fliehen.* Wir schreiben das Jahr 882 nach Christi Geburt. Es ist Januar und ziemlich kalt.

Tankred hat eine Schwester namens Judith, von deren Verbleib momentan weder sein Bruder noch sein Vater wissen. Er sucht sie in Aachen, doch findet er sie dort nicht. So reist wer weiter nach Koblenz und bis Trier, parallel zu den Normannen, die die Eifel mit ihren Raubzügen überziehen. Begleitet wird er zeitweise von einem windigen Burschen, dessen Profession so eine Art Reliquien-Betrug ist.

Wird er seine Schwester finden?

Donnerstag, 25. April 2024

Weigele, Erika: Der Buchmaler von Zürich

Als ich Erika Weigele während der Preisverleihung zum HOMER - Literaturpreis 2023 kennen lernte, das war am 7. Oktober 2023, war noch nicht zu ahnen, dass sie und ihr "Buchmaler" für den HOMER 2024 nominiert werden würden. Damals bat ich sie einfach, mir ihr Buch "schmackhaft" zu machen. Es ist ihr gelungen, denn ich las um den Jahreswechsel dieses Werk. Ich nehme es vorweg: Es ist eine Freude, Erika Weigele auf der Shortlist für dieses Jahr zu finden. Warum ist in den folgenden Zeilen zu lesen.

* * *

Aus einem solchen Prolog kann einfach alles werden. Wenn im November 1253 ein Säugling im Stift des Großmünsters abgegeben wird. Wer ist der der Junge? Wer wird der Junge? Was ist sein Stand? Eine Frage, die heute sicher weniger gestellt werden würde. Auf jeden Fall ist der Junge nicht mittellos, jährlich gehen Zahlungen, sein Fortkommen und seine Ausbildung scheint gesichert: Erika Weigele teilt uns bereits im Buchtitel mit, der Junge wird wohl Der Buchmaler von Zürich.
 

Donnerstag, 21. März 2024

Zürcher, Dorothe: Bittermandeln aus Byzanz


Das Erste, was mir bei diesem Titel und dem Cover in den Sinn kam, war Mord. Bittermandeln, da kommt einem doch Cyanwasserstoff, also Blausäure in den Sinn, und die ist bekanntlich hochgiftig. Bei unbehandelten Bittermandeln würde während des Verdauungsvorganges eben solche Blausäure freigesetzt werden, unbehandelte Bittermandeln sind daher für den menschlichen Genuss nicht geeignet. Das kann man bei einer bekannten Online-Enzyklopädie nachlesen.

Wenn zudem noch ein Mörser abgebildet ist, dann kommt der Leserin oder dem Leser vielleicht eine Apotheke in den Sinn. Vielleicht eine Gelegenheit, diesen oder jenen räuberischen Franken abzumurksen, der sich anschickt, 1190 unter Kaiser Barbarossa das Heilige Land zu erobern, im alten Byzanz aber erst einmal halt machen muss. So ganz von ungefähr kommt die Überlegung am Ende nicht. In Adrianopel macht der Kreuzfahrer Diethelm von Toggenburg halt. Dort kochte bis eben für den byzantinischen Stadthalter die Delikatessenköchin Alkmene Bittermandeln, genauer, sie macht Confectum daraus... Lecker, dieses Zeug, das glaubt man Dorothe Zürcher sofort.

Die in Zürich lebende Autorin hat dieses abenteuerliche historische „Kochbuch“ geschrieben, in dem besagte Alkmene unter für unsere Gewohnheiten unglaubliche Küchenzustände, zum Beispiel in einem Feldlager allerlei aus wenig Zutaten zaubern muss. Aber es ist auch ihr Glück...

Dienstag, 9. Januar 2024

Pieper, Tim: DER MINNESÄNGER - Hartmann von Aue und der Codex Manesse

Es war vermutlich die erste Leserunde, an der ich teilnahm, damals im Mai 2010, im zweiten Jahr der "Buchgesichter". Tim Pieper stellte sich der Leserschaft mit seinem Debütroman DER MINNESÄNGER. Die Rezension vom 11.05.2010 erschien dann gleich nach Einrichtung dieses Blogs als erste. Nun begegnete mir dieser Hartmann von Aue in der Großen Heidelberger Liederhandschrift, dem sogenannten Codex Manesse, die zwischen 1300 und 1340 entstand. Warum? Erika Weigele brachte 10 Jahre nach dieser Rezension ihren Roman DER BUCHMALER VON ZÜRICH heraus. Die digitale Blätterei erinnerte mich zwangsläufig an den Beginn der "Bloggerei".

Erstaunlich, wie viele Namen von Dichtern dieser Codex Manesse aufweist. Wir finden da natürlich den Walter von der Vogelweide, den Wolfram von Eschenbach, Tannhäuser und Heinrich III von Meißen. Ja genau der, den Sabine Ebert in DER SILBERBAUM - Die siebente Tugend porträtiert und dessen dichterische Fähigkeiten sicher noch eine Rolle spielen werden.

Besagter Erika Weigele verdanke ich es nun, diese spezielle (laienhafte) Literaturrecherche beginnen zu können und komme damit auf Hartmann von Aue zurück. Doch hier erstmal die Rezension aus dem Jahre 2013.

Freitag, 22. Dezember 2023

Unerwartete Verknüpfungen

Das war vielleicht ein historisches Halbjahr. Hervor stachen letztlich ein geplantes und ein ungeplantes Projekt. Das geplante hatte was mit der HOMER - Preisverleihung zu tun, für die ich Silke Elzners Roman DIE LETZTE FEHDE SAN DER HAVEL las, darüber schrieb und auch dieses Interview mit ihr veröffentlichte, bis ich die sympathische Autorin dann in Ingolstadt zur Preisverleihung traf. So ein Treffen lies mich natürlich auf die nächsten Romane von Silke achten aber erst die Leserunde bei Lovelybooks führte zum lesen von DER SCHWUR DER GRÄFIN.

Donnerstag, 21. Dezember 2023

Lorne, Mac P.: Der Sohn des Löwen


Es geht dem Ende entgegen. Dem Ende einer fünfbändigen Buchreihe
. Alt ist er geworden, dieser Robert von Loxley, Earl von Huntingdon, Zipperlein plagen, reiten geht noch, aber das aufsteigen...

Marian hat dem Sohn eine Botschaft mitgegeben. Heilkundig wie sie ist, erkennt sie, wenn sich das Leben dem Ende zuneigt.

Es zieht den Alten nach Old England und gelegentlich braucht der Ziehsohn Hilfe. Gleich zu Beginn wird Castle Huntingdon belagert. Verteidigt wird es vom Kastellan und dies ist kein Geringerer als Little John. Ein Blick in Wikipedia über die Huntingdons zeigt, dass die Belagernden die Namen tragen, die man in der realen Geschichte findet. Da ist dieser John of Scotland, der als Earl of Huntingdon gelistet ist und für den steht Ranulf de Blondeville, 4. Earl of Chester vor der Burg und der ist nun ein besonderer „Freund“ unseres Romanhelden.

Donnerstag, 14. Dezember 2023

Elzner, Silke: Der Schwur der Gräfin

Das 15. Jahrhundert. Jahrhundert der Jeanne d´Arc. Henry V. Erstere unter anderem von Friedrich Schiller bekannt gemacht, letzterer von William Shakespeare. Im 15. Jahrhundert fällt die letzte Bastion des Emirs von Granada, die Alhambra, und ein gewisser Kolumbus entdeckt Amerika. Doch das passiert erst in reichlich vierzig Jahren.

Wir aber lernen hier den ersten Tudor kennen. Ein Waliser begründet den Stammbaum der einhundert Jahre später geborenen Elisabeth I., der Königin, die England wieder zur Blüte führt indem sie sich von festländischen Eroberungen eher fern hält, das angevinische Reich haben andere lange vor dem „goldenen Zeitalter“ verspielt.

Eine eher unbekannte Figur der mittelalterlichen Zeit. Jakobäa, eine Wittelsbacherin (Nebenlinie) und Tochter des Grafen von Straubing-Holland ist hier die Hauptfigur. Erste Maßnahme des Lesers: Suche nach einer Karte der Länder aus dieser Zeit; wo ist denn dieser Hennegau? (Historikern ist diese Dame sicher eher bekannt als Leseren von historischen Romanen)

  • DNB / Selfpublishing / 2023 / ISBN: 978-3-7584-1815-0 / 669 Seiten

Samstag, 2. Dezember 2023

Lorne, Mac P.: Das Banner des Löwen

Das Banner des Löwen weht diesmal über Toulouse. Leser und Hörer der äußerst spannenden Reihe um den Earl von Huntingdon, Baron von Lisse, Robert von Loxley oder kurz eben Robin Hood. Geschwungen wird es von Fulke und von Prinz Richard, denn die Reste des angevinischen Reiches der Plantagenets sind in Gefahr.

In den letzten Jahren zieht ein Kreuzfahrerheer durch den Süden des heutigen Frankreichs vor allem durch das Langue´doc, das Land, wo die Katharer zu Hause sind, die man auch die Albigenser nennt. Simon von Montfort führt dieses Heer und nach dem Motto "Tötet sie alle, Gott wird die seinen erkennen" morden, plündern und brandschatzen sich diese Haufen durch das Land. Roger Ramon Trencavel III., Vizegraf von Carcassonne wurde schon verraten und verhungerte in den Verliesen, einzig Graf Raimund IV. von Toulouse ist noch ein Adliger, der den Kreuzfahrern entgegensteht.

Donnerstag, 30. November 2023

Ebert, Sabine: Der Silberbaum - Die siebente Tugend

Tausende Seiten hat Sabine Ebert den Landen gewidmet, die man heute Mitteldeutschland nennen kann. Tausende Seiten Meißen, Erzgebirge, aber auch Thüringen, Brandenburg, Schwaben. Mit literarischen Zügen nach Italien und bis ins Heilige Land. Hat sie sich in den ersten Büchern, in der Pentalogie über die Hebamme Marthe und dem Ritter Christian, mehr den einfacheren Leuten und dem aufstrebenden Meißen der dortigen Markgrafen gewidmet, wendete sie sich in weiteren fünf Büchern, Schwert und Krone, den herrschenden Fürsten zu, allen voran dem Kaiser Friedrich Barbarossa, Heinrich dem Löwen, ohne die Wettiner an der Elbe aus den Augen zu verlieren. Die Hebamme stellt dabei eine parallele Handlung zum fünften Band von Schwert und Krone dar. Insgesamt hat sie hierbei ganz knapp einhundert Jahre umrissen.

Montag, 30. Oktober 2023

Lorne, Mac P.: Das Herz des Löwen

Hätte Richard Sizilien damals eingenommen und dem Kaiser Heinrich geschenkt, welcher Anspruch darauf erhob, dann wäre ihm viel Leid und jahrelanger Kerker erspart geblieben. Meinte vor kurzem der Autor des zweiten Bandes der Robin Hood - Reihe.

Hinzufügen würde ich, dass dann vielleicht die Legenden um den König Löwenherz nicht so umfangreich entstanden wären.

In diesem Band begleiten wir Robert von Loxley mit Richard Löwenherz auf den Kreuzzug und die Gefährten aus dem Sherwood Forrest gehen als Bogenschützen mit ins Heilige Land. Lernten wir in Band 1, Die Pranken des Löwen Robins Großvater als Beschützer von Kaiserin Matilde kennen, setzt sich die Geschichte nun fort. Kenner und Liebhaber von Geschichten über die Kreuzzüge werden vieles wieder erkennen. Die Episode, in der Richard Löwenherz den Tankred von Lecce auf Sizilien bezwingt, erscheint eher nebensächlich, allerdings hat Mac P. Lorne hier einen schönen Trick angewendet, der den oft jähzornigen und ungestümen Sohn der Eleonore von Aquitanien sympathisch macht. Den der sitzt abends mit den einfachen Soldaten und Bogenschützen am Feuer und erzählt diesen anschaulich die Geschichte der bisherigen Kreuzzüge.

Dienstag, 3. Oktober 2023

Lorne, Mac P.: Die Pranken des Löwen

Ein Robin-Hood-Roman steht unter dem Titel und eigentlich hatte ich gar nicht vor, diese Reihe des von mir sehr geschätzten Mac P. Lorne zu lesen. Robin Hood ist unendlich oft Erzähl und Filmstoff gewesen und wer erinnert sich nicht an Kevin Costner oder Russel Crowe

Aber vor wenigen Wochen schrieb ich hier über den Herrn der Bogenschützen, auch ein Roman von Mac P. Lorne, der mich begeisterte. Und in einer (schwachen) Minute des Nachdenkens, was ich denn als nächstes an Lit(t)erarischem in Angriff nehmen sollte, griff ich nun doch zu den Pranken des Löwen, ein Roman, welcher über weite Teile der spannenden Handlung noch nichts von Robin (Hood) von Loxley verlauten lies.

"Wie alles begann!" So beginnt Droemer Knaur die Kurzbeschreibung des Romans, dessen Held ein junger Gardist namens Robert Fitzooth, den keine Geringere als Prinzessin Matilda vor dem Verlust der Schwerthand bewahren wird, hatte er er doch seinem Vorgesetzten angegriffen. Wir schreiben das Jahr 1110 und wieder einmal muss das 12. Jahrhundert für einen historischen Roman herhalten.