Im mittelalterlichen Dorf Haufen lebt der 18-jährige Farin. Der Junge ist ein Außenseiter, denn als Sohn des Totengräbers wird er von den anderen Dorfbewohnern geächtet und geprügelt. Dennoch hat er keine andere Wahl, als den Beruf des Vaters zu übernehmen, der zunehmend dem Alkohol verfällt. Die Dinge ändern sich für Farin schlagartig, als die Dorfhexe stirbt und er die Giftmischerin für die Beerdigung vorbereitet. Denn die Hexe trägt ein geheimnisvolles Amulett um den Hals, und Farin kann nicht widerstehen, das Schmuckstück anzulegen... (Verlagsbeschreibung)
DNB / Audible Studios / 2017 / ASIN B074DXSLY6 / 666 Minuten
Reihe: Der Totengräbersohn (Bd. 1)
Kurzmeinung: Gelungener Auftakt zu einer vielversprechenden Mittelalter-Saga mit einem gehörigen Schuss Fantasy...
GELUNGENER REIHENAUFTAKT...
Dieses Hörbuch ist für mich ein gelungener Auftakt zu einer vielversprechenden Mittelaltersaga mit einem ordentlichen Schuss Fantasy. Dieser erste Band der vierteiligen Reihe von "Der Totengräbersohn" dient vor allem dazu, die Welt, ihre Figuren und die Hintergründe kennenzulernen – entsprechend werden die verschiedenen Handlungsstränge noch nicht zusammengeführt. Das hat mich aber nicht gestört, sondern eher neugierig auf die Fortsetzung gemacht.
Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. Im Mittelpunkt steht Farin, der 18-jährige Totengräbersohn, der als Außenseiter seines Dorfes mit den Toten in Berührung kommt und dabei auf geheimnisvolle Weise in den Besitz eines besonderen Amuletts gelangt. Daneben begleiten wir die 14-jährigen Waise Aros, die unter noch härteren Bedingungen aufwächst, sowie Vigo, den Ersten Ritter des Königs. Die drei Erzählstränge unterscheiden sich deutlich voneinander und sorgen dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Zwar laufen sie in Band 1 noch überwiegend nebeneinander her, aber gerade das weckt die Neugier darauf, wie sie später zusammenfinden werden.
Besonders gefallen hat mir die dichte mittelalterliche Atmosphäre. Das harte Leben der einfachen Menschen, Aberglaube, Standesunterschiede und die allgegenwärtige Furcht vor Hexen und übernatürlichen Mächten wirken glaubwürdig und schaffen eine stimmige Kulisse. Nach und nach hält auch das Fantastische Einzug. Vor allem der Dämon, dessen Einfluss sich zunächst eher schleichend bemerkbar macht, verleiht der Geschichte eine spannende, düstere, aber auch humorvolle Note. Farin nennt den Dämon der Einfachheit halber Ekel, und seine Rolle macht neugierig auf das, was in den kommenden Bänden noch folgen wird.
Mit der Sprache hatte ich dagegen ein paar Schwierigkeiten. Einerseits verwendet Sam Feuerbach immer wieder altertümliche Begriffe, die gut zur Zeit passen und das Setting unterstützen. Andererseits fallen zwischendurch recht moderne oder flapsige Sprüche, die für mich nicht so recht in die mittelalterliche Welt passen wollten. Das hat mich zwar nicht ständig gestört, aber doch immer wieder kurz aus der Geschichte herausgerissen. Der Humor selbst hat mir hingegen gut gefallen. Er lockert die oft düstere Stimmung auf und sorgt dafür, dass die Figuren sympathisch und nahbar bleiben.
Robert Frank liest die ungekürzte Hörbuchausgabe (11 Stunden und 6 Minuten) ausgesprochen angenehm und versteht es, den unterschiedlichen Figuren eigene Stimmen und Charakter zu verleihen. Gerade durch seine lebendige Interpretation kommen sowohl die ruhigen als auch die spannenden Szenen sehr gut zur Geltung und die Perspektivwechsel sind jederzeit leicht nachzuvollziehen.
Insgesamt ist Der Totengräbersohn ein atmosphärischer und vielversprechender Auftakt einer Fantasy-Saga. Band 1 legt in erster Linie das Fundament für die weitere Geschichte, überzeugt aber bereits mit interessanten Figuren, einer geheimnisvollen Handlung und einer gelungenen Mischung aus Mittelalter, Fantasy und dezentem Humor. Trotz kleiner Schwächen bei der Sprache freue ich mich darauf, die Reihe weiterzuverfolgen.
© Parden
Robert Frank (* 16. Mai 1973 in München) ist ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur sowie Sprecher für Hörbücher, Hörspiele, Synchronrollen, TV- und Radio Werbespots sowie Computerspiele. Bis Ende 2018 hat Robert Frank nahezu 150 Hörbücher eingelesen, darunter viele Bestseller. (Quelle: Wikipedia)



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