Brita Rose-Billert zu treffen, ist ein Pflichttermin, wenn ein Buchmessen-Termin anliegt. Zu solch einem Treffen kam es auch in diesem Jahr in Leipzig. Als sie mir dort den dritten Band der Maggie Yellow Cloud Reihe in die Hand drückte und dabei erzählte, dass sie wieder nach South Dakota reisen wird, trat zu dem erhofften Lesevergnügen ein klein wenig Neid... Bereitet sie einen vierten Band vor?
Reisen wir mit ihr und diesen Seiten mit auf die Pine-Ridge Reservation zu den Oglalla - Lakota.
- DNB / BoD / 2025 / ISBN: 978-3-7693-5624-3 / 360 S.
- Brita Rose Billert - Autorenseite
Maggie Yellow Cloud ist eine Lakota – Ärztin auf der Reservation Pine-Ridge, in South Dakota. In diesen Gebieten herrscht weiterhin Armut, Arbeitslosigkeit und Alkohol- und Drogenmissbrauch vor. Es wird auch immer wieder berichtet, dass die Suizid-Rate unter jungen Menschen der indigenen Völker, darunter auch die Lakota, überdurchschnittlich hoch sei. Die Menschen versorgen sich mit Gartenbau, Kleintierjagd und sammeln von Wildfrüchten.
Brita Rose-Billert kennt sich dort aus, sie hat im Laufe der Jahre Freunde gefunden und berichtet mit ihren Romanen vom Leben der Menschen vor allem aus der Gegend der Black Hills. Diese liegen im Westen des Bundesstaates, die Reservation Pine Ridge, die teilweise im Nationalpark Badlands liegt, mehr im Süden.
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| Pine Ridge, Indian Hospital / Badlands (Quellen) |
Maggie Yellow Cloud hat es geschafft. Sie hat studiert und wirkt als Ärztin auf die Reservation im Hospital. Mit ihrem Mann Robert, einem Piloten, hat sie zwei Kinder und zwei adoptierte Söhne. Beide, Ray und Antonio, sind anders groß geworden und spielen in diesem Roman eine besondere Rolle, indem es es um Medikamentenmissbrauch schlimmster Art geht.
Ihre Fachkenntnis bezieht Rose-Billert aus ihrem Beruf, sie ist eine „schreibende“ Krankenschwester mit Hang zu indigenen Thrillern, was sie mit diesem hier wieder einmal beweist. Eine Pharmafirma hat Medikamenten auf den Markt gebracht und nach Verbot über Mexiko weiter betrieben. Die Macht der Firma, bzw ihres Inhabers geht so weit, dass eine asiatische Verbrecherorganisation, eine Triade, ihre Interessen durchsetzt. Dies erledigt sie gegen Wissenschaftler und Ärzte, die gegen die Machenschaften vorgehen, auch mit Folter und Mord. An der Forschung und Aufdeckung sind Maggie und der junge weiße Assistenzarzt Simon beteiligt. Es wird also gefährlich für sie...
Die Autorin baut die Spannung nicht nur sukzessive im Roman selbst auf, sie scheint auch von Roman zu Roman um die sympathische Ärztin immer noch eins drauf zu setzen. Hier folgt jedem Erfolg erst einmal ein Rückschlag, die betroffenen Personen werden immer mehr. Dann stellt sich noch heraus, dass die grassierenden Jugendbanden, zumindest ein Bandenführer indirekt mit drin hängen. Antonio, ein ehemaliger Stadtindianer und Führer einer Gang, der die spirituellen Voraussetzungen für einen Medizinmann besitzt, geht dagegen vor und ist Schutz für jüngere Geschwister...
Es ist etwas schwierig, den vielen Personen besonderes unter den Lakota zu folgen, deren Verwandtschaftsverhältnisse scheinen aber für uns sowieso kompliziert zu sein, denn Adoptionen sind althergebrachte Tradition. Rose-Billert hat sich eingehend mit Traditionen auch religiöser Art der Menschen, die wir jahrelang als Prärieindianer kannten, beschäftigt. Ihr Wissen darum lässt sie in den spannenden Roman mehrfach einfließen, auch in Verknüpfung mit dem Christentum. Die Geschichte spielt nicht allein unter den Lakota und anderen Völkern, es sind immer weiße Einwanderer dabei, welche die zu dem ärmsten Schichten der USA gehörenden Völker unterstützen.
Ein informatives, ein aufregendes, bewegendes überaus dramatisch-spannungsreiches Buch.
* * *
PS: Brita Rose-Billert ist eine ausgesprochene Verehrerin von Liselotte Welskopf-Henrich, dies hat sie auch in einem Beitrag auf der Webseite zu der Autorin von die Söhne der großen Bärin und das Blut des Adlers sehr persönlich beschrieben. Eine gewisse Beeinflussung ist nicht von der Hand zu weisen, mit diesen Thrillern zeigt sie ihre Basis und ihre eigene Marke. Gleichzeitig lesen wir, dass bestimmte Probleme des Reservationslebens indigener Völker immer noch ähnlich derer sind, die Welskopf-Henrich einst in das Blut des Adlers beschrieb.
© Bücherjunge
- Quellen:
- Badlands: Von Martin Kraft - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, / https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=38552942
- Krankenhaus in der Pine Ridge Reservation: U.S. Department of Health and Human Resources]-Indian Health Services division [Public domain] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pine_Ridge_Indian_Health_Service_Hospital.jpg
- Pine Ridge: https://lakotachildren.org/wp-content/uploads/2013/10/pineridgesign.jpg
Liebe Brita, ich danke dir für das Rezensionsexemplar.



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