Sonntag, 5. Juli 2020

Starita, Jo: Häuptling Dull Knife...


Das Magazin für Amerikanistik liegt vor mir und ich lese gespannt den zweiten Teil zum Kampf der US-Kavallerie gegen die vereinten indianischen Stämme am Little Bighorn und die Bedeutung der Revolver in diesem letzten großen Kampf nicht nur von Cheyenne und Lakota. Beim Weiterblättern finde ich einen Artikel mit der Überschrift „Ich sage dir, wir gehen heim!“ Die Cheyenne-Anführer Little Wolf und Dull Knife führen ihr Volk quer durch den mittleren Westen unter großen Entbehrungen aber auch militärischen Erfolgen...

Das kenn ich doch. Na klar, IM LICHT DES FAHLEN MONDES erzählt Kerstin Groeper davon. Vor vier Jahren habe ich über das tolle Buch geschrieben; noch länger steht die Familiengeschichte der DULL KNIFES im Regal, geschrieben von Joe Starita. Nun ist es Zeit, dieses Buch vorzustellen.


Samstag, 4. Juli 2020

Ein Care-Paket...

Quelle: Was liest du?
Mit diesem Bild lockte mich die Bücher-Plattform 'Was liest du?' zu einem Gewinnspiel. Nicht zum ersten Mal habe ich dort mein Glück versucht, aber angesichts von Hunderten von Teilnehmern kann man sich die Chance ausrechnen, mit der einem ein Gewinn zufällt. Oder eben auch nicht. Doch der Begleittext klang zu verlockend, um nicht zumindest einmal teilzunehmen, gerade in der Zeit des harten Lockdowns wegen der Corvid-19-Pandemie eine schöne Idee:

Donnerstag, 2. Juli 2020

Witzke, Christiane: Domjüch

eine Landes-, Heil- und Pflegeanstalt in Mecklenburg

In alten Plattenbauten übten wir vor 17 Jahren noch das Absperren und Durchsuchen von Gebäuden. Es war eine alte Kaserne der Sowjetarmee. Doch wurde das Gelände am idyllischen Domjüchsee nicht immer als Militärgelände genutzt. Was ich damals nicht wusste, hier befand sich eine Landesirren-, Heil- und Pflegeanstalt bei Strelitz-Alt. Die alten Gebäude dieser Anstalt waren mir aus dieser Zeit nicht mehr erinnerlich. Vielleicht hätten sie vor fast zwanzig Jahren noch etwas besser ausgesehen, denn sie wurden von den russischen Militärs besenrein und sauber übergeben. Dies berichtet der Verein zur Erhaltung der „Domjüch“. Die Plattenbauten stehen nicht mehr. An ihrer Stelle befindet sich ein Solarplattenfeld. Hier wurde vor Jahrzehnten Landwirtschaft betrieben. 

So betrat ich vor einigen Tagen an einem Sonntag das Gelände, nachdem ich in einem Fotobuch über verlorene Plätze, lost places, wieder einmal darauf aufmerksam wurde. Sonntags öffnet der Verein das Gelände.
In einer interessanten Führung hörte ich, wie der Gebäudekomplex entstand, wie sich dieses, damals moderne Krankenhaus entwickelte, bis es zum Lazarett und nach dem 2. Weltkrieg zur Kaserne wurde. Der Verein hatte Kaffee und Kuchen Angebot und, unter anderen,  dieses Buch.

Sonntag, 28. Juni 2020

Dusse, Karsten: Das Kind in mir will achtsam morden

Björn Diemel hat die Prinzipien der Achtsamkeit erlernt, und mit ihrer Hilfe sein Leben verbessert. Er hat den stressigen Job gekündigt und sich selbstständig gemacht. Er verbringt mehr Zeit mit seiner Tochter und streitet sich in der Regel liebevoller mit seiner Frau. Ach ja, und nebenbei führt er noch ganz entspannt zwei Mafia-Clans, weil er den Chef des einen ermordet und den des anderen im Keller eines Kindergartens eingekerkert hat. Warum nur kann Björn das alles nicht genießen? Warum verliert er ständig die Beherrschung? Hat er das Morden einfach satt? Ganz so einfach ist es nicht. Sein Therapeut Joschka Breitner bringt ihn endlich auf die richtige Spur: Es liegt an Björns innerem Kind!



 


  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Originalausgabe (11. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453424441
  • ISBN-13: 978-3453424449



Bei 'Was liest du?' bewerbe ich mich eher selten um ein Leserunden-Exemplar. Diesmal war es anders, denn der erste Band der skurrilen Achtsamkeits-Reihe von Karsten Dusse hat mir richtig gut gefallen. Natürlich wollte ich da auch Band zwei lesen - und ich hatte Glück. Die Losfee zog meinen Namen, so dass ich an der Leserunde teilnehmen konnte. Ob mich dieser Nachfolger ebenso überzeugen konnte wie der erste Band? Lest selbst:

Sonntag, 21. Juni 2020

Enright, Anne: Die Schauspielerin

Kann man seine Mutter wirklich kennen? Norah blickt zurück auf das Leben ihrer Mutter, der einst gefeierten Schauspielerin Katherine O’Dell, die es von den irischen Dorfbühnen bis nach Hollywood geschafft hat. Doch mit zunehmendem Alter verblasste ihr Stern, sie betäubte sich mit Alkohol und Tabletten, bis es eines Tages zu einem bizarren Skandal kam: Ohne Vorwarnung schoss sie auf einen Filmproduzenten. Jeder Augenblick in Katherines Leben war große Geste, und Norah war ihr Publikum. Wer aber war diese Frau, die alles für die Kunst gab, deren Beziehungen kalt waren – und warum erzählte sie Norah nie, wer ihr Vater ist? 







  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Penguin Verlag (23. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Eva Bonné
  • ISBN-10: 3328601341
  • ISBN-13: 978-3328601340
  • Originaltitel: Actress



Ein weiterer Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte - auf diesem Wege noch einmal ein herzliches Dankeschön an den Verlag und die Organisatoren für die Bereitstellung des Leseexemplars! Um es gleich vorwegzunehmen: das Buch war eine nicht zu leugnende Anstrengung. Ob sich diese gelohnt hat? Das führe ich im Folgenden aus...


Montag, 15. Juni 2020

Hagen, Tanja: FSS 1 - Versprechen zwischen Ruinen


Als Buchmessen noch stattfanden, war ich mal auf einer in Berlin. Buchberlin heißt die. Die letzte fand im November statt. An einem Stand standen ein paar Typen in Bekleidung von Spezialeinheiten rum. Es stellte sich raus, das sind Cosplayer gewesen. Wer die nicht kennt, sollte mal im nächsten Jahr auf der Buchmesse Leipzig nach Leuten Ausschau halten, die da kostümiert durch die Gegend laufen.


Der Stand gehörte Tanja Hagen und die muss ein Vielschreiberin sein. Na ja, da ich Rainbow Six von Tom Clancy und drei Brüder, Operation Jerusalem und Omega von Jörg H. Trauboth mag, griff ich dann zu und nahm ein signiertes Buch mit nach Hause, welches ich nun endlich gelesen habe.

Sonntag, 14. Juni 2020

Dieudonné, Adeline: Das wirkliche Leben

Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.

In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster – ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.

 
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (24. April 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Sina de Malafosse
  • ISBN-10: 3423282134
  • ISBN-13: 978-3423282130
  • Originaltitel: La Vraie Vie

 
Erneut ein Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte - hierauf war ich angesichts von zahllosen positiven Rezensionen sehr gespannt. Ob er mich begeistern konnte, könnt Ihr hier nachlesen:


Dienstag, 9. Juni 2020

Lisse, Matthias: Die geteilten Jahre

Marcus und ich. Viel gemeinsam haben wir nicht, dieser Marcus Leipold und ich. Sechseinhalb Jahre älter als ich, hätte ich ihn kaum kennengelernt. Und wenn ich ihn kennengelernt hätte, dann hätte er mir nicht von seinen Gedanken erzählt, Gedanken zu dem Land, in dem wir beide geboren waren. Und hätte ich seine Gedanken gekannt, ich hätte sie abgelehnt. 

Eigentlich hätte es die Geschichte des Marcus Leipold so gar nicht geben sollen. Aber Vater und Mutter Leipold sind schlichtweg einen Tag zu spät von der Ostsee wieder in Richtung Süden gefahren. Ihr Ziel war der Bahnhof Friedrichstraße. Doch plötzlich war die Richtung, in die sie umzusteigen anvisierten, gesperrt. Es war ein Sonntag im August des Jahres 1961. Es war der dreizehnte Tag des Monats...

Samstag, 6. Juni 2020

Stephan, Carmen: Mal Aria

Am Abend lief Carmen noch um die Wette am Strand – in der Nacht weckt sie ein kalter Schmerz. Es ist der letzte Urlaubstag ihrer Reise durch den Amazonas. Von einem Tag auf den anderen kämpft die junge Frau um ihr Leben. Kein Arzt weiß ihr zu helfen, sieht das Naheliegende. In der scheinbaren Sicherheit eines Krankenhauses geschieht das Unvorstellbare – und nur einer weiß alles: der Moskito, der Carmen gestochen hat und von da an, durch das Blut mit ihr verbunden, zur Stimme der Natur, zum sprachmächtigen Erzähler wird. Immer tiefer verbindet er sich mit Carmen, immer tiefer zieht er den Leser in ihre Geschichte – eine Parabel über die Unkontrollierbarkeit des Lebens, über die großen Fragen des Menschseins.





  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: S. FISCHER; Auflage: 3 (23. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100751418
  • ISBN-13: 978-3100751416




Dieser Roman sprach mich aufgrund des auffälligen Covers und des merkwürdigen Titels an. Neugierig geworden, las ich den Klappentext. Und musste das Buch lesen... Eine Geschichte über Leben und Tod. Erzählt von einem Moskito. Wenn das nichts Besonderes ist?


Dienstag, 2. Juni 2020

Barone, Tracy: Das wilde Leben der Cheri Matzner

Der Radiologe Solomon Matzner und seine Frau freuen sich auf ihr Kind. Da erleidet Cici eine Fehlgeburt, und Sol weiß sich nicht anders zu helfen, als schnellstens ein Ersatzkind zu adoptieren: Cheri. Ein rebellisches Mädchen, das auch später als Frau nicht ansatzweise dazu bereit ist, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ein Buch über die Familie, an der man sich die Zähne ausbeißt und ohne die man trotzdem nicht sein kann.

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (24. April 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Stefanie Schäfer
  • ISBN-10: 3257070551
  • ISBN-13: 978-3257070552



Diesen Roman habe ich bereits vor etwa einem Jahr im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin gelesen, jedoch versäumt, ihn auch hier vorzustellen. Dies sei hiermit nachgeholt. Ein Familienroman, dem man etwas Zeit geben muss, dann aber entwickelt er einen ganz eigenen Sog. Mehr dazu in meiner Rezension:


Montag, 1. Juni 2020

Picoult, Jodi: Der Funke des Lebens

An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. Als McElroy im Begriff ist, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, kommt auf seinem Handy eine schockierende Nachricht an: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem fanatischen Abtreibungsgegner, selbst Vater einer Tochter im Teenageralter, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen...






  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (27. April 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Elfriede Peschel
  • ISBN-10: 3570104001
  • ISBN-13: 978-3570104002
  • Originaltitel: A Spark of Light



Auch diesen Roman durfte ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen - und hierauf habe ich mich sehr gefreut. Bislang habe ich nur ein schmales Buch der Autorin gelesen, war aber von ihrem Schreibstil sehr angetan. Jodi Picoult widmet sich in ihren Romanen stets brisanten und aktuellen gesellschaftlichen Themen. Hier ist es das umstrittene Thema der 'Abtreibung in den USA' - ein Thema, das dort stets für erhitzte Debatten sorgt. Ich war daher sehr gespannt darauf, wie das Thema umgesetzt wurde. Doch lest selbst:

Sonntag, 31. Mai 2020

BlogPost Nr. 163: Unsere Beiträge im Mai 2020

© Parden
Die Mohnblume - eine meiner Lieblingsblumen. Im Mai kamen mir diese empfindlichen Blüten immer wieder vor die Linse, da konnte ich mich hier nur schwer für ein Foto entscheiden... Aber neben dem Fotografieren gab es in diesem Monat auch wieder einige Bücher, die wir hier vorgestellt haben, etliche davon auch für die Ohren...

Samstag, 30. Mai 2020

Schiewe, Ulf: Die Kinder von Nebra

Nebra vor 4000 Jahren: Lange haben sich die Menschen der Willkür des mächtigen Fürsten Orkon gebeugt, der das Volk quält und ausbeutet, sich nimmt, wonach immer es ihn gelüstet. Jetzt endlich regt sich Widerstand. Die junge Priesterin Rana will Orkons dunkle Herrschaft brechen und die Menschen befreien. Das Werk ihres Vaters soll ihr dabei helfen: eine bronzene Scheibe, die den Sternenhimmel zeigt und eine geheime Botschaft der Götter enthält. Sie steht für die Göttin des Lichts, die dem Hass Liebe entgegensetzt. Doch Ranas Weg ist gefährlich, viel steht auf dem Spiel. Auch das Leben derjenigen, die ihr am liebsten sind ...






  • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
  • Verlag: Lübbe; Auflage: 1. Aufl. 2020 (27. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785726759
  • ISBN-13: 978-3785726754



Jetzt wird der liebe Uwe sicher mit den Ohren schlackern. Nicht nur dass ich letztens erst einen historischen Thriller gelesen habe, nein, jetzt schob ich gleich auch noch einen zweiten historischen Roman hinterher! Im Rahmen einer weiteren Leserunde bei Whatchareadin ergab sich die Möglichkeit mitzulesen und sich dabei erneut mit dem Autor auszutauschen. Da ich über die Bronzezeit - in dieser Epoche ist der Roman angesiedelt - bislang herzlich wenig wusste, ergriff ich die Chance, diese Wissenslücke ein wenig aufzufüllen. Ob es mir gefallen hat? Lest selbst...

Freitag, 29. Mai 2020

Reynolds, Jason: Long Way Down (Hörbuch)

Wills Bruder Shawn wurde erschossen. Will steigt in den Fahrstuhl nach unten, fest entschlossen sich an DIE REGELN zu halten: nicht weinen, niemanden verpfeifen, sich rächen. Der Lift hält auf jeder Etage, und jede Person, die zusteigt, erzählt ihre Geschichte von Ohnmacht, Gewalt, Rache und Tod. Will begreift, dass er das nächste Opfer in einer mörderischen Spirale werden könnte...








  • Spieldauer: 1 Stunde und 43 Minuten
  • Verlag: 2019 Hörcompany GmbH
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Petra Bös
  • Sprecher: Julian Greis u.a.
  • ISBN-13: 978-3-96632-002-3
  • EAN: 9783966320023



Für Challenges greife ich gelegentlich zu (Hör-)Büchern, die ich ansonsten wohl eher nicht beachten würde. Dabei habe ich schon manche Besonderheit entdeckt, die ich als bereichernd erlebt habe. So auch hier. Mal ein ganz anderes Jugendbuch durch die Gestaltung in Versen - ein eindrucksvolles Plädoyer gegen die Gewaltspirale.

Montag, 25. Mai 2020

Gerlach, Heinrich: Durchbruch bei Stalingrad


DURCHBRUCH BEI STALINGRAD nannte Heinrich Gerlach seinen Roman, geschrieben von 1943 bis Mai 1945 in sowjetischer Gefangenschaft. Als DIE VERRATENE ARMEE wurde der Roman später in der BRD sehr erfolgreich verlegt. Der DURCHBRUCH aber ist nun fast eine Erstauflage...

* * *

Oberleutnant Breuer, Lehrer, dient als Chef der Abteilung Ic im Stab einer Division der Deutschen Wehrmacht. Als solcher ist er u.a. auch für die Befragung von Kriegsgefangenen zuständig, er hat also einen gewissen Einblick, eine etwas bessere Sicht als die Mannschaften auf den Gegner, die Rote Armee. Diese bereitet sich gerade auf die Einschließung der 6. Armee vor Stalingrad, der Stadt an der Wolga[1], vor. Zu seiner Abteilung gehört auch der Gefreite Lakosch, sein Fahrer. Noch sind die meisten Angehörigen des Stabes stramme Nationalsozialisten, wie sie sich gegenseitig beteuern. Auch Lakosch, dessen Eltern doch ganz anders dachten. 

Sonntag, 24. Mai 2020

Schiewe, Ulf: Der Attentäter

Juni 1914. Es ist die Woche, die alles entscheidet. Die Woche, in der sich drei junge Serben auf den Weg nach Sarajevo machen. Dort soll Franz Ferdinand, Thronfolger Österreich-Ungarns, einem Militärmanöver beiwohnen – und sterben. Gavrilo Princip und seine Gefährten haben sich seit Monaten auf diesen Tag vorbereitet. Doch dem Geheimdienst sind Gerüchte zu Ohren gekommen, und Major Rudolf Markovic tut alles, um den Thronfolger zu retten und eine diplomatische Katastrophe zu vermeiden ...

Ulf Schiewe lässt uns diese entscheidende Woche der europäischen Geschichte hautnah miterleben – packend und extrem spannend. 





  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Lübbe; Auflage: 1. Aufl. 2019 (27. November 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 340417903X
  • ISBN-13: 978-3404179039

Historische Romane? Ich? Naja, dieser hier wurde als Lesexemplar für eine Leserunde mit Autorenbeteiligung bei Whatchareadin zur Verfügung gestellt, und die Rezensionen zum Buch schienen allesamt begeistert. Und da das Buch mit 'Historischer Thriller' betitelt war, wurde ich mutig... Ob sich der Mut gelohnt hat? Das könnt Ihr hier nachlesen:

Samstag, 23. Mai 2020

Dusse, Karsten: Das Kind in mir will achtsam morden

„Wer im Augenblick lebt, erspart sich den Blick zurück in die Vergangenheit.“ In etwa.

„Wenn die Moralgrundsätze des inneren Kindes, welche dem nunmehr Erwachsenen als Kind vermittelt wurden überschrieben werden, dann werden wir EINS. Das innere Kind und ICH.“ Oder so ähnlich.

Ansonsten sollte man „die Fehler der eigenen Eltern erkennen und bei den eigenen Kindern nicht anwenden.“ Hab ich mir nur kurz gemerkt.

Man kann was lernen. Dazu könnte man überteuerte aber praxisnahe Kurse bei Joschka Breitner besuchen. Den kennen wir schon und zu seinem Bestseller Entschleunigt auf der Überholspur – Achtsamkeit für Führungskräfte, gesellt sich das Werk über Das innere Wunschkind in uns. Man kann aber auch dem Matthias Matschke oder Karsten Dusse selbst zuhören, dann kosten die Kurse nur zwei Guthaben bei einem bekannten Hörbuchanbieter.

Freitag, 22. Mai 2020

Thiele, Markus: Echo des Schweigens

Ärzte schreiben Bücher. Polizisten schreiben Bücher. Malermeister schreiben ebenfalls Bücher. Und dann schreiben, natürlich, auch Juristen Bücher. Wir meinen hier nicht, dass sie Fachbücher schreiben, das tun sie vielleicht auch. Hier geht es um belletristische Bücher. Wieder liegt eines vor mir. Der Rechtsanwalt Markus Thiele hat ECHO DES SCHWEIGENS geschrieben. Verwendet hat er einen bekannten Fall, den er verknüpft mit deutscher Geschichte: Dem Holocaust. 

Um was geht es: Der Rechtsanwalt Hannes Jansen hat einen großen Karrieresprung vor sich. Gewinnt er diesen Fall, wird er Partner einer großen Kanzlei. Verteidigen soll er einen Polizeibeamten, der beschuldigt wird, einen Asylbewerber im Polizeigewahrsam angezündet und ermordet zu haben. Es ist nicht der erste Prozess in diesem Fall. Doch jetzt liegt ein neues Gutachten vor, mehr als zehn Jahre nach der Tat: Doktor Sophie Tauber hat festgestellt, dass das Opfer sich keinesfalls selbst entzündet hat, wie ursprünglich behauptet wurde. Durch den Nachweis von Cyanid (Blausäure) und den Verbrennungsgraden kann nur ein Brandbeschleuniger wie Benzin verwendet worden sein. Daher hat ein Polizist nachgeholfen. Doch welcher war das?

Donnerstag, 21. Mai 2020

Hecker, Frederic: Totenblass

Frankfurt an einem nasskalten Novemberabend: Eine nackte, mit seltsamen Wunden übersäte Frauenleiche treibt im Main. Kriminalhauptkommissar Joachim Fuchs und seine neue Kollegin, die junge Fallanalystin Lara Schuhmann, stehen vor einem Rätsel. Nach der Obduktion sind sie überzeugt, dass sie es mit einem perfiden Serienmörder zu tun haben. Als Fuchs während der Ermittlungen der Zeugin Sophia näherkommt, wird er wegen Befangenheit von dem Fall abgezogen. Auf eigene Faust ermittelt er weiter – und setzt damit eine folgenschwere Ereigniskette in Gang …  
  • Taschenbuch: 608 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag; Auflage: Erstmals im TB (16. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3734107350
  • ISBN-13: 978-3734107351
  • Reihe: Joachim Fuchs & Lara Schuhmann (Bd. 1)


Der Auftakt der neuen Thriller-Reihe konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Trotz spannendem Plot wirkt die Polizeiarbeit nämlich oft dilettantisch, von medizinischen Sachverhalten hat der Autor offenkundig mehr Ahnung... Schön war es allerdings, diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin zu lesen und die Eindrücke der anderen Leser*innen mit den eigenen zu vergleichen. Dem Blandvalet Verlag danke ich an dieser Stelle für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Sonntag, 17. Mai 2020

Anappara, Deepa: Die Detektive vom Bhoot-Basar

Detektivarbeit ist kein Kinderspiel. Der neunjährige Jai schaut zu viele Polizei-Dokus, denkt, er sei klüger als seine Freundin Pari (obwohl sie immer die besten Noten bekommt) und hält sich für einen besseren Anführer als Faiz (obwohl Faiz derjenige mit zwei älteren Brüdern und einem echten Job ist). Als ein Junge aus ihrer Klasse verschwindet, beschließt Jai, sein Fernsehwissen zu nutzen, um ihn zu finden. Mit Pari und Faiz an seiner Seite wagt er sich in den verwinkelten Bhoot-Basar und dann weiter hinaus in die verbotenen Viertel der Stadt. Doch mehr und mehr Kinder verschwinden, und die Dinge in der Nachbarschaft werden kompliziert …






  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Buchverlag; Auflage: 1. (10. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung:  pociao &  Roberto de Hollanda
  • ISBN-10: 3498001183
  • ISBN-13: 978-3498001186
  • Originaltitel: DJINN PATROL ON THE PURPLE LINE
  •  
 
Dieser Roman ist keine leichte Kost. Haltlose Zustände erzählt aus der noch hoffnungsvollen Sicht von Kindern - eindrucksvoll, bildgewaltig, nachhallend... Schön war es, diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks zu lesen und die Eindrücke der anderen Leser*innen mit den eigenen zu vergleichen. Dem Rowohlt Verlag danke ich an dieser Stelle für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Freitag, 15. Mai 2020

Sawatzky, Gerhard: Wir selbst

Verschollen und gefunden
Gewissen Büchern haften große Geschichten an. Das darf auch große Geschichte sein. Manchmal sind es ebenso Geheimnisse, die gelüftet werden, wenn ein verschollenes Buch aus verstaubten Archiven oder sorgsam gehüteten Kisten kommt.
Ein solches Buch liegt hier vor mir. Sein Inhalt ist nicht in Gänze so geheimnisvoll, denn gelegentlich wurden Teile davon gedruckt. In den achtziger Jahren, in der Sowjetunion. Aber im Jahre 1938 war der Druck des knapp tausendseitigen Werkes beschlossene Sache. In dieser Zeit konnte man sich darauf nicht unbedingt verlassen, wir werden sehen, woran dies lag.

Es darf bezweifelt werden, dass der Roman WIR SELBST von Gerhard Sawatzky (1901 – 1941) heute in solcher Aufmachung im Galiani Verlag oder in einem anderen deutschen Verlag verlegt werden würde. Warum? – Kommen wir erst einmal zum Inhalt (Vorsicht! Spoiler!)

Freitag, 8. Mai 2020

Dusse, Karsten: Achtsam Morden

Hach, diese Beschäftigung mit dem, was andere Blogger so verzapfen, zeigte wieder einmal Wirkung. Die veranschlagte Zeit war allerdings überschaubar, denn mit 9 Stunden und 14 Minuten hatte das ungekürzte Hörbuch eine moderate Länge, die gut dazu passt, wenn man, wie ich, während der letzten Kapitel seinen Kühlschrank wegens der Hygiene auseinander nimmt, obwohl dies eher darauf schließen lässt, dass ich die Lehrsätze des Joschka Breitner nicht so ganz verstanden habe, die er in "Entschleunigt auf der Überholspur - Achtsamkeit für Führungskräfte" nieder geschrieben hat.


Denn: Wenn du einen Kühlschrank sauber machst, machst du einen Kühlschrank sauber. Wenn du eine Rezension schreibst, dann schreibst du eine Rezension. Und wenn du mit deiner Tochter einen Wochenendausflug an den See machst, dann machst du genau dieses und der Besitzer des Häuschens im Kofferraum deines Audi A8, Dienstauto deines Kanzleichefs, ist gerade nicht dran. Björn Diemel hat gelernt, ACHTSAM zu sein und der Titel verrät es schon, dies gilt für alle Vorhaben wie meinen Kühlschrank und Björns wichtigsten Mandanten, den Dragan. Björn ist Anwalt und hat eine Menge Erfahrung, mit der Abwendung von staatlichem Unbill für Dragan und seine Officers. 

Donnerstag, 7. Mai 2020

Tellkamp, Uwe: Die Carus - Sachen.

Die Carus – Sachen. Neulich stieß ich wieder mal auf Uwe Tellkamp. Es ist ein Weilchen her, da ich den dicken TURM in den Händen hatte. Damals schrieb ich sinngemäß begeistert von der Art und Weise des Schreibens dieses Dresdner Autoren und regte mich gleichzeitig darüber auf, dass Tellkamp in seiner Dresden-Beschreibung so manches Fiktives dar und neben Faktisches stellte. Der Suhrkamp / Inselverlag beschreibt das Buch als „eine Rückkehr in die Welt des Turms“.

Das Buch. Der Roman ist auch die Geschichte einer Arzt-Familie, der Vater ist Oberarzt an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus und der Name dieses Gelehrten kommt nicht von ungefähr.

Nun schickt Tellkamp, selbst Arzt, ein kleines Büchlein hinterher, welches diesem Carus gewidmet ist.


Montag, 4. Mai 2020

Borger, Martina: Wir holen alles nach

Job und Kind unter einem Hut – die alleinerziehende Sina jongliert damit seit Jahren. Seit kurzem wird sie von ihrem neuen Partner Torsten dabei unterstützt. Und sie haben Ellen, Ende sechzig, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt und das hat, was sich Sinas Sohn Elvis so wünscht: Zeit, Geduld – und einen Hund. Doch dann widerfährt dem sensiblen Jungen etwas Schlimmes. Da er sein Geheimnis nicht preisgibt, spinnt sich ein fatales Netz aus Gerüchten um die kleine Patchworkfamilie. 

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (25. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257071302
  • ISBN-13: 978-3257071306

 
Die Erzählung hält dem Leser einen Spiegel vor - oft genug muss man sich beim Lesen fragen: wie hätte ich gehandelt, was hätte ich gedacht? Schön war es, diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks zu lesen und die Eindrücke der anderen Leser*innen mit den eigenen zu vergleichen. Dem Diogenes Verlag danke ich an dieser Stelle für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Sonntag, 3. Mai 2020

Christos, Thomas: 1965

Düsseldorf, 1965: Für den jungen Kommissar Thomas Engel ist die Stadt am Rhein der verheißungsvolle Beginn eines neues Lebens. Als er zum ersten Mal ein Konzert der Rolling Stones sieht, gibt es für ihn kein Weg zurück, die Provinz liegt weit hinter ihm. Er stürzt sich in das Leben und in seine Arbeit, die ihm gleich einen spannenden Fall beschert. Ein junges Mädchen wird in der Ruine Kaiserswerth tot aufgefunden. Engel versteht nicht, dass seine Kollegen nicht gleich die Spur verfolgen, die geradewegs in die dunklen 1930er Jahre führt. Versucht man etwas vor ihm zu verheimlichen, und warum will niemand sehen, was so offensichtlich auf der Hand liegt? 





 
  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Originalausgabe (2. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764507195
  • ISBN-13: 978-3764507190

 
Der Titel machte mich neugierig, denn dieser bezeichnet nicht zuletzt auch mein Geburtsjahr, und mein Vater war seinerzeit als Polizist einige Jahre lang auch immer wieder einmal in Düsseldorf eingesetzt. Vielleicht konnte ich ja ein wenig an dem Flair vergangener Jahre schnuppern? Gelesen habe ich diesen Kriminalroman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, wo über die Lektüre einmal mehr sehr lebendig diskutiert wurde.Dem Blanvalet Verlag danke ich in diesem Rahmen für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Samstag, 2. Mai 2020

Arnold, M. / Wittenfeld, U.: Winnetou und die Frau in Weiß

In den letzten Wochen waren Geschichten und Erzählungen ständige Begleiter, vor allem während des Frühstücks. Da war von Stammtischmorden und von Sachsenmorden die Rede und von so einigen Sammlungen, auch in Form von Anthologien.

Immer wider kamen mir dabei zwei Namen vor, Martina Arnold und Uwe Wittenfeld. Aufmerksame Leser des Blogs wissen, dass Wittenfeld hier schon öfter genannt wurde, Martina Arnold erst im Zusammenhang mit den genannten Taschenbüchern. Beide sprach ich im letzten Herbst während der BuchBerlin. Seit dem wollte ich immer einmal nachlesen, was den WINNETOU mit der FRAU IN WEISS zu tun hat.

Mörderische Geschichten: Klar, wenn sich Krimiautoren zusammen tun, dann kommen mörderische Geschichten raus. Das scheint übrigens derzeit Schule zu machen, denn soeben finde ich auf Krimi-Netz den Hinweis auf OSTERMORDE 1 und besagte Martina Arnold als Herausgeberin.

Siebzehn Geschichten legen uns die zwei in „WINNTOU X“ vor und erklären in einem Vorwort warum. Nicht erklärt haben sie, dass sie vermutlich mehr Geschichten in einem Band zusammen veröffentlichen können, nicht wie in den anderen Mordsbüchern, in denen sie die meisten Seiten anderen Autoren überlassen müssen, wie das ja anthologisch die Regel ist.