Freitag, 18. September 2020

Welskopf-Henrich, Liselotte: Der Bergführer


Die Berge haben es der studierten Okonomin und Historikerin Liselotte Welskopf-Henrich wohl angetan. Diese Geschichte hier spielt in Südtirol in den Dolomiten. 

* * *

Der Bergführer Karl Unteregger führt für meist schmales Geld Touristen in die Bergwelt der Dolomiten. Sein Wunsch ist es, eine kleine Hütte mit ein paar Wiesen zu erwerben, er will aus eigenem Domizil heraus leben mit seiner Moidl und dem kleinen gemeinsamen Buben, der ebenfalls Karl heißt.

Es ist das Jahr 1939 und im alpinen Club in Bozen haben die Faschisten das sagen. Doch die Leute in den Bergen sind frei und lassen sich nicht ein auf solch Art Ideologie.

Postoberinspektor Ordemann aus Berlin kommt mit seiner Verlobten in die Berge. Der herrische NSDAP-Ortsgruppenführer hat ein paar Touren gebucht. Karl soll ihn führen. Der erste Konflikt entsteht, als der feiste Berliner verlangt, der Bergführer solle seinen Rucksack schleppen. Unangenehm berührt von seinem Benehmen ist Lotte, das Berliner Arbeitermädchen, zwanzig Jahre jünger als ihr Verlobter...

Das Wetter in den Bergen ist launisch. Wenn es umschlägt, wird es gefährlich, besonders wenn ein warmer Föhn auf kalte Felsen fällt.

Montag, 14. September 2020

DRESDEN (ER)LESEN 2020

Es war ein herrlicher Spätsommertag, der 13. September 2020. Ich verlebte ihn an einem der schönsten Plätze auf den Elbhängen zwischen Waldschlößchenbrücke und Blauem Wunder. DRESDEN (ER)LESEN war angesagt, endlich ein Bücherevent, endlich Gäste.... Am Tag des Denkmals ohne Eintritt in das Schloss des Prinzen Albrecht. Viele Besucherinnen und Besucher fotografierten den Bau von innen, von außen, von vorn und hinten...




Sonntag, 13. September 2020

Bánk, Zsuzsa: Sterben im Sommer

 

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In »Sterben im Sommer« erzählt Zsuzsa Bánk davon.

 

 


  • Gebundene Ausgabe : 240 Seiten
  • ISBN-10 : 3103970315
  • ISBN-13 : 978-3103970319
  • Herausgeber : S. FISCHER; 1. Auflage (9. September 2020)
  • Sprache: : Deutsch

 

 

Ein Buch, das ich freundlicherweise durch NetGalley zur Verfügung gestellt bekommen habe - herzlichen Dank dafür! Mir war klar, dass dies sicher keine leichte Lektüre werden würde - und behielt Recht. Wie es mir mit der Erzählung ging, könnt Ihr hier nachlesen:



Dienstag, 8. September 2020

Wittenfeld: Kunst und Krimi


Da flattert mal wieder ein Buch ins Haus und es kommt aus einem mit inzwischen gut bekanntem Selbstverlag. Ruhrkrimi-Verlag. Gleich gerate ich in einen Konflikt. 

„Kunst und Krimi, schließt sich das aus? Wir würden sagen: Nein. Kunst kann spannend, brutal und tödlich, Krimis können kunstvoll, phantastisch und bunt sein... In diesem Buch spielt die Kunst keine Rolle in den Krimis, sondern sie begleitet die Krimikurzgeschichten.“

So leiten Dr. Daniela Richter-Wittenfeld und Uwe Wittenfeld diesen Band ein und prompt trete ich in einen Fettnapf. 

Schon in der ersten Geschichte, in der es um Zechenschließung und verarschte Kumpel, auf deren Reihenhäuser Grundstücksmakler nicht nur ein Auge geworfen haben und die bezeichnenderweise  Bonnie und Klaus heißt, klingt nach Bonnie and Clyde, kommt eine Pistole mit Schalldämpfer vor. 


Vor der Geschichte folgende Kunst: „Acrylfarben gespachtelt. Datenträger mit Baumwolle und Bast bewebt und mit einer Lichterkette verbunden. Datenträger aud Espressokapseln befestigt.“

Und was fällt mir Banause dazu ein? Der Boden einer Patronenhülse. Ich fand, das lag nahe. Ein Fettnapf, denn ich gab das kund..


Sonntag, 6. September 2020

Macmillan, Gilly: Die Nanny

Die siebenjährige Jo wächst im Luxus auf, doch Wärme und Zuneigung erfährt sie nur von ihrer geliebten Nanny Hannah. Als die eines Nachts ohne jede Erklärung verschwindet, bricht für das Mädchen eine Welt zusammen. Dreißig Jahre später kehrt Jo nach England in das Anwesen ihrer Kindheit am See zurück. Die Beziehung zu ihrer Mutter ist noch immer geprägt von Vorwürfen und Ablehnung, und so ist Jo überglücklich, als eine ältere Dame auftaucht und sich als Hannah, Jos ehemalige Nanny, vorstellt. Doch Jos Mutter ist misstrauisch. Denn sie weiß – Hannah ist tot, seit der Nacht vor über dreißig Jahren. Wem soll Jo glauben? Ihrer Mutter oder der Frau, die damals das einzig Guten in ihrem Leben war? Und will Jo die Wahrheit überhaupt wissen?





  • Herausgeber: Blanvalet Verlag; Deutsche Erstausgabe Auflage (27. Juli 2020)
  • Broschiert: 448 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Sabine Schilasky  
  • Originaltitel: The Nanny
  • ISBN-10: 3764507179
  • ISBN-13: 978-3764507176


Ein Spannungsroman, den ich ebenfalls im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte - auch diesmal ein herzliches Dankeschön an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Leider war dieser Roman für mein Empfinden nicht ganz überzeugend: einerseits spannend durch Geheimisse, die zutage treten, andererseits zwischenzeitlich zäh und das Ende, tja. Ausfürlicher schildere ich mein Leseerlebnis hier:


Samstag, 5. September 2020

Das LWH Projekt



Es war im Jahre 2018, da stellte der Palisander.Verlag auf der Buchmesse in Leipzig die Neuausgabe des bekanntesten Romans von Liselotte Welskopf-Henrich vor. Die Söhne der Großen Bärin waren wieder auf dem Markt. Das kann man hier nachlesen.

Bereits auf der erste Veranstaltung dieser Art, als es um Das Blut des Adlers ging, war ich zugegen und lernte neben Frank Elstner vom Verlag auch den Sohn der Schridtstellerin kennen. Dies geschah im Jahr 2015.

Aber auf der LBM 18 wurde die Idee geboren, die Webseite zur Prof. Dr. Elisabeth Charlotte Henrich / Liselotte Welskopf-Henrich neu zu gestalten. Dies ist noch in Arbeit, aber schon im Netz. Das momentane Produkt kann man hier aufrufen. 

Für Litterae-Artesque und vor allem in meinem eigenen Namen bin ich daran nun richtig beteiligt. Drückt die Daumen...


Die Erstausgabe in ihrer neunten Auflage habe ich hier neu rezensiert.


© Bücherjunge

Mittwoch, 2. September 2020

Brökel, Sandra: Das hungrige Krokodil

Prag 1968: Wie viele andere Tschechen schöpft Pavel Vodák Hoffnung. Hoffnung auf Reformen, auf Freiheit, auf Demokratie. Dann rollen die Panzer und machen all seine Träume zunichte. Pavel will nicht, dass seine Tochter Pavla unter diesen Umständen aufwachsen muss. Sie soll frei denken und entscheiden können. Also plant er, mit seiner Familie aus der tschechischen Heimat nach Deutschland zu fliehen. Nachdem er an deutsche Pässe gelangt ist, folgt die größte Herausforderung: Denn seine schwer kranke Schwieger­mutter und seine Tochter ahnen nichts von der Flucht. Sie glauben, die Familie fährt in einen Jugoslawienurlaub. Eine abenteuer­liche Reise beginnt…








  • Taschenbuch : 320 Seiten
  • ISBN-10 : 9783865326089
  • ISBN-13 : 978-3865326089
  • Herausgeber : Pendragon; 2. Auflage (2. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch


Wieder einmal ein Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte - noch dazu in freundlicher Begleitung der Autorin. Dadurch haben wir Leser noch einmal tiefere Einblicke sowohl in das Schaffen von Sandra Brökel als auch in die Hintergründe der Erzählung bekommen. Wirklich interessant! Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanke ich mich auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich! Meine Meinung zum Roman könnt Ihr hier lesen:


Dienstag, 1. September 2020

Kruse, Tatjana: Der Gärtner war's nicht! (Hörbuch)

Konny und Kriemhild, beide über sechzig, führen nicht sonderlich erfolgreich eine Pension in der Provinz. Eines Tages wird die Idylle durch einen Mord gestört – und die Schwestern entpuppen sich als wahre Meisterdetektivinnen...

In die Beschaulichkeit der Bed & Breakfast-Pension der Schwestern Konny und Kriemhild platzt eine Band junger Musiker, die den Haushalt ordentlich auf den Kopf stellen – bis einer von ihnen tot aufgefunden wird. Hat der Gärtner den Gast versehentlich mit seinem Aufsitzrasenmäher umgefahren? War es wirklich ein Unfall? Oder nicht doch Mord? Kurzentschlossen nehmen die Schwestern die Ermittlungen selbst in die Hand – ihr Haus, ihre Regeln. All das vor den Augen eines zufällig anwesenden Hotelkritikers. Und der Pensionskatze: dem unsäglich hässlichen Sphynx-Kater Amenhotep. Das Chaos ist perfekt!


  • Spieldauer: 8 Stunden und 16 Minuten
  • Format: Hörbuch-Download
  • Version: Ungekürzte Ausgabe
  • Verlag: Audible Studios
  • Sprecher: Sonngard Dressler
  • Audible.de Erscheinungsdatum: 25 April 2019
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B07QP7F6TQ
  • Reihe: K&K-Schwestern (Band 1)





Ab und zu muss es auch mal etwas Locker-Leichtes sein. Der Einstieg in die Reihe um die Schnüffelschwestern schien mir da genau das Richtige. Kein wirkliches Krimi-Highlight, aber genau die richtige Unterhaltung für zwischendurch, die ich mir erhofft hatte. Macht jedenfalls Lust auf mehr!



Montag, 31. August 2020

BlogPost Nr. 166: Unsere Beiträge im August 2020

© Parden
Kein wirklicher Urlaub dank Covid 19, aber doch kleine Inseln der Auszeit - sonst lähmt einen der Alltag. Ein Tag am Meer kommt da genau richtig. Trotzdem gab es hier auch in diesem Monat ein deutliches Sommerloch - bei den heißen Temperaturen noch vor einigen Tagen mochte sich einfach niemand an den PC setzen. Einige Beiträge haben es dann aber doch in den Blog geschafft... Und, by the way, wir bewegen uns ganz langsam auf die 1-Millionen-Marke der Seitenaufrufe zu. Wow!












Sonntag, 30. August 2020

Weber, Felix: Staub zu Staub

Niederlande, 1949: Der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg lebt nach dem Krieg und dem tragischen Verlust seiner großen Liebe zurückgezogen und als gebrochener Mann auf einem Hausboot. Erst als ihn der alte Bauer Tammens bittet, den Tod seines Enkels aufzuklären, kehrt Coburg in die Stadt zurück. Der siebzehnjährige Siebold starb unter mysteriösen Umständen in einem katholischen Heim für geistig behinderte Kinder, und sein Großvater ist sicher, dass mehr dahintersteckt, als die Heimleiter ihn glauben machen wollen. Während Coburg immer tiefer in die Vergangenheit des Heims eintaucht, muss er feststellen, dass Siebold nicht der einzige Schutzbefohlene mit ungeklärter Todesursache ist…


 
  • Broschiert: 416 Seiten
  • ISBN-10: 3328104992
  • ISBN-13: 978-3328104995
  • Herausgeber : Penguin Verlag; Deutsche Erstausgabe Auflage (9. Juni 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Simone Schroth
  • Originaltitel: Tot stof (Dust to Dust)



Wieder ein Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte - auch diesmal möchte ich mich beim Verlag herzlich für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars bedanken! Leider konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen, für mich war er mit 'Kriminalroman' einem falschen Genre zugeordnet worden. Alles in allem für mich ein Etikettenschwindel: garantiert kein Krimi, dafür graue, düstere und themenüberfrachtete Einblicke in das Kriegsgeschehen in den Niederlanden. Alles Weitere könnt Ihr hier lesen:


Freitag, 28. August 2020

Lorne, Mac P.: Der Herzog von Aquitanien

Aquitanien. Mauren. Karolinger. Merowinger. Das klingt doch gleich nach Geschichte pur. Irgendwie klingt es auch nach Gral, Katharern, nach Minne, nach Troubadouren und man denkt an das 12. und 13. Jahrhundert, weil Eleonore, Herzogin von Aquitanien, die Mutter eines gewissen Richard Löwenherz war. Die Eleonore, deren höfische Kultur eben zu den Minnesängern führte.

Nichts von alledem findet sich im Roman von Mac P. Lorne. Seine Leserinnen und Leser wandern zurück in das 8. Jahrhundert und von den vielen Begriffen da oben bleiben die ersten vier stehen. Es scheint einigermaßen schwierig zu sein, zu Herzog Eudo von Aquitanien zu recherchieren, schon der gemeine Wikipedianutzer findet nur einen zehnzeiligen Beitrag in der freien Enzyklopädie. Vielleicht erinnert man sich an Carolus Martellus und an die Schlacht bei Tours und Poitiers, an der war Eudo beteiligt. Warum dies entscheidend gewesen sein könnte, erzählt Mac P. Lorne in seinem aktuellsten Roman. Und obwohl der genannte Wikipedia-Beitrag den Roman tatsächlich grob umreißt, es findet sich soviel mehr in diesem Buch.

Eudo von Aquitanien hat ein Ziel, eigentliche derer zwei: Erstens die Unabhängigkeit seines Herzogtums, welches er zweitens zu einem Königreich machen möchte. Im Frankenreich dagegen geht Karl, Hausmeier eines der vermeintlich herrschenden Merowingers gegen Raganfried, den Hausmeier Chilperichs II., ebenfalls Merowinger vor. Eudo, unterstützt Raganfried, jedoch führt das Unternehmen 719 zu einer Niederlage. Eudo muss sich mit Karl arrangieren. 

Während der Erstgeborene, Hunold, in den Pyrenäen vermisst wird, muss sich der Herzog Aquitaniens gegen die erstmals von der iberischen Halbinsel vorstoßenden Mauren verteidigen, was ihm bereits 721 bei Toulouse gelingt. Seit die muslimischen Truppen nahe Gibraltar landeten, sind erst zehn Jahre vergangen, in sieben Jahren eroberten die Mauren die ganze Halbinsel. Natürlich beabsichtigten sie, weiter in Richtung Norden zu stoßen. Und so gibt ein Zeitraum von fünfzehn Jahren, 717 bis 732 dem Roman eine Rasanz, die mit Blick auf den Zeitstrahl erst richtig deutlich wird.

Dienstag, 25. August 2020

Schlink, Bernhard: Abschiedsfarben

Über das Gelingen und Scheitern der Liebe, über Vertrauen und Verrat, über bedrohliche und bewältigte Erinnerungen und darüber, wie im falschen Leben oft das richtige liegt und im richtigen das falsche. Geschichten von Menschen in verschiedenen Lebensphasen und ihren Hoffnungen und Verstrickungen. »Liebe und mache, was du willst« ist kein Rezept für ein gutes Ende, aber eine Antwort, wenn andere Antworten versagen.









  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (22. Juli 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 325707137X
  • ISBN-13: 978-3257071375


Wieder ein Buch, das ich erfreulicherweise im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte - herzlichen Dank auch diesmal an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars! Ein Erzählband - Kurzgeschichten also. Nicht jedermanns Sache, und meist gefällt naturgemäß nicht alles gleichermaßen. Aber die Kunst des Erzählens zeigt sich in solch einem Band schon, zumindest bei einem versierten Autor wie Bernhard Schlink. Wie mir die Geschichten im einzelnen gefallen haben, könnt Ihr hier nachlesen:

Sonntag, 23. August 2020

Balzano, Marco: Ich bleibe hier

Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.




 



  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (24. Juni 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Maja Pflug
  • Originaltitel: Resto qui
  • ISBN-10: 3257071213
  • ISBN-13: 978-3257071214


Romane, die vorab schon mit "Bestseller" betitelt werden, verursachen bei mir ein leichtes Magengrummeln. Gerade die gehypten Bücher kommen bei mir oftmals nicht ganz so gut an. Ob das hier auch so war? In jedem Fall war es schön, diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen zu dürfen.  Dem Verlag auch ein dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die Bereitstellung eines Leseexemplars!


Samstag, 22. August 2020

Haruf, Kent: Kostbare Tage

Es ist der letzte Sommer für Dad Lewis am Rand der Kleinstadt Holt – die er nie verließ, im Gegensatz zu seinem Sohn Frank, zu dem es keinerlei Kontakt mehr gibt, oder Tochter Lorraine, die nun zur Unterstützung zurückkehrt. Aber es kommen auch neue Gesichter und mit ihnen Geschichten: Die kleine Alice zieht im Nachbarhaus bei ihrer Großmutter ein, und der neue Reverend Lyle hat nicht nur mit den eigenwilligen Anwohnern, sondern auch mit der eigenen Familie zu kämpfen.









  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2 (27. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: pociao
  • ISBN-10: 3257071256
  • ISBN-13: 978-3257071252
  • Originaltitel: Benediction
  • Reihe: Plainsong-Trilogie (Bd. 3)  


 



Den dritten Band der Plainsong-Trilogie habe ich mit etwas Wehmut schon im Vorfeld gelesen, denn da der Autor bereits verstorben ist, bleibt mir jetzt nur noch ein einziger Roman, den ich noch nicht kenne. Tatsächlich gehören die Bücher von Kent Haruf zu denjenigen, die ich wenigstens noch ein zweites Mal lesen möchte. Es war sehr freundlich vom Diogenes-Verlag, mir und den anderen Teilnehmern der Leserunde bei Whatchareadin kostenlose Leseexemplare zur Verfügung zu stellen. Dafür meinen ganz herzlichen Dank!

Freitag, 21. August 2020

Grillparzer, Franz: Der arme Spielmann (Hörspiel)

Franz Grillparzers Erzählung (die er nicht als Novelle bezeichnet wissen wollte) wurde 1831 begonnen, aber erst 1848, kurz vor Beginn der Revolution, wieder aufgegriffen und abgeschlossen. Auf das Thema "Revolution" wird bildlich Bezug genommen, wie überhaupt der Realismus Grillparzers durch mythologische Anspielungen mit Bedeutung aufgeladen wird. So wird der soziale Abstieg des "armen Spielmanns", also eines Bettelmusikanten, durch die Verklärung der Musik zum Plädoyer für eine Ästhetisierung des Lebens.

  • Spieldauer: 1 Stunde und 58 Minuten
  • Format: Hörbuch-Download
  • Version: Gekürzte Ausgabe
  • Verlag: Lübbe Audio
  • Sprecher: Schauspieler des Wiener Burgtheaters
  • Audible.de Erscheinungsdatum: 20. Januar 2009
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785737548
  • ASIN: B002TVOACC


 
Ab und an darf es ein Klassiker sein - und von Franz Grillparzer hatte ich bis dato noch kein Werk in den Händen gehabt. Ob mir der Ausflug in das 19. Jarhhundert gefallen hat, könnt ihr hier lesen:

Donnerstag, 20. August 2020

Tuomainen, Antti: Die letzten Meter bis zum Friedhof (Hörbuch)

Jaakko ist 37, als sein Arzt ihm eröffnet, dass er bald sterben wird: Jemand hat ihn vergiftet. Das an sich ist schon genug, um einem Mann so richtig den Tag zu verderben. Leider wird Jaakko zu Hause auch noch Zeuge, wie ihn seine Frau mit Petri betrügt, dem jungen knackigen Angestellten der gemeinsamen Firma. Der Firma, die jüngst gefährliche Konkurrenz bekommen hat. Jaakko beschließt herauszufinden, wer ihn um die Ecke bringen will. Und er wird sein Unternehmen für die Zeit nach seinem Tod fit machen.

Das Geschäft mit den in Japan zu Höchstpreisen gehandelten Matsutake-Pilzen läuft nämlich blendend, und in Finnlands Wäldern wachsen nun einmal die besten. Doch die neuen Mitbewerber kämpfen mit harten Bandagen. Ist es da Jaakkos Schuld, wenn jemand zu Tode kommt? Und hat er überhaupt noch Zeit für anderer Leute Sorgen? Eins ist jedenfalls klar: Mit dem Tod vor Augen geht’s irgendwie auch leichter. 

  • Spieldauer: 7 Stunden und 57 Minuten
  • Format: Hörbuch-Download
  • Version: Ungekürzte Ausgabe
  • Verlag: Lübbe Audio
  • Sprecher: Peter Lontzek
  • Audible.de Erscheinungsdatum: 14 Februar 2020
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung:  Niina Katariina Wagner & Jan Costin Wagner
  • Originaltitel: Mies joka kuoli
  • ISBN: 978-3-96519-141-9
  • ASIN: B0844YXQS7 




Die spinnen, die Finnen - ist das so? Wenn man sich dieses Hörbuch gönnt, könnte man zumindest mal wieder auf diese Idee kommen, ja! Wie es mir ansonsten mit diesem schon sehr schräghumorigen Hörvergnügen ging, könnt Ihr hier nachlesen: 


Freitag, 7. August 2020

Mercier, Pascal: Das Gewicht der Worte

„Jetzt, da er wieder eine Zukunft hatte, wollte er verschwenderisch mit seiner Zeit umgehen.“ – Der neue Roman von Pascal Mercier, dem Autor des Bestsellers „Nachtzug nach Lissabon“

Seit seiner Kindheit ist Simon Leyland von Sprachen fasziniert. Gegen den Willen seiner Eltern wird er Übersetzer und verfolgt unbeirrt das Ziel, alle Sprachen zu lernen, die rund um das Mittelmeer gesprochen werden. Von London folgt er seiner Frau Livia nach Triest, wo sie einen Verlag geerbt hat. In der Stadt bedeutender Literaten glaubt er den idealen Ort für seine Arbeit gefunden zu haben – bis ihn ein ärztlicher Irrtum aus der Bahn wirft. Doch dann erweist sich die vermeintliche Katastrophe als Wendepunkt, an dem er sein Leben noch einmal völlig neu einrichten kann. Wieder ist Pascal Mercier ein philosophischer Roman gelungen, bewegend wie der "Nachtzug nach Lissabon." 


  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (27. Januar 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446265694
  • ISBN-13: 978-3446265691



"Nachtzug nach Lissabon" steht schon lange auf meiner Wunschliste - immer wieder stolpere ich über diesen Roman. Als mir nun der neueste Roman des Autors in die Hände fiel, griff ich zu. Und es hat sich trotz kleinerer Abstriche gelohnt. Lebensnahe Figuren mit intellektuell-philosophischem Überhang, sprachliche Virtuosität, wenn auch zeitweise mit zu vielen Wiederholungen... Alles in allem beeindruckend!

Freitag, 31. Juli 2020

BlogPost Nr. 165: Unsere Beiträge im Juni und Juli 2020

© Parden
Endlich mal wieder eine Zusammenfassung unserer Beiträge. Da wir gerade ein kleines Sommerloch zelebrieren, haben wir beschlossen, diesmal gleich zwei Monate zusammenzufassen. Da kam dann immerhin doch einiges zusammen...









Donnerstag, 23. Juli 2020

Goldammer, Frank: Zwei fremde Leben

Dreißig Jahre ist es nun her, dass Deutschland wieder zueinander gefügt wurde. Zumeist zum Guten für seine Bürgerinnen und Bürger, von den allermeisten zur Kenntnis genommen, von vielen erfreut begrüßt, von manchen gefürchtet: Niemandem sollte es schlechter gehen, „blühende Landschaften“ verhieß der Bundeskanzler und ja, schauen wir uns doch einmal um, das lässt sich bestätigen. Für jeden?

Frank Goldammer bewegt sich seit einigen Jahren in die Geschichte des Landes(teils), in dem er geboren wurde, er hat den Buchhelden seiner Heimatstadt gefunden in Max Heller, dem Kriminalisten der ersten fünfzehn Jahre der DDR. Fünf Bücher sind es bereits und bald erscheint der sechste Roman.

In der Mitte dieses Jahres verlässt Goldammer erst einmal die fünfziger Jahre, um sich einem ernsten Thema zu widmen, welches in einem Roman zu kleiden nicht das Einfachste ist. Ein Thema, das im dreißigsten Jahr des Mauerfalls schon passt.

Mittwoch, 22. Juli 2020

Braithwaite, Oyinkan: Meine Schwester, die Serienmörderin

Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Ayoola ist das Lieblingskind, unglaublich schön -- und sie hat die Angewohnheit, ihre Männer umzubringen. 

Korede ist eher praktisch veranlagt und dafür zuständig hinter ihrer Schwester aufzuräumen: die Krankenschwester kennt die besten Tricks, um Blut zu entfernen, und ihr Kofferraum ist groß genug für eine Leiche. Dann verknallt sich natürlich auch Tade, der hübsche Arzt aus dem Krankenhaus, in Ayoola, der doch eigentlich für Korede bestimmt ist. Jetzt muss die sich fragen, wie gefährlich ihr Schwester wirklich ist -- und wen sie hier eigentlich vor wem beschützt. 

Dieser euphorisch gefeierte Roman aus Nigeria ist so beiläufig feministisch wie abgründig, er ist "fiebrig heiß" (Paula Hawkins) und verdammt cool zugleich. 

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Blumenbar; Auflage: 4. (10. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Yasemin Dinçer
  • ISBN-10: 3351050747
  • ISBN-13: 978-3351050740

 
Manche Bücher reizen mich einfach. Über diesen Roman bin ich in den letzten Wochen immer wieder gestolpert, weshalb ich schließlich zugriff. 240 Seiten sind schnell gelesen, und versprochen war "Ein Granatenbuch: scharf, explosiv, wahnsinnig komisch" (Klappentext). Ein Lesevergnügen also? Ob dieses gehypte Buch bei mir punkten konnte, könnt Ihr hier nachlesen:

Dienstag, 21. Juli 2020

Izquierdo, Andreas: Schatten der Welt

Thorn in Westpreußen, 1910. Der schüchterne Carl, der draufgängerische Artur und die freche Isi sind frohen Mutes, dass der Ernst des Lebens noch ein wenig auf sich warten lässt. Nicht einmal die Nachricht, dass ein Komet namens »Halley« die Menschheit zu vernichten droht, kann die drei Jugendlichen schockieren. Im Gegenteil – ungerührt verkaufen sie Pillen gegen den Weltuntergang, während Halley still vorbeizieht. Doch das Erwachsenwerden lässt sich nicht aufhalten: Carl beginnt eine Ausbildung zum Fotografen, Artur und Isi werden ein Paar. Als 1914 die große Weltpolitik über sie hineinbricht, reißt es die Freunde auseinander. Artur und Carl werden eingezogen, fernab der Heimat werden die beiden Teil eines Kriegs, der jede Vorstellungskraft sprengt. Derweil hat Isi zuhause in Thorn ganz andere Kämpfe auszufechten. 1918 ist der Krieg endlich vorbei. Nichts ist geblieben, wie es einmal war – und doch scheint ein Neuanfang möglich...

  • Broschiert: 544 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (21. Juli 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832164987
  • ISBN-13: 978-3832164980



Ein Roman, den ich im Rahmen einer Buchverlosung bei Lovelybooks gewonnen habe und den ich dadurch bereits vor dem eigentlichen Erscheinungsdatum lesen durfte. Es war dazu zwar keine Leserunde angelegt, aber der Autor hat netterweise doch  auf einzelne Kommentare reagiert. Dadurch entspann sich zeitweise ein netter Austausch und Fragen konnten rasch beantwortet werden. Aufmerksame Verfolger des Blogs werden wissen, dass ich hier bereits einige andere Romane von Andreas Izquierdo vorgestellt habe und dass mir diese durch die Bank weg gut gefallen haben. Dies war letztlich auch der Grund, weshalb ich selbst vor einem historischen Roman des Autors nicht zurückschreckte. Und so viel vorweg: ich habe es nicht bereut...

Sonntag, 19. Juli 2020

Melville, Herman: Moby Dick

Das Werk "Moby-Dick; oder: Der Wal" (englisch "Moby-Dick; or, The Whale") ist ein 1851 in London und New York erschienener Roman von Herman Melville. Das erzählerische Rückgrat des Romans ist die schicksalhafte Fahrt des Walfangschiffes "Pequod", dessen Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal Moby Dick jagt, der ihm ein Bein abgerissen hat.

Entlang dieses erzählerischen Fadens, der knapp die Hälfte des Romans ausmacht, reiht Melville zahlreiche philosophische, wissenschaftliche, kunstgeschichtliche und mythologische Exkurse, zu denen noch viele subjektive, mal lyrische, mal auch ironische Betrachtungen des Autors kommen. In diesem Rahmen wird auch die Welt des Walfangs im 18. und 19. Jahrhundert detailreich dargestellt. 

(Quelle: Amazon.de)



Klassiker... Lohnt es sich heute noch, diese zu lesen? Sind sie nicht einfach nur antiquiert und längst überholt? Ich finde dies immer schwer zu sagen, so im Vorfeld, bevor ich mich zur Lektüre entscheide. Wie es mir mit diesem Werk erging, könnt Ihr hier lesen:


Freitag, 17. Juli 2020

Groeper, Kerstin: Donnergrollen...

... im Land der grünen Wasser

Im Capitol zu Washington hängt ein Bild. Es zeigt einen mörderischen Eroberer, vornehm Conquistador genannt. In Baracarroto, Spanien, steht ein Denkmal, welches ebenfalls diesen Mann namens Hernando DeSoto (1496 – 1542) zeigt. Zur Zeit werden Denkmäler von ihren Sockeln gestürzt. In den USA trifft es Sklavenhalter aus den ehemaligen Südstaaten, in London wollen Menschen sogar Hand an Churchill legen, sie stürzen einen Sklavenhändler in Bristol. In Neuseeland entfernen die Bewohner der Stadt Hamilton die Statue des Namensgebers. Auch die Monumente, die an Cristóbal Colón erinnern, sind hier und da schon kopflos geworden. Das DeSoto betroffen sei, habe ich noch nicht gelesen. Allein drei Countys, einmal in Mississippi und gleich zweimal in Florida, sind nach ihm benannt. Es gab sogar mal eine Automarke.

Was man nicht alles einreißen müsste, würde man die „Andenken“ an alle Verbrechen der Menschheit tilgen wollen. "Geschichte kann man nicht stürzen", das las ich gerade beim googeln. 

Besser ist, wir rücken die Geschichte in das rechte Licht, das richtige Licht. Das heutige Licht. Mit Hernando DeSoto hat dies Kerstin Groeper getan, die beim Schreiben des Romans Donnergrollen im Land der grünen Wasser die Denkmalstürmerei aber vermutlich nicht vor Augen hatte.

Doch sind Hernando DeSoto und sein Capitan der Lanzenreiter Juan de Anasco nicht die Hauptfiguren ihrer Geschichte. Kerstin Groper schreibt, wie könnte es anders sein, von denen, die durch die spanischen Eroberer erschlagen, gefoltert, verbrannt wurden, die den Reitern auf den riesigen „Hunden“ außer Pfeilen nicht viel entgegensetzen konnten und die allein durch den Kontakt mit denen, die über das Meer kamen, in unglaublichen Epidemien dahingerafft wurden.