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Dienstag, 5. August 2025

McConaghy, Charlotte: Die Rettung

 

Dominic Salt lebt mit seinen drei Kindern auf einer verlassenen Insel, irgendwo zwischen Australien und Antarktis. Weil das kleine Stück Land langsam vom steigenden Wasser verschlungen wird, ist das Forschungsteam, zu dem auch Dominic gehörte, längst abgereist, und bald soll auch die Familie ans Festland zurückkehren. Doch wird in einer folgenreichen Sturmnacht plötzlich eine Frau an die Küste gespült. Sie ist schwer verletzt, fast erfroren. Wer ist die Fremde? Und wie ist sie ausgerechnet nach Shearwater geraten? Während die Kinder sich von ihrer atemberaubend schönen Insel verabschieden müssen, von den Seelöwen und Albatrossen, den sturmumtosten Klippen und versteckten Senken, beginnen die fünf Menschen, einander zu umkreisen, ihre Sehnsüchte und Geheimnisse zu teilen und sich zu fragen: Welche Entscheidungen müssen wir treffen, um die Menschen zu schützen, die wir lieben? (Verlagsbeschreibung)

DNB / S. Fischer / 2025 / ISBN: 978-3-10-397683-0  / 368 Seiten

 

Kurzmeinung: Beeindruckende Naturschilderungen, eine andauernde unterschwellige Bedrohung, ein dystopischer Ansatz - unglaublich atmosphärischer Roman...
 
  

Freitag, 25. Juli 2025

Ruthardt, Ralf M.: Das laute Schweigen des Max Grund (Hörbuch)

 

Max Grund, ein Bürger wie du und ich, kann viele politische Entscheidungen nicht mehr nachvollziehen. Die Pandemie scheint viele Probleme in Deutschland offenkundig gemacht zu haben – und eine Aufarbeitung fehlt. Vernünftige Diskussionen in Politik und Medien sind selten oder gar unmöglich geworden. Zu oft werden die Menschen belehrt, was sie denken und wie sie leben sollen: Ein Elektroauto soll gefahren werden, aber wie schaut es mit der Ladeinfrastruktur aus? Windräder sollen gebaut werden, aber gibt es eine Antwort auf die Dunkelflaute? Die Lieferketten sind voller gesetzlicher Restriktionen, aber gelten die auch für Produkte, die aus China oder den USA importiert werden? Die Gesellschaft in Deutschland ist am zerreißen – und was machen Politik und Medien dagegen? Die Leute sind vorsichtig geworden. Ein falscher Satz könnte der eigenen Reputation schaden. Für Max Grund als Unternehmer sind es schwere Zeiten. Er macht sich viele Gedanken und sucht vergeblich die geeignete Bühne, auf der er Gesellschaftskritik fair anbringen kann. Im Alltag lehnt sich Max auf gegen eine politische und mediale Meinungsdiktatur. Seine Offenheit in den Argumenten bringen ihn mehr und mehr in Bedrängnis. Am Ende zahlt er einen hohen Preis: seine Freiheit. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Klangkantine Audiobooks  / 2023 / EAN: 4066339983458 / 385 Minuten

 

Kurzmeinung: Overthinking - anstrengend aber inhaltlich interessant. Setzt sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen auseinander...

Samstag, 19. Juli 2025

Nelles, Irma: Die Gräfin

 

Die Begegnung mit einem feindlichen Piloten, der 1944 vor der Hallig Südfall abstürzt, löst in der dort zurückgezogen lebenden, achtzigjährigen »Hallig-Gräfin« verzweiflungsvoll-ambivalente Gefühle aus. Zwischen den beiden entsteht allen Widerständen zum Trotz ein zerbrechliches Band. Atmosphärisch und voll untergründiger Spannung erzählt Irma Nelles in ihrem späten Romandebüt die Geschichte der historisch verbrieften Gräfin, um die sich heute noch Mythen und Geheimnisse ranken. (Verlagsbeschreibung)

DNB / hanserblau / 2024 / ISBN: 978-3-446-28149-3 / 176 Seiten

 

Kurzmeinung: Das Gefühl des Unfertigen stellte sich bei mir spätestens am Ende ein - schade eigentlich, denn atmosphärisch ist das Romandebüt gelungen...

 

 

Sonntag, 22. Juni 2025

Hagena, Katharina: Flusslinien

 

Margrit Raven ist hundertzwei und wartet auf den Tod. Früher war sie Stimmbildnerin, jetzt lebt sie in einer Seniorenresidenz an der Elbe. Jeden Tag lässt sie sich von dem jungen Fahrer Arthur in den Römischen Garten bringen. Dort, mit Blick auf den Fluss, erinnert sie sich: an ihre Kindheit, den Krieg, ihre Liebhaber und an das, was sie über die einstige Gärtnerin dieses Parks weiß, Else, die große Liebe ihrer Mutter. Die Erinnerungen halten Margrit am Leben – und die Besuche ihrer zornigen Enkelin. Luzie hat sich kurz vor dem Abitur von der Schule abgemeldet und übernachtet nun allein in einer Hütte an der Elbe. Während sie Margrit, deren Mitbewohner und sich selbst im Keller der Seniorenresidenz tätowiert, versucht sie, Stich für Stich, ihre Kraft und ihr Leben zurückzugewinnen. Und dann ist da noch Arthur. Wenn er gerade niemanden zur Dialyse fährt, sucht er mit einer Metallsonde den Strand ab, erfindet Sprachen, kämpft für gefährdete Arten und ringt mit einer Schuld. Um nicht vom Strom der eigenen Erinnerungen fortgerissen zu werden, müssen sich die drei auf sich selbst besinnen. Und aufeinander einlassen. (Verlagsbeschreibung)
  
DNB / Kiepenheuer & Witsch / 2025 / ISBN: 978-3-462-00729-9 / 400 Seiten
 

  
Kurzmeinung: Eine Erzählung, die träge dahinfließt wie ein Fluss, die Untiefen unter der Oberfläche erraten lässt aber nicht hinabtaucht...

Samstag, 26. April 2025

Drei mal WEGE ÜBERS LAND (Helmut Sakowski)

Irgendwann, Anfang der 90er Jahre, brachte der RBB (Rundfunk Brandenburg-Berlin) all die Filme, die in der bis vor kurzem existierenden DDR schon sehr lange nicht mehr aufgeführt wurden oder verboten waren.

Nicht verboten war WEGE ÜBERS LAND, aber da gleich zwei Hauptdarsteller, Manfred Krug und Armin Müller-Stahl und dazu Angelika Domröse zwischen 1977 und 1980 die DDR verließen – sie hatten den Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterschrieben – wurde er spätestens ab 1977 denke ich, nicht mehr gezeigt.

Als er das erste Mal im DDR-Fernsehen gezeigt wurde (1968) war ich noch zu jung und so sah ich erst nach dem Fall der Mauer 1989 – irgendwann in den ersten Jahren danach.

Es war die Crème de la Crème, die da vom Regisseur Martin Eckermann aufgefahren wurde, das Drehbuch hatte er gemeinsam mit dem Autor des Stoffs, Helmut Sakowski, geschrieben. Die Musik schrieb Siegfried Matthus, die Kameras führte Hans Jürgen Heimlich. Zum Inhalt komme ich etwas später.

Anfang diesen Jahres wurde für das Landestheater Neustrelitz angekündigt, das Schauspieldirektor Maik Priebe beabsichtigt, WEGE ÜBERS LAND auf die Bühne zu bringen. Etwas skeptisch, gebe ich zu, besuchte ich eine Matinee einige Tage vor der Uraufführung. Das, was Priebe nebst Kolleginnen berichtete, machte neugierig. Fünf Stunden Theater? Vierzehn Schauspielerinnen und Schauspieler für vierzig Rollen? - Das schau ich mir an.



Da während der Veranstaltung eine kleine szenische Lesung dargebracht wurde, hatte ich den Eindruck, dass der „Straßenfeger“ von 1968 deutlich zu erkennen sein wird. Also sah ich mir den sechsteiligen alten Film (schwarz weiß) noch einmal an und las daneben das eBook zum Fernsehroman aus dem Aufbau Verlag. So gerüstet besuchte ich am 04. April das schöne Neustrelitzer Landestheater.

Dienstag, 7. Januar 2025

Shattuck, Shari: Tage wie Salz und Zucker (Hörbuch)

 

Ellen ist für alle Welt unsichtbar, und das ist ihr ganz recht so. Sie versteckt sich hinter zu vielen Kilos, putzt nachts in einem Kaufhaus. Minutiös notiert sie, was sie vom Leben ihrer Mitmenschen beobachtet. Bis Ellen eines Tages im Bus eine junge Frau trifft: Temerity ist blind, sprüht vor Lebensfreude und hat keinerlei Berührungsängste - und als Einzige kann sie Ellen «sehen». Die folgt ihr fasziniert und rettet sie prompt vor zwei Handtaschendieben. Fortan ist für Ellen nichts mehr, wie es war. Zusammen mit Temerity fängt sie an, sich einzumischen - immer da, wo jemand sich nicht wehren kann oder wo Unrecht geschieht. Sehr schnell wirbeln die beiden neuen Freundinnen jede Menge Staub auf... (Verlagsbeschreibung)

DNB / argon hörbuch / 2014 / ISBN: ISBN: 978-3-7324-1329-4 / 382 Minuten
 
 
Kurzmeinung: Warmherzig aber leider recht vorhersehbar und unrealistisch. Hätte mehr Potenzial gehabt...
  
 

Dienstag, 24. Dezember 2024

Lorne, Mac P.: Admiral Nelson - Unter Englands Flagge

„England expects that every man will do his duty.“ 

Dieser Satz ist belegt. Die HMS Victory, das Flaggschiff von Vizeadmiral Horatio Nelson, hatte die Toppen damit beflaggt; ob der ursprünglich so heißen sollte: „Nelson vertraut darauf, dass jedermann seine Pflicht tut“, ist wohl eher Fiktion.

Fiktion von Mac P. Lorne, der mit den beiden Bänden über den englischen Seehelden, der auf seinen Schiffen mit der sonst oft üblichen Quälerei und Bestrafung der Mannschaften Schluss gemacht hatte und zu dessen Kommandos die Männer sich oft freiwillig anmustern ließen, die Unmenge an vorhandener Sachliteratur durch einen tollen historischen Roman erweiterte.

Auf dem Trafalgar Square steht das Denkmal des Admirals, gegenüber vom Kap Trafalgar treffen die englische Kanalflotte und die vereinigte französisch - spanische Flotte aufeinander. Diese Schlacht wird Englands Seemacht für die nächsten 100 Jahre einleiten.

Sonntag, 15. Dezember 2024

Der Buchspazierer - Drei in einem Post

Wenn hiesige Besucher intensiv suchen finden sie eine Beiträge Über-Bücher-Bücher. Die Bücherdiebin M. Zusak) ist gleich zweimal vorhanden, denn über dieses Mädchen schrieben Anne Parden und der Bücherjunge. Über Bibliomania (G. Flaubert) schrieben wir beide, Anne und Uwe, auch und über Die Kunst des Bücherliebens (U. Eco) waren wir, Uwe und Anne,  sowieso begeistert.

Wieder geht es um ein Mädchen, es wird Schascha gerufen, eigentlich heißt die neunjährige Charlotte. Wenn die aus ihrem Fenster sieht, nachmittags nach der Schule, dann sieht sie einen alten Mann, der einen Tornister auf dem Rücken trägt. Sie nennt ihn den Buchspazierer.

Freitag, 13. Dezember 2024

Braig, Maria: Die Nordseeprinzeßin

 
Nach dem Tod ihrer Mutter findet die griechische Übersetzerin Delia alte Briefe, die ihre eigene Identität in Frage stellen. Die Spurensuche führt sie auf eine deutsche Nordseeinsel zu einer verwirrten alten Frau. Nur sehr langsam kommt sie einer verstörenden Geschichte auf die Spur: Die Tochter des reichsten Inselbauern hat in den 1960er Jahren ihre eigenen Vorstellungen vom Leben. Da diese den gängigen Konventionen widersprechen und zudem den Erhalt der Familiendynastie gefährden, sollen sie ihr ausgetrieben werden – mit schwerwiegenden Folgen für ihr ganzes Leben. (Verlagsbeschreibung)

DNB / epubli / 2024 / ISBN: 9783759886897 / 288 Seiten

Maria Braig bei Litterae Artesque:

Amra und Amir 

 

Kurzmeinung: Bedrückendes Frauenschicksal, das von heuchlerischer Moral, Geldgier und strikten gesellschaftlichen Konventionen geprägt wird, lesenswert!

 

Sonntag, 20. Oktober 2024

Plenz, Ralf: Lebe wild und gefährlich, Arthur oder

 Großstadt-Oasen II

"Für keinen Buchtitel erhielten wir in den letzten 20 Jahren mehr Lob, als für dieses Hardcover: offener Rücken mit integriertem Text, Fadenheftung, weiße Heißfolienprägung der Schrift auf dem Cover und goldene Heißfolienprägung. Im Innenteil: Eine lesefreundliche Typographie auf einem hellen Fond, 24 Illustrationen und 27 Kalligraphien – durchgängig in Farbe.“ (Verlag)


Damit ist das Buch an sich hinlänglich beschrieben. Autor und Verleger sind eine Person. Im Jahr 2018 kam Großstadt-Oasen II heraus, nachdem er in Großstadt-Oasen I unter dem Titel Das kleine Märchenbuch – Wie ein Buch Leben verändert einen seltenen Blick auf Hamburg, einen Stadtteil, einen Verlag und eine Buchreihe ermöglichte.

Dienstag, 13. August 2024

Ironmonger, John: Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen

 

In dem gemütlichen Pub eines winzigen Fischerdorfes in Cornwall kommt es am Mittsommerabend zu einer folgenreichen Zukunftswette zwischen einem Studenten und einem Politiker. Werden bald auch die 307 Bewohner des Dorfes zu spüren bekommen, wovor die Welt noch die Augen verschließt? Wird das Haus des Politikers in 50 Jahren vom Meer verschlungen werden? John Ironmonger erzählt von der dringendsten Aufgabe unserer Zeit, von einer Reise in die Arktis, von zwei schicksalhaft verbundenen Leben und nicht zuletzt von der großen Frage: Können aus Gegnern Verbündete werden, wenn es um unser aller Zukunft geht? (Verlagsbeschreibung)


 DNB / S. Fischer / 2023 / ISBN 978-3-10-397503-1 / 416 Seiten 

 






Schon lange war ich neugierig auf einen Roman von John Ironmonger - "Der Wal und das Ende der Welt" drängte sich seinerzeit monatelang auf, doch irgendwie kam ich nie dazu. Als ich dann bei NetGalley die Gelegenheit erhielt, den aktuellen Roman des britischen Autors zu lesen, schlug ich zu. Der Originaltitel des Buches heißt übrigens: "The wager and the bear" - also: Die Wette und der Bär, deutlich nüchterner als der doch recht blumige deutsche Titel. Wie mir mein erster Ironmonger nun gefiel, könnt Ihr hier nachlesen:

 

Montag, 5. August 2024

Bronsky, Alina: Schallplattensommer

 

Als einzige junge Frau im Umkreis von dreizehn Kilometern ist Maserati Aufmerksamkeit gewohnt. Dabei will sie nur eines: Den Feriengästen die selbstgemachte Limonade ihrer Oma servieren und die Tage bis zur Volljährigkeit zählen. Mit der Liebe will sie nichts zu tun haben und noch weniger mit den Annäherungsversuchen der Söhne der reichen Familie, die gerade die Villa im Dorf gekauft hat.  Doch dann stellen Caspar und Theo verbotene Fragen: Warum hat Maserati kein Smartphone? Wovor hat sie solche Angst? Und wie kann es sein, dass ihr Gesicht das Cover einer alten Schallplatte ziert? Plötzlich steckt Maserati bis zum Hals in Geheimnissen zweier Familien und in der Verwirrung ihrer eigenen Gefühle. (Verlagsbeschreibung)

 

DNB / dtv / 2024 / ISBN 978-3-423-22052-1 / 192 Seiten 

Alina Bronsky auf Literae Artesque: Baba Dunjas letzte Liebe, Der Zopf meiner Großmutter, Barbara stirbt nicht

 

 

 

Auch bei NetGalley gibt es mehr Versuchungen als gut für mich ist. Aber bei einem Roman von Alina Bronsky konnte ich einfach nicht nein sagen. Drei ihrer Romane habe ich hier im Blog bereits vorgestellt (s.o.). Ich habe mich daher sehr gefreut, als ich die Möglichkeit erhielt, auch diesen Roman nun zu lesen. Ob es sich gelohnt hat? Lest selbst:
 

Donnerstag, 1. August 2024

Briggs, Curtis & Lukschy, Stefan: Die Farbe der Sterne

 

Geld oder Liebe? Original oder Fälschung? Wandel oder Tradition? Gipfelstürmerei oder Höhenangst? Um all dies und noch viel mehr geht es in dieser turbulenten, romantischen Screwball-Krimi-Comedy. Es handelt von einem flugunfähigen Heißluftballon-Designer, der ein heruntergekommenes Hotel in den Bergen retten will, von einer selbstbewussten jungen Managerin, die das Hotel verkaufen soll, von einem schwulen Kunsträuber-Pärchen, von denen einer lieb und naiv, der andere brutal und bedrohlich ist, und einer Menge weiterer skurriler Gestalten. Es entspinnt sich ein Geflecht aus Liebe, einem echten und einem falschen Kandinsky, hinter denen alle her sind, um silberne und goldene Sterne – und nicht zuletzt um einen intellektuellen Marder, der das Paarungsverhalten dieser seltsamen Gruppe mit Interesse wissenschaftlich verfolgt, sich seine Gedanken macht und gelegentlich in die Handlung eingreift. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Langen Müller / 2024 / ISBN 978-3-7844-3712-5 / 328 Seiten

 

 

 

 

Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks erhielt ich diesen Roman als Rezensionsexemplar, wofür ich mich beim Verlag bedanken möchte. Das Cover, der Titel und auch der Klappentext sprachen mich an, und so war ich wirklich neugierig auf das Buch. Etwas verwirrt war ich, weil der Roman bei Lovelybooks unter "Literatur" eingeordnet ist, auf dem Cover "Roman" steht und hinten von einer "turbulenten, romantischen Krimi-Komödie" die Sprache ist. Nach der Lektüre kann ich sagen: Roman - vielleicht. Alles andere - in meinen Augen - nicht. Was also dann? Lest selbst:


Montag, 8. Juli 2024

Ólafsdóttir, Auður Ava: Hotel Silence

 

Für Jonas scheint das Leben vorbei zu sein. Seine Frau hat ihn verlassen, seine Mutter gleitet immer weiter in eine Demenz, und seine Tochter mit dem schönen Namen Vatnalilja (Wasserlilie) ist nicht mehr die, für die er sie hielt. Deshalb entwickelt er einen, meint er, narrensicheren Plan. Er kauft sich ein One-Way-Ticket und fliegt in ein vom Krieg zerstörtes Land. Das einzige Gepäckstück ist sein Werkzeugkasten. Vielleicht muss er einen Haken an der Decke anbringen, für das Seil. Das Hotel, in dem er sich einquartiert, ist so marode wie der ganze von einem Krieg verwüstete Ort. Mit seinem Werkzeug und mit handwerklichem Geschick hilft er den Frauen im Dorf, ihr Zuhause wieder aufzubauen. Und auch der jungen Frau, die mit ihrem Bruder das Hotel führt. Plötzlich ist es für ihn »nicht mehr so dringend zu sterben«. Die Begegnungen mit ihr lassen ihn wieder an eine Zukunft denken. (Verlagsbeschreibung) 

DNB / Insel Verlag / 2023 / ISBN 978-3-458-64380-7 / 208 Seiten








Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks durfte ich diesen Roman lesen. Herzlichen Dank auch an dieser Stelle noch einmal an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Ein Roman über das Leiden, das sich nicht vergleichen lässt und sich manchmal doch relativiert - melancholisch, skurril, mit leisem Humor... Mir hat er gefallen. Weshalb, könnt Ihr hier nachlesen:
 

Mittwoch, 3. Juli 2024

Schreyer, Wolfgang: DIE LEGENDE - Was 09/11 geschah


Im alten Bücherschrank stehen nebeneinander die Thriller, Politthriller und Abenteuerromane zweier Autoren früherer Zeiten. So mancher ist dabei, der im DDR-Militärverlag herauskam und historische oder politische Begebenheiten zum Inhalt hat. Ich schreibe von Harry Thürk und Wolfgang Schreyer. 

Bisher hat es nur einer auf diesen Blog geschafft, DIE STUNDE DER TOTEN AUGEN von Thürk zählte zu den meistgelesenen Büchern in der DDR, weil er die Geschichte von deutschen Soldaten im zweiten Weltkrieg erzählte. „Ein für die DDR äußerst ungewöhnliches Kriegsbuch“ schrieb ich bereits im Oktober 2013 dazu.

Während Harry Thürk zumeist den asiatischen Raum für seine Dokumentationen und Romane bevorzugte, belegte Wolfgang Schreyer auf ähnliche Art und Weise beide Amerikas.

Samstag, 29. Juni 2024

Autissier, Isabelle: Acqua alta

 

2021: Venedig ist von den Wassermassen eines letzten Acqua alta verschlungen worden. Guido Malegatti, einer der Überlebenden, fährt mit dem Boot durch die Ruinen, auf der Suche nach Frau und Tochter. Zwei Jahre zuvor: Angesichts des drohenden Meeresspiegelanstiegs bahnt sich der Konflikt innerhalb der Familie an. Guido als Wirtschaftsrat schwört auf den Tourismus und die Segnungen der Technik. Seine Frau Maria Alba schwelgt in der vergangenen Pracht einer Stadt am Rande des Zusammenbruchs. Und ihre 17-jährige Tochter Léa wird in dem Versuch, die geliebte Stadt zu retten, zur Gegnerin ihres Vaters. Isabelle Autissier entwirft das so dramatische wie realistische Szenario vom Untergang Venedigs. Mitreißend zeichnet sie aus der Perspektive dreier Familienmitglieder nach, wie es zur Katastrophe kommt, und stellt uns alle vor die Frage: Wie würde ich mich verhalten? (Verlagsbeschreibung)

DNB / mare / 2024 / ISBN 978-3-86648-708-6 / 208 Seiten  

Isabelle Autissier auf Literae Artesque: Herz auf Eis, Klara vergessen




Nach "Herz auf Eis" und "Klara vergessen" war ich natürlich wieder neugierig auf den neuesten Roman von Isabelle Autissier. Freundlicherweise erhielt ich über NetGalley ein Rezensionsexemplar - und war verblüfft. Das Buch ist irgendwie eine Mischung aus Roman und Sachbuch, in jedem Fall sehr informativ. Eine desillusionierende Dystopie, beängstigend nah an der Realität - ist Venedig dem Untergang geweiht? Mehr dazu könnt ihr hier erfahren:
 
 

Montag, 17. Juni 2024

Cameron, Peter: Damals ist ein fernes Land

 

Alex Fox, ein Antiquar aus San Francisco, will einer tragisch geendeten Liebe entfliehen und beginnt in der magischen Schönheit Andorras ein neues Leben. Aber für ihn wie für die rätselhaften Menschen, die seine Freundschaft suchen, erweist sich das Damals als ein schicksalhaftes Land, dem man niemals entrinnen kann. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Aufbau Verlag (Antiquariat) / 1998 / ISBN 978-3-351-02831-2 / 254 Seiten
 
Peter Cameron auf Litterae Artesque: Was geschieht in der Nacht

Manchmal darf es auch etwas Antiquarisches sein - bloß weil es alt ist, muss ein Buch ja nicht plötzlich schlecht sein. Peter Cameron ist für mich kein Unbekannter (Was geschieht in der Nacht), daher war ich neugierig auf diesen älteren Roman des Autors. Ein poetischer Roman über Liebe und Verrat, über Erinnern und Vergessen. Mehr dazu gibt's hier:


Sonntag, 16. Juni 2024

Schoeters, Gaea: Trophäe

 

Gaea Schoeters’ Roman ist ein „ethischer Mindfuck“ (Dimitri Verhulst) – provokant, radikal und eine erzählerische Ausnahmeerscheinung. Am Ende bleibt die Frage: Was ist ein Menschenleben wert?

Gaea Schoetersʼ preisgekrönter Roman ist von einer außerordentlichen erzählerischen Wucht. Die Tiefenschärfe, mit der sie die Geräusche und Gerüche der Natur beschreibt, lässt einen sinnlich erleben, was einen moralisch an die Grenzen zwischen Richtig und Falsch führt. 

Hunter, steinreich, Amerikaner und begeisterter Jäger, hatte schon fast alles vor dem Lauf. Endlich bietet ihm sein Freund Van Heeren ein Nashorn zum Abschuss an. Hunter reist nach Afrika, doch sein Projekt, die Big Five vollzumachen, wird jäh von Wilderern durchkreuzt. Hunter sinnt auf Rache, als ihn Van Heeren fragt, ob er schon einmal von den Big Six gehört habe. Zunächst ist Hunter geschockt, aber als er die jungen Afrikaner beim flinken Jagen beobachtet… (Verlagsbeschreibung)

DNB / Zsolnay / 2024 / ISBN 978-3-552-07388-3 / 256 Seiten

 

 

Wow. Dieser Roman hat es in sich - selbst Wochen, nachdem ich ihn gelesen habe (wieder einmal im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin), arbeitet er nach und fördert sofort wieder das Unbehagen zutage, das mich während des Lesens beschlich. Mein Kurzmeinung dazu: Eine moralisch-ethische Grenzwanderung, ein Roman von radikaler Konsequenz, der einen aus der eigenen Komfortzone heraustreibt. Verlangt einem alles ab, ist aber unbedingt lesenswert! Mehr dazu gibt es hier:

Freitag, 14. Juni 2024

Gerhold, Stefanie: Das Lächeln der Königin

Jahrzehnte graben sich Wissenschaftler, Archäologen und Historiker durch Wüste und Gestein. Zuerst mit Baggern, dann Spaten und Schaufeln, dann Schäufelchen, Löffelchen und Pinsel. Kleinste Funde werden registriert und manchmal kommt Größeres zum Vorschein. Den Schatz des Priamos buddelten zwar bestimmt Türken aus, die Leitung hatte ein deutscher Kaufmann mit ausgeprägtem archäologischen Drang. Ein Engländer fand diesen Tutenchamun. Während der erwähnte Schatz als Beutekunst in Moskau liegt, finden wir die Mumie des Königssohns wenigstens im ägyptischen Museum in Kairo.

Es war ein deutscher jüdischer Unternehmer namens James Simon, der die Grabungen des Ludwig Borchardt finanzierte, die dieser in Tell-El-Armana unternahm. Aus dem dortigen Wüstensand zog er Das Lächeln der Königin. Die Büste der schönen Frau steht im neuen Museum in Berlin.

Als Außenministerin Analena Baerbock vor einiger Zeit die Benin-Bronzen an Nigeria zurückgab, die dortige Regierung die Kunstwerke aber den Nachkommen der Königsfamilie gab, die einst Afrikaner als Sklaven an die Europäer verkaufte, wurde das Ansinnen gelobt, das Ergebnis führte zu einem Aufschrei.

Doch nicht erst heute geht es um die Rückgabe von Kunst und Altertumsfunden. Die Büste der erwähnten Königin gehörte einige Zeit dem, der die Grabungen finanzierte...

Freitag, 17. Mai 2024

Unger, Christina: Der seltsame Mr. Bridges

 

Henry Bridges lebt trotz seiner 42 Lenze immer noch im Haus seiner Mutter in New York. Diese versucht verbissen, ihren Sohn unter die Haube zu bringen, aber Henry zeigt keinerlei Interesse an Frauen oder einer Familie. Stattdessen hegt er einen lange verborgenen Traum: eine Bildungsreise nach Europa und eine Safari in Afrika. Eines Tages bucht Henry einen Flug nach London … und von da an kennt sein Schicksal nur noch Chaos und Katastrophen. Schöne und weniger schöne Frauen werden ihm regelmäßig zum Verhängnis. Er findet einen Koffer voller Geld, der kolumbianischen Drogenhändlern gehört und die ihn bis Amsterdam verfolgen. Henry flieht nach Paris und weiter nach Neapel – wo er in einem unheimlichen Dorf landet, in dem nur Männer leben – entkommt mit knapper Not und in Unterwäsche nach Sizilien, gerät dort an einen Mafioso und landet schlussendlich bei einem Naturvolk vom Stamm der Ponga-Ponga in Afrika. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Luzifer Verlag / 2022 / ISBN 978-3-95835-665-8 / 292 Seiten

 

 

 

 

Manchmal lese ich auch gerne einfach nur zur Unterhaltung, ohne großen Anspruch oder Tiefsinnigkeit. Im Rahmen einer Challenge stieß ich auf dieses Buch und versuchte einfach mal mein Glück. Die Sache mit dem Humor ist allerdings - so eine Sache. Hier nun vorab meine Kurzmeinung: Hastig aneinandergereihte slapstickhafte Szenen um einen naiv-gutgläubigen und konservativ-staubtrockenen Bibliothekar. Nervig statt lustig. Mehr dazu gibt's hier: