Posts mit dem Label NetGalley werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label NetGalley werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 27. August 2026

Dröscher, Daniela: Mädchen allein zu zweit (Hörbuch)

 

Manchmal beschließt man mit fünfzehn, woran man nicht mehr glauben will. Issa hat der romantischen Liebe längst abgeschworen, zu laut sind die Geldsorgen ihrer Familie, zu deutlich die gescheiterten Träume der Eltern. Issa besucht ein Gymnasium voller Rich Kids, während zu Hause jeder Euro zählt. Halt gibt ihr nur Grace: forsch und überzeugt davon, dass Geld vor allem ein lösbares Problem ist. Als Issas Familie in eine existenzielle Notlage gerät, beschließen die beiden Freundinnen, selbst aktiv zu werden. Gleichzeitig hat auch Grace ein Problem, wenngleich ein medizinisches: Ihre Brüste sind zu groß, sie hat Schmerzen und schämt sich. Doch die Krankenkasse will nicht zahlen. Die beiden begeben sich auf eine monetäre Odyssee, die sie zwingt, Grenzen zu überschreiten – moralische ebenso wie gesellschaftliche. (Verlagsbeschreibung)


DNB / Hörbuch Hamburg / 2026 / ISBN 978-3-8449-4804-2 / 274 Minuten

Daniele Dröscher bei Litterae Artesque: Lügen über meine Mutter


Kurzmeinung: Literarischer Coming-of-Age Roman, der gesellschaftskritische Themen mit einer berührenden Freundschaftsgeschichte verbindet...

Freitag, 21. August 2026

Stanley, Jason: Gefälschte Geschichte - Wie Faschisten die Vergangenheit umschreiben, um die Zukunft zu kontrollieren

 

Der namhafte Philosoph Jason Stanley enthüllt in seinem neuen Buch die globale Strategie der autoritären Rechten, die Geschichte umzuschreiben und ein Jahrhundert gesellschaftlichen Fortschritts auszulöschen. Die schlimmsten faschistischen Bewegungen der Menschheitsgeschichte begannen in Schulen - wenn man die Uhr in Bezug auf Bürgerrechte, Gerechtigkeit und Inklusion zurückdrehen will, sind Schulen ein guter Ausgangspunkt. Mit scharfem Blick zeigt Stanley, wie Bildung zur Frontlinie im Kampf um Demokratie wird. Erinnerungskultur, Kritik und Freiheit sind in Gefahr, warnt er. Sein Buch ist ein dringender Weckruf, die Vergangenheit zu verteidigen, um die Zukunft vor dem Faschismus zu bewahren. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Westend / 2026 / ISBN 9783987913600 / 208 Seiten


Kurzmeinung: Wichtige Zusammenhänge eindrucksvoll und verständlich auf den Punkt gebracht - für alle, die die Demokratie retten wollen!

Montag, 17. August 2026

Flint, Emma: Der Wunschperlen-Auftrag

 

Gute Feen sind die allerfröhlichsten Wesen. Sie essen Zuckerwatte zum Frühstück, streuen Glitzer und verbreiten mit ihrem ansteckenden Glockenlachen überall nichts als Freude. Das ist für alle guten Feen die einfachste Sache der Welt. Bis auf eine: Molli. Ihr Lachen klingt nicht wie ein Glöckchen, sondern wie eine rostige Fahrradklingel. Statt Zuckerwatte würde sie lieber Zwiebelsuppe essen, und sich immer brav an ALLE Feenregeln halten, findet sie schnarchlangweilig! Und von Langeweile bekommt Molli schlechte Laune. Gegen die hilft nur ein kleines Abenteuer, am besten ein Ausflug in die Menschenwelt! Damit Molli dabei keinen Unsinn anstellt, bekommt sie einen Aufpasser: Wandelwicht Pepito in Gestalt eines Königspudels. Der ist supereingebildet und weiß alles besser. Doch auch er kann nicht verhindern, dass die beiden von einem Schlamassel ins Nächste schlittern… (Verlagsbeschreibung)

DNB / Arena / 2026/ ISBN 978-3-401-60828-0 / 152 Seiten

Reihe: Die gute Fee mit der schlechten Laune (Bd.1)



Kurzmeinung: Netter Reihenauftakt mit einer originellen Grundidee und einer liebenswert unangepassten Heldin - trotzdem konnte nicht alles überzeugen...

Samstag, 15. August 2026

Freund, Wieland: Juli im Land der Zeitgeister

 

14:30 Uhr. Alles steht still. Gemeinsam mit Trim, einem echten Zeitgeist, stolpert Juli durch eine Standuhr ins Land der Großen Uhr. Eine Welt wie ein riesiges Zifferblatt: mit einem Städtchen auf der Fünf, einem Hexenwald auf der Sieben, Zeigern, die über den Himmel streifen – und einem Zauberer, der nichts mehr im Sinn hat, als sie für immer anzuhalten. Mit Trim, der Hexe Unruh, dem alten Uhrmacher und der Fledermaus Fedora jagt Juli über das Zifferblatt und folgt seiner Spur bis ins Herz des Uhrwerks. Denn nur hier kann sie die Zeit wieder zum Laufen bringen. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Thienemann / 2026/ ISBN 978-3-522-61253-1 / 224 Seiten


Kurzmeinung: Ein fantasievolles Abenteuer zwischen Märchen und Alice im Wunderland, das mit Tempo, Humor und einer mutigen Heldin begeistert.

Mittwoch, 22. Juli 2026

Mishani, Dror: Nicht

 

Ein Mann in seinen Fünfzigern. Er hat offenbar nichts mehr zu verlieren, obwohl noch so viel vor ihm liegt. Die Kinder sind aus dem Haus, KI bedroht seine Arbeit als Übersetzer. Vor allem hat der Tod seiner Frau alles infrage gestellt. Eine solche Liebe, da ist er sich sicher, wird er kein zweites Mal finden. Bis ihm bei gemeinsamen Freunden eine Cellistin begegnet. Es entspinnt sich, so leicht, als ob es Vorsehung wäre, ein verheißungsvolles Verhältnis, und plötzlich steht wieder alles auf dem Spiel. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Diogenes / 2026 / ISBN 978-3-257-07388-1 / 192 Seiten

Kurzmeinung: Knapp, klug komponiert und voller Fragen über Wahrheit, Schuld und die Geschichten, die wir uns selbst erzählen...


Samstag, 18. Juli 2026

Ben Saoud, Amira: Schweben

 

Gewalt scheint nicht mehr zu existieren, der Klimawandel längst vollzogen. Eine bedrohliche Gelassenheit liegt über der abgeschotteten Siedlung, in der sie lebt. An ihren eigenen Namen hat sie keine Erinnerung mehr. Sie verdient ihr Geld damit, andere Frauen zu imitieren, deren Angehörige nicht mit dem Verlust der Geliebten, der Ehefrau, der Tochter zurechtkommen. Während eines neuen Auftrags gerät ihre Welt ins Wanken: Wer ist diese Emma, die sie spielt? Weisen seltsame Phänomene am Rand der Siedlung auf deren Untergang hin? Und warum ist sie selbst so besessen davon, eine andere zu sein? (Verlagsbeschreibung)

DNB / Zsolnay / 2025 / ISBN 978-3-552-07520-7 / 192 Seiten

Kurzmeinung: Ein atmosphärisch dichtes Debüt, das in einem dystopischen Setting existentielle Fragen aufwirft, mit einem surreal-irritierenden Ende...


Samstag, 13. Juni 2026

Ayoub, Susanne: Rondo Veneziano

 

Die Zahnärztin Adele kann ohne Arbeit nicht sein, Bibliothekarin Chris ist frisch pensioniert und Biggi musste kürzlich ihre Boutique für immer zusperren. Auf einem Vaporetto in Venedig begegnen sich die drei ehemaligen Schulfreundinnen - und sind gleich darauf in einen Kriminalfall verstrickt: Adeles reiche Wahltante, die Kunstsammlerin Pauline, hatte in ihrem Palazzo angeblich einen tödlichen Unfall. Hat sie etwa jemand die Treppe hinuntergestoßen? Der dubiose Neffe aus Amerika wird verdächtigt, zu Unrecht? Eine Spur führt die drei Frauen zu einem armenischen Kloster auf der Insel San Lazzaro in der Lagune. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Gmeiner / 2023 / ISBN 978-3-8392-0405-4 / 288 Seiten


Kurzmeinung: Weniger ein klassischer Krimi als ein atmosphärischer Genremix in Venedig - der eigentliche Fall bietet dann noch einige Überraschungen...


Donnerstag, 4. Juni 2026

Brø, Tuva: Tödliches Leuchten

 

In der eisigen Dunkelheit von Tromsø erschüttert ein brutaler Mord die verschneite Idylle. Der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus tot aufgefunden, mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe hingerichtet. Noch bevor Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø Antworten finden können, geschieht ein zweiter Mord. Tief im Schnee, in einer abgelegenen Hütte, wird ein Mann in einen Hinterhalt gelockt und erstochen - ausgerechnet in einer Nacht, in der die Nordlichter besonders hell über den Himmel tanzen. Zwei Tote. Zwei Tatorte. Und es gibt nur stumme Zeugen: die Polarlichter. (Verlagsbeschreibung)

DNBGmeiner / 2026/ ISBN 978-3-8392-8004-1 / 336 Seiten

Reihe: Polarblut Bd. 1

Kurzmeinung: Unterkühlter Krimi an einem Handlungsort nördlich des Polarkreises - sehr belastete Kommissare, schleppende Ermittlungen, imposante Natur...

Donnerstag, 14. Mai 2026

Orths, Markus: Die Enthusiasten

 

Ein erzählerisches Feuerwerk über eine ziemlich besondere Familie, bei der Bücherplateaus von der Decke hängen und in der Geschichten zum Leben erweckt werden. Und über drei Geschwister, die eine innige Liebe verbindet und ein großer Verlust. Was haben ein besessener Laurence-Sterne-Fan auf der abenteuerlichen Jagd nach dem angeblichen zehnten Band von Tristram Shandy , eine Teilchenforscherin, die abgeschirmt von kilometerdicken Felswänden über Jahre versucht, Dunkle-Materie-Teilchen zu erlauschen, ein Kino-Enthusiast, der abgefahrene Experimentalfilme ausheckt, eine nordenglische Kleinstadt und ein sensationeller Fund gemeinsam? Sie kommen in »Die Enthusiasten« vor, dem wahrscheinlich turbulentesten und gewagtesten Roman seit Langem, der auf halsbrecherische Weise die Grenzen dessen auslotet, was Erzählen kann und was menschengemachte Kunst ist. Auch dabei: eine rätselhafte Thailänderin, eine unendlich liebenswerte, lesebesessene und eigensinnige Mutter, die spurlos verschwindet, und ein Vater, der ausschließlich auf nie dagewesene Fragen antwortet. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Galiani Berlin / 2026/ ISBN 978-3-86971-330-4 / 368 Seiten
Markus Orths bei Litterae Artesque: Picknick im Dunkeln


Kurzmeinung: Interessantes literarisches Experiment, die Lust am Fabulieren gerät jedoch zum seitenfüllenden Geschwafel. Leider zäh...

Sonntag, 3. Mai 2026

Würger, Takis: Für Polina

 

Als er vierzehn ist, verliebt sich Hannes Prager in das Mädchen Polina. Um ihr seine Liebe zu zeigen, komponiert der wundersam begabte Junge eine Melodie, die Polinas ganzes Sehnen und Wünschen umfasst. Doch sein Leben nimmt eine unvorhergesehene Wendung, Hannes hört auf, Klavier zu spielen und seine und Polinas Wege trennen sich. Nach Jahren, in denen er nichts als Leere fühlt, erkennt Hannes: Er muss Polina wiederfinden. Und das Einzige, womit er sie erreichen kann, ist ihre Melodie. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Diogenes / 2025 / ISBN 9783257073355 / 304 Seiten


Takis Würger bei Litterae Artesque: Noah I Stella



Kurzmeinung: Sehr schöner, klarer, schnörkelloser und doch geschliffener Schreibstil, spröde und eigentümliche Charaktere - keine gewöhnliche Liebesstory...



Dienstag, 28. April 2026

Atwood, Margaret & Preston, Douglas (Hg.): Vierzehn Tage (Hörbuch)

New York im April 2020. Während des ersten Lockdowns wird das Dach ihres Mietshauses für die Bewohner zur überraschenden Zuflucht vor der Isolation. Jeden Abend treffen sie sich dort und erzählen einander ihre ungewöhnlichen, spannenden, komischen und bewegenden Geschichten. Jeder Mieter und jede Mieterin steuert eine bei (wahr oder zumindest gut erfunden), und ein neues Decamerone für unsere Zeit nimmt seinen Anfang. Allmählich findet die Runde zu einer unerwarteten Gemeinschaft und Anteilnahme füreinander… Ein einzigartiges Romanprojekt, das 36 der hochkarätigsten Autorinnen und Autoren der US-Gegenwartsliteratur versammelt – von Margaret Atwood bis Silvia Day, von Celeste Ng bis John Grisham. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hörbuch Hamburg / 2024 / ISBN 9783869525327/ 929 Minuten


Kurzmeinung: Gemeinschaftsprojekt von 36 Autor:innen zur Coronazeit - eingebettet in eine überzeugende Rahmenhandlung und mit überraschendem Ende...



Donnerstag, 19. Februar 2026

Fipps, Lisa: Starfish

 

Ich bin richtig, genau so, wie ich bin! Das begreift die elfjährige Ellie nach einem Leidensweg aus Bodyshaming und Mobbing aufgrund ihres Gewichts. In Starfish erzählt sie von den unzähligen Diäten, zu denen ihre Mutter sie zwingt. Vom Aufstellen von Dicke-Mädchen-Regeln, um nicht aufzufallen. Aber Ellie erzählt auch von Akzeptanz, Solidarität und Freundschaft, die sie erfährt. Von ihrem sich wandelnden Selbstbild, ihrer Psychologin und ihrer besten Freundin, die ihr helfen, sich schließlich ihren mobbenden Mitschüler:innen, ihren Geschwistern und ihrer Mutter entgegenzustellen. Und Ellie erzählt von ihrer Liebe zu Wasser. Denn im Wasser treibend, alle viere von sich gestreckt wie ein Seestern, fühlt sie sich sicher, schwerelos, grenzenlos und frei. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hanser / 2026 / ISBN 978-3-446-28752-5 / 272 Seiten


Kurzmeinung: Berührend und ermutigend - Bodyshaming, Mobbing, Selbstakzeptanz und der Wert echter Freundschaft. Und als Besonderheit alles in Versen. TOP


Samstag, 14. Februar 2026

Kinsky, Esther: Rombo

 

Im Mai und im September 1976 erschüttern zwei schwere Erdbeben eine Landschaft im nordöstlichen Italien. An die tausend Menschen sterben unter den Trümmern, unzählige sind ohne Obdach, viele verlassen ihre Heimat. In Esther Kinskys preisgekröntem Roman berichten sieben Bewohner eines abgelegenen Bergdorfs, Männer und Frauen, von ihrem Leben, in dem das Beben tiefe Spuren hinterlassen hat. Von der gemeinsamen Erfahrung von Angst und Verlust spleißen sich bald die Fäden individueller Erinnerung ab und werden zu eindringlichen und berührenden Erzählungen tiefer, älterer Versehrung. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Suhrkamp / 2023 / ISBN 978-3-518-47311-5 / 264 Seiten

Kurzmeinung: Sperriger, anstrengender Schreibstil, der besonders bei Beschreibungen und Schilderungen der Landschaft sehr fordert - ein mühsames Lesen...


Mittwoch, 4. Februar 2026

Schätte, Lena: Das Schwarz an den Händen meines Vaters

 

»Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so. Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol. »Das Schwarz an den Händen meines Vaters« von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben. (Verlagsbeschreibung)

DNB / S. Fischer / 2025 / ISBN 978-3-10-397657-1 / 192 Seiten


KurzmeinungSchilderung eines Familienlebens, in dem generationenübergreifender Alkoholismus eine große Rolle spielt - schnörkellos, leise, präzise...

Samstag, 31. Januar 2026

Mercier, Pascal: Der Fluss der Zeit

 

Die Romane »Nachtzug nach Lissabon« und »Das Gewicht der Worte« verführten ein Millionenpublikum dazu, über große Themen wie Identität, Freiheit, Zeit oder den Sinn des Lebens nachzudenken. Nun ist Pascal Mercier in fünf bisher unveröffentlichten Erzählungen auch als Meister der kurzen Form zu entdecken: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal die Zeit seines Aufbruchs ins Leben heraufbeschwören? Wann beschädigt Großzügigkeit die Würde eines Künstlers? Gibt es Emotionen, die unser Verstand nicht mehr erreicht? Noch einmal lernen wir mit Pascal Mercier unvergessliche Figuren kennen, die uns mit ihren Gefühlen und Gedanken sehr nahekommen – und dabei unverhofft Einblicke in unser eigenes Selbst eröffnen. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hanser / 2026 / ISBN 978-3-446-28577-4 / 112 Seiten

Pascal Mercier bei Litterae Artesque: Das Gewicht der Worte



Kurzmeinung: Fünf ruhige Vignetten, die aus dem Nachlass des Autors stammen - Szenen des Innehaltens, des Bangens, des Loslassens, einer Entscheidung...

Samstag, 24. Januar 2026

Kicaj, Jehona: ë

 

Der ungewöhnliche Titel »ë« steht für einen Buchstaben, der in der albanischen Sprache eine wichtige Funktion hat, obwohl er meist gar nicht ausgesprochen wird. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz. Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt als vor Ort. Der Roman »ë« erzählt von dem in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj im wahrsten Wortsinn zur Sprache gebracht. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Wallstein / 2025 / ISBN 978-3-8353-5949-9 / 176 Seiten



Kurzmeinung: Eindrucksvoller Roman um die Sprachlosigkeit angesichts von Verwüstung, Unterdrückung, Vernichtung - generationsübergreifendes Kriegs-Trauma...

Mittwoch, 7. Januar 2026

Maschik, Anna: Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten

 

Mit einem heimlich geschlachteten Schaf beginnt der Blick in die Innereien einer Familie. Hier rührt die Urgroßmutter das Blut für die Würste, der Großonkel schläft fünfzehn Jahre lang, und die Großmutter stiehlt nachts die Ziegel vom Dach. Am Ende steht die Urenkelin Alma und fügt die Einzelteile der Familiengeschichte zusammen: vom kargen Alltag auf einem Bauernhof an der Nordsee über den Krieg und den Neuanfang fern der Heimat bis in die Gegenwart, in der die Großmutter ins Heim muss und Alma versteht, dass sie das letzte Glied in der familiären Kette ist. In kurzen, virtuos verdichteten Passagen entfaltet Anna Maschik einen ganzen Kosmos – die Familie als ein großer Resonanzkörper, in dem die Prägungen widerhallen über die Generationen hinweg. Es ist eine Geschichte von bevorzugten Geschwistern, vom Scheitern am Schlaf und an der Sprache, von der Verwandlung in ein Möbel, einen Wolf, einen Zitronenbaum. Lakonisch und voll schwebender Magie erzählt sie davon, was Vorbestimmung ist und ob man ihr entkommen kann. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Luchterhand / 2025 / ISBN 978-3-630-87814-0 / 235 Seiten


Kurzmeinung: Eine ungewöhnliche, fragmentarisch erzählte Familiengeschichte über vier Generationen - schlicht-poetisch, distanziert-eindringlich...

Montag, 5. Januar 2026

Madreiter, Armela: südpol.windstill

 

Wenn die 10-jährige Ida nach Hause kommt, weiß sie nicht, was sie erwartet: Ihre Mutter ist Alkoholikerin und psychisch krank. An Südpol-Tagen ist sie aufgekratzt und unternehmungslustig; an Nordpol-Tagen depressiv und antriebslos. Doch mit Robert Falcon Scott hat Ida glücklicherweise einen imaginären Freund, der sich bestens mit Polarforschung auskennt. Mit Erfindergeist, Empathie und Intelligenz lernt Ida, ihre schwierige Situation zu meistern. (Verlagsbeschreibung)

DNB / reclam / 2025 / ISBN 978-3-15-014622-4 / 70 Seiten



Kurzmeinung: Ernst und doch von Stärke und Humor durchzogen - eine Kindheit mit einer alkoholkranken Mutter u. kreative Möglichkeiten, damit klarzukommen...


Samstag, 3. Januar 2026

Unterthiner, Miriam: Blutbrot

 

Der Theatertext Blutbrot beschäftigt sich mit der nach Ende des Zweiten Weltkrieges in Südtirol geleisteten Fluchthilfe. In Zuge dessen wurden zwischen 1945 und ca. 1950 Nationalsozialist:innen wie unter anderem Adolf Eichmann, Josef Mengele und Gerhard Bast über den Brennerpass, die sogenannte Grüne Grenze, von Österreich nach Italien gebracht, mit Hilfe von Südtiroler:innen, die ihre geheimen (Schmuggler-)Wege gegen Bezahlung teilten. In Blutbrot leistet die Kollektivfigur DasDorf diese Fluchthilfe, spricht jedoch nicht darüber und verweigert sich der Aufarbeitung der eigenen Taten. DasDorf beschäftigt sich stattdessen mit dem Brot, spricht im Kollektiv ausschließlich über Brot. Doch je mehr Nationalsozialist:innen die Grüne Grenze passieren, desto mehr Spuren hinterlassen sie, nicht nur im Dorf, sondern auch in dessen Landschaft, den Feldern und schließlich im Brot. So ist es auch die Landschaft, die nicht länger wegsehen kann und DasDorf mit der eigenen Vergangenheit, den eigenen Taten konfrontiert. In Blutbrot wird die Frage gestellt, wie ein in der Landschaft stattgefundenes Verbrechen sich auf sie auswirkt, einwirkt, sie verändert. Ebenso wird nach dem Raum, auf dem es stattfindet, gefragt und diesem als solchen eine Sprache gegeben. (Verlagsbeschreibung)

DNB / edition laurin / 2025 / ISBN 978-3-903539-50-1 / 72 Seiten


Kurzmeinung: Gewinner des Österreichischen Debütpreises 2025 - sehr experimentell, eher modernes Theater über ein totgeschwiegenes Thema...

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Oelker, Petra: Drei Wünsche

 

Dezember 1773. Auf dem Weihnachtsmarkt in der Hamburger Domkirche, mitten im Gedränge der Marktleute und ihrer flanierenden Kundschaft, suchen drei Frauen das Glück: Theda hat ihre Stellung als Gesellschafterin verloren, eine Vernunftehe in der ostfriesischen Heimat scheint der einzige Ausweg. In Geldnot geraten, will sie auf dem Weihnachtsmarkt eine Silberdose verkaufen, ihren einzigen Besitz von Wert, und gerät in der alten Kirche mitten hinein in den Trubel aus Besuchern, Taschendieben, Suppenköchen und Künstlern. Auch Madam Augusta ist im Dom, sie hadert mit dem Tod ihrer alten Vertrauten, trotz all der Menschen fühlt sie sich allein. Und dann ist da noch Elsi: Die junge Frau hat sich verliebt, doch ihr Vater ist alles andere als einverstanden mit ihrer Wahl. Drei Frauen, drei Wünsche. Sie alle hoffen auf ein Weihnachtswunder...

DNB / rowohlt / 2025 / ISBN: 978-3-8052-0127-8 / 128 Seiten

Kurzmeinung: Durch viele detaillierte Beschreibungen entstanden für mich Längen - ansonsten eine nette atmosphärische historische Weihnachtsgeschichte...