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Mittwoch, 27. November 2024

Müller, Titus: Das verborgene Weihnachtskind

 

Vier Personen, die nichts miteinander gemeinsam haben, bis auf ihren Wohnort. Sie alle leben auf derselben Etage eines Hochhauses, das von der KI Athena gesteuert wird. In der Zukunft, in der sie leben, ist künstliche Intelligenz fest im Alltag verankert. Doch wie sieht es in einer hochtechnologischen Gesellschaft mit der Liebe, zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Zauber des Weihnachtsfests aus? Titus Müller erschafft eine fantastische Erzählwelt, in der Füllfederhalter zu Relikten aus längst vergangenen Tagen werden und die Suche nach dem Glück beinahe mehr Fragen als Antworten aufwirft. (Verlagsbeschreibung)

DNB / edition chrismon / 2024 / ISBN: 978-3-96038-399-4 / 112 Seiten

Titus Müller bei Litterae Artesque:  
 

Kurzmeinung: KI und der Geist der Weihnacht - ein außergewöhnliches Weihnachtsbuch, das einen Blick auf zukünftige Zeiten wagt...

Donnerstag, 17. August 2023

Aldenhoven, Axel: Zeit - Bots

Stell dir vor, du sitzt am Ufer der Loire mit einem Glas des besten Weins. Du lauschst den sanften Klängen der umliegenden Natur und plötzlich reißt dich ein Haufen winziger Allmikeys aus deinem beschaulichen Winzerdasein und schleudert dich auf eine epische Odyssee durch Raum und Zeit. So erging es Mike Westwing, dem unfreiwilligen Protagonisten von ZEIT-BOTS. Moment mal, Mike? Winzer? Das stimmt doch gar nicht. Doch, Leute. In dieser Novelle wird er noch so einiges erleben, unter anderem, dass er nicht nur in einer Realität existiert. Gut, wir haben schon erfahren, dass Mike in mindestens zwei Welten unterwegs ist, eine davon ist die geschlossene Abteilung der Psychiatrie. Begleite ihn in die entlegensten Winkel des Universums und darüber hinaus. Denn Mike ist nicht nur Winzer/Paläograph/Psycho – er ist der auserwählte Zeitreisende, dessen einzigartige Gabe es ihm ermöglicht, in allen Zeitebenen gleichzeitig präsent zu sein. (Verlagsbeschreibung) 
 
 DNB / Selbstverlag / 2023 / ISBN: 979-8398841565 / 110 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
Dies ist der zweite Band der lt. Autor auf vier Bände angelegten Serie. Die Cover haben definitiv einen Wiedererkennungswert, sie gefallen mir von der Gestaltung her ausnehmend gut. Auch die Kürze der einzelnen Folgen scheint sich durch die Reihe zu ziehen. Zeit - Code war der erste Band und lieferte einen echt schrägen Serienstart in die SF/Zeitreisereihe. Sagen wir mal so: hier geht es nun nicht weniger verwirrend weiter. Mehr dazu erfahrt Ihr hier:

Mittwoch, 5. April 2023

Aldenhoven, Axel: Zeit - Code

Mike Westwing ist ein einsamer Mensch. Vor einigen Jahren musste er seine Frau beerdigen. Er spult sein Leben ab wie eine Tonbandkassette, die er abends auf die B-Seite drehen muss. Alles ist Routine, bis eines Tages ein seltsamer Typ aufkreuzt und ihn in einen alten, verlassenen Hilti-Store entführt, wo ein Zeitportal auf die beiden wartet. Mike sieht dem, was ihn erwartet, gelassen entgegen. Er hatte in seinem Leben schon einige Momente erlebt, die sich im Nachhinein als nicht real herausgestellt hatten. So ist es für ihn nichts Besonderes, als er auf der anderen Seite des Portals von zwei Lobstern begrüßt wird. (Klappentext)
 
 
DNB / Selbstverlag / 2023 / ISBN: 979-8-3791-6413-3 / 94 Seiten
















































 
 

Kurzmeinung:

 
Ein wirklich schräger Serienstart in eine SF/Zeitreisegeschichte. Leider nur sehr kurz und mit fiesem Cliffhanger. Wo ist die Fortsetzung?!
 
 

Donnerstag, 24. Februar 2022

Wells, H.G.: Der Unsichtbare

Unsichtbarkeit, das ist die Faust, die man nicht kommen sieht – Macht über andere. H.G. Wells' berühmter Roman läßt diesen Menschheitstraum zur grauenvollen Realität werden. Entsetzen springt den Leser an: Hinter dem grotesk bandagierten Gesicht und der dunklen Brille des unheimlichen Fremden, der da im Gasthof eines englischen Dorfes absteigt, verbirgt sich ein schwarzes Nichts. Selbst sehen, ohne gesehen zu werden, das bedeutet Macht über andere. Der Chemiker Griffin hat diesen Menschheitstraum verwirklicht. Doch alles hat seinen Preis: Gnadenlose Einsamkeit und hemmungslose Destruktivität sind die Folge. Die Angst geht um. Wells' phantastisch-utopischer Roman von 1897 ist ein Klassiker. Reich an Gruseleffekten und packend erzählt... (Klappentext)
 
 
 
 
 
 
 
  • ASIN ‏ : B078C4RZ28
  • Herausgeber ‏ : Books on Demand; 1. Edition (28. November 2017)
  • Sprache ‏ : Deutsch
  • Dateigröße ‏ : 364 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : 176 Seiten
  • Originaltitel  : "The Invisible Man" 
 
 
 
 
Vor sechs (!) Jahren bereits stellte ich hier im Blog das Hörspiel zu "The War of the Worlds" vor, das den Original-Rundfunkabend von 1938 präsentierte, der dazu führte, dass der damals 23jährige Sprecher Orson Welles eine ganze Nation in Panik versetzte, so echt war die Inszenierung gestaltet, die auf der Romanvorlage von H. G. Wells beruhte. "Der Unsichtbare" ist nun mein zweites gelesenes Buch des englischen Schriftstellers, der als Pionier des Science Fiction Genres gilt. Ob der Roman, der nunmehr vor 125 Jahren das erste Mal veröffentlicht wurde, heute noch aktuell ist? Lest selbst:

Donnerstag, 25. Februar 2021

Ostertag, Heiger: Walkürenritt

Alternativweltgeschichten stammen eigentlich aus dem Genre der Sience-Fiction. Daher wurde ich bei Star Trek Beyond stutzig, als Kirk statt Spok in den Reakterraum kriecht. Das war im Jahr 2016, und aus diesem Jahr stammt die erste Rezension zu diesem Buch. In der Geschichtswissenschaft werden derartige Gedankenspiele, die allerdings Bezug auf die historischen Quellen nehmen, als kontrafaktische Geschichte bezeichnet.

Die Geschichten dieser Werke spielen in einer Welt, in der der Lauf der Weltgeschichte irgendwann (am so genannten Divergenzpunkt) von dem uns bekannten abgewichen ist. Während Science-Fiction mit dem Potentialis operiert, operiert die kontrafaktische Geschichte mit dem Irrealis, stellt also die Frage: „Was hätte sein können, wenn …?“ Das Genre wurde insbesondere in der englischsprachigen Literatur der Nachkriegszeit entwickelt. *

Mittwoch, 24. Februar 2021

Henkel, Oliver: Kaisertag



Im Oktober 2014 schrieben wir eine Rezension zu einem Buch, welches für den Deutschen Phantastik Preis nominiert war.  Es ging um Zeitreisen im Zusammenhang mit der deutschen Geschichte im sogenannten Dritten Reich. 

Mich hat das Thema wieder eingeholt. Zum einen mit dem eBook WALKÜRENRITT von Heiger Osttag und zum anderen mit KAISERTAG von Oliver Henkel.  Um das letztgenannte Buch aus dem Jahr 2014, welches den Deutschen Science-Fiction-Preis gewonnen hat geht es hier, WALKÜRENRITT sei schon mal angekündigt.

Wir bleiben damit schön in der zeitlichen Reihenfolge, denn KAISERTAG spielt zwar 1988, die Rückblenden reichen bis zum 1. Weltkrieg zurück. Was wäre gewesen, wenn der habsburgische Thronfolger, Erzherzog Ferdinand. gar nicht Opfer des bekannten, scheinbar den ersten Weltkrieg auslösenden Attentats geworden wäre?

Also ich gehe mal davon aus, dass es dann ein Paralleluniversum ohne diesen mörderischen Krieg gegeben hätte. Nein, nein, ich glaube eigentlich nicht an solche Fantastereien. (Übrigens, es geht nicht um Zeitreisen.) Ob Oliver Henkel daran glaubt weiß ich nicht, aber eins ist sicher, wir haben es mit einer etwas anderen Art von Science-Fiction zu tun.

Sonntag, 22. September 2019

Erdmann, Nadine: CyberWorld 7.0 - Bunker 7

Wie ist das, wenn eine Reihe, die man über Jahre begeistert begleitet hat, auf ihr Ende zusteuert? Nun, man fiebert dem letzten Band entgegen und hält ihn dann schließlich mit einem lachenden und einem weindenden Auge in den Händen.

Wie bei den letzten Bänden auch, durfte ich Folge 7 ebenfalls im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen - und ich danke der Autorin sehr, dass ich auch diesmal dafür ein Rezensionsexemplar erhielt. Doch auch wenn ich die Figuren lieb gewonnen habe und mir der Abschied nicht leicht fällt: eine ehrliche Rezension gibt es auch diesmal wieder...



Samstag, 10. August 2019

McEwan, Ian: Maschinen wie ich

Künstliche Intelligenz - ein Thema, das die Menschen schon lange beschäftigt, das aber immer noch nach Zukunftsmusik klingt. Doch ist das wirklich so? Liest oder schaut man entsprechende wissenschaftliche Beiträge, kann einem schon ganz anders werden - so weit weg ist das alles nicht mehr...

Bei Wikipedia ist zu lesen, dass McEwan es mag, "gewöhnliche Menschen mit ungewöhnlichen Situationen zu konfrontieren, und (dabei) im Leser die Ahnung von unmittelbar bevorstehenden Katastrophen zu wecken". Dieser Roman bestätigt diese Behauptung und  verwebt dabei noch interessante Zeitfragen und philosophische Betrachtungen mit der Handlung. Eine anspruchsvolle Mischung also. Ob sie gelungen ist? Lest selbst:


Mittwoch, 3. Oktober 2018

Erdmann, Nadine: CyberWorld 6.0 - Anonymous

Auch wenn ich nicht direkt zur Zielgruppe dieser auf sieben Bände angelegten Reihe gehöre, hat sie es mir angetan. Nun ist bereits der sechste und damit vorletzte Band gelesen, und immer noch kann ich sagen: ich bin Fan!

Wie die Leserunde bei Lovelybooks zeigte, bin ich mit meiner Begeisterung nicht alleine. Und ich habe mich sehr gefreut zu erfahren, dass die Autorin inzwischen auch noch andere Romane geschrieben hat. Natürlich werde ich auch danach Ausschau halten, denn eines ist gewiss: Nadine Erdmann kann schreiben! Doch nun soll es erst einmal um Band 6 der CyberWorld gehen. Mal schauen, ob auch diesmal die Mischung stimmte, die die Autorin selbst als 'Cyberpunk Science Fiction' bezeichnet:



Montag, 8. Januar 2018

Erdmann, Nadine: CyberWorld 5.0 - Burning London


Nach den dramatischen Ereignissen in Yonderwood hoffen Jemma, Jamie, Zack und ihre Freunde eigentlich bloß auf Ruhe, die Rückkehr in den Alltag und einen coolen Ausflug nach CyberLondon, der neuen Simulationswelt in der CyberWorld. Doch was als netter Abend in der CyberCity geplant war, wird schon bald zu einem tödlichen Wettlauf gegen die Zeit, denn Terroristen kapern die Stadt – und sie kennen kein Erbarmen …

(Klappentext Amazon.de)

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1561.0 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 268 Seiten
  • Verlag: Greenlight Press; Auflage: 1 (29. November 2017)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B077PSHQZ2
  • Reihe: CyberWorld, Bd. 5 









Ich danke der Autorin Nadine Erdmann ganz herzlich für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen! 







CYBER-TERROR...


Quelle

CyberLondon ist das virtuelle Abbild der britischen Hauptstadt, und ein Stadtbummel oder ein Konzertbesuch lassen sich so ganz gemütlich vom heimischen Sofa aus bewerkstelligen. Nach einem anstrengenden Tag wollen die Zwillinge Jamie und Jemma sowie ihre Freunde Zack und Will in Ruhe den Abend genießen und sich virtuell in die CyberCity begeben. Schließlich haben die R.A.T.s für diesen Abend eine ganz besondere Überraschung versprochen. Diese geheime Gruppe von Technologiegegnern hat bereits in den vergangenen Wochen für einige originelle Aktionen in CyberLondon gesorgt, doch dieser Abend soll alles andere in den Schatten stellen.

Was die vier Freunde dann aber in CyberLondon erwartet, entspricht so gar nicht ihrer Vorstellung von einem gemütlichen Abend. Die Aktion der R.A.T.s entpuppt sich als terroristischer Akt - und plötzlich finden sich die Vier in einer Art Cybergame ohne Spielregeln: die Jagd ist eröffnet. Die Terroristen haben die komplette CyberCity unter Kontrolle und jede Menge fieser Fallen aufgebaut - sämtliche Avatare, die sich an dem Abend in die virtuelle Stadt begeben haben, sind nun die Geiseln der R.A.T.s, und der Rückweg in die reale Welt ist versperrt. Doch was will die Gruppe der Technologiegegner wirklich? Und wird es den Freunden mit Hilfe von Ned und seinem Vater gelingen, CyberLondon rechtzeitig zu verlassen?

Dies ist bereits der fünfte Band der CyberWorld-Reihe, und wieder hat sich Nadine Erdmann etwas ganz Besonderes ausgedacht: eine komplette virtuelle Stadt, die Sightseeing vollkommen neu definiert, das hat schon etwas. Aber natürlich geht es hier in erster Linie wieder um die Abenteuer, die diesmal alleine Jamie, Jemma, Zack und Will in CyberLondon bestehen müssen. Die anderen beiden 17Jährigen, Charlie und Ned, haben an dem Abend andere Pläne, doch als der Terrorakt bekannt wird, versuchen sie alles, um ihren vier in der CyberWorld gefangenen Freunden zu helfen.

Actionlastig ist dieser fünfte Teil der Reihe, und tatsächlich gönnt die Autorin ihren Helden - und dem Leser - kaum einmal eine Atempause. Dabei sind die in CyberLondon lauernden Gefahren abwechslungsreich und überraschend, und gekonnt spielt Nadine Erdmann hier auch mit den Ängsten der Leser. Doch neben Action und Spannung spielen auch wieder Themen wie Freundschaft und Liebe, Ängste und Wut, Trauer und Verletzlichkeit eine große Rolle, und dies alles in einer angemessenen Dosierung. Diese gelungene Mischung sorgt zusammen mit dem wieder einmal flüssigen Schreibstil dafür, dass man das eBook kaum einmal aus der Hand legen möchte. Seit langem kam ich so wieder mal zu einer halb durchlesenen Nacht...

Sehr gelungen fand ich den ständigen Perspektivwechsel zwischen den Abenteuern in der CyberWorld und dem Geschehen in der realen Welt, in der sich fieberhaft bemüht wird, den Terrorakt zu beenden und die tausenden von Geiseln zu retten. Gerade auch die Wechselwirkung zwischen den beiden Welten hat Nadine Erdmann überaus glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Gut gefallen hat mir ebenfalls, dass in dieser Folge auch einmal die Kehrseite der Medaille beleuchtet wird - die möglichen Gefahren und Nachteile, die solch eine erweiterete Technologie wie die CyberWorld mit sich bringen kann. Bei aller Begeisterung, die die technischen Errungenschaften so mit sich bringen, wird hier doch deutlich, dass man nicht alles kritik- und gedankenlos hinnehmen kann und darf, und dass mit den zunehmenden Möglichkeiten auch das Gefahrenpotenzial steigt.

Doch sind diese Themen nicht der Schwerpunkt der Handlung - es erwarten den Leser also keine philosophischen Grübeleien - sie sind vielmehr einfach der notwendige Hintergrund für ein überaus spannendes Jugendbuch mit authentischen und sympathischen Charakteren, die man am Ende gar nicht gerne ziehen lässt. Zum Glück erwarten uns noch Band 6 und 7 - ich bin gespannt!

Wer die Reihe noch nicht kennt: Lesen!


© Parden







Quelle

Im Laufe der Zeit haben die Bücher der Reihe mehrfach ihr Gewand sowie den Titel gewechselt, was den Überblick womöglich etwas erschwert. Im Blog gibt es aber Rezensionen zu allen vier vorherigen Bänden (in der jeweiligen Original-Version), auf die ich an dieser Stelle gerne verweisen möchte:


  1.  CyberWorld 1.0: Mind Ripper

  2.  CyberWorld 2.0: House of Nightmares

  3.  CyberWorld 3.0: Evil Intentions

  4.  CyberWorld 4.0: The Secrets of Yonderwood










Nadine Erdmann schreibt über sich selbst:

Ich wuchs in einem Haus voller Bücher und Musik auf und seit ich denken kann, liebe ich Geschichten. Selbst welche zu schreiben, war aber lange Zeit nur eine fixe Idee, denn die Schriftstellerei gilt als brotlose Kunst und so musste zunächst ein anständiger Beruf her.

Da ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollte, studierte ich Lehramt, verbrachte einen Teil meines Studiums in London und unterrichtete als German Language Teacher an einer kleinen Privatschule in Dublin. Zurück in Deutschland wurde ich Studienrätin für Deutsch und Englisch und arbeitete an einem Gymnasium und einer Gesamtschule in NRW. Der anständige Beruf war mir damit sicher, aber mein Herz hing mehr und mehr daran, Geschichten zu schreiben...

übernommen von der Homepage der Autorin

Montag, 24. Juli 2017

Erdmann, Nadine: CyberWorld 4.0 - The Secrets Of Yonderwood


Yonderwood – der erste Erlebnispark, der ein LiveAction-Rollenspiel mit Cyberabenteuern verbindet. Klar, dass Jemma, Charlie und die Jungs sich diesen Spaß nicht entgehen lassen, als Will und Ned die Einladung bekommen, gemeinsam mit anderen Spielern die Geheimnisse von Yonderwood zu ergründen. Was ist in dem einsamen Dorf geschehen, dass immer mehr Dorfbewohner die Flucht ergreifen? Warum herrscht über die Vergangenheit eisiges Schweigen? Und was geht in den finsteren Wäldern rund um das Dorf um und verbreitet Angst und Schrecken?
Während die sechs auf Spurensuche gehen und versuchen, den verbliebenen Dorfbewohnern zu helfen, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Cyberwelt. Doch der Spielspaß wendet sich jäh, als plötzlich ein alter Bekannter mit neuen Freunden auftaucht – und sie alle haben noch eine Rechnung mit den sechs offen …


(Klappentext Amazon.de)

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2202 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 369 Seiten
  • Verlag: Greenlight Press; Auflage: 1 (20. April 2017)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B06Y24S9HS
  • Reihe: CyberWorld, Bd. 4







Ich danke der Autorin Nadine Erdmann ganz herzlich für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen! 







ZWISCHEN REALITÄT UND CYBERWELT...



Was hat Nadine Erdmann sich da wieder ausgedacht? Dass es ihr an Phantasie nicht mangelt, hat sie ja bereits in den vorherigen drei Bänden hinlänglich bewiesen, aber das hier war wieder ganz großes Kino.

Wills und Neds Vater erschafft ja ebenfalls virtuelle Welten, doch 'Yonderwood' ist von der Konkurrenz erdacht. Dennoch sind die beiden Brüder hocherfreut, als ihnen angeboten wird, das Spiel als Betatester gemeinsam mit ihren Freunden auszuprobieren. Und so begeben sie sich aufgeregt für drei Tage auf das Spielgelände, das sich unter einer riesigen weißen Kuppel befindet. Zu ihrem Erstaunen betreten sie nicht nur in der Cyberwelt die künstliche, düstere Szenerie eines halbverfallenen Dorfes, sondern sie leben während ihres gesamten Aufenthalts darin. Hier wird ein Live-Action-Rollenspiel geschickt mit Cyberarbenteuern verknüpft, und der ständige Wechsel zwischen beiden Ebenen bietet dabei einen ganz besonderen Reiz, da die Grenzen zu verschwimmen scheinen.

Doch während Jemma, Jamie, Charlie, Zack, Will und Ned die durchaus anspruchsvollen Aufgaben genießen und sich ihr Teamgeist dabei noch weiter festigt, kommen allmählich einige Misstöne hinzu. Russell, der seiner Meinung nach mit Jamie und Zack noch ein Hühnchen zu rupfen hat, taucht plötzlich auf - und mit ihm einige Kumpel, die versuchen, den sechs Freunden den Aufenthalt zu vermiesen. Doch auch wenn die Störenfriede kaum Grenzen zu kennen scheinen, wollen sich Jamie und die anderen davon nicht abschrecken lassen - an ein vorzeitiges Aufgeben ist nicht zu denken! Aber können sie sich wirklich vorstellen, wie weit Russell und seine Bande gehen werden?

Was für eine Mischung mal wieder! Das Ergründen von Geheimnissen, das Eintauchen in eine virtuelle, nahezu lebensechte Spielwelt und aufregende Abenteuer auf der einen Seite - Freundschaft und Liebe, Intrigen und Hass, Gemeinheiten des Lebens und schwierige Entscheidungen auf der anderen Seite. Dabei fliegen die Seiten dank des überaus flüssigen Schreibstils wieder einmal nur so vorbei, und zusätzlich bedient Nadine Erdmann hier überaus gekonnt die gesamte Klaviatur der Emotionen. Neugierde, Spannung, Spaß, Ärger, Wut und Berührtsein geben sich hier beim Lesen die Klinke in die Hand - und das stets in einem adäquaten Maß, also in keiner Weise übertrieben. An einer Stelle allerdings war ich nahezu fassungslos und wollte schon nicht weiterlesen - doch letztlich war ich einfach zu neugierig und musste einfach herausfinden, wie es weitergeht. Mehr kann ich nicht sagen ohne zu spoilern, aber an der Stelle hätte ich die Autorin gerne verhauen.

Im Mittelteil gestaltete sich die Szenerie in der Cyberworld stellenweise für meinen Geschmack etwas langatmig, da hier mit kleinen Änderungen mehrfach dieselben Abläufe durchgezogen wurden. Doch abgesehen davon habe ich tatsächlich keinen Kritikpunkt - außer dass das Buch schon wieder ausgelesen ist und wir auf den Folgeband noch warten müssen. Aber immerhin gibt es noch Folgebände - denn ursprünglich waren nur vier Teile geplant, und dann wäre hier endgültig Schluss gewesen. Nun sollen es insgesamt sieben Bände werden, und das beruhigt das Herz des Fans doch ungemein.

Denn als Fan würde ich mich schon bezeichnen, da mich alle bisherigen Folgen in ihren Bann ziehen konnten und ich die Charaktere inzwischen richtig ins Herz geschlossen habe. Also warte ich geduldig und hoffe, dass ich bald mit dem fünften Band beginnen kann. Ich freue mich jedenfalls darauf!




© Parden







Im Laufe der Zeit haben die Bücher der Reihe mehrfach ihr Gewand sowie den Titel gewechselt, was den Überblick womöglich etwas erschwert. Im Blog gibt es aber Rezensionen zu allen drei vorherigen Bänden (in der damaligen Version), auf die ich an dieser Stelle gerne verweisen möchte:




  1. CyberWorld 1.0: Mind Ripper

  2. CyberWorld 2.0: House of Nightmares

  3. CyberWorld 3.0: Evil Intentions













Nadine Erdmann studierte Germanistik und Anglistik, verbrachte einen Teil ihres Studiums in London und arbeitete als German Language Teacher in einer kleinen Privatschule in Dublin. In Deutschland unterrichtete sie Deutsch und Englisch an einem Gymnasium und einer Gesamtschule in NRW.
übernommen von Amazon.de


Dienstag, 14. März 2017

Roth, Veronica: Rat der Neun - Gezeichnet (Hörbuch)


In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Gabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …

Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Gabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.

Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …

Gelesen von Laura Maire und Shenja Lacher.


(Klappentext der Hörverlag)

  • 2 MP3 CDs - Laufzeit 16 h 4 min.
  • Verlag: der Hörverlag; Auflage: Ungekürzte Lesung (17. Januar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung:  Petra Koob-Pawi und Michaela Link
  • Sprecher: Laura Maire und Shenja Lacher
  • ISBN-10: 3844524975
  • ISBN-13: 978-3844524970
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren













FANTASY IN GALAXY...



Der Eisplanet Thuvhe ist einer der neun Planeten in einer fernen Galaxie. Er wird von zwei Völkern bewohnt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: den friedliebenden Thuvhesi und den stets gewaltbereiten Shotet. Alle Planeten unterstehen dem Rat der Neun, und das Schicksal der Planeten wird gelenkt von den drei Orakeln, die von allen Völkern verehrt werden. Eines der Orakel ist die Mutter von Akos Kereseth und seinen Geschwistern. Es sind die letzten friedlichen Tage der Kereseth, mit denen Veronica Roth die Erzählung beginnt. Doch nur zu bald brechen Ereignisse über sie herein, die die Familie zerstören: Shotet stürmen das Haus der Kereseth, töten den Vater und entführen die beiden Brüder. Über die Federgras-Steppe werden sie verschleppt bis in das Reich der Shotet.

Ryzek ist der Herrscher der Shotet, in dessen Auftrag Akos und sein Bruder entführt wurden. Sein eigenes Schicksal ist es, das dem Herrscher keine Ruhe lässt - mit Hilfe der Brüder Kereseth erhofft er sich eine Wendung zum Guten. Eijeh soll ihm als zukünftiges Orakel helfen, mögliche Versionen seiner Zukunft zu sehen, und Akos soll mit seiner Lebensgabe Cyra, der Schwester von Ryzek, helfen. Cyra leidet unter ständigen Schmerzen, kann diese aber auch umlenken und auf jemand anderen übertagen, weshalb Ryzek sie als Geißel seiner Herrschaft nutzt und als tödliches Folterwerkzeug einsetzt. Durch Akos Berührung lassen Cyras Schmerzen nach, so dass das Leben für sie wieder erträglicher wird und sie für Ryzek von Nutzen bleibt.

Akos und Cyra verbringen fortan den größten Teil ihrer Zeit miteinander und lernen sich allmählich kennen - und mit ihnen auch der Hörer, der durch die wechselnden Perspektiven von Cyra und Akos auch in die Gedankenwelt beider Charaktere Einblick erhält. Die zarte Liebesgeschichte, die sich hier anbahnt, dominiert dabei zu keinem Zeitpunkt das Geschehen, was ich als angenehm und maßvoll empfand. Akos bemüht sich neben dem reinen Überleben in erster Linie darum, aus der Gefangenschaft zu entkommen - aber nur gemeinsam mit seinem Bruder. Doch zunehmend wächst bei ihm die Erkenntnis, dass er dies alleine nicht schaffen kann - Cyra ist seine einzige Chance, diesen Plan auch tatsächlich umzusetzen. Doch wird sie ihm wirklich helfen?

Was einige Teilnehmer der Hörrunde als störend empfanden, fand ich im Gegenteil überzeugend: Veronica Roth lässt sich zu Beginn der Erzählung viel Zeit, um die fremden Welten, Völker, Gegebenheiten und Charaktere vorzustellen. So war es mir möglich, trotz der Vielzahl an fremden Namen und Dingen allmählich wirklich in Thuvhe und Shotet anzukommen und mir ein Bild der fernen Galaxie zu machen. In der zweiten Hälfte dann zog die Spannung zunehmend an, und auch wenn mir mancher Abschnitt gelegentlich etwas sprunghaft erschien, konnte mich die Handlung in den Bann ziehen. Empfindlich sollte man als Hörer dabei allerdings nicht sein, denn hier herrschen Gewalt, Schmerz, Blut und Tod vor.

Die Zeichnung der Charaktere ist für mich plastisch und mehrdimensional und durch die Ausgewogenheit an Stärken und Schwächen auch authentisch und glaubhaft. Der Wechsel der Perspektiven in der Erzählung bringt beide Hauptcharaktere gleichermaßen nahe, auch wenn Cyra (gelesen von Laura Maire) in der Ich-Perspektive präsentiert wird, Akos dagegen (gelesen von Shenja Lacher) etwas distanzierter in der personalen Erzählperspektive. Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, die Lesung der jeweiligen Erzählperspektive entsprechend angemessen.

Auch wenn die Präsentation der fremden Galaxie den Scienc-Fiction-Gedanken nahelegt, liegt für mich der Schwerpunkt der Geschichte in erster Linie im Bereich der Fantasy. In meinen Augen ist dies der gelungene Auftakt einer vielschichtigen Dilogie, die durch eine ausgewogene Mischung von Spannung und Gefühl punkten kann. Auf die Fortsetzung bin ich jedenfalls gespannt!


© Parden 
















Der Hörverlag schreibt über die Autorin:

Veronica Roth lebt in Chicago und studierte an der dortigen Northwestern University Creative Writing. Im Alter von nur 20 Jahren schrieb sie während ihres Studiums den Roman, der später "Die Bestimmung" wurde und den Auftakt zu ihrer internationalen Bestseller-Trilogie bildet. Nun hat ihr Buchhit auch die Leinwand erobert. In der Verfilmung der preisgekrönten Romane begeistern die Stars Shailene Woodley als die tapfere junge Heldin Tris und Theo James als deren große Liebe Four.

übernommen von der Hörverlag

Mittwoch, 8. März 2017

Dick, Philip K.: Das Orakel vom Berge

Der Mann im hohen Schloss / The Man in the high Castle / Das Orakel vom Berge...

„Unzählige“ Titel einer Geschichte, die mir nicht als Buch in die Hände fiel, sondern als Fernsehserie. Eine AMAZON PRIME Fernsehserie und das scheint ein Format zu sein, welches sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Ein anderer „Sender“ ist NETFLIX, aber von dem soll gerade nicht die Rede sein, der kommt dann dran, wenn ich mal was über Elisabeth II. zu schreiben hätte...

Das Cover des Taschenbuches spricht ja Bände: Die japanische Kriegsflagge über dem Westen der USA, der Adler des Tausendjährigen Reiches über dem Osten und mittleren Westen. In der Mitte ein schmaler grauer Streifen, das ist die Pufferzone einiger weniger amerikanischer neutraler Staaten.


Wir schreiben das Jahr 1962. Die beiden Supermächte, Japan und Deutschland, sind sich nicht sonderlich grün. Auch regt sich Widerstand und die junge Judolehrerin Juliana sucht in den Rockies nach einem mysteriösen Autor, der den Widerstand entfachen könnte. „Nur er scheint zu wissen, wie man dem Albtraum der falschen Geschichte entkommt“ [1]

Alles ist irgendwie anders gelaufen:
Roosevelt ermordet, im Jahr 1947 siegen die Achsenmächte. Deutschland hat das Mittelmeer trocken gelegt. (Atlantropa [2]). Reichskanzler Bormann ist Tod und mehrere Gruppen kämpfen um die Macht.

Ein Hauptmann der Abwehr namens Wegener will die Japaner vor einem Atomangriff der Nazis warnen. Ein Frank Frink fälscht ehemalige amerikanische Alltagsgegenstände und will diese über den amerikanischen Kunsthändler Childan an Japaner verkaufen. In San Francisco residiert ein Mr. Tagomi in der japanischen Handelsmission. Und Juliana Frink, Exfrau von Frank verliebt sich (fast) in Joe, einen italienischen Trucker.

Sonntag, 19. Februar 2017

Schneider, Marcus: Krzschrk



Am 5. Februar 2018 landete ein außerirdisches Raumschiff mit mehr als 5000 Flüchtlingen an Bord auf dem Flughafen München. Charly lebt glücklich in einer mittelalterlichen bayrischen Kleinstadt, bis nebenan eine Außerirdische einzieht. Die geht ihr ganz furchtbar auf die Nerven. Und dann beschmieren Fremde auch noch ihr Elternhaus. Zufall? Oder gibt es eine geheimnisvolle Verbindung zwischen Charlys Familie und den Flüchtlingen von einer anderen Welt? Die beiden ungleichen Mädchen raufen sich zusammen und stellen sich der größten Herausforderung ihres Lebens: Ist alles so wie es scheint? Was zählt wirklich im Leben? Wie weit sind wir bereit zu gehen, um die Wahrheit zu erfahren? Wem können wir trauen? 

Eine spannende Geschichte, erzählt mit einer Prise Humor, für Leser und Leserinnen ab 10. Das Abenteuer schlägt eine Brücke von den Kreuzrittern bis hin zu fernen Planeten und zeigt, dass Freundschaft nicht nach Hautfarbe oder Herkunft fragt. Und Krzschrk mag zwar furchtbar stinken, schmeckt aber einfach himmlisch.


  • Taschenbuch: 216 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1 (1. Januar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1542302900
  • ISBN-13: 978-1542302906














EIN TOLLES KINDERBUCH!



Die Sommerferien sind zu Ende, der erste Schultag ist angebrochen. Charly freut sich darauf, ihre beste Freundin endlich wieder zu sehen, und auf ihren alten Geschichtslehrer ebenso - Charly liebt dieses Fach einfach am allermeisten, und irgendwann will sie mal Archäologin werden! Doch kaum in der Klasse angekommen, werden gleich alle Erwartungen enttäuscht. Charlys Freundin sitzt neben einem anderen Mädchen, und vor der Tafel steht eine ganz andere Geschichtslehrerin. Und als ob das nicht reichen würde, sitzt in der Klasse nun auch noch eine Lausianerin!

Was das ist? Nun, eben ein Mädchen der Außerirdischen, die vor ein paar Monaten mit einem Raumschiff auf dem Flughafen München gelandet waren. 5000 lausianische Flüchtlinge leben seither in Bayern - und eben auch in der Kleinstadt, in der Charly wohnt. Wie sich herausstellt, geht Sarah nicht nur in dieselbe Klasse wie Charly, sondern ist mit ihrer Mutter auch noch in das Haus neben dem von Charlys Familie gezogen. Die blaue Haut lässt die Lausianer fremdartig erscheinen, dazu riechen sie so merkwürdig, und seltsam kleiden tun sie sich auch. Als Sarah mit Charly zusammen zur Schule fahren will, wird dieser ganz anders. Was ist, wenn die anderen denken, sie sei mit Sarah befreundet?!

Doch Charly hat noch mehr Grund, sich aufzuregen. Einige Lausianer beschmieren das Haus ihrer Familie - und als Sarah ihr übersetzt, was da geschrieben steht (schließlich kann Charly kein Lausianisch), wird sie nachdenklich. Ob sie es will oder nicht, es scheint eine Verbindung zu geben zwischen den Lausianern und Charlys Familie - eine Verbindung, die schon seit Jahrhunderten besteht. Charly und Sarah geraten unversehens in ein Abenteuer, das mehr Gefahren birgt, als sie denken, das sie bis in die Zeit der Kreuzritter zurückführt - und das ihnen klar macht, welche Werte im Leben wirklich zählen.


"Ich dachte Menschen und Lausianer wären sich so ähnlich?" --- "Körperlich, rein körperlich." --- "Und mental seid ihr die Einsteins und wir die Affen?" --- "Einstein war auch nur ein Mensch."


Als ich den Titel dieses Buches las, war ich hin und weg. Wie zum T... spricht man das aus?! Auch der Klappentext sprach mich an, und so beschloss ich, dass es wieder einmal an der Zeit wäre, ein Kinderbuch zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht - hier kommen Kinder auf ihre Kosten!

Charly ist ein glaubhafter Charakter, ein starkes, selbstbewusstes Mädchen, das dennoch irgendwie 'dazugehören' will. Die inneren Konflikte im Umgang mit den Gleichaltrigen sind gut geschildert, wie z.B. die Angst, selbst ausgegrenzt zu werden, wenn man mit dem Außenseiter befreundet ist. Mir gefällt, dass Charly kein 'Überfliegercharakter' ist und nicht einfach selbstverständlich immer die moralisch guten Entscheidungen trifft, sondern sich um mögliche Konsequenzen durchaus Gedanken macht.

Die Situation mit den Außerirdischen ist durchaus unterhaltsam, und doch stehen hier die Themen 'Andersartigkeit' und ' gegenseitige Vorurteile' mit im Raum. Die geschilderte Flüchtlingssituation der Lausianer bietet dazu vermutlich nicht von ungefähr Parallelen zur aktuellen Weltlage und könnte z.B. beim Vorlesen oder auch beim Lesen im Klassenverband als Diskussionsgrundlage dienen.

Doch im Vordergrund steht hier natürlich das Abenteuer, die Suche nach einem alten Schatz, auf den plötzlich viele Jagd machen, so dass Charly bald nicht mehr weiß, wem sie eigentlich noch trauen kann. Einige Szenen gerade gegen Ende hin wirkten auf mich etwas zu überzogen, aber Kinder mag es ansprechen, wenn ihre Helden sich gelegentlich ein wenig wie Superman verhalten. Einige etwas unlogische Stellen seien dem Buch verziehen, denn insgesamt wird hier Spannung, Humor und Nachdenkliches in einem sehr unterhaltsamen Gesamtpaket geboten.

Empfohlen wird dieses Buch für Leser und Leserinnen ab 10. Manche gewaltbetonte Passagen fand ich bezüglich dieser Altersangabe etwas grenzwertig - da sollte man als Eltern entscheiden, wie reif sein eigenes Kind ist und bei einem ängstlicheren Naturell vielleicht noch etwas mit der Lektüre warten.

Insgesamt ist dies aber ein tolles Kinderbuch, unterhaltsam, flott zu lesen und spannend. In jedem Fall empfehlenswert!


© Parden















Marcus Schneider ist Ostwestfale, der im selbstgewählten bayrischen Exil lebt. Er schreibt Bücher, seit sich seine Tochter ankündigte. Nachdem sie langsam dem Jugendbuchalter entwächst erschien 2016 sein erster Krimi. In den Musterbiographien folgt nun eine Aufzählung der Buchpreise. Die muss in diesem Fall mangels Masse leider entfallen. Immerhin freut sich der Author über zahlreiche freundliche Bewertungen, insbesondere zu der Eviana-Reihe, von der alle Verwandten nach wie vor behaupten, sie sei das Beste, was der Author bisher veröffentlich habe, wobei Marcus Schneider den Krimi auch gar nicht so schlecht findet. Und auch den gestohlenen Wunsch. Aber das nur am Rande.
übernommen von Amazon.de

Freitag, 20. Mai 2016

Card, Orson Scott: Enders Spiel


Zwischendurch gelesen.

 Gelegentlich unterhält man sich ja auch in der Verwandtschaft über Bücher. Und Verwandtschaft hat beileibe nicht, oder nicht immer, oder meist nicht den gleichen Lesegeschmack. Letztens suchten wir den Roman PLANET DES TODES von Stanislaw Lem. Zuerst fanden wir nur GAST IM WELTRAUM von ebendiesem polnischen Autoren.

Den Film DER SCHWEIGENDE STERN, die Geschichte des PLANET DES TODES sahen wir dann von einer DVD. Filmmaterial aus den sechziger Jahren. Man siehe, wenn nicht zu Hand irgendeine Folge aus der ersten STAR TREK Serie.


Im Zuge der Diskussion, was denn eigentlich Sience-Fiction wäre, was utopisch und was wissenschaftlich-fantastisch, ging es plötzlich um ENDERS GAME. Oder auf Deutsch ENDERS SPIEL von Orson Scott Card.

Vermutlich wäre es interessant, die vergangenen Ausgaben (1977, 1985,1991) mal zu vergleichen, hier bleibt nun aber erstmal nur die Besprechung der deutschen Ausgabe von 2012 aus dem Heyne Verlag mit Hinweisen auf die Verfilmung im Jahr 2013.


* * *

Die Geschichte:
Vor rund 70 bis 80 Jahren wurde die Erde von Außerirdischen, den ameisenähnlichen Krabblern angegriffen. In mehreren Invasionskriegen gelang es, die Angriffe zurückzuweisen und die Krabbler zu schlagen. Als großer Held steht Mazer Rackham immer noch im Rampenlicht. Diese Krabbler verfügen über außergewöhnliche „Echtzeitkommunikation“ und können sich äußerst schnell auf neue Gegebenheiten, Waffen, Taktiken und mehr einstellen. Doch die „Königin“ der Krabbler führt absolut zentral. Es gibt nur die eine Zentrale.

Die Erde ist (wieder einmal) in zwei Pakte zerfallen. Noch arbeiten die Staaten in der I.F. (International Forces) zusammen. Aber der Anführer der Staaten, der HEGEMON gehört dem westlichen Bündnis an, der POLEMARCHOS, der Oberbefehlshaber ist wohl Russe. Außerdem gibt es noch den STRATEGOS, den Heerführer – Die Staaten leiten die Titel ihrer Führer aus der griechischen Antike ab, sie wollen wohl darstellen, das von der Demokratie etwas übrig wäre. Beschrieben wird allerdings eher eine Diktatur und in dieser lebt die Familie Wiggins.

Zwei Kinder, Peter und Valentine, waren bereits auf der sogenannten Kampfschule der I.F. Peter allerdings ist ein brutaler, über Leichen gehender Typ, Valentine´s Sanftmut passte den Vorgesetzten auch nicht ins Konzept. So durften die Eltern einen (in der Gesellschaft verachteten) „DRITT“ bekommen, denn die Intelligenz der älteren Geschwister war einzigartig. Der DRITT ist Andrew, genannt ENDER. Dessen Geschichte wird nun auf 465 Seiten erzählt.

Oberst Graff und Major Anderson sind Lehrer und Erzieher an der Kampfschule, die der sechsjährige Ender nun kennenlernt. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, insbesondere sein Können, die „Computerspiele“ viel schneller als andere zu durchschauen, führen zu Beförderungen: Er verlässt das START-Team viel schneller, setzt sich im Kommando der Salamander gegen den Kommandanten durch, kommt in ein weiteres Team und bekommt danach als jüngster dann ein eigenes Team, die DRACHEN. Mit denen zeigt er seine Führungseigenschaften, er setzt auf Eigeninitiative, Variantenreichtum und auf die Fähigkeiten der Untergebenen. So kommt es, dass er die Kampfschule bereits mit elf Jahren verlässt und mit Oberst Graff auf die Kommandoschule auf einem ehemaligen Krabbler-Stützpunkt, dem Asteroiden Eros fliegt. Er ist der, welcher die vermutlich bevorstehende erneute Invasion der Krabbler abwehren und diese vernichten soll. Wird er es schaffen, gemeinsam mit Mazer Rackman, mit Alai, dem Freund aus der Startergruppe, mit Petra, die, selbst Außenseiterin, mit ihm im Kampfraum trainierte und mit Bean, ebenfalls einem kleinerem Jungen, der ihm bei den Drachen zugeteilt wurde?...


Die Geschwister:
Der ältere brutale Peter hat den jüngsten, den verachteten „Dritt“ gequält und gedemütigt. Beschützt wurde er von der Zweitgeborenen, von Valentine. Sie spielt eine wichtige Rolle in der jahrelangen Ausbildung ihres jüngeren Bruders. In einer Ausbildungskrise Enders gewinnt Oberst Graff Valentine dafür, ihren Bruder von der Sinnhaftigkeit seiner Ausbildung zu überzeugen.

Eine „kleine“ Erpressung ist im Spiel: Peter und Valentine haben sich, obwohl noch Kinder, in den größten Computernetzen der Erde zu bekannten Kolumnisten entwickelt. Der nach Macht strebende Peter schreibt als Locke (nach dem bekannten Menschenrechtler) und Valentine als Demosthenes (athenischer Redner und Staatsmann). Während Peter selbst an die Spitze der Weltregierung will (Hegemon), aber auch den drohenden Krieg der Gesellschaftssysteme verhindern möchte, hetzt Valentine als Gegenpart demagogisch gegen zweiten Warschauer Pakt. Sie ist hin und her gerissen: Sie kennt die Abscheulichkeiten Peters (z.B. Tierquälerei), meint aber auch, dass er anders geworden ist. Beide besetzen mit ihren Kolumnen eigentlich die Person des jeweils anderen.

Valentin liebt Ender immer noch, trotz jahrelang unterbrochenen Kontaktes, sämtliche Kommunikation wir durch Graff und Co verhindert. Valentine wird am Ende erneut der wichtigste Partner für Ender; ob Peter sein Ziel erreichen wird?

Ender hat Angst, denn bereits zweimal hat er brutal andere Schüler zusammengeschlagen (dass er sie getötet hat, weiß er gar nicht) und meint, wie Peter zu sein. Valentine gesteht er, dass er aber nur eines möchte: Auch von Peter geliebt zu werden.

Die Gesellschaft:
Es ist nicht ganz klar, was für eine Art Gesellschaft sich auf der Erde entwickelt hat. Die Art und Weise, wie das Militär befähigte Kinder aus den Familien wegholt um sie als Raumpiloten und Kommandeure auszubilden, die Verhinderung jeglicher Kommunikation, die Darstellung der bisherigen Krabbler-Invasionen gegenüber der „nicht eingeweihten“ Menschen, lassen auf eine Diktatur schließen, in der sich zwei, auch kriegsbereite Staatengemeinschaften gegenüberstehen. Der Begriff des Zweiten Warschauer Paktes ist vermutlich der Überarbeitung der Ausgaben geschuldet, in der ersten Ausgabe gab es den „ersten“ ja noch wirklich. Von einer NATO als solcher wird gar nicht gesprochen. Das Ziel der vollständigen Vernichtung des außerirdischen Lebens zeigt den Hang zum Völkermord. Im Zusammenhang mit seiner Angst, so zu werden wie sein Bruder, lehnt Ender am Ende eine solche Lösung selber ab.

Das Militär:
Kampf- und Kommandoschule unterrichten einerseits durch Drill, andererseits zeigen auch Graff und Anderson, dass sie sich mit den Eigenschaften der anvertrauten Kindersoldaten intensiv beschäftigen und diese keinesfalls als Kanonenfutter sehen. Major Anderson geht dabei weiter als Graff, der seinen Vorgesetzten, die erst am Ende als solche sichtbar werden, berichten muss. Andererseits ist es seltsam, dass sie Jungs als Kommandeure einsetzen, die augenscheinlich und eindeutig nicht als solche geeignet sind. Es steht wohl die ziemlich verzweifelte Suche nach dem EINEN Flottenkommandeur dahinter, auf den man hofft. Die im Buch gezeigten Widersprüche scheinen diesbezüglich unlösbar. Warum eigentlich schult man Kinder?

Die Lösung, die Ender am Ende seiner Abschlussprüfung auf der Kommandoschule zeigt, erinnert ein wenig an den Kobayashi-Maru-Test aus dem zweiten Star Trek Film DER ZORN DES KHAN: Nun unter großen Opfern oder Selbstvernichtung ist der Sieg möglich.


Computerspiele:
Im Jahr 1977, als die Geschichte als Kurzgeschichte erstmals veröffentlicht wurde, aber auch im Jahr 1985, als der Roman erschien, waren Computerspiele in der Regel zweidimensionale „Spielereien“. Zumindest für die „allgemeinen“ Computerspieler, die sich ein solches Gerät schon mal leisten konnten. Die beschriebenen äußerst komplexen Spiele und Simulationen dürften eine Spannung aufgebaut haben, die wahrhaftig fantastisch wirkte.

Heute sind viele solcher Dinge bereits vorhanden. Die Komplexität scheint noch nicht erreicht zu sein, doch viele Schritte fehlen wohl nicht. Das Psychospiel, welches Ender immer wieder versucht, zeigt in den fortgeschrittenen Levels plötzlich „Eigenleben“, die Psyche des Spielers wird unmittelbar vom „Spiel“ verwendet.

Warum Kindersoldaten? Der Autor spielt wohl, und das ist für die Entstehungszeit des Romans bemerkenswert, auf deren Leistungsfähigkeit an, die es ermöglicht, spielerisch komplexe Situationen zu erfassen und Lösungen zu finden. Heute wäre es wohl eher denkbar, aus den besten „Spielerkindern“ einige herauszufinden, deren Leistungsfähigkeit für die Lösung solch komplexer Situationen gegeben ist. Ob dies Erwachsenen gleichwohl möglich wäre?


Der Film:
Harrison Ford spielt den Oberst Graff, Ben Kingsley den Mazer Rackham und Viola Davis Major Anderson. Anders als im Buch spielt die Handlung nicht während mehrerer Jahre, sondern nur in Monaten oder Wochen. Dadurch wird die Ausbildung und Entwicklung des Ender Wiggins allerdings ziemlich unglaubwürdig. Die gesellschaftlichen Gegebenheiten auf der Erde wurden ausgeblendet, alles konzentriert sich auf den Kampf gegen die Außerirdischen. Die Rollen von Peter und Valentine wurden auf die Geschwisterrolle reduziert. Dass die Krabbler nun Formics heißen, spielt keine Rolle.

Die Erläuterung des Produzenten, Card selbst, hilft da weiter. Die Konzentration erfolgte noch stärker auf Ender. Dem Film dürfte so besser zu folgen sein, bekannter Weise sollte man ja eh nicht annehmen, dass solch komplexe Romane gleichermaßen verfilmt werden könnten.

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Trailer YouTube


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Buch wie Film waren einerseits durchaus lesenswert wie spannungsreich anzuschauen. Das Buch mit seinen Hintergründen und Nebengeschichten natürlich noch mehr. Die Botschaft allerdings erachte ich als ziemlich fragwürdig. Das betrifft natürlich zuerst das Thema Kindersoldaten, denen eingetrichtert wird, dass sie die militärischen Retter der Menschheit werden sollen. Dem Ziel, der Vernichtung der Menschheit zu entgehen, wird sehr viel untergeordnet. Da lässt man schon mal ungeeignete Jungs in Führungspositionen um herauszufinden, wie diese auf andere wirken. Dass dies nicht öfter in Mord und Totschlag (nur einmal) endet, wirkt ebenfalls unglaubwürdig. Welche Gegensätze auf der Erde wirken, ein Krieg zwischen den Pakten wird nach der Abwehr der möglichen Krabbler-Invasion als sehr wahrscheinlich angesehen, wird kaum erklärt.



Während die Fähigkeit von Kindern, unkonventionelle Lösungen für Videospiel zu finden noch verständlich erscheint, so ist die Manipulation, welche die Kinder Peter als Kolumnist LOCKE und Valentine als DEMOSTHENES erreichen, trotz ihres brillanten Verstandes nicht nachzuvollziehen. Denn dies ist kein Spiel.

Die Kritiken reichen von Ablehnung wegen Verherrlichung des Kriegsspieles der Kindersoldaten und kritiklose Nichtbeantwortung moralischer Fragen bis zur Attestierung eines gewissen Unterhaltungswertes. Der Roman selbst wirkt wesentlich gesellschaftskritischer als der Film, bei dem das Kriegsspiel bei weitem überwiegt.

SPRECHER DER TOTEN und ENDERS SCHATTEN könnte man daher vielleicht für Fans empfehlen.


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Ausgabe 1986

Der 1951 geborene US-amerikanische Schriftsteller Orson Scott Card schreibt wohl hauptsächlich Science Fiction und wurde mit DAS Große spiel bekannt. Der Roman erhielt mehrere Auszeichnungen, ebenso wie der Nachfolger SPRECHER FÜR DIE TOTEN. Laut Wikipedia wird er eher als rechts-konservativ eingeschätzt, was Buch und Film aus meiner Sicht eher bestätigen.

DNB / Heyne Verlag / München 2012 / ISBN: 978-3-453-31420-7 / 465 Seiten

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