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Sonntag, 9. März 2025

Christie, Agatha: Der unheimliche Weg (Hörbuch)

 

Mehrere Wissenschaftler verschwinden unter mysteriösen Umständen. Da bittet die Polizei Hilary Craven um Hilfe, denn sie sieht einer der Ehefrauen der verschollenen Männer zum Verwechseln ähnlich. Doch damit gerät sie selbst in große Gefahr... (Verlagsbeschreibung)

DNB / der hörverlag (Antiquariat)  / 2009 / ISBN: 978-3-8445-0528-3  / 238 Minuten

 

Kurzmeinung: Ganz ohne Miss Marple und Hercule Poirot - ein utopisch anmutender Agententhriller, der mit klischeehaften Feindbildern arbeitet...





Freitag, 1. März 2024

De Saint-Exupéry, Antoine: Der kleine Prinz (Hörbuch)

 

Das moderne Märchen von der Begegnung des in der Wüste abgestürzten Piloten mit dem kleinen Prinzen, der von einem Asteroiden kommt - ein zeitloses Meisterwerk und ein Plädoyer für Menschlichkeit und Freundschaft. Als Lesung mit Musik von August Zirner eine unverzichtbare Ausgabe des Weltklassikers. Das zeitlose Meisterwerk in einer zauberhaften Neuübersetzung. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Oetinger Media / 2015 / ISBN 978-3-8373-6473-6 / 106 Minuten







Manchmal darf es auch ein Klassiker sein - und die Geschichte vom kleinen Prinzen mag ich einfach gern. In der Hörbuchversion kannte ich sie bisher noch nicht, und zum Glück geriet ich an diese Fassung, denn sie punktet einfach auch mit der sehr schönen Erzählstimme von August Zirner. Mehr dazu könnt Ihr hier lesen:


Mittwoch, 1. November 2023

Roth, Joseph: Die Legende vom heiligen Trinker

Paris, 1934: Durch eigenes Verschulden ist Andreas Kartak auf der Straße gelandet und schläft von nun an unter den Brücken der Seine. Als ihm eines Tages ein Fremder 200 Franc leiht, verpflichtet sich Andreas – ein Mann von Ehre –, diesen Betrag wieder zurückzugeben. Doch anstatt seinem Vorsatz nachzukommen, vertrinkt er das Geld. Getrieben von schlechtem Gewissen verdient er es durch ehrliche Arbeit erneut, aber auch dieses Mal vertrinkt er das Geld erneut. Doch Andreas scheint das Glück gepachtet zu haben, denn die Wunder häufen sich – aber wie lange kann das Glück wirklich anhalten? (Verlagsbeschreibung)
 
 

DNB / Penguin Verlag/ 2023 / ISBN 978-3-328-11074-3 / 112 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Joseph Roth war mir bislang nur theoretisch ein Begriff. Natürlich habe ich von seinen Titeln "Hiob" und "Radetzkymarsch" schon gehört - aber noch nichts davon gelesen. Um erst einmal einen Eindruck von seinem Schreibstil zu gewinnen, erschien mir diese Erzählung (Roths letztes Werk) geeignet. Und so nahm ich an einer Leserunde bei Whatchareadin teil, wo wir das Büchlein gemeinsam gelesen und ein wenig darüber diskutiert haben. Ob ich nun geneigt bin, nach den anderen bekannten Werken von Joseph Roth Ausschau zu halten? Lest selbst:

Dienstag, 9. Mai 2023

Kästner, Erich: Über das Verbrennen...

Heute jährt sich zum 90. Mal der Tag, an dem die Nationalsozialisten auf dem Berliner Opernplatz die Werke von Heine, Feuchtwanger, Kästner, Tucholsky und vielen anderen in die Flammen warfen. Darum poste ich diesen Beitrag heute erneut. 

Außerdem möchte ich damit an die Bücherverbrennung in Dresden erinnern. 

* * *


Sicherlich habe ich lange nicht genug von einem Schriftsteller gelesen, den viele Leute von Kindesbeinen an kennen. Vor allem durch eine auffallende Gestaltung der Kinderbücher. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Material geändert aber nicht die Gestaltung.


Der ATRIUM – Verlag Zürich hält die Rechte an den Büchern des Dresdners Erich Kästner (1999 in Dresden – 1974 in München).



Auf dem Bild hält der „kleine Dienstag“ die vielleicht bekannteste deutsche Kindergeschichte in den Händen: EMIL UND DIE DETEKTIVE. Das Szenenfoto stammt aus einem Film aus dem Jahr 2016, welcher ERICH KÄSTNER UND DER KLEINE DIENSTAG heißt.


Den sah ich vor einigen Tagen und dachte daran, dass da noch ein Büchlein liegt, über dessen Thema zu schreiben zu Litterae-Artesque passt.


Montag, 20. März 2023

Blixen, Tania: Babettes Gastmahl

Die Französin Babette hat es ins nordnorwegische Dörfchen Berlevaag verschlagen, wo sie ihren Dienst im Haushalt der Pfarrerstöchter Philippa und Martine tut und tagsaus, tagein Brotsuppe und Stockfisch zubereitet. Denn ihre Herrinnen ahnen nicht, welches Talent in ihr schlummert: Menschen mit ihren Kochkünsten glücklich zu machen. Babette war ehemals die gefeierte Meisterköchin eines Gourmettempels, des Pariser «Café Anglais». Doch für Schwelgereien und sublime Genüsse hat im hohen pietistischen Norden niemand einen Sinn. Bis Babette eines Tages in der Lotterie gewinnt und die Gemeinde zu einem echt französischen Festmahl lädt. Endlich kann sie beweisen, dass Gaumenfreuden Wunder wirken – und das selbst bei überzeugten Asketen und Kostverächtern. Jenseits der realistischen Lesart offenbart Blixens Erzählung eine parabelhafte Botschaft: die der Erhöhung des Menschen durch die Kunst. (Klappentext)
 
DNB / Manesse  / 2022 / ISBN: 978-3717560012 / 120 Seiten
 






Kurzmeinung:

 
Eine parabelhafte Erzählung als Klassiker der Weltliteratur - atmosphärisch gelungen zwischen Strenggläubigkeit, Genuss und Kunst...

Dienstag, 28. Februar 2023

Hamsun, Knut: Hunger

Ein junger Mann irrt durch eine Stadt, ohne Ziel und Daseinszweck, körperlich ausgezehrt, doch «vom fröhlichen Wahnsinn des Hungers gepackt». Das ist es, was ihn aufrecht hält: ein irrlichternder Geist, ein seismografisches Empfinden, eine fantastische Erfindungs- und Einbildungskraft. Den Kapriolen seiner halluzinatorischen Zustände verdankt der weltberühmte Roman jene ungeheure Komik, die schon Astrid Lindgren begeisterte. Nicht, was in ihm geschildert wird – nämlich die manischen Ausgeburten von «Hirnfieber» bei Nahrungsentzug –, sondern, wie diese existenzielle Grenzerfahrung gestaltet ist, macht ihn zu einem Meilenstein der literarischen Moderne. Der desolaten Verfassung des Ich-Erzählers entspricht ein fiebriger Sprachduktus, der Scham und Größenwahn, Verzweiflung und Überspanntheit nicht nur behauptet, sondern erstmals eine eigene radikale Erzählweise dafür findet. Über weite Strecken im inneren Monolog gehalten, entwickelt Hamsun hier Stilmittel, die Jahrzehnte später Marcel Proust, James Joyce oder Virginia Woolf aufgreifen werden. Nie zuvor oder danach sind Entbehrung und Hunger – der nach Brot wie der nach Anerkennung und Liebe – mit so ergreifender Tragikomik wiedergegeben worden wie im Hauptwerk des späteren Nobelpreisträgers.  (Klappentext)

DNB / Manesse / 2023 / ISBN: 978-3717525608 / 256 Seiten




 Kurzmeinung:

 
Das Wort "Klassiker" sagt nichts darüber aus, dass einem jedes Werk gefallen muss, das unter diesen Begriff fällt. Einfach nur anstrengend!
 

Montag, 28. November 2022

Schoß, Gunter: Theodor Fontane - Ein Lebensbild...

 ... in Anekdoten

Theodor Fontane: Was fällt einem dazu ein? Zuerst einmal wohl, oder oft, EFFI BRIEST. Gehasst und geliebt und in meiner Erinnerung im Fach Deutsch (Abitur), das langweiligste, das ich lesen musste. Dabei hab ich das gar nicht richtig gelesen und habe doch ein SEHR GUT erhalten, weil ich in einer gespielten Gerichtsverhandlung nach Effis Tod den Baron von Innstetten verteidigte. Die Deutschlehrerin mimte die verstorbene Effi und der Rest der Klasse teilte sich Staatsanwaltschaft und Gericht.

Das geschah im (Schul)Jahre 1983/84 und mitten im real existierenden Sozialismus; den bürgerlichen Misthund zu verteidigen gegen diese Horde losgelassener Möchtegernbeamter, machte schon Spaß. Wobei mir das Thema Sozialismus dabei gar nicht so sehr durch den Kopf ging.

Warum ich das erzähle? Das vorliegende Büchlein, welches ich auf der BuchBerlin 2022 erstand, wurde vom bekannten Schauspieler Gunter Schoß zusammengestellt und im Eulenspiegel-Verlag herausgegeben. Die einen kennen ihn als Grafen Sulkowski in SACHSENS GLANZ & PREUSSENS GLORIA, die anderen aus Filmen mit Stoffen von Wolfgang Schreyer oder aus DAS UNSICHTBARE VISIER, wieder andere als Moderator der Reihe GESCHICHTE MITTELDEUTSCHLANDS im MDR.

Schoß schreibt zum Geleit, dass „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ ihm zuerst erinnerlich ist, ich kannte den damals allerdings nicht, dann natürlich John Maynard:

„Die Schwalbe fliegt über den Erie-See,
Gischt schäumt vom Bug wie Flocken von Schnee,
von Detroit fliegt sie nach Buffalo,
die Herzen aber sind frei und froh,“

Und John Maynard ist der Steuermann und retten das Schiff an das Ufer...

Das haben wir in der Schule auswendig gelernt.


Und dann eben Effi Briest. „An meinen damaligen Leseeindruck habe ich kaum eine Erinnerung, wohl aber an die Fragen zu Konzeption der Figuren und klassentypischen Verhalten des Barons von Innstetten. Wie es so ist: Man meint den Esel und schlägt den Sack. Fontane blieb bei mir erst mal im Regal.“ (Seite 5)

 

Hätte von mir sein können, der Schauspieler allerdings näherte sich von Berufswegen schneller wieder an den „späten“ Dichter an. In Folge dessen sammelte Schoß die hier gedruckten Geschichten.


„Die am biografischen Faden aufgereiten Anekdoten speisen sich aus Lesefrüchten, zuallererst aus Fontanes Briefen, Tagebüchern und Lebenszeugnissen, sie greifen auf Erinnerungen seiner Zeitgenossen zurück und bedienen sich der Fakten, die seine fleißigen Biografen herausgefunden haben.“ (Seite 7)

 

Freitag, 27. Mai 2022

Günther, Ralf: Goethe in Karlsbad oder

 die vierfache Werther-Rezeption 

Da muss erst der olle Goethe nach Karlsbad reisen, damit ich mich mit einem alten Thema beschäftigen, welches ich bisher nicht richtig zu Ende führte. Ob die Lektüre der Erzählung von Ralf Günther nun wirklich dazu führt, dass ich einen Briefroman aus dem Jahre 1774 zur Hand nehme und vollständig lese, ist etwas fraglich. Jedoch kleben aus verschiedenen Gründen inzwischen Klebezettel in der Ausgabe des Hamburger Leseheft Verlages. Dazu gibt es eine Menge zu erzählen.

Wieder einmal entführt uns Ralf Günther in vergangenen Jahrhunderte. Mit DER LEIBARZT machte er uns mit Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich in Dresden bekannt, Mit ALS BACH NACH DRESDEN KAM lasen wir über ein spannendes Musikerduell, in DIE BADENDE VON MORUTZBURG lernten wir Ludwig Kirchner und Die Brücke kennen. Und nach Robert Koch in ARZT DER HOFFNUNG reisen wir nun nach Karlsbad mit keinem geringeren als seiner Excellenz Johann Wolfgang von Goethe.


Die Erzählung. Der entflieht mal wieder seinem eigenen Haus Am Frauenplan in Weimar, wo seine Frau ziemlich krank darnieder liegt. Goethe will vor allem Eines: Schreiben. Auf einem Spaziergang allerdings rettet er ein junges Paar vor dem nicht ganz so freiwilligen Freitod und wird damit an seine Jugend erinnert. Als Henri Libeau erkennt, wer ihn da vom Schuss auf seine geliebte Amalie abgehalten hat, erklärt er, dass doch Seine Exzellenz selbst Vorbild gäbe für diese Tat. Doch Goethe entgegnet ihm, dass der Werther damals literarisch starb, damit er, Johann Goethe selbst leben konnte. Dass nach dem Erscheinen des Briefromans DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHERS so viele junge unglücklich Liebende den Freitod wählten, das konnte der junge Goethe 1774 nicht voraus sehen.

Montag, 25. April 2022

Austen, Jane: Überredung (Hörspiel)

Finden sie wieder zueinander? Als Anne Elliot und Frederick Wentworth noch jung waren, konnten sie nicht heiraten, doch nach einigen Jahren hat sich vieles geändert. Aber wollen die beiden jetzt überhaupt noch? Der Hörer wird entführt in die Welt des englischen Landadels zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Geschäfte und Geldprobleme, Landpartien und Langeweile, Höflichkeitsbesuche und natürlich: Liebesverwicklungen. (Klappentext)
 
 
 
 
 
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎  der Hörverlag; New Edition (26. Juli 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung  : Ursula und Christian Grawe
  • Regie  :  Christine Nagel
  • Komponist  : Peter Ehwald
  • Sprecher:innen  : Sascha Maria Icks, Mala Emde, Mirco Kreibich, Pippa Galli, Jenny Schily, Andreas Grothgar, Wolfram Koch, Wanja Mues, Anna Böger
  • Ausgabe  :  Hörspiel, 2 CDs, 1 Stunde und 49 Minuten
  • ISBN-10  : 3844538305
  • ISBN-13  :  978-3844538304
  • Originaltitel ‏ : ‎ Persuasion (rechtefrei)
 
 
 
 
 
Zugegeben, ich höre kaum noch Hörbücher oder Hörspiele von CDs als Datenträgern - mein Autoradio hat keinen Einschub mehr dafür, zu Hause gibt es nur noch eine Minianlage, auf der ich CDs abspielen kann. Aber es geht noch. Als ich vor einiger Zeit im Bloggerportal stöberte, stieß ich jedoch auf diese wunderschöne Ausgabe eines Jane Austen Romans - und war geflashed. Da das Hörspiel auch keine lange Laufzeit hat, fiel die Entscheidung rasch. Das wollte ich sehr gerne hören! Herzlichen Dank deshalb an das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars! Wie es mir damit erging, könnt Ihr jetzt hier nachlesen:

Donnerstag, 24. Februar 2022

Wells, H.G.: Der Unsichtbare

Unsichtbarkeit, das ist die Faust, die man nicht kommen sieht – Macht über andere. H.G. Wells' berühmter Roman läßt diesen Menschheitstraum zur grauenvollen Realität werden. Entsetzen springt den Leser an: Hinter dem grotesk bandagierten Gesicht und der dunklen Brille des unheimlichen Fremden, der da im Gasthof eines englischen Dorfes absteigt, verbirgt sich ein schwarzes Nichts. Selbst sehen, ohne gesehen zu werden, das bedeutet Macht über andere. Der Chemiker Griffin hat diesen Menschheitstraum verwirklicht. Doch alles hat seinen Preis: Gnadenlose Einsamkeit und hemmungslose Destruktivität sind die Folge. Die Angst geht um. Wells' phantastisch-utopischer Roman von 1897 ist ein Klassiker. Reich an Gruseleffekten und packend erzählt... (Klappentext)
 
 
 
 
 
 
 
  • ASIN ‏ : B078C4RZ28
  • Herausgeber ‏ : Books on Demand; 1. Edition (28. November 2017)
  • Sprache ‏ : Deutsch
  • Dateigröße ‏ : 364 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : 176 Seiten
  • Originaltitel  : "The Invisible Man" 
 
 
 
 
Vor sechs (!) Jahren bereits stellte ich hier im Blog das Hörspiel zu "The War of the Worlds" vor, das den Original-Rundfunkabend von 1938 präsentierte, der dazu führte, dass der damals 23jährige Sprecher Orson Welles eine ganze Nation in Panik versetzte, so echt war die Inszenierung gestaltet, die auf der Romanvorlage von H. G. Wells beruhte. "Der Unsichtbare" ist nun mein zweites gelesenes Buch des englischen Schriftstellers, der als Pionier des Science Fiction Genres gilt. Ob der Roman, der nunmehr vor 125 Jahren das erste Mal veröffentlicht wurde, heute noch aktuell ist? Lest selbst:

Montag, 3. Januar 2022

Wolf, Roman: die Nibelungen


Die Nibelungen. Uralter Stoff. Um was geht´s? Sigfried von Xanten, Fürstensohn, begibt sich auf Abenteuersuche. Er findet eine Drachenhöhle, tötet den Lindwurm, badet in seinem Blut, welches ihn unverwundbar gemacht hätte, wäre da nicht ein Lindenblatt auf die Schulter gefallen. Der Drache Fafnir besaß einen Schatz, den Nibelungenhort. Daraufhin, oder vorher, kommt der Held zu Alberich, dem Schmied, der ist ein Zwerg. Verzeihung, der ist kleinwüchsig. Bei dem lernt er ein Schwert zu schmieden, das nennt er Balmung. Außerdem hat Alberich eine Tarnkappe für Siegfried. Sodann besucht er eine einsame Insel, auf der herrscht Brünhild, eine bärenstarke, kämpferische Walküre. Beide verlieben sich ineinander. Siegfried zieht weiter und unterstützt die Burgunder gegen Sachsen und Dänen, heiratet Kriemhild, die Schwester von König Gunter, Gernot und Giselher, Tochter von Gudrun oder Ute, die einen Liebestrank mischte. Gunter will Brünhilde freien, dazu benötigt er aber Siegfried, der mit der Tarnkappe unterstützt. Das geht zuerst gut und dann nicht. Die Burgunder verfügen über einen Halbbruder oder Vetter namens Hagen von Tronje, der erfährt von Kriemhild die Lindenblattstelle und ermordet den strahlenden Helden. Kriemhild heiratet alsdann Attila oder Etzel. Sie lädt die Burgunder an dessen Hof und in einem riesigen Showdown gehen alle in einer Schlacht darauf. Der Nibelungenhort allerdings liegt im Rhein, den hat der Tronjer vor der Abreise ins Hunnenland versenkt.


Soweit die Geschichte, die schon x-fach in unterschiedlichen Formen erzählt wurde. Nun hat Roman Wolf das ebenfalls getan und ich hätte wohl nie zum Hörbuch gegriffen, wenn nicht Reinhard Kuhnert gelesen hätte, der, welcher Game of Thrones eingelesen hat, dieses Riesenwerk. Kuhnert hat auch Bücher von Ulf Schiewe und Mac P. Lorne gelesen. Er liest solche Werke, in denen das Blut in Strömen fließt, hervorragend. Das ist keinesfalls ironisch oder ablehnend gemeint, im Gegenteil.

Sonntag, 12. Dezember 2021

Shakespeare, William / Kindermann, Barbara: Macbeth für junge Leser

Eine klassische Bibliothek für Kinder fand ich kürzlich auf der diesmal kleinen Buchmesse  im November 2021. Der Kindermann-Verlag hatte auch diverse Shakespeare-Nacherzählungen im Programm. Über Goethe für Kinder habe ich bereits berichtet, nun also Shakespeare. Es waren so einige Werke zu finden: Romeo und Julia, Viel Lärm um nichts, Der Kaufmann von Venedig, Ein Sommernachtstraum – mitgenommen habe ich Macbeth. 

Zu Macbeth ist noch einiges zu sagen, denn da gab es doch dieses Macbeth–Projekt. Macbeth ist ein Heerführer des Königs Duncan. Letzterer erfährt, dass der Fürst (Tain) von Cawdor zum Verääter wurde und übergibt die Herrschaft über dessen Ländereien an den Fürst von Glamis – Macbeth. Der, auf dem Heimweg von der Schlacht, erfährt davon von drei Hexen, die ihm außerdem weissagen, das er König werden würde.

"Wann kommen wir drei uns wieder entgegen / im Blitz und Donner, oder im Regen?

Wenn der Wirrwarr stille schweigt, / wer der Sieger ist, sich zeigt.

Heil dir Macbeth, dir, künftigen König. Heil!"


Vom Ehrgeiz zerfressen und vom ebenso großen Ehrgeiz seiner Lady Macbeth getrieben, ermordet er den König. Dessen Söhne gehen ins Exil, kehren aber nach Jahren wieder zurück mit einem riesigen Heer. Sein ehemaliger Kampfgefährte Macduff wird ihn besiegen. Geweissagt wurde dem Usurpator des Thrones, er könne nicht von einem Mann, der von einer Frau geboren wurden, getötet werden. Doch Macduff kam per Kaiserschnitt zur Welt...

Macbeth für Kinder, nacherzählt von Barbara Kindermann, der Verlagsgründerin. Die Erzählerin bleibt dabei ganz dicht an der Vorlage, für die William Shakespeare den Stoff in Holinsheds „Chronicles“ (1587) fand. Historische Ereignisse aus den 11. Jahrhundert in Schottland sollen dem Stoff zugrunde liegen.


Donnerstag, 2. Dezember 2021

Flaubert, Gustave: Bibliomanie

Der Buchhändler und Antiquar Giacomo lebt zurückgezogen in einer stillen Gasse in Barcelona. Seine Liebe gilt allein den Büchern. Er berauscht sich am Geruch ihres Papiers, dem Einband, der Vergoldung der Lettern und der Druckerschwärze. Sein Traum: der Aufbau einer eigenen Bibliothek. Bei dem Erwerb bibliophiler Schätze steht ihm allerdings sein Rivale Baptisto im Weg, der Buchhändler vom Königsplatz. Allmählich steigert sich Giacomos Leidenschaft zum verbrecherischen Wahn...
(Klappentext)
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Insel Verlag; 1. Edition (7. März 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung : Erwin Rieger 
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 68 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458205292
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458205296
 
 
 
 
 
Uwe alias

Donnerstag, 25. November 2021

Goethe für Kinder

 












"Hat der alte Hexenmeister / sich doch einmal weg begeben!

Und nun sollen seine Geister / auch nach meinem Willen leben;

seine Wort´ und Werke merkt´ ich / und den Brauch,

und mit Geistesstärke / tu´ ich Wunder auch.

Walle, walle / manche Strecke,

dass zum Zwecke / Wasser fließe..."


Ich weiß nicht, ab welchem Alter vermutlich die Aussage überwiegen könnte, dass dieses Gedicht, mit ein gewisser Johann Wolfgang v. Goethe im "Balladenjahr" 1797 auf einen Text des griechischen Dichters Lukian, übersetzt von Wieland, zurück griff, unbekannt sei. Eine zweite Frage könnte lauten, ab wann es nicht mehr auswendig gelernt werden musste. Hab gleich mal einen Familienrückruf gestartet, der ergab, dass das Gedicht duch auch bei der jüngsten Generation noch bekannt ist. Welch Lichtblick. 

Dienstag, 13. Juli 2021

Tolstoi, Leo: Die Kreutzersonate

Auf einer nächtlichen Bahnreise durch das winterliche Russland entspinnt sich zwischen wechselnden Fahrgästen ein Gespräch über Liebe, Ehe, Moral und Gesellschaft. Gegen Ende erzählt der ehemalige Gutsbesitzer Posdnyschew einem Mitreisenden vom tragischen Verlauf seiner Ehe und legt ein erschütterndes Geständnis ab: Zunehmend enttäuscht und von unbegründeter Eifersucht zerfressen hat er seiner Frau das Leben genommen. Meisterhaft setzt Leo Tolstoi die authentische Geschichte in Literatur um und entfaltet subtil das innere Drama seiner Figuren. Zugleich ist dieses bedeutende Alterswerk Ausdruck der eigenen sozialkritischen und moralischen Positionen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Anaconda Verlag (7. August 2012)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung : Raphael Löwenfeld  
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 144 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 9783866478671
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3866478671
 
 
 
 
Manche Projekte dauern etwas länger - und entwickeln sich eher zufällig. Nachdem ich vor etwa vier Jahren "Kreutzersonate" von Margriet de Moor gelesen habe, stieß ich bei Recherchen auf den gleichnamigen Titel von Tolstoi und wurde neugierig. Nicht neugierig genug, um die Novelle aus dem 19. Jahrhundert gleich nach dem zeitgenössischen Roman der niederländischen Autorin zu lesen, aber das Vorhaben blieb im Gedächtnis haften. Und nun wurde es umgesetzt. Zu meinem Erstaunen ist das Projekt damit aber keinesfalls beendet. Ein Roman wenigstens wird sich wohl noch anschließen...


Sonntag, 6. Juni 2021

Apuleius, Lucius: Amor und Psyche (Hörbuch)

Als die Göttin Venus von der überirdischen Schönheit der Königstochter Psyche erfährt, schickt sie ihren Sohn Amor auf die Erde. Er soll die unliebsame Konkurrentin mit einem schrecklichen Dämon verheiraten. Doch auch Amor erliegt Psyches Schönheit und statt die Wünsche seiner Mutter zu erfüllen, lässt er die Geliebte heimlich in ein abgelegenes Schloss bringen. Dort besucht er sie Nacht für Nacht - bis Venus den Betrug ihres Sohnes entdeckt und die Liebe der beiden auf eine harte Probe stellt.  
 
 
 
 
 
 
 
  • Herausgeber : Der Audio Verlag (10. März 2017)
  • Sprache : Deutsch
  • Übersetzung : August Rode
  • Sprecherin : Helene Grass 
  • ISBN-10 : 3742400150
  • ISBN-13 : 978-3742400154
  • ungekürzte Ausgabe : 1 Stunde und 48 Minuten





Auf dieses mir vollkommen unbekannte Hörbuch stieß ich, als ich durch das Programm von NDR-Kultur stöberte. Den sog. Klassikern widme ich mich eher selten - zumal wenn ich wie hier noch nie zuvor etwas davon gehört habe. Doch da die Dauer der Lesung nicht sehr umfangreich war, beschloss ich, hier einen Versuch zu wagen. Und so entdeckte ich ein antikes Märchen aus dem 2. Jhd. nach Christus, bei dem sich etliche Elemente finden, die in späteren Märchen aufgegriffen wurden. Angenehm zu hören war es außerdem...

Sonntag, 3. Januar 2021

Storm, Theodor: Pole Poppenspäler

 „Neben unserer Haustür stand damals eine kleine weiße Bank mit grünen Stäben in den Rücken- und Seitenlehnen, von der man nach der einen Seite die lange Straße hinab bis an die Kirch, nach der anderen Seite hinaus bis in die Felder sehen konnte. An Sommerabenden saßen meine Eltern hier, der Ruhe nach der Arbeit pflegend; in den Stunden vorher aber pflegte ich sie in Beschlag zu nehmen und hier in der freien Luft unter erquickendem Ausblick nach Ost und West meine Schularbeit anzufertigen.

So saß ich auch eines Nachmittags – ich weiß noch gar wohl, es war im September, eben nach unserem Michaelis-Jahrmarkte – und schrieb für den Rechenmeister meine Algebra-Exempel auf die Tafel, als ich unten von der Straße ein seltsames Gefährt heraufkommen sage. Es war ein zweirädriger Karren, der von einem kleinen grauen Pferde gezogen wurde. Zwischen zwei ziemlich hohen Kisten, mit denen er beladen war, saß eine große blonde Frau mit steifen hölzernen Gesichtszügen und ein etwa neunjähriges Mädchen, dass sein schwarzhaariges Köpfchen lebhaft von einer Seite nach der anderen drehte; nebenher ging, den Zügel in der Hand, ein kleiner, lustig blickender Mann, dem unter seiner grünen Schirmmütze die kurzen schwarzen Haare wie Spieße vom Kopf abstanden.“


Wer das erzählt, ist der Kunstdrechsler und Mechanikus Paul Pauslen, er erzählt das seinem Lehrjungen, welcher ihn nach seinem Spitznamen gefragt hatte: Erst wird Paulsen wütend, denn „Pole Poppenspäler“ sei ein Schimpfname, der, damit wird Paulsen wieder ruhiger, allerdings §das Beste ausdrücke, was ihm im Leben gegeben wurden sei". Dann erzählt er die Geschichte seiner Kindheit, die von der Puppenspielerfamilie Tendler, und deren Tochter, dem Puppenspieler-Lisei.

Freitag, 21. August 2020

Grillparzer, Franz: Der arme Spielmann (Hörspiel)

Franz Grillparzers Erzählung (die er nicht als Novelle bezeichnet wissen wollte) wurde 1831 begonnen, aber erst 1848, kurz vor Beginn der Revolution, wieder aufgegriffen und abgeschlossen. Auf das Thema "Revolution" wird bildlich Bezug genommen, wie überhaupt der Realismus Grillparzers durch mythologische Anspielungen mit Bedeutung aufgeladen wird. So wird der soziale Abstieg des "armen Spielmanns", also eines Bettelmusikanten, durch die Verklärung der Musik zum Plädoyer für eine Ästhetisierung des Lebens.

  • Spieldauer: 1 Stunde und 58 Minuten
  • Format: Hörbuch-Download
  • Version: Gekürzte Ausgabe
  • Verlag: Lübbe Audio
  • Sprecher: Schauspieler des Wiener Burgtheaters
  • Audible.de Erscheinungsdatum: 20. Januar 2009
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785737548
  • ASIN: B002TVOACC


 
Ab und an darf es ein Klassiker sein - und von Franz Grillparzer hatte ich bis dato noch kein Werk in den Händen gehabt. Ob mir der Ausflug in das 19. Jarhhundert gefallen hat, könnt ihr hier lesen:

Sonntag, 19. Juli 2020

Melville, Herman: Moby Dick

Das Werk "Moby-Dick; oder: Der Wal" (englisch "Moby-Dick; or, The Whale") ist ein 1851 in London und New York erschienener Roman von Herman Melville. Das erzählerische Rückgrat des Romans ist die schicksalhafte Fahrt des Walfangschiffes "Pequod", dessen Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal Moby Dick jagt, der ihm ein Bein abgerissen hat.

Entlang dieses erzählerischen Fadens, der knapp die Hälfte des Romans ausmacht, reiht Melville zahlreiche philosophische, wissenschaftliche, kunstgeschichtliche und mythologische Exkurse, zu denen noch viele subjektive, mal lyrische, mal auch ironische Betrachtungen des Autors kommen. In diesem Rahmen wird auch die Welt des Walfangs im 18. und 19. Jahrhundert detailreich dargestellt. 

(Quelle: Amazon.de)



Klassiker... Lohnt es sich heute noch, diese zu lesen? Sind sie nicht einfach nur antiquiert und längst überholt? Ich finde dies immer schwer zu sagen, so im Vorfeld, bevor ich mich zur Lektüre entscheide. Wie es mir mit diesem Werk erging, könnt Ihr hier lesen:


Sonntag, 12. Juli 2020

Publius Vergilius Maro - genannt Vergil: Aeneis

Klar habe ich von denen gehört und gelesen. Von diesem Aeneas, der, seinen greisen Vater auf der Schulter aus dem brennenden Troja flieht. Das Lexikon erzählt, dass er der Vorfahre der Zwillingen Remus und Romulus sei, den Gründern Roms.

Da fällt mir ein Hörspiel auf: Drei Stunden und einundzwanzig Minuten brauchen Joachim Nottke, Gisela Uhlen und andere für dieses Epos. Es dauert nicht lange, und das Gefühl eines Plagiats kommt auf. Keine Ahnung, ob dieser Begriff zu Lebzeiten Vergils, wie der römische Dichter und Epiker zumeist genannt wird und der von 70 bis 19 v.Chr. lebte, schon bekannt war. Eher nicht, denn Wikipedia erklärt, dass der Begriff erst ein Jahrhundert später auftrat, so dass er sich nicht strafbar gemacht hat.