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Montag, 7. November 2022

Langgässer, Elisabeth: Proserpina - Eine Kindheitsmythe

  „Denn das Haus stand an der Römerstraße, und der uralte Boden teilte noch immer die Geschenke der Vorzeit aus, wenn der Landmann mit dem Pfluge darüber ging, und weckte der Erinnerungen viele. Man stieß den Spaten in den Schlaf der Legionäre und hob Schild und Harnisch, aber auch die Mischgefäße der Freude, Schale und Becher...“ (Seite 13)

In diesem Haus lebt ein Kind, ein Mädchen, dessen Geschichte im Verlaufe eines Jahres erzählt wird, von Frühling zu Frühling. Doch ist das Kind, welches auf späteren Seiten dann Proserpina genannt wird, nicht einfach ein Mädchen, denn mit ihm wird eine mythologische Geschichte erzählt. Proserpina (römisch) oder Persephone (griechisch), Tochter von Zeus (Jupiter) und Demeter (Ceres), lebte als Kind „in einem blühenden, in seiner unermesslichen Fruchtbarkeit auch unheimlichen Garten, ganz nah einer eigenen und in ihrer Umgebung drohenden Todesahnung.“ (Seite 6)

Diesen Garten blättert Elisabeth Ganggässer vor den Lesern auf und erzählt eine duale Geschichte: kindlich und erwachsen, Leben und Tod, Licht und Dunkelheit, Wachsen und Vergehen, Wachen und Träumen, eine Geschichte der Jahreszeiten. Dreh und Angelpunkt ist das Kind im Garten.


Inhalt: Zu Beginn ist das Kind erkrankt und schwebt zwischen Licht und Dunkelheit so wie die Proserpina, deren Hand einst Pluto (Hades) von Jupiter erbat. Der Vater der Götter meinte jedoch, dass Ceres, die Mutter es nie erlauben würde, dass das Kind als Königin der Unterwelt und der Toten dauerhaft im Tartaros leben würde. Gleichwohl entführte der Gott der Unterwelt das Kind und Jupiter erlaubte später, als Ceres davon erfuhr, dass Proserpina ein halbes Jahr diesseits und ein halbes Jahr Jenseits leben sollte.

Sonntag, 28. August 2022

Babalola, Bolu: In all deinen Farben

Bolu Babalola hat die schönsten Liebesgeschichten der Mythologie mit unglaublicher Frische und Lebendigkeit neu erzählt. Sie konzentriert sich auf die magischen Volksmärchen Westafrikas und erfindet auch griechische Mythen, alte Legenden aus dem Nahen Osten und Geschichten aus Ländern neu, die in unserer Welt nicht mehr existieren. Die Frauen in ihren Love Stories sind kämpferische Verfechterinnen ihrer Leidenschaft, verlieren aber nie den Blick darauf, dass die wichtigste Liebe von allen die Selbstliebe ist. Während in der Mythologie Frauen oft die Opfer männlicher Begierde sind, geben bei Bolu Babalola immer die Frauen den Ton an und nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. In all deinen Farben wechselt aufregend Perspektiven, Kontinente und Stile, durchschreitet Grenzen von Zeit und Raum – und feiert die Romantik in all ihren Formen. (Klappentext)

 

 




Wow, was für ein Cover! Als ich den Titel im Rahmen der letztjährigen Adventskalender-Aktion bei NetGalley entdeckte, war ich definitiv geflasht. Und afrikanische Mythologie war für mich auch etwas komplett Neues, da wurde ich doch neugierig. Da mir etliche Titel aus dem Adventskalender gefielen, rutschte dieses Rezensionsexemplar etwas nach hinten. Nach und nach las ich jedoch immer mal eine der Kurzgeschichten und notierte mir kurz etwas zum Inhalt und den Personen. Nun habe ich die Lektüre beendet, und wie mir das Buch gefiel, könnt Ihr hier nachlesen:

Freitag, 10. Juni 2022

Riley, Lucinda: Die verschwundene Schwester

Wir nähern uns dem Ende. Wir suchen Erklärungen. Immer noch haben wir noch nichts gelesen über diesen Pa Salt, der die sechs Schwestern adoptierte. Diese sechs haben wir kennen gelernt. Mit denen sind wir nach Brasilien, Norwegen, England, Kenia, Andalusien, Schottland, die USA gereist und haben sie zwischenzeitlich immer mal wieder in Genf getroffen. Wir sind dem Erbauer der Christus-Statue über Rio de Janeiro, dem Musiker Edward Grieg gefolgt, haben Aborigine in Australien kennengelernt und Flamenco-Ciganos in Andalusien, haben König George V. erlebt und von Massai in Kenia gelesen. Und nun sind Maja, Ally, Star, CeCe, Tiggy und Elektra auf der Suche nach Merope, der siebenten, der verschwundenen Schwester.


Die Sechs haben vor, mit der Yacht des verstorbenen Vaters an den Ort zu fahren, an dem seine Asche dem Meer übergeben wurde.. Ally hat hat dies fast erlebt, aber allen ist der Vater ein Rätsel. Und nun hat Georg, der Anwalt, Informationen zur siebenten Schwester. Mary oder Merry fühlt sich bald verfolgt, denn überall in der Welt tauchen diese anderen Plejaden auf... Doch wer soll nun die Siebte sein? Mary McDugell oder ihre Tochter?

Montag, 3. Januar 2022

Wolf, Roman: die Nibelungen


Die Nibelungen. Uralter Stoff. Um was geht´s? Sigfried von Xanten, Fürstensohn, begibt sich auf Abenteuersuche. Er findet eine Drachenhöhle, tötet den Lindwurm, badet in seinem Blut, welches ihn unverwundbar gemacht hätte, wäre da nicht ein Lindenblatt auf die Schulter gefallen. Der Drache Fafnir besaß einen Schatz, den Nibelungenhort. Daraufhin, oder vorher, kommt der Held zu Alberich, dem Schmied, der ist ein Zwerg. Verzeihung, der ist kleinwüchsig. Bei dem lernt er ein Schwert zu schmieden, das nennt er Balmung. Außerdem hat Alberich eine Tarnkappe für Siegfried. Sodann besucht er eine einsame Insel, auf der herrscht Brünhild, eine bärenstarke, kämpferische Walküre. Beide verlieben sich ineinander. Siegfried zieht weiter und unterstützt die Burgunder gegen Sachsen und Dänen, heiratet Kriemhild, die Schwester von König Gunter, Gernot und Giselher, Tochter von Gudrun oder Ute, die einen Liebestrank mischte. Gunter will Brünhilde freien, dazu benötigt er aber Siegfried, der mit der Tarnkappe unterstützt. Das geht zuerst gut und dann nicht. Die Burgunder verfügen über einen Halbbruder oder Vetter namens Hagen von Tronje, der erfährt von Kriemhild die Lindenblattstelle und ermordet den strahlenden Helden. Kriemhild heiratet alsdann Attila oder Etzel. Sie lädt die Burgunder an dessen Hof und in einem riesigen Showdown gehen alle in einer Schlacht darauf. Der Nibelungenhort allerdings liegt im Rhein, den hat der Tronjer vor der Abreise ins Hunnenland versenkt.


Soweit die Geschichte, die schon x-fach in unterschiedlichen Formen erzählt wurde. Nun hat Roman Wolf das ebenfalls getan und ich hätte wohl nie zum Hörbuch gegriffen, wenn nicht Reinhard Kuhnert gelesen hätte, der, welcher Game of Thrones eingelesen hat, dieses Riesenwerk. Kuhnert hat auch Bücher von Ulf Schiewe und Mac P. Lorne gelesen. Er liest solche Werke, in denen das Blut in Strömen fließt, hervorragend. Das ist keinesfalls ironisch oder ablehnend gemeint, im Gegenteil.

Donnerstag, 4. März 2021

Garth, John: Die Erfindung von Mittelerde

Was gibt es nicht für eine Unmenge an Literatur über ein Thema, das mich seit 2001 doch schnell faszinierte, und das obwohl, oft wiederholt, Fantasy gar nicht mein literarischer Fall sein sollte. Heute ist es nicht nur ein lit(t)erarischer Fall.

Mittelerde

Fällt mir beim Stöbern im Internet doch letztens ein Werk auf, ein buntes Cover, dessen sofort ins Auge stechende Hauptwort MITTELERDE lautet. Ein John Garth verspricht zu zeigen, „was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte“.

Nun, allein die Bücher, die sich bei mir im Laufe der Jahre angehäuft haben, etwas mehr als ein laufender Meter, sind schon sehr ergiebig, was dieses literarische Land betrifft, hat doch Christopher Tolkien über Jahrzehnte hinweg viel erklärt, worauf sein Vater, welcher eben Mittelerde entdeckte, so kam in Gedanken und im Schreiben. 

Und was da alles steht: HERR DER RINGE (gleich zweimal), DAS SILMARILLON, DER HOBBITT, NACHRICHTEN AUS MITTELERDE, DIE KINDER HURINS, DER FALL VON GONDOLIN, LUTHIEN UND BEREN, DAS BUCH DER VERSCHWUNDENEN GESCHICHTEN (Teil 1 und 2), noch ein Buch über TOLKIENS WELT, die BRIEFE VOM WEIHNACHTSMANN und KÖNIG ARTHERS UNTERGANG. Bis auf die letzten handeln alle diese Bücher in oder auf Mittelerde.



Sonntag, 17. Januar 2021

Fühmann, Franz: Prometheus - Titanenschlacht

"Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft
An Eichen dich und Bergeshöhen!
Mußt mir meine Erde
Doch lassen stehen
Und meine Hütte die du nicht gebaut..."


Schulstoff. Johann Wolfgang von Goethe. Eine Abrechnung mit den Göttern, der alten Götter und der Neuen... 

Einige Zeit zuvor nahm mich mein Vater einmal mit an die Hochschule, an der er studierte, da war ich so um die 12 Jahre alt. Ich bekam ein Bett im Zimmer der zwei befreundeten Kommilitonen und zum Zeitvertreib ein Buch. Die beiden Männer begaben sich an den Ort, den man auf einem Campus eben aufsucht und ließen mich mit Prometheus allein. 

Sonntag, 12. Juli 2020

Publius Vergilius Maro - genannt Vergil: Aeneis

Klar habe ich von denen gehört und gelesen. Von diesem Aeneas, der, seinen greisen Vater auf der Schulter aus dem brennenden Troja flieht. Das Lexikon erzählt, dass er der Vorfahre der Zwillingen Remus und Romulus sei, den Gründern Roms.

Da fällt mir ein Hörspiel auf: Drei Stunden und einundzwanzig Minuten brauchen Joachim Nottke, Gisela Uhlen und andere für dieses Epos. Es dauert nicht lange, und das Gefühl eines Plagiats kommt auf. Keine Ahnung, ob dieser Begriff zu Lebzeiten Vergils, wie der römische Dichter und Epiker zumeist genannt wird und der von 70 bis 19 v.Chr. lebte, schon bekannt war. Eher nicht, denn Wikipedia erklärt, dass der Begriff erst ein Jahrhundert später auftrat, so dass er sich nicht strafbar gemacht hat.

Samstag, 30. Mai 2020

Schiewe, Ulf: Die Kinder von Nebra

Nebra vor 4000 Jahren: Lange haben sich die Menschen der Willkür des mächtigen Fürsten Orkon gebeugt, der das Volk quält und ausbeutet, sich nimmt, wonach immer es ihn gelüstet. Jetzt endlich regt sich Widerstand. Die junge Priesterin Rana will Orkons dunkle Herrschaft brechen und die Menschen befreien. Das Werk ihres Vaters soll ihr dabei helfen: eine bronzene Scheibe, die den Sternenhimmel zeigt und eine geheime Botschaft der Götter enthält. Sie steht für die Göttin des Lichts, die dem Hass Liebe entgegensetzt. Doch Ranas Weg ist gefährlich, viel steht auf dem Spiel. Auch das Leben derjenigen, die ihr am liebsten sind ...






  • Gebundene Ausgabe: 624 Seiten
  • Verlag: Lübbe; Auflage: 1. Aufl. 2020 (27. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785726759
  • ISBN-13: 978-3785726754



Jetzt wird der liebe Uwe sicher mit den Ohren schlackern. Nicht nur dass ich letztens erst einen historischen Thriller gelesen habe, nein, jetzt schob ich gleich auch noch einen zweiten historischen Roman hinterher! Im Rahmen einer weiteren Leserunde bei Whatchareadin ergab sich die Möglichkeit mitzulesen und sich dabei erneut mit dem Autor auszutauschen. Da ich über die Bronzezeit - in dieser Epoche ist der Roman angesiedelt - bislang herzlich wenig wusste, ergriff ich die Chance, diese Wissenslücke ein wenig aufzufüllen. Ob es mir gefallen hat? Lest selbst...

Freitag, 3. April 2020

Das Meerbuch

Knapp einhundert Seiten Text und was für eine literarische Breite. Im Insel – Verlag erschien in diesem Jahr unter der Nummer 1481 ein Büchlein mit dem Titel DAS MEERBUCH. Die Texte wurden von Matthias Reiner ausgewählt und illustriert hat den schmalen Band Quint Buchholz.

Miguel de Cervantes / Daniel Defoe / Johann Wolfgang v. Goethe / Homer / Thomas Mann / Thomas Morus / Erich Kästner / Thomas Morus / Platon / Judith Schalansky / Christian Morgenstern  und das ist genau die Hälfte...

Wenn es um das Meer geht, dann ist es sinnvoll, über  Poseidon zu reden, den Meeresgott der griechischen Mythologie, der heute nicht mehr zu den Menschen spricht, in einem Text von Cees Nooteboom. Doch kehren wir mit Homer zurück und lesen, wie sich Odysseus von Kalypso verabschiedet.


Freitag, 7. Februar 2020

Tolkien, J.R.R.: Mittelerde Teil 1 - Der Herr der Ringe

Im Dezember 2001. Südtirol. Obereggen. Der Weg von der Skipiste führt unter die Dusche. Derweil schreit einer in sein Handy, dass er noch diese oder jene Palette eines Buches zu vermitteln hätte, welches in keiner Buchhandlung fehlen dürfe und das man DER HERR DER RINGE nennt.

„Was ist das“, frage ich. „Kennst du nicht? Das ist das Buch das dem Film, der jetzt im Kino läuft, zugrunde liegt.“ „Aha – Fantasy. Nichts für mich.“

So war das vor fast zwanzig Jahren. In der Woche vor Weihnachten 2001 kam der erste Film in Deutschland in die Kinos. Kaum aus Obereggen zurück, schaute ich mir den Film an. Unmittelbar danach führte mich mein Weg zu Bertelsmann. Damals gab es die Kette noch.


(c) Bücherjunge
Im letzten Jahr dann erhielt von meinem Miturlauber, dem Buchhändler, die wunderschöne Ausgabe des Klett-Cotta Verlages. Diese liegt hier vor mir, womit ich das lange angekündigte Tolkien-Projekt beginne.



(Hier begann meine Bekanntschaft mit John Ronald Reuel Tolkien)



Mittwoch, 19. Juni 2019

Everest - Himalaya Tigers

Everest in Wort und Bild

Diese Woche im Spiegel findet sich ein Artikel über einen jungen deutschen Bergsteiger, der ein doch sehr gefährliches Abenteuer plant. Jost Kobusch (26) will im Winter (!) im Alleingang und ohne Sauerstoff auf den höchsten Berg der Erde steigen.

Dieser, der Mount Everest, ist 8848 m hoch und derzeit in den Schlagzeilen, da allen in diesem Jahr bereits zwölf Menschen ihr Leben verloren. Leute, die im Flachland vermutlich ganz passable sportliche Leistungen erbringen, aber für das Selfie auf dem Gipfel viel Geld bezahlen und manchmal eben mit dem Leben. Hunderte von Bergsteigern werden da hinauf geschleust, an einer Reihe tief gefrorener Leichen muss der Gipfelstürmer auf der Südroute vor allem vorbei, gesäumt von Abfall, alten Zelten, Seilen, Sauerstoffflaschen. Es gibt viel zu lesen und zu erfahren über dieses Abenteuer.

Schlangen von Gipfelstürmern am Everest

Mittwoch, 10. Oktober 2018

J.R.R. Tolkiens Mittelerde Epos

Begonnen habe ich mit J.R.R.Tolkien als die Filme zu DER HERR DER RINGE herauskam. Fast zwangsläufig kamen dann im Laufe der Jahre die Bücher ins Haus. Zuerst DER HOBBITT, dann DAS SILMARILLION. Als nächstes Buch erstand ich NACHRICHTEN AUS MITTELERDE.

Inzwischen sind auch die DREI GROSSEN GESCHICHTEN komplett. DIE KINDER HURINS, BEREN UND LUCIEN, heute kam DER FALL VON GONDOLIN an und mit ihm die VERSCHOLLENEN GESCHICHTEN.






Ziel ist es, diese Bücher im Jahr 2019 erneut unter die Lupe zu nehmen und darüber zu schreiben. Ich bin sehr gespannt, ob mir dies gelingt. Bisher und das scheint förmlich sträflich, hat es nur eine Tolkien-Rezension gegeben, aber da ging es um die Briefe vom Weihnachtsmann. Natürlich dürfen wir J.R.R. nicht ohne seinen Sohn Christoph denken, der unermüdlich die Schriften seines Vaters zusammenstellte und veröffentlichte. Nun, er ist inzwischen 94 Jahre alt, erschien DER FALL VON GONDOLIN. Sein vielleicht letztes Buch, was er allerdings auch schon bei BEREN UND LUCIEN vermutete.

Alles in allem ein Grund, diese große faszinierende Geschichte wieder aufzublättern. Begeben wir uns also demnächst in Tolkiens Welt.


© Bücherjunge


Sonntag, 24. Juni 2018

Matson, William B.: Crazy Horse

Tashunka Witko: Geheimnispferd. Kriegshäuptling bei den Dakota. Unversöhnlicher Gegner Mattotaupas und daher ebenso Feind seines Sohnes Harka Steinhart Nachtauge..., der den Oberhäuptling später mit einer Kriegspfeife in den Kämpfen an der Union Pacific in der Nähe des North Platte River narrt. Harka – Stein mit – Hörnern – Tokei-itho trifft ihn noch einmal in der Reservation, kurz vor dem Mord an diesem großen Krieger – genannt Crazy Horse – Verrücktes Pferd. So erzählt Liselotte Welskopf-Henrich von ihm wie auch von Tatanka Yotanka (Sitting Bull) [1] in Die Söhne der Großen Bärin. So lernte ich ihn kennen und nun also die Biografie aus berufenem Mund.



CRAZY HORSE
Das Leben & Vermächtnis eines Lakota Kriegers
Die Edward Clown Familie


Donnerstag, 23. November 2017

Bredemeyer, Mark: Runenzeit... (5+6)


Nach vier Bänden muss man ja die Lektüre zu einem glücklichen Ende bringen. 
Um was geht´s? Natürlich um RUNENZEIT


Was bescherte uns der vierte Band? Mit Handgranaten und Kalaschnikow ziehen Arminius und seine Armee aus den Stämmen der Germanen gegen die Legionen des Publius Quinctilius Varus. Man merkt, hier kann etwas nicht stimmen. Und richtig, in der Geschichte rühren so einige Leute dem 21. Jahrhundert rum. Aber das kennt der Leser dieses Blogs bereits, wenn er die kurzen Buchbesprechungen zu Bredemeyers „histo-fantastischem“ Roman verfolgt hat.

SCHIKSALSRUNEN, so heißt der fünfte Band und eigentlich weist dies auf das Ende hin. Das Schicksal des EWIGEN CHERUSKERS. Damit ist dann der sechste Band gleich mit genannt.

An das Ende darf man dabei als Mensch des 21. Jahrhunderts nicht denken, denn die Wolfszeit steht uns unmittelbar bevor, glaubt man den Göttern Wotan (Odin) und Donar (Thor). Über die Wolfszeit heißt es in der Völuspá, der Weissagung der Seherin:


Brüder schlagen dann,
morden einander;
Schwestersöhne
verderben Verwandtschaft;
wüst ist die Welt,
voll Hurerei; ’s ist
Beilzeit, Schwertzeit,
zerschmetterte Schilde,
Windzeit, Wolfszeit,
bis einstürzt die Welt –
nicht ein Mann will
den anderen schonen.

Die Wolfszeit gilt es zu verhindern, mindestens muss sie herausgezögert werden. Das ist der Grund, auf dessen die Hagedisen zu zeitverändernden Mitteln greifen, für diese eine Selbstverständlichkeit.

* * *

Wer sich so ein klein wenig auskennt, weiß, dass das Ende des Arminius nicht wirklich bekannt ist. Man spricht von Mord. Naja, bekannt ist auch, dass der Führer der Cherusker genügend Zoff in der eigenen Familie hatte. Schwiegervater Segestes und Bruder Flavus blieben den Römern verbunden. Thusnelda gebar den gemeinsamen Sohn Thumelicus in römischer Gefangenschaft.

Hier spaltet ein Verrat die Cherusker und auch vom Kampf gegen die Legionen des Germnicus erzählt Band 5 in dem die Munition knapp wird. Und MARBOD, auch ein „herbeigehexter“ Spätgermane spielt wieder eine Rolle.

Am Ende geht es darum, ob Arminius dem Schicksal entrinnen kann. Der harte Berufssoldat des 21. Jahrhunderts kennt ja das Ende des Cheruskers...





* * *

Immer wieder erwischte ich mich bei dem Gedanken, dass es an sich eine komische Geschichte ist, wenn man eine solche Zeitreise erzählt. BLIKSMANI und sein Neffe / Sohn WITANDI, mit „bürgerlichen Namen Armin und Leon, greifen gemeinsam mit ein paar anderen in die Geschichte ein. Grundgedanke ist, dass ohne deren Eingreifen die Römer Germanien hätten erobern können. Daher holen sich die HAGEDISEN Unterstützung aus der Zukunft. Dies gelingt und damit läuft die Geschichte so ab, wie wir sie heute kennen. (Allerdings kennt sie eine Wissenschaftlerin am Ende besser und zwar aus berufenem Mund...)

Nun endlich, nach insgesamt sechs Bänden kann ich noch einmal bestätigen, was ich zum dritten Band schon einmal schrieb:

„Geschichtsrezeption ist die Sache vieler Jugendlicher heute nicht. Obwohl die Möglichkeiten der Geschichtslehrer durch unzählige Medien, massenweise Dokumentationen, heute fast ins unendliche gehen, scheint das Interesse selbst an eigener Geschichte ziemlich erlahmt zu sein. Vielleicht haben daher solche „histo-fantastischen“ Romane ihre neue Berechtigung. Es muss ja nicht gleich so was „Kompliziertes“ wie Augustus sein.“

Die „histo-fantastischen" Romane haben ihre Berechtigung. Genauso, wie heute Comics und Graphic Novels zur Geschichtsrezeption eingesetzt werden. Ganz ersetzen können sie den schulischen Geschichtsunterricht allerdings nicht. Zu den historischen Ereignissen kommen dann noch literarische dazu, denn es treten auch noch ein paar andere Typen dazu, die man aus den germanischen und nordischen Sagen kennt: Wenn es schon die Hagedisen (Hexen), die hier wirken, dann dürfen Wotan und Co. nicht fehlen.

Bredemeyer hat seine Bände jeweils mit einem umfangreichen Glossar versehen, in denen er die handelnden Personen vorstellt, die verschiedenen Stämme und auch die Gegenden, in denen die Geschichte spielt. Jeder Band beginnt mit einem prägnanten Rückblick, so dass der Leser gut an die vorangegangenen Bände erinnert wird, wenn die Lektüre bereits einige Wochen oder Monate zurücklag. Auch ermöglicht dies natürlich die gezielte Suche nach Begriffen und Erläuterungen im Internet.


* * *

Die Bücher bekam ich so nach und nach für einen „Eispreis“ und dann als Rezensionsexemplare von Katharina Salomo von Salomo Publishing. Dafür noch einmal recht herzlichen Dank.

Es gibt so Fantasy...




© Bücherjunge


Sonntag, 30. Juli 2017

Bredemeyer, Mark: Runenzeit... (4)


Legion der Donnergötter



In den Besprechungen der vorangehenden Bände habe ich bereits erwähnt, dass es zunehmend schwerer wird, etwas zum Inhalt zu schreiben, da die Spoiler immer deutlicher werden. Wer die Geschichte bisher hier verfolgt hat, der kann vielleicht schon am Titel erkennen, es sind wohl mehr als zwei Blitzschleuderer am Werk, als Witandi und Bliksmani.

Band 4 erzählt nun von der eigentlichen Schlacht im Teutoburger Wald, die hier den germanischen Stämmen ziemlich schwer gefallen wäre, wenn sie da nicht eine gewisse Unterstützung gehabt hätten.
Die Schlacht gegen die Legionen des Varus nimmt den größten Teil des Buches ein.

Die Verbindungen zum 21. Jahrhundert werden immer enger, und Mark Bredemeyer bringt einen neuen Fakt in die Geschichte ein, nämlich die Existenz eines gewissen Jesus von Nazareth, den in Germanien eigentlich keiner kennt, wären da nicht ein gewisser Leon, Arminius, ein paar andere und MARco BODwig...


* * *

Gegen die doch recht eigenwilligen und trotzdem verbündeten germanischen Stämme steht (etwas abseits) im Teutoburger Wald eine gewaltige römische Streitmacht.

"Man geht davon aus, dass die Streitmacht die drei Legionen XVII, XVIII, XIX, drei Alen (Reitereinheiten) und sechs Kohorten mit insgesamt 15.000 bis 20.000 Soldaten, dazu 4000 bis 5000 Reit-, Zug- und Tragtiere, umfasste, deren Zug 15 bis 20 km lang gewesen sein muss." (wikipedia)


Kenotaph
Mit dabei ist der Centurio der XVIII. Legion Marcus Caelius, dessen Name uns nur bekannt ist durch den Kenotaph, den man in der frühen Neuzeit bei Xanten fand. Vermutlich gefallen in der Varusschlacht, setzt Mark Bredemeyer dem Veteranen ein Denkmal und beschreibt mit ihm so manch interessante Aspekte im Leben und Kampf der römischen Legionen.

Dabei geht er gelegentlich ins Detail, wenn er erzählt, dass viele durch Schwertstreiche oder Lanzenstiche nicht tödlich verwundete Krieger oder Legionäre starben, weil die Waffen vorher in den Eingeweiden anderer steckten und damit Coli- und andere Bakterien übertragen wurden. 

Die Annalen des Leon Hollenbeck dürften wohl keinen genauen Aufschluss über den immer noch umstrittenen Ort der Schlacht geben, wir werden wohl bei Tacitus bleiben müssen.

„ductum inde agmen ad ultimos Bructerorum, quantumque Amisiam et Lupiam amnis inter vastatum, haud procul Teutoburgiensi saltu in quo reliquiae Vari legionumque insepultae dicebantur.“

„In einem Zug ging das Heer von dort bis zu den entferntesten Brukterern, und verwüstete alles zwischen Ems und Lippe, nicht weit vom Teutoburger Wald, wo, wie man sagte, die Überreste des Varus und seiner Legionen unbestattet lagen“ 
(wikipedia)



Zumindest aber hat sich Bredemeyer einer Theorie zugewandt und zu dieser das folgende Kartenbild als Anhang eingeführt:


Seite 544

* * *

So dominierend der Einfluss unserer Zeitreisenden im Buch auch wird, es bleibt auch ein Geschichtsbuch, welches zwar bestimmt nicht geeignet ist, im Geschichtsstudium an einer Universität eine Rolle zu spielen, aber zumindest Interesse an geschichtlichen Epochen und Episoden zu wecken.


© Bücherjunge

Samstag, 29. Juli 2017

Bredemeyer, Mark: Runenzeit


RUNENZEIT: 
Fantastischer Zeitreiseroman
 mit genauer Betrachtung der Lebensweise der germanischen Stämme 
von Mark Bredemeyer.








Band 1: ► Rezension:  Im Feuer der Chauken
Band 2: ► Rezension:  Krieg um Germanien
Band 3: ► Rezension:  Der Aufstieg des Arminius
Band 4: ► Rezension:  Legion der Donnergötter
Band 5: ► Rezension:  Schicksalsrunen
Band 6: ► Rezension:  Der ewige Cherusker



zum Verlag

Es war ein Buchmessengespräch auf der Dresdner Schriftgut, welches mich auf die Romanreihe aufmerksam machte. Da der Verlag gehört zu den von mit bevorzugten, hauptsächlich auch wegen der Angebote im Dresdner Buchverlag  (das Label gehört auch zu Salomo Publishing).

Beim Betrachten der Buchreihe im Buchmessen-Regal fiel ein Band besonders auf:
Es ist das Cover des zweiten Bandes, welches im Gegensatz zu den anderen fünf Bänden klar macht, hier geht es nicht mit rechten Dingen zu, denn zur Zeit der Runen wäre das als Kalaschnikow bekannte und meistproduzierte Sturmgewehr AK 47 ein gewaltiger Fremdkörper gewesen.

Wie kommt eine solche Waffe in die Zeit der letzten Regierungsjahre eines Kaisers namens Augustus, in die Zeit, da in der römischen Provinz Syria der Keim einer neuen monotheistischen Religion entsteht? Da gibt es nur eine Lösung und die heißt, da muss jemand durch die Zeit gereist sein...
Und nicht nur das...


Runenzeit. Aber auch mit den Runen ist das so eine Sache. Die Hagedisen (Hexen), welche dafür sorgen das der "Nadarwinna" und sein Gegenpol zu Beginn der Zeitrechnung im Lande der Germanen auftauchen, sind sie eigentlich noch nicht bekannt. Laut Wikipedia stammen die ersten Runenfunde zwar aus dem Beginn der Zeitrechnung, das bekannte ältere und jüngere Futhark, bzw. die Verwendung als Handschrift stammt aus späteren Jahrhunderten.


Bertelsmann-Lexikothek (Band 12 / 1996)

Runen, german. Schriftzeichen, ursprüngl. in Holz geritzt, später auch in Stein, Elfenbein u.ä. ge­ schnitten, fast nur für Inschriften u. dgl. benutzt, erst in später Zeit u. nur in Skandinavien auch zur Abfassung von Handschriften verwendet. Vermut­ lich in den Jahrhunderten v. Chr. nach dem Muster südeurop.-nordalpiner Alphabete gebildet; zu­ nächst zu einem Alphabet von 24 Zeichen entwik­ kelt (gemeingerman. R., nach den ersten sechs Buchstabenzeichen Futhark genannt), später durch fries. Einfluß u. in England zu 28 Zeichen erweitert (angelsächs. R.), in Skandinavien durch Vereinfachung auf 16 Zeichen verkürzt (skandi­nav. R.).

Es ist eine spannende Geschichte in sechs einzelnen Romanen.

Mark Bredemeyer bei Salomo Publishers 


© Bücherjunge






Freitag, 28. Juli 2017

Tausende Seiten / Endlose Filmmeter

Fantasy? Drachen? Werwölfe? Vampire? Orks? Weiße Wanderer? 
Schattenwölfe? Götter? Titanen? Giganten? 
Zyklopen? Sirenen? Zwerge? Elfen? Elben? 

Was unterscheidet die Mythologien der Menschen von vor tausenden Jahren von den Mythologien der Schriftsteller des 20. und 21. Jahrhunderts? 

Sie faszinierten mich, die griechischen, die germanischen, die nordischen Götter und Heldensagen. 


DER HERR DER RINGE


Und dann kam Tolkien. Es wurde ein Film angekündigt. Riesiger Aufwand. Es war der Beginn des 21. Jahrhunderts. DER HERR DER RINGE - DIE GEFÄHRTEN führte zu den Büchern und es tat sich eine neue Welt auf, die der Altphilologe J.R.R.Tolkien in vielen Jahren erfand. Unverfilmbar. (?)Irgendwann gab es mal einen Trickfilmversuch. Aber nun fand ich den Weg ins Kino für DIE GEFÄHRTEN, DIE ZWEI TÜRME und DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS. Ein paar Jahre später wurde ein Teil der Vorgeschichte, DER HOBBIT ebenfalls verfilmt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits eine Reihe der tolkienschen Bücher verschlungen.

J.R.R. Tolkien erfand nicht nur eine Fantasy-Geschichte, er erfand die Geschichte verschiedener Völker und sogar eine Sprache dazu, die Elbensprache. Eine literarische Mythologie. Also doch Fantasy?




GAME OF THRONES

Es war der Hinweis eines Sportfreundes, der palettenweise Herr-der-Ringe-Bücher orderte und diese bevor der erste Film in den Kinos kam den Buchhandlungen zukommen lies. Er war Buchhändler.

Vor einigen Tagen dann lies ich mich mal wieder überreden und nun läuft eine Folge nach der anderen, momentan die fünfte von sieben Staffeln a 10 Folgen von GAMES OF THRONES, bekannt durch die ellenlange Buchreihe DAS LIED VON EIS UND FEUER. Von GEORGE R.R. MARTIN.




Auch diese Geschichte ist auf ihre Art und Weise faszinierend. Beide handeln in einer fiktiven, mittelalterlich anmutenden Welt. Was die Orks in Mittelerde, das sind die weißen Wanderer in Land der vielen Königreiche. Man könnte noch einige Parallelen ziehen, aber das würde beiden Erzählungen nicht gerecht.

Und doch. Es scheint, als wären dem großen Tolkien viele gefolgt. Ob es DAS SPIEL DER THRONE ohne den riesigen Erfolg des Herrn des einen Rings gegeben hätte? Müßige Frage...

DAS LIED VON EIS UND FEUER ist um einiges länger als die drei Hauptromane Tolkiens. doch wie bei diesem gibt es inzwischen "Begleitmaterial" wie Malbücher, Atlanten, Fotobücher, die Geschichte Westeros wie die Geschichte von Mittelerde. 

GoT ist ein ziemliches Stück brutaler, blutiger und vor allem erotischer als der HdR. Aber es eine Serie, die vor allem durch die Wendungen nach fast jeder Folge verblüfft und deren Personenregister um ein vielfaches unübersichtlicher ist. 

Die meisten der Bloggerkollegen und sonstigen Bücherfreunde meinen, ich sollte die Bücher zwingend lesen, doch scheint mir, dass dies eine Jahresaufgabe wäre. Doch dafür ist keine Zeit.

Nein, nein, ein Weilchen noch wird mich dieses Spiel der Throne vom Lesen abhalten, es wird nicht so lange dauern bis DER WINTER NAHT.  Doch wenn er dann da ist, dann werde ich dem großen Tolkien meine Ehrerbietung bezeugen und seinem Sohn Christopher.  

Das Lied von Eis und Feuer / Randomhouse
Der Herr der Ringe /Klett - Cotta


© KaratekaDD





Dienstag, 9. Mai 2017

Bredemeyer, Mark: Runenzeit... (3)



Der Aufstieg des Arminius


Mit einer gewissen Skepsis nahm ich im Frühjahr auf der Leipziger Buchmesse 2016 aus den Händen von Dirk Salomo das Buch Runenzeit - Im Feuer der Chauken entgegen. Schon auf dem Weg zur Dresdner Buchmesse Schriftgut wusste ich, Band 2, also Runenzeit - Krieg um Germanien musste in das persönliche Bücherregal. Vor einigen Tagen erhielt ich nun von Katharina Salomo, Chefin von salomo publishing den Band drei zugesendet. Wir unterhielten uns auf der Vorstellung von Vom Hängen und Würgen über die Fortsetzung der Reihe von Mark Bredemeyer.





Hier ist nur eine kurze Inhaltsangabe möglich, denn alles was man über den dritten Band der Reihe erzählen würde, ist von vornherein reichlich "spoilerhaft" wie man so sagt.

Also, um was geht es: 
In Band 1 und 2 gelangen Leon und sein Onkel (?) Armin in das Land der Chauken. Zwei Menschen aus ferner Zukunft sollen das Schicksal der germanischen Stämme bestimmen, die immer mehr von den Römern des Kaisers Augustus bedrängt werden. Dies machen die Hagedisen, Hexen oder besser Zauberinnen, die verschiedene Stämme repräsentieren. Beide Menschen aus der Gegend um Bremen kommen unabhängig in die Zeit um den Beginn unserer Zeitrechnung. Zu Armin und Leon gesellt sich dann noch Julia, Leons ehemalige Freundin und der Kriminalkommissar Paulus, der im dritten Band erstmal keine Rolle spielt.

Inzwischen ist Leon mit Frilike verheiratet, sie haben einen Sohn. Armin hat mit Julia ebenfalls einen Sohn gezeugt, der aber von Werthliko, einem Freund Leons, bei den Chauken aufgezogen wird. Armin wurde inzwischen von den Cheruskern adoptiert und wird Offizier der Reitertruppen der 18. Legion. Spätestens jetzt muss es funken beim Leser, es sei denn, er ist so geschichtsunwissend wie Leon. Der kennt sich zwar bei den Flüssen in Deutschland gut aus, aber dass aus Armin inzwischen Arminius wird, erkennt er erst, als dieser ihm das sagt. Als beide im zweiten Band noch einmal durch die Zeit "nach Hause" reisten, schmökerte sich der ehemalige Oberstleutnant der Bundeswehr durch mehrere Meter Geschichtsbücher und stellt sich selber eine Aufgabe.

Auch Leon bekommt eine Aufgabe. Und am Ende wird von einer Ausgrabung in der Neuzeit berichtet, die eventuell die Geschichtsschreibung auf den Kopf stellt. Oder auf die Füße, wenn man dieser Fantasy-Geschichte Glauben schenken möchte.

Es ist eine durchaus eigene Geschichte, die zwar gerade nach dem Ende des dritten Bandes an Das Jesus - Video von Andreas Eschbach erinnert, aber vor allem dadurch besticht, dass sie Sitten und Gebräuche, sowie reale Geschichte spannend und ausführlich vor den Leserinnen und Lesern ausbreitet. Über den Umstand, dass da unlautere Mittel im "Spiel" des Armins / Arminius und des Witandis / Leon sind, kann nun berichtet werden, da das Titelbild des dritten Bandes "Bände" spricht.

Witandi (Leon) und der Blitzschleuderer Bliksmani (Armin) erweisen sich dann als Vater und Sohn, die Prophezeihung der Hagedisen scheint sich zu erfüllen. Die diese von Gegenspielern ausgehen, müüsen die beiden wohl unterschiedlich handeln und denken. Dem Armin ist hier eine unschöne Rolle zugedacht: Er sorgt sich zwar gelegentlich um seinen Sohn, bzw Söhne und um Julia, aber er beginnt letztlich rücksichtslos sich mit der historischen Rolle zu identifizieren. Dabei begeht er mehrfach Verrat und geht auch mal über Leichen.

Mit dem Epilog der Ausgrabung wollte Mark Bredemeyer die Geschichte eigentlich beenden, wurde aber von den Lesern "gezwungen", weiter zu schreiben. Die Geschichte sollte hier enden, als Witandi seinen Gürtel mit den zahlreichen Täschchen, Beuteln und dem Magazin anlegt, das Gepäck und das Gewehr schultert und das Dorf im Jahre 9 u.Z. verlässt um dem Ruf des Cheruskers zu folgen. Es ist nicht die einzige AK 47, die mit in den Teutoburger Wald genommen wird.


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Diese Fotos stammen aus dem dem Ribe Viking Center, aus Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks. Dieses Museumsdorf lässt den Besucher in Langhäuser blicken, in denen Frilike und Witandi gewohnt haben könnten - klar, in paar hundert Kilometer weiter südlich. Das Foto rechts zeigt eine Art Heiligtum, wie es ähnlich durch Mark Bredemeyer beschrieben wurde.

Geschichtsrezeption ist die Sache vieler Jugendlicher heute nicht. Obwohl die Möglichkeiten der Geschichtslehrer durch unzählige Medien, massenweise Dokumentationen, heute fast ins unendliche gehen, scheint das Interesse selbst an eigener Geschichte ziemlich erlahmt zu sein. Vielleicht haben daher solche "histo-fantastischen" Romane ihre neue Berechtigung. Es muss ja nicht gleich so was "Kompliziertes" wie Augustus sein. 



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Dienstag, 22. November 2016

Bredemeyer, Mark: Runenzeit ... (2)

Krieg um Germanien
























Die Zeitreise geht weiter und um eine solche handelt es sich ja. Leon Hollenbeck aus Bremen, der im Teil 1 nach Germanien verschlagen wurde, einige Jahre vor der Schlacht im Teutoburger Wald, heiratet Frilike, die Tochter des Chaukenhäuptlings Ingimundi. Do bevor er seinen Sohn in die Arme schließen kann, wird er nach einem Kampf mit den Römern "zurück geschickt": Er ist der Gegenspieler des Bliksmani, seines eigenen Onkels Armin, welcher ebenfalls im ersten Jahrhundert gelandet ist. (Der Name kommt einem ja auf jeden Fall bekannt vor)

Die Pläne der Hagedisen, einer Gruppe von Zauberinnen, kennt er noch nicht. Schwer verletzt von einem römischen Speer landet er wieder "zu Hause" - unabsichtlich schwer verletzt von einer Spitzhacke, die der Kriminalkommissar Paulus handhabte, kehrt er, gemeinsam mit diesem Paulus zurück und begibt sich nach zwei Jahren auf die Suche nach Frau und Sohn. Findet er sie auf einer abenteuerlichen Schiffsreise durch das Mare Fricisum?





Doch wo ist Armin?
 
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Fantasy? Nun ja, eigentlich mag ich das weniger, zumal hier die erste Direktive der Sternenflotte gröblichst verletzt wird, denn der Gang der Geschichte wird durch die Handhabung moderner Gegenstände beeinflusst. Bliksmani, der Blitzschleuderer hat nämlich eine Kalaschnikow mit genommen. Deren Wirkung ist natürlich verheerend...

Trotzdem gelingt es Bredemeyer dem Leser auch auf solche Weise ein wenig Geschichte zu vermitteln, denn spannend ist die Reise des jungen Witandi (Leon) alle mal. Die Lebensweise der germanischen Stämme, zum Beispiel Ackerbau, Viezucht, Kampf und Krieg, ihre Kleidung, Nahrung, die verschiedenen Götter - all das wird sehr schön erzählt.

Daher kann ich, der ich die Geschichte enes unbekannten Kriegers der Chauken genauso gern gelesen hätte, es verschmerzen, dass Bredemeyer ein bisschen an James Tiberius erinnert, der seinen Scotty im 20. Century auch technisch "zaubern" lässt.

Das Buch hat ein paar interessante Anhänge erhalten, die uns die Orte, dei Stämme, die römische und germanische Götterwelt sowie historische Personen, aber auch irische und keltische Begriffe erläutern.



Der Kampf um Germanien also ist ebenso zu empfehlen wie Im Feuer der Chauken, dem ersten Teil von Runenzeit.

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Die Geschichte passt zum Autor Mark Bredemeyer. Der 1971 in Bremen geborene Wirtschaftswissenschaftler und IT-Berater hat damit Zukunft und Vergangenheit, mit seiner „Leidenschaft für germanische Geschichte“ verbunden.



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Römische Trireme: Von F. Mitchell, Department of History, United States Military Academy - http://www.au.af.mil/au/awc/awcgate/gabrmetz/gabr0066.htm, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62610


Sonntag, 27. März 2016

Bredemeyer, Mark: Runenzeit... (1)


Im Feuer der Chauken




Geschichte einmal anders.

Wie lernt man Geschichte, wie blickt man zurück, wenn man eigentlich ein totaler Fantasy-Leser ist und Geschichte in der Schule irgendwie öde fand? Im Falle germanischer Geschichte, der um den Beginn unserer Zeitrechnung, kann man das mit RUNENZEIT probieren. RUNEN aus der Vergangenheit führen in der Gegenwart zur Zeitreise des Studenten Leon, zurück in die Zeit des beginnenden Kampfes germanischer Stämme gegen die Römer.
Bei Chauken taucht der Student in Jeans und Treckingschuhen auf, er findet zum Glück bei einem Schmied Unterkunft, dem er bei der Entwicklung der Schmiedekunst mit bereits etwas verschütteten Werkstoffkunde-Wissen weiter.
Ungewollt wird er zum Helden der Chauken, mit etwas „unlauteren“ Mitteln, wie „dem Feuer, das nicht brennt“. Doch ist er allein in der Zeit?
Die erste Direktive der Sternenföderation mehrere Jahrtausende später lautet sinngemäß, dass man sich in die Geschicke fremder Planeten und deren Völker nicht einmischen soll. Aus anderen Filmen von jenseits des atlantischen Ozeans wissen wir, dass man die Zukunft in der Vergangenheit nicht verändern sollte, dies könnte gefährlich werden. Leon beschreitet einen gefährlichen Pfad mit einem eroberten „Götterblitz“, dem Wotan gleich…
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Es ist glücklicherweise keine Zeitmaschine, die diesen Leon Hollenbeck in die Vergangenheit katapultiert. Er wird förmlich in die Vergangenheit geholt. Verursacher sind die HAGEDISEN, altgermanische Hexen, die verzweifelt nach Hilfe gegen die römische „Schlange“ suchen. Trotzdem gäbe es Kritisches anzumerken, wenn dies nicht zu einem gewaltigen Spoiler führen würde.
Ganz hervorragend allerdings sind die Beschreibungen des Stammeslebens der Chauken und der römischen Kultur und Kriegskunst. (Meines Wissens allerding spricht ein römischer Legat seine Centurionen aber nicht mit „Sie“ und „Meine Herren Offiziere“ an. Das Lateinische kennt doch gar kein „Sie“, oder?) Die Suche nach dem Rasenerz, die Waffenherstellung, die Unterkünfte und das Zusammenleben der Germanen sind sehr gut beschrieben. Die erzählte Abenteuergeschichte macht Hunger auf mehr. Trotz Zeitreise…
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Der erste Band der sechsbändigen Reihe ist kurzweilig und spannend erzählt. Noch erscheinen einige Figuren etwas blass, aber dies wird sich vermutlich in hunderten weiteren Seiten ändern. In einigen Jahren wird Leon auf einen gewissen Armin treffen. Diese Begegnung macht mir etwas Angst. Siehe Sternendirektive…



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Dirk Salomon vom Dresdner Buchverlag hat mir die Geschichte am Verlagsstand der Leipziger Buchmesse 2016 schmackhaft gemacht. Ausgangspunkt war durchaus das Thema „Fantasy für Nicht-Fantasy-Leser“. Er hat es geschafft und trotz kritischer Ansichten des Bloggers ist diese Geschichte zu empfehlen. Auf Grund gewisser brutaler Kampf- und Vergewaltigungsszenen aber erst für ältere Jugendliche oder eben junge Erwachsene.

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Die Geschichte passt zum Autor Mark Bredemeyer. Der 1971 in Bremen geborene Wirtschaftswissenschaftler und IT-Berater hat damit Zukunft und Vergangenheit, mit seiner „Leidenschaft für germanische Geschichte“ verbunden.


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