Posts mit dem Label Indianer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Indianer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 9. Februar 2025

Rappelvoll bei Frau Rilke

Da hätte ich wohl mindestens eine Stunde vor Beginn dieser Buchlesung bei "Frau Rilke" (alias Kathrin Matern) erscheinen sollen, so blieb nur ein Platz ohne Sicht auf die Hauptakteure; aber ein Glas Rotwein habe ich noch bekommen und bald ging es los.


Sonntag, 29. September 2024

Münkemüller, Uwe: Tonka - Mädchen der Sioux

Kinderbücher aus dem Erzählverlag. Gesehen auf Dresden (er)lesen im September 23. Der Blickfang: Ein Indianerkind auf einem Pony. Das Indianerkind heißt Tonka. Eine kleine Einzelgängerin, die wie ein Junge reitet und spielt, mit dem Sohn einer befreundeten Familie. Tonka hat blaue Augen und die besitzt keiner der anderen Dakota, die zu den Sioux gehören. Zwei Familien ziehen durch die Prärie um die Black Hills.

Natürlich ahnen wir, dass das Mädchen eine europäische Mutter haben muss, doch bevor die Fragen ihrer Herkunft in den Vordergrund treten, finden Großer Bär, ihr Vater und Rotfuchs, der Sohn von Falkenauge, eine verendete Stute und ein Stutenfohlen mit einem hellen Fleck auf der Stirn. Sie nennen es Weißer Stern und von nun an wird Roter Büffel, Sa Tatanka = Tonka, es aufziehen und später zu einem sehr schnellen Pony abrichten. Sie werden es brauchen...

Sonntag, 21. April 2024

Kerstin Groeper erzählt Indigene Märchen


Im Literaturunterricht in der Schule lernten wir etwas über Fabeln. Tiere, gelegentlich Pflanzen übernahmen die Rollen von Menschen, und dadurch wurden in kurzen Prosatexten den Menschen Lehren oder kleine Belehrungen erteilt. Märchen dagegen enthalten bei uns meist wundersame Begegnungen, manchmal Zauberei und lassen sich von mythologischen Sagen und Erzählungen manchmal nur unscharf trennen.

Indigene Märchen lassen sich auf diese Weise nicht einfach trennen, aber auf eine literaturwissenschaftliche Erläuterung kommt es gar nicht an. In ihnen wird die Schöpfung, die Mythologien, Märchen und Fabeln fast gleichermaßen erzählt. Manchmal erscheint uns das wundersam.

Freitag, 29. März 2024

Rose-Billert, Brita: Maggie Yellow Cloud - Der Mann ohne Gesicht

Als ich ein kleiner Junge war, und nein, hier kommt jetzt, obwohl ich in Dresden ein solcher war, nichts über Erich Kästner, waren Indianerbücher ständige Begleiter meiner gelegentlichen Stubenhocker-Freizeit. Besonders hatten mir es die Geschichten von Liselotte Welskopf-Henrich angetan. doch soll es hier einmal nicht um diese Autorin gehen.

Einen ähnlichen Faible hat Brita Rose-Billert für die genannte übrig und auch ihre eigene Sicht.

Ich lernte die schreibende und reitende Erfurter Krankenschwester vor Jahren auf einer Buchmesse kennen und mit ihr neben anderen Figuren auch diese Maggie Yellow Cloud, deren Name auf das angezeigte Faible hindeutet, aber Yellow Cloud scheint ein geläufiger Name zu sein, beziehungsweise einer wirklich großen Familie zu gehören. 

Maggie ist Ärztin und nun ist eine Lakota Ärztin in Gefahr...

Montag, 14. August 2023

Caesar, Mary: Meine Reise zur Heilung - Überleben in der Residential School

Es ist noch nicht lange her, 1998/1999, da entschuldigte sich der kanadische Ministerpräsident und die beteiligten Kirchen, mehr oder weniger inoffiziell, für den Versuch, ganze indigene Kulturen auszulöschen: kurz für ein Menschheitsverbrechen mit genozidalen Merkmalen. Ausgerechnet Schulen dienten dazu.

Diese Residential Schools, in den USA oft Border Industrial Schools genannt, entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurden (in Kanada) bis 1996 (!) betrieben.

Die 1955 geborene Mary Caesar, Kaska First Nation, absolvierte eine solche Schule und begab sich auf ihren „Weg der Heilung“. Mit Kunst und Lyrik, Malerei und Erzählungen hat sie diesen autobiografischen Weg veröffentlicht. Sie überlebte die oft unmenschlichen Bedingungen in einer dieser kirchlich geführten Einrichtungen.

Samstag, 1. Juli 2023

Armstrong, Nancy M.: Kee - Der lange Marsch der Navajo

Die Navajo, oder Diné finden sich hier auf unserem Blog schon mehrfach. Das nun hier vor mir liegende Kinderbuch erzählt von einigen Jahren dieses nordamerikanischen indigenen Volkes, die schmerzhaft in die Geschichte der Navajos eingegangen sind, trotz eines einigermaßen glücklichen Endes.

Kee ist der Sohn von Strong Man und Gentle Woman, der mit der Großmutter Wise Woman und der kleinen Schwester Hasba. Noch gehören Raubzüge, bei denen Jagdbeute und Pferde und Schafe das Ziel sind zu den Gewohnheiten der Männer. Auch Strong Man geht dieser "Arbeit" nach, der kleine Kee will ihm dabei später nacheifern. 

Die amerikanische Regierung beschloss nun, die Navajos "umzusiedeln" und 300 Meilen weiter östlich in eine Reservation zu bringen. Damit beauftragte sie einen bekannten Armeeoffizier namens Kit Carson.

Nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges kam es dazu und 1863/64 erfolgte diese zwangsweise Umsiedlung aus Arizona nach New Mexico. 8000 Navajos begaben sich auf den Langen Marsch von Fort Defiance nach Fort Sumner.

Donnerstag, 3. November 2022

Spix, Ida: Die zerbrochenen Flöten - Jadefisch und Motecuzoma

Manche Bücher brauchen etwas länger. Dieses hier wurde mit bereits im letzten Jahr „übergeben“. Es war auf der BuchBerlin 2021. Kerstin Groeper betreute wie üblich den Stand des Traumfängerverlages, diesmal unterstützt von Angelika Danielewski, alias Ida Spix. Mal keine nordamerikanischen Indianer, dafür bewegen wir uns in südlichere Gefilde, wir reisen mit Ida Spix  nach Mexiko. Zunächst einmal in das reiche Tenochtitlan, dort wo Motecuzoma herrscht, während an der Küste ein gewisser Hernando Cortez anlandet. Wir sind also bei den Azteken angekommen, im Jahre 1519. Vor siebenundzwanzig Jahren landeten die Schiffe des Christobal Colon in der Karibik und nun steht Cortez mit „Hirschen“ und „Feuerschlangen“ im Reich des Herrschers der Azteken Motecuzoma II ( 1465 – 1520).

Soeben lernt der Fürstensohn Zwölf-Bewegung Jadefisch auf der Flöte das Blumenlied. Jadefisch soll der neue Ixiptla werden und damit zum neuen Abbild des Gottes Tezcatlipoca werden. Jedoch ist es die Bestimmung des Ixziptla, am Ende des Jahres selbst dem Gott geopfert zu werden. Der große Sprecher, Moctecuzoma ist zu Beginn noch nicht erfreut, denn das Flötenspiel des Sohnes von Nachtjaguar, einer von sechs Herrschern in Cholollan, der Stadt der Grünfederschlange, lässt noch zu wünschen übrig, die Töne sitzen noch nicht perfekt.


Doch Jadefisch wird es schaffen und hat nun ständig mit dem Großen Sprecher zu tun, Als Ixiptla des Tetzcatlipoca kommt er fast überall hin und lernt nun auch Maisblüte, die Tochter des Herrschers der Atzteken kennen, eifersüchtig überwacht von ihrer Mutter Quetzalmatte. Sie kommen sich näher...

Eines Tages steht der Gesandte des Callox von Castillan, den Königs von Kastilien, vor Motecuzoma, man begrüßt und beschenkt sich, das Volk schaut ehrfürchtig zu, der Herrscher seinem noch nicht zu erahnendem Untergang entgegen. 

Das Buch endet, als sich Motecuzoma und Jadefisch zu wehren beginnen: Krieg!

Donnerstag, 15. September 2022

Groeper, Kerstin: Taschunka-Gleschka-Win...

 --- geflecktes Pferdmädchen

Ein weißes Kind bei den Lakota

Schon oft nahm ich mir vor, dieses oder jenes Kinder- oder Jugendbuch aus dem Traumfänger Verlag zu lesen. Hier liegt nun die Geschichte von Mary vor mir, deren Lakota-Name Taschunka-Gleschka-Win lautet. Das ich nun zu diesem und demnächst zu weiteren Kinderbüchern der hier schon bekannten Autorin Kerstin Groeper greife, hat nicht vordergründig, jedoch auch nicht zuletzt mit der Diskussion um das Kinderbuch Der junge Häuptling Winnetou zu tun, welches der Ravensburger Kinderbuchverlag kürzlich zurückgezogen hat. Zum Film, auf dem dieses Buch beruht, habe ich hier bereits geschrieben. 

Inhalt. Mary, ein zehnjähriges Mädchen zieht im Jahr 1860 mit ihren Eltern und einem kleinem Bruder in Richtung Westen. Die kleine Farm, die der jähzornige Vater, der auch schnell zum Riemen greift, bewirtschaftete, wirft nicht genügend ab und viele Menschen von der Ostküste entschließen sich, ihr Glück im mittleren oder fernerem Westen zu versuchen. So ziehen sie auf den Oregon-Trail: 3500 Kilometer zu den Rocky Mountains.


Doch eine Krankheit lässt die Familie zurückbleiben und nun sind Vater, Mutter und der Bruder während des Trecks verstorben. Kann Mary, die den Planwagen ja nicht ziehen kann, mit ihrem Pony Tupfen den Wagenzug noch erreichen?

Das Mädchen zieht allein durch die Prärie.

Sie folgt den Wagenspuren, die sehr zahlreich im Staub und Gras verlaufen. Doch während Tupfen, das Pony hat ein geflecktes Fell, natürlich genug Gras findet, ernährt sich das Mädchen von Pflaumen und Wasser. Nach einigen Tagen fehlt ihr die Kraft aufzustehen.

Oregon Trail

Freitag, 26. August 2022

Winnetou - Ein Abgesang? - Teil 1

Am 26. August 2022, es war Freitag um 13:45 Uhr, besuchte ich mal wieder das hiesige Kino. Ich saß ganz allein in einem mittelgroßen Kinosaal. Die Schulferien waren vorbei. Trotzdem erzählte der Kartenverkäufer, dass in der letzten Woche noch bis zu 80 Personen den Film sahen. Das waren Kinder mit ihren Eltern und vielleicht ihren Großeltern. Zehn Reihen a 14 Plätze, das bedeutet, der Kinosaal war zu über 50 % belegt.

Keine Ahnung, ob der Entschluss eines bekannten Verlages, der Kinderbücher, Puzzles und Gesellschaftsspiele verkauft, daran eine Aktie hat. Es war der Entschluss, ein Kinderbuch zurückzurufen, weil es vor allem in den sozialen Medien und Printmedien zu Kritik kam, der sich der Verlag annahm. Am Montag zog Ravensburger das Buch zum Film „Der junge Häuptling Winnetou“ zurück. Der Film läuft immer noch. Und der Verlag hat nun erst recht einen Online-Shitstorm hervorgerufen, der sich kaum auf das Buch, sondern vielmehr auf die Figur des Winnetou der Bücher von Karl May und überhaupt auf dessen Werk bezieht.



Winnetou und Karl May. Winnetou ist vor allem ein deutscher Apatsche. Erfunden hat ihn der Hohenstein-Ernstthaler Karl May. Winnetou hätte auch ein Lakota oder ein Cheyenne oder ein Navajo (Diné) sein können. Schließlich waren die hier durchaus bekannten „Indianerkriege“ schon vorbei, als  Winnetou geschrieben wurde. Ein gewisser Tatanka iyotake und andere waren da schon bekannt und die toten Soldaten von Custers 7th. Cavalry mussten bereits 1876 am Little Bighorn River eingesammelt werden.

Samstag, 1. Januar 2022

Welskopf-Henrich, Liselotte: Kath in der Prärie

Ein Mädchen auf dem Weg inmitten von Rauhreitern, Scouts und Soldaten in der Prärie. Eine Munitionskolonne soll in das Fort am Niobrara gebracht werden. Dort möchte Kath ihren Vater treffen, einen älteren weißhaarigen Major der US-Armee mit Namen Smith. Mit dabei ist ein Leutnant Roach, der als Verlobter des Mädchens gilt, welches bisher von ihrer Tante Betty, einer wohlhabenden Witwe, erzogen wurden ist.

Die Munitionskolonne wird von einer Dakota-Abteilung überfallen, die ein gewisser Tokei-ihto führt. Die Auseinandersetzungen mit der US-Armee werden häufiger, da inzwischen der Bürgerkrieg in den Vereinigten Staaten beendet wurde. Wir befinden uns in der Mitte der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts, genauer im Jahr 1876, dem Jahr der Indianerschlacht am Litte Bighorn.


Kath trifft auf ein paar Männer, die im Laufe der Geschichte eine Rolle spielen werden. Da ist der Farmerssohn Adam Adamson, der Geld braucht, um das Land seines Vaters vor den großen Grundstücksgesellschaften zu retten, die die Hand nach dem mittleren Westen ausstrecken. Da sind Thomas & Theo, gutmütige Zwillinge, ehemalige Biberjäger, Fallensteller und Cowboys, der etwas weichherzige Tom sowie ein Händler und Schmuggler, der zahnlose Ben. Die alten Grenzer erzählen ihr von ihrem nicht leichten Leben im Grenzland. Erwähnt werden die Goldsucher und auch ein Indianeraufstand in Minnesota im Jahre 1962.

Samstag, 24. April 2021

Deloria, Ella Cara: Waterlily

Lange Zeit waren es fast ausschließlich Romane, historische Romane, die ich über „Indianer“ las, über die indigenen Völker vor allem Nordamerikas. Erst in den letzten Jahren wurde ich, nicht zuletzt durch inspiriert durch die Veröffentlichungen des Palisander Verlages, auf neuere Werke, Veröffentlichungen, aufmerksam, wiederum Romane aber auch Sachbücher.  Vermehrt las ich Bücher, die von Angehörigen der Völker selbst verfasst wurden, von diesen schrieb ich bereits auf dem Blog. Dabei waren die Biografie über Sitting Bull von Ernie la Pointe, die gesammelten Märchen und Geschichten in Roter Vogel erzählt von Zitkala-Ša oder das Buch Das Wunder vom Little Bighorn von John Oute Sica.

Wieder liegt ein Roman vor mir. Die Autorin von Waterlily, Ella Cara Deloria (1889 – 1971), Anpetu Waste-win (Schöner-Tag-Frau), ist vermutlich eine „Ausnahme-Indianerin“, ebenso wie Gertrude Simmons BonninZitkala-Ša (1876 - 1938). Diese Bemerkung beruht allein darauf, dass beide Dakota – Indianerinnen die „angebotene“ Schulbildung nutzten und als Erwachsene Schriftstellerinnen wurden. 

Waterlily. Die Geschichte einer Dakota / Lakota Frau und eigentlich deren Mutter Blue Bird. Blue Bird verlor ihre Eltern und Brüder durch einen Überfall während eines Jagdausfluges, gemeinsam mit ihrer Großmutter wurde sie in einer anderen Stammesgruppe aufgenommen, heiratete und gebar Waterlily (Mni Hčahča-win). Blue Bird wird von ihrem Mann verstoßen. Besucher im Dorf erkennen sie als Verwandte und sie kehrt mit Großmutter und Tochter zu ihrer alten Stammesgruppe zurück. Waterlily wächst nun hier im Kreise einer großen Familie auf. 

Samstag, 16. Januar 2021

Mack, Stephen: Es musste getan werden

 

Die Navajo Code Sprecher erinnern sich an den Zweiten Weltkrieg. Ihre Geschichten - Ihre Worte - Ihr Vermächtnis

* * *

Filmszene: Ein Corporal der US-Marines steht vor einem Major und erhält einen Befehl. Er soll einen Navajo Code Talker erstens beschützen und zweitens töten, wenn er in japanische Gefangenschaft geraten sollte. Diese wären ganz versessen auf den Code, der sich anhört als „sprächen die plötzlich unter Wasser“. [1]

WINDTALKER (2002) war kein sehr guter Kriegsfilm. Erstens weil es solche Befehle wohl nicht gab und zweitens, weil die Windtalker, abgeleitet von „die mit dem Wind sprechen“ vermutlich nicht mit einem Sergeant als Bewacher in vorderster Linie kämpften und eher den Befehlshabern der Platoons zugeteilt waren. Dreihundertfünfundneunzig Code Talkers nennt das vorliegende Buch. 

Warum ich den Film erwähne? Es war das erste Mal, dass ich von den Code-Sprechern hörte und der Bedeutung der „unverständlichen“ Navajo-Sprache, die kein Gegner entschlüsseln konnte.


Im Jahr 2020 verlegte der hier schon mehrfach erwähnte Traumfängerverlag ein Buch mit dem Titel ES MUSSTE GETAN WERDEN. In diesem Buch von Stephen Mack, Mitglied der Tohono O´odham Nation, erinnern sich die Navajo Code Sprecher an den zweiten Weltkrieg. Ich denke, es wurde Zeit, denn viele gibt es nicht mehr.

Freitag, 17. Juli 2020

Groeper, Kerstin: Donnergrollen...

... im Land der grünen Wasser

Im Capitol zu Washington hängt ein Bild. Es zeigt einen mörderischen Eroberer, vornehm Conquistador genannt. In Baracarroto, Spanien, steht ein Denkmal, welches ebenfalls diesen Mann namens Hernando DeSoto (1496 – 1542) zeigt. Zur Zeit werden Denkmäler von ihren Sockeln gestürzt. In den USA trifft es Sklavenhalter aus den ehemaligen Südstaaten, in London wollen Menschen sogar Hand an Churchill legen, sie stürzen einen Sklavenhändler in Bristol. In Neuseeland entfernen die Bewohner der Stadt Hamilton die Statue des Namensgebers. Auch die Monumente, die an Cristóbal Colón erinnern, sind hier und da schon kopflos geworden. Das DeSoto betroffen sei, habe ich noch nicht gelesen. Allein drei Countys, einmal in Mississippi und gleich zweimal in Florida, sind nach ihm benannt. Es gab sogar mal eine Automarke.

Was man nicht alles einreißen müsste, würde man die „Andenken“ an alle Verbrechen der Menschheit tilgen wollen. "Geschichte kann man nicht stürzen", das las ich gerade beim googeln. 

Besser ist, wir rücken die Geschichte in das rechte Licht, das richtige Licht. Das heutige Licht. Mit Hernando DeSoto hat dies Kerstin Groeper getan, die beim Schreiben des Romans Donnergrollen im Land der grünen Wasser die Denkmalstürmerei aber vermutlich nicht vor Augen hatte.

Doch sind Hernando DeSoto und sein Capitan der Lanzenreiter Juan de Anasco nicht die Hauptfiguren ihrer Geschichte. Kerstin Groper schreibt, wie könnte es anders sein, von denen, die durch die spanischen Eroberer erschlagen, gefoltert, verbrannt wurden, die den Reitern auf den riesigen „Hunden“ außer Pfeilen nicht viel entgegensetzen konnten und die allein durch den Kontakt mit denen, die über das Meer kamen, in unglaublichen Epidemien dahingerafft wurden.

Sonntag, 5. Juli 2020

Starita, Jo: Häuptling Dull Knife...


Das Magazin für Amerikanistik liegt vor mir und ich lese gespannt den zweiten Teil zum Kampf der US-Kavallerie gegen die vereinten indianischen Stämme am Little Bighorn und die Bedeutung der Revolver in diesem letzten großen Kampf nicht nur von Cheyenne und Lakota. Beim Weiterblättern finde ich einen Artikel mit der Überschrift „Ich sage dir, wir gehen heim!“ Die Cheyenne-Anführer Little Wolf und Dull Knife führen ihr Volk quer durch den mittleren Westen unter großen Entbehrungen aber auch militärischen Erfolgen...

Das kenn ich doch. Na klar, IM LICHT DES FAHLEN MONDES erzählt Kerstin Groeper davon. Vor vier Jahren habe ich über das tolle Buch geschrieben; noch länger steht die Familiengeschichte der DULL KNIFES im Regal, geschrieben von Joe Starita. Nun ist es Zeit, dieses Buch vorzustellen.


Samstag, 29. Februar 2020

BlogPost Nr. 160: Februar 2020

Nein, Schneeglöckchen habe ich noch keine entdeckt. Dafür aber Schwäne auf den Seen und Kraniche auf den Feldern.

Der Februar 2020 ist anscheinend der magerste Monat im gesamten Blogdasein. Nur im Jahr 2018 gab es bisher solch lahme Sommermonate.

Hier die Blogposts zur Erinnerung;
Beiträge im Juni 2018: BlogPost 124
Beiträge im Juli 2018: BlogPost 125 - Die hieß sogar Sommerloch.


Der August 2018 war auch schwach und hatte, genau wie der jetzige Februar, noch eine Eigenheit aufzuweisen: Er gehörte mit allein. Der TinSoldier ist gerade abgetaucht und Anne Parden vergnügt sich am Garda-See.


Da bleibt nicht so viel.


Donnerstag, 27. Februar 2020

Zwei Bücher zum Thema Indianer in der Gegenwart

Über Leonhard Peltier – Mitch Walking Elk

Ein Leben für die Freiheit – Michael Koch / Michael Schiffmann
Ich werde mich nie ergeben – Mitch Walking Elk (Autobiografie)

Zu Beginn
Es war während der Buchmesse 2016. Ich hörte in einer Buchvorstellung erstmal von einem Sioux – Indianer namens Leonard Peltier. Michael Koch und Michael Schiffmann stellten ihr Buch EIN LEBEN FÜR DIE FREIHEIT vor. Es handelt von der Rolle eines seit Jahrzehnten inhaftierten Indianers im indianischen Widerstand. Ein dickes Buch...

Im letzten Jahr fällt mir ein weiteres Buch in die Hände, diesmal ist es eine Autobiografie von Mitch Walking Elk, einem Cheyenne / Arapahoe, auch er in Kämpfer für die Rechte der indianischen Völker. Es war nicht auf einer Buchmesse, die Karl-May-Festspiele in Radebeul waren da mein Ziel. 

Bei beiden Veranstaltungen natürlicherweise mit dabei: Kerstin Groeper vom Traumfänger-Verlag, in dem beide Bücher verlegt wurden.


Mittwoch, 19. Februar 2020

Rose-Billert, Brita: Sheloquins Vermächtnis


Zu Beginn
Indianerbücher haben sich irgendwie weiterentwickelt – Oder auch wieder nicht. Richtige Indianerbücher sind keine reinen Abenteuerbücher mehr, wobei dies schon für James Fenimoore Cooper nicht zutraf, denn der brach die sprichwörtliche Lanze für die untergehenden, die letzten Mohikaner.

Heute informieren erstklassige Indianerbücher über die unterschiedlichsten Stämme, oder besser Völker, deren Traditionen und Gewohnheiten und Lebensräume, sowohl früher wie heute. Trotzdem finden wir den „alten“ Indianerroman, der schon deswegen seine Berechtigung hat, weil man ja sonst erforderlich wäre, Sachbücher zu lesen. Vor dem Sachbuch aber kommt für mich das Abenteuer, der Roman. So wie bei Brita Rose-Billerts neuestem Buch: SHELOQUINS VERMÄCHTNIS.

Überhaupt Indianer: Vor dem Auge der meisten Deutschen taucht das Bild der Büffel jagenden, mit Adlerfederkronen geschmückten Reitervölker der Prärie auf, die sogenannten Plainsindianer. Doch gibt es unzählige Völker mehr. Da wir uns nach British Columbia begeben, verweise ich hier mal auf die Liste der in Kanada anerkannten Stämme hin. 

Samstag, 4. Januar 2020

Erdrich, Louise: Die Wunder von Little No Horse

Dieser Roman war der letzte, den ich im Jahr 2019 las - keine schlechte Wahl! Gelesen habe ich ihn im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, wofür der Verlag dankenswerterweise Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt hat.

Im Rahmen der Leserunde erwies es sich, dass der Roman vollkommen unterschiedlich aufgenommen wurde. Von einem Stern bis hin zu fünf Sternen gab es da tatsächlich alle Bewertungskategorien. Zum Glück gefiel mir der Roman deutlich besser als einigen anderen Lesern. Ganz sicher werde ich in Zukunft noch mehr Romane von Louise Erdrich lesen - die Autorin mit indianischen Wurzeln ist wirklich eine Empfehlung... Doch nun erst einmal zu diesem Roman:


Mittwoch, 11. Dezember 2019

Schmäling, Marcel: Tecumah und der Orca

Eine Geschichte über das Volk der Makah.

Die Makah, so zeigt es eine Seite dieses Kinderbuches, lebt im Nordosten der USA, im Bundesstaat Washington. Es ist "das Volk, das an den Felsen und bei den Seemöwen lebt". (wiki)

Von denen hatte der Bücherjunge noch nichts gehört und gelesen bis zur Messe BuchBerlin im November 2019. Da traf er wieder einmal auf eine liebe Freundin, den Kerstin Groeper hatte auch auf dieser Messe ihren Stand.

* * *

Mittwoch, 27. November 2019

Groeper, K./ Bieber-Geske, S.: Abenteuer...

...in der Lübecker Bucht

Letztlich, auf der Messe BuchBerlin, ging es am Stand des Traumfängerverlages um Kinderbücher und vor allem darum, dass diese wenig gekauft werden. Vielleicht stimmt es, dass junge Eltern die „Daktari – Variante“* bevorzugen.

Hier geht es nun erst einmal um „Ostsee-Indianer“, die Abenteuer an der Lübecker Bucht erleben. Lilly und Nikolas treffen im Urlaub auf Mattis, Finn, Helena und die Zwillinge Lara und Linus. Gleich gründen sie den Stamm der Ostsee-Indianer. Dann ist da noch Raven, der Sohn von Susanne, die den Eltern von Lilly das behagliche Urlaubshäuschen vermietet hat. Der schwarzhaarige Junge, der zu seiner Mutter „Mom“ sagt, scheint ein Geheimnis zu haben.**

Natürlich werden die Kinder Abenteuer ohne Ende erleben, schon bevor der Showdown beginnt, bei dem Fledermäuse keine unerhebliche Rolle spielen und die „Ostsee-Indianer“ Verstärkung erhalten...