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Montag, 14. August 2023

Caesar, Mary: Meine Reise zur Heilung - Überleben in der Residential School

Es ist noch nicht lange her, 1998/1999, da entschuldigte sich der kanadische Ministerpräsident und die beteiligten Kirchen, mehr oder weniger inoffiziell, für den Versuch, ganze indigene Kulturen auszulöschen: kurz für ein Menschheitsverbrechen mit genozidalen Merkmalen. Ausgerechnet Schulen dienten dazu.

Diese Residential Schools, in den USA oft Border Industrial Schools genannt, entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurden (in Kanada) bis 1996 (!) betrieben.

Die 1955 geborene Mary Caesar, Kaska First Nation, absolvierte eine solche Schule und begab sich auf ihren „Weg der Heilung“. Mit Kunst und Lyrik, Malerei und Erzählungen hat sie diesen autobiografischen Weg veröffentlicht. Sie überlebte die oft unmenschlichen Bedingungen in einer dieser kirchlich geführten Einrichtungen.

Donnerstag, 26. Mai 2022

Ujayli, Shahla: Unser Haus dem Himmel so nah

Bücher fallen mir in die Hände oder vor die Augen. Seltener suche ich nach bestimmten Büchern und nach diesem hier habe ich auch nicht gesucht. Hinzu kommt, es ist ein Rezensionsexemplar, welches mir von Literaturtest angeboten wurde. Die Schlagworte, die mich in dieser Mail ansprachen lauteten Aleppo und Raqqa. Die Autorin, Shahla Ujayli ist in Raqqa geboren und in Aleppo aufgewachsen, zwei Städte, die heute vom Krieg gezeichnet sind.

„Als wir noch klein waren, hieß es immer, in fernen Ländern gäbe es Krieg, Tod, Misshandlungen, Vertreibung, Krankheit, Zerstörung, Armut und Erniedrigung. Ich habe immer fest geglaubt, dass diese fernen Länder auch fern bleiben würden. Niemals wäre mir eingefallen, dass mein eigenes Land betroffen sein könnte.“ (Schutzumschlag)

Das Buch ist ein Kaleidoskop, denn es führt uns durch ein ganzes Jahrhundert in Syrien. Es ist ein arabisches Buch, denn dem unkundigen Rezipienten schwurbelt etwas das Gehirn vor den vielen Namen, unterschiedlichen Familien, Generationen. 


Das Haus, das dem Himmel so nah ist, gibt es nicht mehr, wohl aber die Erinnerungen. Voller Erinnerungen ist dieser Roman, der nicht die „Männer und Söhne“ sondern die „Frauen und Töchter“ in den Vordergrund stellt.