Donnerstag, 22. Januar 2026

Gottwald, Josefine: Die Eiselfen (I-III)

Litterae - Artesque liest Fantasy!

Ja, das kommt vor. Zugegeben, der Rezensent ist gegenüber „nichtklassischer“ Fantasystoffe generell skeptisch. Eigentlich sind Fantasystoffe wiederum immer irgendwie klassisch, irgendwas kommt immer vor: Elfen, Alben, Elben, Zwerge, Drachen, Könige, Götter, Druiden, Prister, Zauber, Magie…

Und irgendwie, da bin ich ein wenig stur, wurde durch DER HERR DER RINGE und Klett Cotta - Bücher (also J.R.R. & C. Tolkien - Bücher) sowie GAME OF THRONES alles gesagt. Selbst THE HOUSE OF DRAGON empfinde ich schon fast überflüssig wie DIE RINGE DER MACHT.

Und so einer liest plötzlich Fantasy? Und dann noch gleich eine neunbändige Reihe? Lest über das Ergebnis der Lektüre hier…




  • DNB / Eiselfen I  - Das Bündnis / Thalia - Tolino / EAN: 9783754628409 / EPUB
  • DNB / Eiselfen II -  Thírions Erbe / 15.12.2021 / Thalia - Tolino / EAN: 9783754628690 / EPUB
  • DNB / Eiselfen III - Der Kodex / Thalia - Tolino / EAN: 9783757923174 / EPUB
Zu Beginn wird Auriél, eine Sternenpristerin der Auenelfen von irgendwem irgendwohin entführt. Auriél ist die Schwester des Königs der Auenelfen. Außerdem kommt Jordis, eine Schäferin der Menschen in das Land der Elfen…
Luthién wird, nachdem sein despotischer Vater Thírion im Kampf gefallen ist, widerwillig König der Eiselfen. Die Fortsetzung des Krieges gegen die Auenelfen wird durch die Hochzeit von Auriél und Luthíen vermieden. So wird ein neues Bündnis geschmiedet.

Diese Elfen-Völker waren einmal eins, nun sind sie zerstritten. Während Luthíen das Landbereist, hockt Auriél zuhause, bedient oder umsorgt von Jordis, die ihre Zofe wurde. Im Osten des Landes herrscht der Tyrann  Hrimnir, der brutal gegen die Trolle in seinem Land vorgeht und diese in seinen Bergwerken versklavt. Wird Luthíen sich durchsetzen können? Thírions Erbe wirkt auf verschiedene Art und Weise…

Im dritten Band erfahren wir, dass die Elfen-Völker einst geeint waren. Das Volk der Hochelfen bittet den König der Eiselfen um Hilfe, denn überall bei ihnen werden Elfen Opfer in Erdspalten, die sich plötzlich auftun und wieder schließen. Werd es gelingen einen neuen Rat der Herrscher der Elfenvölker zu bilden und der Gefahr zu trotzen? Gilt der Kodex von einst noch?

* * *
Das ist der der grobe Handlungsfaden der ersten drei der kurzen „Bücher“ über die Eiselfen, die sich durchaus spannend lasen, auf jeden Fall wollte ich schnell wissen, wie die Handlung weitergeht. Selbst die eBooks weisen diesmal eine schöne Gestaltung auf, denn einfache Kohle oder Bleistiftzeichnungen (Martin Mächler) helfen dem Leser, sich diese oder jene Szene vorzustellen. Wenn die Hauptfiguren Luthíen und Auriél heißen, muss ja was aus den beiden werden: Es ist nicht zuviel verraten: dieses Paar, dass sich bald lieben lernt (erotische Szenen für die Leserinnen und Leser ab 16 eingeschlossen), muss doch große Abenteuer bestehen.  
„ EISELFEN behandelt basalpolitische Themen und Komplexe der psychologischen Beziehungsentwicklung. Vertrauen, die Entstehung von Zuneigung und der Umgang mit dem Wunsch nach Rache sind Herausforderungen der Figuren.“ (Infomappe der Autorin)

Band 4 - 9
Derartig formuliert habe ich Fantasy-Literatur noch nicht beschrieben gelesen, unter solchen Gesichtspunkten würde ich eine solche Märchen- oder sagenhafte Geschichte nicht einordnen. Gleichwohl stimmt es. Es stimmt aber auch, dass viele Aspekte solcher Geschichten sich wiederholen. Die Namen gleichen denen der Elfen im Herrn der Ringe (Luthíen und Beren ist DIE Liebesgeschichte von Mittelerde, Luthíen ist dabei allerdings die Geliebte), wir sehen beim Lesen aber auch unterschiedliche Elfenvölker beschrieben und denken dabei dann auch mal an Skandinavien und die Wikinger. Eigentlich fehlen nur die Drachen, Zwerge werden durch die Trolle ersetzt. 

Das aber sind nur meine Gefühle und Überlegungen, Fantasy-Literatur ist in einer Menge verfasst wurden, die Ähnlichkeiten nicht nur erwarten lässt, sie erfordert diese, denn genau in dieser Welt wollen die Fans nun mal leben. Gelegentlich, und das möchte ich hier betonen, gefällt halt auch mir. 

* * *

2014 mit Josi und Bianca 
Vor zehn Jahren
schrieb ich über J. Gottwalds Die Krieger des Horns, und ebenso über ihr „Kinder-Pferde-Buch“ Zwischen Steppe und Sternenhimmel, das mir sehr gut gefiel. Auf der Schriftgut 2014 lernten wir uns kennen. (Das ich damals auch erstmals eine Lesung von Ralf Günther besuchte, tut hier - fast - nichts zur Sache.)    Die Autorin, 1988 in Jena geboren, ist in der Literaturszene um Dresden und Pirna zu Hause, hier betreut sie Schreibkurse (Pirna schreibt) und vieles mehr. Das Literaturnetz Dresden schreibt über sie:
„In ihren Romanen verbindet Josefine Gottwald emotionale Konflikte mit lebensphilosophischen Gedanken. Ihre Faszination für Mythologie und Volksglauben brachte sie in Berührung mit magischen und historischen Themen und entwickelte ihre Vorliebe für archaische Kulturen. Sie interessiert das menschliche Zusammenleben in all seinen Facetten. Ihre Figuren sind dabei Nixen, Elfen oder Vampirinnen; sie verkörpern weibliche Naturverbundenheit ebenso wie den Kampf des Urvertrauens gegen die tiefsten Ängste.“

 © Der Bücherjunge



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