Johanna, deren Augen meist offener sind, als es gut sie wäre. beobachtet dann auch einen kleinen und einen großen Mann, die etwas transportieren, was seltsam aussieht. Dass sie dabei mit gerafften Rücken hinter einem Gebüsch hockt, was ja manchmal sein muss, passt zur Arbeiterin Mechthild...
Es dauert diesmal etwas länger, aber bald führt der Fall mit mehreren Toten ohne Zähne die beiden wieder zusammen. Auch Arsen ist im Spiel. In den Tapeten und anderswo.
* * *
Bereits beim ersten Band, indem es um den Herzschlag der Toten ging, staunten Leserinnen und Leser über die Möglichkeiten von Kriminaltechnik und Rechtsmedizin. Doch gab es damals schon Organhandel? Transplantationen? Diese Frage beantwortet Ralf H. Dohrweiler in diesem Buch. Es ist wieder ein spannender, ein informativer historischer Krimi, der auch ein Zeitkolorit darstellt, die Hamburger Viertel, die Pferdekutschen, das Elend in den Fabriken - alles tritt plastisch hervor, ist flott geschrieben und löst das Rätsel erst zum Schluss.
Dazwischen eine enthusiastische und gleichzeitig etwas naive junge Frau mit hohem sozialem Empfinden: Johanna Arendt ist der bunte Tupfer, der nach einer Fortsetzung schreit, die mit dem Romanende bereits angelegt scheint.
Ach ja, da ist noch was: Wer bereits Angst vor Zahnarztspritzen hat, der bekommt sicher Phantomschmerzen. Wenn ich mir die riemengetriebenen und damit langsamen Zahnarztbohrer meiner Kinderzeit aus dem Gedächtnis rufe, dann graut mir ein wenig auch. Der erste Zahnarztbohrer, fußbetrieben wie die Nähmaschinen unserer Urgroßmütter, wurde 1872 erfunden. Da hilft es mir und den vielleicht zahnarztgebeutelten Leserinnen und Lesern nicht zu lesen, dass bereits die alten Etrusker Zahnersatz kannten. Für solche Geschichten weise ich mit diesem Link einmal hin und warte nun darauf, ob die Eltern der Johanna diese nun "endlich" unter die bürgerliche Haube zwingen.
©️ Bücherjunge

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