Mittwoch, 31. Januar 2024

Follett, Ken: Die Waffen des Lichts - Kingsbridge 5

Lang ist es her, seit in Kingsbridge „Säulen in die Erde gerammt wurden“, als Prior Philipp mit Tom Builder den Bau einer Kathedrale plante. Follett erzählte bereits 1990 davon. Vermutlich war die Entwicklung zu einer „Kingsbridge-Saga“ noch nicht geplant. Die wurde mit DIE TORE DER WELT (2007) fortgesetzt, weitere zehn Jahre später folgte DAS FUNDAMENT DER EWIGKEIT – hier die Buchbesprechung. Bereits drei Jahre später führt uns der Autor weit zurück ins Jahr 997. Es geht um eine Brücke für den König und daher hat Band vier das fiktive Kingsbridge auch im Namen: Kingdbridge - Der Morgen einer neuen Zeit. Dazu findet sich die Buchbesprechung hier.

Die fiktive Grafschaft Shiring ermöglicht es dem Autor, ganze Epochen dort anzusiedeln, ohne auf den Ort und seine Ursprünge immer wieder eingehen zu müssen. Natürlich verweist er auch im vorliegendem Buch auf bisher auftretende "Kingsbridge-Persoen". Hier nun, im neuesten Band, erzählt er die Geschichte von Webern, Tuchmachern und von einem in ganz Europa tobenden Krieg.

Kingsbridge: Ein Thema, welches den Bestseller-Autoren Follett nun seit über dreißig Jahren umtreibt...


Montag, 29. Januar 2024

Perbandt, Anna: Das Pensionat am Holstentor

Was eigentlich hat mich so begeistert an den Frühlingsschwestern, die Anna Perbandt bei der abwechslungsreichen Lesung am 6. Oktober 2023 in Ingolstadt im Kreise weiterer Autorinnen vorstellte?

Das ist ziemlich schnell erklärt: Ich sah Lübeck vor mir. Das Holstentor, die von der Obertrave abgehenden Straßen in die Innenstadt, die schmalen Durchgänge zu den Hinterhöfen der Kaufmannshäuser wuchsen vor dem hörenden „Auge“ auf. Ich sah die Kutsche des Grafen Jago abbiegen in die Große Petersgrube (Straße in Lübeck), wo das Pensionat der Frau Eggers auf die Aufnahme seiner Schwester Nora wartet. Ich weiß nicht mehr, welche Szenen Anna Perbandt las, vielleicht die, in der Nora von Jago von ihrer zukünftigen Lehrerin Gesche Petersen in einem solchen Hinterhofgang in der Engelsgrube (Straße) in der Nähe des Hafenviertels gerettet wird...

Ich weiß, ich war begeistert, denn Lübeck ist eine Stadt zum Verlieben, seit ich dort vor neun Jahren endlich mal einen längeren Lehrgang im Sommer genoss und so die Altstadt kreuz und quer durchwanderte...


Samstag, 27. Januar 2024

Ourghi, Abdel-Hakim: Die Juden im Koran... (Palästina und Israel 2023 - Part 3)

In großen Teilen der Welt demonstrieren Menschen wegen des neuen Gaza-Krieges, den der Staat Israel gegen die HAMAS, der palästinesisch-sunnitisch-islamistischen Organisation, die am 7. Oktober 2023 einen umfassenden Terroranschlag mit über tausend Toten und mehreren hundert entführten meist israelischen Staatsbürgern beging. Die Versammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen richten sich entweder gegen die terroristische Organisation oder gegen den Staat Israel, der die HAMAS endgültig beseitigen will und den Proteste aus aller Welt über die Art der Kriegführung scheinbar wenig beeindrucken.

Dabei zeigt sich mehr als zuvor, dass die Kritik zur Kriegführung gekoppelt oder ersetzt wir durch antijudaistische, antiisraelische und vor allem antisemitische Sprüche und Sprechchöre. „Free, free palestine, from the river to the sea“ tönt es nicht nur gelegentlich. Der Spruch verlangt die Vertreibung der Juden vom Jordan bis zum Mittelmeer und damit die Auflösung, das Verschwinden des Staates Israel.

Warum ist dies so? Oder anders gefragt, gibt es dafür Gründe, die vielleicht weit vor der Einwanderungswelle von meist osteuropäischen Juden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nach Palästina und damit weit vor der Gründung des Staates Israel liegen?

Mittwoch, 10. Januar 2024

Rath, Hans: Und Gott sprach: Wir müssen reden!

 

Jakob Jakobi hat das Glück verlassen. Geschieden, pleite, beruflich gescheitert und mit einer blutige Nase vom Neuen seiner Ex: So gebeutelt trifft Jakobi auf Abel Baumann, einen ebenfalls glücklosen Zirkusclown. Der leidet offenbar an einer kuriosen Persönlichkeitsstörung, denn er hält sich für Gott. Und sucht einen Therapeuten. Jakob ist fasziniert von den vielfältigen, aber seiner Meinung nach komplett irdischen Talenten des sympathischen Spinners. Doch bald ist der Psychologe nicht mehr so sicher, mit wem er es wirklich zu tun hat. Und wer hier eigentlich wem hilft… (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / Kuebler Hörbuch / 2013 / ISBN:  978-3863460686 / 414 Minuten
 
Reihe: Jakob Jakobi Bd. 1
 
 
 
 
 
 
Eine Trilogie, die mich schon lange reizte - und nun habe ich die Hörbücher entdeckt. Wenn man hohe Erwartungen hat aufgrund so vieler positiver Stimmen zum Buch, kann das schnell in einer Enttäuschung enden. Wie es hier war? Lest selbst!

Dienstag, 9. Januar 2024

Pieper, Tim: DER MINNESÄNGER - Hartmann von Aue und der Codex Manesse

Es war vermutlich die erste Leserunde, an der ich teilnahm, damals im Mai 2010, im zweiten Jahr der "Buchgesichter". Tim Pieper stellte sich der Leserschaft mit seinem Debütroman DER MINNESÄNGER. Die Rezension vom 11.05.2010 erschien dann gleich nach Einrichtung dieses Blogs als erste. Nun begegnete mir dieser Hartmann von Aue in der Großen Heidelberger Liederhandschrift, dem sogenannten Codex Manesse, die zwischen 1300 und 1340 entstand. Warum? Erika Weigele brachte 10 Jahre nach dieser Rezension ihren Roman DER BUCHMALER VON ZÜRICH heraus. Die digitale Blätterei erinnerte mich zwangsläufig an den Beginn der "Bloggerei".

Erstaunlich, wie viele Namen von Dichtern dieser Codex Manesse aufweist. Wir finden da natürlich den Walter von der Vogelweide, den Wolfram von Eschenbach, Tannhäuser und Heinrich III von Meißen. Ja genau der, den Sabine Ebert in DER SILBERBAUM - Die siebente Tugend porträtiert und dessen dichterische Fähigkeiten sicher noch eine Rolle spielen werden.

Besagter Erika Weigele verdanke ich es nun, diese spezielle (laienhafte) Literaturrecherche beginnen zu können und komme damit auf Hartmann von Aue zurück. Doch hier erstmal die Rezension aus dem Jahre 2013.

Montag, 8. Januar 2024

Baum, Beate: Erwarteter Todesfall

"Wem spielt der Tod des Rentners Manfred Haase in die Hände? Dem Jazzmusiker Janosch, der seinen Lebensunterhalt als Altenpfleger bestreitet, jedenfalls nicht. Journalistin Kirsten Bertram ist sicher, dass er zu unrecht unter Mordverdacht steht, und recherchiert bei Pflegediensten und der Verwandtschaft des Opfers. Vielleicht ist sie aber auch nicht objektiv: Während eines Interviews war sie dem Musiker näher gekommen als geplant."

Diese Zeilen finden wir auf der Webseite der Wahldresdnerin Beate Baum zu ihrem neuesten Kirsten-Bertram-Krimi, es ist bereits der neunte Fall, den sie gemeinsam mit ihrem Mann Andreas und ihrem amerikanischen Freund Dale lösen muss. Der Grund dafür ist für die inzwischen 50jährige investigative Journalistin ein sehr persönlicher und beziehungsgefährdender. Dale scheint diesmal nicht gleich die große Hilfe zu sein. Liegt das an seiner Beziehung zu Franziska, die Kriminalhauptkommissarin, die den Todesfall Haase bearbeitet? Die trat bereits in Fall 8, Dresden rechts außen, in das Geschehen ein.

Samstag, 6. Januar 2024

Kling, Marc-Uwe: Der Spurenfinder (Hörbuch)

 

Elos von Bergen hat das Spurenfinden eigentlich an den Nagel gehängt, seit ein Fall mit einem nachtragenden Nachtmagier ihn und seine Kinder Ada und Naru fast das Leben gekostet hätte. Darum wohnen die drei nun seit einigen Jahren in Friedhofen, dem verschlafensten Dorf des gesamten Königreichs. Dort arbeitet Elos – sehr zum Leidwesen der Kinder, die sich in dem Kaff unsäglich langweilen – an der Niederschrift seiner zwanzigbändigen Memoiren. Doch dann geschieht ausgerechnet in Friedhofen ein rätselhafter Mord, der den Spurenfinder in den verzwicktesten Fall seines Lebens hineinzieht. Und wenn er glaubt, seine Kinder würden derweil zu Hause bleiben und Däumchen drehen, täuscht er sich gewaltig. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Hörbuch Hamburg / 2023 / ISBN: 978-3-8449-3683-4 / 464 Minuten
 
Marc-Uwe Kling bei Litterae Artesque: Quality Land I und II, Das Klugscheißerchen 





Marc-Uwe Kling wagt sich in neue Gefilde vor. Mit seinem neuesten Werk bietet er einen interessanten Genremix aus Fantasy, Krimi, Jugendbuch und Humor - und geschrieben hat er es gemeinsam mit seinen Töchtern. Freundlicherweise erhielt ich das Hörbuch als Rezensionsexemplar über NetGalley, wofür ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. Ob die Autorenlesung auch diesmal wieder ein Hörvergnügen war, könnt Ihr hier nachlesen:

Freitag, 5. Januar 2024

Sarid, Yishai: Schwachstellen

Leicht war es nie: Sivs Vater ist ständig pleite, seine Mutter geht mit einem Arzt fremd und seine jüngere Schwester ist in die Drogensucht abgerutscht. Auch bei den Frauen kann er nicht punkten. Aber als professioneller Hacker - der Beste und Begehrteste in seinem Fach - wird er auf Händen getragen. Seine Aufträge in Israel und im Ausland werden politisch immer brisanter. Als er in einem europäischen Land ein Abhörsystem für Mobiltelefone installieren muss, um Regimekritiker ausfindig zu machen, kommen bei ihm erste ethische Skrupel auf. Einerseits redet er sich ein, nur seinen Job zu erfüllen - und andererseits kann er es immer weniger lassen, Sicherheitslücken von Smartphones mehr und mehr auch für private Zwecke zu nutzen… (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / Kein&Aber / 2023 / ISBN 978-3-0369-5016-7 / 288 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein Leserundenbuch bei Was liest du? war dieser Politthriller mit dem verlockenden Klappentext. Eine beängstigende Vision, die womöglich gar nicht so weit von der Realität entfernt ist - sie hinterlässt einen verstörenden, bleibenden Eindruck! Mehr dazu könnt Ihr gerne hier lesen:


Mittwoch, 3. Januar 2024

Weigele, Erika: Der Buchmaler von Zürich

Aus einem solchen Prolog kann einfach alles werden. Wenn im November 1253 ein Säugling im Stift des Großmünsters abgegeben wird. Wer ist der der Junge? Wer wird der Junge? Was ist sein Stand? Eine Frage, die heute sicher weniger gestellt werden würde. Auf jeden Fall ist der Junge nicht mittellos, jährlich gehen Zahlungen, sein Fortkommen und seine Ausbildung scheint gesichert: Erika Weigele teilt uns bereits im Buchtitel mit, der Junge wird wohl Der Buchmaler von Zürich.

Zwanzig Jahre später erfahren wir, dass Bertram Ziehsohn eines der Chorherren geworden ist, Konrad von Mure hat ihn unter seine Fittiche genommen. Er liest und schreibt in mehreren Sprachen und er illustriert auch schon Bücher. Für diese bracht man im 13. Jahrhundert noch Pergament. Dieses herzustellen bracht es Gerber und dann Pergamenter, unzählige Ziegen müssen das Zeitliche segnen, denn Pergament wird aus Tierhäuten hergestellt. Fides ist die Tochter eines Pergamenters und dieser begegnet eines Tages dieser Bertram... eigentlich hat Konrad (1210 – 1281), ein Gelehrter, und Kantor am Großmünster andere Pläne mit Bertram.

Der wird mit später mit Heinrich II. von Klingenberg (1240 - 1306) bis nach Lyon ziehen und dort eine Menge lernen. In Lyon findet ein Kirchenkonzil statt und Bertram benötigt eine päpstliche Dispens für seine ihm unbekannten Eltern, um nicht als Bastard zu gelten...

Zu Hause arbeitet er auch für Rüdiger Manesse (1240 – 1304) einen der Züricher Ratsherren, der sich um die juristische und zeitgenössische Literatur verdient gemacht hat.

Doch das Geheimnis um Bertrams Herkunft führt Gegner auf den Plan. Gegner mit Mordabsichten, diese kommen aus höheren Kreisen; gegen die Verbindung von Fides und Bertram ist auch Fides Mutter, die besonders gern den Predigten eines barfüßigen Franziskanermönches lauscht...