Sonntag, 23. September 2018

Günther, Ralf: Als Bach nach Dresden kam

J.S. Bach  (Wikipedia)
Mehrfach besuchte ein gewisser Johann Sebastian Bach Elbflorenz. Konzerte fanden an verschiedenen Orten statt, zu manchem Musiker hielt er persönlichen Kontakt. Von der h-Moll-Messe ist zu lesen, die dem Kurfürst Friedrich August II, König August III. von Polen gewidmet wurde. Auch die sogenannten Goldberg-Variationen haben mit Dresden zu tun. In der sächsischen Landeshauptstadt gibt es, wie anderso, ein Bachfest.



Nun wurde eine Geschichte niedergeschrieben, nach der Bach (1685 - 1750) in Dresden an einem Orgelwettbewerb teilnehmen sollte. Ralf Günther, inzwischen vielen Dresdnern durch seine Dresden-Romane geläufig, erzählt, wie Jean Baptiste Volumier (1670 - 1728) im Auftrag des Starken Augusts den französischen Organisten Louis Marchand (1669 - 1732), ehemaliger Hoforganist Ludwig XIV.,  an den sächsischen Hof bringen sollte. 

Argwöhnend, dass sein Amt des Direktors der französischen Hofmusik dadurch gefährdet sein könnte, ersinnt er einen Wettbewerb und reist ohne Order nach Weimar, um den damals noch jungen und schon bekannten Komponisten und Organisten zu einem Wettbewerb in Dresden zu überreden.



Marchand (Wikipedia)

Aber ist die Geschichte denn wahr? Nach Ralf Günter kam es nie zum direkten Wettbewerb. „Das bis heute wohl berühmteste Duell der Musikgeschichte, ebenjenes, von dem wir hier gelesen haben, fand 1717,... gar nicht statt.“  (Seite 149) Doch der Franzose bekam wohl Hummelsausen. Schade.


In einem Roman darf der Autor ein klein wenig schummeln und so bekommen wir eine kleine, wieder einmal sehr interessante und schön geschriebene Geschichte vorgelegt: Die Lektüre löste umfangreiche Googelei aus.

Auf 158 Seiten gab es viel zu erfahren über die genannten Musiker, klar, Bach war mir bekannt, die anderen beiden allerdings nicht. Dann schon eher die Zeit, in der dieses „Tastenduell“ ausgetragen werden sollte, während Graf Flemming die rechte Hand des Kurfürsten und Königs war, die Zeit der Intrigen, Mätressen und Ausschweifungen am Hof dessen, der auf goldenem Ross heute noch in Richtung Polen schaut.


Luis Marchand 1er livre d'orgue (1700)


Marchand und Bach sind auf YouTube umfassend vertreten, das musikalische Werk des Jean-Babtiste Volumier verbrannte 1760 im Siebenjährigen Krieg, (Seite 150) daher ist er heute ziemlich unbekannt. Hat ihm Ralf Günther vielleicht sogar ein Denkmal gesetzt?


Johann Sebastian Bach, h-Moll-Messer, BWV 232

Diese und andere Informationen finden wir im Anschluss an den Text des schmalen Bandes aus dem Kindler-Verlag. Dem Autor gab wohl der Organist und Bach-Experter Jan Katschke die Idee, er hat auch das Nachwort verfasst und rückt damit die Geschichte in das korrekte historische Licht. 

Die Lektüre lohnt sich, vor allem für Dresdner Musikliebhaber und Freunde auch der kleineren Geschichten. Möge Ralf Günther noch so einige derartiger Geschichten zu Papier und in Druck bringen. Es scheint seine spezialität zu werden nach Das Weihnachtsmarktwunder und Die Badende von Moritzburg.


DNB / Rowohlt Verlag (Kindler) / Reinbek 2018 / ISBN: 978-3-463-40706-7 / 157 Seiten

© Dresdner Bücherjunge


Freitag, 21. September 2018

Herzog, C.M.: Der Steineiche goldene Zweige

DICHTUNG IN GESÄNGEN lautet der Untertitel - was mich zunächst zögern ließ, zu dem Buch zu greifen. Aber weil die Neugier bekanntlich siegt, warf ich schließlich doch einen Blick hinein.

Nun, dieses Buch ist weder Mainstream noch Trivialliteratur, ganz im Gegenteil. Und ich will auch nicht behaupten, dass ich jede Feinheit begriffen habe, jede Nuance würdigen konnte. Aber es gab einen Aspekt, der mich letztlich darin bestätigte, dass es sich lohnt, auch derartige Bücher zu lesen. Welchen Aspekt? Darauf gehe ich im Folgenden ein:




Donnerstag, 20. September 2018

Bouman, Tom: Im Morgengrauen

Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks durfte ich diesen Kriminalroman lesen, der in den Wäldern Pennsylvanias spielt. Bei der Entscheidung, mich für eine Leserunde zu bewerben, gehe ich natürlich in erster Linie nach dem Klappentext. Hier war es jedoch auch das Cover, das mir ins Auge stach - ich finde es einfach bildschön.

Ob der Krimi genauso mysteriös, verwunschen und unheimlich war wie das Cover es verspricht? Hier kann man es nachlesen:





Mittwoch, 19. September 2018

Camus, Albert: Der Fremde

Ab und an ein Klassiker - das darf schon sein. Wenig gelesen von mir bisher: die Franzosen. Albert Camus gilt als (Mit-)Begründer des Existenzialismus, sicher keine einfache Lektüre?

Aber durch eine gemeinsame Leserunde bei 'Whatchareadin' fasste ich Mut und ließ mich auf das immerhin recht schmale Büchlein ein, das Erstlingswerk von Camus. Die Leserunde war in der Tat hilfreich und bereichernd. Wie ich die Lektüre selbst empfand, kann hier nachgelesen werden:






Dienstag, 18. September 2018

Neumann, Lonny: Grüne Glasscherben


EINE KINDHEIT IM NORDEN lautet der Untertitel, und genau darum geht es hier. Um eine Kindheit, die in einem Dorf in der Uckermark spielt und die in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. 

Diese Mischung aus Autobiografie und Zeitgeschichte interessierte mich - und so griff ich zu...

Manchmal lohnt es sich, abseits des Mainstreams zu lesen. Ob das hier auch so war? Lest selbst:


 




Montag, 10. September 2018

Niels, Greta: Ines und die grasgrüne Liebe

Auch diesen Roman konnte ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen - und war von dem Cover verzaubert. Knallig-fröhliche Farben, ein witziges Motiv... Einen fröhlich-bunten Sommerroman erhoffte ich mir hier.


"In ihrem gefühlvollen Roman erzählt Greta Niels mit Humor und Herz über Frühlingsgefühle, zweite Chancen und die Hoffnung auf Glück.", verrät der Klappentext. Ob sich diese Aussage und meine Hoffnungen erfüllt haben?
Dies kann man hier nachlesen...




Samstag, 8. September 2018

Bilkau, Kristine: Eine Liebe, in Gedanken

Diesen neuen Roman von Kristine Bilkau durfte ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen und fand es wie so oft sehr spannend, wie andere Leser die Lektüre empfanden.

Nachdem mich bereits 'Die Glücklichen' sehr beeindrucken konnte, war ich gespannt, ob es mir mit diesem Roman ebenso ergehen würde. Tatsächlich nehme ich hoffentlich nicht zu viel vorweg, wenn ich verrate, dass diesees Buch in jedem Fall zu meinen Jahres-Highlights zählt. Weshalb? Hier könnt Ihr es nachlesen: