Donnerstag, 30. Juni 2022

Brühl, Gräfin Christine von: Die preußische Madonna

 Auf den Spuren der Königin Luise

Lebt man in Neustrelitz, einer betulichen Kleinstadt in der Mecklenburgischen Seenplatte, dann stößt man schnell in der Stadt und der näheren Umgebung auf die Person, um die es in diesem Buch geht. Der Landkreis hieß bis 2011 Mecklenbug–Strelitz, was sich mit dem Namen des ehemaligen Herzogtums deckt. Es ist der Name der Person, die Namensgeberin für den Titel der hier zu besprechenden Biografie ist: 

Luise Auguste Wilhelmine Amalie Herzogin zu Mecklenburg-Strelitz

Viel bekannter ist sie als Luise, Königin von Preußen. Es gibt unzählige Bücher über die viel zu früh verstorbene Mutter des ersten deutschen Kaisers, dieses hier hat allerdings eine Autorin aus nicht minder berühmten Hause verfasst. Christine Gräfin von Brühl, Vorfahren von ihr wirkten als Erzieher im Hause Hohenzollern, dem preußischen Königshaus; der berühmteste jedoch war der größte Feind des preußischen Königs, den man Friedrich den Großen nannte. Graf Heinrich von Brühl, erster Minister August III, König von Polen und Kurfürst von Sachsen. Aber Brühl starb dreizehn Jahre vor Luises Geburt. 


Es ist nicht die erste Biografie über „Jungfrau Husch“, die in meinem Regal landete, aber Christine von Brühl war vor nicht langer Zeit schon einmal präsent hier im Blog: 

Es ging um Schwäne in Weiß und Gold. Doch widmen wir uns nun einer Prinzessin und Königin, die nicht nur im ehemaligen Herzogtum Mecklenburg-Strelitz und im ehemaligen Königreich Preußen zu den bekanntesten weiblichen Persönlichkeiten deutscher Herrscherhäuser gehört.

Dienstag, 28. Juni 2022

TOLSTOI, Leo: Krieg und Frieden

Am 16. Juni 2013, gerade mal einem Monat nach Bloggründung, veröffentlichte der TinSoldier hier seine Rezension zu KRIEG UND FRIEDEN von Lew Tolstoi. 
Auf KRIEG UND FRIEDEN stieß ich mehrfach in Folge der Lektüre von Bulgakows DIE WEISSE GARDE, ein Roman, der den Beginn des Bürgerkriegs in Kiew behandelt. Beides echt russische Bücher - Antikriegsbücher, den trotz des Patriotismus bei Tolstoi hat er doch keinen Zweifel daran gelassen, dass Krieg eine Menschheitsgeißel ist. Grund genug, in den "Annalen" des Blogs zu kramen. 

TinSoldiers Rezension:

Was schreibt man in einer Rezension über diesen Klassiker? Dass es ein wahrhaft monumentales Werk ist? Ist es nicht aber von vornherein anmaßend für einen Laien, über ein solches Werk urteilen zu wollen? Ich meine: Nein! Denn   w e r    s o n s t  sollte über ein literarisches Werk urteilen, wenn nicht der Leser? 

Dies Urteil a l l e i n intellektuellen Literaturkritikern und promovierten Literaturwissenschaftlern zu überlassen, wäre doch so, als wollte ich im Restaurant den Kellner bitte, zu entscheiden, ob es m i r geschmeckt hat.

Montag, 27. Juni 2022

Calsow, Martin: Quercher und die Thomasnacht

Die Rückführung eines nach Jahrzehnten entdeckten toten Soldaten in die USA – keine große Sache für den LKA-Beamten Max Quercher, den nur noch dieser eine Auftrag von seiner heiß ersehnten Frühpensionierung trennt. Der einzige Wermutstropfen: Er muss für diesen Job zurück in seinen Heimatort am Tegernsee. Dort angekommen, beschleichen Quercher Zweifel, ob der Fall tatsächlich so einfach ist, wie ihn alle glauben machen wollen: Denn dass sich ausgerechnet der Mann, der die Leiche entdeckt hatte, bei einem Arbeitsunfall mit einer Säge enthauptet haben soll, ist Quercher zu viel des Zufalls. Als er zum Unmut der einflussreichen lokalen Politprominenz beginnt, die Vergangenheit der Dorfgemeinschaft zu durchleuchten, haben sich seine Gegner längst formiert. Und was anfing wie ein Routineauftrag, entpuppt sich für den sturköpfigen Max Quercher als ein Kampf ums nackte Überleben… (Klappentext)






  • Herausgeber ‏ : ‎ Grafit; 1. Edition (16. August 2013)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 317 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3894254238
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3894254230 
  • Reihe  : Max Quercher (Bd. 1)







Ein Krimi zwischendurch geht immer mal. Dieser ist der Auftakt einer ganzen Reihe und spielt am Tegernsee - also da, wo andere Urlaub machen. Dass sich der Krimi der Idylle der örtlichen Gegebenheiten annehmen würde, habe ich gar nicht erwartet. Aber einen derart düsteren und wirren Krimi eben auch nicht. Ob mich der erste Band der Krimireihe letztlich doch noch überzeugen konnte, könnt Ihr hier nachlesen:

Sonntag, 26. Juni 2022

Brett, Lily: Chuzpe (Hörbuch)

Ruth kann nicht begreifen, daß ihr Vater Edek, vor wenigen Wochen erst von Melbourne zu ihr nach New York gezogen, weit davon entfernt ist, einen ruhigen Lebensabend zu verbringen. Und dass Lebensabend überhaupt der falsche Begriff ist für den munteren Siebenundachtzigjährigen, der sich erst in Ruths Korrespondenzbüro nützlich zu machen versucht und wenig später ein Verhältnis beginnt mit der (viel zu jungen, wie Ruth findet) Polin Zofia (69). Als Edek zusammen mit Zofia und deren Freundin Valentina auch noch ein Restaurant an der Lower Eastside eröffnen will, das auf polnische Fleischbällchen spezialisiert ist, bangt Ruth gleichermaßen ums Erbe und um ihre Nerven. (Klappentext) 



  • Herausgeber ‎ SAGA Egmont, 02. Oktober 2020
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung  : Melanie Walz
  • Sprecher  :  Marion Martienzen
  • Ausgabe  :  Ungekürzte Ausgabe, 5 Stunden und 33 Minuten
  • ASIN  : B08KJFX65J
  • Originaltitel ‏ : ‎ You Gotta Have Balls, 2005







Himmel! Manchmal stellen Challenges einen doch vor etwas schwierigere Aufgaben. In diesem Quartal sollte ich insgesamt vier Bücher lesen, die verfilmt wurden. Gut, wenn man anfängt, sich damit zu beschäftigen, merkt man schnell, dass mehr Romane verfilmt wurden als man anfangs denkt, aber es dauert eben doch seine Zeit, sich dann letztlich für die richtigen Titel zu entscheiden, die auch zum eigenen Leseverhalten passen. "Chuzpe" war nun der vorletzte Titel, der mir für diese Aufgabe noch fehlte, und ich hätte ihn fast nicht genommen, weil die Verfilmung - nun ja. Ich muss nicht unbedingt verstehen, weshalb die Handlung im Film von New York nach Berlin verlegt wurde, und Dieter Hallervorden als Hauptfigur... Aber letztlich geht es ja gar nicht um den Film und ob er mir gefallen würde oder nicht, sondern um das (Hör-)Buch selbst. 

Samstag, 25. Juni 2022

Bulgakow, Michail: Die Weiße Garde

Michail Affanassjewitsch Bulgakow (1891 bis 1940) zählt zu den bekanntesten russischen bzw. sowjetischen Schriftstellern. Begegnet ist er mir bisher durch  seinen Roman DER MEISTER UND MARGERITA. Auf den hier nun zu besprechenden Roman kam ich im Zusammenhang mit „Ukraine-Recherchen“. Es war ein Tipp, dem ich nachkam, um auf meine „bewährte“ Art und Weise Geschichte aus Romanen zu lernen. Also besorgte ich mir in der Buchhandlung Windlicht  eine Ausgabe aus dem Verlag Volk und Fortschritt, Berlin, aus dem Jahre 1969.

Ob ich entsprechend schlauer wurde, könnt ihr hier nachlesen.

* * *


Wir schreiben das Jahr 1918. Im Dezember. In DER STADT ist der Teufel los. Auf nichts kann man sich mehr verlassen. Wer hat denn das Sagen in der Ukraine, die am 25. Januar 1918 durch die Zentralna Rada ihre Unabhängigkeit erklärt hatte?  Am 08. Februar eroberten die Bolschewiki Kiew zum ersten Mal. Doch dann ging es hin und her. Der erste Weltkrieg war noch im Gang. Erst im März schied Sowjetrussland durch den Vertrag von Brest-Litowsk aus dem Krieg aus. Doch so leicht ließen sich die Mittelmächte ( Deutsches Kaiserreich / Österreich- Ungarn / Osmanisches Reich und Bulgarien) nicht zum vollständigen Rückzug bewegen. So sind neben der deutschen Armee noch die Kräfte des Hetmans Pawlo Skoropadsky (1973-1945)  in der Stadt. Im Vormarsch befinden sich Truppen eines gewissen Peturra (Symon Wassyljowytsch Petljura, 1879 – 1926).  und vor allem die WEISSE GARDE, zu der gehört Alexej Turpin, ein Militärarzt. Die Weiße Garde, oder die Weiße Armee, bildeten in der Regel Freiwillige und Junker (Fähnriche) aus der ehemaligen zaristischen Armee, bzw der Armee der provisorischen Regierung vor der bolschewistischen Oktoberrevolution. 

Freitag, 24. Juni 2022

Wolff, Iris: Die Unschärfe der Welt

Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf berückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander in Beziehung setzt.
Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In »Die Unschärfe der Welt« verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandten, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus – und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen.  
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Klett-Cotta; 14. Druckaufl. 2021 Edition (15. August 2020)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 216 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3608983260
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3608983265
 
 
 
 
 
 
Da ich gestern verblüfft feststellen musste, dass es die Rezension zu dem Roman bisher nicht in den Blog geschafft hat - warum auch immer?! - hole ich dies hiermit gleich nach, bevor es wieder in Vergessenheit gerät. Dies war das erste Buch, das ich über NetGalley lesen durfte, worüber ich mich immer noch sehr freue. 2020 war das, und in dem Jahr wurde der Roman auch u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert. Doch nun soll es endlich um den Roman selbst gehen, der für mich in dem Jahr definitiv zu den Jahreshighlights gehörte!


Donnerstag, 23. Juni 2022

Wolff, Iris: So tun, als ob es regnet

Der Erste Weltkrieg bringt einen österreichischen Soldaten in ein Karpatendorf. Eine junge Frau besucht nachts die „Geheime Gesellschaft der Schlaflosen“. Ein Motorradfahrer ist überzeugt, dass er sterben und die Mondlandung der Amerikaner versäumen wird. Eine Frau beobachtet die Ausfahrt eines Fischerbootes, das nie mehr zurückkehren wird. Iris Wolff bindet in „So tun, als ob es regnet“ vier ganz unterschiedliche Protagonisten zusammen und schafft durch die subtilen Querverbindungen ein einzigartiges Geflecht aus Perspektiven auf den je Anderen. Dies erlaubt den Figuren den Blick zurück, auf getroffene Entscheidungen, sowie nach vorne, auf das, was von einem Leben bleibt.  (Klappentext)










  • Herausgeber ‏ : ‎ Klett-Cotta; 1. Auflage 2022 (21. Mai 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 176 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3608984917
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3608984910





Ich bin gerade völlig verblüfft, verlief doch meine Suche nach dem bereits vor zwei Jahren von mir gelesenen und für sehr gut befundenen Titel "Die Unschärfe der Welt", ebenfalls von Iris Wolff, hier im Blog erfolglos. Ist doch nicht zu fassen - da habe ich es offenbar versäumt, diesen Roman hier vorzustellen! Das wird aber baldmöglichst nachgeholt, versprochen. Jetzt aber soll es um den Titel "So tun, als ob es regnet" gehen - keine Neuerscheinung, sondern die Taschenausgabe und damit Wiederauflage des Titels aus dem Jahr 2017. Ich jedenfalls freute mich, einmal mehr etwas von Iris Wolff lesen zu können. Wie mir der Roman, der sich aus vier Erzählungen zusammensetzt, letztlich gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen: