Sonntag, 26. April 2026

Gneuß, Charlotte: Gittersee

Eine Neuauflage mit Teil 3. Der Deutschlandfunk hat den Fall neu aufgerollt. Linkliste und Ergänzungen unten. Doch zuvor meine Rezension vom 26. September 1923.

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Die Geschichte: 1976. Dresden – Zschertnitz. Wohnorts unserer Familie. Am Ende des Jahres werde ich dreizehn Jahre alt sein. Ein Schuljunge, der zweimal in der Woche zum Fechttraining geht und im Schulchor singt. Siebente Klasse. 

Siebenundvierzig Jahre später wird Charlotte Gneuß im Fischer-Verlag einen Roman herausbringen. Gittersee

Nicht weit weg gelegen von Zschertnitz. Auf der Höhe im Süden Dresdens, bekannt durch einen berühmten Bergbaubetrieb, die Wismut AG. Heldin des Romans ist die 16jährige Karin, die dort im Haus der Oma mit ihren desillusionierten Eltern und der kleinen geliebten Schwester lebt. Karin geht in eine ganz normale Schule, eine polytechnische Oberschule. Karin lebt zwischen Familie und den Schulfreundinnen, viel los scheint da nicht zu sein, wenigstens ist da Paul , den sie liebt.

Donnerstag, 23. April 2026

Rudnick, Uwe: Drei Liter Himmel

 Im Schatten vom Ettersberg

Kurz nach Kriegsende wacht ein fünfzehnjähriger Junge in einem amerikanischen Militärhospital in Weimar auf. Flocke – So will er genannt werden, seinem Hitlerjungendausweis nach heißt er Karl-Leopold Schneeberger. Wo ist sein Vater, der Freund namens Zack, wo sind Fiona, Gerda und Rebekka, die beiden kleinen jüdischen Mädchen aus dem Nachbargarten?

Flocke muss sich zurückerinnern und erzählt den Lesern sein fünfzehnjähriges Leben. Die Mutter stirbt kurz nach der Geburt, als Vierjähriger kommt er dann mit Tante Lieselotte zum Vater nach Weimar, der ist dort Polizist. Den Deutschen Gruß, der seit einiger Zeit in Deutschland gebraucht, versteht der Knirps als „Drei Liter!“

Dienstag, 21. April 2026

Schreiben über Reisen oder doch lieber Romane schreiben? Ein Interview mit Beate Baum



Zwischen Kulturveranstaltungen und Romanlesungen ist Beate Baum in Dresden und anderswo unterwegs, in Irland oder in Großbritannien, mit einer Vorliebe für Liverpool. Ihre Dresden-Romane um die Journalistin Kirsten Bertram sind das Ergebnis von Beruf und dem Spaß am Schreiben. Ein Gespräch am Schreibtisch der Autorin.


Reisejournalistin: Ist das ein Traumberuf?

Donnerstag, 16. April 2026

Stürickow, Regina: Kommissar Gennat und der Anschlag auf den Orientexpress

Björn Harras liest immer besser. Ein Könner, der jeder handelnden Person ihr besondere Stimmnote verpasst. Mit der Zeit werden Kriminalrat Ernst Gennat, der Leiter der Berliner Mordkommission und sein (fiktiver) Freund Max Kaminski zum Ohrwurm, wenn man, wie der Rezensent hier, in kurzen Abständen bereits das dritte Buch von Regina Stürickow hört. 

Da der Anschlag auf den Orientexpress in Ungarn stattfindet, die mit Österreich eng zusammenhängen, sind auch diverse Österreicher im Spiel und hier übertreibt Harras ein wenig in Anwendung des Dialekts. 

Ausnahmsweise einmal ein paar Bemerkungen zum Sprecher des Hörbuches gleich hier, geht es weiter mit dem Buch.

  • DNB / BeBra Verlag / 2021 / ISBN: 978-3-96201-070-6 / 304 Seiten
  • Audible 8 Stunden und 44 Minuten

Samstag, 11. April 2026

Stürickow, Regina: Kommissar Gennat und die Tote im Reisekorb



Wer Babylon Berlin gesehen hat, kennt den dicken Ernst vom Alexanderplatz. Wenn nicht, dann hat vielleicht Diese oder Jener einen Roman von Regina Stürickow gelesen, in denen die Autorin dem vielleicht bedeutendsten Kriminalisten Berlins eine Art Denkmal setzt.

Kürzlich las ich Teil 1, in dem es um ein spektakulären Raub der Lohngelder der Berliner Verkehrsbetriebe ging. Mit diesem ersten Band begab sich Stürikow mit Ernst Gennat und dem (fiktiven) Helfer und Journalisten Kaminski in das Jahr 1932. Mit Band 2 hier, in dem eine tote Frau in einem Reisekorb von Berlin nach Stettin geschickt wird, lernen die beiden sich kennen. Ein bekannter Fall aus dem Jahre 1916.

Mittwoch, 8. April 2026

Rose-Billert, Brita: Magie Yellow Cloud - Skrupellos

Brita Rose-Billert zu treffen, ist ein Pflichttermin, wenn ein Buchmessen-Termin anliegt. Zu solch einem Treffen kam es auch in diesem Jahr in Leipzig. Als sie mir dort den dritten Band der Maggie Yellow Cloud Reihe in die Hand drückte und dabei erzählte, dass sie wieder nach South Dakota reisen wird, trat zu dem erhofften Lesevergnügen ein klein wenig Neid... Bereitet sie einen vierten Band vor?

Reisen wir mit ihr und diesen Seiten mit auf die Pine-Ridge Reservation zu den Oglalla - Lakota.

Montag, 6. April 2026

EVITA - Staatsoperette Dresden


Ob diese Grande Dame Argentina weltweit so bekannt wäre wie in Buenos Aires und im übrigen Argentinien ohne das Musical (1978) von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice kann nur spekulativ beantwortet werden. Sicher ist, dass der Film von Alan Parker (1996) mit Madonna in der Hauptrolle der EVITA und Antonio Banderas (Che) zur Bekanntheit der Eva Peron sicher beigetragen hat. 

Erwähnenswert ist, dass durch diesen Film Webber und Rice für den Song  You Must Love Me einen Oskar erhielten. Es ist die Musik, die den Stoff in die Welt trägt, denn wer kennt Don´t Cry For Me Argentina nicht?

Freitag, 3. April 2026

Pergande, Frank: Die Hofdame der Königin Luise

 Ein historischer Liebesroman


Es wäre ein literarisches Versäumnis, wenn die drei Königinnen von Mirow nicht vielfältigen Eingang in diverse Bücher gefunden hätten. Ein weiteres Versäumnis wäre es, wenn dies auf unserem Blog geschehen würde, wohnt der Rezensent doch in unmittelbarer Nähe der Handlungsorte nicht nur dieses Romans von Frank Pergande. Schon einmal war der hier präsent, als er von der Inselkrähe von Mirow erzählte, in deren Mittelpunkt eine fiktive Hofdame der Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, welche später Königin von Großbritannien wurde, stand. Lotchen war übrigens eine Tante der Königin Luise von Preußen, diesmal steht einer Hofdame der preußischen Madonna im Vordergrund.

Montag, 30. März 2026

Riley, Lucinda: Das Mädchen auf den Klippen

Grania Ryan ist mal wieder zu Hause. Dunworlay, Cork, Ireland. Vor kurzem verlor sie durch eine Fehlgeburt ein Kind und nun sieht sie ein achtjähriges Mädchen im dünnen Nachthemd an den Klippen der Steilküste stehen. 

Sie ahnt nicht, dass durch dieses Mädchen ihr eine Geschichte offenbart wird, die weit zurück liegt und auch mit ihrer Familie zu tun hat. Zuerst rückt Granias Mutter nicht mit der Sprache raus, es kommt aber eine Zeit, da sie es muss.

Die Geschichte wird als Rahmenhandlung erzählt von Aurora, es scheint dass sie, das Mädchen auf den Klippen, inzwischen uralt ist und ihre Geschichte kurz vor ihrem Tode erzählt. Leserinnen und Leser erkennen irgendwann, dass dies nicht stimmen kann. Sie beginnt in der Ich-Form und "übergibt" dann an die auktionale Erzählerin, es wäre vielleicht ein gute Idee, hier zwei Stimmen sprechen zu lassen, so aber übernimmt Simone Kabst, die Sprecherin des Hörbuchs alle Rollen.

Samstag, 28. März 2026

Deledda, Grazia: Die Mutter

Sicher gehören in eine Reihe, die aus Perlen der Literatur besteht, auch Menschen, die einst den Nobelpreis für Literatur erhalten haben. Die erste Frau, die diesen erhielt war, war die Schwedin Selma Lagerlöf (1858 – 1940), hier geht es aber um die zweite Preisträgerin, Grazia Deledda (1871 – 1936). Auffallend ist, jedenfalls laut der Wikipedialiste der Nobelpreisträger, dass beide für ihren hohen, edlen Idealismus gepriesen werden, wobei Idealismus auch bei den Preisträgern öfter als Begründung für die Preisvergabe genannt wird.

Deledda stammt von der Insel Sardinien, und ihre Heimat war Gegenstand ihrer Bücher, auch ‚die Mutter‘ handelt in einem sardischen Dorf.