Samstag, 17. Oktober 2026

Bei Frau Rilke: Lukas Rietzschel mit SANDITZ


Freitag, 16.10.2026 - Buchhandlung „Frau Rilke“ in Neustrelitz. Z u Gast heute Lukas Rietzschel mit seinem Buch SANDITZ, nominiert auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis diesen Jahres. 


„Das ist der große DDR-Roman, auf den wir seit Jahrzehnten gewartet haben.“ 

Die Worte von Eva Menasse, Literarisches Quartett (ZDF), stehen hinten auf dem Buchdeckel. Ehrlich? Abschreckend. Aber das Buch war schon bezahlt. Außerdem stört mich so etwas nicht wirklich. 
Trotzdem fielen mir in der Reihenfolge zwei weitere Bücher ein: DER TURM von Uwe Tellkamp, DAS NARRENSCHIFF von Christoph Hein; und auf wie vielen Büchern der vielleicht letzten 20 Jahre wurde dieser Satz noch verwendet?

Gekonnt, wie immer, führt Kathrin Matern durch den Abend,
sie hat einen Dramatiker gegenüber sitzen und der wählt auch passende Textstellen zielsicher aus. Er hat das Buch ja auch geschrieben.

Dann geht es kurz tatsächlich darum, dass er ja 94 geboren wurde und wie ist das nun mit DDR-Themen? Doch der 34jährige hat die richtige Antwort sofort zu Hand: Schreiben ist Handwerk! Genau. Das nimmt mich für ihn ein.
Schließlich kann jeder schreiben was er mag. Gutes Handwerk und gründliche Recherche sind der Schlüssel zum Erfolg, schließlich waren wir ja auch im Mittelalter nicht dabei.

Das der Anspruch trotzdem hoch ist, verdeutlicht der Satz: 
"Keine Gesellschaft wurde jemals so vermessen, wie die ostdeutsche." 

Dann fällt tatsächlich der Name Uwe Tellkamp; um den gehts zwar gerade nicht, doch werfe ich einen Blick auf die Vorsatzseite: Erinnert an die Carus-Sachen. Tellkamp. Rietzschel bestätigt beim signieren. 

Wie es aussieht, führen Theater-Leute etwas anders durch ihre Bücher und am Ende fand ich die Hinweise auf die für „DDR-Bücher übliche“ Diskussion um „Freiheit“ und „Kollektiv“ passend. 



"Wenn alle gleich sind, ist niemand anders."

Der Mann ist Dramatiker, er schreibt auch fürs Theater. Da passt dann, dass Anna Karenina "Katharsis" und "Initiation" für einen Jungen war, der erst gar nicht lesen wollte. Lesungen sind gut für persönliche Anekdoten, dir bringen den Zuhörern den Autor näher. Etwas. 


Jetzt bin ich doch gespannt, auf diesen Roman… 

©️ UR - Bücherjunge


Li(t)teratur & Mehr: Youtube im Oktober

 

Michael Wolffsohn: Israel - Palästina - Geschichte, keine Geschichten Rezension




Frauke Brosius - Gersdorf: Wahl und Wahrheit - Ein Lehrstück



Rashid Khalidi: Der 100jährige Krieg um Palästina / Rezension



10 + 3 und BABYLON BERLIN



Shida Bazyar gewinnt Buchpreis mit DIE LÜCKEN



DER HOBBIT einmal anders




©️ Der Bücherjunge







Freitag, 16. Oktober 2026

"Pressemappe"


Für die Senioren-Info der GdP 3/2026 - Es geht...  



2 / 2026 - Buchtipp zum Pensionseintritt



Donnerstag, 8. Oktober 2026

Der Weg nach Syrakus führt durch das Kino


Der Weg zu einer rührenden Geschichte führt zur Zeit noch über einen Kino-Sessel. Parallel könnte man das linke Taschenbuch lesen und wenn man genau wissen will, was dem Kellner Paul nach Syrakus treibt, dann nehme man den Klassiker, denn ein gewisser Johann Gottfried Seume reiste per pedes im Jahre 1802 dahin. Der hatte keinen Grund, die Reise mit einer Segeljolle im Unwetter unten um Hiddensee herum in Richtung Dänemark zu beginnen.

Boltenhagen - Resewich
Blick in Richtung
Neustadt / Hohlstein
Gegenüber solchen Ulk-Filmen wie "Kundschafter des Friedens" oder "NVA" liegt dieser Film eher in der Tradition von "Good by, Lenin", vielleicht auch "Sonnenallee".  Ein wenig mehr Italien hätte ich mir gewünscht aber es waren vergnüglich-ernste 97 Minuten, in denen Paul von Rostock aus seine Reise antritt. Es ist ein irrer Segeltörn, aber die kürzere Strecke, die von Boltenhagen in Richtung Timmendorf oder Neustadt in Holstein, war wohl  weitaus besser bewacht.

Aber letztlich geht es gar nicht so sehr um die Flucht von einem, der wiederkommen will, denn dieser Film erzählt nicht nur von einem unbedingten Reisewillen, sonder vor allem von einer Liebe, die letztlich doch nicht auf der Strecke bleiben muss. 

Der Film verzichtet auf Polizei und Staatssicherheit, selbst die Wohnungsdurchsuchung des "Republikflüchtlings" ist nur angedeutet und zwei Grenzer am Strand vor der Abenddämmerung tun nur so streng.

Es ist also ein ruhiger Film mit verhaltenem Humor und einer miesen Verpflegung auf einem Ausflugsdampfer bis es endlich für Peter echten Parmesano zur Pasta gibt. Bella Italia.

Und Charly Hübner als Paul und Lina Beckmann als seine Frau Anne waren die richtige Besetzung für einen Film, der ohne bombastische Szenen auskommt. Ein Film von Lars Jessen mit einem Drehbuch von Heide Kersten und Andreas R. Kersten nach dem Buch von Friedrich Christian Delius in Anlehnung an die Biografie von Klaus Müller. (Wikipedia)

An einem siebenten Oktober mit Freude gesehen ohne jeglichen Gedanken an einen ehemaligen Feiertag.  



©️ Bücherjunge

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Wolffsohn, Michael: Israel - Palästina...

 ... Geschichte, keine Geschichten.

„Wem gehört das heilige Land?“ fragte Michael Wolffsohn zuletzt 22. Juni auf diesem Blog. Bereits in diesem Buch erwähnte er die Schaffung eines Bundesstaates in der Region. Nachdem ich den „100jährigen Krieg um Palästina“ von Khaled Rashidi kritisch betrachtete und dem Streitgespräch von Hamed Abdel-Samad und Philipp Peymann Engel unter dem Titel „Was darf Israel?“ folgte, anschließend Meron Mendels deutscher Debattendiskussion „Über Israel reden“ lauschte, komme ich heute am 07. Oktober erneut auf das Thema zurück.

Es ist ein bezeichnendes Datum: Heute vor drei Jahren überfielen Hamas-Terroristen ein Musikkonzert, Kibbuze und Ortschaften in der Nähe des Gaza-Streifens, töteten mehr als 1200 Israelis und verschleppten mehr als 200 Geiseln. Unter den Mordopfern auch die deutsche Staatsbürgerin Carolin Bohl; an die Sarah Maria Sander hier erinnert.

So viele Bücher, so viele Seiten und doch „schon wieder“ ein Buchvorschlag? Noch einmal der Historiker Wolffsohn, welcher hier mit einem anderen Format auftritt.

DNB / Klampen Verlag / 18.09.26 / ISBN: 978-3-98737-070-0 / 80 S. / 14,00 €
- Was darf Israel? - Ein Streitgespräch zwischen Hamed-Abdel Samad und Philipp Payman Engel
- Wem gehört das Heilige Land? (Michael Wolffsohn)
- Über Israel reden (Meron Mendel)
- Die kürzeste Geschichte von Israel und Palästina (Michael Scott-Baumann)

Kurzmeinung: Ein besonders kurzes und schmales Buch, mit oft nicht erwähnten Palästina-Aspekten und einer sachlich dargestellten, nicht einfach vorstellbaren Zukunft.

Sonntag, 4. Oktober 2026

Morton-Thomas, Sophie: Das Nest

 

An einem einsamen englischen Küstenort, wo das Marschland auf den Ozean trifft, wo Vögel die bessere Gesellschaft sind, lebt Fran eine ereignislose Routine. Sich um den Campingplatz kümmern, ihren Sohn von der Schule abholen, Abendessen kochen. Freude findet sie nur an den verschiedenen Vogelarten, die sie am Strand beobachten kann. Doch Frans stilles Leben wird plötzlich erschüttert, als die Lehrerin ihres Sohnes verschwindet und Roma in der Nachbarschaft ihr Lager aufschlagen. Zwischen Gerüchten und Anschuldigungen kommen Geheimnisse ans Licht, denen Fran verzweifelt zu entfliehen versucht. Als die Lehrerin tot aufgefunden wird, droht alles auseinanderzubrechen. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Pendragon / 2025 / ISBN 978-3-86532-909-7 / 320 Seiten


Kurzmeinung: Eher ein düsteres Familiendrama als ein Krimi - punktet durch eine sehr besondere und intensive Atmosphäre, die Auflösung ist schräg...


Freitag, 2. Oktober 2026

Brandt, Matthias: Nein sagen (Hörbuch)

 

Matthias Brandt hielt 2025 eine denkwürdige Rede zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee – dem Ort, an dem viele der Beteiligten an dem Attentat gegen Adolf Hitler hingerichtet wurden. Als Sohn des Emigranten und späteren Bundeskanzlers Willy Brandt und seiner Frau Rut nahm Matthias Brandt die Rede zum Anlass, aus heutiger Sicht über den Mut und die Motive der Verschwörer des 20. Juli und vieler anderer Widerstandskämpfer:innen, zu denen auch die eigenen Eltern gehört hatten, nachzudenken und auch sich selbst über notwendige Konsequenzen aus der Geschichte zu befragen. Den Ausschlag, sich mit diesem auf seiner Rede basierenden Buch politisch zu äußern, gaben für Matthias Brandt die bedrohliche Wiederkehr des Rechtsextremismus und die Wahlerfolge der AfD. (Verlagsbeschreibung)


DNB / argon hörbuch / 2026 / ISBN 978-3-8398-8870-4 / 139 Minuten

Matthias Brandt bei Litterae Artesque: Blackbird


Kurzmeinung: Ein wichtiges Hörbuch über Erinnerung, Zivilcourage und den Mut, Haltung zu zeigen, wenn Wegsehen keine Option mehr sein darf! Hören!

Montag, 28. September 2026

Engler, Michael: Nase & Weis - Wieso falle ich eigentlich immer nach unten?

 

»Wieso falle ich immer nach unten?«, wundert sich Nase, die Maus. Zum Glück landet sie in der wunderbar weichen Tatze von Weis, einem Eisbären, der ihr verspricht, der Sache auf den Grund zu gehen. Und so werden die beiden zu Forschenden. Sie experimentieren, stellen Fragen und finden heraus, wie Erdanziehungskraft funktioniert, wer eigentlich dieser Isaac Newton war, was Fliehkräfte sind und welche Rolle der Mond bei all dem spielt. Selbst als Nase in hohem Bogen im Papierkorb landet, begreifen sie kichernd, dass auch misslungene Experimente Erkenntnisse bringen. Kindlich und anschaulich wird Wissenschaft so zum Abenteuer - und am Ende sind Nase und Weis nicht nur schlau, sondern auch beste Freunde. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Baumhaus / 2026 / ISBN 978-3-8339-1149-1 / 32 Seiten


Kurzmeinung: Für Fünfjährige doch sehr anspruchsvoll, für ältere Kinder als Bilderbuch vielleicht nicht mehr so ansprechend - interessant ist es allemal...

Sonntag, 27. September 2026

Der Bücherfinder – Wie Bücher zurück in die Regale finden...


... Litterae-Artesque trifft Professor Carsten Gansel

Literaturbegeisterte Mitmenschen stöbern in großen Buchläden und in kleinen, regionalen „Bücherlädchen“ nach Büchern. Manche Bücher findet man allerdings an unzugänglichen Stellen, für solche braucht man Bücherfinder.

Ältere Leser erinnern sich vielleicht an Heinrich Gerlachs „Die verratene Armee“, den Stalingrad-Roman aus dem Jahre 1957, erschienen in der Bundesrepublik. Dieser Roman sei eine „authentische Dokumentation, vergleichend und abwägend, abgerundet und glatter“ als das Original. Das Original? Das Original trägt den Titel „Durchbruch bei Stalingrad“ [1]  , das Manuskript, wie auch das des Folgebandes „Odyssee in Rot“   wurde vor der Rückkehr aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft konfisziert.

Professionelle Forschungsobjekte führen dann zu außergewöhnlichen Funden. Professor Carsten Gansel ist ein Bücherfinder. Während eines Projekts zu deutscher Kriegsliteratur bekommt der Literaturwissenschaftler von einem Kollegen den Hinweis, dass der gerade in Moskauer Archiven arbeitet. Es ist November 2011. Carsten Gansel stellt Kontakte nach Moskau her und im Februar 2012 reist er nach Moskau, um im Zentralen Russischen Militärarchiv zu arbeiten. Er vermutet, dass dort die Urfassung von Heinrich Gerlachs Antikriegsroman zu finden sein muss. Die Minuten, als Carsten Gansel das Manuskript in den Händen hält, wird er nicht vergessen.

Freitag, 25. September 2026

Dresdner Heft 166 & Frank Goldammer kündigt an

Wenn eines der Dresdner Hefte des Dresdner Geschichtsvereins e.V. mit „Tatort Dresden“ überschrieben ist. dann greife ich natürlich zu. Dabei kommen die Herausgeber natürlich nicht um Bruno Ehrlicher und seinen Partner Kain herum:
"Der Rollenname war Programm: Kommissar Ehrlicher verband ostdeutsche Bodenständigkeit und Erfahrung mit einem gerüttelten Maß an Umsicht und Glaubwürdigkeit. Die Figur war wohl auch deswegen so beliebt, weil sie erfolgreich durch die Untiefen eines teils prekären Umbruchs der 1990er-Jahre navigierte. Die Umbrüche im Dresdner Stadtbild waren fast in jeder Folge inklusive.“ [1]
In diesem Heft geht es um eine Reihe von realen Tatorten in Dresden, die Autoren beginnen 1724 mit einem spektakulären Fall und arbeiten sich sich durch bis zur Gründung der Soko Rex (Sonderkommission Rechtsextremismus) die 1991 beim LKA Sachsen gegründet wurde.