Samstag, 15. Februar 2020

Blume, Jutta: Die Aktivistin

Warum es ein wenig gedauert hat, bis die Rezension zu diesem Buch erscheinen konnte, lest ihr in der folgenden Buchbesprechung. 

Die Geschichte
Da fährt ein Deutscher nach Honduras. Ulrich war eine Zeit lang als Entwicklungshelfer in dem mittelamerikanischen Land und jetzt will er Yessica Lopez besuchen, eine Angehörige der Garifuna. Doch diese ist verschwunden. Lopez gehört zu einer Organisation, die für die Rechte dieser Volksgruppe kämpft. Das Gebiet Triunfo da la Cruz soll einer sogenannten Modellstadt einverleibt werden, die in „bester“ südamerikanischer Tradition entstehen soll – also mit maximaler Korruption, einhergehend mit besonderer Rücksichtslosigkeit gegenüber einheimischen oder indigenen Volksgruppen und mit US-amerikanischer „Beteiligung“. 

Freitag, 14. Februar 2020

Die Neue Chronik 2019

Das neue Jahr hat begonnen. Pünktlich kommt alljährlich ein Paket ins Haus geflogen. Es ist relativ schwer. Ein in Leder gebundenes buntes Kaleidoskop, hier habe ich den Band des Jahres 2015 schon einmal vorgestellt. 


Nun schreiben wir das Jahr 2020. Fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise werden ich dann den 2015er noch einmal ziehen und nachlesen. STUNDEN DER ENTSCHEIDUNG heißt ein Doku-Drama des ZDF über die Entscheidung der Bundeskanzlerin zur Öffnung der Grenzen für den Flüchtlingssturm, den ein gewisser Orban loswerden wollte. 




Freitag, 7. Februar 2020

Tolkien, J.R.R.: Mittelerde Teil 1 - Der Herr der Ringe

Im Dezember 2001. Südtirol. Obereggen. Der Weg von der Skipiste führt unter die Dusche. Derweil schreit einer in sein Handy, dass er noch diese oder jene Palette eines Buches zu vermitteln hätte, welches in keiner Buchhandlung fehlen dürfe und das man DER HERR DER RINGE nennt.

„Was ist das“, frage ich. „Kennst du nicht? Das ist das Buch das dem Film, der jetzt im Kino läuft, zugrunde liegt.“ „Aha – Fantasy. Nichts für mich.“

So war das vor fast zwanzig Jahren. In der Woche vor Weihnachten 2001 kam der erste Film in Deutschland in die Kinos. Kaum aus Obereggen zurück, schaute ich mir den Film an. Unmittelbar danach führte mich mein Weg zu Bertelsmann. Damals gab es die Kette noch.


(c) Bücherjunge
Im letzten Jahr dann erhielt von meinem Miturlauber, dem Buchhändler, die wunderschöne Ausgabe des Klett-Cotta Verlages. Diese liegt hier vor mir, womit ich das lange angekündigte Tolkien-Projekt beginne.



(Hier begann meine Bekanntschaft mit John Ronald Reuel Tolkien)



Sonntag, 2. Februar 2020

BlogPost Nr. 159: Zusammengeschriebenes zu Beginn des Jahres

Es sind nicht allzu viele Beiträge, die wir in diesem Januar auf Litterae Artesque präsentieren. Der Bücherjunge hat sich dabei auch einmal bis nach Südtirol gewagt...

... während Anne Parden sich diesmal zum Beispiel mit Indianern beschäftigt hat, dem Titus Müller und seinen Schneeflocken folgte und sogar bei Rosa Luxemburg vorbei schaute.





Zuvor veröffentlichte Uwe, also der Bücherjunge seinen Jahresrückblick, wobei er feststellte, dass die Auswahl von zwölf Büchern nicht gerade einfach war. Deswegen mussten am Ende auch mehr als zwölf Beiträge für das Jahr 2019 aufgeführt werden.




Dienstag, 28. Januar 2020

Goldammer, Frank: Juni 53

Max Heller und ein Mord: Politisch oder nicht?


Der Sommer 1953 blieb den Menschen in Deutschland auf unterschiedliche Art und Weise in Erinnerung. Vor allem in der DDR, denn dieser Sommer hat ein historisches Datum aufzuweisen: der 17. Juni ist der Tag des Volksaufstandes. Im Land brodelt es, auch in Dresden gehen Arbeiter auf die Straße.

Der den Leser von Frank Goldammer bekannte Kriminaloberkommissar Max Heller steht am Morgen des 18. Juni in der Küche und bittet seine Frau an diesem Tag nicht zur Arbeit zu gehen, die Ziehtochter Anni soll auch nicht die Schule besuchen:

„Ja, er hatte sie gesehen. Die wütenden Männer. Beim Sachsenwerk. Karin arbeitete dort in der Buchhaltung. Zuerst Waren es ein paar Hundert gewesen, dann ein paar Tausend, dann waren sie zu den ABUS-Werken gezogen. Schließlich sollten es nach Schätzungen der Polizei zwanzig-, dreißigtausend gewesen sein, und auf ihrem Zug durch die Stadt hatten sich ihnen immer mehr angeschlossen. Es war friedlich geblieben, bis auf ein paar Handgreiflichkeiten.
Doch Karin wusste nicht alles. Er war erst spät in der Nacht heimgekommen, da hatte sie schon geschlafen.
»In Leipzig waren hunderttausend auf der Straße. Sie haben das Volkspolizeikreisamt und das Funkhaus angegriffen, FDJler verprügelt. Es hat Tote gegeben. In Halle und Magdeburg waren es an die fünfzigtausend. Es gab viele Tote, auch Polizisten hat es getroffen. In Berlin sowieso, es gab Straßenschlachten, angeblich sogar MG-Feuer.« Heller fuhr sich nervös durchs Haar. »Karin, das ist kein Jux, glaub mir. Hier blieb es nur ruhig, weil die Sowjets gleich mit Panzern und die KVP unter schwerer Bewaffnung ausgerückt sind. Und wir wissen noch nicht, ob es Tote gab. Überall wird zum Generalstreik aufgerufen.«
»Ich weiß doch, dass das kein Spaß ist, Max.« Karin verschränkte trotzig die Arme und lehnte sich an die Anrichte. Seine Worte hatten die Wirkung auf sie nicht verfehlt. Doch
Heller kannte seine Frau, so schnell gab sie sich nicht geschlagen.
»Wenn ich nicht zur Arbeit gehe, dann streike ich ja mit. Und Anni? Was denkt ihre Lehrerin?«
»Du weißt, das ist nicht dasselbe«, mahnte Heller. Noch immer hingen ihm die Bilder des Vortages nach. Diese Menschenmasse. Und so viel Hass und Wut, die entweichen wollten. Die Leute waren zu allem bereit.
»Sie wollen doch nur ein besseres Leben«, sagte Karin“. (Seite 6)


Sonntag, 26. Januar 2020

Auf den Spuren...


Es ist fünf Jahr her, da erschien auf unserem Blog die Besprechung zur Erzählung DER
BERGFÜHRER von Liselotte Welskopf-Henrich. Die Autorin hatte diese in den fünfziger Jahren geschrieben doch erst 2015 veröffentlichte der Palisander-Verlag die Originalversion.

DER BERGFÜHRER und der Tourist klettern im Gebiet des Reiches des Zwergenkönigs Laurin, rund um dessen Rosengarten. Es ist eine Sommergeschichte doch hier erscheint nun eine Wintergeschichte aus dem traumhaften Südtirol, denn der Bücherjunge kommt soeben aus dem Skiurlaub zurück.


Mittwoch, 15. Januar 2020

Follies - Torheiten

nun auch hier, auf Litterae Artesque


Der Bücherjunge war mal wieder im Theater. Genauer, er war in der Staatsoperette Dresden. Die neue Intendantin hatte vor einiger Zeit geäußert, dass der „Broadway“ Einzug halten soll auf die Bühne des neuesten Musiktheaters der Landeshauptstadt. Broadway? Der Laie, also so einer wie ich, dem fällt da vielleicht CHORUS LINE ein. Oder Stücke wie CHICAGO und CABARET. Man hat auch andere Musik im Ohr, als bei hierzulande „herkömmlicher“ Operette oder Musical.

FOLLIES – Glanz und Schatten der Revue

Ein Stück von James GOLDMANN und Stephen SONDHEIM. Uraufführung 1971. In Deutschland erstmals, und bisher das einzige Mal, im Theater des Westens. Das war im Jahr 1992. Das sind ganz schöne Zeitspannen. Auf jeden Fall stehen die beiden für große amerikanische Werke, Sondheim zum Beispiel war der WEST SIDE STORY, die es ja auch in den Musikunterricht in meiner Schulzeit in Dresden schaffte.

Es trifft sich nach 30 Jahren eine Revue – Company, die Weissmann – Follies. Der ehemalige Intendant lädt ein. So kommen die Tänzer und Tänzerinnen, die Sängerinnen und Sänger noch einmal zusammen. Sie inszenieren einige „alte“ Nummern (echt starke Nummern), die eigentlich Geschichte dreht sich aber um die Paare Phyllis und Ben, Sally und Buddy. * Diese vier werden begleitet von ihren Geistern, ihren alter Ego, die jungen halt, die vor dreißig Jahren und mehr engagiert wurden.