Sonntag, 5. Dezember 2021

Ebert, Sabine: Die zerbrochene Feder

 
Ja, Sabine Ebert hat es angekündigt:

„Erlaube mir, Dir einen väterlichen Rat zu geben. Da ich nicht glaube, dass nach diesen Erlebnissen noch den ruhigen Schlaf deiner Kindheit hast, mach dir dein Talent zunutze und schreibe nieder, was du gesehen hast! Vielleicht kannst du damit die bösen Geister vertreiben.“ (1815 – Blutfrieden)

Dies schreibt in der Kriegsweihnacht 1813 Johann Christoph Friedrich Gerlach (1756 – 1820) aus Freiberg an seine Nichte Henriette Trepte, geborene Gerlach. 

Ja! Henriette Trepte hat es getan und es gibt auch einen Verleger für das Werk. Und nein, Sabine Ebert hat 2015 noch nicht gewusst, dass die Feder Henriettes an der preußischen Zensur zerbricht. Das teilte sie mir kürzlich auf meine Frage hin mit, als ich 1815 – Blutfrieden zum zweiten Mal las.

Nun ist das Buch gelesen, dass etwas anders daherkommt, als 1813 – Kriegsfeuer und 1815 – Blutfrieden, nicht nur, weil es nur halb so dick ist wie die beiden Vorgänger. 

Samstag, 4. Dezember 2021

Ebert, Sabine: 1813 - Kriegsfeuer


200 Jahre Völkerschlacht - Ein Jubiläum zum Feiern?
Rezension zu Sabine Eberts "1813 - Kriegsfeuer"


Sabine Ebert, die sich mit den Büchern um die Freiberger ► Hebamme Marthe einen wohl aus der historischen Welt von Mitteldeutschland nicht mehr wegzudenkenden Namen gemacht hat, verlässt mit dem hier zu rezensierenden Buch das Hochmittelalter. Aus Anlass eines der blutigsten Ereignisse des 19. Jahrhunderts, welches genau 200 Jahre her ist, hat sie diesem Roman geschrieben.


* * *

Die Geschichte:

Es ist das Jahr 1813. In Mitteldeutschland und vor allem in Sachsen herrschen noch die Franzosen. Aber die alliierten Staaten Preußen, Schweden, Russland und das habsburgische Österreich kommen immer mehr zu dem Schluss, dass der französische Usurpator nach seiner Niederlage auf dem Russlandfeldzug sich nun wieder nach Frankreich zurückziehen und seine Finger vom übrigen Europa lassen sollte. In Sachsen flammen überall Kämpfe auf.

Freitag, 3. Dezember 2021

Ebert, Sabine: 1815 - Blutfrieden

Die Ankündigung, Sabine Ebert würde die historischen Romane um Henriette, die als junge Frau in den Krieg gegen Napoleon Bonaparte hineingezogen wird, um einen dritten Band erweiterten, wirkte wie elektrisierend. Über 1813 – Kriegsfeuer wurde auf diesem Blog bereits geschrieben, Die zerbrochene Feder liegt zum Lesen bereit, doch erschien es notwendig, vorher 1815 – Blutfrieden endlich zu rezensieren, was zum erneuten Lesen führte. Nun, da dies geschehen ist und ich der weiteren Geschichte der Romanheldin folge, ist Zeit für das Resümee…

Im ersten Buch floh die junge Henriette Gerlach mit ihrem jüngeren Bruder Franz von Weißenfels nach Freiberg zu ihrem Oheim Friedrich Gerlach, der dort als Buchhändler, Buchdrucker und Verleger wirkte. Sie dachte, sie hätte einen französischen Offizier umgebracht, der sie allerdings körperlich bedrängte. In Freiberg wird sie herzlich aufgenommen und hilft dann in den entstehenden Lazaretten aus. Es ist die Zeit der aus Russland zurückflutenden Grandé Armee. 

 

Zwei jungen Offizieren begegnet sie, dem französischen Etienné le Trousteau, der mit seinem Vater, einem Major, bei Gerlachs einquartiert ist und etwas später den verwundeteren Maximilian Trepte, Gardeleutnant der Preußen. Kompromittierung fürchtend wegen eines französischen Balls, an dem sie teilzunehmen gezwungen wurde, flieht sie kurz vor dem Beginn der sogenannten Völkerschlacht nach Leipzig, wo sie deren Schrecken wiederum in den Lazaretten begegnet. Dort findet sie der preußische Leutnant wieder, als sie den in ihren Armen gestorbenen Etienné beweint… 

 


Donnerstag, 2. Dezember 2021

Flaubert, Gustave: Bibliomanie

Der Buchhändler und Antiquar Giacomo lebt zurückgezogen in einer stillen Gasse in Barcelona. Seine Liebe gilt allein den Büchern. Er berauscht sich am Geruch ihres Papiers, dem Einband, der Vergoldung der Lettern und der Druckerschwärze. Sein Traum: der Aufbau einer eigenen Bibliothek. Bei dem Erwerb bibliophiler Schätze steht ihm allerdings sein Rivale Baptisto im Weg, der Buchhändler vom Königsplatz. Allmählich steigert sich Giacomos Leidenschaft zum verbrecherischen Wahn...
(Klappentext)
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Insel Verlag; 1. Edition (7. März 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung : Erwin Rieger 
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 68 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3458205292
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3458205296
 
 
 
 
 
Uwe alias

Samstag, 27. November 2021

Nesbø, Jo: Eifersucht

Der Athener Ermittler Nikos Balli, ein Spezialist für das Mord-Motiv Eifersucht, ist seit dem Verlust seiner großen Liebe ein Getriebener. Auf der Insel Kalymnos soll er einen Vermissten finden, Julian. Er und sein Zwillingsbruder Franz waren in dieselbe Frau verliebt, Helena, Tochter eines Gastwirts der Insel. Es kam zum Streit, und seitdem hat man Julian nicht mehr gesehen. Sein Handtuch wurde am Strand gefunden, ist der junge Mann beim morgendlichen Schwimmen ertrunken?

Balli ermittelt und stößt auf immer mehr Beweise, dass Franz seinen Bruder ermordet hat – aber dann wird Julian gefunden, gefesselt und entkräftet in einer Höhle. Doch wo ist Franz? Balli muss all sein Gespür aufbringen, seine eigene schmerzvolle Erfahrung nochmals durchleben, um den Kampf der Zwillinge um Helena zu stoppen ...

(Klappentext)



  • Herausgeber ‏ : ‎ Ullstein Hardcover; 1. Edition (1. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung: Günther Frauenlob 
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 272 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3550201524
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3550201523
  • Originaltitel ‏ : ‎ Sjalusimannen og andre fortellinger



Bei dem Namen Jo Nesbø werde ich immer hellhörig - als Fan seiner Thriller-Reihe um den Ermittler Harry Hole bin ich stets auch neugierig auf seine anderen Romane. Sehr erstaunt war ich daher, als ich entdeckte, dass sein neuestes Buch Kurzgeschichten enthält, dieses Format kannte ich bislang noch nicht von dem norwegischen Autor. Über NetGalley erhielt ich freundlicherweise ein Rezensionsexemplar, worüber ich mich sehr gefreut habe. Hier nun meine Meinung zu Nesbøs "Eifersucht":

 

Donnerstag, 25. November 2021

Goethe für Kinder

 












"Hat der alte Hexenmeister / sich doch einmal weg begeben!

Und nun sollen seine Geister / auch nach meinem Willen leben;

seine Wort´ und Werke merkt´ ich / und den Brauch,

und mit Geistesstärke / tu´ ich Wunder auch.

Walle, walle / manche Strecke,

dass zum Zwecke / Wasser fließe..."


Ich weiß nicht, ab welchem Alter vermutlich die Aussage überwiegen könnte, dass dieses Gedicht, mit ein gewisser Johann Wolfgang v. Goethe im "Balladenjahr" 1797 auf einen Text des griechischen Dichters Lukian, übersetzt von Wieland, zurück griff, unbekannt sei. Eine zweite Frage könnte lauten, ab wann es nicht mehr auswendig gelernt werden musste. Hab gleich mal einen Familienrückruf gestartet, der ergab, dass das Gedicht duch auch bei der jüngsten Generation noch bekannt ist. Welch Lichtblick. 

Montag, 22. November 2021

BlogPost Nr. 177: BuchBerlin 2021

 

Kleine Buchmessen sind mir lieber als große. Dresden (er)lesen gehört dazu, und die Leipziger Buchmesse ist zumindest nicht so groß und nicht so weit weg wie Frankfurt. Im Jahr 2019 besuchte ich schon einmal die BuchBerlin und auch am letzten Wochenende war ich dort als Blogger zu Gast. Pandemiegerecht aufgebaut, war sie überschaubar in fünf „Gänge“ geteilt, die die Namen Berliner Straßen und Plätze bekommen hatten. Ansich hätte ich angenommen, dass in dem vielfältigem Berlin zum Beispiel Politik, vor allem „grüne“ und „linke“ entsprechend vertreten wären, doch dies nicht so der Fall. Stattdessen war Fantasy ziemlich vorherrschend.

Inmitten einiger solcher Verlage saß Kerstin Groeper vom Traumfängerverlag mit ihren Indianerbüchern und fühlte sich wohl, weil so eine ganze Reihe von Leuten neugierig stehen blieben und sich für diese Auslagen interessierten. Begleitet wurde Kerstin Groeper von Ida Spix, der Autorin von Die zerbrochenen Flöten, es kann ja nicht immer nur um Sioux gehen. Wir unterhielten uns zum Beispiel über Frau Groepers Besuch einer linken Buchmesse in Nürnberg. So kamen wir dann noch auf eigentümlich Forderungen von Buchhändlern, wenn es um Buchtitel geht.