Samstag, 6. März 2021

Krätschmar, Tania: Die Rückkehr der Apfelfrauen

Land unter im Apfelgarten: Die Äste biegen sich vor Früchten – aber Dani, die in dem alten Haus mit dem weitläufigen Obstgarten wohnt, muss verreisen! Wer kümmert sich um die Ernte? Kurzerhand fahren ihre Freundinnen Eva, Nele, Julika, Marion und Dorothee in die brandenburgische Provinz. Für die fünf beginnt ein wunderbarer Altweibersommer auf dem Lande. Aber leider gibt es ein Problem. Denn ein korrupter Kerl im Dorf gefährdet Danis Traum, ein Baumblütenhotel zu eröffnen. Doch köstliche Apfelrezepte machen stark, und die Freundinnen haben nicht nur männliche Unterstützer, sondern auch eine großartige Verbündete – die Natur …   
 
 
 
 
 
 
 
 

  • Herausgeber : Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (17. September 2018)
  • Sprache : Deutsch
  • Taschenbuch : 352 Seiten
  • ISBN-10 : 3734106281
  • ISBN-13 : 978-3734106286



Im allerersten Jahr unseres Blog-Daseins stellte ich hier 'Eva und die Apfelfrauen' vor - und ahnte nicht, dass es dereinst noch eine Fortsetzung dieses schönen Wohlfühlromans geben würde. Deshalb freute ich mich sehr, als ich diese nun entdeckte. Ab und an lese ich solche Romane durchaus gerne, und so war ich neugierig, ob mich dieser Folgeband genauso entzücken können würde wie seinerzeit 'Eva und die Apfelfrauen'. Wie es nun war? Lest selbst:

Freitag, 5. März 2021

Seghers, Jan: Der Solist

War ich doch neulich in meiner hier bevorzugten, weil einzigen richtigen Buchhandlung in der Stadt (Die Buchhandlung Wilke ist aber eine feine kleine Buchhandlung), um eine Bestellung abzuholen, dabei sah ich ein Buch in der Werbung und die freundliche Buchverkäuferin verkaufte mit das nicht bestellte Buch. Wen das wundert, der mache sich bewusst, es war Corona-Zeit. (Mal sehen, wie sich das in zehn Jahren liest).

Ein Spiegel-Bestseller-Autor und auf dem Cover ein Flughafenterminal, welches historisch genannt werden darf. Im letzten Jahr habe ich da mal eine Fototour besucht. Nur schade, dass der Flughafen Berlin-Tempelhof nur eine äußerst nebensächliche Rolle spielt in diesem Kriminalroman von Jan Seghers, der eigentlich Matthias Altenburg heißt. Um was geht´s? 

Unmittelbar vor der letzten Bundestagswahlen kommt ein Ermittler des BKA zur SETA, einer Berliner Sondereinheit zur Terrorabwehr, die in einer Baracke auf dem Tempelhofer Feld residiert. Im vorherigen Dezember hatte ein gewisser Anis Amri einen Sattelschlepper in einen Weihnachtsmarkt gesteuert und dabei elf Menschen getötet und 55 weitere verletzt. Nachdem in Nizza ein ähnlicher Fall geschah, ist die Gefahrenlage hoch.

Der SOLIST, Neuhaus sagt, er arbeite lieber allein, bekommt als Partnerin Suna-Marie, eine kleine, freundliche, ständig redende, etwas mollige deutsch-türkische Neuköllnerin an seine Seite. Der erste Tote ist ein jüdischer Aktivist, die zweite eine muslimische Anwältin. Die verwendete Pistole kam vor zwanzig Jahren als Beweismittel abhanden...

Neuhaus ermittelt fast allein, fast, denn Suna-Marie entpuppt sich als eine Partnerin, die entscheidende Dinge beiträgt und ihre Stadt wie eine Stadtführerin zu beschreiben weiß...

Donnerstag, 4. März 2021

Garth, John: Die Erfindung von Mittelerde

Was gibt es nicht für eine Unmenge an Literatur über ein Thema, das mich seit 2001 doch schnell faszinierte, und das obwohl, oft wiederholt, Fantasy gar nicht mein literarischer Fall sein sollte. Heute ist es nicht nur ein lit(t)erarischer Fall.

Mittelerde

Fällt mir beim Stöbern im Internet doch letztens ein Werk auf, ein buntes Cover, dessen sofort ins Auge stechende Hauptwort MITTELERDE lautet. Ein John Garth verspricht zu zeigen, „was Tolkien zu Mordor, Bruchtal und Hobbingen inspirierte“.

Nun, allein die Bücher, die sich bei mir im Laufe der Jahre angehäuft haben, etwas mehr als ein laufender Meter, sind schon sehr ergiebig, was dieses literarische Land betrifft, hat doch Christopher Tolkien über Jahrzehnte hinweg viel erklärt, worauf sein Vater, welcher eben Mittelerde entdeckte, so kam in Gedanken und im Schreiben. 

Und was da alles steht: HERR DER RINGE (gleich zweimal), DAS SILMARILLON, DER HOBBITT, NACHRICHTEN AUS MITTELERDE, DIE KINDER HURINS, DER FALL VON GONDOLIN, LUTHIEN UND BEREN, DAS BUCH DER VERSCHWUNDENEN GESCHICHTEN (Teil 1 und 2), noch ein Buch über TOLKIENS WELT, die BRIEFE VOM WEIHNACHTSMANN und KÖNIG ARTHERS UNTERGANG. Bis auf die letzten handeln alle diese Bücher in oder auf Mittelerde.



Dienstag, 2. März 2021

BlogPost Nr. 172: Was hat der Februar 21 gebracht?













Anne Parden hat sich mit einem historischen Roman befasst, wohl, weil der Verfasser von Tanz mit mir, Aurelia, Titus Müller, ihr schon mehrfach unter die Finger kam. Der Roman handelt zu Cromwells Zeiten im 17. Jahrhundert in England.

Dann setzt sie erneut mit einem bekannten Autor fort: Jeffree Deaver und Der Todesspieler"Colter Shaw ist hart, er ist kompromisslos und die letzte Rettung für die Menschen, denen die Polizei nicht helfen kann oder will… Er ist ein hervorragender Spurenleser und verdient seinen Lebensunterhalt damit, für Privatpersonen vermisste Personen aufzuspüren." Hier könnt ihr die Besprechung lesen.

Gleich eine ganze Staffel stellt Anne als nächstes vor: Die Totnbändiger von Nadine Erdmann

Als ich dann schon wieder die nächste Besprechung von Anne sah, fiel mir das Cover auf. richtig, Quint Buchholz lässt grüßen. Jutta Richter hat das Kinderbuch Hinter dem Bahnhof liegt das Meer geschrieben.

Von Palmen, Wüsten und Basaren berichtet Hans Bergel in dem schmalen Band einer Israelreise. Von diesem Autor wird Uwe bald erneut berichten.

Doch bevor es damit gleich weitergeht, erzählt Anne von einer "Reise durch Fjorde, Gebirge, einsame Hochebenen und magische Orte". Das gibt es in Noch alle Zeit von Alexander Häuser.

Eher noch als der soeben erwähnte Reisebericht aus Israel fand Uwe auf der einzigen Buchmesse, die er 2021 besuchen konnte, bei Dresden (er)lesen am Stand der Edition Noack & Block diesen autobiografischen Roman des fünfundneunzigjährigen Siebenbürgener Sachsen Hans Bergel. Ein faszinierendes Buch, welches zu einer Trilogie wird. Was hier natürlich zu weiteren Posts führen muss. Hier geht es zur Besprechung von Wenn die Adler kommen.

Wenn Ulrike Blatter allen Kindern, die durch Kriege ihrer Kindheit beraubt worden sind, eine Stimme gibt, dann ist das hier auf unserem Blog genau richtig. Anne Parden schrieb die Rezension  zu Der Hütejunge.

Die beiden folgenden Rezensionen zu Oliver Henkels KAISERTAG und Heiger Ostertags WALKÜRENRITT stehen schon länger auf diesem Literaturblog. Das liegt daran, dass ich mich beim Genuss von Laurent Binets EROBERUNG an andere Alternativweltgeschichten erinnerte. In EROBERUNG wir die Geschichte umgedreht und ein Inka erobert Europa.

Anne entführt uns dann nach Kamtschatka und einem Episodenbuch von Julia Philips. Hier findet sich die Rezension zu Das Verschwinden der Erde.

Mit Freude bekam Uwe das Rezensionsexemplar JAKOBS WEG, dem Kriminalroman von Jörg H. Trauboth der auf eben diesem Jakobsweg von Jakobs Weg berichtet. Es geht um das ernste und leider auch sehr aktuelle Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder. Den Spagat zwischen eindringlichem Text und Gewaltdarstellung bei gleichzeitger Beschreibung der Wirkungen des Camino Frances hat Trauboth ganz hervorragend ausgeführt. Hier findet ihr die letzte Rezension des Monats Februar.

© Der Bücherjunge

Sonntag, 28. Februar 2021

Trauboth, Jörg H.: JAKOBS WEG

Betrachtet man das Cover, fällt einem nicht gleich auf, dass Jakobsweg auch Jakobs Weg bedeuten kann.
Pilgert man auf dem Camino Frances in Richtung Santiago di Compostela, will man vermutlich das Grab des Apostels Jakobus in Santiago besuchen. Die meisten Wanderer suchen nach „sich selbst“, manche kommen regelmäßig, einige wandern Teilstücke oder nur die letzten einhundert Kilometer. Der Camino Frances gilt als der klassische, der bekannteste Jakobsweg. Noch mehr bekannt wurde er durch Hape Kerkelings Buch Ich bin dann mal weg; es wurde 2015 verfilmt.

Wenn Jörg H. Trauboth ein Buch Jakobs Weg nennt, dann wird es vermutlich sehr ernst. Wie ernst es wird,  erschließt sich relativ schnell.

Die Handlung beginnt vor zwanzig Jahren in einem kirchlichen Internat im Sauerland mit dem bezeichnenden Namen Maria hilf. Wir lernen einen verzweifelten Schüler namens Jakob kennen und einen ukrainisch stämmigen Hausmeister. Der hat mal einem Kunden eine Menge Geld entwendet und seitdem ist er in des Internatsleiters Hand. Wenn ein katholischer Pater den Hausmeister seines Internats erpressen kann und ein verzweifelter Schüler zum Suizid ansetzt, dann dürften viele Leserinnen und Lesern ahnen, worauf das hinausläuft. Jörg H. Trauboth kommt auch schnell zur Sache: Im Raum der Ergebenheit findet das vierwöchentliche „Finale“ statt, die vorbereiteten Jungs werden den Kunden zugeführt. Sergey, der Hausmeister, der macht, was dieser kaltherzige Hartmann will, ist kein schlechter Mensch...

Eine Gruppe von Personen bekommt zwanzig Jahre nach diesen Vorfällen ein Video zugespielt, welches zeigt, dass sie sich in einer Art und Weise strafbar gemacht haben, die zu jahrelangem bis lebenslänglichen Gefängnis führen kann. Heute. Die Gruppe soll sich zu einem festgelegtem Zeitpunkt in Saint-Jean-Pied-de Point treffen und den Camino Frances zumindest bis Burgos absolvieren, dann währen sie „geläutert“ und würden das widerliche Videomaterial ausgehändigt bekommen. Der Internatsleiter und seine Schwester gehören dazu, ein Geschäftsmann aus der Schweiz, ein Ex-Soldat, ein Cyberkrimineller, ein ehemaliger EU-Parlamentarier und ein ukrainischer Busfahrer. Die Gruppe führt ein Pater Domingo auf den Camino. Doch sie ist erst vollständig, als Joe Jaeger und Hanna Dohn dazustoßen. Jaeger, genannt Hunter, ist Kriminalhauptkommissar beim BKA, Hanna Journalistin. Beide lernten sich im Zusammenhang mit Vorfällen im Collegium Maria hilf kennen. Auch sie wurden so eingeladen und nehmen nun unter Decknamen an der Wanderung teil, die alles andere ist als ein „Buen Camino“. Es wird ein Pilgerweg der Angst.

Samstag, 27. Februar 2021

Phillips, Julia: Das Verschwinden der Erde

An einem Sommertag an der Küste Kamtschatkas verschwinden die russischen Schwestern Sofija und Aljona. Das Verbrechen erinnert an einen Vorfall nur Monate zuvor in der indigenen Bevölkerung. Wie eine düstere Wolke hängt der ungelöste Fall fortan über Kamtschatka und beeinflusst das Leben ganz unterschiedlicher Frauen in einer gespaltenen, männerdominierten Gesellschaft. Während das Netz zwischen den Einzelschicksalen dichter wird, hält die Suche nach den Mädchen die ganze Stadt in Aufruhr.

Brillant konstruiert und einfühlsam erzählt, entführt uns der Roman in eine extreme und faszinierende Welt am Rande der Welt: in die graue Stadt Petropawlowsk, die spektakulären Weiten der Tundra und die Schatten schneebedeckter Vulkane.






  • Herausgeber : dtv Verlagsgesellschaft (22. Januar 2021)
  • Sprache : Deutsch
  • Übersetzung: Roberto de Hollanda & Pociao
  • Gebundene Ausgabe : 376 Seiten
  • ISBN-10 : 3423282584
  • ISBN-13 : 978-3423282581
  • Originaltitel : Disappearing Earth




Gelesen habe ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, was sich diesmal sehr lebendig gestaltete. Von Begeisterung bis Ernüchterung gingen die Wellen des Erlebens bei der Lektüre, und lehrreich waren sowohl der Roman als auch die Leserunde, weil da so einiges an Wissen zusammengetragen wurde. Auch wenn es für mich einige langatmige Passagen gab, die das Lesetempo zeitweise doch erheblich drosselten, hat sich die Lektüre unbedingt gelohnt. Weshalb? Lest selbst:

Freitag, 26. Februar 2021

Binet, Laurent: Eroberung

Was ist das: DIE GESCHICHTE? Es gibt da eine Gruppe auf einer bekannten Social-Media-Plattform, die nennt sich Geschichte & Archäologie. Zu der gehören schon über 50.000 (!) Mitglieder. Das ist enorm, denke ich. Was da alles an geschichtlichen Ereignissen hervorgekramt wird, ist beachtlich. Gelegentlich gibt es Streit, zum Beispiel dann, wenn mal wieder jemand der Meinung ist, weit zurückliegende Ereignisse rein „faktisch“ und nicht durch die heutige opto-politische Brille zu sehen. Als ob das gehen würde. Geschichte ist immer Rückblick, Geschichte wurde durch die geschrieben, die meist was gewonnen hatten oder sonst „übrig“ geblieben sind. Nach einer Pandemie zum Beispiel, oder einem Krieg... 

Man kann Geschichte aber auch so sehen wie der Franzose Laurent Binet. Der hat Geschichte in Prag studiert, was nicht heißt, dass die folgende „Definition“ irgendeine Art von Prager Geschichtsauffassung darstellen würde. Gleichwohl, man muss sich solche Worte schon mal in Ruhe vornehmen:

„Die Geschichte lehrt uns, dass wenige Ereignisse es der Mühe wert erachten, sich rechtzeitig anzukündigen, dar manche, die sich jeglicher Vorhersage entziehen, und dass letztlich die allermeisten sich damit begnügen, einfach einzutreten.“ 

Vorsicht: Spoiler!