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Donnerstag, 23. April 2026

Rudnick, Uwe: Drei Liter Himmel

 Im Schatten vom Ettersberg

Kurz nach Kriegsende wacht ein fünfzehnjähriger Junge in einem amerikanischen Militärhospital in Weimar auf. Flocke – So will er genannt werden, seinem Hitlerjungendausweis nach heißt er Karl-Leopold Schneeberger. Wo ist sein Vater, der Freund namens Zack, wo sind Fiona, Gerda und Rebekka, die beiden kleinen jüdischen Mädchen aus dem Nachbargarten?

Flocke muss sich zurückerinnern und erzählt den Lesern sein fünfzehnjähriges Leben. Die Mutter stirbt kurz nach der Geburt, als Vierjähriger kommt er dann mit Tante Lieselotte zum Vater nach Weimar, der ist dort Polizist. Den Deutschen Gruß, der seit einiger Zeit in Deutschland gebraucht, versteht der Knirps als „Drei Liter!“

Donnerstag, 16. April 2026

Stürickow, Regina: Kommissar Gennat und der Anschlag auf den Orientexpress

Björn Harras liest immer besser. Ein Könner, der jeder handelnden Person ihr besondere Stimmnote verpasst. Mit der Zeit werden Kriminalrat Ernst Gennat, der Leiter der Berliner Mordkommission und sein (fiktiver) Freund Max Kaminski zum Ohrwurm, wenn man, wie der Rezensent hier, in kurzen Abständen bereits das dritte Buch von Regina Stürickow hört. 

Da der Anschlag auf den Orientexpress in Ungarn stattfindet, die mit Österreich eng zusammenhängen, sind auch diverse Österreicher im Spiel und hier übertreibt Harras ein wenig in Anwendung des Dialekts. 

Ausnahmsweise einmal ein paar Bemerkungen zum Sprecher des Hörbuches gleich hier, geht es weiter mit dem Buch.

  • DNB / BeBra Verlag / 2021 / ISBN: 978-3-96201-070-6 / 304 Seiten
  • Audible 8 Stunden und 44 Minuten

Samstag, 11. April 2026

Stürickow, Regina: Kommissar Gennat und die Tote im Reisekorb



Wer Babylon Berlin gesehen hat, kennt den dicken Ernst vom Alexanderplatz. Wenn nicht, dann hat vielleicht Diese oder Jener einen Roman von Regina Stürickow gelesen, in denen die Autorin dem vielleicht bedeutendsten Kriminalisten Berlins eine Art Denkmal setzt.

Kürzlich las ich Teil 1, in dem es um ein spektakulären Raub der Lohngelder der Berliner Verkehrsbetriebe ging. Mit diesem ersten Band begab sich Stürikow mit Ernst Gennat und dem (fiktiven) Helfer und Journalisten Kaminski in das Jahr 1932. Mit Band 2 hier, in dem eine tote Frau in einem Reisekorb von Berlin nach Stettin geschickt wird, lernen die beiden sich kennen. Ein bekannter Fall aus dem Jahre 1916.

Montag, 16. März 2026

Hein, Christoph: Das Narrenschiff

Das hier zu besprechende Buch ist vor einem Jahr veröffentlicht wurden. Der Grund, warum ich es mir nun vorgenommen habe, liegt in der Lektüre einer Rezension und eines Spiegel-Interviews, beides vom Mai 2025. Darauf komme ich bald zurück.

DDR-Geschichte zu rezipieren, scheint immer schwieriger zu werden. Momentan verstärken sich so Meldungen, die den Staat östlich der Elbe überaus positiv zeichnen. Die hiesige Tageszeitung, Nordkurier, druckt am 12.03.26 einen Artikel „Ostalgie fast ohne Zwischentöne“. Auf einer Bühne vereint: Egon Krenz, Gustav Adolf "Täve" Schur, Waldemar Chierpinski und Frank Schöbel. Schon der Artikel taugt nicht viel, denn vorgestellt werden neben einigen Zitaten vor allem Besucher, die aus marginalen Gründen hingingen, die mal einen Blick auf diese illustre Garde werfen wollten.  Einschließlich Autogrammmöglichkeit, Buchverkauf und einem neuen Lied eines Schlagerbarden.

Von den Genannten tritt nur einer als Nebenfigur im 700seitigen Roman von Christoph Hein auf, indirekt, denn er wird dort vom ehemaligen ZK-Mitglied und Ökonomieprofessor Karsten Emser immer nur „der Jungpionier“ genannt. (Als ich Pionier wurde, war Krenz Vorsitzender der Pionierorganisation, das war 1970).

Dienstag, 10. März 2026

Stürickow, Regina: Kommissar Gennat und der BVG-Lohnraub

 

Leserinnen und Leser, wenn sie gern Kriminalromane lesen, haben da so ihre kriminalistischen Vorlieben. Vor allem bei Regionalkrimis und diversen Buchreihen folgen sie ihren Spezies, die da Max Heller (Frank Goldammer) oder Julia Durant (Andreas Franz), Toni Sanftleben (Tim Pieper) oder Harry Hole (Jo Nesbø) heißen. (Hier auf diesem Blog gibt es außer diesen noch mehr)

Wer sich einer Reihe namens Babylon Berlin näherte und Volker Kutschers Gereon Rath folgte, lernte dabei einen dicken Kriminalrat kennen, der mal keine fiktive Figur darstellte, Ernst Gennat (1880 – 1939) arbeitete während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik und unter den Nationalsozialisten in der Berliner Polizei, der Aufbau einer modernen Mordkommission geht dabei auf sein Konto. Bei Volker Kutscher lesen wir, dass das „Mordauto“, bestückt mit Tatortuntersuchungsmaterial, unter den Berlinern bekannt war.

Gennat galt länger als vergessen. Regina Stürickow hat ihren Anteil daran, dass er, der „Buddha vom Alexanderplatz“ in diversen Büchern wieder auflebt.

Freitag, 13. Februar 2026

Kutscher, Volker: Rath

DER ZEHNTE RATH - ROMAN

Nun lag er vor mir, der zehnte Rath - Roman aus der Feder von Volker Kutscher. Er hatte vor einiger Zeit erklärt, dass er die Reihe mit dem Jahr 1938 abschließen würde, dem Jahr, in dem am 9. November die Synagogen brannten, dem Jahr der Reichspogromnacht.

Doch blicken wir kurz ein wenig zurück:

Im Jahr 1929 kommt ein junger Kommissar als Köln zu Berliner Polizei. Dies hat sein Vater vermittelt, der den Berliner Polizeipräsidenten Zörgiebel kannte. Gereon Rath hatte in Köln mit einem Fall um den Oberbürgermeister Konrad Adenauer zu tun. In Berlin fängt Rath erst bei der Sitte an und wechselt dann zur innovativen Mord-Inspektion, die von einem besonderen Kriminalrat, nämlich Ernst Gennat geleitet wird.
 
Gereon trifft auf Charlotte Ritter. Die Tochter eines Justizbeamten in Moabit arbeitet gelegentlich für die „Rote Burg“, das Polizeipräsidium und will unbedingt Kriminalassistentin werden. Beide kommen sich näher und werden einige Bände später auch heiraten. Charlie ist die zielstrebigere, die bewusstere von beiden, Gereon dagegen zwar ein brillanter Ermittler, aber politisch weitaus weniger weitblickend.

  • DNB / Piper / München 24.10.2024 / ISBN:978-3-492-07410-0 / 624 Seiten
  • audible / 21 Std. 49 Minuten 

Montag, 22. Dezember 2025

Aden, Hanna: Die Kryptografin

 

Manchmal greift man nach einem Buch sogar schnell und ohne Zaudern, diesmal auf Grund der indirekten Empfehlung einer Bloggerkollegin, die historische Romane ebenso öfter bearbeitet.

Es ist nicht der erste Frauenroman, den ich las, es ist der erste, der, ungewöhnlich, eine junge Frau mit besonderen Talenten Anfang der fünfziger Jahre in die Organisation Gehlen bringt, den Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes. 

Margot ist DIE KRYPTOGRAFIN, da die Studentin der Mathematik für diese Sparte eine besondere Begabung aufweist. Außerdem spielt da noch etwas eine Rolle, was man Synästhesie nennt. Ist dies der besondere Schlüssel für kryptografische Aufgaben, wenn beides zusammentrifft? Für ihre Träume braucht sie Mut.

Samstag, 27. September 2025

Rohrbach Carmen: Solange ich atme

Betrachte ich mir den Titel dieses Taschenbuches, fallen drei Dinge auf: Eine fröhlich lachende sonnenbebrillte Frau, der deutliche Titel und mehr noch der Untertitel – Meine dramatische Flucht aus der DDR... – und dass das Buch bei Malik / National Geographic herausgekommen ist. Carmen Rohrbach las am 14. September 2025 aus dieser Autobiografie bei Dresden (er)lesen

Am Stand auf der kleinen feinen Buchmesse hoch über der Elbe im Schloss Albrechtsberg war sehr schnell zu erkennen, was ihr Leben prägte: Eine nicht sofort zu überschauende Zahl von Reisebüchern aus aller Welt lagen aus. 

Von Patagonien wird an anderer Stelle noch zu schreiben sein, bleiben wir vorerst bei der Autobiografie.

Donnerstag, 18. September 2025

Günther, Ralf: Ein grenzenloser Sommer

Wer ahnte im Jahre 1988 schon, dass in Kürze bestimmte Beziehungen in deutschen Landen unkompliziert werden sollten, zumindest, was die Überwindung von Grenzen betrifft?

Für Ronni ist die Möglichkeit, zur See zu fahren und andere Länder zu sehen, der Gipfel von Freiheit für einen Sachsen aus Dresden. Ob er aber ohne Onkel „Alex“ auf dem Dampfer hätte anheuern können, spielt letztlich weniger eine Rolle, wohl aber, ob er auf diesem bleiben kann.

Drei Seereisen unternimmt Ronni als Restaurantstewart auf dem Motorschiff ARKONA, welches einst als MS ASTOR und ZDF-Traumschiff über die Meere schipperte. Das über dubiose Wege in den Besitz der DDR gekommene „Urlauberschiff“ wechselt regelmäßig die Reisenden aus, so kommt die DDR zu Devisen und „Westurlauber“ zu billigeren Kreuzfahrten. Auf diese Weise lernt der Dresdner Ronni die Frankfurterin Studentin Sabine und deren Tante Hilde kennen. Die jungen Leute kommen sich näher... Nach der ersten Reise folgt die Trennung. In einem Roman aber gibt es bestimmt ein Wiedersehen....

Sonntag, 31. August 2025

Ramelow, Bodo und Ilko-Sascha Kowalczuk: Die Neue Mauer

Ein Gespräch über den Osten.

Seit einigen Tagen kursieren Artikel und Beiträge im Netz, in denen Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow vorgeworfen wird, die schwarz-rot-goldenen Farben der Nationalflagge und die Nationalhymne ändern zu wollen. - Gleich vorweg: Am 05.06.2025 stellte die AFD im Bundestag einen Antrag, die Flagge und Farben besonders zu schützen, und „die traditionelle Beflaggung von Dienstgebäuden des Staates wiederherzustellen“. (BT - Drucksache 21 / 348)

Die Sitzung leitete Bodo Ramelow und zum Ende der Debatte verwies er auf den Bauernkrieg und die Verwendung der Flagge durch den schwäbischen Haufen, denn es ging nicht um eine Änderung der Nationalfarben, sondern letztlich darum, ob zu bestimmten Anlässen andere Flaggen auf dem Bundestag und staatlichen Behörden gehisst werden dürfen.

Wieso aber komme ich auf diesen Punkt, den ich gar nicht weiter und näher erörtern will? Bodo Ramelow und llko-Sascha Kowalczuk haben in ihrem Gespräch über den Osten und einer neuen Mauer in bestimmten Köpfen im Kapitel 7 über Verfassungsdebatten gesprochen und ob wir eine solche brauchen. Damit beginnend, möchte ich das Buch der beiden hier vorstellen.

Montag, 25. August 2025

Anders, Florentine: Die Allee

Selbst wenn man die Ankündigung des Buches nicht gelesen hat, fällt einem das Thema mit Blick auf das Cover unmittelbar vor Augen. Der Berliner-Fernsehturm und das Hochhaus an der Weberwiese, welches allerdings nicht zwischen die Kongresshalle und das Haus des Lehrers am Alexanderplatz gehört. Kaum einer wird das Gesicht des Herrn in den besten Jahren dem Hermann Henselmann zuordnen, der an DER ALLEE einen großen Anteil hat. Gemeint ist die Stalinallee, die heute Karl-Marx-Allee heißt und vom Strausberger Platz bis zum Frankfurter Tor führt.

Die Damen hinter dem berühmten und etwas exzentrischen Architekten mit Hang zur Bauhaus-Tradition sind seine Frau Irene "Isi" und beider Tochter Isa. Über diese schreibt nun Florentine Anders, Enkelin von Herrmann und Isi, Tochter von Isa.
Architekturgeschichte gekoppelt mit der Geschichte einer Familie.

Samstag, 5. Juli 2025

CABARET in Neubrandenburg

„Auf Grund der großen Nachfrage kehrt die umjubelte Inszenierung CABARET für das Neubrandenburger Sommerspektakel zurück... erleben Sie das Erfolgsmusical „Cabaret“ in einer einzigartigen Aufführung, die Sie mitten in das Geschehen katapultiert.“ (Theaterseite)
Link Theater

Vor nicht allzu langer Zeit sah ich im Theater Neustrelitz bereits CHICAGO, an einem Mittwoch jetzt CABARET. Nicht erwartet hatte ich, weil nur den Stückinhalt zurückrufend, dass die Zuschauer tatsächlich mitten hinein geworfen werden, denn sie sitzen im Varieté.

Willkommen, bienvenue, welcome!
Fremde, etranger, stranger.
Gluklich zu sehen, je suis enchante,
Happy to see you, bleibe, reste, stay.
Willkommen, bienvenue, welcome
Im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret.

In der Mitte eine Musikinsel für acht (!) Musikerinnen und Musiker, die Piano, Toy-Piano und Akkordeon, Drums und singende Säge, Bass, Saxophon, Klarinette, Posaune und Violinen besetzen. Ein Mini-Orchester, welches spielen wird wie ein großes...

Mittwoch, 18. Juni 2025

Von Neutsch bis Kowalczuk: der 17. Juni 1953

Der 17. Juni 1953: Ich weiß nicht, wann dieses Datum erstmals bewusst in mein Leben trat. Selbst Jahrgang 1963, geboren (in Dresden) 10,5 Jahre nach diesem bedeutenden Tag in der DDR-Geschichte, war dieses Datum lange Zeit für mich und in der Familie eher bedeutungslos. Unsere Eltern waren elf Jahre alt und daher nicht für direkte Erinnerungen geeignet. Einzig mein Großvater, den ich gerade ab 1989 hätte vieles fragen wollen, wäre in der Lage gewesen, seine Sicht auf diesen Tag darzulegen, es wäre vermutlich eine ddr-kommunistische Darstellung geworden.

In dessen Bücherschrank stand ein Buch von Erik Neutsch, das ist der, der einst SPUR DER STEINE (1964) schrieb, nach diesem Roman drehte Frank Beyer den weit bekannten gleichnamigen Film. Doch ich meine hier den Roman AUF DER SUCHE NACH GATT (1973), ebenfalls verfilmt, mit Dieter Mann in der Hauptrolle. Da kommt ein Mann aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause, wird Journalist, Kommunist, Bergmann und findet sich wieder in den Tagen des 17. Juni. Die Szenen im Buch und Film zeigen, wie Parteizentralen gestürmt und Fahnen verbrannt werden, GATT wird aus der protestierenden Menge angegriffen und verletzt. Ich glaube, das waren meine ersten Bilder zum 17. Juni und die waren bezeichnend: VOLKSAUFSTAND? Nee: Konterrevolution...

Samstag, 26. April 2025

Drei mal WEGE ÜBERS LAND (Helmut Sakowski)

Irgendwann, Anfang der 90er Jahre, brachte der RBB (Rundfunk Brandenburg-Berlin) all die Filme, die in der bis vor kurzem existierenden DDR schon sehr lange nicht mehr aufgeführt wurden oder verboten waren.

Nicht verboten war WEGE ÜBERS LAND, aber da gleich zwei Hauptdarsteller, Manfred Krug und Armin Müller-Stahl und dazu Angelika Domröse zwischen 1977 und 1980 die DDR verließen – sie hatten den Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterschrieben – wurde er spätestens ab 1977 denke ich, nicht mehr gezeigt.

Als er das erste Mal im DDR-Fernsehen gezeigt wurde (1968) war ich noch zu jung und so sah ich erst nach dem Fall der Mauer 1989 – irgendwann in den ersten Jahren danach.

Es war die Crème de la Crème, die da vom Regisseur Martin Eckermann aufgefahren wurde, das Drehbuch hatte er gemeinsam mit dem Autor des Stoffs, Helmut Sakowski, geschrieben. Die Musik schrieb Siegfried Matthus, die Kameras führte Hans Jürgen Heimlich. Zum Inhalt komme ich etwas später.

Anfang diesen Jahres wurde für das Landestheater Neustrelitz angekündigt, das Schauspieldirektor Maik Priebe beabsichtigt, WEGE ÜBERS LAND auf die Bühne zu bringen. Etwas skeptisch, gebe ich zu, besuchte ich eine Matinee einige Tage vor der Uraufführung. Das, was Priebe nebst Kolleginnen berichtete, machte neugierig. Fünf Stunden Theater? Vierzehn Schauspielerinnen und Schauspieler für vierzig Rollen? - Das schau ich mir an.



Da während der Veranstaltung eine kleine szenische Lesung dargebracht wurde, hatte ich den Eindruck, dass der „Straßenfeger“ von 1968 deutlich zu erkennen sein wird. Also sah ich mir den sechsteiligen alten Film (schwarz weiß) noch einmal an und las daneben das eBook zum Fernsehroman aus dem Aufbau Verlag. So gerüstet besuchte ich am 04. April das schöne Neustrelitzer Landestheater.

Samstag, 7. Dezember 2024

Günther, Ralf: Die Könige von Babelsberg

Soeben erst, scheint es, ist der Große Krieg, den man später den Ersten nennen wird, vorüber gegangen. Das ehemalige deutsche Kaiserreich ist nun eine Republik, die später die Weimarer heißen soll. Nur langsam entwickelt sich eine andere Gesellschaft.

Noch schauen die Menschen Stummfilme. Berühmt sind oder werden später sein, zwei Filmmenschen. Dies sind Fritz Lang und Thea von Harbou. Beide stechen aus der Filmszene hervor – sie werden zu einem Glamourpaar, beide sind noch verheiratet, später miteinander, wenn auch kurz. Doch welche Verbindung besteht zwischen der Drehbuchautorin und der Ehefrau des Regisseurs? Hat sich Elisabeth Rosenthal, verheiratete Lang, selbst entleibt, oder betätigte der Ehemann den Abzug einer Pistole? Oder war es Thea, die später vorgeben wird, Lisa Lang geliebt zu haben?

Es ist ein junger Polizeikommissar, der den Todesfall ermittelt und dem dabei einigermaßen Steine in den Weg gelegt werden. Ein Mord? In diesen Kreisen? Doch dieser Walter Beneken gibt so schnell nicht auf. Der junge Mann wohnt mit seiner Mutter, die sich, nachdem Vater und älterer Bruder gefallen sind, an Walter klammert in einer Hinterhauswohnung (Ich hätte echt gedacht, dass die preußische Polizei ihre Kommissare besser bezahlt).

Gegen solch berühmte Leute zu ermitteln, führt zu Konflikten und die näher an der Politik und dem Geld stehenden Behördenleiter machen es den Ermittlern in Romanen nicht leicht.
Wird es Walter Beneke schaffen, seinen Fall nicht zu einem „nassen Fisch“ werden zu lassen?

Achtung: bezüglich Walter ist der weitere Text etwas spoilerhaft.