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Dienstag, 30. September 2025

Leo, Maxim / Kat Menschik: Junge aus West-Berlin

Nein, der spielt keine Rolle in diesem Büchlein. Ich meine den Komponisten des Liedes mit den folgenden Versen. Obwohl doch der Titel der Erzählung diese erste Zeile förmlich eingibt.

„Stell dir vor, du kommst nach Ost-Berlin.

Und da triffst du ein ganz heißes Mädchen.

So ein ganz heißes Mädchen aus Pankow.

Und du findest sie sehr bedeutend, und sie dich auch...“

Das Rockkonzert auf dem Alexanderplatz wird sich allerdings als eine Kundgebung zeigen, nicht der Anfang, sondern das Ende? Der Titel, denke ich, war Absicht. Die Assoziation auch. Aber UDO wird auf den ganzen 80 Seiten nicht ein einziges Mal erwähnt. Nicht einmal im Nachwort.



Mädchen aus Ost Berlin (1979)


Donnerstag, 18. September 2025

Günther, Ralf: Ein grenzenloser Sommer

Wer ahnte im Jahre 1988 schon, dass in Kürze bestimmte Beziehungen in deutschen Landen unkompliziert werden sollten, zumindest, was die Überwindung von Grenzen betrifft?

Für Ronni ist die Möglichkeit, zur See zu fahren und andere Länder zu sehen, der Gipfel von Freiheit für einen Sachsen aus Dresden. Ob er aber ohne Onkel „Alex“ auf dem Dampfer hätte anheuern können, spielt letztlich weniger eine Rolle, wohl aber, ob er auf diesem bleiben kann.

Drei Seereisen unternimmt Ronni als Restaurantstewart auf dem Motorschiff ARKONA, welches einst als MS ASTOR und ZDF-Traumschiff über die Meere schipperte. Das über dubiose Wege in den Besitz der DDR gekommene „Urlauberschiff“ wechselt regelmäßig die Reisenden aus, so kommt die DDR zu Devisen und „Westurlauber“ zu billigeren Kreuzfahrten. Auf diese Weise lernt der Dresdner Ronni die Frankfurterin Studentin Sabine und deren Tante Hilde kennen. Die jungen Leute kommen sich näher... Nach der ersten Reise folgt die Trennung. In einem Roman aber gibt es bestimmt ein Wiedersehen....

Dienstag, 14. Mai 2024

Arnim, Elisabeth von: Bezaubernder April

 

„An diesem Abend herrschte Vollmond. Der Garten war ein verwunschener Ort, in dem alle Blumen weiß schienen. Die Lilien, der Seidelbast, die Orangenblüten, die weißen Levkojen, die weißen Nelken, die weißen Rosen – man konnte sie so deutlich sehen wie am Tage; aber ihre Farbe existierte nur als Duft.“ (Seite 267)




Der Anfang eines bezaubernden Buches, oder das Ende? Fast, denn diese Zeilen leiten das letzte Kapitel über eine Gruppe glücklicher Menschen ein. Das klingt seltsam? Finde ich auch.

„Die Erzählung reflektiert in bewusster, aber liebevoller Distanz das emanzipatorische Dilemma von vier Frauen, die am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts selbstbestimmt ihrem Leben neuen Inhalt und einen eigenen Sinn geben wollen.“ (Seite 5)
Dies schreibt Gerrit Pohl im Vorwort zu diesem Buch aus der Reihe Perlen der Literatur; es wurde zurecht darin aufgenommen.

Dienstag, 3. Januar 2023

Yeoh, Jo-Ann: Zweckfreie Kuchenanwendungen

Sukhin, 35, Single, führt ein geregeltes Leben zwischen Lesen, Arbeiten und Besuchen bei den Eltern, um deren Kartonsammlung zu hegen und zu pflegen. Er hat nur einen Freund, einen Lehrerkollegen, der ihn durch schiere Hartnäckigkeit zu einer Freundschaft gezwungen hat. Als er eines Nachmittags in Chinatown Besorgungen macht, stolpert er über eine Obdachlose, die ihn wiedererkennt. Sukhin wird durch die zufällige Begegnung völlig aus der Bahn geworfen. Als er tiefer gräbt, bricht Chaos aus, flankiert von Kuchen und Tee und stapelweise Karton.

Ein wunderbar einfühlsames Porträt zweier zutiefst einsamer Individuen auf der Suche nach dem Mut, die Komfortzone zu verlassen und ihr Leben zu leben – und gleichzeitig Singapurs, wie es leibt und lebt, schmeckt und riecht, auch in Gefilden, die normalerweise im Verborgenen bleiben. (Klappentext)

 

DNB / Alfred Kröner Verlag / 2022 / ISBN-13: 978-3520625014 / 320 Seiten

 


Mittwoch, 26. Oktober 2022

Henn, Carsten Sebastian: Das Apfelblütenfest (Hörbuch)

Jules war neun Jahre alt, als er eine Stellenanzeige in den größten und schönsten Baum im Apfelhain der Familie ritzte. Er suchte damals eine Haushälterin für seinen Vater, dem nach dem Tod seiner Frau alles über den Kopf wuchs. Seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, Jules' Vater ist längst tot, und er selbst hat widerwillig den Hof übernommen, auf dem Calvados und Cidre produziert werden. Und plötzlich bewirbt Lilou sich um die längst vergessene Stelle, eine fröhliche, eigensinnige junge Frau, die in dem kleinen Ort an der normannischen Küste als Heilpraktikerin arbeitet. Nach und nach öffnet sie Jules das Herz, für die Schönheit der Natur und auch für die Liebe. Doch allzu schnell müssen die beiden erkennen, wie zerbrechlich Liebe sein kann, wenn das Schicksal eingreift... (Klappentext)

 

 



Gerade ging der NetGalley Hörbuch-Herbst zu Ende, und dieser Titel gehörte zu denen, die dort kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. Im Rahmen des Hörbuch-Herbstes gab es auch allerlei Informatives rund ums Thema Hörbuch, was durchaus interessant war. Nun aber zu diesem Hörbuch: Zu Liebesgeschichten neige ich in der Regel ja eher weniger, aber diese hier klang doch irgendwie außergewöhnlich. Ob sie meinen Erwartungen entsprochen hat, könnt Ihr gerne hier nachlesen:

 

Freitag, 2. September 2022

Jamal, Salih: Blinder Spiegel

Paris. Sie und er. Elle und Lui. Sie begegnen sich in einem Café. Lui ist Fluglotse. Er wechselt die Städte und Flughäfen immer dann, wenn ihm das Leben zu eng wird. Sie ist die Frau eines Unternehmers, der in die Politik drängt und sie zu oft über lange Zeit allein zurücklässt. In einer obsessiven Affäre flüchten sie in Tagträume und halten sich gegenseitig in ihrer abgründigen Verlorenheit. Um etwas zu fühlen, suchen sie den Schmerz. Lui, indem er nach Nähe strebt, um dann vor ihr zu flüchten, und Elle in ihrer masochistischen Neigung, die ihr Mann an ihr ausnutzt. Beide ahnen, dass es für sie kein glückliches Ende geben wird, bis ihnen die Realität eine Entscheidung abverlangt.  (Klappentext)












Salih Jamal - seinen ersten Roman "Briefe an die grüne Fee" stellte ich hier im Blog 2017 vor. Und rechnete mit ihm ab, denn das ambitionierte Debüt hatte mich eher verärgert denn begeistert. Im vergangenen Jahr griff ich dann trotz einiger Vorbehalte erneut zu einem Buch des Düsseldorfer Autors, und "Das perfekte Grau" war ein Glücksgriff, ein Jahreshighlight. Als ich nun den Klappentext zu "Blinder Spiegel" las, war ich anfangs zurückhaltend, denn die Thematik sagte mir eher weniger zu. Aber schließlich siegte die Neugierde. Ob diese sich ausgezahlt hat? Lest selbst:

Sonntag, 20. März 2022

Tamaro, Susanna: Geschichte einer großen Liebe

1978: Auf einer Überfahrt von Venedig nach Piräus begegnen sich Edith und Andrea; sie, die gerade Abitur gemacht hat, er, Kapitän des Schiffes. Andrea ist von Ediths rebellischer Art fasziniert. Er löst seine Verlobung. Doch Edith gibt ihm keinerlei Sicherheit, und als Andrea ihr einen Heiratsantrag macht, weist sie ihn schroff zurück. Ihre Wege trennen sich. Doch das unsichtbare Band des Lebens führt sie wieder zusammen. Jahre später begegnen sie sich erneut, zunächst verbunden durch eine innige Freundschaft, die bald in eine tiefe Liebe mündet. Eine Liebe, die unerwartetes Glück schenkt und ebenso einen traumatischen Schicksalsschlag verkraften muss.  

Susanna Tamaro erzählt auf poetische Weise von zwei Menschen, die sich finden, verlieren und wiederfinden – von einer Liebe, die über den Tod hinaus reicht.  (Klappentext)




  • Herausgeber ‏ : ‎ HarperCollins; 1. Edition (22. März 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung  : Barbara Kleiner 
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 288 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3749903972
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3749903979
  • Originaltitel ‏ : ‎ Una grande storia d'amore



Liebesgeschichten lese ich ja eher selten, aber der neue Roman von Susanna Tamaro machte mich neugierig. Nachdem mich vor vier Jahren "Geh, wohin dein Herz dich trägt" begeistern konnte, wollte ich unbedingt auch diesen Roman hier lesen - und bekam in einer Leserunde bei Lovelybooks erfreulicherweise den Zuschlag für ein Leseexemplar. Dafür auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön! Wie mir der Roman letztlich gefallen hat, könnt Ihr gerne hier nachlesen:


Montag, 12. Juli 2021

De Moor, Margriet: Kreutzersonate

Als der blinde Musikkritiker van Vlooten eines Tages eine junge Geigerin trifft, ist er sofort von ihr fasziniert. Auch sie verliebt sich, sie heiraten. Aber van Vlooten wird von Eifersucht zerfressen. Als er sicher glaubt, sie habe ein Verhältnis, fasst er einen mörderischen Plan. Kreutzersonate ist ein Roman über Musik und Liebe, voll innerer Spannung und Leidenschaft, wie nur de Moor ihn schreiben kann.  

  • Herausgeber ‏ : ‎ Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; 9. Edition (29. Juli 2002)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung : Helga van Beuningen  
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 144 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3446202218
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3446202214
  • Originaltitel ‏ : ‎ Kreutzersonate
 
 
 
 
 
 
Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr genau, wie und warum dieses Buch zu mir fand, und es hat dann auch gedauert, bis ich es las. Das ist nun aber bereits vier Jahre her, und wieder einmal bin ich verwundert, dass ich die Rezension bislang nicht im Blog veröffentlicht habe. Das soll nun aber - aus aktuellem Anlass - nachgeholt werden. Denn kürzlich las ich "Die Kreutzersonate" von Lew Tolstoi, und tatsächlich ist die Ähnlichkeit der Romantitel keine zufällige. Näheres dazu könnt Ihr hier erfahren:
 
 
 

Montag, 1. Februar 2021

Müller, Titus: Tanz mit mir, Aurelia

London, 1647: Es ist die Blütezeit des strengen Puritanismus. Dessen Anführer Oliver Cromwell lässt sogar das Weihnachtsfest verbieten, mit der Begründung, es sei mit heidnischen Bräuchen vermischt und daher unbiblisch. Auch der junge John ist ein Puritaner. Sein Vater starb an Trunksucht, und von seinen Zieheltern hat er gelernt, dass ein gottgefälliges Leben aus Entsagung und Disziplin besteht. Er ist fest entschlossen, alles zu tun, um nicht das Schicksal seines Vaters zu teilen. Doch dann begegnet er der wunderschönen, lebenslustigen Aurelia Fox, und seine Welt gerät ins Wanken. Könnte Aurelia recht haben, und Gott ist auch in Schönheit, Freude und Musik zu finden? Und Aurelia versteht durch John, dass die fromme Ehrfurcht der Puritaner eine wichtige Facette Gottes lebendig werden lässt. So beginnen die beiden, das Beste aus beiden Welten zu vereinen. Doch ihrer jungen Liebe droht Gefahr: Aurelias Familie bereitet heimlich einen Weihnachtsgottesdienst vor, obwohl darauf laut Gesetz schwere Gefängnisstrafen drohen. Und dann bekommt Johns strenger Ziehvater Wind davon ...
 
 
  • Herausgeber : Gerth Medien GmbH (14. August 2019)
  • Sprache : Deutsch
  • Gebundene Ausgabe : 176 Seiten
  • ISBN-10 : 3863342399
  • ISBN-13 : 978-3863342395
 
 
 
 
Wer den Blog verfolgt, der wird wissen, dass ich hier bereits andere Bücher von Titus Müller vorgestellt habe. Im Januar 2019 ebenso wie im Januar 2020. Im Grunde bin ich also schon spät dran mit meiner diesjährigen Buchvorstellung... Dabei sind die Inhalte der Bücher sehr unterschiedlich: "Das kleine Buch vom Alltagsglück" ist im Grunde ein typisches Geschenkebuch, ein kleines Mitbringsel mit lesenswerten Gedanken. Und "Der Schneekristallforscher" widmet sich dem Leben von Wilson Bentley, einem Mann, der seinerzeit Schneeflocken sammelte und sie erstmals fotografierte. Das Buch von Titus Müller, das ich in diesem Jahr gelesen habe, ist eine romantische Erzählung, die die Irrwege religiöser Eiferer deutlich aufzeigt. Wie sie mir gefallen hat? Lest selbst:

Freitag, 20. September 2019

Atkins, Dani: Sieben Tage voller Wunder

Ich schrieb bereits letztens zu einem Buch von Dani Atkins, dass ich eher selten zu Liebensromanen greife - aber diese Autorin hat mich bislang immer überzeugen können.

'Die Achse meiner Welt', 'Die Nacht schreibt uns neu' sowie 'Der Klang deines Lächelns' sind mir allesamt in guter Erinnerung geblieben, und so griff ich hier zu, als ich die Gelegenheit erhielt, den Roman mit dem so geheimnisvollen Titel zu lesen. Ob er mir auch wieder gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen:





Samstag, 14. September 2019

Engelmann, Gabriella: Schäfchenwolkenhimmel

Ein Inselroman - für die letzten Spätsommertage doch wohl genau das Richtige?

Gabriella Engelmann ist eigentlich ein Garant für lesenswerte Wohlfühlromane, bei denen man die Seele einfach baumeln lassen kann, Verlass ist auf ein Happy End und man als schlimmste Komplikation höchstens mit Fernweh zu rechnen hat. Doch ist der versierten Autorin auch diesmal der große Wurf gelungen? Lest selbst:







Mittwoch, 4. September 2019

Atkins, Dani: Der Klang deines Lächelns

Häufig lese ich Romane, die in die Kategorie 'Zeitgenössische Literatur' fallen oder auch gerne Krimis oder Thriller. Gelegentlich aber greife ich auch zu sog. Frauenromanen, seltener noch zu Liebesromanen.

Doch Dani Atkins ist mir durch die vorherigen Bände ('Die Achse meiner Welt' und 'Die Nacht schreibt uns neu') in guter Erinnerung geblieben, und so griff ich hier zu, als ich die Gelegenheit erhielt, den Roman mit dem so schönen Titel zu lesen. Ob er mir auch wieder gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen:






Mittwoch, 3. Januar 2018

Simon, Natalie: Das Lied des blauen Mondes


Juliette hat gerade ihre unglückliche Beziehung beendet und will jetzt vor allem eins: in Ruhe Möbel restaurieren. Doch plötzlich taucht ihre kapriziöse Tante Manon auf, die in den 60ern eine erfolgreiche Chansonnière war. Sie ist nach Paris zurückgekehrt, um ein Erbe anzutreten, das Erinnerungen an eine Zeit voller Leidenschaft und Musik weckt. Und an ihre eine, große Liebe. An die glaubt Juliette schon lange nicht mehr. Doch dann tritt Gérard in ihr Leben, und Manon zeigt ihr, dass es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen.

(Klappentext: Aufbau Verlag)


  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (19. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746631408
  • ISBN-13: 978-3746631400







ET TOUJOURS L'AMOUR...



Und immer die Liebe - ja, was denn sonst? Bei einem Buch, das in Paris spielt... 'Chanson d'amour' sang beispielsweise schon Edith Piaf so gefühlvoll. Und in diesem Buch geht es um beides: Chansons und die Liebe. Aber der Reihe nach...

Der Leser folgt Juliette durch die Straßen und Viertel von Paris, und obschon auch die neuzeitlichen Veränderungen beschrieben werden, ist es der Autorin gelungen, das ganz besondere Flair der angeblich schönsten Stadt der Welt einzufangen. Juliette ist eine junge Frau, deren Leidenschaft dem Restaurieren alter Möbel gilt, doch nun sind ihre Werkstatt und ihre Wohnung in Gefahr. Die Kündigung flatterte ins Haus, alles soll verkauft werden und Modernisierungen Platz machen. Nebenbei verliebt sich Juliette ungewollt, doch alles ist furchtbar kompliziert, und auch hier droht alles zu scheitern.

Nur gut, dass Tanta Manon in Paris auftaucht, um ein Erbe anzutreten. Ohne ihr Wissen hat sie von der einen großen Liebe ihres Lebens das Haus geerbt, in dem sie und der Verstorbene so glücklich gewesen sind. Alte Erinnerungen brechen auf, und bald schon schwelgt Manon in vergangenen Zeiten voller Gefühle und Musik. Chansons - dafür stand Manon Jahre ihres Lebens auf kleinen Bühnen, und bei einem solchen Auftritt lernte sie ihre große Liebe kennen. Der Klavierspieler begleitete sie nicht nur durch den Abend, sondern spielte sich gleich in ihr Herz. Und so präsentierten sie die Chansons nicht nur, sie lebten sie.

Zwei parallele Geschichten, die zart ineinander verwebt sind und sich wunderbar ergänzen. Von Manon lernt Juliette, dass es sich lohnt, um die große Liebe zu kämpfen - und auch sonst nicht einfach alles hinzunehmen, was das Leben einem an Niederträchtigkeiten bietet. Juliettes Kampfgeist erwacht, und Manon beginnt sich mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen.

Ein zauberhaft leichtes Buch hat Natalie Simon hier geschrieben, gefühlvoll aber nicht zu kitschig und mit einer gelungenen Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart, aus Humor und Spannung, aus Liebe und Musik. Viele französiche Texte (mit deutscher Übersetzung) erwarten den Leser hier und begleiten ihn durch den Roman, was die Stimmung auf angenehme Art färbt.

Leider werden hier nicht alle angerissenen Handlungsstränge weitergeführt und aufgelöst, so dass mir an manchen Stellen etwas fehlt. Ansonsten fühlte ich mich auf angenhme Art in die Stadt der Liebe entführt und verbrachte einige schöne Stunden mit Juliette und Manon...


© Parden









Der Aufbau Verlag schreibt zu der Autorin:

Hinter Natalie Simon stehen die beiden Autorinnen Tania Schlie und Katrin Traoré. Tania Schlie schreibt Romane und kunst- und kulturhistorische Bücher und arbeitet als freie Lektorin. Katrin Traoré ist neben ihrer Arbeit als Autorin in einer Stiftung tätig. Sie sind seit dem Studium befreundet und haben zur selben Zeit ein Jahr in Paris verbracht. Damals entstand ihre Liebe zu der Stadt. Und schon damals haben sie für schöne Liebesgeschichten geschwärmt. »Das Lied des blauen Mondes« ist ihr erster gemeinsamer Roman.

übernommen vom Aufbau Verlag

Montag, 5. Dezember 2016

Ernst, Susanna: Immer wenn es Sterne regnet



Als Mary auf einem Trödelmarkt einen alten Sekretär erwirbt und darin ein Bündel Briefe findet, stürzt sie Hals über Kopf in eine Geschichte, die ihr Leben für immer verändert. Es sind Liebesbriefe aus den 1920er Jahren, geschrieben von einem gewissen Adam an seine heimliche Angebetete Gracey. Die sehnsüchtigen Zeilen treffen Mary mitten ins Herz, und sie beschließt, mehr über das ungleiche Paar und ihre verbotene Liebe herauszufinden. Dabei entdeckt Mary etwas, womit sie nie gerechnet hätte; und als der Himmel plötzlich aufreißt und es mit einem Mal Sterne regnet, wird der Ausflug in die Vergangenheit zu einer Reise zu sich selbst.

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Dezember 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426516802
  • ISBN-13: 978-3426516805













GEFÜHLVOLLE LIEBESGESCHICHTE MIT EINEM HAUCH MYSTIK...




Dieses Buch habe ich gewonnen, und es gehört nicht zu den Genres, die ich üblicherweise lese. Deshalb lag es hier einige Zeit und musste warten, bis ich in der Stimmung war für die Lektüre. Denn sowohl das Cover als auch der Klappentext machen sofort deutlich: es ist eine Liebesgeschichte. Nun aber, in der grauen, kalten Vorwinterzeit, schien mir der Zeitpunkt günstig für dieses Buch.

Mary ersteht auf einem Flohmarkt einen schönen alten Sekretär und findet darin in einem Geheimfach ein Bündel Briefe aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Neugierig beginnt sie zu lesen und taucht so tief ein in die Liebesgeschichte um Adam und Gracey, die unter keinem günstigen Stern zu stehen scheint. Doch die sehnsuchtsvolle Sprache der Briefe berühren Mary tief und wecken eine alte Sehnsucht in ihr. Denn das, was sie sich  am meisten wünscht - einen liebevollen Mann und Kinder, um die sie sich kümmern kann - scheint ihr selbst nicht vergönnt zu sein.

Marys Freundinnen arrangieren ein Blind-Date für sie, um sie auf andere Gedanken und um sie ihrem Traum vielleicht doch ein wenig näher zu bringen. Und tatsächlich findet Mary bei dem Treffen einen Mann auf Anhieb sympathisch, bis - bis sie in ihm ihren alten Schulkameraden Jerry entdeckt, der sie seinerzeit täglich drangsaliert hat. Entsetzt flüchtet sie aus dem Lokal und will mit all dem nichts mehr zu tun haben. Stattdessen beschließt sie, sich auf die Spur der alten Briefe zu begeben und herauszufinden, was aus der Liebesgeschichten von Adam und Gracey wurde. Doch sie rechnet nicht mit Jerrys Hartnäckigkeit - er möchte versuchen, Mary seine Drangsalierungen während der Schulzeit zu erklären und sich bei ihr zu entschuldigen. Und so reist er ihr hinterher...

Nette, sympathische Charaktere hat Susanna Ernst da geschaffen. Sowohl Adam und Gracey wurden so trotz der nur bruchstückhaften Einblicke greifbar als auch und vor allem Mary und Jerry. Am interessantesten war für mich jedoch ein Mann namens Eliah Woods, der Möbel baut und Antiquitäten restauriert, und von dem Mary auch den alten Sekretär erstand. Ein überaus feinfühliger Mensch ist dieser Eliah Woods, scheint stets zu wissen, woran sein Gegenüber gerade denkt und wie ihm zumute ist. Seltsam getröstet geht ein jeder aus einer Begegnung mit ihm hervor, und bei Eliah scheinen irgendwie alle Fäden zusammenzulaufen. Faszinierend und, ja, auch ein wenig mystisch ist diese Figur.

Der Aufbau ist bis auf die kurzen historischen Einschübe und die Briefe chronologisch ausgerichtet. Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Mary und Jerry, was es dem Leser ermöglicht, beide Charaktere intensiv kennenzulernen. Der Schreibstil ist flüssig, und Susanna Ernst bedient hier virtuos die Klaviatur der Emotionen, die mich größtenteils erreichen konnten.

Insgesamt ein angenehm zu lesender Liebesroman mit einigen mystischen Elementen, die sich aber gut ins Gesamtkonzept integrieren. Wer an die 'Magie der wahren Liebe' glaubt, so wie es der Klappentext verspricht, dem sei diese Lektüre wärmstens empfohlen...


© Parden
















Die Verlagsgruppe Droemer Knaur schreibt über die Autorin:

Susanna Ernst wurde 1980 in Bonn geboren und schreibt schon seit ihrer Grundschulzeit Geschichten. Sie leitete siebzehn Jahre lang eine eigene Musicalgruppe, führte bei den Stücken Regie und gab Schauspielunterricht. Außerdem zeichnet die gelernte Bankkauffrau und zweifache Mutter gerne Portraits, malt und gestaltet Bühnenbilder für Theaterveranstaltungen. Das Schreiben ist jedoch ihre Lieblingsbeschäftigung für stille Stunden, wenn sie ihren Gedanken und Ideen freien Lauf lassen will. Ihr Credo: Schreiben befreit!

übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

Donnerstag, 3. November 2016

Freytag, Anne: Mein bester letzter Sommer


Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …

(Klappentext Verlagsgruppe Randomhouse)

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (8. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453270126
  • ISBN-13: 978-3453270121
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren















ZEIT IST DAS KOSTBARSTE, WAS WIR HABEN...




Tessa ist eine hübsche, begabte Siebzehnjährige, der alles im Leben immer zuflog. Eine Einserschülerin in der Schule, eine talentierte Klavierschülerin, ein Stipendium in Oxford. Das Leben wäre perfekt - wenn Tessa nicht sterben müsste. Vor einigen Wochen hat sie erfahren, dass es keine Aussicht auf Heilung mehr gibt, und seither verkriecht sich Tessa in ihr Zimmer, wenn sie nicht gerade wieder zu einer Untersuchung muss.


"Ich habe immer gewartet - wie es sich jezt herausstellt zu lange. Auf die Liebe, auf das Leben (...) Ich wollte den perfekten Augenblick, und vielleicht ist es an der Zeit einzusehen, dass ich ihn verpasst habe (...) Mein gesamtes Leben bestand aus dem ersten Gang, weil ich irgendwie dachte, dass ich für den zweiten noch genug Zeit habe."


Auf dem Weg zum Arzt begegnen Tessas Blicke in der Bahn eines Tages denen eines Jungen in ihrem Alter. Das Mächen fühlt sich unglaublich hingezogen zu dem Fremden, doch es ist voll in der Bahn, und ihnen bleiben nur ihre Blicke und ihr Lächeln, die sie nicht mehr voneinander lösen können  - bis Tessa aussteigen muss. Wieder etwas, das der Siebzehnjährigen nicht vergönnt zu sein scheint. Aber dann steht eben dieser Junge einige Tage darauf plötzlich vor ihr, unerwartet, für beide ein Schock - und doch ist da gleich wieder die Faszination füreinander, das Hingezogensein zueinander, das Versinken in den Augen des anderen.


"Das Leben wird nicht definiert von den Momenten, in denen du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben."



Oskar heißt der Junge aus der Bahn, der Tessa immer wieder aufs Neue den Atem raubt - und sie ihm. Doch darf eine Liebe unter diesen Vorzeichen sein? Eine Liebe, die keine Zukunft hat? Oskar kämpft um diese Liebe, und auch als er erfährt, dass ihm und Tessa nur noch einige Wochen bleiben, bleibt er bei ihr. Er kann ihr nicht mehr Zeit schenken, aber Momente, die alles bedeuten können. Oskar geht mit Tessa auf eine Reise - ihre letzte in ihrem letzten Sommer. Ihre Eltern lassen sie schließlich gehen, denn es ist ihr Leben, und davon bleibt nicht mehr viel. Italien heißt das Ziel der Reise, und Oskar und Tessa leben dort ihren Traum.


"Noch vor ein paar Wochen habe ich nur an die Zeit gedacht, die ich nicht bekommen werde. An die vielen Jahre, die ich verdient hätte, und an all die Träume, die sich nie erfüllen werden. Ich habe immer noch zu wenig Zeit, aber ich bin froh, ihr noch eine Bedeutung geben zu können. Ich bin froh, dass es noch nicht zu spät ist. Was auch passiert, morgen beginnt ein neues Leben. Ein neuer Abschnitt. Und es wird mein letzter sein."


Eine Liebesgeschichte ohne Happy End? Geht das überhaupt? Ja, das geht, wie Anne Freytag hier beweist. All die Gefühle einer jungen Liebe sind da, vielleicht noch intensiver als bei anderen Paaren, die von einer Begrenztheit der Zeit nichts ahnen. Die Neugierde aufeinander, die Gefühlsexplosionen, die Unsicherheit, das Entdecken des anderen - all dies liegt da zwischen den beiden Buchdeckeln. Die Bedeutung des Augenblicks jedoch ist hier eine andere, eine intensivere als in anderen Liebesgeschichten.


"Wir alle haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur eines haben."



Erzählt wird größtenteils aus der Perspektive Tessas, im letzten Drittel jedoch immer wieder auch aus der von Oskar. Dieser Schachzug hat mir gut gefallen, denn natürlich ist Tessa diejenige, deren Lebenserwartung begrenzt ist - aber die Menschen, die sie lieben, sind ebenso von dem vernichtenden Urteil der Ärzte betroffen. Welch eine nahezu unmenschliche Aufgabe Oskar da übernommen hat, mit Tessa zu verreisen und ihre Liebe zu leben, bis der Tod dem ein Ende setzt, wird deutlich in den Abschnitten, die einen Einblick in Oskars Gefühlswelt gewähren. Sehr berührend, ebenso wie Tessas Erzählung.


"Wir schweben in einer Seifenblase, von der wir genau wissen, dass sie schon sehr bald platzen wird. Aber noch ist sie da. Noch umgibt sie uns wie eine schützende Haut. Im Hier und Jetzt bin ich glücklich. Unbschreiblich glücklich. Und ich kann nicht aufhören zu lächeln."


Tessa wirkte auf mich nicht auf Anhieb sympathisch, und auch wenn ich ihr Schicksal bedauerlich fand, gab es für mich persönlich in der ersten Hälfte des Buches doch ein Zuviel an Wut und Selbstmitleid, auch wenn mir klar ist, dass diese Empfindungen bei der Aussicht, nur noch einige Wochen zu leben, nachvollziehbar sind. Die Entwicklung, die Oskar und sie im Verlaufe ihres Roadtrips durchliefen, hat mir dagegen sehr gut gefallen - und wieder einmal aufgezeigt, dass auch oder vielleicht gerade bei einer zeitlich begrenzten Lebensdauer das JA zum Leben großartig ausfallen kann.


"Ich dachte, ich gehe als unbeschriebenes Blatt, aber das werde ich nicht. Oskar hat Spuren hinterlassen. Seine Gefühle in meinem Herzen, seine Stimme in meinem Kopf und seine Hände auf meiner Haut. Ich glaube, ich habe es verstanden. Liebe ist genug. Und ich wurde geliebt."



Die Lieder, die die beiden auf ihrer Reise durch Italien gehört haben, gibt es als Playlist am Ende des Buches noch einmal zusammengestellt - und manche davon habe ich mir auch angehört, was für mich eine schöne Ergänzung beim Lesen war, da die Songs die jeweiligen Stimmungslagen sehr gut widerspiegelten.

Eine süßtraurige Liebesgeschichte, ein ganz besonderer Roadtrip, ein Jugendbuch, das Lächeln und Tränen einen gleichwertigen Platz einräumt. Mich hat das Buch berührt.


© Parden










Anne Freytag im Interview zu ihrem Buch »Mein bester letzter Sommer«











Die Verlagsgruppe Randomhouse schreibt über die Autorin:

Anne FreytagAnne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch Mein bester letzter Sommer schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser und wurde von der Presse gefeiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können. In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken ...

 übernommen von der Verlagsgruppe Randomhouse

Samstag, 3. September 2016

Engelmann, Gabriella: Wildrosensommer


Im Licht der glitzernden Nachmittagssonne sieht es beinahe aus wie ein Schlösschen. Ein verwunschenes Schlösschen mitten auf der Elbe. Tatsächlich aber ist es ein Hausboot, das der allein erziehenden Mutter Aurelia in einem Bildband ins Auge fällt. Nun lässt die Sehnsucht nach einem idyllischen Zuhause wie diesem sie nicht mehr los. Denn seit dem plötzlichen Verschwinden ihres Mannes Nic fühlt Aurelia sich einsam und entwurzelt. Als sich wenig später die Gelegenheit ergibt, dieses Hausboot zu kaufen, sieht sie darin einen Wink des Schicksals – und zieht schon wenige Wochen später mit ihren widerstrebenden Töchtern, Katze Molly und vielen Träumen im Gepäck von München vor die Tore Hamburgs. Für die gelernte Floristin sind die Vier- und Marschlande mit ihren Rosenhöfen, alten Bauernkaten, Deichen und zahllosen Gärten ein Paradies. Doch auch Rosen im Paradies haben ihre Dornen …

(Klappentext Verlagsgruppe Droemer Knaur)

  • Broschiert: 400 Seiten
  • Verlag: Knaur (2. Mai 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426518457
  • ISBN-13: 978-3426518458









Ich danke der Verlagsgruppe Droemer Knaur ganz herzlich für die Möglichkeit, dieses Buch als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen!







AUF DER SUCHE...




Aurelia heißt die junge Frau, die auf dem Münchner Viktualienmarkt an dem Blumenstand ihrer besten Freundin Coco arbeitet und sich ansonsten liebevoll um ihre beiden Töchter Molly und Louisa kümmert. Seit zwei Jahren tut sie dies alleine, denn da verschwand ihr Lebensgefährte Nic von einem Tag auf den anderen. Verzweiflung befällt Aurelia, wenn sie an das ungeklärte Schicksal Nics denkt, und auch die Mädchen vermissen ihren Vater. Als die junge Mutter eines Abends bei der Durchsicht von Nics Büchern auf einen Bildband stößt, entdeckt sie dort neben dem Bild eines wunderschönen Hausbootes vier handgeschriebene Wörter: 'Wir sehen uns dort.' Eindeutig die Handschrift Nics - doch wem galten diese Wörter?

Zum ersten Mal scheint es so etwas wie eine Spur zu geben, und Aurelia macht sich dorthin auf, wo sich der Liegeplatz des Hausbootes befindet: die Vier- und Marschlande an der Elbe, nahe Hamburg. Doch obwohl sich hinsichtlich des Verbleibs von Nic zu ihrer Enttäuschung nichts Neues ergibt, verliebt sich Aurelia sofort in das Hausboot. Dies steht auch noch zum Verkauf an - und weil der Geist des verstorbenen Besitzers darauf spuken soll, auch noch zu einem Spottpreis. Spontan beschließt Aurelia, dieses so idyllisch gelegene Hausboot zu kaufen, es renovieren zu lassen, es liebevoll einzurichten - und dann mit Sack und Pack dorthin umzuziehen. Und auch wenn ihre Töchter nicht gerade begeistert darauf reagieren - es ist für alle ein Neuanfang.

Glücklicherweise entpuppte sich dieses Buch nicht als die schnulzige Liebesgeschichte, die ich zunächst erwartet hatte. Zwar spielen auch hier Gefühle eine wichtige Rolle, doch ins Kitschige gleitet die Geschichte für meine Begriffe nicht ab. Mit Aurelia hat Gabriella Engelmann eine sympathische - vielleicht etwas zu perfekte - Frau in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt, deren Gedanken, Gefühle und Handlungen zu jedem Zeitpunkt authentisch wirken. Gabriella Engelmann gelingt es, mit den Sehnsüchten der Leserin zu spielen - den Sehensüchten nach einem schönen Zuhause, nach einer idyllischen Umgebung, nach Freunden, nach Geborgenheit, nach allem, was der Seele gut tut, nach Liebe. Und so kann die Leserin  Aurelia in ihrer Suche nach Antworten, nach einem festen Standort im Leben, nach dem Weg aus dem Chaos nicht nur begleiten, sondern sich auch ein Stück weit mit ihr identifizieren. Vor allem die Stärke der jungen Frau, die damit trotz aller gelegentlichen Verzweiflung den Widrigkeiten des Lebens trotzt, kann hier imponieren.

Gabriella Engelmanns angenehmer Schreibstil und die bildhaften Beschreibungen ließen mich durch die Seiten fliegen. Ein Roman für ruhige Abende, der einen mitnimmt vor die Tore Hamburgs, der eine interessante Familiengeschichte mit allerlei interessanten Elementen vermischt und an eigene Sehnsüchte rührt. Für mich eine gelungene Mixtur.


© Parden










Die gebürtige Münchnerin entdeckte in Hamburg ihre Freude am Schreiben und fühlt sich im Norden pudelwohl. Nach Tätigkeiten als Buchhändlerin, und Verlagsleiterin genießt sie die Freiheit des Daseins als Autorin von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern. Seit sie zum ersten Mal an der Nordsee war, träumt sie von einem eigenen Häuschen am Deich, mit einem Garten voller Wildrosen und knorrigen Apfelbäumen.

übernommen von der Verlagsgruppe Droemer Knaur

Mittwoch, 31. August 2016

Barreau, Nicolas: Die Frau meines Lebens


Eine bezaubernde Geschichte voll Pariser Flair

Eines Mittags sitzt im Pariser Lieblingscafé des passionierten Buchhändlers Antoine wie vom Himmel gefallen die Frau seines Lebens. Beim Hinausgehen wirft die schöne Unbekannte ihm ein Kärtchen mit einer Telefonnummer zu, die aber nicht mehr vollständig ist. Antoine hat nun zehn verschiedene Möglichkeiten und nur 24 Stunden Zeit, um die Frau seines Lebens wiederzufinden … Ein federleichter und lebenskluger Roman über den wunderbaren Wahn der Liebe.


  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (1. April 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • Übersetzung: Sophie Scherrer
  • ISBN-10: 3492253563
  • ISBN-13: 978-3492253567












IN DER STADT DER LIEBE...


 

Im Lieblingscafé des zweiunddreißigjährigen Buchhändlers Antoine, der daran glaubt, dass Romane auch im wirklichen Leben stattfinden können, sitzt eines Mittags wie vom Himmel gefallen die Frau seines Lebens. Antoine weiß nicht, wie er die Schöne ansprechen soll. Beim Hinausgehen wirft ihm die geheimnisvolle Frau mit dem bezaubernden Lächeln ein Kärtchen mit einer Telefonnummer zu. Darauf steht der Satz: 'Ich würde Sie gerne wiedersehen.' Antoine ist überglücklich, bis er entdeckt, dass durch einen aberwitzigen Unglücksfall die Nummer nicht mehr vollständig ist. Die abenteuerliche Suche nach der schönen Unbekannten führt Antoine quer durch Paris. Seine Freunde halten ihn für übergeschnappt, sein Herz schlägt Salto, aber Antoine gibt nicht auf...


"Ich bin Buchhändler, wissen Sie, und wenn man tagtäglich mit Büchern zu tun hat, wenn man so viele Romane gelesen hat wie ich, kommt man irgendwann zu dem Schluss, dass sehr viel mehr möglich ist, als gemeinhin angenommen wird. Mag sein, dass für manche die Literatur die angenehmste Art ist, das Leben zu ignorieren, wie Fernando Pessoa einmal geschrieben hat. Aber im Grunde will man das Leben doch nur dann ignorieren, wenn es so geworden ist, wie man es nicht haben wollte." (S. 7)


Amour fou - die schönste Sache der Welt. Und das auch noch in der Stadt der Liebe. Und doch ist dies kein kitschiger Liebesroman, auch wenn sich Nicolas Barreau hier zahlreicher Klischees bedient. Das Buch lebt vom Tempo, vom Augenzwinkern und dem Spiel mit der Sehnsucht, die uns allen innewohnt. Aus der Sicht von Antoine geschrieben, jagt die Erzählung den Leser gemeinsam mit dem Hauptcharakter quer durch Paris - auch ein wenig Sightseeing im Namen der Liebe. Amüsant und unterhaltsam kommt das Großstadtmärchen daher, und ich empfand dies als angenehme Lektüre für ein paar ruhige Stunden.


© Parden
 



 

 







Der Piper Verlag schreibt über den Autor: 
Nicolas Barreau
Nicolas Barreau, geboren 1980 in Paris, hat Romanistik und Geschichte an der Sorbonne studiert und lebt heute als freier Autor in Paris. Schon mit seinen Erfolgen »Die Frau meines Lebens« und »Du findest mich am Ende der Welt« hat er sich in die Herzen seiner Leserinnen geschrieben, ehe »Das Lächeln der Frauen« ein internationaler Bestseller wurde. Weitere sehr erfolgreiche Bücher folgten.

übernommen vom Piper Verlag