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Montag, 26. Januar 2026

25er Rückblick des Bücherjungen

Nicht nur, dass mit 2025 ein viertel Jahrhundert zu Ende ging, am Ende geprägt durch einen Krieg im Osten Europas und Unsicherheiten für die Demokratien in denen wir in Europa leben, es war auch das Jahr des Eintritts in die Pension und die Nutzung der letzten beiden Monaten für eine lange Reise nach Südamerika.


Da es hier um Bücher geht, fang ich mit denen auch an: Meine 12 Buchbesprechungen des Jahres 2025:

01: Ein Jahr ohne Frank Goldammer? Das geht irgendwie nicht und im Januar ging es gleich um zwei Bücher, wobei Blätterrausch die Fortsetzung von Vergissmeinnicht und letzteres als Neuauflage 2024 in meine Hände kam. Das Buch wurde von Katharina für Salomo Publishing an Bloggerfreunde und andere während Dresden (er)lesen verschenkt. 
Es sind "alte" Goldammer, aber gerade bei Frank lohnt sich immer mal wieder der Rückgriff...

Hier die Rezension zu beiden Büchern

Sonntag, 16. Juni 2024

Schoeters, Gaea: Trophäe

 

Gaea Schoeters’ Roman ist ein „ethischer Mindfuck“ (Dimitri Verhulst) – provokant, radikal und eine erzählerische Ausnahmeerscheinung. Am Ende bleibt die Frage: Was ist ein Menschenleben wert?

Gaea Schoetersʼ preisgekrönter Roman ist von einer außerordentlichen erzählerischen Wucht. Die Tiefenschärfe, mit der sie die Geräusche und Gerüche der Natur beschreibt, lässt einen sinnlich erleben, was einen moralisch an die Grenzen zwischen Richtig und Falsch führt. 

Hunter, steinreich, Amerikaner und begeisterter Jäger, hatte schon fast alles vor dem Lauf. Endlich bietet ihm sein Freund Van Heeren ein Nashorn zum Abschuss an. Hunter reist nach Afrika, doch sein Projekt, die Big Five vollzumachen, wird jäh von Wilderern durchkreuzt. Hunter sinnt auf Rache, als ihn Van Heeren fragt, ob er schon einmal von den Big Six gehört habe. Zunächst ist Hunter geschockt, aber als er die jungen Afrikaner beim flinken Jagen beobachtet… (Verlagsbeschreibung)

DNB / Zsolnay / 2024 / ISBN 978-3-552-07388-3 / 256 Seiten

 

 

Wow. Dieser Roman hat es in sich - selbst Wochen, nachdem ich ihn gelesen habe (wieder einmal im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin), arbeitet er nach und fördert sofort wieder das Unbehagen zutage, das mich während des Lesens beschlich. Mein Kurzmeinung dazu: Eine moralisch-ethische Grenzwanderung, ein Roman von radikaler Konsequenz, der einen aus der eigenen Komfortzone heraustreibt. Verlangt einem alles ab, ist aber unbedingt lesenswert! Mehr dazu gibt es hier:

Mittwoch, 17. April 2024

Wolff, Iris: Lichtungen

 

Zwischen Lev und Kato besteht seit ihren Kindertagen eine besondere Verbindung. Doch die Öffnung der europäischen Grenzen weitet ihre Lebensentwürfe und verändert ihre Beziehung für immer. Voller Schönheit und Hingabe erzählt Iris Wolff in ihrem großen neuen Roman von zeitloser Freundschaft und davon, was es braucht, um sich von den Prägungen der eigenen Herkunft zu lösen. 

Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die gescheite, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade ihrer Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: »Wann kommst du?« Kunstvoll und poetisch verwandelt Iris Wolff jenen Moment in Sprache, wenn ein Leben ans andere rührt, und zeichnet in ihrem großen europäischen Roman das Porträt einer berührenden Freundschaft, die sich als Reise in die Vergangenheit offenbart und deren Leuchten noch lange nachklingt. (Verlagsbeschreibung)

 

DNB / Klett-Cotta / 2024 / ISBN 978-3-608-98770-6 / 256 Seiten
 
Iris Wolff bei Litterae Artesque: Die Unschärfe der Welt / So tun, als ob es regnet



Iris Wolff ist hier im Blog keine Unbekannte - als ich mitbekam, dass es einen neuen Roman gibt, fieberte ich der Leserunde bei Whatchareadin entgegen. Und wurde einmal mehr nicht enttäuscht. Ein ungewöhnlicher Aufbau, eine wundervoll feine und stilsichere Sprache, ein leiser, melancholischer, poetischer Roman, ein Kleinod... Mit anderen Worten: für mich ein Jahreshighlight! Mehr dazu könnt Ihr hier lesen:


Samstag, 23. März 2024

Gricksch, Gernot: Im Tal der Buchstabennudeln (Hörbuch)

 


DNB / Igel Records / 2011 / ISBN: 9783893533640 / 298 Minuten
 
Gernot Gricksch auf Litterae Artesque: 

 

 

Kurzmeinung:
 
Ein schräg-unterhaltsames Kinderbuch mit Zwilldrillingen und einigen unerklärlichen Vorgängen, atmosphärisch gelesen von Katharina Thalbach!
 

Donnerstag, 7. März 2024

Buckingham, Royce: Im Zweifel für das Monster (Hörbuch)

 

Daniel Becker ist Anwalt, und er ist moralisch flexibel genug, dass ihm eine steile Karriere vorgezeichnet ist. Bis ihn ein echtes Monster dazu bringt, es vor einem übernatürlichen Gericht zu verteidigen. Zu seiner eigenen Überraschung ist Daniel erfolgreich, und sein Monsterklient gilt von nun an als unschuldig. Doch damit scheint das Schicksal von Daniels Karriere besiegelt zu sein. Nicht nur, dass sehr seltsame Gestalten in seiner Kanzlei auftauchen, die ebenfalls seine Hilfe wollen. Der monströse Richter verlangt auch von Daniel, dass er die wahren Schuldigen aufspürt – und macht deutlich, dass Versagen keine akzeptable Möglichkeit ist… (Verlagsbeschreibung)

DNB / Random House Audio / 2022 / ISBN 978-3-8371-6254-7 / 651 Minuten
Reihe: Monsteranwalt Daniel Becker Bd. 1



NetGalley stellt wirklich eine bunte Mischung an Titeln zur Verfügung, und da ich Hörbücher liebe, schaue ich mich auch bei diesen Angeboten immer einmal um. Bei dem vorliegenden Titel war ich etwas zögerlich, weil "Dämliche Dämonen" von Royce Buckingham seinerzeit eindeutig für Jugendliche geschrieben wurde. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt - und so griff ich schließlich doch zu. Zum Glück! Sonst wäre mir hier doch glatt ein Jahreshighlight entgangen. Weshalb ich so begeistert war, könnt Ihr gerne hier nachlesen:


Freitag, 2. Februar 2024

Karunatilaka, Shehan: Die sieben Monde des Maali Almeida

 

Colombo, Sri Lanka, Anfang der Neunzigerjahre. Maali Almeida, ein verkappt schwuler Kriegsfotograf und Zocker, erwacht eines Morgens im Jenseits, das eine himmlische Einwanderungsbehörde zu sein scheint. Während sein toter Körper gerade im Beira Lake versinkt, hat Maali keinen blassen Schimmer, von wem und warum er umgebracht wurde. Mitten im Bürgerkrieg ist die Liste der Verdächtigen leider bedrückend lang, wovon all die Geister und Dämonen, die ihn ab jetzt begleiten, ebenfalls ein furchterregendes Lied singen können. Doch auch im Leben nach dem Tod ist Zeit ein knappes Gut: Sieben Tage bleiben Maali, um herauszufinden, was geschehen ist. Und noch etwas treibt ihn um: Wie kann er mit den beiden ihm am nächsten Menschen Kontakt aufnehmen, um ihnen mitzuteilen, wo die Negative einiger hochbrisanter Fotos versteckt sind, die Sri Lanka in Aufruhr versetzen und der Welt zeigen sollen, was in seiner Heimat geschieht? (Verlagsbeschreibung)

DNB / rowohlt / 2023 / ISBN 978-3-498-00369-2 / 544 Seiten
 






Einmal mehr ein Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte. Und manchmal sind Leserunden richtig gut, denn da stößt man dann auf angesprochene Details, die man ansonsten wohl überlesen hätte, und wird auf Interpretationsansätze gestoßen, auf die man womöglich alleine nicht gekommen wäre. Hier war die Leserunde definitiv von Vorteil, denn dieser Roman ist verwirrend, zynisch, brutal, verworren, verschachtelt, voller Geister und Dämonen und doch so schonunglos real - grandios! Für mich ein Highlight gleich zu Beginn des Jahres. Mehr dazu könnt Ihr hier lesen:


Mittwoch, 4. Oktober 2023

Flašar, Milena Michiko: Oben Erde, unten Himmel

Herr Ono ist unbemerkt verstorben. Allein. Es gibt viele wie ihn, immer mehr. Erst wenn es wärmer wird, rufen die Nachbarn die Polizei. Und dann Herrn Sakai mit dem Putztrupp, zu dem Suzu nun gehört. Sie sind spezialisiert auf solche Kodokushi-Fälle. »Fräulein Suzu«, wie der Chef sie nennt, fügt sich widerstrebend in die neuen Aufgaben. Es braucht dafür viel Geduld, Ehrfurcht und Sorgfalt, außerdem einen robusten Magen. Die Städte wachsen, zugleich entfernt man sich voneinander, und häufig verschwimmt die Grenze zwischen Desinteresse und Diskretion. Suzu lernt schnell. Und sie lernt schnell Menschen kennen. Tote wie Lebendige, mit ganz unterschiedlichen Daseinswegen. Sie sieht Fassaden bröckeln und ihre eigene porös werden. Und obwohl ihr Goldhamster sich neuerdings vor ihr versteckt, ist sie mit einem Mal viel weniger allein. Milena Michiko Flašar hat eine frische, oft heitere Sprache für ein großes Thema unserer Zeit gefunden. Und sie hat liebenswert verschusselte Figuren erschaffen, die man gern begleitet. Ein unvergesslicher, hellwacher Roman über die ›letzten Dinge‹. (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / Verlag Klaus Wagenbach / 2023 / ISBN 978-3-8031-3353-3 / 304 Seiten
 




Gelesen habe ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, und ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken! Schon lange war ich neugierig auf die Romane dieser Autorin - "Ich nannte ihn Krawatte" steht bereits in meinem Bücherregal, "Herr Katō spielt Familie" befindet sich auf meinem eReader. Beide bisher ungelesen. Aber nach diesem aktuellen Roman, der es im übrigen auf die Longlist des Österreichischen Buchpreises geschafft hat, nehme ich mir fest vor, dass auch die anderen Titel baldmöglichst gelesen werden. Für mich eine tolle Entdeckung, und "Oben Erde, unten Himmel" gehört für mich nun definitiv zu den Jahreshighlights! Genaueres erfahrt Ihr hier:


Montag, 18. September 2023

Lehane, Dennis: Sekunden der Gnade

Boston, 1974. Die Stadt kocht. Künftig sollen schwarze Kinder mit Bussen in weiße Schulen gebracht werden und vice versa. Angst geht um und Hass. Eines Nachts kehrt Mary Pat Fennessys 17-jährige Tochter Jules nicht nach Hause zurück. Mary Pat beginnt Fragen zu stellen, stößt auf Schweigen und Widersprüche, bis sie versteht: Man hat ihr das Letzte genommen, was ihr in dieser Welt Halt gab. Außer sich vor Schmerz macht sie sich auf, um Rache zu nehmen an den Verantwortlichen – und um ihre eigene Schuld abzutragen. Um jeden Preis. (Verlagsbeschreibung)


DNB / Diogenes Verlag / 2023 / ISBN: 978-3-257-07258-7 / 400 Seiten










Dieser Roman sprach mich schon vom Klappentext her sofort an. Gelesen habe ich ihn im Rahmen einer Leserunde bei Was liest du?. Die Diskussionen dort sind meist nicht so ergiebig, aber im Fazit waren sich die meisten einig: Wow! Meine Kurzmeinung hierzu: Beeindruckender, soghafter Roman über den Rachefeldzug einer Frau, der alles genommen wurde - im Sumpf von Armut, Rassismus und Verbrechen. Für mich definitiv ein Jahreshighlight, und ich werde dringend nach weiteren Büchern von Dennis Lehane Ausschau halten - dies ist für mich der erste Roman des Autors, den ich bisher gelesen habe... Wie es mir genau beim Lesen erging, könnt Ihr hier nachlesen:

Samstag, 19. August 2023

Dicker, Joël: Die Affäre Alaska Sanders (Hörbuch)

Endlich – Die Fortsetzung des Weltbestsellers »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert«

April 1999. Im friedlichen Mount Pleasant an der amerikanischen Ostküste wird die Leiche der jungen Alaska Sanders geborgen. Die Geständnisse eines Verdächtigen und seines Komplizen genügen, um die Ermittlungen zu einem raschen Erfolg zu führen.

Juni 2010. Sergeant Perry Gahalowood, der seinerzeit von der Schuld des Verdächtigen restlos überzeugt war, erhält ein anonym eine verstörende Nachricht. Was, wenn er damals die falsche Fährte verfolgt hat? Gemeinsam mit seinem Freund, dem Schriftsteller Marcus Goldman, dessen Erfolg »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert« vor der Verfilmung steht, rollt er den Fall neu auf – und fördert Details aus Alaskas Vergangenheit zutage, die die damaligen Ereignisse in ein völlig anderes Licht rücken...

 

 DNB / Osterwold audio / 2023 / ISBN: 978-3-86952-577-8 / 1112 Minuten

 

 

Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich entdeckte, dass es zu meinem damals heißgeliebten Jahreshighlight "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" tatsächlich eine Fortsetzung gibt! Seither habe ich auch andere Romane von Joël Dicker gelesen und gehört ("Das Verschwinden der Stephanie Mailer" und auch "Das Geheimnis von Zimmer 622"), aber derart begeistern konnte mich seit dem Quebert keines seiner Bücher mehr. Groß war also die Hoffnung nun bei dieser Fortsetzung! Ob sich die Hoffnung erfüllt hat? Lest selbst:

 

Dienstag, 3. Januar 2023

Yeoh, Jo-Ann: Zweckfreie Kuchenanwendungen

Sukhin, 35, Single, führt ein geregeltes Leben zwischen Lesen, Arbeiten und Besuchen bei den Eltern, um deren Kartonsammlung zu hegen und zu pflegen. Er hat nur einen Freund, einen Lehrerkollegen, der ihn durch schiere Hartnäckigkeit zu einer Freundschaft gezwungen hat. Als er eines Nachmittags in Chinatown Besorgungen macht, stolpert er über eine Obdachlose, die ihn wiedererkennt. Sukhin wird durch die zufällige Begegnung völlig aus der Bahn geworfen. Als er tiefer gräbt, bricht Chaos aus, flankiert von Kuchen und Tee und stapelweise Karton.

Ein wunderbar einfühlsames Porträt zweier zutiefst einsamer Individuen auf der Suche nach dem Mut, die Komfortzone zu verlassen und ihr Leben zu leben – und gleichzeitig Singapurs, wie es leibt und lebt, schmeckt und riecht, auch in Gefilden, die normalerweise im Verborgenen bleiben. (Klappentext)

 

DNB / Alfred Kröner Verlag / 2022 / ISBN-13: 978-3520625014 / 320 Seiten

 


Samstag, 31. Dezember 2022

BlogPost Nr. 185: Jahresrückblick des Bücherjungen

 



Das ist er, mein persönlicher Jahresrückblick auf das Jahr 2022 im Blog. Auffallen werden die roten Ziffern: Beiträge, die im Zusammenhang stehen mit dem Ereignis, welches das Jahr kennzeichnen wird: der Überfall Russlands auf das Nachbarland, die Ukraine. Für den Monat März steht dabei die Friedenstaube auf ukrainischen Farben. In diesem Monat erinnerte die Sächsische Zeitung an Erika Schirmer und ihr Kinderlied aus dem Jahre 1949: Kleine weiße Friedenstaube.

Doch im Januar "begann" eine Buchreihe nur, weil auf dem fünften Buch einer bisher siebenbändigen Reihe die Alhambra zu sehen war, die Burg, die über Granada in Andalusien wacht. Lucinda Riley hat mit der Geschichte von den sieben Schwestern, benannt nach den Plejaden, ein Familienleseerlebnis ausgelöst.

Dienstag, 11. Oktober 2022

Petterson, Per: Pferde stehlen (Hörbuch)

Norwegen im Sommer 1948: Der fünfzehnjährige Trond verbringt die Ferien in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze. Es ist eine Gegend, in der man Pferde stehlen kann, zum Beispiel mit dem gleichaltrigen Jon von nebenan. Abseits vom Dorf, am großen Fluß, kommt Trond dem in den Jahren des Krieges entbehrten Vater wieder näher. Als in der Nachbarsfamilie ein schreckliches Unglück geschieht, entdeckt der Junge das wohlgehütete Lebensgeheimnis seines Vaters. In den Kriegsjahren hatte dieser zusammen mit der Nachbarin politisch Verfolgte über den Fluß gebracht. Und sich dabei für immer in diese Frau verliebt. Noch ahnt der Sohn nicht, daß er seinen Vater nach diesem gemeinsamen Sommer nie wiedersehen wird. Fünfzig Jahre später hat sich Trond eine ähnliche Hütte an einem Fluß im Norden gekauft. Nach dem Tod seiner Frau will er hier, allein mit seinem Hund, seinen Lebensabend verbringen. Bis ein Nachbar auftaucht, der ihm bekannt vorkommt, und die Ereignisse jenes Sommers ihn wieder einholen. (Klappentext)





Ich mache es diesmal kurz - ich glaube, ich habe einen neuen Lieblingsautoren entdeckt. Vielleicht noch zu früh, vielleicht muss ich erst noch weitere Romane von ihm lesen, vielleicht. Aber ganz bestimmt ist dieses (Hör-)Buch ein Jahreshighlight für mich!


Montag, 3. Oktober 2022

Pieper, Tim: Raue Havel

In einem alten Bootshaus an der Havel werden drei jahrzehntealte Skelette gefunden. Kurz darauf wird eine Journalistin ermordet. Sie recherchierte in einem Spionagefall aus dem Jahr 1949 um eine junge Frau, deren Identität bis heute unbekannt ist. Hängen die Todesfälle von damals und heute zusammen? Als Hauptkommissar Toni Sanftleben klar wird, dass er selbst familiär in den Fall verstrickt ist, ist es schon fast zu spät: Er bekommt es mit einem Gegenspieler zu tun, für den ein Menschenleben nicht viel zählt… (Klappentext)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Endlich wieder ein Krimi aus der Reihe um Toni Sanftleben! Wer den Blog aufmerksam verfolgt, der wird merken, dass sowohl Uwe als auch ich keine einzige Folge auslassen. Immerhin ist der Autor uns schon seit den legendären "Buchgesichtern" bekannt, und zum Glück haben wir uns nicht aus den Augen verloren. Dieser Krimi spielt zu einem großen Teil in Potsdam - genau da, wo ich zuletzt im Urlaub war! Insofern konnte ich mir die Handlungsorte teilweise gut vorstellen, was mich gefreut hat. Aber nicht nur deshalb hat mir der Krimi diesmal ausgezeichnet gefallen! Doch lest selbst:

Donnerstag, 22. September 2022

Gorcheva-Newberry, Kristina: Das Leben vor uns

Was bedeutet es, in den letzten Jahren der Sowjetunion erwachsen zu werden -  in einem Staat kurz vor dem Zerfall? Dieser Roman verwebt auf beeindruckende Weise die turbulente Geschichte eines Landes mit dem Schicksal einer verlorenen Jugend und erzählt dabei von einer unerschütterlichen Freundschaft zweier Mädchen zwischen Unsicherheit und Aufbruch. 
 
Anja und ihre beste Freundin Milka wachsen in den Achtzigerjahren am Stadtrand von Moskau auf. Während ihre Eltern gezeichnet sind von den Entbehrungen der Vergangenheit, blicken die beiden Mädchen einer Zeit der Umbrüche und Reformen entgegen. Frech und lebenshungrig versuchen sie, jeden Schnipsel westlicher Popkultur in die Finger zu kriegen. «We Are the Champions» ist für sie mehr als nur ein Lied, es ist eine Parole. Aber Anjas Jugend nimmt durch eine unerwartete Tragödie ein jähes Ende – und gleichzeitig der Staat, der ihr Zuhause bedeutet hat. Noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs beschließt sie, zum Studieren in die USA zu gehen und dort zu bleiben. Doch beim Versuch, sich im Sehnsuchtsland ihrer Jugend eine neue Heimat aufzubauen, merkt sie, dass sich die eigene Herkunft nicht einfach abschütteln lässt und ein Neuanfang nur möglich ist, wenn die Geister der Vergangenheit begraben sind. (Klappentext)
 
 
 
 
Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks habe ich diesen sehr besonderen Roman lesen dürfen, der sich letztlich als ein Jahreshighlight entpuppte. Eine (verlorene) Jugend in den letzten Jahren der zerfallenden Sowjetunion - ein grandioses Debüt! Wie schon so oft finde ich es schwierig, im Rahmen einer Rezension auszudrücken, weshalb ein Roman mich so berühren, mitnehmen, in das Geschehen ziehen kann. Aber - wie immer: ich habe es versucht...
 

Mittwoch, 31. August 2022

Sandjon, Chantal-Fleur: Die Sonne, so strahlend und Schwarz

Ein sprachgewaltiger und überraschender Coming-of-Age-Roman für Jugendliche, voller Tiefgang und Gefühl, neu und aufregend. 

Seit ihrer ersten Begegnung ist Nova völlig fasziniert von Akoua. Ihre Gedanken kreisen nur noch um dieses Mädchen, das mit ihrem Strahlen Novas Welt zum Leuchten bringt. Es ist Liebe auf den ersten Blick und der Beginn einer aufregenden Zeit voller erster Male. Ein Neuanfang, der keinen Platz mehr für bittere Erinnerungen lässt. Denn Nova ist glücklich und denkt kaum noch an das, was ihre Mutter, ihr kleiner Halbbruder und sie erlebt haben. Doch dann geschieht das Unvorstellbare und der Schmerz kehrt zurück…

(Klappentext)

 

 

 

 

 

 

Ein Versroman! Das reizte mich neben dem auffällig-strahlenden Cover in Regenbogenfarben sofort an dem Jugendroman. Mal etwas ganz anderes! Daher freute ich mich sehr, als ich über NetGalley die Gelegenheit erhielt, diesen Roman kennenzulernen. Herzlichen Dank dafür auch an dieser Stelle! Tatsächlich war ich begeistert - zusammengefasst kann ich über das Buch sagen: reduziert, verdichtet, voller Kraft - ein außergewöhnlicher Coming-of-Age Roman mit vielen aktuellen Themen, ernst und poetisch zugleich... Mehr dazu könnt Ihr gerne hier lesen:

 

Mittwoch, 3. August 2022

Bilkau, Kristine: Nebenan

Ein kleiner Ort am Nord-Ostsee-Kanal, zwischen Natur, Kreisstadt und Industrie, kurz nach dem Jahreswechsel. Mitten aus dem Alltag heraus verschwindet eine Familie spurlos. Das verlassene Haus wird zum gedanklichen Zentrum der Nachbarn: Julia, Ende dreißig, die sich vergeblich ein Kind wünscht, die mit ihrem Freund erst vor Kurzem aus der Großstadt hergezogen ist und einen kleinen Keramikladen mit Online-Shop betreibt. Astrid, Anfang sechzig, die seit Jahrzehnten eine Praxis in der nahen Kreisstadt führt und sich um die alt gewordene Tante sorgt. Und dann ist da das mysteriöse Kind, das im Garten der verschwundenen Familie auftaucht. Sie alle kreisen wie Fremde umeinander, scheinbar unbemerkt von den Nächsten, sie wollen Verbundenheit und ziehen sich doch ins Private zurück. Und sie alle haben Geheimnisse, Sehnsüchte und Ängste. Ihre Wege kreuzen sich, ihre Geschichten verbinden sich miteinander, denn sie suchen, wonach wir alle uns sehnen: Geborgenheit, Zugehörigkeit und Vertrautheit. (Klappentext)







Diesen Roman erhielt ich freundlicherweise als Rezensionsexemplar durch das Bloggerportal, wofür ich mich ganz herzlich bedanke! Dies hat natürlich keinerlei Einfluss auf die Bewertung des Gelesenen - und doch möchte ich hier vorab schon einmal kundtun, dass dieser Roman für mich ein Jahreshighlight war. Noch Wochen nach dem Lesen beschäftigt mich die Erzählung, und ich habe lange gebraucht, um mich an die Rezension zu wagen. Doch hier ist sie nun:

Samstag, 9. Juli 2022

Kerkeling, Hape: Der Junge muss an die frische Luft (Hörbuch)

Mit Ich bin dann mal weg hat er Millionen Menschen inspiriert, persönliche Grenzen zu überschreiten. Jetzt spricht Hape Kerkeling über seine Kindheit; entwaffnend ehrlich, mit großem Humor und Ernsthaftigkeit. Über die frühen Jahre im Ruhrgebiet, Bonanza-Spiele, Gurkenschnittchen und den ersten Farbfernseher; das Auf und Ab einer dreißigjährigen, turbulenten Karriere - und darüber, warum es manchmal ein Glück ist, sich hinter Schnauzbart und Herrenhandtasche verstecken zu können. Über berührende Begegnungen und Verluste, Lebensmut und die Energie, immer wieder aufzustehen. (Klappentext)
 
 
 
 
 
 


  • Spieldauer: 7 Stunden und 45 Minuten, ungekürzte Ausgabe
  • ISBN: 978-3869522463
  • ASIN: B00NEU9P7W
  • Herausgeber: HörbucHHamburg HHV GmbH
  • Audible-Erscheinungsdatum06. Oktober 2014
  • Sprache: Deutsch
  • Sprecher: Hape Kerkeling



Obwohl das Buch seit Jahren in meinem Regal steht, habe ich letztlich doch lieber zum Hörbuch gegriffen - immerhin handelt es sich hierbei um eine Autorenlesung. Und was gäbe es Authentischeres als eine Autobiografie, die vom Verfasser selbst eingelesen wird? Auch Uwe (Dresdner Bücherjunge) hatte sich damals ja für das Hörbuch entschieden... Mit gehypten Büchern habe ich ja zuweilen so meine Probleme, und (Auto-)Biografien lese ich ehrlich gesagt auch nur sehr selten. Aber der Komiker, der seinerzeit ein wenig Anarchie in die beschauliche TV-Landschaft brachte, interessierte mich eben doch. Ob sich das Wagnis gelohnt hat? Lest selbst:

Freitag, 8. Juli 2022

Haruf, Kent: Unsere Seelen bei Nacht

Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte. Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. Doch ihre Beziehung sorgt für Aufsehen in dem Städtchen. (Klappentext)


  • Herausgeber ‏ : ‎ Diogenes; 7. Edition (22. März 2017)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung  :  pociao
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 208 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3257069863
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3257069860
  • Originaltitel ‏ : ‎ Our Souls at Night





Wer diesen Blog verfolgt, der weiß: ich bin ein absoluter Fan der Romane von Kent Haruf. Mit "Lied der Weite", "Abendrot", "Kostbare Tage" und "Ein Sohn der Stadt" konnte mich der Autor wirklich begeistern, und um so gespannter war ich nun auf den erst nach dem Tod Harufs erschienenen Roman, der zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt wurde. Was mich an den Werken des Autors u.a. so fasziniert, hat seine Frau nach Kent Harufs Tod gut in Worte gefasst: "Wer Kents Bücher kennt, weiß, dass er über die unterschiedlichsten Figuren geschrieben hat. Seine Figuren sind vielschichtig, keiner ist nur gut oder nur böse. Sie sind Menschen, die sich verhalten wie wir alle – voller Angst, Liebe, Bosheit, Freude, Trauer. Kent selbst empfand den Schmerz, die Traurigkeit in der Welt sehr stark. Er war ein zärtlicher, liebevoller und sensibler Mensch, und das merkt man auch seinen Figuren an." (Quelle) Harufs Frau berichtet weiter, dass ihr Mann üblicherweise für die Fertigstellung eines Romans etwa sechs Jahre benötigte. Diesen letzten Roman schrieb er innerhalb von 45 Tagen, und er war nicht sicher, ob er ihn vor seinem Tod wirklich fertigstellen konnte. Doch lediglich den allerletzten Korrekturdurchgang musste Haruf seiner Frau überlassen. Ob mich dieser posthum erschienene Roman nun ebenso mitreißen konnte wie seine anderen Werke? Unbedingt! Doch lest selbst:
 

Freitag, 24. Juni 2022

Wolff, Iris: Die Unschärfe der Welt

Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf berückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander in Beziehung setzt.
Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In »Die Unschärfe der Welt« verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandten, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus – und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen.  
 
 
 
 
  • Herausgeber ‏ : ‎ Klett-Cotta; 14. Druckaufl. 2021 Edition (15. August 2020)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 216 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3608983260
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3608983265
 
 
 
 
 
Da ich gestern verblüfft feststellen musste, dass es die Rezension zu dem Roman bisher nicht in den Blog geschafft hat - warum auch immer?! - hole ich dies hiermit gleich nach, bevor es wieder in Vergessenheit gerät. Dies war das erste Buch, das ich über NetGalley lesen durfte, worüber ich mich immer noch sehr freue. 2020 war das, und in dem Jahr wurde der Roman auch u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert. Doch nun soll es endlich um den Roman selbst gehen, der für mich in dem Jahr definitiv zu den Jahreshighlights gehörte!


Samstag, 18. Juni 2022

De Vigan, Delphine: No & ich

Lou ist dreizehn, hochbegabt und eine Einzelgängerin. Am liebsten beobachtet sie die Menschen um sich herum und stellt dabei gewagte Theorien auf, um die Welt zu verstehen. Bis sie eines Tages auf die achtzehnjährige No trifft, die mitten in Paris auf der Straße lebt. No mit ihren dreckigen Klamotten und ihrem müden Gesicht, No, die jeden Tag um ein Essen und einen Schlafplatz kämpfen muss. No, deren Einsamkeit die Welt in Frage stellt. Und so stürzt sich Lou in ihr neues Projekt: Sie will No retten – und sich und der Welt beweisen, dass sich alles ändern lässt... (Klappentext)




Das Bild zeigt das Cover der Ausgabe, die in meinem Besitz ist (Droemer Verlag). Die Neuauflage aus dem Knaur Verlag hat ein ähnliches Cover, jedoch einen leicht veränderten Klappentext sowie natürlich eine andere ISBN-Nummer, eine andere Seitenzahl usw. Die nachfolgenden Angaben beziehen sich auf die Neuauflage, da ein Exemplar aus dem Droemer Verlag allenfalls noch antiquarisch zu erhalten ist.





  • Herausgeber ‏ : ‎ Knaur HC; 1. Edition (21. August 2017)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Übersetzung: Doris Heinemann 
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 320 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426654385
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426654385
  • Originaltitel ‏ : ‎ No et Moi





Dies ist wieder mal eines der Bücher, die ich unbedingt haben wollte, weil ich so viele lobende Worte darüber gelesen hatte. Dann aber landete es im Regal neben anderen Romanen der französischen Autorin, die ich so sehr schätze - und verstaubte. Himmel noch eins! Gelobt seien die Challenges, die mich dann doch ab und an dazu bewegen, solche SuB-Leichen eines Tages aus dem Regal zu ziehen, den Staub wegzupusten, das Buch mit einem leisen Seufzen aufzuschlagen - und darin zu versinken. Ja, ein Jahres-Highlight habe ich hiermit gelesen, einen Roman, dem das Dasein als SuB-Leiche definitiv nicht gerecht wird! Auch in diesem frühen Werk brilliert Delphine de Vigan bereits mit ihrem Können. Mehr dazu könnt ihr hier lesen: