
Herr Ono ist unbemerkt verstorben. Allein. Es gibt
viele wie ihn, immer mehr. Erst wenn es wärmer wird, rufen die Nachbarn
die Polizei. Und dann Herrn Sakai mit dem Putztrupp, zu dem Suzu nun
gehört. Sie sind spezialisiert auf solche Kodokushi-Fälle. »Fräulein
Suzu«, wie der Chef sie nennt, fügt sich widerstrebend in die neuen
Aufgaben. Es braucht dafür viel Geduld, Ehrfurcht und Sorgfalt, außerdem
einen robusten Magen. Die Städte wachsen, zugleich entfernt man sich
voneinander, und häufig verschwimmt die Grenze zwischen Desinteresse und
Diskretion. Suzu lernt schnell. Und sie lernt schnell Menschen
kennen. Tote wie Lebendige, mit ganz unterschiedlichen Daseinswegen. Sie
sieht Fassaden bröckeln und ihre eigene porös werden. Und obwohl ihr
Goldhamster sich neuerdings vor ihr versteckt, ist sie mit einem Mal
viel weniger allein. Milena Michiko Flašar hat eine frische, oft heitere
Sprache für ein großes Thema unserer Zeit gefunden. Und sie hat
liebenswert verschusselte Figuren erschaffen, die man gern begleitet.
Ein unvergesslicher, hellwacher Roman über die ›letzten Dinge‹. (Verlagsbeschreibung)
Gelesen habe ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, und ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken! Schon lange war ich neugierig auf die Romane dieser Autorin - "Ich nannte ihn Krawatte" steht bereits in meinem Bücherregal, "Herr Katō spielt Familie" befindet sich auf meinem eReader. Beide bisher ungelesen. Aber nach diesem aktuellen Roman, der es im übrigen auf die Longlist des Österreichischen Buchpreises geschafft hat, nehme ich mir fest vor, dass auch die anderen Titel baldmöglichst gelesen werden. Für mich eine tolle Entdeckung, und "Oben Erde, unten Himmel" gehört für mich nun definitiv zu den Jahreshighlights! Genaueres erfahrt Ihr hier: