Sonntag, 31. Oktober 2021

Bray, Ian: Klippentod

Nie wieder ermitteln – das hatte sich der ehemalige Polizist Simon Jenkins einst geschworen, als er in das ruhige Fischerdorf in Cornwall zog. Zu schwer wogen die Ereignisse aus seiner Vergangenheit. Daher weist er auch die verzweifelt klingende Victoria ab, als sie ihn eines Nachts anruft und um Hilfe bittet. Doch dann wird die junge Frau am nächsten Tag tot am Fuße einer berüchtigten Klippe aufgefunden. Jenkins macht sich schwere Vorwürfe – hätte er sie womöglich von einem Sprung abhalten können? Alles deutet auf Selbstmord hin, nur Victorias beste Freundin Mary ist sicher, dass es Mord gewesen sein muss. Auf ihr Bitten hin beginnt Jenkins, hinter dem Rücken der Polizei zu ermitteln. Und dann wird eine weitere Leiche gefunden… 
(Klappentext)








  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin Verlag; Originalausgabe Edition (13. April 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 560 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328103996
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328103998
  • Reihe:  Simon Jenkins (Bd. 1)


Im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks durfte ich diesen Roman lesen - den ersten Band einer neuen Krimi-Reihe, die an Cornwalls rauer Küste spielt. Ob Klappentext und Cover hielten, was ich mir davon versprach, könnt Ihr hier nachlesen:



Samstag, 30. Oktober 2021

Rodham Clinton, Hillary und Penny, Louise: State of Terror

Eine ehemalige US-Außenministerin schreibt einen Roman. Einen Thriller. Sie hat eine Helferin. Eine bereits erfolgreiche Autorin namens Louise Penny. Diese erklärte zu diesem Projekt:

»Als meiner Freundin Hillary und mir vorgeschlagen wurde, gemeinsam einen Politthriller zu schreiben, konnte ich nicht schnell genug ja sagen. Bevor wir begannen, sprachen wir über ihre Zeit als Außenministerin. Was war ihr schlimmster Albtraum? State of Terror ist die Antwort.«

Die Leserinnen und Leser dieses Blogs haben längst im Titel des Posts gelesen, dass hier Hillary Rodham Clinton gemeint, die ehemalige First Lady des US-Präsidenten Bill Clinton, Außenministerin von Barack Obama und unterlegene Präsidentschaftskandidatin im Wahlkampf des Donald Trump.

Damit dürfte klar sein, dass hier jemand vom Fach bei der Thriller-Produktion mitwirkte, wenn in State of Terror die neue Außenministerin des neugewählten US-Präsidenten die Hauptrolle spielt. Ellen Adams wurde in das State Department gehieft, damit die bisher einflussreiche Medienchefin gefälligst in der Weltgeschichte herum reist und die Finger von den Machenschaften des Präsidenten lässt.


Zuerst fliegt Ellen nach Frankfurt, da liegt nämlich ihr Sohn im Krankenhaus, der in einem Bus saß, den kurz, nachdem er hinaus geworfen wurde, eine Bombe zerriss. Zwei weiter trafen Linienbusse kurz vorher in London und Paris. Klar, nun spielt die Welt verrückt, zumal es in diesem Bus auch Atomphysiker ums Leben kamen und der Attentäter es nicht über sich bracht, den Anschlag zum eigenen Aufstieg in den Himmel zu nutzen.

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Hans Bergel - Autorenseite

Hans Bergel, 2005
Hans Bergel 2005 - Webseite

 

Leben und Wirken

Geboren wurde Hans Bergel im Jahre 1925 in Rosenau (Râșnov), das liegt in Siebenbürgen, Rumänien. Er ist das älteste Kind von Erich und Katharina Bergel, sehr musische und gebildete Eltern, der Vater war Lehrer und Kreisschulrat.
 
Bergel besuchte die Volksschule in Rosenau und das Gymnasium in Sächsisch-Regen sowie in Kronstadt und Herrmannstadt. Hier wurde er 1942 aus der Schule geworfen, er hatte, so beschreibt er es in seinem Roman DIE WIEDERKEHR DER WÖLFE, laut erklärt, dass er von den nationalsozialisitschen Rednern in der Schulaula seine nichtdeutschen Freunde und Landsleute beleidigen lässt.
 
Im Herbst 1944 fand er zum antikommunistischen Widerstand, es war die Zeit, in der die Rote Armee an den Grenzen Rumäniens angekommen war und der rumänische König, seine Truppen gegen den bisherigen Verbündeten antreten lies.

Sonntag, 17. Oktober 2021

Knöppler, Florian: Kronsnest

Das Dorf und der kleine elterliche Hof in der Elbmarsch sind seine ganze Welt: Der empfindsame ­Hannes ­leidet unter seinem gewalttätigen, unberechenbaren Vater und den Schikanen in der Schule. Zuflucht findet er allein in der Natur und in seinen Büchern. Doch Hannes beginnt, sich zu wehren, und unversehens ­gerät er dabei in die politischen Spannungen der Dorfgemeinschaft. Dabei will er doch eigentlich nur eines – die geheimnisvolle Mara für sich gewinnen, die so ganz anders ist als all die Mädchen im Dorf. Ein anderes Leben, denkt Hannes, ein anderes Leben muss doch möglich sein.  

(Klappentext)










  • Herausgeber ‏ : ‎ Pendragon; 1. Edition (24. Februar 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 386532746X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3865327468 
 
 
 
Anfang des Jahres gab es von Seiten des Autors eine freundliche Anfrage an unseren Blog, ob wir den Roman lesen und rezensieren wollten. Ich habe zunächst gezögert, weil ich ja wirklich nicht unter akutem Lesestoffmangel leide, aber unter der Prämisse, dass es "etwas dauern" könnte, habe ich schließlich zugesagt. Ausgelesen ist der Roman schon länger, rezensiert an anderer Stelle auch - nur in den Blog hat es die Rezension bislang nicht geschafft. Aber jetzt... Besser spät als nie! An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an den Autor für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Wie mir der Roman gefallen hat, könnt Ihr hier lesen:

Sonntag, 10. Oktober 2021

Kutscher, Volker: Mitte


Darauf habe ich mich gefreut. Auf das von Kat Menschik illustrierte Buch von Volker Kutscher, in dem er die Geschichte des Berliner Jungen Fritze Thormann nach dem letzten Gereon Rath Roman OLYMPIA erzählt.

Es stellt sich heraus, das ganze Buch besteht aus Briefen, die der Sechzehnjährige an seine ehemalige Pflegemutter Charlotte „Charly“ Rath und an seine Freundin Hannah schreibt. Doch im ersten Brief, den wir in diesem schmalen Büchlein lesen, teilt am 14. August 1936 das Geheime Staatspolizeiamt Berlin dem Jugendamt Mitte mit, dass nach dem minderjährigen Friedrich Thormann gefahndet wird, er habe sich nämlich einer Vernehmung „wegen mutmaßlicher Beleidigung des Führers und Verunglimpfung der nationalsozialistischen Bewegung“ entzogen. Den derzeitigen Pflegeeltern hat er sich entzogen, eine einwandfreie, nationalsozialistisch unbedenkliche Familie deren Oberhaupt, Herr Rademacher, ein hohes Tier in der Reichsjungendführung ist. Das wäre wohl zurückzuführen auf das Straßenleben, welches der Junge führte und auf die ehemaligen Pflegeeltern, die sich als unzuverlässige Volksgenossen herausgestellt haben.

Schauen wir kurz zurück: Den Fritze und die Hannah kennen wir aus dem Roman Märzgefallene, der endet mit der Rettung der Hannah Singer und der Pflegschaft für ihren kleinen Freund durch den Kriminaloberkommissar Gereon Rath. Dass Fritz untertaucht und einen deutsch-böhmischen Pass besitzt, haben wir in Olympia erfahren, dem bisher letzten und achten Roman der Gereon-Rath-Reihe.

Und nun schreibt sich der Junge, den die meisten Leserinnen und Leser oder Hörer und Hörerinnen vermutlich sehr mögen und dessen Schicksal wie die Schicksale von Gereon und Charly am Herzen liegen, um Kopf und Kragen....

Jedes weitere Wort ist bereits Spoilerei und daher sollten die geneigten Leserinnen und Leser hier nur weiter lesen, wenn sie damit kein Problem haben.

Freitag, 8. Oktober 2021

Wagenknecht, Sahra: Die Selbstgerechten


Es liegt ein Buch vor mir, welches zu rezensieren zwei Wochen nach der Bundestagswahl etwas seltsam anmutet. Am 26. September 2021 bekam die Partei DIE LINKE die Quittung für die Art und Weise Ihres Wahlkampfes und die Darstellung Ihrer Politik. Eine der bekanntesten Politikerinnen wunderte im Verlaufe des Wahlabends, dass die 5,0 %, die zum Beispiel durch Wahlteams der öffentlich-rechtlichen Sender ermittelt wurden, so gar nicht schwanken wollte. Stur „behauptete“ sich die Partei um am Ende doch nur mit 4,9 % und wegen dreier Direktmandaten mit einer 39köpfigen Liste in den 20. Bundestag einzuziehen. [1]

Die erwähnte Politikerin „versäumte“ das übliche, in diesem Fall ziemlich unfeierliche Zusammentreffen der Spitzenpolitiker und ging in einem Berliner Restaurant, in welchem sie nicht gleich Gefahr lief, Bundestags-Kollegen zu treffen, essen mit Marc Hujer, einem Journalisten des SPIEGEL. Aus dessen Artikel [2] weiß ich das.


Die Rede ist hier von Sahra Wagenknecht, die über die Landesliste von Nordrhein-Westphalen trotzdem im Bundestag verbleibt. Ich gebe es zu, neben ihrem Kollegen und Genossen Gregor Gysi verbleibt damit eine spitzzüngige, den Finger meist direkt auf Wunden legende linke Opposition im Parlament: Und das gefällt mir durchaus. Zwölf Jahre sitzt diese immer korrekt gekleidete und frisierte Frau nun schon im Bundestag und in diversen Talkshows zittern gelegentlich die weiteren Gäste. 

Solch lange „Vortexte“ verwende ich selten bei einer Buchrezension, hier aber passt es, denn mit diesem Buch hat die Autorin letztlich beschrieben, woran DIE LINKE in den letzten Jahren krankte. Sie krankte an den Selbstgerechten.