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Freitag, 2. Februar 2024

Karunatilaka, Shehan: Die sieben Monde des Maali Almeida

 

Colombo, Sri Lanka, Anfang der Neunzigerjahre. Maali Almeida, ein verkappt schwuler Kriegsfotograf und Zocker, erwacht eines Morgens im Jenseits, das eine himmlische Einwanderungsbehörde zu sein scheint. Während sein toter Körper gerade im Beira Lake versinkt, hat Maali keinen blassen Schimmer, von wem und warum er umgebracht wurde. Mitten im Bürgerkrieg ist die Liste der Verdächtigen leider bedrückend lang, wovon all die Geister und Dämonen, die ihn ab jetzt begleiten, ebenfalls ein furchterregendes Lied singen können. Doch auch im Leben nach dem Tod ist Zeit ein knappes Gut: Sieben Tage bleiben Maali, um herauszufinden, was geschehen ist. Und noch etwas treibt ihn um: Wie kann er mit den beiden ihm am nächsten Menschen Kontakt aufnehmen, um ihnen mitzuteilen, wo die Negative einiger hochbrisanter Fotos versteckt sind, die Sri Lanka in Aufruhr versetzen und der Welt zeigen sollen, was in seiner Heimat geschieht? (Verlagsbeschreibung)

DNB / rowohlt / 2023 / ISBN 978-3-498-00369-2 / 544 Seiten
 






Einmal mehr ein Roman, den ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin lesen durfte. Und manchmal sind Leserunden richtig gut, denn da stößt man dann auf angesprochene Details, die man ansonsten wohl überlesen hätte, und wird auf Interpretationsansätze gestoßen, auf die man womöglich alleine nicht gekommen wäre. Hier war die Leserunde definitiv von Vorteil, denn dieser Roman ist verwirrend, zynisch, brutal, verworren, verschachtelt, voller Geister und Dämonen und doch so schonunglos real - grandios! Für mich ein Highlight gleich zu Beginn des Jahres. Mehr dazu könnt Ihr hier lesen:


Samstag, 7. Oktober 2023

Everett, Percival: Die Bäume

USA, Anfang des 21. Jahrhunderts: Im Städtchen Money in den Südstaaten werden mehrere Männer ermordet: meist dick, doof und weiß. Neben jeder Leiche taucht ein Körper auf, der die Züge von Emmett Till trägt, eines 1955 gelynchten schwarzen Jungen. Zwei afroamerikanische Detektive ermitteln, doch der Sheriff sowie eine Gruppe hartnäckiger Rednecks setzen ihnen erbitterten Widerstand entgegen. Als sich die Morde auf ganz Amerika ausweiten, suchen die Detektive des Rätsels Lösung in den Archiven von Mama Z, die seit Jahrzehnten Buch führt über die Opfer der Lynchjustiz in Money. Eine atemberaubende Mischung aus Parodie und Hardboiled-Thriller, wie es sie bislang in der amerikanischen Literatur nicht gegeben hat. (Verlagsbeschreibung)
 
 
DNB / Hanser Literaturverlage / 2023 / ISBN 978-3446276253 / 368 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
Auch diesen Roman las ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin. Dem Verlag danke ich daher ganz herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Ohne hier schon zu viel verraten zu wollen: dieser Roman hat mich verblüfft. Bekommen habe ich einen interessanten und unterhaltsamen Genremix rund um das Thema Rassenhass in den USA - mit aktuellen Bezügen. Nur das Ende empfand ich als etwas schwächelnd. Was ich damit meine? Lest selbst:

Samstag, 12. August 2023

Banwo, Ayanna Lloyd: Als wir Vögel waren

Port Angeles, Trinidad. In den sonnendurchglühten Gassen mischt sich das vielstimmige Geschrei der Händler mit Vogelgezwitscher und Verkehrslärm; es riecht nach Gewürzen und reifen Früchten. Unter stillen, schattigen Bäumen ruht Fidelis, der jahrhundertealte Friedhof der Insel. Hier arbeitet Emmanuel als Totengräber. Der junge Rastafari hat sein Zuhause verlassen, um seinen Vater zu finden. Als er Yejide trifft, hat das Schicksal ihre Wege längst fest miteinander verflochten. Und so beginnt dort, wo das Leben endet, eine magische Liebesgeschichte. (Verlagsbeschreibung)

 

DNB / Diogenes Verlag / 2023 / ISBN: 9783257072242   / 352 Seiten






Erhalten habe ich das Rezensionsexemplar über NetGalley, wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte. Bei dem Cover war ich ehrlich gesagt überrascht, dass der Roman im Diogenes Verlag erschienen ist - dessen Cover sind normalerweise ganz anders gestaltet und haben damit einen Wiedererkennungswert. Doch kann ich nicht leugnen, dass das Cover sehr gut zum Handlungsort passt: Trinidad in der Karibik. Und letztlich kommt es ja auch auf den Inhalt an. Wie mir der gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen:


Donnerstag, 18. August 2022

Cameron, Peter: Was geschieht in der Nacht

Ein New Yorker Ehepaar reist mit dem Zug in eine abgeschiedene, schneeverwehte Kleinstadt im Norden Europas, um im örtlichen Waisenhaus ein Kind abzuholen, das sie adoptieren wollen. Er hofft, durch das Kind seiner Frau wieder näherzukommen. Sie, gezeichnet vom Kampf gegen eine tödliche Krankheit, will ihn nach ihrem Tode nicht allein zurücklassen. Am Ziel ihrer Reise angelangt, quartieren sich die beiden im Grand Imperial Hotel ein, das von der Pracht längst vergangener Tage zeugt und in dem eine Handvoll skurriler Gäste logiert. Am nächsten Morgen setzt das Taxi sie fälschlicherweise nicht beim Waisenhaus ab, sondern vor dem Haus von Bruder Emmanuel, einem mysteriösen Heiler. Dies löst eine Reihe von grotesken Verwicklungen aus, die den Plan, das Kind abzuholen, nach und nach in den Hintergrund treten lassen... (Klappentext)










Auf den Liebeskind Verlag bin ich seinerzeit durch die Romane von Yoko Ogawa aufmerksam geworden, eine Autorin, die ich sehr schätze. In Zeiten, wo sich alles in Richtung Großkonzerne verlagert, so auch die Buchbranche, finde ich es bewundernswert, wie sich solche kleinen Verlage wie dieser in ihren Nischen halten können. Dieser unabhängige, rein literarische Verlag veröffentlicht im Jahr acht bis zehn Titel, die immer etwas Außergewöhnliches sind. Ich möchte mich an dieser Stelle einmal ausdrücklich dafür bedanken, dass ich schon mehrfach die Gelegenheit bekam, einige der Titel als Rezensionsexemplare kennenzulernen. Auf den Roman von Peter Cameron war ich jedenfalls sofort neugierig, als ich ihn im Programm entdeckte.

Samstag, 4. Januar 2020

Erdrich, Louise: Die Wunder von Little No Horse

Dieser Roman war der letzte, den ich im Jahr 2019 las - keine schlechte Wahl! Gelesen habe ich ihn im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin, wofür der Verlag dankenswerterweise Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt hat.

Im Rahmen der Leserunde erwies es sich, dass der Roman vollkommen unterschiedlich aufgenommen wurde. Von einem Stern bis hin zu fünf Sternen gab es da tatsächlich alle Bewertungskategorien. Zum Glück gefiel mir der Roman deutlich besser als einigen anderen Lesern. Ganz sicher werde ich in Zukunft noch mehr Romane von Louise Erdrich lesen - die Autorin mit indianischen Wurzeln ist wirklich eine Empfehlung... Doch nun erst einmal zu diesem Roman: