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Sonntag, 5. November 2023

Kincaid, Jamaica: Annie John

In ihrem ersten Roman erzählt Jamaica Kincaid von einem Mädchenleben. Annie, die Heldin des Romans, ebenso liebebedürftig wie grausam, eine furchtlose Träumerin, die Lügen erfindet, um Wirklichkeit und Traumwelt in Einklang zu bringen, wächst auf einer kleinen Insel in der Karibik heran, bis sie mit siebzehn Jahren nach England geht. Überschattet und erleuchtet zugleich wird diese Zeit von einer über alles geliebten, königlich dominierenden Mutter. Ein Ablösungsprozess beginnt. Immer wieder umkreist Jamaica Kincaid das Verhältnis Mutter und Kind, diese Beziehung aus Nähe und Distanz, aus Vertrauen und Skepsis. Ein Roman wie eine Expedition zum Ursprung elementarer Gefühle. (Verlagsbeschreibung) 

 

DNB / S. Fischer Verlage (Antiquariat) / 2001 / ISBN 978-3-596-14962-9 / 160 Seiten





In diesem Jahr komme ich aufgrund einer Challenge buchmäßig viel in der Welt herum. Es ist schon schwierig, für manche Länder ein passendes Buch zu finden. Für Antigua und Barbuda z.B., die Inseln in der Karibik an der Grenze zum Atlantik, gibt es da im Deutschen nicht so viel Auswahl. Dieser Roman jedoch spielt dort, und ich habe mich gefreut, als ich darauf stieß. Zufällig ist dies auch das Debüt der Autorin, die seither noch viele andere Werke veröffentlicht hat. Seit Jahren steht Kincaids Name auf den Listen der potenziellen Kandidat:innen für den Literatur­nobelpreis. Und doch ist dies das erste Mal, dass ich auf diesen Namen gestoßen bin. Wie mir ihr Debüt gefallen hat, könnt Ihr gerne hier nachlesen!


Freitag, 13. Oktober 2023

Tennant, Emma: Die Autobiografie der Queen

Auch Königinnen brauchen mal eine Auszeit, und so packt die Queen eines Tages einfach ihren Koffer und fliegt heimlich auf eine tropische Insel. Dort prallen auf amüsante Weise die harsche Realität des Ferienparadieses und die königlichen Gewohnheiten aufeinander. Doch die Monarchin entpuppt sich als sehr vernünftige, praktische Frau, die mit dem Leben auch unter widrigen Umständen bestens zurechtkommt. (Verlagsbeschreibung)
 
 
DNB / dtv (Antiquariat) / 2010 / ISBN 978-3423253062 / 240 Seiten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

In diesem Jahr komme ich aufgrund einer Challenge buchmäßig viel in der Welt herum. Es ist schon schwierig, für manche Länder ein passendes Buch zu finden. St. Lucia z.B., die Insel in der Karibik, bietet da nicht so viel Auswahl. Dieser Roman jedoch spielt dort, und ich habe mich gefreut, als ich darauf stieß. Vom Klappentext her erinnerte mich die Geschichte ein wenig an "Die souveräne Leserin" von Alan Bennett, und dementspechend gespannt war ich auf die Lektüre. Leider erfüllten sich meine Hoffnungen nicht. Es liegt nicht am Alter des Buches, dass es mir nicht sonderlich gefiel - unspektakulär trifft es vielmehr, dazu phasenweise langatmig. Mehr dazu könnt Ihr hier lesen:


Freitag, 22. September 2023

Santiesteban, Ángel: Wölfe in der Nacht

Der Erzählungsband »Wölfe in der Nacht« des kubanischen Autors Ángel Santiesteban erzählt von einem anderen Kuba, fern der Postkartenidylle und des scheinbar so karibisch-leichten Lebensflairs: verstörend, eindringlich, hochpolitisch. Unbeirrbar erhebt der Kubaner Ángel Santiesteban seine Stimme gegen Willkür und Unterdrückung. Seine Erzählungen sind durchwebt von eigenen Erfahrungen, ihr Spektrum reicht von phantastisch bis zu erschütternd real: Da verschwindet eine Figur aus ihrem Roman, um der Zensur zu entgehen; eine hungrige Meute Männer zieht im Dunkel der Nacht los, um das Fleisch toter Rinder zu stehlen; inmitten einer ausgelassenen Feier suchen einen Soldaten Erinnerungen an den Angola-Krieg heim. (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / S. Fischer Verlage / 2017 / ISBN: 978-3-10-397308-2 / 272 Seiten









Wieder hat mich eine Challenge zu einem Buch greifen lassen, auf das ich sonst sicherlich nie gestoßen wäre. Es ist auch nicht direkt eine Mainstream-Lektüre, sondern schon etwas Außergewöhnliches. Derzeit hat das Buch bei Amazon.de gerade einmal 11 Sterne Bewertungen. Dabei wäre ihm mehr Aufmerksamkeit zu wünschen. Fern der Tourismus-Idylle erzählt Ángel Santiesteban von einem düsteren Kuba, gefährlich in einem Staat, in dem freie Meinungsäußerung, Presse-, Vereinigungs-, Versammlungs- und Bewegungsfreiheit massiv beschnitten sind. Der Autor saß wegen regimekritischer Äußerungen bereits in Haft und darf bis heute in Kuba nicht publizieren.

Freitag, 15. September 2023

Brijs, Stefan: Taxi Curaçao

Curaçao, 1961. An einem Septembermorgen bringt der Taxifahrer Roy Tromp seinen zwölfjährigen Sohn Max zum ersten Mal in die weiterführende Schule zu Bruder Daniel. Max ist der erste in seiner Familie, der sie besuchen kann, und erweist sich als talentierter Junge, der davon träumt, Lehrer zu werden und den gesellschaftlichen Aufstieg aus der Armut zu schaffen. Bruder Daniel, der selbst von der Insel stammt, will ihm dabei helfen. Denn so prächtig der azurblaue Dodge Matador ist, mit dem Roy seinen Sohn zur Schule bringt, so bettelarm ist die Familie des Trinkers und Spielers. Vierzig Jahre später ist der Traum geplatzt und Max, der längst selbst Vater eines erwachsenen Sohnes ist, verschwindet aus heiterem Himmel in die Niederlande, womöglich für immer. (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / btb / 2016 / ISBN:978-3442714728 / 288 Seiten







Auch wenn sich hier manch einer darüber mokieren mag - ich liebe Challenges. Nicht zuletzt deshalb, weil sie mich zu Büchern greifen lassen, auf die ich sonst noch nicht einmal stoßen würde. Dieser Roman gehört definitiv dazu - kein Mainstream (gerade einmal 13 Sterne Bewertungen bei Amazon), aber in meinen Augen trotzdem unbedingt lesenswert. Geboten werden hier tiefe Einblicke in das Leben auf Curaçao, eingebettet in eine Familiengeschichte. Wie es mir damit erging, könnt Ihr hier nachlesen:

Sonntag, 10. September 2023

Lark, Sarah: Die Insel der tausend Quellen (Hörbuch)

London, 1732: Nach dem Tod ihrer ersten großen Liebe geht die Kaufmannstochter Nora eine Vernunftehe mit einem verwitweten Zuckerrohrpflanzer auf Jamaika ein. Aber das Leben in der Karibik gestaltet sich nicht so, wie Nora es sich erträumt hat. Der Umgang der Plantagenbesitzer mit den Sklaven schockiert sie zutiefst, und sie entschließt sich, auf ihrer Zuckerrohrfarm manches zum Besseren zu wenden. Überraschend unterstützt sie dabei ihr erwachsener Stiefsohn Doug, als er aus Europa anreist. Allerdings versetzt seine Rückkehr manches in Aufruhr - vor allem Noras Gefühle. Doch dann verliert Nora durch ein tragisches Ereignis plötzlich alles, bis auf ihr Leben... (Verlagsbeschreibung)
 
 DNB / Lübbe Audio / 2011 / ISBN: 978-3-8387-6956-1 / 619 Minuten
 
 
 
 
 
 
Selten genug greife auch ich gelegentlich zu einem historischen Roman. Meistens sind die ziemlich umfangreich, was mich immer zusätzlich abschreckt. Aber diese gekürzte Hörbuchausgabe wirkte von der Minutenzahl her durchaus überschaubar. Was ich vor Beginn des Hörens nicht wusste: dieser Titel ist der erste Band einer Reihe - wobei es (zumindest bislang) nur zwei Bände gibt. Eine Dilogie also? Kann ich nicht sagen, weil ich Band zwei noch nicht kenne. Ich werde dann berichten, wenn ich "Die Insel der roten Mangroven" ebenfalls gehört habe. Nun aber endlich zu "Die Insel der tausend Quellen":

Samstag, 12. August 2023

Banwo, Ayanna Lloyd: Als wir Vögel waren

Port Angeles, Trinidad. In den sonnendurchglühten Gassen mischt sich das vielstimmige Geschrei der Händler mit Vogelgezwitscher und Verkehrslärm; es riecht nach Gewürzen und reifen Früchten. Unter stillen, schattigen Bäumen ruht Fidelis, der jahrhundertealte Friedhof der Insel. Hier arbeitet Emmanuel als Totengräber. Der junge Rastafari hat sein Zuhause verlassen, um seinen Vater zu finden. Als er Yejide trifft, hat das Schicksal ihre Wege längst fest miteinander verflochten. Und so beginnt dort, wo das Leben endet, eine magische Liebesgeschichte. (Verlagsbeschreibung)

 

DNB / Diogenes Verlag / 2023 / ISBN: 9783257072242   / 352 Seiten






Erhalten habe ich das Rezensionsexemplar über NetGalley, wofür ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken möchte. Bei dem Cover war ich ehrlich gesagt überrascht, dass der Roman im Diogenes Verlag erschienen ist - dessen Cover sind normalerweise ganz anders gestaltet und haben damit einen Wiedererkennungswert. Doch kann ich nicht leugnen, dass das Cover sehr gut zum Handlungsort passt: Trinidad in der Karibik. Und letztlich kommt es ja auch auf den Inhalt an. Wie mir der gefallen hat, könnt Ihr hier nachlesen: