In ihrem ersten Roman erzählt Jamaica Kincaid von einem Mädchenleben.
Annie, die Heldin des Romans, ebenso liebebedürftig wie grausam, eine
furchtlose Träumerin, die Lügen erfindet, um Wirklichkeit und Traumwelt
in Einklang zu bringen, wächst auf einer kleinen Insel in der Karibik
heran, bis sie mit siebzehn Jahren nach England geht. Überschattet und
erleuchtet zugleich wird diese Zeit von einer über alles geliebten,
königlich dominierenden Mutter. Ein Ablösungsprozess beginnt. Immer
wieder umkreist Jamaica Kincaid das Verhältnis Mutter und Kind, diese
Beziehung aus Nähe und Distanz, aus Vertrauen und Skepsis. Ein Roman wie
eine Expedition zum Ursprung elementarer Gefühle. (Verlagsbeschreibung)
DNB / S. Fischer Verlage (Antiquariat) / 2001 / ISBN 978-3-596-14962-9
/ 160 Seiten
In diesem Jahr komme ich aufgrund einer Challenge buchmäßig viel
in der Welt herum. Es ist schon schwierig, für manche Länder ein
passendes Buch zu finden. Für Antigua und Barbuda z.B., die Inseln in der Karibik an der Grenze zum Atlantik, gibt es da im Deutschen nicht so viel Auswahl. Dieser Roman jedoch spielt dort, und
ich habe mich gefreut, als ich darauf stieß. Zufällig ist dies auch das Debüt der Autorin, die seither noch viele andere Werke veröffentlicht hat. Seit Jahren steht Kincaids Name auf den Listen der potenziellen Kandidat:innen für den Literaturnobelpreis. Und doch ist dies das erste Mal, dass ich auf diesen Namen gestoßen bin. Wie mir ihr Debüt gefallen hat, könnt Ihr gerne hier nachlesen!