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Sonntag, 29. September 2024

Münkemüller, Uwe: Tonka - Mädchen der Sioux

Kinderbücher aus dem Erzählverlag. Gesehen auf Dresden (er)lesen im September 23. Der Blickfang: Ein Indianerkind auf einem Pony. Das Indianerkind heißt Tonka. Eine kleine Einzelgängerin, die wie ein Junge reitet und spielt, mit dem Sohn einer befreundeten Familie. Tonka hat blaue Augen und die besitzt keiner der anderen Dakota, die zu den Sioux gehören. Zwei Familien ziehen durch die Prärie um die Black Hills.

Natürlich ahnen wir, dass das Mädchen eine europäische Mutter haben muss, doch bevor die Fragen ihrer Herkunft in den Vordergrund treten, finden Großer Bär, ihr Vater und Rotfuchs, der Sohn von Falkenauge, eine verendete Stute und ein Stutenfohlen mit einem hellen Fleck auf der Stirn. Sie nennen es Weißer Stern und von nun an wird Roter Büffel, Sa Tatanka = Tonka, es aufziehen und später zu einem sehr schnellen Pony abrichten. Sie werden es brauchen...

Montag, 6. Mai 2024

Murgia, Michela: Drei Schalen

 

Wie gehen Menschen mit einer grundstürzenden existentiellen Veränderung um? Das neue, letzte Buch der großen italienischen Schriftstellerin Michela Murgia erzählt davon: unverblümt und trostreich, kompromisslos und voll ermutigender Lebensklugheit.

Eine Frau sucht einen Namen für ihren Tumor. Eine andere holt sich die Pappfigur eines Popsängers ins Haus, als der geliebte Sohn auszieht. Eine Kinderhasserin bietet sich ihren Freunden als Leihmutter an. Aus Angst, seiner Exfreundin zu begegnen, traut sich ein Mann kaum noch vor die Tür, und eine Verlassene kann die Trennung buchstäblich nicht verdauen. Die Protagonisten von Michela Murgias Geschichten erleben alle auf ihre Weise einen radikalen Umbruch: Sie verlieren sämtliche Gewissheiten – und finden die unterschiedlichsten Antworten auf das, was ihnen geschieht. Sie treffen ungewöhnliche Entscheidungen, kämpfen ums Überleben, erfinden sich neue Rituale oder wählen die kontrollierbare Katastrophe, um der unkontrollierbaren zu entgehen. Ausgehend von ihrer eigenen Erfahrung erzählt Michela Murgia in zwölf miteinander verflochtenen Geschichten von Krankheit und Tod, von Trauer und neuer Liebe, von der Kunst des Abschiednehmens und der des Weiterlebens. Ein Mut machendes Buch über Krisen und Neuanfänge, wahrhaftig und hell. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Verlag Klaus Wagenbach / 2024 / ISBN 978-3-8031-3363-2 / 160 Seiten


Wieder ein Buch, das ich im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin als Rezensionsexemplar erhalten habe. Dafür auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Verlag! Ein Erzählband mit zwölf Geschichten - von dieser Autorin hatte ich bislang nocht nichts gelesen. Wie mir die Neuentdeckung gefiel, könnt Ihr hier nachlsen:


Samstag, 23. September 2023

Nam-Joo, Cho: Miss Kim weiß Bescheid (Hörbuch)

Nach ihrem feministischen Weltbestseller Kim Jiyoung, geboren 1982 widmet sich die koreanische Autorin Cho Nam-Joo weiterhin dem Schicksal von Frauen in ihrem Land, die unter den patriarchalen Strukturen leiden. Sieben Frauenleben werden beleuchtet und wieder gelingt es der Autorin, dass sich Frauen weltweit angesprochen fühlen.

Miss Kim weiß Bescheid versammelt die Leben von sieben koreanischen Frauen im Alter von 10 und 80 Jahren. Jede einzelne dieser stellvertretenden Frauenbiografien wird vor einem aktuellen gesellschaftlichen Thema in Korea verhandelt: das heimliche Filmen von Frauen in der Öffentlichkeit, Hatespeech und Cybermobbing auf Social-Media-Plattformen, häusliche Gewalt, Gaslighting, weibliche Identität im Alter und die Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz. Auch sich selbst, die plötzlich weltbekannte Autorin, nimmt sie ins Visier. Ihr Erfolg ermöglicht ihr einerseits, ihr Leben als Schriftstellerin komfortabel zu führen, andererseits lässt sie der Hass, der ihr vor allem im Netz begegnet, nicht kalt.

Cho Nam-Joos meisterhaftes Können besteht in der glasklaren Sprache, in der sie ihre Prosa verfasst und gleichzeitig in dem genauen Blick auf die Ungerechtigkeiten Koreas, den sie mit nichts verschleiert, sondern im Gegenteil messerscharf zu Papier bringt. Wie schon bei Kim Jiyoung, geboren 1982 sind auch die Schicksale dieser sieben Frauen nicht annähernd so weit von uns weg, wie wir meinen und hoffen.

(Verlagsbeschreibung)

 

DNB / argon hörbuch / 2022 / ISBN: 978-3-7324-5945-2 / 402 Minuten
 

 
 
 
Nach ihrem ebenso interessanten wie verstörenden Debütroman Kim Jiyoung, geboren 1982, der zum Weltbestseller mutierte, habe ich mich gefreut, wieder auf eine Publikation der südkoreanischen Autorin zu stoßen. Diesmal ist es ein Erzählband, und bekommen habe ich ihn über NetGalley, wofür ich mich herzlich bedanke. Ein wenig Sorge hatte ich, ob einzelne Geschichten an die Intensität des Romans heranreichen könnten, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Wie es mir ansonsten mit dem Hörbuch erging, könnt Ihr hier nachlesen:


Freitag, 22. September 2023

Santiesteban, Ángel: Wölfe in der Nacht

Der Erzählungsband »Wölfe in der Nacht« des kubanischen Autors Ángel Santiesteban erzählt von einem anderen Kuba, fern der Postkartenidylle und des scheinbar so karibisch-leichten Lebensflairs: verstörend, eindringlich, hochpolitisch. Unbeirrbar erhebt der Kubaner Ángel Santiesteban seine Stimme gegen Willkür und Unterdrückung. Seine Erzählungen sind durchwebt von eigenen Erfahrungen, ihr Spektrum reicht von phantastisch bis zu erschütternd real: Da verschwindet eine Figur aus ihrem Roman, um der Zensur zu entgehen; eine hungrige Meute Männer zieht im Dunkel der Nacht los, um das Fleisch toter Rinder zu stehlen; inmitten einer ausgelassenen Feier suchen einen Soldaten Erinnerungen an den Angola-Krieg heim. (Verlagsbeschreibung)
 
DNB / S. Fischer Verlage / 2017 / ISBN: 978-3-10-397308-2 / 272 Seiten









Wieder hat mich eine Challenge zu einem Buch greifen lassen, auf das ich sonst sicherlich nie gestoßen wäre. Es ist auch nicht direkt eine Mainstream-Lektüre, sondern schon etwas Außergewöhnliches. Derzeit hat das Buch bei Amazon.de gerade einmal 11 Sterne Bewertungen. Dabei wäre ihm mehr Aufmerksamkeit zu wünschen. Fern der Tourismus-Idylle erzählt Ángel Santiesteban von einem düsteren Kuba, gefährlich in einem Staat, in dem freie Meinungsäußerung, Presse-, Vereinigungs-, Versammlungs- und Bewegungsfreiheit massiv beschnitten sind. Der Autor saß wegen regimekritischer Äußerungen bereits in Haft und darf bis heute in Kuba nicht publizieren.

Freitag, 13. Januar 2023

Van der Kwast, Ernest: Versteckte Wunder - Erzählungen aus Rotterdam

»Diese Stadt birgt Tausende verborgene Geschichten.«