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Fünfundzwanzig Jahre wuchs der Autor dieses Buches in Israel in einem Kibbuz auf und studierte Geschichte an der Universität in Haifa. Später setzte Meron Mendel das Studium in Frankfurt a.M. fort. Er promovierte an der Goethe-Universität über die Lebensraelitäten jüdischer Jugendlicher.
Mendel leitet die Bildungsstätte Anne Frank. Wer wenn nicht er kann sich "einmischen" in die intensiven Debatten in Deutschland über Israel, die vermutlich in keinem anderen europäischen Land so geführt werden.
Der Pädagoge und Publizist beschäftigt sich in diesem Buch weniger mit dem Staat Israel selbst, mehr mit der emotional geführten, oft verbitterten Debatte, die sich aktuell auf deutschen Straßen in der Auseinandersetzung zwischen pro-palästinensischen und pro-israelischen Kundgebungen und Demonstrationen darstellt, wobei die pro-Palästina Veranstaltungen überwiegen. Oft ist ein mehr als sichtbarer größerer Einsatz von Polizeikräften zum Schutz verschiedener Versammlungen, vor allem aber deswegen notwendig, damit jeweils Andersdenkende nicht angegriffen werden.
- DNB / Kiepenheuer & Witch / 09.03.2023 / ISBN: 978-3-462-00351-2 / 224 Seiten
- audible / 5 Std. und 13 Min. / Argon Verlag
- Autor: Verlagsseite / Webseite / Bildungstätte Anne Frank
Unzählige Literatur erscheint in Deutschland über Israel und den Nahostkonflikt. Dies hier ist das 51. Buch über das Thema, welches hier besprochen wird. Wenn zum Beispiel Noa Tishby aus junger Sicht einen Faktencheck vorlegte, Mendel schreibt aus einer anderen Perspektive. Er erklärt den Leserinnen und Lesern nicht den Nahostkonflikt im Detail, er analysiert, wie dieser hier in Deutschland verhandelt wird. Es geht um politische Diskussionen, um Medien, und linke Bewegungen.
Mendel schreibt zur BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions), eine Kampagne zur wirtschaftlichen kulturellen und politischen Isolierung Israels oder die Documenta Kontroverse, als während der Kunstausstellung klar antisemitischen Darstellungsformen zu sehen waren. Der Satz nachdem "die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson wäre" darf in der Behandlung nicht fehlen.
Am Beispiel der Dokumenta sei das etwas näher erläutert:
Seine Kritik richtet sich gegen die Tendenz, die gesamte Veranstaltung oder alle beteiligten Künstler pauschal unter Antisemitismusverdacht zu stellen. Er plädiert für eine genaue Analyse konkreter Inhalte statt für Generalverdächtigungen. Dies entspricht seinem generellen Ansatz, komplexe Konflikte nicht auf einfache Freund-Feind-Muster zu reduzieren.
Für Mendel zeigte die Documenta-Debatte vor allem die Schwächen der deutschen Israel-Diskussion: Polarisierung, Moralisierung und mangelnde Bereitschaft, unterschiedliche historische Erfahrungen und Perspektiven auszuhalten. Gleichzeitig hält er daran fest, dass antisemitische Darstellungen klar benannt und kritisiert werden müssen.
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Beim Hören des Buches, gut gesprochen von Timo Weisschnur, zeigt sich, dass Meron Mendel sehr differenziert arbeitet. Keinesfalls schließt er sich dabei einem Lager an. Die Komplexität des Konflikts darzulegen, ist sein Ziel. Mendel bleibt dabei unabhängig, die sonst deutlich politische Empörung ist seine Sache nicht.
Seine Lebensgeschichte ermöglicht ihm, sehr sachlich und authentische zu erzählen, Ursachen und Wirkungen fundiert darzustellen. Durch seine Tätigkeiten als Leiter der Bildungsstätte Anne Frank und als Professor an der Frankfurter University of Applied Sciences mit dem Schwerpunkt Transnationale Arbeit ist er natürlich besonders prädestiniert, über sein Thema zu schreiben. Als studierter Historiker versteht er zu zeigen, wie sich Israel-Diskussionen oft als Diskussionen über deutsche Geschichte, deutsche Identität, Schuld, Verantwortung entwickeln.
Eine kenntnisreiche, ausgewogene, fundierte Analyse für Leserinnen und Leser, die offen sind für dieses Thema in polarisierenden Zeiten und zu empfehlen für die, die sich sich dieser häufigen Polarisation widersetzen.
©️ Bücherjunge
(mit Unterstützung von KI - Copilot)


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