Dienstag, 1. September 2026

Giers, Mina: Hexerei kann tödlich sein

 

Als Elli Stuart einen Brief von ihrer Großmutter erhält, ist sie vor allem eines: verwirrt. Schließlich wusste sie bis vor Kurzem nicht einmal, dass es diese Großmutter überhaupt gibt. Neugierig reist sie nach Witchmore in den Catskill Mountains - und landet statt bei einem gemütlichen Kaffeekränzchen mit ihrer Oma direkt an einem Tatort: Ihre Großmutter wurde ermordet. Der attraktive Officer Kenneth Lovelace hält Elli prompt für eine Verdächtige. Also beschließt sie kurzerhand, die Sache selbst unter die Lupe zu nehmen - bis sie entdeckt: Witchmore ist voller magischer Wesen, und sie selbst ist eine Hexe! Nun muss Elli nicht nur einen Mord aufklären, sondern auch lernen, mit ihren neuen Kräften umzugehen. Zu alledem übernimmt sie den verwinkelten Antiquitätenladen ihrer Großmutter und muss sich mit einem vorlauten Kater herumschlagen... Alltag eben für eine frischgebackene Hexe. (Verlagsbeschreibung)

DNB / Bastei Lübbe / 2026 / ISBN 978-3-7517-9222-6 / 207 Seiten

Reihe: Witchmore Bd. 1

Kurzmeinung: Gemütlicher Fantasy-Krimi mit sympathischen Figuren und genau der richtigen Dosis Magie für ein paar entspannte Lesestunden...







UNTERHALTSAMER REIHENAUFTAKT...


Elli Stuart reist nach Witchmore, um ihre bislang unbekannte Großmutter kennenzulernen – und findet sich stattdessen mitten in einem Mordfall wieder. Dass sie dabei nicht nur einen Antiquitätenladen erbt, sondern auch erfährt, dass sie selbst eine Hexe ist, macht den Start in ihr neues Leben nicht gerade einfacher. Mina Giers setzt in diesem Reihenauftakt weniger auf einen ausgeklügelten Kriminalfall als auf eine gemütliche, leicht magische Wohlfühlatmosphäre. Der Mord ist zwar der Ausgangspunkt der Geschichte, doch schnell stehen magische Vorkommnisse, ein gemütliches Café, schräge Bewohner und natürlich der vorlaute Kater im Mittelpunkt. Genau diese Mischung aus Cosy, Magie und einer kleinen Prise Spannung hat für mich den Charme des Buches ausgemacht.

Besonders mochte ich, wie Mina Giers ihre magische Welt aufbaut. Man erfährt immer nur so viel, wie Elli selbst weiß – und weil die Geschichte konsequent aus ihrer Perspektive erzählt wird, entdeckt man Witchmore in aller Ruhe gemeinsam mit ihr. Hexen und andere magische Wesen sowie die Besonderheiten dieses Ortes werden dadurch nicht mit langen Erklärungen serviert, sondern nach und nach enthüllt. Auch die Charaktere passen gut in diese gemütlich-skurrile Welt: Elli ist sympathisch, neugierig und angesichts der völlig neuen Situation etwas ratlos, während einige Nebenfiguren für die nötige Schrulligkeit sorgen. Gerade diese Figuren und ihre Beziehungen zueinander tragen viel zu der Atmosphäre bei. Der Schreibstil ist locker und angenehm zu lesen, mit einer guten Portion Humor und ohne unnötig kompliziert zu werden.

Der Mord hätte für meinen Geschmack durchaus etwas mehr Raum und Raffinesse vertragen können, aber als gemütlich-magische Unterhaltung funktioniert die Geschichte gut. Die Ermittlungen bleiben eher im Hintergrund und sorgen vor allem dafür, dass Elli immer wieder in unerwartete Situationen gerät. Wirklich nervenaufreibend wird es deshalb selten, ein bisschen Spannung und einige Wendungen gibt es hier aber durchaus. Kein Buch, das mich schlaflose Nächte gekostet hat - aber eines, bei dem ich sehr gern noch ein bisschen länger in Witchmore geblieben wäre. Gut, dass Band zwei schon ganz bald erscheint!

Alles in allem ein unterhaltsamer Reihenauftakt...


© Parden




Mina Giers ist das Krimi-Pseudonym der Autorin Katja Segin. Sie lebt mit ihrem Mann und einer Schildkröte in der Altstadt von Paderborn - nicht weit entfernt vom fiktiven Bad Bekenborn, in dem „Die kleine Krimitankstelle“ steht. In ihrer Freizeit reist sie gern, sei es ins Surfhotel nach Portugal oder nach „Witchmore“ in die wahrhaft magischen Catskills. (Quelle: Bastei Lübbe)


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