
Ein junger Mann irrt durch eine Stadt, ohne Ziel und Daseinszweck,
körperlich ausgezehrt, doch «vom fröhlichen Wahnsinn des Hungers
gepackt». Das ist es, was ihn aufrecht hält: ein irrlichternder Geist,
ein seismografisches Empfinden, eine fantastische Erfindungs- und
Einbildungskraft. Den Kapriolen seiner halluzinatorischen Zustände
verdankt der weltberühmte Roman jene ungeheure Komik, die schon Astrid
Lindgren begeisterte. Nicht, was in ihm geschildert wird – nämlich die manischen Ausgeburten von «Hirnfieber» bei Nahrungsentzug –, sondern, wie diese
existenzielle Grenzerfahrung gestaltet ist, macht ihn zu einem
Meilenstein der literarischen Moderne. Der desolaten Verfassung des
Ich-Erzählers entspricht ein fiebriger Sprachduktus, der Scham und
Größenwahn, Verzweiflung und Überspanntheit nicht nur behauptet, sondern
erstmals eine eigene radikale Erzählweise dafür findet. Über weite
Strecken im inneren Monolog gehalten, entwickelt Hamsun hier Stilmittel,
die Jahrzehnte später Marcel Proust, James Joyce oder Virginia Woolf
aufgreifen werden. Nie zuvor oder danach sind Entbehrung und Hunger –
der nach Brot wie der nach Anerkennung und Liebe – mit so ergreifender
Tragikomik wiedergegeben worden wie im Hauptwerk des späteren
Nobelpreisträgers. (Klappentext)
DNB / Manesse / 2023 / ISBN: 978-3717525608 / 256 Seiten
Kurzmeinung:
Das
Wort "Klassiker" sagt nichts darüber aus, dass einem jedes Werk
gefallen muss, das unter diesen Begriff fällt. Einfach nur anstrengend!