DNB / DAV / 2019 / ISBN 978-3-7424-1141-9 / 111 Minuten
Kurzmeinung: Turbulente Verwechslungskomödie, die eine ungewöhnlich humorvolle Seite Dostojewskis zeigt...
DNB / DAV / 2019 / ISBN 978-3-7424-1141-9 / 111 Minuten
Kurzmeinung: Turbulente Verwechslungskomödie, die eine ungewöhnlich humorvolle Seite Dostojewskis zeigt...
Ist der Historiker ein Chronist der Gegenwart? Zugegeben, ich beschäftige ich mehr mit historischen Romanen als mit Sachbüchern zur Geschichte, obwohl, das Verhältnis ändert sich seit einiger Zeit.
Ein historischer Roman, so die allgemein verbreitete Ansicht, handelt mindestens vor Lebzeiten des Autors, dies hebt sich bei Sachbüchern sicherlich auf, vor allem dann, wenn die Autoren zum Beispiel die 70 überschritten haben; dies ist hier gerade der Fall.
Einer dieser Momente, also ein Sachbuch-Moment, war der 22. Juli 2022, an diesem Tag erschien die Rezension zu Karl Schlögels ENTSCHEIDUNG IN KIEW. Nun wurde weitere Texte durch den Hanser-Verlag zusammengefasst und nun werden „Historiker als Zeitgenossen, die sie auch sind, eingeholt von der Gegenwart und konfrontiert mit allen Fragen, die sie bisher an die Vergangenheit hatten richten können, und zwar im Ernstfall und in Echtzeit.“ (Vorwort - S. 9)
Deutsch genug? - Warum wir endlich über Russlanddeutsche sprechen müssen
Für ein Tagebuch fehlt ihm die Zeit. Serhij Zhadan ist Tag und Nacht im beschossenen Charkiw (Ost-Ukraine) unterwegs – er evakuiert Kinder und alte Leute aus den Vororten, verteilt Lebensmittel, koordiniert Lieferungen an das Militär und gibt Konzerte. Die Posts in den sozialen Netzwerken dokumentieren seine Wege durch die Stadt und sprechen den Charkiwern Mut zu, unermüdlich, Tag für Tag. Die Stadt leert sich. Freunde kommen um. Der Tod ist allgegenwärtig, der Hass wächst. Als die Bilder von Butscha um die Welt gehen, versagt auch Zhadan die Stimme. »Es gibt keine Worte. Einfach keine. Haltet durch, Freunde. Jetzt gibt es nur noch Widerstand, Kampf und gegenseitige Unterstützung.« (Verlagsbeschreibung)
DNB / Suhrkamp / 2022 / ISBN: 978-3-518-43125-2 / 239 Seiten
Wolodja Slawin ist ein Oligarch mit politischen Ambitionen. Als der junge Journalist Anton Quint enthüllt, dass der selbsternannte Patriot sein Vermögen außer Landes gebracht hat und seine Familie lieber an der Côte d’Azur weilt als in Russland, schwört Slawin Rache. Aus den Stimmen von Jägern und Gejagtem setzt sich die Geschichte einer Menschenjagd mit fatalen Folgen zusammen. Temporeich, schonungslos, literarisch meisterhaft komponiert – ein Roman, nah an der Realität, von einem mutigen Kritiker der Zustände in Russland und seinem Heimatland Belarus. (Klappentext)
DNB / Diogenes / 2022 / ISB-N: 978-3257071580 / 288 Seiten
Murmansk, nördlich des Polarkreises. Zum ersten Mal kehrt Juri, der
längst als Ornithologe in Nordamerika lebt, in seine Heimat zurück. Sein
Vater Rubin liegt im Sterben, lediglich das Rätsel um Juris Großmutter
Klara – eine Wissenschaftlerin zur Zeit Stalins, die vor den Augen des
damals vierjährigen Rubin verhaftet wurde – hält ihn am Leben. Klaras
Verschwinden und eine Jugend voller Entbehrungen haben aus Rubin einen
unerbittlichen Fischer und hartherzigen Vater gemacht, der seinen
ungeliebten Sohn nun in einem letzten Aufeinandertreffen um Hilfe
bittet: Er soll herausfinden, was mit Klara passiert ist. Und
schließlich stößt Juri auf eine Wahrheit, die ihm vor Augen führt, wie
eng alle drei Schicksale – sein eigenes, Klaras und Rubins – miteinander
verknüpft sind… (Verlagsbeschreibung)
DNB / mare / 2020 / ISBN 978-3-86648-627-0
/ 304 Seiten
Isabelle Autissier auf Literae Artesque: Herz auf Eis