Als die junge Malin bei einer Auktion einen alten Koffer ersteht,
rechnet sie nicht damit, dass dessen Inhalt ihrem Leben eine völlig neue
Richtung geben wird. Ein Schlüssel und der berührende Brief einer alten
Dame führen sie zur kleinen Fischerkate in St. Peter-Ording. Malin weiß
nur, dass die Tochter der alten Dame an eine Hotelkette verkaufen will
und es der Frau das Herz brechen würde. Einen Absender hat der Brief
nicht. Deshalb begibt Malin sich auf Spurensuche. Vor Weihnachten muss
sie die Eigentümerin aufspüren, und um diese zu überzeugen, will sie die
Fischerkate zu einem gemütlichen Heim machen. Dabei hilft ihr der
attraktive Carl vom Strandkorbverleih, und bald schon spürt Malin, dass
sie die wohltuende Nordseemagie nicht mehr aufgeben mag... (Verlagsbeschreibung)
Zwei Jahre ist es her, dass Emma ihren Lebensgefährten Niklas bei einem
Autounfall an Heiligabend verloren hat. Seitdem versteckt sie sich in
ihrem kleinen Einrichtungs- und Geschenkeladen vor dem Leben. Tagsüber
verkauft sie Teeservices und Geschirrtücher, nachts sitzt sie allein auf
dem Dach ihres Hauses und blickt über Stockholm. Doch mit dem nahenden
Fest der Liebe steht auch das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Und mit
ihm ihre Schwester Magda, die alles dafür tun will, dass Emma ihren
Laden, der kurz vor der Insolvenz steht, nicht verliert. Als Emma am
Vorabend des ersten Dezembers einen alten Mann im Schneesturm nach Hause
bringt, merkt sie, wie gut es ihr tut, anderen zu helfen. Sie fasst
einen Entschluss: Sie wird 24 gute Taten vollbringen – eine für jeden
Tag bis Heiligabend. Durch die Türchen ihres ganz persönlichen
Adventskalenders schlüpft sie in die Leben ihrer Mitmenschen. Dabei
findet Emma nicht nur neue Freunde, sondern schließlich auch sich selbst
– und eine neue Liebe...
Ein weiteres Buch passend zur Adventszeit erhielt ich freundlicherweise von NetGalley. Auch dafür ein herzliches Dankeschön! Alles in allem eine schöne Adventsgeschichte mit Flair, der man auch einige langatmige Passagen verzeiht...Genau das Richtige für dunkle, kalte Winterabende...
Es ist Advent auf Sylt. Ernst Mannsen hat zwar nichts gegen Weihnachten,
aber die Insel ist ihm ohne Touristen zu leer, die Tage sind lang und
dunkel. Seine Frau Gudrun freut sich hingegen auf den Weihnachtsmarkt,
aufs Schmücken des Hauses und auf die Weihnachtsfeiertage mit der
Familie. Als der gelangweilte Ernst erfährt, dass der Filialleiter der
Bank mitsamt den Spenden für die bedürftigen Kinder verschwunden ist,
ergreift er seine Chance auf Abwechslung: Er wird sich um das Problem
kümmern! Und das Geld für die Weihnachtsgeschenke beschaffen. Sozusagen
als Robin Hood von Sylt. Mit einigen Komplizen plant er einen großen
Coup, der allerdings ganz anders läuft als geplant.
(Klappentext)
Autor: Dora Heldt
Gesprochen von:Katja Danowski
Spieldauer:6 Stunden und 31 Minuten
Erscheinungsdatum:20. Oktober 2021
Sprache:
Deutsch
Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH
ASIN: B09HV9WG6K
NetGalley bietet auch Hörbücher an, und passend zur Adventszeit habe ich mir dieses gewünscht und erhalten, worüber ich mich sehr gefreut habe. Wenn sonst schon keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen mag, darf es doch gerne etwas Unterhaltsames sein, was zur Jahreszeit passt. Es muss ja nicht immer nur bitterernst sein...
Es ist kurz vor Mitternacht, als drei junge Einbrecher in einen
verlassenen Gemischtwarenladen eindringen, um nach ihrem Raubzug
unterzutauchen. Doch Atsuya, Shota und Kohei wird keine ruhige Stunde
bis zum Morgengrauen gewährt: Ein Brief wird von außen durch einen
Schlitz in den Laden geworfen, obwohl in der Dunkelheit vor der Tür kein
Mensch zu sehen ist. Als ihn die erstaunten Kleinkriminellen öffnen,
beginnt eine unglaubliche Geschichte, die eine Nacht lang das Leben
unzähliger Menschen verändern wird – und eigentlich begann sie vor über
dreißig Jahren, als ein weiser alter Mann mit seinen Worten kleine
Wunder vollbringen konnte.
Herausgeber
:
Limes Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (13. April 2021)
Sprache
:Deutsch
Übersetzung : Astrid Finke
Gebundene Ausgabe
:416 Seiten
ISBN-10
:3809027103
ISBN-13
:978-3809027102
Originaltitel
:Namiya zakkaten no kiseki (The Miracles of the Namiya General Store)
Im Grunde war es etwas überraschend, dass dieser Roman im Rahmen einer Leserunde bei Whatchareadin angeboten wurde - meist gibt es dort eher literarisch anspruchsvolle Romane oder aber Krimis und Thriller. Ich habe mich aber auf einen Wohlfühlroman gefreut nach all der anspruchsvollen Lektüre - und habe ihn bekommen. Ob dieser Roman des ansonsten erfolgreichen japanischen Krimiautors mir nun auch gefallen hat, könnt ihr hier nachlesen:
Land unter im Apfelgarten: Die Äste biegen sich vor Früchten – aber
Dani, die in dem alten Haus mit dem weitläufigen Obstgarten wohnt, muss
verreisen! Wer kümmert sich um die Ernte? Kurzerhand fahren ihre
Freundinnen Eva, Nele, Julika, Marion und Dorothee in die
brandenburgische Provinz. Für die fünf beginnt ein wunderbarer
Altweibersommer auf dem Lande. Aber leider gibt es ein Problem. Denn ein
korrupter Kerl im Dorf gefährdet Danis Traum, ein Baumblütenhotel zu
eröffnen. Doch köstliche Apfelrezepte machen stark, und die Freundinnen
haben nicht nur männliche Unterstützer, sondern auch eine großartige
Verbündete – die Natur …
Herausgeber
:
Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (17. September 2018)
Sprache
:
Deutsch
Taschenbuch
:
352 Seiten
ISBN-10
:
3734106281
ISBN-13
:
978-3734106286
Im allerersten Jahr unseres Blog-Daseins stellte ich hier 'Eva und die Apfelfrauen' vor - und ahnte nicht, dass es dereinst noch eine Fortsetzung dieses schönen Wohlfühlromans geben würde. Deshalb freute ich mich sehr, als ich diese nun entdeckte. Ab und an lese ich solche Romane durchaus gerne, und so war ich neugierig, ob mich dieser Folgeband genauso entzücken können würde wie seinerzeit 'Eva und die Apfelfrauen'. Wie es nun war? Lest selbst:
Ein Inselroman - für die letzten Spätsommertage doch wohl genau das Richtige?
Gabriella Engelmann ist eigentlich ein Garant für lesenswerte Wohlfühlromane, bei denen man die Seele einfach baumeln lassen kann, Verlass ist auf ein Happy End und man als schlimmste Komplikation höchstens mit Fernweh zu rechnen hat. Doch ist der versierten Autorin auch diesmal der große Wurf gelungen? Lest selbst:
Diesen Roman durfte ich im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen. Die Erzählung ist sozusagen das Prequel zu den Büchern um Max Leif (hier im Blog: Die sieben Tode des Max Leif). Nicht verstanden habe ich - und die Autorin wohl auch nicht - weshalb der aktuelle Roman unter einem anderen Namen veröffentlicht werden sollte als die Max Leif Bücher. Aber sei's drum...
Mich konnte der Roman jedenfalls für einige Stunden gut unterhalten - so stelle ich mir einen Wohlfühlroman vor! Was ich damit meine, kann hier nachgelesen werden:
Bei großer Hitze gebe ich doch zuweilen der 'leichten' Lektüre den Vortritt. In diesem Monat zugegeben etwas geballt, aber was solls. Ernsthafte Literatur kommt sicher auch wieder an die Reihe - aber im Sommer ist es doch ab und zu etwas anders...
Trotzdem gefällt mir lange nicht jeder Roman dieser Art, und das ist eben das Risiko, das man eingeht, wenn man zu solchen Büchern greift. Ob ich mich diesmal mitreißen lassen konnte? Lest selbst:
Diesen kleinen Roman von Karine Lambert habe ich im Rahmen einer Buchverlosung des Verlags bei Lovelybooks gewonnen, worüber ich mich sehr freue! Nachdem ich von 'Und jetzt lass uns tanzen' vor einiger Zeit so angetan war, war ich natürlich neugierig auf das neue Werk der belgischen Autorin. Berührend, lebensbejahend, behutsam - das waren die begeisterten Attribute meiner Rezension zu o.g. Buch. Davon hätte ich gerne mehr! Ob dieser neue Roman die hohen Erwartungen erfüllt hat? Das lässt sich hier nachlesen:
Sehr neugierig war ich auf diesen Roman aus dem Atlantik-Verlag. Von 'Ein geschenkter Anfang' aus der Feder von Lorraine Fouchet hatte ich nur Gutes gelesen, nun wollte ich ihr neuestes Werk kennenlernen. Dank einer Leserunde bei LovelyBooks kam ich dann tatsächlich in den Genuss, dieses Buch lesen zu dürfen. Ich nahm es mit in den Urlaub und hätte kaum eine bessere Wahl treffen können. Zwar war ich nicht am Atlantik wie der Hauptcharakter des Romans, aber am Meer war ich doch. Und die Lektüre habe ich wahrlich genossen...
Gregor ist 14 und irgendwie anders. Er trägt seltsame Klamotten, hat
einen ausgeprägten Ordnungssinn, liebt schrille Muster und kennt alle
Wetterberichte des Tages. Im Alltag oft unbeholfen, begegnet er seinen
Mitmenschen mit entwaffnender Direktheit. Als Gregors Mutter bei einem
Unfall schwer verletzt wird, muss er zu seiner Tante und deren Mann
ziehen. Judith und Achim wissen erst mal nicht so recht, was sie mit dem
»Bekloppten« anfangen sollen. Doch mit seiner unkonventionellen Art
entlockt Gregor selbst dem unfreundlichsten Nachbarn ein Lächeln. Und
auf einmal reden alle wieder miteinander ‒ auch Judith und Achim.
Juliette hat gerade ihre unglückliche Beziehung beendet und will jetzt
vor allem eins: in Ruhe Möbel restaurieren. Doch plötzlich taucht ihre
kapriziöse Tante Manon auf, die in den 60ern eine erfolgreiche
Chansonnière war. Sie ist nach Paris zurückgekehrt, um ein Erbe
anzutreten, das Erinnerungen an eine Zeit voller Leidenschaft und Musik
weckt. Und an ihre eine, große Liebe. An die glaubt Juliette schon lange
nicht mehr. Doch dann tritt Gérard in ihr Leben, und Manon zeigt ihr,
dass es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen.
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (19. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746631408
ISBN-13: 978-3746631400
ET TOUJOURS L'AMOUR...
Und immer die Liebe - ja, was denn sonst? Bei einem Buch, das in Paris
spielt... 'Chanson d'amour' sang beispielsweise schon Edith Piaf so
gefühlvoll. Und in diesem Buch geht es um beides: Chansons und die
Liebe. Aber der Reihe nach...
Der Leser folgt Juliette durch die Straßen und Viertel von Paris, und
obschon auch die neuzeitlichen Veränderungen beschrieben werden, ist es
der Autorin gelungen, das ganz besondere Flair der angeblich schönsten
Stadt der Welt einzufangen. Juliette ist eine junge Frau, deren
Leidenschaft dem Restaurieren alter Möbel gilt, doch nun sind ihre
Werkstatt und ihre Wohnung in Gefahr. Die Kündigung flatterte ins Haus,
alles soll verkauft werden und Modernisierungen Platz machen. Nebenbei
verliebt sich Juliette ungewollt, doch alles ist furchtbar kompliziert,
und auch hier droht alles zu scheitern.
Nur gut, dass Tanta
Manon in Paris auftaucht, um ein Erbe anzutreten. Ohne ihr Wissen hat
sie von der einen großen Liebe ihres Lebens das Haus geerbt, in dem sie
und der Verstorbene so glücklich gewesen sind. Alte Erinnerungen brechen
auf, und bald schon schwelgt Manon in vergangenen Zeiten voller Gefühle
und Musik. Chansons - dafür stand Manon Jahre ihres Lebens auf kleinen
Bühnen, und bei einem solchen Auftritt lernte sie ihre große Liebe
kennen. Der Klavierspieler begleitete sie nicht nur durch den Abend,
sondern spielte sich gleich in ihr Herz. Und so präsentierten sie die
Chansons nicht nur, sie lebten sie.
Zwei parallele Geschichten,
die zart ineinander verwebt sind und sich wunderbar ergänzen. Von Manon
lernt Juliette, dass es sich lohnt, um die große Liebe zu kämpfen - und
auch sonst nicht einfach alles hinzunehmen, was das Leben einem an
Niederträchtigkeiten bietet. Juliettes Kampfgeist erwacht, und Manon
beginnt sich mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen.
Ein zauberhaft
leichtes Buch hat Natalie Simon hier geschrieben, gefühlvoll aber nicht
zu kitschig und mit einer gelungenen Mischung aus Vergangenheit und
Gegenwart, aus Humor und Spannung, aus Liebe und Musik. Viele
französiche Texte (mit deutscher Übersetzung) erwarten den Leser hier
und begleiten ihn durch den Roman, was die Stimmung auf angenehme Art
färbt.
Leider werden hier nicht alle angerissenen
Handlungsstränge weitergeführt und aufgelöst, so dass mir an manchen
Stellen etwas fehlt. Ansonsten fühlte ich mich auf angenhme Art in die
Stadt der Liebe entführt und verbrachte einige schöne Stunden mit
Juliette und Manon...
Hinter Natalie Simon stehen die beiden Autorinnen Tania Schlie und
Katrin Traoré. Tania Schlie schreibt Romane und kunst- und
kulturhistorische Bücher und arbeitet als freie Lektorin. Katrin Traoré
ist neben ihrer Arbeit als Autorin in einer Stiftung tätig. Sie sind
seit dem Studium befreundet und haben zur selben Zeit ein Jahr in Paris
verbracht. Damals entstand ihre Liebe zu der Stadt. Und schon damals
haben sie für schöne Liebesgeschichten geschwärmt. »Das Lied des blauen
Mondes« ist ihr erster gemeinsamer Roman.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – und das Chaos nicht weit … Olivia
weiß genau, was sie im Leben erreichen möchte: Karriere machen, ihren
Freund heiraten und mit ihm eine Familie gründen. Das kann doch nicht so
schwer sein, oder? Man muss sich einfach ein bisschen anstrengen, dann
klappt’s schon mit dem großen Glück! So sieht das Olivia. Nur leider hat
das Leben manchmal ganz andere Pläne…
Verlag: dotbooks Verlag; Auflage: 1 (9. Oktober 2017)
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN: B0769Q2W97
UND ERSTENS KOMMT ES ANDERS UND ZWEITENS ALS MAN DENKT...
Olivia hat die dreißig überschritten und eigentlich klare Vorstellungen
von dem, was sie sich vom Leben erhofft. Der Beruf ist ihr sehr wichtig,
und sie engagiert sich dort auch sehr. Privat dagegen läuft es
irgendwie nicht so richtig rund. Ihr Freund lässt sie plötzlich sitzen,
ihr Lebenscoach hilft ihr auch nicht so richtig weiter - nur gut, dass
ihre beste Freundin Vera immer für sie da ist. Denn unversehens geht es
für Olivia drunter und drüber, und es müssen einige wichtige
Entscheidungen getroffen werden.
Zwischendruch lese ich immer
wieder einmal gerne einen Roman von Gabriella Engelmann. Diesmal
präsentiert sie allerdings mit gerade einmal 91 Seiten einen Kurzroman.
Kann das funktionieren?
Es kann. Mit Olivia hat die Autorin einen
sympathisch-chaotischen Charakter geschaffen, eine Person, die trotz
aller Überraschungen, die das Leben für sie bereit hält, den Kopf nicht
verliert. Gefühle gibt es die gesamte Klaviatur rauf und runter, aber
meistens nicht zu kitschig, sondern stets verbunden mit humorvollen
Szenen und einem Augenzwinkern. Lediglich den Epilog hätte es in der
Form für mich nicht geben müssen - da hätte ich diesmal tatsächlich ein
offenes Ende bevorzugt.
Insgesamt hat mir der Kurzroman die
erhoffte unkomplizierte Entspannung geboten und ein paar kurzweilige
Lesestunden beschert. Gerne mehr davon!
Gabriella Engelmann, geboren 1966 in München, lebt in Hamburg. Sie
arbeitete als Buchhändlerin, Lektorin und Verlagsleiterin, bevor sie
sich ganz dem Schreiben von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern zu widmen
begann.
Bei dotbooks veröffentlichte Gabriella Engelmanns
bereits die Romane „Nur Liebe ist schöner“, „Schluss mit lustig“ und
„Kuss au chocolat“ sowie die Erzählungen und Kurzromane „Eine Liebe für
die Ewigkeit“, „Verträumt, verpeilt und voll verliebt“, „Dafür ist man
nie zu alt“, „Te quiero heißt Ich liebe dich“, „Ein Kuss, der nach
Lavendel schmeckt“ und „Zeit der Apfelrosen“; weitere eBooks sind in
Vorbereitung.
Wer rechnet schon damit, dass aus einem Flammeninferno das
große Glück erwächst? Am wenigsten die Patissière Olivia, als sie mit
ihrem flambierten Dessert einen Bostoner Luxusclub in Brand setzt. Dass
genau das ihr ein neues Leben und eine Liebe auf Umwegen beschert, noch
dazu in Vermont, kommt für sie genauso unverhofft wie für all
diejenigen, denen sie dort in die Quere stolpert …
Nachdem sich Olivias Karriereaussichten in Rauch aufgelöst haben,
flüchtet sie sich kurzerhand zu ihrer besten Freundin ins ländliche
Vermont. Wo sie nicht nur Unterschlupf und eine Anstellung wider Willen
in einem kleinen Landgasthof findet, sondern auch ein neues Zuhause,
nach dem sie bislang gar nicht gesucht hatte. Doch bevor Olivia selbst
erkennt, wohin ihr Herz gehört, muss sie sich mit der kauzigen
Lokalbevölkerung anfreunden – und das Geheimnis um den besten Apple Pie
lüften. Und nicht zuletzt die Gunst einer eigensinnigen alten Dame
erobern, unter deren rauer Schale mehr verborgen liegt, als Olivia ahnen
kann …
Verlag: Insel Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (10. April 2017)
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Katja Bendels
ISBN-10: 3458362649
ISBN-13: 978-3458362647
Originaltitel: The City Baker's Guide to Country Living
DAS GLÜCK DER PATISSIÈRE...
Olivia hat es als Patissière mit Anfang dreißig schon weit gebracht
in der Welt der Kuchen und Desserts. Als sie jedoch mit einer
flambierten, zwanzig Kilo schweren Eistorte einen Bostoner Privatclub in
Brand setzt und sich ihre weiteren Karriereaussichten damit
buchstäblich in Rauch auflösen, flüchtet sie sich kurzerhand zu ihrer
besten Freundin ins ländliche Vermont. Dort findet Olivia nicht nur
einen Unterschlupf, sondern unversehens auch eine Anstellung in einem
kleinen Landgsthof. Die Gepflogenheiten des Kleinstadtlebens erscheinen
Livvy zunächst befremdlich, doch dann bahnen ihre Backkünste und ihr
Banjospiel ihr einen Weg in die Herzen der Einwohner. Nur die
reservierte und eigensinnige alte Besitzerin des Landgasthofs scheint
unnahbar. Doch unter deren rauer Schale liegt mehr verborgen, als Livvy
ahnen kann. Und schließlich spürt die junge Patissière, was es bedeuten
kann, 'Zuhause' zu sein...
In Louise Millers Debütroman dreht
sich alles um die dreißigjährige Patissière Olivia, und vermutlich sind
die biografischen Parallelen zwischen der Protagonistin und der Autorin
nicht zufällig. Wo 'Wohlfühlatmosphäre' versprochen wird, ist Liebe
nicht weit - und tatsächlich spielt diese in dem Roman keine
unbedeutende Rolle. Doch in erster Linie geht es darum, dass Olivia
endlich irgendwo ankommt, nicht ständig bei Schwierigkeiten davonläuft
und ihr bisheriges Leben grußlos hinter sich lässt. Natürlich geschieht
dies nicht reibungslos und ebenso natürlich darf eine Portion Kitsch
nicht fehlen, aber bis auf das arg weichgespülte Ende hält sich das
alles angenehm die Waage.
Tatsächlich konnte der Roman bei mir
v.a. durch die Atmosphäre punkten. Schnell tauchte ich ein in die
Beschreibungen des ländlichen und meist friedlichen Vermont, genoss die
Schilderungen der diversen Köstlichkeiten, die da von Olivia und ihrem
Küchenschef Alfred kreiert wurden und vermeinte oft genug, etwas von dem
köstlichen Duft zu erhaschen, der da dem Ofen entströmte. Das
prasselnde Feuer im Kamin, die kuschelige Decke auf dem Sofa, die
mitreißende Musik an den Abenden, die langen Spaziergänge durch den
unberührten Wald - all diese Beschreibungen ließen mich daran teilhaben
und tief in Olivias neue Welt eintauchen.
Olivia selbst kam mir
dagegen nur zögerlich nahe. Ihre Desserts und Backwerke beeindruckten
mich, ihr Charakter allerdings erschloss sich erst allmählich. Witzig
waren ihre ständigen Haarfärbe-Aktionen mit überaus originellen
Farbprodukten wie beispielsweise 'Manic Panic Electric Tiger Lily' oder
'Manic Panic Atomic Turquoise'. Ansonsten wirkte Olivia in ihren
Handlungen trotz ihrer 32 Jahre oft noch recht unreif - allerdings
voller Sehnsüchte. Auch im Verlauf des Romans entwickelte sich die
Patissière für mein Empfinden nicht wesentlich weiter, so dass ich hier
Abstriche in der B-Note machen muss. Allerdings gab es andere Charaktere
in dem Roman, die mich mehr für sich einnehmen konnten - wie z.B.
Olivias schrullige Chefin Margaret oder auch Henry, ein alter Mann, der
sich gleich in mein Herz schleichen konnte.
Das Ende war dann -
too much. Friede, Freude, Eierkuchen - eine ganze Ladung Weichspüler
ergoss sich über den im übrigen viel zu kurzen Schluss, so dass ich am
Ende zwiespältig zurückblieb. Mein märchenbegeistertes Ich konnte mit
dem natürlich erwarteten Happy End zufrieden sein, und doch konnte ich
das Ende nicht wirklich genießen. Alles wurde unter einer dicken
Puderzuckerschicht begraben, was den Bereich des Vorstellbaren für mich
überstieg. Schade, dass hier das Potential nicht voll ausgeschöpft
wurde.
Doch weil das Buch ansonsten ein wirklicher Wohlfühlroman
zum Abschalten war und dementsprechend meine Erwartungen erfüllte, runde
ich die 3,5 Sterne, die ich hier gerne vergeben würde, auf 4 Sterne
auf. Eine angenehme Lektüre z.B. für dunkle Herbsttage oder auch für die
kühle Winterzeit.
Louise Miller lebt und arbeitet als Patissière in Boston. In ihrer
Freizeit kümmert sie sich um ihren Blumengarten, spielt hin und wieder
Banjo, ist begeisterte Filmenthusiastin und liebt alte Hunde. Die Zutaten zum Glück ist ihr erster Roman und neueste Genusskreation, mit der sie die Leserherzen in den USA im Sturm erobert hat.
Guylain Vignolles liebt Bücher und hasst seinen Job in einer
Papierverwertungsfabrik. Darum liest er jeden Morgen auf dem Weg zur
Arbeit im Regionalzug um 6 Uhr 27 laut ein paar Seiten vor, die er am
Tag zuvor der Schreddermaschine entrissen hat: sein ganz persönlicher
Akt der Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur.
Eines Tages entdeckt er im Zug einen USB-Stick, auf dem das Tagebuch
einer jungen Frau gespeichert ist. Tief bewegt liest er nun ihre
Geschichten vor – und der Zauber springt auch auf die Mitreisenden über.
Viel wichtiger aber noch: Die Geschichten verändern Guylains Leben von
Grund auf. Er muss diese Frau finden!
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (22. September 2015)
Sprache: Deutsch
Übersetzung: Sonja Finck
ISBN-10: 3423260785
ISBN-13: 978-3423260787
Originaltitel: Le Liseur du 6 h 27
KLEINE HELDEN DES GRAUEN ALLTAGS - EIN MODERNES MÄRCHEN...
Diese Geschichte spielt in Paris - wenn auch nicht mittendrin. Ob vor
zehn Monaten, heute oder in zweieinhalb Jahren, ist auch nicht
entscheidend. Viel wichtiger ist: Guylain Vignolles liebt Bücher.
Unseligerweise muss er sich seinen Lebensunterhalt jedoch in einer
Papierverwertungsfabrik verdienen. Aus diesem Grund hat er wohl auch
diese Macke entwickelt, die ihn Tag für Tag aus der grauen Masse der
Pendler herausstechen lässt: Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit liest
er im 6-Uhr-27-Regionalzug laut ein paar Seiten vor, die er tags zuvor
der gewaltigen Schreddermaschine entrissen hat - sein heimlicher Akt der
Rebellion gegen die Vernichtung von Literatur. Sonst ist der
schüchterne Maschinenführer gefangen in einem monotonen Leben. Eines
Tages aber geschieht etwas, das die Dinge von Grund auf verändern wird:
Direkt vor seinem orangeroten Klappsitz im Zug findet Guylain einen
USB-Stick, auf dem das Tagebuch einer ganz besonderen jungen Frau namens
Julie abgespeichert ist...
"Für die Passagiere
im Waggon war Guylain der komische Kauz, der jeden Morgen ein paar
Buchseiten aus seiner Aktentasche zog, um sie mit lauter, klarer Stimme
vorzulesen. Es waren nicht die Seiten eines bestimmten Buches. Nein, die
Texte hatten rein gar nichts miteinander zu tun (...) Guylain war das
egal. Für ihn war der Inhalt bedeutungslos. Was zählte, war der Akt des
Vorlesens. Er schenkte jedem einzelnen Blatt seine ungeteilte
Aufmerksamkeit, damit das Vorlesen seine magische Wirkung entfalten
konnte: Jedes Wort, das ihm über die Lippen kam, befreite ihn ein
bisschen von dem Ekel, der ihn beim Gedanken an seine Arbeit überkam."
(S. 14)
Erzählt wird die Geschichte aus der
Perspektive des 36jährigen Guylain, der einen Beruf ausübt, der ihn
unglücklich macht. Er, der Bücher liebt, trägt täglich dazu bei, dass
die Bestie - die große Schreddermaschine in der Firma - tonnenweise
Bücher verschlingt und zu Papierbrei zermalmt, aus dem dann neue Bücher
entstehen. Guylains Ekel vor dieser Tätigkeit ist so greifbar, dass es
einem selbst beim Lesen vorkommt, als ob die Bestie ein von
Grausamkeit geprägtes Eigenleben führt, und die einzige Möglichkeit der
Rebellion besteht für Guylain darin, der Maschine einzelne Buchseiten
wieder zu entreißen.
"Gespannt schaltete Guylain
seine Stirnlampe an. Tief im noch warmen Bauch der Bestie würde er
gleich auf seine Diebesbeute stoßen. Sie erwartete ihn immer an
derselben Stelle, der einzigen, die der Wasserstrahl aus den Düsen nicht
erreichte: Ein paar Buchseiten (...) entgingen so ihrem Schicksal.
Giuseppe hatte sie immer 'meine Findelkinder' genannt. 'Das sind die
einzigen Überlebenden des Massakers, mein Junge', hatte er Guylain mit
bewegter Stimme erklärt, als er ihm vor Jahren die Stelle gezeigt
hatte." (S. 47)
Guylain fristet sein
ereignisloses Dasein aus Arbeit, einsamen Abenden mit seinem Goldfisch
namens Rouget de Lisle und gelegentlichen Treffen mit seinem väterlichen
Freund Giuseppe. Er verlangt nicht viel vom Leben, doch eines Tages
erhält das gewohnheitsmäßige Alltagsgrau einen kleinen Riss. Guylain
findet in der Bahn einen USB-Stick, auf dem ihn die Begegnung mit einem
ganz anderen Leben erwartet. Das Tagebuch einer Frau namens Julie
gewährt Guylain Einblicke in ein fremdes Leben, und er fühlt sich bald
schon hingezogen zu der Fremden, deren Welt auch nicht wesentlich
ereignisreicher ist als das seine. Julie arbeitet als Toilettenfrau in
einem Einkaufszentrum, doch sie schreibt über ihre Begegnungen und
Beobachtungen dort, und Guylain ist fasziniert von ihren Gedanken.
"Es
vergeht kein Tag, an dem ich nicht schreibe - denn das wäre so, als
hätte ich an dem Tag nicht wirklich gelebt und mich stattdesen nur auf
die Rolle beschränkt, die die Leute mir übergestülpt haben: die Rolle
eines bemitleidenswerten Geschöpfs, dessen einziger Daseinszweck es ist,
ihre Hinterlassenschaften zu beseitigen." (S. 152)
Guylain
ist, als sähe die fremde Schreiberin die Welt mit ähnlichen Augen wie
er! Er muss diese Frau finden - doch ohne einen wirklichen Anhaltspunkt
kein leichtes Unterfangen. Aber allein durch seine Suche kriecht
unaufhaltsam Farbe in sein graues Dasein. Und ganz allmählich verändert
sich der zurückhaltende, schüchterne, fast schon menschenscheu anmutende
Guylain und entdeckt zunehmend auch schöne Seiten am Leben.
Wer
außergewöhniche Geschichten und schräge Bücher mag, der ist hier
richtig. Jean-Paul Didierlaurent ist es gelungen, die Figuren in diesem
Roman zu kleinen Helden ihres monotonen und grauen Lebens zu machen.
Trotz oft einfach anmutender Sprache gibt es nahezu poetische Passagen,
und durch die Melancholie des Alltags zieht sich auch stets ein breiter
Streifen Humor, der mich immer wieder lächeln ließ. Ein Buch für
Bücherliebhaber und ein modernes Märchen - ein Wohlfühlroman, der ein
wenig Farbe ins Alltagsgrau zaubert.
Jean-Paul Didierlaurent, 1962 in La Bresse/Elsass geboren, lebt nach
einigen Jahren in Paris nun wieder in seinem Heimatort und arbeitet im
Kundencenter eines Telekommunikationsunternehmens. 1997 hat er zum
ersten Mal zwei Erzählungen bei einem Schreibwettbewerb eingereicht –
und beide haben gewonnen. Seither hat er etliche preisgekrönte
Kurzgeschichten geschrieben. ›Die Sehnsucht des Vorlesers‹ ist sein
erster Roman.
Auch im Herbst des Lebens sollte noch Leben in der Bude sein, sagen sich
Märtha, Snille, Kratze, Anna-Greta und Stina und schmieden einen Plan:
Sie müssen ein Verbrechen begehen, damit sie raus aus diesem Heim und
rein ins Gefängnis kommen, denn dort ist man bekanntlich viel besser
dran. Gutes Essen, keine Sparmaßnahmen, geregelter Freigang. Doch
Planung und Durchführung eines Verbrechens sind gar nicht so einfach –
vor allem, wenn man es ehrlich meint. Catharina Ingelman-Sundberg
erzählt eine kriminell lustige und herzerwärmende Geschichte über fünf
Freunde, die ihrem Leben eine völlig neue Wendung geben und sich ihren
Traum vom Glück erfüllen.
Dem Leben im Alter sehen viele von uns mit gemischten Gefühlen
entgegen - der Umzug in ein Altersheim erscheint für die meisten wenig
verlockend. Die Erfahrungen, die die fünf Hauptcharaktere des Buches mit
ihrem Wohnsitz machen, sind nun auch nicht dazu geeignet, die Bedenken
hinsichtlich dieser Wohnform zu zerstreuen.
Dabei sind Märtha
(79), Snille (78), Anna-Greta (81), Stina (77) und Kratze (84) noch
recht rüstig für ihr Alter. Doch 'Sparen' heißt die Devise der neuen
Geschäftsführung des Seniorenheims 'Diamant', und so gibt es immer mehr
Einschränkungen, die die alten Leute über sich ergehen lassen müssen,
und kaum noch Entscheidungen, die sie selber treffen dürfen. Was zu viel
ist, ist zu viel - und so beginnt allmählich ein Plan zu reifen.
Eine
TV-Dokumentation über die Situation in Schwedens Gefängnissen zeigt den
Alten, dass es um die Versorgung der Verbrecher besser gestellt ist als
um ihre eigene - und da muss Abhilfe geschaffen werden. Und so fliehen
die fünf aus dem Altersheim und beginnen ihre Verbrecherkarriere mit dem
Ziel, den Rest ihres Lebens letztlich gut versorgt hinter Gittern zu
verbringen. Doch aller Anfang ist schwer, zumal hinter der Seniorengang
mit ihren Rollatoren niemand etwas Gesetzwidriges vermutet - erst recht
nicht die Polizei. Da ist viel Einfallsreichtum gefragt...
Leider
hielt das Buch nicht ganz, was ich mir davon versprach. Erwartet hatte
ich ein unterhaltsames Buch mit viel Seniorenpower, mit Charme und Witz,
schwungvoll und bissig und mit dem Esprit der Geschichten eines Jonas
Jonasson oder dem Wohlfühlcharakter der Romane eines Fredrik Backman.
Doch dem Roman merkte man das Alter seiner Charaktere an: Unterhaltung
mit Längen, teilweise eher lahme Dialoge, eine von zu vielen Zufällen
geprägte Handlung und alles in allem eine zu bemüht und konstruiert
wirkende Erzählung. Die Charaktere selbst sind recht klischeehaft
gestrickt und wirken durch den fehlenden Hintergrund wenig greifbar.
Trotz
meiner Enttäuschung fand ich die Idee hinter der Geschichte gut, wenn
auch die Umsetzung mehr Potential gehabt hätte. Ebenfalls gefallen hat
mir die durchgehend geäußerte Kritik am Umgang der Gesellschaft mit den
Alten - an dieser Stelle würde ich mich der Seniorengang gerne
anschließen.
Insgesamt eher Mittelmaß - da ist noch deutlich
Luft nach oben. Ob Band zwei 'Jetzt kriegt jeder was ab' da eine
Steigerung ist? Keine Ahnung. Noch nicht jedenfalls. Aber erst einmal
reicht es mir mit den fünf Senioren...
Catharina Ingelman-Sundberg studierte Geschichte und Marinearchäologie.
Fünfzehn Jahre ihres Lebens verbrachte sie damit, auf dem Meeresgrund
nach Wikingerschiffen und Galeeren zu suchen. Danach studierte sie
Journalismus und schrieb mehrere erfolgreiche historische Romane. Ihr
erstes Buch mit der sympathischen Rentnergang »Wir fangen gerade erst
an« wurde ein internationaler Verkaufserfolg und ist in 26 Ländern
erschienen. Die Autorin lebt in Stockholm.