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Dienstag, 27. Januar 2026

Woolf, Virginia: Orlando - Eine Biografie


Der Versuch, sich wieder einmal an Weltliteratur zu wagen. 

Tja, der Orlando, die Orlando. Sechzehnter Band der wirklich hervorragenden Reihe PERLEN DER LITERATUR, vielfach gelobt, fast schon besungen auf unserem Blog. Über die Buchreihe muss ich nicht mehr viel vermelden, dass ist den regelmäßigen Leserinnen und Lesern des Blogs bekannt. Warum ich sie als „hervorragend“ bezeichne, könnt ihr in einer der unten verlinkten Buchbesprechungen nachlesen. 

Nun also Band 16. Es gibt Bücher, für die braucht man entweder unendlich viel Zeit, oder aber sie sind nicht für einen geschrieben. Bei Orlando ist mir das nicht so recht klar. 

Samstag, 12. Juli 2025

Aitmatow, Tschingis: Djamila


Die Lieblingsbücher der Kat Menschik. Immer mehr davon werden auch zu meinen Lieblingsbüchern. Zuerst waren es die so passend illustrierten Auskopplungen MITTE und MOABIT der Gereon-Rath-Romane von Volker Kutscher, die mir überaus gefielen und wegen denen ich den Lieblingsbüchern der 1968 geborenen Zeichnerin immer wieder begegne. Auf der Leipziger Buchmesse stand in den Regalen des Berliner Galiani – Verlags ein Buch, welches mir als Schullektüre sofort wegen einer einzigen Szene erinnerlich war, dazu aber komme ich zum Schluss.

Samstag, 10. Februar 2024

Mann, Heinrich: Die kleine Stadt

Gäbe es keine Ortsnamen und keine Personennamen in diesem Buch, wir würden vielleicht alle gleich ausrufen: „Ohh, Mamma Mia, Bella Italia!“ – So deutlich empfand ich die ersten Zeilen des Romans von Heinrich Mann, der mit diesem, so Charlotte Ueckert im Vorwort, der kleinen Stadt Palestrina ein Denkmal schuf während sein Bruder Thomas, der sich dann doch lieber mit dem hanseatischen Lübeck befasste, einen Straßennamen dort bekam. Na so was aber auch...

Palestrina liegt 37 km östlich von Rom terrassenförmig am steilen Monte Genestro, oberhalb des Tals des Sacco. Man kann, wenn es das Wetter zulässt, gut auf die Albaner Berge, bis nach Rom und zum Meer blicken. Das jedenfalls gibt Wikipedia zum besten.


Mittwoch, 8. November 2023

Kafka, Franz: Forschungen eines Hundes / Der Bau

Kafka, Franz. 1883 – 1924. Oft hat er es bisher nicht geschafft in unseren Blog. Anne Parden schrieb 2015 über seinen BRIEF AN DEN VATER. Sie bemerkte dazu, dass der Diskurs zwischen Vater und Sohn dem Leser vor Augen führen könnte, was Kafkas Erzählungen und den drei Romanfragmenten zugrunde läge. Es wäre ein beunruhigender aber aufschlussreicher Einblick gewesen.

An Franz Kafka hatte ich mich gelegentlich versucht. Der schmale Band EIN LANDARZT mit kleinen Erzählungen, den ich einst in Prag erworben hatte, steht auch nur „angelesen“ im Regal. Jetzt begegnete mir Kafka im zehnten Band der aufmerksamen Bloglesern bekannten Reihe Perlen der Literatur. Langsam steige ich dahinter. Zumindest, was es bedeutet, wenn einem Text das Prädikat „kafkaesk“ erteilt wird.

„Kafkaesk“, schreibt Charlotte Ückert im Vorwort des bekannt schönen Buches der Perlenreihe, ist ein Text, wenn „Absurditäten bis in die kleinste Gedankenzelle reicht.“ Dies würde man beim Lesen der Erzählung FORSCHUNGEN EINES HUNDES erfahren können. 

Freitag, 16. Juni 2023

BiF: Perlen der Literatur

 Litterae - Artesque präsentiert auf dem Kanal Literatur & Mehr ein neues BiF, Bücher im Film. Vorgestellt wird die Reihe Perlen der Literatur aus dem Input - Verlag. 





Perlen der Literatur auf Litterae Artesque:


© Dresdner Bücherjunge

Mittwoch, 14. Juni 2023

Timmermans, Felix: Pallieter

Mittlerweile sind es fünfundzwanzig Werke, die der INPUT-Verlag in seine Buchreihe Perlen der Literatur aufgenommen hat. Der sechste Band dieser Reihe stammt von einem flämischen Schriftsteller und Maler. Felix Timmermans, der wurde am 5. Juli 1886 in Lier bei Antwerpen geboren und starb da am 24. Januar 1947. Als junger Mann steckte er in seelischen Krisen, mit dem vorliegenden, äußerst lebensfrohen Buch überwand er im Jahre 1916 ein Krankheit. 

Timmermans schuf viele Gemälde und Zeichnungen, letztere lies er oft in signierten Büchern zurück. Seine Bücher hat er damit oft selbst illustriert.

Pallieter ist ein Bauer, der in Hülle und Fülle schwelgt, der das Leben bejaht, Flora und Fauna und die Menschen über alles liebt, eine Art Till Eulenspiegel. Im Vorwort zu diesem Buch schreibt Susanne M. Farkas dass dieser Pallieter eine Art flämischer Nationalheld wurde, „hunderttausendfach gelesen, übersetzt, verfilmt und in Denkmälern verewigt.“ (Vorwort S. 5) Übersetzt wurde es auch in vierzig Sprachen. Pallieter könnte, so Farkas, ein europäisches Symbol werden, die Stimme der Natur findet sich doch überall auf unserem Kontinent.

Dienstag, 9. Mai 2023

Kästner, Erich: Über das Verbrennen...

Heute jährt sich zum 90. Mal der Tag, an dem die Nationalsozialisten auf dem Berliner Opernplatz die Werke von Heine, Feuchtwanger, Kästner, Tucholsky und vielen anderen in die Flammen warfen. Darum poste ich diesen Beitrag heute erneut. 

Außerdem möchte ich damit an die Bücherverbrennung in Dresden erinnern. 

* * *


Sicherlich habe ich lange nicht genug von einem Schriftsteller gelesen, den viele Leute von Kindesbeinen an kennen. Vor allem durch eine auffallende Gestaltung der Kinderbücher. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich das Material geändert aber nicht die Gestaltung.


Der ATRIUM – Verlag Zürich hält die Rechte an den Büchern des Dresdners Erich Kästner (1999 in Dresden – 1974 in München).



Auf dem Bild hält der „kleine Dienstag“ die vielleicht bekannteste deutsche Kindergeschichte in den Händen: EMIL UND DIE DETEKTIVE. Das Szenenfoto stammt aus einem Film aus dem Jahr 2016, welcher ERICH KÄSTNER UND DER KLEINE DIENSTAG heißt.


Den sah ich vor einigen Tagen und dachte daran, dass da noch ein Büchlein liegt, über dessen Thema zu schreiben zu Litterae-Artesque passt.


Freitag, 5. Mai 2023

Orwell, George: 1984

 Perlen der Literatur - Eine Reihe aus dem Input Verlag.

Vor vierundsiebzig Jahren erschien im Juni 1949 der Roman Nineteen Eighty-Four, im Deutschen 1984 von George Orwell (1903 – 1950). Nachdem der Text zu diesem Buch nunmehr gemeinfrei geworden war, gab es eine Reihe neuer Übersetzungen. Für den INPUT-Verlag und für die Reihe Perlen der Literatur übersetzte Gerrit Pohl den Roman neu und schrieb dafür ein Vorwort sowie das Nachwort. Verschiedene Übersetzungen zu vergleichen ist meine Sache nicht. Warum mir die hier vorliegende Ausgabe allerdings gut gefällt, ist Gegenstand dieser Buchbesprechung. 


Inhalt: Orwell hat den Roman in drei überschriftslose Kapitel eingeteilt, die auch nur Eins, Zwei und Drei benannt sind. Eins beinhaltet die Schilderung des dystopischen Überwachungsstaates. Winston Smith Arbeit im Wahrheitsministerium – Minitrue –, seine Beschäftigung dort besteht in der Veränderung oder Neufassung alter Nachrichten auf Grund neuer „Erkenntnisse“ des Großen Bruders - Big Brother. Die daraus resultierende „Geschichtsfälschung“ ist schon keine mehr, denn inzwischen werden ja die „Fälschungen“ gefälscht. Dann lernt Winston Julia kennen...

Zwei erzählt von der beginnenden Liebe zwischen Julia und Winston, dem Weg in den inneren Widerstand gegen die Diktatur und der Verhaftung der Hauptfigur. Im Drei geht es um Gefangenschaft, Folter und darüber. dass die auch durch Folter erfolgte Gehirnwäsche funktioniert. Winston steht wieder an der Seite des Großen Bruders.

Donnerstag, 26. Januar 2023

Autoren: In 80 Büchern um die Welt


Wenn man das Gefühl hat, alles gelesen zu haben, aber wer hat das schon, geht ja auch gar nicht, dann kann man sich ja beraten lassen. Eigentlich fällt einem ja bloß nicht ein, was man jetzt lesen sollte. Man geht in die Buchhandlung und fragt den freundlichen Buchhändler oder die überaus freundliche Buchhändlerin. Man kann natürlich auch im Netz stöbern, aber da ist ja die Qual der Wahl.

Dazu gibt es Bloggerinnen und Blogger, so wie wir hier, deren Tips zwar auch nur auf mehr oder weniger Leseerfahrung beruhen. Jedoch findest Du, oder finden Sie, im Literaturblog Litterae-Artesque dies und das, was passen könnte, wir nehmen für uns in Anspruch, dass wir dem Mainstream und den Bestsellerlisten nur gelegentlich folgen und dabei auch mal in die Regalreihen hinter den aktuellen Büchern greifen.

Mit diesem Buch greife ich zwar nicht in den Stapel der älteren Bücher, denn es ist ja auch erst im letzten Jahr erschienen, aber es geht um alte Bücher und neuere Bücher. "Alte" Bücher habe ich durch die Perlen der Literatur (Label) sowieso gerade beim Wickel und da passt das ganz hervorragend rein. Übrigens kann man, wenn man keine Zeit hat, auch hier kurz reinhören. Am Ende wirst du, oder werden Sie feststellen, dass eben noch nicht alles gelesen wurde. So wie ich beim durchblättern dieses bunt illustrierten Nachschlagewerkes aus dem WBG Theiss - Verlag.

Mittwoch, 25. Januar 2023

Benjamin, Walter: Einbahnstraße

Nach dem Aufschlagen dieses Buches und dem Lesen des Vorwortes, den ersten Zeilen dieser „Sammlung philosophischer Fragmente“ (1) setzte ich mich an den Schreibtisch und fing an, nach dem Autor zu suchen. Zugegeben, Wikipedia war dabei die erste Seite, jedoch war ich mir bewusst, dass dort ein Überblick sicher möglich ist. Zumindest findet sich da mehr, als der Eintrag in meiner in die Jahre gekommenen Bertelsmann Lexikothek ausweist. 

Wer war dieser Mann? Warum sollte man dieses Buch, welches „in der Regel... ein Zugeständnis an einen Autor, der sich im Verlag bereits erfolgreich positioniert hat“, ist, lesen? Noch dazu, wenn der Autor im Jahr 1928, als dieser Band erschien, noch nicht sehr bekannt war? (Vorwort)

Walter Benjamin, Sohn eines Kunst- und Antiquitätenhändlers, wurde 1892 in Berlin geboren. Er studierte Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Freiburg (Breisgau) und in Berlin. Bedingt durch den 1. Weltkrieg schloss er sein Studium erst nach dem Krieg ab. Benjamin fand zur linken bürgerlichen Jugendbewegung und unterstütze gedanklich die Argumentation Karl Liebknechts gegen die Kriegskredite und den Krieg selbst. Er kannte Ernst Bloch und Theodor W. Adorno, und er beschäftigt sich auch mit dem Marxismus, hält sich in de, Jahren 1926/27 in Moskau auf. Ab 1929 entwickelt sich eine Freundschaft mit Bertolt Brecht, aber da ist Einbahnstraße bereits erschienen. 

Montag, 28. November 2022

Schoß, Gunter: Theodor Fontane - Ein Lebensbild...

 ... in Anekdoten

Theodor Fontane: Was fällt einem dazu ein? Zuerst einmal wohl, oder oft, EFFI BRIEST. Gehasst und geliebt und in meiner Erinnerung im Fach Deutsch (Abitur), das langweiligste, das ich lesen musste. Dabei hab ich das gar nicht richtig gelesen und habe doch ein SEHR GUT erhalten, weil ich in einer gespielten Gerichtsverhandlung nach Effis Tod den Baron von Innstetten verteidigte. Die Deutschlehrerin mimte die verstorbene Effi und der Rest der Klasse teilte sich Staatsanwaltschaft und Gericht.

Das geschah im (Schul)Jahre 1983/84 und mitten im real existierenden Sozialismus; den bürgerlichen Misthund zu verteidigen gegen diese Horde losgelassener Möchtegernbeamter, machte schon Spaß. Wobei mir das Thema Sozialismus dabei gar nicht so sehr durch den Kopf ging.

Warum ich das erzähle? Das vorliegende Büchlein, welches ich auf der BuchBerlin 2022 erstand, wurde vom bekannten Schauspieler Gunter Schoß zusammengestellt und im Eulenspiegel-Verlag herausgegeben. Die einen kennen ihn als Grafen Sulkowski in SACHSENS GLANZ & PREUSSENS GLORIA, die anderen aus Filmen mit Stoffen von Wolfgang Schreyer oder aus DAS UNSICHTBARE VISIER, wieder andere als Moderator der Reihe GESCHICHTE MITTELDEUTSCHLANDS im MDR.

Schoß schreibt zum Geleit, dass „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ ihm zuerst erinnerlich ist, ich kannte den damals allerdings nicht, dann natürlich John Maynard:

„Die Schwalbe fliegt über den Erie-See,
Gischt schäumt vom Bug wie Flocken von Schnee,
von Detroit fliegt sie nach Buffalo,
die Herzen aber sind frei und froh,“

Und John Maynard ist der Steuermann und retten das Schiff an das Ufer...

Das haben wir in der Schule auswendig gelernt.


Und dann eben Effi Briest. „An meinen damaligen Leseeindruck habe ich kaum eine Erinnerung, wohl aber an die Fragen zu Konzeption der Figuren und klassentypischen Verhalten des Barons von Innstetten. Wie es so ist: Man meint den Esel und schlägt den Sack. Fontane blieb bei mir erst mal im Regal.“ (Seite 5)

 

Hätte von mir sein können, der Schauspieler allerdings näherte sich von Berufswegen schneller wieder an den „späten“ Dichter an. In Folge dessen sammelte Schoß die hier gedruckten Geschichten.


„Die am biografischen Faden aufgereiten Anekdoten speisen sich aus Lesefrüchten, zuallererst aus Fontanes Briefen, Tagebüchern und Lebenszeugnissen, sie greifen auf Erinnerungen seiner Zeitgenossen zurück und bedienen sich der Fakten, die seine fleißigen Biografen herausgefunden haben.“ (Seite 7)

 

Samstag, 11. Juni 2022

Kalenderblatt - Das Tagebuch der Anne Frank

Der NDR hat in einem Podcast heute berichtet: Es ist nun achtzig Jahre her, da bekam das damals dreizehnjährige Mädchen Anne ein Tagebuch geschenkt. Rot-orange-kariert gemustert wurde es zur Begleiterin des Mädchens, die nicht wissen konnte, dass es einst weltberühmt werden würde.

Zuerst veröffentlicht wurde das Tagebuch vor fünfundsiebzig Jahren - 1947.  Das ist die Version C des Tagebuches, bei der der niederländische Verlag auf diversen Änderungen bestand. Version A und B stammen von Anne Frank selbst. Im Jahr 1944 hörte sie vom Vorschlag, dass Briefe und Tagebücher aus der Besatzungszeit nach dem Krieg veröffentlicht werden sollten. Daraufhin überarbeitete sie ihre Briefe an "Kitty", die Überarbeitung ist die Version B nach dieser Zählung.

Im Jahr 1980 entstand nach dem Tod des Vaters, der nach dem Krieg für die Veröffentlichung sorgte, die Version D. In dieser ungekürzten Ausgabe fehlen nur zwei Seiten, diese hatte Anne Frank selbst zusammengeklebt, heute würden wir sagen, sie hat sie gelöscht.

In der Gesamtausgabe finden sich alle Versionen.

Nun hat der Fischer Verlag eine Jubiläumsausgabe in der D-Version im rotkarierten Leineneinband in einer Übersetzung von Mirjam Pressler herausgebracht.


© Bücherjunge


Freitag, 27. Mai 2022

Günther, Ralf: Goethe in Karlsbad oder

 die vierfache Werther-Rezeption 

Da muss erst der olle Goethe nach Karlsbad reisen, damit ich mich mit einem alten Thema beschäftigen, welches ich bisher nicht richtig zu Ende führte. Ob die Lektüre der Erzählung von Ralf Günther nun wirklich dazu führt, dass ich einen Briefroman aus dem Jahre 1774 zur Hand nehme und vollständig lese, ist etwas fraglich. Jedoch kleben aus verschiedenen Gründen inzwischen Klebezettel in der Ausgabe des Hamburger Leseheft Verlages. Dazu gibt es eine Menge zu erzählen.

Wieder einmal entführt uns Ralf Günther in vergangenen Jahrhunderte. Mit DER LEIBARZT machte er uns mit Carl Gustav Carus und Caspar David Friedrich in Dresden bekannt, Mit ALS BACH NACH DRESDEN KAM lasen wir über ein spannendes Musikerduell, in DIE BADENDE VON MORUTZBURG lernten wir Ludwig Kirchner und Die Brücke kennen. Und nach Robert Koch in ARZT DER HOFFNUNG reisen wir nun nach Karlsbad mit keinem geringeren als seiner Excellenz Johann Wolfgang von Goethe.


Die Erzählung. Der entflieht mal wieder seinem eigenen Haus Am Frauenplan in Weimar, wo seine Frau ziemlich krank darnieder liegt. Goethe will vor allem Eines: Schreiben. Auf einem Spaziergang allerdings rettet er ein junges Paar vor dem nicht ganz so freiwilligen Freitod und wird damit an seine Jugend erinnert. Als Henri Libeau erkennt, wer ihn da vom Schuss auf seine geliebte Amalie abgehalten hat, erklärt er, dass doch Seine Exzellenz selbst Vorbild gäbe für diese Tat. Doch Goethe entgegnet ihm, dass der Werther damals literarisch starb, damit er, Johann Goethe selbst leben konnte. Dass nach dem Erscheinen des Briefromans DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHERS so viele junge unglücklich Liebende den Freitod wählten, das konnte der junge Goethe 1774 nicht voraus sehen.

Samstag, 5. Februar 2022

De Saint-Exupéry, Antoine: Autorenseite

Wer kennt ihn nicht, den Vater des kleinen Prinzen, 

Antoine des Saint-Exupéry.


Biografisches

  • geb. am 29.06.1900 in Lyon
  • gefallen: 31.07.1944
  • Architektur-Studium ohne Abschluss
  • Pilotenausbildung
  • Aufbau des Luftpost- und Frachtluftverkehrs in Argentinien
  • heiratete 1931er Consuelo Suncín Sandoval
  • Flieger, Werbebeauftragter, Journalist und Autor
  • Luftwaffenpilot im II. Weltkrieg
  • Absturz bei einem Aufklärungsflug am 31.07.1944.


Dienstag, 4. Mai 2021

Flaubert, Gustave: Bibliomania

Wenn ein Buch schon mit BIBLIOMANIE betitelt wird, dann sollte es wenigstens dazu führen, dass man es allein schon wegen seiner äußeren Gestalt besitzen möchte. Obwohl, es ist ja ein Insel-Büchlein und dann noch eines von der kleineren Sorte. Es hat die Größe eines Oktav-Heftchens und passt in die Innentasche eines Sakkos. Ich schau es an und sehe ein gefesseltes, ein förmlich verschnürtes Bücherregal...

Der Bibliomanie, das lernte ich einst bei Umberto Eco, bin ich wohl nicht verfallen, der BIBLIOPHILIE schon eher. Der italienische Professor widmete der Kunst des Bücherliebens ein ganzes Buch. Erst kürzlich war von diesem hier und nicht zum ersten Mal Geschriebenes zu lesen. Vermutlich hat Eco, nein, ganz sicherlich, den Verfasser des Büchleins gekannt, heißt, er hat ihn bestimmt gelesen. Eher nicht wegen des Titels, sondern überhaupt, denn es handelt sich um den Franzosen Gustave Flaubert (1821 – 1880).


* * *

„In einer engen, düsteren Gasse Barcelonas lebte vor einiger Zeit ein Mann mit bleicher Stirn und trüben tiefliegenden Augen, ein satanischer und wunderlicher Mensch, wie Hoffmann in seinen Träumen sie entdeckt hat... Er zählte dreißig Jahre und galt schon für alt und verbraucht; seine Gestalt war hoch, aber vornübergebeugt, wie die eines Greises; sein langes Haar wehte schlohweiß im Winde; seine starken sehnigen Hände waren vertrocknet und mit Runzeln bedeckt; sein Gewand armselig und zerschlissen. Er sah linkisch und verlegen aus, sein Gesicht war bleich, traurig häßlich, ja sogar unbedeutend...“ (Seite 7) 

Sonntag, 22. November 2020

Rüdiger Safranski: SCHILLER oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus



"Das ist´s ja, was den Menschen zieret
Und dazu ward ihm der Verstand,
Dass er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand."
Friedrich von Schiller


Rüdiger Safranski
Bildquelle: Wikipedia

Von Lesekreis - Eigenes Werk,
CC BY-SA 4.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44312553

Rüdiger Safranskis Schiller-Biographie ist keine Neuerscheinung sondern gehört bereits seit Jahren zur Standardliteratur über Schiller. Das Buch, welches ich in einer dtv Taschenbuchausgabe besitze, hat lange darauf warten müssen, von mir gelesen zu werden. Die gegenwärtige Corona-Pandemie hat´s möglich gemacht: Auch mein Alltag wurde "entschleunigt" und so fand ich endlich Zeit und Muße, mich der Lektüre zu widmen. Und dies sei schon einmal gesagt: Zeit und Muße sind durchaus erforderlich, um das Werk zu lesen. Dies ist bedingt durch den Umfang, aber mehr noch durch den intellektuellen Anspruch. Wer sich daran wagt, den erwartet allerdings ein (anspruchsvolles) Lesevergnügen, das uns nicht nur das Werk sondern vor allem den Menschen Friedrich Schiller näher bringt.

Sonntag, 19. Juli 2020

Melville, Herman: Moby Dick

Das Werk "Moby-Dick; oder: Der Wal" (englisch "Moby-Dick; or, The Whale") ist ein 1851 in London und New York erschienener Roman von Herman Melville. Das erzählerische Rückgrat des Romans ist die schicksalhafte Fahrt des Walfangschiffes "Pequod", dessen Kapitän Ahab mit blindem Hass den weißen Pottwal Moby Dick jagt, der ihm ein Bein abgerissen hat.

Entlang dieses erzählerischen Fadens, der knapp die Hälfte des Romans ausmacht, reiht Melville zahlreiche philosophische, wissenschaftliche, kunstgeschichtliche und mythologische Exkurse, zu denen noch viele subjektive, mal lyrische, mal auch ironische Betrachtungen des Autors kommen. In diesem Rahmen wird auch die Welt des Walfangs im 18. und 19. Jahrhundert detailreich dargestellt. 

(Quelle: Amazon.de)



Klassiker... Lohnt es sich heute noch, diese zu lesen? Sind sie nicht einfach nur antiquiert und längst überholt? Ich finde dies immer schwer zu sagen, so im Vorfeld, bevor ich mich zur Lektüre entscheide. Wie es mir mit diesem Werk erging, könnt Ihr hier lesen:


Sonntag, 12. Juli 2020

Publius Vergilius Maro - genannt Vergil: Aeneis

Klar habe ich von denen gehört und gelesen. Von diesem Aeneas, der, seinen greisen Vater auf der Schulter aus dem brennenden Troja flieht. Das Lexikon erzählt, dass er der Vorfahre der Zwillingen Remus und Romulus sei, den Gründern Roms.

Da fällt mir ein Hörspiel auf: Drei Stunden und einundzwanzig Minuten brauchen Joachim Nottke, Gisela Uhlen und andere für dieses Epos. Es dauert nicht lange, und das Gefühl eines Plagiats kommt auf. Keine Ahnung, ob dieser Begriff zu Lebzeiten Vergils, wie der römische Dichter und Epiker zumeist genannt wird und der von 70 bis 19 v.Chr. lebte, schon bekannt war. Eher nicht, denn Wikipedia erklärt, dass der Begriff erst ein Jahrhundert später auftrat, so dass er sich nicht strafbar gemacht hat.

Freitag, 3. April 2020

Das Meerbuch

Knapp einhundert Seiten Text und was für eine literarische Breite. Im Insel – Verlag erschien in diesem Jahr unter der Nummer 1481 ein Büchlein mit dem Titel DAS MEERBUCH. Die Texte wurden von Matthias Reiner ausgewählt und illustriert hat den schmalen Band Quint Buchholz.

Miguel de Cervantes / Daniel Defoe / Johann Wolfgang v. Goethe / Homer / Thomas Mann / Thomas Morus / Erich Kästner / Thomas Morus / Platon / Judith Schalansky / Christian Morgenstern  und das ist genau die Hälfte...

Wenn es um das Meer geht, dann ist es sinnvoll, über  Poseidon zu reden, den Meeresgott der griechischen Mythologie, der heute nicht mehr zu den Menschen spricht, in einem Text von Cees Nooteboom. Doch kehren wir mit Homer zurück und lesen, wie sich Odysseus von Kalypso verabschiedet.


Sonntag, 1. März 2020

Der Turm der Infantinnen


Satellit: google.map

Es war einmal... So könnte man die Geschichte anfangen, die ihren Anfang nahm, als Muhammad VII. im 14. Jahrhundert einer schönen Christin gewahr wurde, welche Gefahr lief, eine Sklavin zu werden. Der maurische König in Andalusien nahm sie mit auf die Alhambra.  Sie liebten sich beide gar sehr und bald erblickten drei Prinzessinnen das Licht der maurischen Welt die Zaida, Zoraida und Zorahaida geheißen wurden. Eine war schöner als die andere und von der Jüngsten schrieb der amerikanische Chronist: 

„Zorahaida wieder war sanft und schüchtern, äußerst empfindsam und dazu von hingebender Zärtlichkeit. Mit Liebe pflegte sie Blumen, Vögel und andere mögliche Tierchen. Sanft und voll Liebe unterhielt sie sich mit ihren Schwestern... Sinnend und träumend saß sie oft stundenlang auf dem Balkon und schaute in milden Sommernächten zu den funkelnden Sternen hinauf, oder auf das weite vom Mond bestrahlt Meer hinaus.“