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Dienstag, 28. Januar 2025

Voice of Nature zum Zweiten

 Wenn ein Buchmessenbesuch zu Abenteuern führt...

Im Jahr 2022 besuchte ich die BuchBerlin und traf dort auf Hendrik Stachnau. Der stellte dort sein Buch "Voice of Nature" vor, der große Aufsteller am Stand zeigte.

Schlittenhunderennen am Yukon? Das riecht nach Jack London. Das kann man selber machen? Es musste einige Zeit bergehen, immerhin stand im September 2022 die erste Hüft-Tep unmittelbar bevor. 

Aber 2024 entschlossen wir uns, es zu wagen und buchten die Sieben-Tagestour für den Januar 2025. So begaben wir uns in die schwedischen Wälder bei Särna, knapp 1000 Kilometer Fahrt ab Trelleborg.


Hier folgen die kurzen Bildberichte zu diesem spannenden Urlaub.


Es war anstrengend, sportlich, lustig. Wir haben interessante Menschen kennengelernt und sind sinngemäß durch verschneite Wälder gesegelt: Unter den Kufen der Schlitten knirschte der Schnee wie Wellenschlagen und das Hecheln der Hunde lässt an Möwen denken oder das Knarzen der Takelage.

Was im genannten Buch steht unterstrich Hendrik Stachnau an mehreren Abenden am Feuer, viel wusste auch unser emsiger Guide Dominik beizutragen, der uns während der Touren nicht nur führte sondern auch toll betreute. 

Vielleicht macht das uns mal einer nach.


© Bücherjunge



Mittwoch, 12. Juni 2024

Ein Besuch bei Josef Ignacy Kraszewski

Ein Besuch bei einem polnischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts
, der den Sachsen irgendwie ans Herz gewachsen ist, weil er mal eine Trilogie geschrieben hat, die eigentlich sogar eine Pentalogie sein müsste. Zu Besuch sind wir im Kraszewski-Museum in der Nordstraße in der Dresdner Neustadt, nicht weit entfernt vom Alaunplatz.

Man hat gleich den Eindruck von einem weiter östlich gelegenem Häuschen. Wir betreten eine grüne Ruhe-Oase unmittelbar an der Prießnitz gelegen, Nebenflüsschen der Elbe, die durch den Dresdner Norden mäandert.

Seit 1863 in Dresden hat Josef Ignacy Kraszewski von 1873 – 1879 in diesem Teil der Stadt gelebt. Kraszewski, 1812 in Warschau geboren und 1887 in Genf verstorben, war ein vielseitiger Mensch und gilt als polnischer Nationalheld. Als Maler, Musiker und Schriftsteller war er unterwegs und erfolgreich. 

Erfolgreich heißt auch, dass er ziemlich vermögend war, andernfalls hätte er sich nicht für 20000 Taler Kaution aus preußischem Gefängnis „freikaufen“ und in die Schweiz emigrieren können. War es in früheren Jahren das zaristische Russland, dass ihn nach dem Januaraufstand 1863 in Warschau wohl gern nach Sibirien verbannt hätte, wird der sächsische Staatsbürger (seit 1869) im Jahre 1883 angeklagt, für die Franzosen spioniert zu haben.

Mittwoch, 17. März 2021

Casagrande, Romina: Als wir uns die Welt versprachen

Netzgestöber im Dezember 2020. Ein literarischer Adventskalender. Auf einem Cover ein kleines Mädchen. Über dem Cover steht: „Ein Stück unerzählte Geschichte: das berührende Schicksal der Schwabenkinder“. Darunter: „Zwei Kinder, tausend Schicksale und eine wundersame Reise über die Alpen zwischen Italien und Deutschland.“

Ich musste da etwas verwechselt haben. Hätte mich jemand nach den Schwabenkindern gefragt, dann wäre die Antwort gewesen, dass Kinder aus Schwaben sich auf reichen Bauernhöfen verdingten weil deren Eltern nicht die ganze Familie ernähren konnten. Doch es war genau andersrum: Bergbauernkinder aus Tirol, Vorarlberg, der Schweiz und Lichtenstein zogen alljährlich insbesondere nach Oberschwaben als Saisonarbeitskräfte.

Über Netgalley erhalte ich das eBook aus den Fischer - Verlagen als Rezensionsexemplar. Also verfolgte ich diese wundersame Reise und nun lest, was ich dazu zu sagen habe.

Mittwoch, 10. Februar 2021

Bergel, Hans: Von Palmen, Wüsten und Basaren

Reisenotizen aus Israel und diese beinhalten natürlich noch viel mehr, als nur Palmwedel, Sand und Felsen, Ramsch und Menschengedränge.

Hans Bergels (*1925 in Rosenau - Siebenbürgen / Burzenland / Rumänien) Roman Wenn die Adler kommen fiel mir auf einer der wenigen Buchmessen des Jahres 2021 in die Hände, am Stand der Edition Noack & Block. Auf der Suche nach weiteren Büchern dies fünfundneunzigjährigen Autoren stieß ich im selben Verlag auf seine Reisenotizen aus Israel. Ein Thema, was mich seit einigen Jahren immer wieder interessiert.

Die Liste der Veröffentlichungen des Autors ist lang wie sein Leben, reich an Begegnungen und an nicht nur literarischen Themen, dies zeigt auch der schmale Band einer Reise im Jahr 2006. Nach wenigen Seiten ahnt der (noch) unkundige Leser, dass er es hier mit einer Breitseite von Informationen zu tun bekommt, die nachzuvollziehen breite „Recherche“ erfordert.

Und doch, da ist Bekanntes, wenn Bergel gleich einen Abstecher ins Jerusalemer Museum wünscht, um einen Blick auf die Schriftrollen aus Qumran zu werfen, er ist beeindruckt von der „Präzision der Kalligraphie“ der Essener. Deren Zusammenleben bezeichnet Bergel als eine Art „vorkommunistisches Gemeinschaftsmodell“, welches allerdings nicht „auf die Massenerweiterung ihrer Lebensformel“ drängte, welche vor der Geschichte immer zum Scheitern verurteilt wäre. So wird man gleich zu Beginn verblüfft, Essener und Kommunismus, Gedanken eines Autors, der im rumänischen Siebenbürgen in der Nachkriegszeit vermehrt verhaftet, verhört und eingekerkert wurde.

Dienstag, 1. Dezember 2020

Baum, Beate: LOCKED ...

... Reiseautorin im Shutdown

Ein schmales grünes Bändchen, welche nie geschrieben werden sollte. 

Nun ja, eine bestimmte Menge des Inhaltes sollte schon irgendwann geschrieben werden. Oder vielleicht. Von einer Autorin, die durch ein Virus und die darauf folgenden staatlichen Maßnahmen gehandicapt ist. Sie ist Reiseautorin und da steckt das Wort Reise schon mal drin. Dummerweise fielen aber so einige Vorhaben ins Wasser. Ebenso eine Menge von Kulturveranstaltungen, über die Beate Baum sonst geschrieben hätte.

Nichts da mit ABFLUG. Weil Deutschland im Frühjahr nach Italien schaute, zum Beispiel nach Bergamo, das ist die lombardische Stadt, in der das Militär die Särge mit den an Covid-19 Verstorbenen mit Lastern abtransportierte, musste die Autorin auch selbst jeden Abflug verschieben und schreibt nun rückblickend über BELLA ITALIA. Zwangsläufig auch übers Essen und, nicht zu vergessen, über Pasta. Anschließend bewegt sie sich weiter auf eine grüne Insel. Das das irische GALWAY europäische Kulturhauptstadt wurde, war Grund genug, dort wieder einmal vorbei zu schauen. Wiederum  im letzten Jahr. Man bekommt gleich Lust wieder zu starten. Einmal in Irland und man möchte wieder hin. Bier und Whiskey, volle Pubs, geile Mugge... In den Zeilen von Beate Baum finde ich plötzlich Erinnerungen. Reisefieber...

Der kürzeste Weg in Richtung Heimat würde wohl über England führen. OH BRITANNIA! überschreibt sie das nächste Kapitel und zeigt, dass wir, die wir zumeist „nur“ von Hauptstadt zu Hauptstadt reisen, eher nicht ein englisches Seebad besuchen werden. Wer fährt schon nach England zum baden...  (Doch vielleicht hat sie den überheblichen Festlandeuropäer angestachelt...)

Zwischendurch kommt sie immer auf Dresden, die Wahlheimatstadt zurück und beklagt, mit Recht, die eingeschränkten Kulturmöglichkeiten und, ebenso mit Recht, die ungenügende finanzielle Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern. 

Donnerstag, 9. April 2020

Findeisen, Kurt Arnold: Der Siebenpunkt

Wenn man doch raus könnte. Zum Beispiel in die Sächsische Schweiz. Doch sitze ich hier ja in Mecklenburg fest. Naja, ich kann ja raus hier, aber eben gerade nicht nach Sachsen. Da muss ich mich also begnügen. Mit einem Heftchen, welches ich als Beigabe in einer Bücherkiste erhielt. Eine Geschichte steht darin. Eine Geschichte von Kurt Arnold Findeisen. Die Geschichte heißt: DER SIEBENPUNKT.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Es gab da
einen Angestellten in einer Dresdner Firma, der hieß Leopold Ackermann. Dem hatte es ein Mädchen angetan, welches Elsa Specht gerufen wurde. Dem Leopold war jüngst eine entfernte reiche Tante verstorben und die hatt ihn etwas über 50 Reichsmark vererbt. Dass seine Firma mit dem seltsamen Namen „Fe-Be-Ko-Bra“, was für "Fellbearbeitungskompanie Brandt“ steht, aus Kaninchenfellen echte Nerze und Silberfüchse herstellte, tut hier nichts zur Sache. Ebensowenig wie der Umstand, dass besagtes Fräulein Specht angestellt in "Steiners Paradiesbetten" war. Das Mädchen wohnte in einem Hinterhaus und war nicht sonderlich begütert. Aber Leopold fand sie entzückend.

Regelmäßig trafen sie sich an einem Speiseautomaten, der für einige Groschen (wer weiß denn schon noch, was ein Groschen ist) Schnittchen mit Hackepeter und Gürkchen, Fleischsalat oder altdeutsche Würtchen mit Senf darbot. So eine Mittagspause ist im Jahr 1939 recht kurz und so lud der Leopold die Elsa zu einem Ausflug ein und der führte in die Sächsische Schweiz, „oder wie man neuerdings sagte, ins Sandsteingebirge.“

Sonntag, 1. März 2020

Der Turm der Infantinnen


Satellit: google.map

Es war einmal... So könnte man die Geschichte anfangen, die ihren Anfang nahm, als Muhammad VII. im 14. Jahrhundert einer schönen Christin gewahr wurde, welche Gefahr lief, eine Sklavin zu werden. Der maurische König in Andalusien nahm sie mit auf die Alhambra.  Sie liebten sich beide gar sehr und bald erblickten drei Prinzessinnen das Licht der maurischen Welt die Zaida, Zoraida und Zorahaida geheißen wurden. Eine war schöner als die andere und von der Jüngsten schrieb der amerikanische Chronist: 

„Zorahaida wieder war sanft und schüchtern, äußerst empfindsam und dazu von hingebender Zärtlichkeit. Mit Liebe pflegte sie Blumen, Vögel und andere mögliche Tierchen. Sanft und voll Liebe unterhielt sie sich mit ihren Schwestern... Sinnend und träumend saß sie oft stundenlang auf dem Balkon und schaute in milden Sommernächten zu den funkelnden Sternen hinauf, oder auf das weite vom Mond bestrahlt Meer hinaus.“ 


Freitag, 13. Dezember 2019

Weiss / Wonneberger: Dichterhäuser...

.... rund um Dresden

Eine dichterische Reise kann man unternehmen und dieses Büchlein passt in jede Fototasche, Besucht man all diese Orte rund um Dresden hat man eine Weile zu tun.

Zuerst stutzte ich, gar kein Kästner, gar kein Körner? Und auch der Schiller wird im Büchlein nicht mit einer eigenen Geschichte erwähnt? Aber das Buch heißt ja: … rund um Dresden…


Trotz ausgeprägter bibliophiler Neigung: die Dichter des 18. Jahrhunderts waren bisher eher nicht Gegenstand meiner lit(t)erarischen Unternehmungen. Und der Kunstbanause muss dann auch gestehen, dass er mit einer ganzen Reihe dieser Großen nichts anzufangen weiß. Doch halt: Da ist plötzlich von einem Richard Wagner die Rede, das Richard Wagner Haus in Graupa wird sicher demnächst einmal aufgesucht. Neu war mir, dass Friedrich Wolf eine Zeit lang in Langebrück ansässig war. Professor Mamlock war Schulstoff und Die Weihnachtsgans Auguste beliebter Kinderspaß, erst im Buch und alljährlich auch als Film am Weihnachtstag.


Mittwoch, 27. November 2019

Groeper, K./ Bieber-Geske, S.: Abenteuer...

...in der Lübecker Bucht

Letztlich, auf der Messe BuchBerlin, ging es am Stand des Traumfängerverlages um Kinderbücher und vor allem darum, dass diese wenig gekauft werden. Vielleicht stimmt es, dass junge Eltern die „Daktari – Variante“* bevorzugen.

Hier geht es nun erst einmal um „Ostsee-Indianer“, die Abenteuer an der Lübecker Bucht erleben. Lilly und Nikolas treffen im Urlaub auf Mattis, Finn, Helena und die Zwillinge Lara und Linus. Gleich gründen sie den Stamm der Ostsee-Indianer. Dann ist da noch Raven, der Sohn von Susanne, die den Eltern von Lilly das behagliche Urlaubshäuschen vermietet hat. Der schwarzhaarige Junge, der zu seiner Mutter „Mom“ sagt, scheint ein Geheimnis zu haben.**

Natürlich werden die Kinder Abenteuer ohne Ende erleben, schon bevor der Showdown beginnt, bei dem Fledermäuse keine unerhebliche Rolle spielen und die „Ostsee-Indianer“ Verstärkung erhalten...

Samstag, 3. August 2019

Klein, Christina: Roadtrip mit Emma

Roadtrips sind in - jedenfalls wenn man sich den Büchermarkt anschaut. Mir begegnen die Schilderungen über diese besondere Art des Reisens zumindest immer häufiger. Auch wenn ich Reiseberichte eher seltener lese: hier wurde ich neugierig.

Ehrlich gesagt, war es das quietschorange Auto auf dem Cover, das mich auf das Buch aufmerksam werden ließ. Als ich dann bemerkte, dass dieses Auto auch noch Emma hieß, war mir klar, dass hier eine besondere Erzählung wartete. Ob sie mir gefiel? Lest selbst:





Freitag, 21. Juni 2019

Reisen - Länder - Kontinente

Karte - wikipedia

In so manche Länder führt mich so manche Reise. Direkt oder indirekt: über Bücher eben. Fotos entstanden ebenfalls unzählige. Davon erzählt dieser Post, der möglichst oft aktualisiert werden und das Stöbern erleichtern soll.


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  • Fotogalerien
  • ...


Dienstag, 16. April 2019

Heeb / Hanta: Reise durch Argentinien

Die Bilderflut ist einfach riesig. Zwei Reisen nach Argentinien. Unzählige Filmmeter. Knapp tausend Fotos. Was fängt man bloß damit an? Ein Fotobuch? Eine Tagebuch wie damals im Jahr 2007? Oder eine Fotoserie auf diesem Blog?

Die Reise im November 2019 ging ihrem Ende entgegen. Als Büchernarr musste ich unbedingt noch diese Theaterbibliothek besuchen. El Ateneo. Eine der größten Buchhandlungen der Welt. Traumhaft. Die Bühne ist eine Cafe und die Ränge sind gefüllt mit Büchern über Büchern. Nur schade, dass sich keine einziges Buch in deutscher Sprache über dieses faszinierende Land darin fand. Aber dann erhielt ich, regelmäßiges jahresendliches Büchergeschenk, von Anne einen Bildband. Als ob ich nicht genügend eigene Bilder hätte. Diesen durchzublättern, stellte ich fest, war auch eine Freude. Und so entsteht nun dieser Beitrag hier, der das Buch vorstellt und Selbstgeschossenes.

Sonntag, 10. Februar 2019

De Saint-Exupéry, Antoine: Nachtflug

Die letzte große Urlaubsreise führte nach Argentinien. Im letzten Herbst kamen wir dadurch nach Peninsula Valdez und stießen dort auf einen alten Bekannten. Die Reiseleiterin zeigte uns ein Bild und dann eine Insel. Seit dem stoße ich andauernd auf Antoine de Saint-Exupéry. Über diese Geschichte habe ich schon geschrieben. 

Peninsula Valdez liegt in Patagonien. Patagonien ist riesig. Ursprünglich dachte ich mal, dass Patagonien nur die südliche Spitze des Kontinents umfasst, damit lag ich aber falsch. Der Flughafen in Trelew liegt ja schon zwei Flugstunden von Buenos Aires entfernt. 

Einen Eindruck von der Größe Patagoniens vermittelt auch de Saint-Exupéry in seinem Buch NACHTFLUG

Von überallher bringen Flieger in offenen Maschinen zu Beginn der dreißiger Jahre die Post aus ganz Südamerika nach Buenos Aires. Teilweise wird diese dann nach Europa geflogen oder per Schiff weiter transportiert.
Das sind schon Abenteurer, diese Piloten, die sich über weite unbewohnte Strecken, über die Anden und bis nach Feuerland wagen. Der Autor gehörte zu denen, die ab 1929 nach Argentinien gingen, um dort Flugpost- und Luftfrachtlinien einzurichten. Dabei war er für die ersten Nachtflüge mit verantwortlich. Davon handelt dieses Buch, in dem der Pilot Fabien in der Nacht auf Buenos Aires zufliegt und der der Einsatzleiter Rivière auf ihn wartet.


Samstag, 11. August 2018

Mohr, Francis: Flashback Ost

Road Fiction: Used for works in which a journey, as a life-changing experience, is a central part of the Action. [1]

Okay, dann stimmts. Die Reise führt den Polen Stani, den Galizier Igor und den Deutschen Hannes von Leipzig über Dresden nach Opole und nach Lwiw. 

Also, der Hannes pendelt in den achtziger Jahren zwischen Leipzig, da ist er geboren, und Dresden hin und her. Mitte der Neunziger agiert er mit den beiden anderen von Opole aus. Stani „arbeitet“ mehr in Polen, kommt aber mit Igor auch mal bis nach Lwiw. Das ist Igors Heimatstadt und dessen Eltern leben dort. Igor war mal in Deutschland, als Soldat der Roten Armee und spezifische Erlebnisse als solcher, werden Einfluss auf das Ende der Roadfiction haben. An den Anführungszeichen sieht man, dass die „Arbeit“, nun sagen wir mal, zwar gegenständlich aber weniger ehrlich ist. Kurz gesagt, der Hannes nimmt Leuten in Deutschland die Westautos weg, in Opole werden sie umgefriemelt und Igor fährt die Kisten dann in die Ukraine. Mehr muss man zum Modus Operandi nicht erwähnen, nur dass sich das Mitleid bezüglich der ehemaligen Besitzer ob deren Verhalten und Benehmen in Grenzen hält. Kurz, die haben das verdient. [2]

google.map



Freitag, 13. Juli 2018

Orient Zeitreise

Auf den Spuren der Ida von Hahn-Hahn (1843/44
Herausgegeben von
Ralf Günther & Stefan Rammelt

Erinnert ihr euch? Am 23. März stellte ich euch Die Theatergräfin vor. Um die soll es hier nun aber nicht gehen, sondern um die echte Gräfin, von der Ralf Günther in seinem historischen Roman ebenfalls erzählte. Besagte Ida Gräfin von Hahn-Hahn unternahm im Roman eine Reise in den Orient.


Freitag, 23. März 2018

Günther, Ralf: Die Theatergräfin

Auf den Spuren von Ida Hahn-Hahn

Der Name klingt nicht unbedingt nach Hochadel. Doch Ida Hahn-Hahn war eine Ida Marie Louise Sophie Friederike Gustave Gräfin von Hahn. Sie war die Tochter des „Theatergrafen“ Karl Friedrich von Hahn, mitnichten jedoch DIE THEATERGRÄFIN. Ida, die sich selber gern Gräfin Hahn-Hahn nannte, war eine weitgereiste Schriftstellerin. Sie lernen wir in diesem Roman kennen und auch ihren Sohn (?), der seinem Großvater mit Hilfe zweier armer Schauspieler nacheifert. Ist Marie Beeseratz die „geborene Julia Capulet“, wird sie eine Theatergräfin?


Montag, 27. Juni 2016

Lorenz, Erik: Ein Tuk-Tuk in Angkor

Lesereise Kambodscha
Ein Tuk-Tuk in Angkor.



Ein schmales Buch. Betitelt mit Lesereise Kambodscha. Untertitel: Ein Tuk-Tuk in Angkor. Der Autor: Erik Lorenz. Ein Globetrotter, der mit seinen knapp 30 Jahren schon ganz schön rum gekommen ist. Eigentlich haben wir uns über „Indianer“ kennen gelernt und nun schau ich mir gern seine Reisebücher an. 

Kambodscha. Meine frühesten Erinnerungen haben nicht so sehr mit den Roten Khmer zu tun, dem Schreckensregime des Bruders Nr 1, Pol Pot. Auf irgendeinem Festival des Politischen Liedes der Achtziger trat eine Folkloregruppe auf, die über das neue Kampuchea sang. (gegoogelt: es war 1982 – Die Gruppe der jungen Revolutionäre Campucheas). Bis 1979 herrschte Pol-Pot dort. Es war also schon die Zeit danach, das Regime hatten „unsere vietnamesischen Freunde“ hinweggefegt, die Volksrepublik Kampuchea wurde ausgerufen. Aber noch Jahre dauerte der Bürgerkrieg.

* * *

Quelle Wikipedia
Kambodscha. Ein Reiseland? Das bekannteste Wahrzeichen ist die Tempelanlage von Angkor Wat. Das einzige Bild des vor mir liegenden Büchleins zeigt diese gewaltige Tempelstadt. Erik Lorenz erzählt in elf Kapiteln von seiner Tour natürlich auch in anderen Landesteilen.

Wenn es also eine unbebilderte Lesereise sein soll, dann werde ich mich daranhalten, aber nicht ganz. Schließlich muss man ja aufklären, was ein Tuk-Tuk ist, mit dem Erik Angkor besuchte.



Die Geschichte des Landes erzählt ihm zu Beginn Yim Savy, der unter den Roten Khmer als Kind harte Feldarbeit leisten musste, später dann in Phnom Penh Abitur machte und in Rostock sein Ingenieursstudium aufnahm, wo von er heute seine Familie nicht ernähren könnte. Doch die Fremdsprache Deutsch, die kann er gut gebrauchen. Er hat im wahrsten Sinne „um sein Leben gelernt.“

Die Kunstszene. Erik Lorenz macht uns mit Malern, Bildhauern bekannt und in einem späteren Kapitel mit Kindern, die typisch kambodschanischen Lederbilder der Kleinen Engel herstellen. Aus dem Schatten in das Licht sind diese Kinder gekommen, die, oftmals Waisen hier etwas für sich und ihre Familien verdienen können. In diesem Fall ging es wohl weniger um Kinderarbeit, die sicher sonst weit verbreitet ist. Auch von der schlimmsten Form erzählt Erik, von den Müllsammlern, von Im Eath. Man glaubt dem Autoren seine Betroffenheit ob des Schmutzes, der Armut, dem Elend.

Jahre des Bürgerkrieges haben auch in Kambodscha dafür gesorgt, dass Millionen von Minen, Munition und Blindgängern „herumliegt“. Ein ehemaliger deutscher Oberstleutnant leitet den Mienenräumverband 6. Nicht etwa eine militärische Gruppe von Soldaten, aber ein ähnlich geführter und von der UN bezahlter „Truppenteil“. Etwas skurril in den militärischen Verhaltensweisen seiner Angehörigen, aber vielleicht rettet diese Disziplin tatsächlich Leben. Hautnah erlebt Erik das Minenräumen. Jeder Hektar geräumter Boden wird sofort von den Bauern vereinnahmt und genutzt.

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Ja, die gibt es in Kambodscha und betroffen ist davon eine vietnamesische Minderheit. Um das zu verstehen, immerhin haben die Vietnamesen mit den „killing Fields“ der Roten Khmer Schluss gemacht, muss man wohl weit in die indochinesische Geschichte zurückschauen, bis in das 19. Jahrhundert. Erik Lorenz spricht mit Unterstützen von Sam Rainsy, einem Oppositionsführer („Nicht alle Vietnamesen sind schlecht“) und der erinnert in seinen Äußerungen sehr aktuell an diverse Rechtspopulisten in Europa. In Kambodscha führt das gelegentlich noch zu Mord und Todschlag gegenüber der vietnamesischen Minderheit.

Amüsant am Ende ist die Dschungelwanderung. Erik wollte wohl erstens „dreckig“ werden und zweitens „verrücktes Zeug“ essen. Dies ermöglicht ihm sein Begleiter Nara, der zeitweise den Eindruck macht, dass er sich auch nicht übermäßig auskennt. Jedenfalls kommt Erik Lorenz voll auf seine Kosten. 

So erzählt er von einem Land, dass „zu neuem Leben erwacht“. In diesem schmalen Büchlein schafft er es auf 130 Seiten tatsächlich einen ernsten bis humorigen Bogen zu Geschichte, Politik, Kunst, Land und Leute eben zu schlagen. Dies alles ohne Bilder. Eigentlich schade, aber es war ja eine Lesereise.

 * * *

Das Buch erschien im österreichischem Picus Verlag. Dieser hat das Thema "Lesereisen" direkt als eine seiner Rubriken, seiner Themengebiete im Programm.  Bei dieser Reihe ist es die Absicht des Verlages, eben eine Lesereise und kein Fotobuch anzubieten. Warum auch nicht. Auch das Buch Lesereise Laos - Vom Schwinden der Silberfäden von Erik erschien in diesem Verlag. Auch so ein schmales Bändchen, genau wie Hongkong - Ein Flugloch für den Drachen.


Was ist mein Fazit? Nicht nur, dass ich neugierig werde auf die anderen Veröffentlichungen, nein, mit diesem Autor, den ich wegen gänzlich anderer Themen kennen lernte, würde ich schon mal eine Weltreise machen. Sympathisch ist er nämlich auch. Danke Erik für dieses Buch, welches ich mit großer Freude las und nun darüber schrieb.




Auch ohne Bilder kann "lesend reisen" bilden und begeistern.
Aber für alle die, welche dann doch gern fotografisch inspiriert werden wollen, hat Erik eine Bildergalerie eingerichtet.

DNB / Picus - Verlag / Wien 2015 / ISBN 978-3-7117-1057-4 / 132 Seiten
► Erik Lorenz - Webseite

© KaratekaDD