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Samstag, 30. August 2025

Schildbach, Matthias: Der vergessene Angriff

Kommt man auf das Thema alliierter oder anglo-amerikanischer Bomberangriffe während des zweiten Weltkriegs, dann fallen Städtenamen wie Hamburg, Pforzheim, Würzburg, Düren, Köln, Essen, Berlin und München. Und natürlich Dresden. Letztere Stadt wurde dadurch in diesem Sinne bekannt, weil sie erst ab Februar 1945 massiv angegriffen und Dresdens Innenstadt in 48 Stunden am 13./15. Februar fast vollständig zerstört wurde. Seither ist dieses Datum nicht nur den Dresdnern eingebrannt.

Doch die Angriffe gingen weiter. Der 17. April 1945 war so ein Großkampftag für amerikanische Bomberverbände. In Dresden zerstörte man endgültig die noch vorhandenen Eisenbahnverbindungen (Bahnhof Dresden Friedrichsstadt / Güterbahnhof Walterstraße), aber die Luftschlacht fand über Sachsen und Teilen von Böhmen statt, große Zerstörungen erlitt z. B. Aussig (Usti nad Labem).
Der Zorn des Krieges überzog jetzt ebenfalls in diesen Gegenden die Bevölkerung, deren Volk ihn „frevelnd herraufbeschwor“, wie Reinhard Mey das mal besang.

Dieser 17. April ist weitgehend unbekannt, dies zu ändern, verschrieb sich Matthias Schildbach, der mit DER VERGESSENE ANGRIFF „erstmals das Luftkriegsgeschehen des 17. Aprils 1945 umfassend darstellte."

Doch nicht nur das...

Freitag, 2. Mai 2025

Schildbach, Matthias (Hrsg.): Juwelen, Ritter und Biskuits

Erneut stelle ich ein Heft mit Heimatgeschichten aus dem Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge vor. 

Burgen, Kriege, Grenzgeschichten hieß das erste Heft, über welches ihr hier etwas lesen könnt.

Es geht bunt durch die Zeit und die Geschichte und beginnt diesmal mit Johann Melchior Dinglinger, einem der „Goldfasane des Königs“ wie er an anderer Stelle genannt wurde. Nicht nur er, der das großartige „Goldene Kaffeezeug“ oder das Kabinetsstück zum „Geburtstag des Großmoguls“, alles zu sehen im „Grünen Gewölbe“, schuf, sondern auch seine beiden Brüder Georg Christoph und Georg Friedrich zog es nach Sachsen und machten sich dort „breit.“ Da sie viele Nachkommen hatten, finden sich auch viele Spuren darüber, welche Marco Schröder aufdeckt. Dazu wird 2025 auch ein Buch erscheinen, schon die Geschichte hier im Heft weckt Neugier.

Mittwoch, 12. Juni 2024

Ein Besuch bei Josef Ignacy Kraszewski

Ein Besuch bei einem polnischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts
, der den Sachsen irgendwie ans Herz gewachsen ist, weil er mal eine Trilogie geschrieben hat, die eigentlich sogar eine Pentalogie sein müsste. Zu Besuch sind wir im Kraszewski-Museum in der Nordstraße in der Dresdner Neustadt, nicht weit entfernt vom Alaunplatz.

Man hat gleich den Eindruck von einem weiter östlich gelegenem Häuschen. Wir betreten eine grüne Ruhe-Oase unmittelbar an der Prießnitz gelegen, Nebenflüsschen der Elbe, die durch den Dresdner Norden mäandert.

Seit 1863 in Dresden hat Josef Ignacy Kraszewski von 1873 – 1879 in diesem Teil der Stadt gelebt. Kraszewski, 1812 in Warschau geboren und 1887 in Genf verstorben, war ein vielseitiger Mensch und gilt als polnischer Nationalheld. Als Maler, Musiker und Schriftsteller war er unterwegs und erfolgreich. 

Erfolgreich heißt auch, dass er ziemlich vermögend war, andernfalls hätte er sich nicht für 20000 Taler Kaution aus preußischem Gefängnis „freikaufen“ und in die Schweiz emigrieren können. War es in früheren Jahren das zaristische Russland, dass ihn nach dem Januaraufstand 1863 in Warschau wohl gern nach Sibirien verbannt hätte, wird der sächsische Staatsbürger (seit 1869) im Jahre 1883 angeklagt, für die Franzosen spioniert zu haben.

Mittwoch, 27. Dezember 2023

Leimert, Jochen: Lost & Dark Places DRESDEN

Über 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte berichtet Jochen Leimert mit vielen Fotos in diesem Buch. Die meisten sind mir völlig unbekannt. So einige werde ich sicher mal mit der Fotoknipse besuchen. Zum Beispiel den Nordfriedhof mit dem Ehrenmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges, oder das alte Kraftwerk im Liebetaler Grund. Viele diese Plätze sind Industriedenkmäler, das Betreten könnte schwierig sein. Auf „Betretensregeln“ weißt der autor im Vorwort hin, nebst den Tipps für unerkanntes „unrechtmäßiges“ Fotoshooting.

Verblüffend: Unweit des Moritzburger Schlosses haben Arbeiter zu Zeiten August des Starken einen Tunnel durch einen Hügel getrieben. Da konnten die Aristokraten mit Kutschen durchrasen. Der Autor stellt die Frage, ob dies eine Geisterbahn war? 

Jedenfalls wurde das heutige Bodendenkmal auch für Szenen des Indianerfilms DIE SÖHNE DER GROSSEN BÄRIN genutzt. Die Bärenhöhle in die Black Hills wurde hier „eingerichtet“. Der Tunnel wurde auch für andere Filme genutzt.

Freitag, 4. August 2023

BlogPost Mr. 198: PIRNA SCHREIBT




Von dieser Veranstaltung erfuhr ich kürzlich von einer lieben Bloggerfreundin aus Pirna, Josefine Gottwald arbeitet bei PIRNA SCHREIBT ehrenamtlich mit.

Das Schreibfestival unter dem Motto "gemeinsam.einzigartig" vom 16. bis 25. September 2023 weist ein Format vor, welches reizt: Es wendet sich nämlich an ein Publikum ab 8 Jahre in Pirna und Umgebung, welches zum Anmelden bis zum 08. September 2023 aufgefordert wird.

Josefine Gottwald schrieb über das Schreibfestival im Literaturnetzwerk Dresden im letzten Jahr mit ähnlichem Programm.

Dienstag, 25. April 2023

Nagolski, Dieter: Wahre Geschichten um den Dresdner Fürstenzug


Wer kennt den nicht, den auf Fliesen aus Meißner Porzellan aufgebrachten Zug des meißnerisch / sächsischen Fürsten, aus dem Haus Wettin. Hier setze ich ihn mal Bezug auf die hervorragenden historischen Romane von Sabine Ebert.

Nein, ich geh die jetzt nicht alle durch, möchte aber auf dieses Büchlein hinweisen, welches die Reihe der Kurfürsten und Könige Sachsens erklärt. Liest man die historischen Romane von Sabine Ebert, dann scheint dieses Büchlein unverzichtbar zu werden, denn sie hat ja so einige „porträtiert“.

Das begann natürlich mit Konrad dem Großen, der hier als Klostergründer beschrieben wird. Bei Sabine Ebert spielt der in SCHWERT UND KRONE – Meister der Täuschung eine Rolle, gefolgt von seinem Sohn Otto, den man wegen der Silberfunde später den Reichen nennen wird. Dessen unmöglicher Sohn Albrecht der Stolze folgte ihm auf den Thron des Markgrafen von Meißen, da er vergiftet wurde, folgte ihm Dietrich der Bedrängte (Markgraf von Meißen und der Lausitz). Die alle kennen wir aus der Reihe über die Hebamme Marthe.


Im noch nicht erschienenen Buch DER SILBERBAUM wird es um Heinrich, den Erlauchten (Markgraf von Meißen, der Lausitz, Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen) gehen, während in BLUT UND SILBER dann Friedrich der Freidige, den man auch als den Gebissenen kennt, (Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen) seine Rolle spielt.

Sonntag, 16. April 2023

Ebert, Sabine: Blut und Silber


Nun hat sie das Geheimnis, welches bis gestern galt, gelüftet:

"Heute endlich darf ich das Geheimnis lüften: Dies ist das wunderschöne Cover für meinen neuen Roman, der im November erscheint. Und wie ihr daran seht, gehe ich zurück ins Mittelalter - doch diesmal ins 13. Jahrhundert. Es geht um Heinrich den Erlauchten, einen Fürsten, der Minnelieder schrieb und glänzende Turniere veranstaltete. Doch zu Beginn der Geschichte ist unklar, ob er die Herrschaft je antreten wird - er ist erst drei, als sein Vater stirbt. Seine Mutter ruft den weisen Lukas von Freiberg nach Meißen - und nun sollen Marthes Erben die Lage retten..." (Facebook)

So wie es aussieht, gehöre ich zu den Lesern, die der Zeit und dem Thema schon ziemlich nahe gekommen sind, denn der bisher eigenständige Roman Blut und Silber spielte schon in der Zeit. Nach der ersten Ankündigung des neuen Romans suchte ich nach der Rezension und stellte fest, es gibt gar keine; ich wusste aber, dass ich dazu schon was geschrieben hatte. Das konnte dann ja nur bei den Buchgesichtern gewesen sein. Und es war auch so.

Hier nun der für heutige Bloggerzeiten ungewöhnlich kurze Buchbesprechung von Blut und Silber:

Samstag, 29. Mai 2021

Brühl, Christine von: Schwäne in Weiß und Gold

Geschichte einer Familie

Erst vor kurzem behauptete ich hier, dass es Bücher gibt, die einen ins Museum treiben. Bei diesem Post ging es um Bilder, die mich sicher und endlich wieder einmal in die Gemäldegalerie Alte Meister bringen werden. An anderer Stelle war es das Grüne Gewölbe, die Dresdner Schatzkammer. Auf der Suche nach des Dinglingers Meisterwerken, auf die Spur gesetzt von Kurt Arnold Findeisen. Ein völlig anderes Ding war eine Ausstellung im Albertinum, die vor einigen Jahren Skulpturen von Indianern zeigte, die das Vatikanische Museum an die Elbe ausgeliehen hatte.

Schon wieder liegt ein Buch vor mir, dass eine ähnliche Wirkung haben wird: ich besuche irgendwann im Sommer sicherlich die Dresdner Porzellanausstellung es geht um das sogenannte Schwanenservice, um die Schwäne in Weiß und Gold. Auch wenn es nicht mehr vollständig ist, die etwas über dreißig Teile, die die Familie Brühl dahin auslieh vor Jahrzehnten, sind glücklicherweise erhalten geblieben, auch die Formen gibt es im Lager der bekannten Meißner Manufaktur noch.


Damit ist der Name gefallen, um den es geht: Brühl. Christine von Brühl , eine Nachfahrin des Grafen Heinrich von Brühl schreibt sich die Familiengeschichte von der Seele und das hat seinen Grund.


Donnerstag, 7. Mai 2020

Tellkamp, Uwe: Die Carus - Sachen.

Die Carus – Sachen. Neulich stieß ich wieder mal auf Uwe Tellkamp. Es ist ein Weilchen her, da ich den dicken TURM in den Händen hatte. Damals schrieb ich sinngemäß begeistert von der Art und Weise des Schreibens dieses Dresdner Autoren und regte mich gleichzeitig darüber auf, dass Tellkamp in seiner Dresden-Beschreibung so manches Fiktives dar und neben Faktisches stellte. Der Suhrkamp / Inselverlag beschreibt das Buch als „eine Rückkehr in die Welt des Turms“.

Das Buch. Der Roman ist auch die Geschichte einer Arzt-Familie, der Vater ist Oberarzt an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus und der Name dieses Gelehrten kommt nicht von ungefähr.

Nun schickt Tellkamp, selbst Arzt, ein kleines Büchlein hinterher, welches diesem Carus gewidmet ist.


Montag, 20. April 2020

Hochstein, Hartwig (Hg.): Stammtischmorde III




Dreizehn Krimiexperten und Polizeipräsident Bernd Merbitz packen aus.  So steht das auf dem Deckel des Taschenbuches, herausgegeben von Hartwig Hochstein. Ich dachte, das wäre Andreas M. Sturm sein Metier, aber hier trifft sich ein Leipziger Stammtisch und tauscht auf diese Art und Weise seine morbiden Fantasien aus. Da sie dies veröffentlichen, scheint die Gruppe doch ungefährlich zu sein. 

Sonntag, 19. April 2020

Sturm, A.M. (Hg.): Sachsenmorde 3

Langsam komme ich auf den Geschmack. Es könnte zu einer Marotte werden, wahrscheinlich wird es das auch: Jeden Morgen zum Kaffee eine Geschichte lesen. Von Uwe Wittenfeld habe ich "letztens", naja, auf der BuchBerlin im letzten Herbst ein paar Krimibücher bekommen. Eins davon ist Sachsenmorde 3. Unschwer zu erkennen, das es nun schon der dritte Band ist. Entweder ist in Sachsen viel los, heißt, es werden viele Leute umgebracht, oder die Schriftstellerei muss immer mal wieder auf das Genre zurück kommen.

Herausgeber ist Andreas M. Sturm.Er hat schon einige Krimi-Anthologien herausgebracht. Dessen Buch Vollstreckung habe ich schon 2018 auf Litterae-Artesque vorgestellt. Selbst hat er in Sachsenmorde 3 zwei morbide Geschichten beigetragen. SCHABERNACK (Mittelsachsen) fand ich schon mal ganz interessant, da zieht eine Nachbarin auf Rache sinnend alle Register um diesen fiesen alten Nachbarn zur Räson zu bringen, oder gar zur Strecke? AUSSER KONTROLLE (Dresden) gerät einem soeben entlassenen Bankangestellten sein Leben, nachdem ein selbst gedrehter Pornofilm mit seiner Ex über die Monitore der Bank flimmerte.

Sonntag, 12. April 2020

Mordgeschichten & Geschichtenmorde

Ostern mit unseren Büchern gemeinsam allein zu Haus. Gemeinsam allein zu Haus ist ein sinniger Spruch aus meinem schon Jahre dauernden Fotokurs Shootcamp.at. Da bekommen die "verdammten" sozialen Medien ein ganz neue Bedeutung. Und zum Kaffee lese ich eine Krimigeschichte. Darum stehen diese Taschenbücher neuerdings auch in der Küche. Über die Sachsenmorde 3 habe ich im Dresden-Blog bereits geschrieben. Jetzt schaue ich mal in diesen Winnetou.

  • Uwe Wittenfeld & Martina Arnold: Winnetou und die Frau in Weiß / DNB / Ruhrkrimiverlag / Mühlheim 2019 / ISBN: 978-3-947848-03-4 / 224 S.
  • Hartwig Hochstein (Hrsg.): Stammtischmorde III / DNBfhl Verlag / Leipzig 2014 / ISBN: 978-3-942829-26-7 / 233 S.
  • Andreas M. Sturm (Hrsg.): Märchenmorde / DNB / edition krimi / Hamburg 2019 / ISBN: 978-3-946734-20-8 / 262 S.
  • Andreas M. Sturm (Hrsg.): Giftmorde 4 / DNB / edition krimi / Leipzig 2019 / ISBN: 978-3-946734-17-8 / 237 S.
  • Andreas M. Sturm (Hrsg.): Sachsenmorde 3 / DNB / edition krimi / Schkeuditz 2019 / ISBN: 978-3-946734-22-2 / 194 S.
Der Bücherjunge

Freitag, 10. April 2020

Baum, Beate: Dresden rechts außen

Ist es DAS Bild? Das Bild über Dresden? „Rechts Außen?“ Ist es das Bild bestimmter Medien, die allerdings in den letzten 30 Jahren genug Futter bekommen haben: Hoyerswerda, Sebnitz, Rostock...  Das sind nicht alle und doch sticht der „Osten“ heraus.

Doch wer sind diese „besorgten Bürger“ die da „spazieren gehen“, Montags, mit Transparenten, Schildern, Deutschlandfahnen und auf dem Theaterplatz „Lügenpresse!“ und „Merkel muss weg!“ skandieren und die mitteilen, sie wären „nicht Rechts!“ und auch „keine Nazis“. Inzwischen hat sich „Lügenpresse“ in „Systempresse“ gewandelt und überhaupt gipfelt der Sprachgebrauch und die Parolen in:

ABSAUFEN LASSEN!“ – Gemeint sind die Menschen auf den Schlauchbooten auf dem Mittelmeer, hin und her geschoben zwischen Libyen, Italien, Griechenland, Türkei...
Versuchte man noch das Gerede über die „schleichende Islamisierung“ des Abendlandes, als einen Ausdruck mangelnder Geschichtskenntnisse und schmalen Geschichtsbewusstseins eines nicht unerheblichen Teils der Kundgebungsteilnehmer abzutun, spätestens mit diesem „Absaufen lassen!“ (und anderen Parolen) ist jegliche Grenze für mich überschritten.

Für Beate Baum ist diese Grenze vermutlich ebenso überschritten. Die in Dresden wohnende gebürtige Dortmunderin hat in ihrem brandneuen Roman die regelmäßigen Kundgebungen von „BEDECHA“ – den „Bewahrern des christlichen Abendlandes“ – zum Ausgangspunkt einer weiteren Geschichte um das Journalistenpaar Kirsten Bertram und Andreas Rönn gemacht, die in HÄUSERKAMPF und WELTVERLOREN vor Jahren bereits in Litterae - Artesque besprochen wurden.

Dienstag, 24. Dezember 2019

Günther, Ralf: Eine Kiste voller Weihnachten

Ein Mädchen irrt durch Dresden. Es hat seine Mutter begleitet, die auf die Entbindung eines weiteren Geschwisterchen wartet. Nur in der großen Stadt, hofft der Vater, kann seiner Frau geholfen werden. Um 1890 dauert es noch, bis man in Dresden ankommt mit dem Pferdewagen. Jetzt schicht die Mutter das Mädchen zurück. Es ist Weihnachten...


























Donnerstag, 2. Januar 2014

GÜNTHER, Ralf: Der Leibarzt


Die erste SECTIO CAESARE in ELBFLORENZ?
auch unter buchgesichter.de am 02.01.2014

Bereits 2001 kam der historische Roman DER LEIBARZT des in Dresden lebenden Schriftstellers und Drehbuchautors Ralf Günther heraus. Um wen geht es? Um den sächsisch - königlichen Hofmedizinalrates Carl Gustav CARUS.

Mir begegnete der Namensgeber der Medizinischen Akademie Dresden, kurz MEDAK genannt, obwohl die als Universitätsklinikum zur Technischen Universität zählt, in den letzten Monaten öfter. Einmal wäre da der Roman FLÜGEL DER MORGENRÖTE von Kurt Arnold Findeisen zu nennen. Schon in diesem wurde CARUS in Verbindung mit seinem Freund Ludwig TIECK und dem Maler Caspar David FRIEDRICH genannt
.
* * *



Inhalt. 
Die Aktrice, so nannte man früher die Schauspielerinnen, Friederike Mathilde BERNSTEIN [1] wird während einer illustren Zusammenkunft beim ehemaligen Hofdramaturgen Johann Ludwig TIECK, plötzlich ohnmächtig. Der soeben eingetroffene königliche Leibarzt und Leiter der Entbindungsanstalt CARUS stellt natürlich fest, das Fräullein ist in besonderen Umständen. Diese stellen sich zum Beispiel so dar, dass sie ihren schwangeren Leib schwer eingebunden hat um die Schwangerschaft zu verbergen. Aha. Währen einer Untersuchung im Institut bittet die Schauspielerin ihn, sie von dem Kinde auf "geeignete" Art und Weise zu befreien.[2]

Samstag, 28. Dezember 2013

GÜNTHER, Ralf: Der Dieb von Dresden

Pretiosen für die Spionage.

So habe ich die Rezension zu Ralf Günthers Buch überschrieben.  Das war im April 2012.
Da mir nun sein Roman Der Leibarzt in die Finger kam, will ich hier die erste Rezension niemandem vorenthalten. Sie wurde auch unter buchgesichter.de veröffentlicht.

* * *

Mit diesem Buch habe ich schon länger geliebäugelt. Nun schon vor Wochen war es in einem Paket voller lieber gedruckter Gaben. Es ist ein historischer Roman, er spielt in Dresden, handelt von den Kunstschätzen im Grünen Gewölbe - was will man mehr.

Zum Inhalt:
NAPOLEONs Grand Armee ist von ihrem misslungenen Russlandfeldzug zurück. Nach und nach fallen die Verbündeten von ihm ab. Im Moment steht der sächsische König Friedrich August (sowieso "nur" König Gnaden von L’ empereur) noch zu ihm.

In dieser Zeit wird Hofrat Baron von BLOCK beschuldigt, seinen Vizeinspekteur im Grünen Gewölbe ermordet zu haben. Dieser soll ihn beschuldigt haben, mehr als 300 Stück Pretiosen aus der königlichen Schatzkammer abgezweigt zu haben. Nebenbei ist besagter BLOCK auch noch Anhänger des Franzosenkaisers. Im Gegensatz zu seiner Tochter ARIANE.

E.T.A. Hoffmann
Just in diesem Zeitraum kommt Ernst Theodor Wilhelm  HOFFMANN nach Dresden. Der ziemlich versoffene künstlerische Tausendsassa will als Musikdirektor in eine Kapelle eines gewissen SECONDA einsteigen. Er braucht Geld. Für Wein, für Essen, für seine verletzte Frau und überhaupt. Das W ist nicht etwa falsch, er hat es gegen das A wegen seiner Verehrung für W.A.M. eingetauscht. Der Zufall will es, dass der musikalische Dichter bzw. der dichtende Komponist, der auch ein ganz passabler Jurist sowie Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist ist, dem Fräulein Baroness von BLOCK Klavier- und Gesangsunterricht erteilen soll. Da er wie gesagt Jurist ist, hängt er sich in den Fall BLOCK rein, welcher sich zu einem völlig unübersichtlichen und geheimnisvollen Fall entwickelt, der auch ein riesiger Fall von Spionage ist.


C.G. Carus
Welche Rolle spielt dabei v. HIPPEL, der preußische Freund HOFFMANNS? Oder Madame de BARRY, die die französische Revolutionsblutmaschine namens Guillotine gleich zweimal überlebte? Ist der Baron nun ein Dieb, kein Dieb aber dafür ein Mörder? Oder gar nichts der gleichen? Ganz nebenbei lernen wir auch noch den Namensgeber der Medizinischen Akademie zu Dresden, Carl Gustav  CARUS kennen. Und diverse andere Leute…

Es ist der Vorabend der Völkerschlacht bei Leipzig…
Die Dresdner gehen zwischen den Kämpfen und Schlachten draußen vor der Stadt auch schon mal ins Theater und amüsieren sich. Aber die bekannten Plätze werden eines Tages voll sein von verwundeten und verstümmelten und toten Soldaten aller Herren Länder.

Das Buch: 
Wir haben hier einen spannenden, kurzweiligen historischen Roman vor uns liegen, dessen Hauptfiguren auch historische Personen sind. Den BLOCK gab es und von E.T.A. HOFFMANN hat auch schon jeder gehört. Wenn nicht, dann vielleicht von OFFENBACH. Der hat nämlich eine Oper, HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN geschrieben. Wir können mit den Figuren mitfiebern und haben ziemliche Schwierigkeiten, den Spionagefall vor dessen Auflösung zu entwirren. Mir zumindest ist es nicht gelungen. Der Dresdner oder die Dresdnerin unter den Lesern bewegt sich zwischen den Seiten wie auf bekannten und unbekannten Wegen seiner Stadt.

Sprache und Stil entsprechen vermutlich der beschriebenen Zeit, Ein gewisser Wahrheitsgehalt ist ebenfalls vorhanden. Im Nachwort schreibt der Autor, dass der Hofrat BLOCK wirklich eines Diebstahls bezichtigt wurde und auch Hoffmann befand sich zu dieser Zeit in Dresden.

Für jeden Dresdner und auch für jeden Nicht-Dresdner wärmstens zu empfehlen. Am Ende muss man dann nur noch eine Biografie von E.T.W. Hoffmann lesen. Wenn einem Wicki nicht genügt.

* * *

Der Autor:
Ralf Günther wurde 1967 in Köln geboren.  Er hat Theater-, Film-, und Fernsehwissenschaft, Germanistik
und Pädagogik studiert. Seit 1993 ist er freier Schriftsteller. Im selben Jahr ist er auch mit seiner Familie nach Dresden gezogen.

  • DNB / LIST / Berlin 2009 / ISBN: 978-3-548-60906-5 / 460 Seiten

© Bücherjunge