Sonntag, 16. April 2023

Ebert, Sabine: Blut und Silber


Nun hat sie das Geheimnis, welches bis gestern galt, gelüftet:

"Heute endlich darf ich das Geheimnis lüften: Dies ist das wunderschöne Cover für meinen neuen Roman, der im November erscheint. Und wie ihr daran seht, gehe ich zurück ins Mittelalter - doch diesmal ins 13. Jahrhundert. Es geht um Heinrich den Erlauchten, einen Fürsten, der Minnelieder schrieb und glänzende Turniere veranstaltete. Doch zu Beginn der Geschichte ist unklar, ob er die Herrschaft je antreten wird - er ist erst drei, als sein Vater stirbt. Seine Mutter ruft den weisen Lukas von Freiberg nach Meißen - und nun sollen Marthes Erben die Lage retten..." (Facebook)

So wie es aussieht, gehöre ich zu den Lesern, die der Zeit und dem Thema schon ziemlich nahe gekommen sind, denn der bisher eigenständige Roman Blut und Silber spielte schon in der Zeit. Nach der ersten Ankündigung des neuen Romans suchte ich nach der Rezension und stellte fest, es gibt gar keine; ich wusste aber, dass ich dazu schon was geschrieben hatte. Das konnte dann ja nur bei den Buchgesichtern gewesen sein. Und es war auch so.

Hier nun der für heutige Bloggerzeiten ungewöhnlich kurze Buchbesprechung von Blut und Silber:

18.11.2009 - KaratekaDD bei den Buchgesichtern

Sachsen, Meißen, Freiberg rücken wieder in den Mittelpunkt der deutschen historischen Literatur.

Nun liegt er vor, der Roman Blut und Silber von Sabine Ebert, der Romanautorin aus Freiberg. Nach den drei Romanen der Hebammenreihe schrieb sie eine "Fortsetzung", die allerdings 200 Jahre später handelt, also gegen 1300.

Wieder muss ein Markgraf von Meißen, Friedrich der Freidige (der Mutige) aus dem Hause Wettin gegen einen Fürsten antreten, der als deutscher König eher tyrannisch gegen Meißen und Thüringen steht. Friedrich verliert Freiberg und die Mark, übernimmt Thüringen von seinem Vater. Auch das Haus Habsburg, Fürstenhaus künftiger Könige und Kaiser ist dem wettinischem Fürsten keine Hilfe.

Die Freiberger stehen zu ihrem Fürsten, bis auf ein paar vor der Gewalt des Königs zurückschreckende Ratsherren. Allen voran Ulrich von Maltitz, Kommandant der Burg Freiberg, Niklas von Haubitz, Heerführer und Markus (später von Freiberg), der junge Hauptmann der Burg und ihrer Wachen.

Wie schon der Ritter Christian vor 200 Jahren liebt er eine junge Waise, das Mädchen Änne, welches wie ihre Vorfahrin Marthe ein besonderes Talent zum Heilen besitzt. Die Geschichte von Markus und Änne gleicht dem Leben, nicht ganz dem Schicksal, von Christian und Marthe.


* * *

Der Roman ist hervorragend recherchiert, lebt von vielen historischen Persönlichkeiten und spiegelt das mittelalterliche Leben plastisch wieder. Die Autorin erzählt begeistert von ihrer Wahlheimat, was ihr einen unglaublichen Ansturm bei der ersten Buchlesung einbrachte. Die Freiberger standen Schlange, wurden sie doch schon durch die Geschichte der Hebamme in den "Mittelpunkt Deutschlands" gerückt.

Spannung vom Anfang bis zum Ende, Liebe und Kampf, Schlachten und viele Kämpfe kennzeichnen das Buch. Wer allerdings eine nahtlose Fortsetzung der Geschichte von Marthe und ihrem Ritter Christian (gilt als Gründer von Christiansdorf = Freiberg) erwartete, mag etwas enttäuscht sein. Marthe wird zwar als Nachfahrin genannt, von ihren Eltern und anderen Vorfahren erzählt die Autorin sehr wenig. Diese Geschichte hätte den gesamten Zyklus bestimmt mehr abgerundet, zumal Ännes Eigenschaften deren von Marthe sehr gleichen.

Dies tut dem Roman aber insgesamt bestimmt keinen Abbruch. Das Buch wird abgeschlossen mit detaillierten Darlegungen von Sabine Ebert zur historischen Zeit, den Personen. Sie erläutert leichte "Änderungen" der GESCHICHTE und erläutert Hintergründe zum Roman und zu den handelnden fürstlichen Geschlechtern. Glossar und Zeittafel geben dann genaue Auskunft zu den historischen Fakten.

Mein Fazit, es wäre ein Verlust gewesen, den Roman nicht gelesen zu haben. Er ist sicher für jeden Freiberger aber auch für jeden historische Romane liebenden Leser ein neues herausragendes Stück im Bücherschrank, welches öfter hervorgeholt werden kann.

* * *




"Nach den drei Romanen der Hebammenreihe" schrieb ich damals, und es stimmt, ich habe gerade nochmal nachgesehen, Blut und Silber erschien zwischen der Entscheidung und dem Fluch der Hebamme. Dieser Rückblick macht schon Lust auf mehr, der November 2023 ist schon deswegen ein spannender Monat. Irgendwann muss ich vorher die Zeit finden, Blut und Silber noch einmal zu lesen. Auf ihrer Webseite geht Sabine Ebert mit der Ankündigung von Der Silberbaum - Die siebente Tugend sogar noch einen Schritt weiter, denn dort ist von Änne die Rede, damit könnte es sich um eine direkte Fortsetzung handeln.

Mal sehen, was sie mir in Leipzig verraten wird... ;)

Ach ja, beim Verlag ist für den Roman Der Silberbaum Teil 1 angegeben. Dann gibt´s 2024 ja vielleicht Teil 2.


© Bücherjunge


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