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Sonntag, 16. April 2023

Ebert, Sabine: Blut und Silber


Nun hat sie das Geheimnis, welches bis gestern galt, gelüftet:

"Heute endlich darf ich das Geheimnis lüften: Dies ist das wunderschöne Cover für meinen neuen Roman, der im November erscheint. Und wie ihr daran seht, gehe ich zurück ins Mittelalter - doch diesmal ins 13. Jahrhundert. Es geht um Heinrich den Erlauchten, einen Fürsten, der Minnelieder schrieb und glänzende Turniere veranstaltete. Doch zu Beginn der Geschichte ist unklar, ob er die Herrschaft je antreten wird - er ist erst drei, als sein Vater stirbt. Seine Mutter ruft den weisen Lukas von Freiberg nach Meißen - und nun sollen Marthes Erben die Lage retten..." (Facebook)

So wie es aussieht, gehöre ich zu den Lesern, die der Zeit und dem Thema schon ziemlich nahe gekommen sind, denn der bisher eigenständige Roman Blut und Silber spielte schon in der Zeit. Nach der ersten Ankündigung des neuen Romans suchte ich nach der Rezension und stellte fest, es gibt gar keine; ich wusste aber, dass ich dazu schon was geschrieben hatte. Das konnte dann ja nur bei den Buchgesichtern gewesen sein. Und es war auch so.

Hier nun der für heutige Bloggerzeiten ungewöhnlich kurze Buchbesprechung von Blut und Silber:

Samstag, 24. Dezember 2022

Goldfarb, Tobias: Das Weihnachtsgespenst

Bob ist ein kleines Weihnachtsgespenst in Ausbildung. Um endlich ein richtiges Gespenst zu werden, soll er einem geizigen Menschen einen gehörigen Schrecken einjagen, sodass er gutherzig und großzügig wird. Sophie ist schüchtern und hat keine Freunde. Deswegen überreden ihre Eltern sie zum Theaterspielen. Und so übernimmt sie – widerwillig – die Hauptrolle im Stück „Eine Weihnachtsgeschichte“, frei nach Charles Dickens. Sie soll einen gierigen Menschen spielen, der Weihnachten hasst.  Bald schon stecken Bob und Sophie in einem weihnachtlichen Abenteuer, das sie zusammenschweißt wie Zucker und Zimt. (Klappentext)

 

 

 

 

 

 

Im Lesegarten versammeln sich nach wie vor leselustige Menschen, größtenteils ehemalige Buchgesichter. Eine feste Truppe trifft sich dabei regelmäßig, um gemeinsam einen vorher festgelegten Titel zu lesen und abschnittsweise darüber zu diskutieren. Es ist wirklich schön, den "alten Hasen" dort fast jeden Montag wiederzubegegnen und sich mit ihnen auszutauschen. Normalerweise lesen wir Krimis oder Thriller, weil das die Schnittmenge unserer Leseinteressen ist. Vor Weihnachten, wenn sowieso keiner so richtig Zeit und Ruhe zum Lesen hat, weichen wir jedoch von unserem normalen Beuteschema ab und lesen ein weihnachtliches Kinderbuch, gerne eines in 24 Kapiteln, so dass man jeden Tag ein klein wenig lesen und notfalls problemlos verpasste Kapitel nachholen kann. Meistens gefallen mir diese buchigen Adventskalender für Kinder. Ob das diesmal auch so war? Lest selbst:

Freitag, 27. Dezember 2019

Engel, Georg: Claus Störtebeker


Er ist ein bekannter Mann, der Klaus Störtebecker, Admiral der Fratres Vitaliensis, der Vitalienbrüder, Likedeeler (Gleichteiler) genannt.  Der Legende nach ein Seeräuber, der Robin Hood ähnlich meinte, für seine den armen Schichten entstammenden Mannschaften ein Auskommen als Bauern zu schaffen und damit der Kaperei und Seeräuberei entsagen zu können. So wird die Geschichte auch in diesem Roman erzählt.  Ein tatkräftiger, charismatischer riesenhafter Held wird hier gezeichnet. Armer Fischersohn, vielleicht ein Ableger eines Adligen auf Rügen, wird ihm vom Magister Wichmann die Welt erklärt, die er dann als ungerecht empfindet. Gemeinsam mit Gödeke Michel, Hennig Wichmann und Magister Wigbold führt er die Schwarzflaggenflotte gegen die Dänenkönigin Margarete an. Er wird scheitern…


Die Legende erzählt, dass er bei seiner Hinrichtung in Hamburg den Wunsch äußerte, nachdem sein Kopf gefallen sei, an seinen Getreuen vorbeigehen wollte und jeden, den er erreicht soll das Leben geschenkt werden. Ein Henkersknecht stellt ihm dann ein Bein. Und das Versprechen wurde gebrochen.

Samstag, 5. Mai 2018

Larsson, Stieg: Millennium

© URDD
Vor fünf Jahren, im September 2010 schrieb ich über die drei Millenium-Bände des schwedischen Schriftstellers Stieg Larsson und stellte nun vor einigen Tagen fest, dass dieses Thema in
unserem Blog gar nicht erwähnt ist.
Nun, im Zuge des erneuten Genusses der schwedischen Verfilmung wird es mal Zeit.

Hier folgt nun die leicht redigierte Rezension aus dem Jahr 2010.



* * *

VERBLENDUNG, VERDAMMNIS & VERGEBUNG sind drei Romane, die zu denen gehören, von denen man nicht lassen kann. Ist es möglich, den Ersten und den Zweiten einzeln zu lesen, muss der Dritte sofort dran glauben, da er nahtlos den zweiten fortsetzt.


Donnerstag, 3. Mai 2018

George, Margaret: Ich, Heinrich VIII.


Hervorgestöbert aus den Buchgesichter-Analen. Aus dem Jahr 2014 stammt die folgende, ein wenig aktualisierte Rezension zu einem historischen Roman von Margaret George. Ich, Heinrich VIII.


 Eine der bekanntesten historischen Gestalten Englands ist wohl Henry TUDOR VIII. Vater der späteren „jungfräulichen“ Königin Elisabeth. 1491 geboren kam er als Zweitgeborener Sohn Heinrichs des VII. auf die Welt und auf Grund des frühen Todes seines Bruders Arthurs doch zeitig auf den Thron. Er heiratete die Witwe seines Bruders Katharina von Aragon. Diese Ehe wurde später geschieden und weil der Papst nicht recht wollte, sagte sich Heinrich von der katholischen Kirche los und gründete die Anglikanische Kirche als deren Oberhaupt er sich bezeichnete. Diese war ein Mittelding zwischen Katholizismus und Protestantismus. Allerdings neigte der König mehr zum Katholizismus.


Sonntag, 11. Februar 2018

BUCHMessePOST 02-2018



Nein, ich habe den Job nicht gewechselt. Vertreten werde ich unseren Blog. "Freier Journalist" erscheint übertrieben. Auf jeden Fall aber ist der Besuch nun gesichert. Momentan in Leipzig arbeitend, sind es bis zur Messe nur wenige Kilometer und ich könnte ja mit dem Rad hinfahren, wenn da nicht das notwendige Equipment wäre, welches da mitgeschleppt werden muss. Von Büchern und anderen "Mitbringseln" auf dem Rückweg ganz zu schweigen.

Nun folgt die Beschäftigung mit dem Programm. Natürlich bleibt auch Zeit für einen Besuch bei alten Bekannten. Da gibt es sicher auch ein paar Bücher, die ich bereits im Fokus habe.  Doch dazu später sicher mehr.

Diverse Blogger-Kollegen treffen ist ganz sicher auch ein Punkt, der wichtig ist. Oder Buchgesichter? Vielleicht meldet sich ja schon diese oder jener auf diesen Post?


(c) Buchmesse Leipzig

© KaratekaDD





Montag, 22. Mai 2017

Rinser, Luise: Mirjam

Schauen wir doch wieder mal ein paar Jahre zurück. Zum Beispiel in das Jahr 2009. Wir, Anne und ich, hatten uns bei den Buchgesichtern gerade erst kennengelernt, TinSoldier kam etwas später dazu, und schon ging die Diskussion los. Der Lapsus maiorum kam von mir: Von Philosophinnen hätte ich noch nichts weiter gehört. Und schon belehrte mich Parden eines Besseren. Zum Beispiel wäre da Luise Rinser Mit ihrem Roman MIRJAM. Übrigens waren die Texte der Rezensionen damals noch recht kurz.


»Hier bringt eine Frau die versteinerte Männerwelt um Jesus zum Tanzen: Judas ("Jehuda") will Politik machen, Johannes ("Jochanan") grübelt ewig, Jesus ("Jeschua") heilt, und Mirjam aus Magdala, die schöne Makkabäer-Tochter, sucht sich selber und den Sinn des Lebens. Sie ist Rebellin und Getreue, Begleiterin und oft Zweifelnde, eine starke, liebende Frau. Sie harrte aus unter dem Kreuz und sah als erste Jesus nach seinem Tod. Eine Frau also von zweifelhaftem Ruf war zuerst vertraut mit dem größten Mysterium des christlichen Glaubens. "Weibergeschwätz" war die erste Reaktion der Männer, als Mirjam von dem "Auferstandenen" erzählte... Luise Rinser erweckt den Mann aus Nazareth zu neuem Leben. Mirjam erinnert abendländische Christen an ihre Jesus-Vergeßlichkeit.« Franz Alt in Die Zeit
(siehe Vorstellung in Fischer-Verlage)


Parden 27.06.2009

Mirjam - der richtige Name Maria Magdalenas, in ihrer Muttersprache Aramäisch.
Luise Rinser nennt alle Orte und Personen bei ihrem "wahren" Namen, vielleicht um von vornherein jegliches Klischee zu vermeiden. Schließlich will sie eine alte Geschichte neu erzählen, aus einer anderen Perspektive, aus der Sicht eben jener Mirjam aus Magdala. Einer Frau, die als Hure abgestempelt wurde, um zu verdrängen, was sie vor allem war: Eine Jüngerin Jesu. Leidenschaftlich und stolz, den Männern unheimlich und ein ewiges Rätsel - man ist sehr geneigt, Luise Rinser zu glauben, dass die Rolle dieser Frau heruntergespielt wurde, weil sie nicht ins Bild passte. Es ist beeindruckend, wie sie es schafft, eine andere Sicht auf die Dinge zu werfen, wie sie die ganz menschlichen Charaktere der Apostel nachzuzeichnen versteht: Johannes, der griechisch beeinflusste Philosoph, Simon Petrus und sein Kinderglaube, Judas kein Verräter, sondern ein Verzweifelter, der zum Terroristen wird. Man kennt den Ausgang der Geschichte, und doch bleibt es spannend bis zur letzten Seite. Man fühlt sich heimisch darin, alles ist nachvollziehbar, das Motiv vertraut: Junge Menschen, die die Welt verändern wollen. Vielleicht ist dieses Buch näher an der Wahrheit als alles, was sonst je darüber geschrieben wurde.

Rinser berichtigt sogar Luther: Eher geht ein Schiffstau durch ein Nadelöhr, als ein Besitzender in das Reich des Geistes, so hiess es im Orginal. Die Geschichte mit dem Kamel war ein dummer Übersetzungsfehler, der bis heute in jeder deutschen Bibel zu finden ist.

Was diese Frau sucht, sind keine vorgefertigten Wahrheiten. Das Denken laesst sie sich nicht nehmen. Und sie sucht weiter.


Auf dem Kreuzweg heute / Jerusalem



KaratekaDD 04.08.2009

Der Inhaltsangabe brauche ich schon mal nichts hinzuzufügen. Prägnant, eindeutig, klar, was den Leser erwartet.

Gut fand ich, dass die handelnden Personen als Menschen in ihrer Zeit dargestellt sind. Sie sind eben nicht die Apostel der Religion. Der Blick der Mirjam lässt sie als Menschen lebendig werden.

Allerdings fand ich es etwas seltsam, das Jeschuah und seine Mutter aus dieser Beschreibung herausgenommen wurden. Die Autorin erreicht damit sicherlich, dass der Bezug zur Religion bestehen bleibt. Ich hätte mir gewünscht, dass vielleicht die Mirakel des Jeschuha offen bleiben können, er selbst und Maria aber ebenso wie die engeren Jünger, Jesus sicherlich herausragend, als Menschen dargestellt werden.

Etwas verblüfft war ich, dass Mirjam, die Erzählerin, kurz Konstantin den Großen erwähnt. So lange, hat sie nun doch nicht gelebt...

Am interessantesten wurde Jehuda (Judas Ischarioth) dargestellt, mit seinen Zweifeln, seinen Zielen, seiner Konsequenz im Handeln...

Obwohl selbst nicht religiös, bin ich froh, das Buch gelesen zu haben.




Auf dem Kreuzweg in Jerusalem



DNB / Fischer-Verlag / 1987 / ISBN: 978-3-596-25180-3 / 336 Seiten

© KaratekaDD




Montag, 8. Mai 2017

Rinser, Luise: Drei Kinder und ein Stern

Wenn Philosophinnen für Kinder schreiben, kommt in diesem Fall eine Weihnachtsgeschichte raus, die sich mal anders anhört obwohl Melchior, Balthasar und Kaspar nach dem kleinen Friedenskönig suchen und hierbei einem Stern folgen. Kennt man ja.

Allerdings sind es hier die Kinder der drei Weisen aus dem Morgenland. Der 12jährige Melchior ist ein Königssohn aus dem Zweistromland, Balthasar der Prinz von Syrien (spielt ja keine Rolle, dass es ein solches Reich damals nie gab) und Kaspar heist Kaspierina, das kohlrabenschwarze Mädchen ist die Tochter eines Gelehrten aus Alexandria. Sie folgen den Karawanen ihrer Väter, die sie nicht mitgenommen haben.
Gemeinsam bestehen sie eine Reihe Abenteuer bevor sie auf die Familie stoßen, nach deren Kinde alle suchen, da in Palästina.

Was das Angenehme ist bei diesem Buch? Nirgends ist von irgendeinem Gott oder Gottes Sohn die Rede. Klar, der Stern weist ihnen den Weg und das Reich des neuen Königs ist nicht von dieser Welt. Das wird ihnen sinngemäß erklärt. Es war auch abenteuerlich und die Idee mit dem "kohlrabenschwarzen Mädchen" gibt der Geschichte ein zusätzliche Modernität.

Es ist eine menschliche Geschichte, alt und neu zugleich.

Luise Rinser: Eigentlich wird sie als Schriftstellerin bezeichnet, schrieb viel philosophische und auch theologische Schriften und Bücher. Ich habe bereits ja "Mirjam" rezensiert. Sie schreibt irgendwie faszinierend, verständlich und hier eben sehr schön für Kinder. Für alle Kinder, egal welcher Konfession oder ohne, DIE GLEICHE GESCHICHTE.

* * *


Gefunden im Kinderbuchregal meines Neffen und natürlich rausgezogen, war doch klar, oder? Das war aber schon im Jahr 2011 und der Text der kurzen Rezension wurde am 27.07.2011 bei den Buchgesichtern veröffentlicht, hier leicht redigiert. Das waren damals noch reichlich kurze Texte.

  • DNB / Fischer TBV / 2007 / ISBN: 978-3-596807-16-1 / 109 Seiten

© Bücherjunge


Freitag, 31. Mai 2013

BG: Am Abend

Am Abend
nach einem Lied aus meiner Jugend

(zuerst veröffentlicht unter buchgesichter.de am 12.04.2010) 
 





"Am Abend, manchmal, sind die Felder so still,
als wäre da nie ein Wind gewesen...",


Leise singt sie die ersten Zeilen. Verhalten klingen die Saiten der Gitarre des Freundes an ihrer Seite, während beide aus den Höhen bei Radebeul in das Elbtal sehen. Verträumt und ganz sacht, aber sehr klar erreicht ihre Stimme seine Ohren.



"... Ganz leise klingt ein Lied und wenn du willst,
kann ich Gedichte in den Wolken lesen..."


Die Sterne werden deutlicher am Firmament. Alle Last fällt langsam von ihm ab. So neben ihr zu sitzen, ganz dicht und der samtigen Stimme zu lauschen... Schwarzes Haar umsäumt ihr Gesicht, so nah war er den braunen Augen noch nie. Nun nimmt er mit Staunen das Glänzen der Iris war, als sie ihm lächelnd und weiter singend das Gesicht zuwendet.


"... An jenem Abend aber werd ich wissen,
dass Ruhe über unser Land sich breitet.
Und dass du, ob du fern bist oder nah,
nie von mir gehst und was am Tag geschah:
war nicht vergebens."



Sie schweigt, schaut ihn an, während er ein kleines Stück der Melodie pfeift. Wie kann es denn sein, dass nach so vielen Jahren nun dieses Gefühl in ihr aufsteigt, wenn sie in seine blauen Augen schaut? Das bisher wahrgenommene Grün ist hier oben in der Stille so blau wie die Kornblumen, die sie mit ihrer Hand erreichen kann. Pflücken? Nein, diese Blau möchte sie nun auf andere Weise fangen.

"Am Abend, manchmal, wenn die Wiesen schweigen,
als ob da nie ein Tag hindurchgegangen wär.
Wenn sich am Himmel erste Sterne zeigen,
dann bin ich müde und mein Herz ist leer."



'Nein', möchte er rufen, 'was singst du denn', doch er kennt natürlich den Text. Waren wir jemals zusammen allein? Wie von selbst suchten wir gemeinsam diesen Weg auf die Höhen über den Weinbergen. Doch erst hier oben weiß er wirklich, dass es wirklich wahr sein kann und dass er ihr nach dem Lied sagen wird: Ich liebe dich.




"... und dass du, ob du fern bist oder nah,
nie von mir gehst un
d was am Tag geschah:
war nicht ver..."


Der letzte Ton der Saite verklingt im Wind... 

 
*




Der Liedtext stammt von einem Freund, er ist - der Text - mehr als dreißig Jahre alt. Die Geschichte entstand als Beitrag zu einem kleinen Schreibwettbewerb unter Buchgesichtern.



© KaratekaDD; 31.05.2013