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Freitag, 14. Februar 2020

Die Neue Chronik 2019

Das neue Jahr hat begonnen. Pünktlich kommt alljährlich ein Paket ins Haus geflogen. Es ist relativ schwer. Ein in Leder gebundenes buntes Kaleidoskop, hier habe ich den Band des Jahres 2015 schon einmal vorgestellt. 


Nun schreiben wir das Jahr 2020. Fünf Jahre nach der Flüchtlingskrise werden ich dann den 2015er noch einmal ziehen und nachlesen. STUNDEN DER ENTSCHEIDUNG heißt ein Doku-Drama des ZDF über die Entscheidung der Bundeskanzlerin zur Öffnung der Grenzen für den Flüchtlingssturm, den ein gewisser Orban loswerden wollte. 




Freitag, 28. Juli 2017

Tausende Seiten / Endlose Filmmeter

Fantasy? Drachen? Werwölfe? Vampire? Orks? Weiße Wanderer? 
Schattenwölfe? Götter? Titanen? Giganten? 
Zyklopen? Sirenen? Zwerge? Elfen? Elben? 

Was unterscheidet die Mythologien der Menschen von vor tausenden Jahren von den Mythologien der Schriftsteller des 20. und 21. Jahrhunderts? 

Sie faszinierten mich, die griechischen, die germanischen, die nordischen Götter und Heldensagen. 


DER HERR DER RINGE


Und dann kam Tolkien. Es wurde ein Film angekündigt. Riesiger Aufwand. Es war der Beginn des 21. Jahrhunderts. DER HERR DER RINGE - DIE GEFÄHRTEN führte zu den Büchern und es tat sich eine neue Welt auf, die der Altphilologe J.R.R.Tolkien in vielen Jahren erfand. Unverfilmbar. (?)Irgendwann gab es mal einen Trickfilmversuch. Aber nun fand ich den Weg ins Kino für DIE GEFÄHRTEN, DIE ZWEI TÜRME und DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS. Ein paar Jahre später wurde ein Teil der Vorgeschichte, DER HOBBIT ebenfalls verfilmt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits eine Reihe der tolkienschen Bücher verschlungen.

J.R.R. Tolkien erfand nicht nur eine Fantasy-Geschichte, er erfand die Geschichte verschiedener Völker und sogar eine Sprache dazu, die Elbensprache. Eine literarische Mythologie. Also doch Fantasy?




GAME OF THRONES

Es war der Hinweis eines Sportfreundes, der palettenweise Herr-der-Ringe-Bücher orderte und diese bevor der erste Film in den Kinos kam den Buchhandlungen zukommen lies. Er war Buchhändler.

Vor einigen Tagen dann lies ich mich mal wieder überreden und nun läuft eine Folge nach der anderen, momentan die fünfte von sieben Staffeln a 10 Folgen von GAMES OF THRONES, bekannt durch die ellenlange Buchreihe DAS LIED VON EIS UND FEUER. Von GEORGE R.R. MARTIN.




Auch diese Geschichte ist auf ihre Art und Weise faszinierend. Beide handeln in einer fiktiven, mittelalterlich anmutenden Welt. Was die Orks in Mittelerde, das sind die weißen Wanderer in Land der vielen Königreiche. Man könnte noch einige Parallelen ziehen, aber das würde beiden Erzählungen nicht gerecht.

Und doch. Es scheint, als wären dem großen Tolkien viele gefolgt. Ob es DAS SPIEL DER THRONE ohne den riesigen Erfolg des Herrn des einen Rings gegeben hätte? Müßige Frage...

DAS LIED VON EIS UND FEUER ist um einiges länger als die drei Hauptromane Tolkiens. doch wie bei diesem gibt es inzwischen "Begleitmaterial" wie Malbücher, Atlanten, Fotobücher, die Geschichte Westeros wie die Geschichte von Mittelerde. 

GoT ist ein ziemliches Stück brutaler, blutiger und vor allem erotischer als der HdR. Aber es eine Serie, die vor allem durch die Wendungen nach fast jeder Folge verblüfft und deren Personenregister um ein vielfaches unübersichtlicher ist. 

Die meisten der Bloggerkollegen und sonstigen Bücherfreunde meinen, ich sollte die Bücher zwingend lesen, doch scheint mir, dass dies eine Jahresaufgabe wäre. Doch dafür ist keine Zeit.

Nein, nein, ein Weilchen noch wird mich dieses Spiel der Throne vom Lesen abhalten, es wird nicht so lange dauern bis DER WINTER NAHT.  Doch wenn er dann da ist, dann werde ich dem großen Tolkien meine Ehrerbietung bezeugen und seinem Sohn Christopher.  

Das Lied von Eis und Feuer / Randomhouse
Der Herr der Ringe /Klett - Cotta


© KaratekaDD





Freitag, 18. Dezember 2015

KaratekaDD erzählt....

Ihr erinnert euch vielleicht? Vor langer Zeit gab es eine Geschichte, in der KaratekaDD in Tokio ein Schwert kaufen wollte. Diese kann man hier im Blog natürlich nachlesen.
Nun hat er ein Schwert. Nicht, dass KaratekaDD wieder in Tokio gewesen wäre. Er hat auch keine Geld dafür ausgegeben. Aber er hat ein paar Bücher aufgespießt. Die von Frank Goldammer zum Beispiel. Auch hat er sich kein Pseudoschwert aus einem Waffenramschladen zugelegt. Nein, nein: Er bekam eines geschenkt. Das Katana befand sich in einem Paket der Größe 35 x 25 x 21 cm. Zusammen mit Keksen einem Hörbuch, noch einem anderen Buch und Früchtetee. Der Absender glaubte wohl, KaratekaDD trinkt auch nach abgeklungener Erkältung weiter heißen Tee...


Die Bücherraupe hat gleich mal Musashis Fünf Ringe hervor gekramt und der Affe weiß nicht so richtig, was er dazu sagen soll. Das Lesezeichen weist auf den Absender des Bücherschwertes hin. Und mehr wird nicht verraten.

* * *

Es könnte sein, dass es am Ende des Dezembers ein wenig mau im Blog aussieht. Wenige Posts im Weihnachtsgeschäft. Die Last liegt augenscheinlich auf einer einzigen Person. Selbst werde ich bis Neujahr kaum dazu kommen, etwas Neues zu verfassen, denn ich treibe mich in Bayern rum. Nicht privat. Bin schon gespannt...

Anne, du machst das schon.

© KaratekaDD

Sonntag, 13. April 2014

KaratekaDD erklärt... Kant

Diese Geschichte ist eine pseudophilosophische Antwort für Buchgesichter. Die sich jetzt angesprochen fühlen, sind wohl welche. Buchgesichter sind in der Regel bibliophile Mitmenschen, der vor einigen Wochen ihre Community - Heimat verloren haben und nun mehr oder weniger heimatlos durch das große weite Internet irren. In dieser nunmehr vergangenen Community gabs gelegentlich Streit. Zum Beispiel darum, wie denn nun Buchgeschichten und Rezensionen aussehen sollten, damit sie in einer offenen Community halt veröffentlicht werden können. Außerdem war Philosophie etwas, was den meisten Buchgesichtern eher nicht so geläufig war. Daher unter anderen auch dieser Erklärungsversuch vom 09.Mai 2010, welcher sich auf folgendes Buch bezieht:

Kant für Anfänger: Der kategorische Imperativ von Ralf Ludwig

ISBN: 3423301449

Eine Lese-Einführung.
'dtv-Taschenbücher Wissenschaftliche Reihe'.
Mit Abbildungen.

DTV Deutscher Taschenbuch
kartoniert - 128 Seiten 

Davon gibt es noch mehr. 
Hinweisen möchte ich auf folgende mediale Erklärung:

Bayern@ hat eine Doku - Serie gemacht, in der die Philosophiestudentin Sofie, der Name ist bezeichnend und seit Jostein Gaarder untrennbar mit der Jugendbücherei zum Thema verbunden, dem philosophen Kant auf der Spur ist. Kant für Anfänger

Doch nun erst mal zur Buchgeschichte:

Als KARATEKADD in Japan war…, doch halt das ist eine andere Geschichtenreihe.
 Diese hier heißt:  
KaratekaDD erklärt... den kategorischen Imperativ.

Wenn diese gerade dran wäre, dann würde es um Zenbuddhismus oder Shintoismus gehen, hier aber geht es um die idealistische deutsche Philosophie. Um die des Ostpreußen  Immanuel Kant. Der mit dem kategorischen Imperativ. Kompliziert, schwer anwendbar, aber fassbar.
Der meinte, nach dem er feststellte, dass man seiner Wahrnehmung nicht voll trauen kann, das der Mensch so handeln soll, dass dieses Handeln als Grundlage für ein allgemeines moralisches Gesetz stehen könnte. Dazu soll sich der Mensch seines Verstandes bedienen und das selbstständig. So weit, so gut.

Quelle (wiki)
So was Schweres muss von einem kantigen Preußen kommen. Von einem Bayern wäre das undenkbar. Die Lebensmaxime: "Jo mai, schau mer mal…" klappt da nicht so richtig. Der Bayer kann mit einem kategorischen Befehl (imperare) nichts anfangen. Die Preußen schon. Und die Moral haben die sowieso gepachtet. Der König ist dort nämlich der erste Diener seines Staates. Zu einer Zeit, wo man in Frankreich in Versailles, aber auch in Dresden eher rauschende Feste feiert und die Akzisen (Steuern) dafür mit Gewalt eintreibt, während Preußens König die Bauern zwingt, Tartuffelis, bekannt als Kartoffeln, anzupflanzen. Die Feste bedeuten schnödes Fressen und Saufen. Die Kartoffeln sind dem Bereich Agrikultur zuzuordnen. Auf ein paar Jahrzehnte kommt es mir gerade nicht an, und die Kartoffeln spielen im Weiteren auch keine Rolle.

Doch bevor KARATEKADD hier weitermacht, spricht er eine Warnung aus. Erstens müssen gleich ein paar BUCHGESICHTER für ein paar, zugegebener Weise weit hergeholte, "Beweise" herhalten. Zweitens ist KARATEKADD, im Gegensatz zur vorhergehenden Geschichte, nüchtern. Zum Dritten wird er gleich ein paar Fettnäpfe aufstellen, in die er dann tappen kann. Im PARDENschen Sinne. Wem das jetzt schon zuviel wird, der oder die könnte jetzt mal hier und da nachlesen. Oder weiterklicken. Ist moralisch nicht verwerflich. Glaubt´s. Macht KARATEKADD auch so. Gelegentlich. Gleich geht’s los. Gleich wird´s imperatistisch kategorisch. Zumindest relativ. Mit Spaß. Hoffe ich jedenfalls. Wollen wir?

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, 
dass sie ein allgemeines Gesetz werde."
Diese Universalisierungsformel führt bei Immanuel, was übrigens "Gott ist mit uns" bedeutet, zum Grundgesetz der reinen praktischen Vernunft.

Das lautet:
„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ 

Daraus folgt dann:
„[Handle so], dass der Wille durch seine Maxime sich selbst zugleich als allgemein gesetzgebend betrachten könne.“ 

Hier wird es schwierig. Klar wäre es toll, wenn sich KARATEKADD´s Wille als allgemein gesetzgebend für die Buchgeschichten erweisen könnte. Doch das will ja keiner. KARATEKADD auch nicht - wirklich. Gleichzeitig würde das auch für alle BUCHGESICHTER gelten können. Das will dann wiederum ich nicht. Ganz schön verfahrene Kiste, oder?

KARATEKADD wird jetzt nicht darauf eingehen, wieso diese Lehrsätze einen Imperativ, also eine Aufforderung oder einen Befehl darstellen, wenn im Satz dann plötzlich der Konjunktiv, die Möglichkeitsform auftaucht. Mit dem kategorischen Imperativ ist gemeint, du sollst so handeln und zwar immer, also kategorisch. Und moralisch sauber. Wie sagt Captn. Jean-Luc Picard immer? "Machen sie es so!" So!

Also, KARATEKADD schwenkt jetzt erst mal auf die Verwendung der ersten Person Singular um. Denn: "MEIN WILLE GESCHEHE!" oder: "ICH WILL!" Kategorisch, imperationalistisch. Irgendwie hat Kant das aber nicht so gemeint, denn dabei bleibt die Moral auf der Strecke. Außerdem käme ich so in göttliche Sphären. Will ich aber gar nicht. Denn ich glaub, dass ich nicht glaub. Glaube ich wenigstens. Ich weiß ja seit SOKRATES, leider kein Buchgesicht, dass ich nichts weiß. Also, ich glaube nicht, dass ich nichts weiß. Zum Beispiel ist Ein Buchgesicht + Ein Buchgesicht = Zwei Buchgesicht. Äh, Buchgesichter. Oder BuchgesichterInnen. Aber das ist Mathe und entspricht der political correctness. Blöde Anglismen. Spielt aber keine Rolle. Darum bleibt´s dabei, viel weiß ich nicht.

Also handle ich so, dass mein Wille als allgemeines, moralisch vertretbares Buchgesichtergeschichtenschreibgesetz herhalten KÖNNTE. Beachtet bitte den Konjunktiv bevor ihr losschreit und meckert. Ich will ja kein Buchgesichtergeschichtenschreibgesetz verfassen. Würde auch spätestens beim Bundesrat der BuchgesichterInnen durchfallen. Wegen fortgesetzten Streits. Will ich auch nicht haben.

Zum Beispiel will ich, dass die goethesche Sprache auch angewendet wird. Vollständig. Genial. Ohne Fehler. Fällt schwer. Mir auch. Egal ob alte oder neue Rechtschreibung. (Hinweis: Keinen Streit - sagte ich eben). Aber das Buchgesicht HINKENPINKEN wird schon wieder gähnen. Muss sie aber nur, wenn sie müde ist. Das ist jetzt vielleicht der Zeitpunkt zum weg- oder weiterklicken. Ein Buchgesicht INNOCENT AND SWEET findet diese "Abhandlung" vielleicht auch nicht gerade nett. Muss sie auch nicht. Denn auch "EUER WILLE GESCHEHE!"

Einschub - Anfang: Die neue Rechtschreibung hat gesetzgeberischen Charakter. Trotzdem finde ich sie unmoralisch und gemein. Die ist schuld, dass ich meinen eben geäußerten Willen schon mir selbst gegenüber nicht durchsetzen kann. Einschub - Ende.

Kant meint, dass die Buchgesichter sich immer wieder überprüfen müssten. Damit meint der auch mich. Komisch, der hat sich mir noch gar nicht vorgestellt. Zum Beispiel sollen wir wohl nichts Böses schreiben. So wie MAYA nie was Böses geschrieben hat. Höchstens mal im Zusammenhang mit F. Aber das ist verjährt. Fast. MAYA schreibt überhaupt nur freundliche Sachen. Es ist ihr WILLE, sich oft zu bedanken. [Für Kommentare zum Beispiel*] Es ist aber nicht mein WILLE, dass sie das andauernd tut. Zum Beispiel bei KAMUI. Geht mich aber nichts an. Trotzdem kommt es dazu, dass ich Geschichten wegklicke, wenn ich Worte lese wie "Ritalein" oder "Corilein" (Nicht böse sein ihr beiden - siehe Fettnäpfe). Dann kommt wahrscheinlich das Wort DANKE darin vor. Das ist nun der Moment, wo ich mich dahingehend überprüfen muss, ob mein hier eben geäußerter Anspruch moralisch ist. MAYAS ist es bestimmt, denn Danke sagen gehört zu den allgemeinen Gepflogenheiten der Gesellschaft. Wird zwar weniger, aber MAYA und KAMUI gleichen das aus. Dafür gehört Danke gesagt. Mach ich jetzt hier. Wenn ich den IMMANUEL und mein Lexikon und wikipedia und Christoph Süß richtig verstanden habe, dann sind mein Wille, meine Maximen immer dann moralisch, wenn ich den kategorischen Imperativ auch für alle anderen Buchgesichter gelten lasse. Will ich versuchen.

Das Buchgesicht KAMUI meinte mal, nicht alle meiner seltsamen, und spätestens in dieser Woche abtrifftenden absonderlichen Buchgeschichtenschreibergüsse, würden ihr gefallen. Gelegentlich aber doch. Ergebensten Dank! Das nenn ich ehrlich und damit moralisch. KAMUI wusste also schon vor mir, was der Ostpreuße aus Königsberg wollte. Hab ich nicht gewusst. Kann mich auch nicht mit SOKRATES rausreden.

Daher muss ich, wohl oder übel, den Anspruch aufgeben, dass mein Wille gesetzgeberisch wirken könnte. Schade.

Quelle
So. KANT würde sich vermutlich im Grabe rumdrehen, wenn er das lesen würde. Der weiß aber nicht, dass ich das geschrieben habe. Wem diese Abhandlung nicht gefällt, der kann ja, nach Lektüre meiner nunmehr vorletzten Buchgeschichte annehmen, ich wäre nicht existent. Zumindest, können das die, die mit mir noch keine Bücher ausgetauscht haben. In diesem Buch hier rechts könnt ihr nachlesen.

Habt ihr jetzt den kategorischen Imperativ verstanden? Ich glaub nicht, dass ich ihn verstanden habe. Daher muss ich wohl noch das Buch lesen, dem ich die Geschichte zugeordnet habe. Eure Bewertungen werden mir zeigen, ob die Reihe "KARATEKADD erklärt…" fortgesetzt wird oder nicht. Allerdings verrat ich euch nicht die meinem Willen dazu entsprechende Punktegrenze.

© KaratekaDD**


PS: Zum Schluss verweise ich noch einmal auf die Dokumentation, in der Immanuel Kant der Sofie seine Philosophie sehr anschaulich erklärt. Nebenbei muss Sofie in der Unibibliothek suchen. Zehn Meter Kant und 25 Meter über ihn. Da reih ich mich jetzt ein. Aber nur digital. ;) 

PPS: Natürlich hätte ich diese Geschichte noch aktualiseren können. so mit vielen Querverweisen und weiteren Links. Vielleicht verstehen auch nur die geannten Buchgesichter und diejenigen Buchgesichter, welche KARATEKADD erklärt... kennen und vielleicht sogar gern gelesen haben. Aber jede Geschichte hat ihre Zeit. Oder ihre Zeit gehabt. So wie die Geschichte der Buchgesichter. Vermutlich, und das ist traurig, spricht man von diesen irgendwann nucht mehr. Der Immanuel aber bleibt.

* kurz gesagt, es ging mir auf... ;)
** Wahrscheinlich habe ich beim Schreiben auch was getrunken...

Montag, 17. Februar 2014

Blogpost No. 3: Wortsalat im Februar 2014

Was sagt uns dieser Wortsalat?


Irgendwie ist viel die Rede von Hörbüchern. AUDIBLE, OHRDEBIL, HÖRSPIEL...
Den Namen SANDNER hab ich wohl ziemlich viel gebraucht in meinem letzten Beitrag.

Was sagen denn meine Mitstreiter dazu? (Am besten gleich in den Post schreiben...)

KaratekaDD

KaratekaDD: Wenn man bei den BELIEBTESTEN POSTs mal "Alle Zeiten" aktiviert, dann erkennt man, dass die ältesten Sachen schon nicht mehr erscheinen. Daraus läßt sich vielleicht ableiten, dass die neueren Beiträge besser sind, zumindest aber der Bekanntheitsgrad größer geworden ist. Denn die Neueren wurden mehr angeklickt.

Anne Parden: Ich bekenne mich "schuldig" was die Hörbücher anbelangt. Aber immerhin habe ich ja auch gleich fünf davon in einem Post rezensiert. Da bleibt die Anhäufung kaum aus. Im Übrigen zeigt das mal wieder, dass wohl tatsächlich nur Wörter verarbeitet werden, die gerade auf der Startseite erscheinen. Sonst könnten wir uns vermutlich vor lauter Indianern nicht retten, *grins*... 

TinSoldier: Gut so, Anne! Es sei denn, man steht auf "ohrdebile Indianer"! Debil bedeutet lt. Wikipedia "mentale Retardierung". Ich glaube, diese Eigenschaft den Indianern zuzuschreiben, wäre falsch und sowieso "politisch inkorrekt"! (Sorry Uwe, man sagt mir nach, ich könne besser auf einen guten Freund verzichten als auf einen guten Scherz...:-)!!
Aber lassen wir das. Mein Beitrag zum aktuellen Wortsalat gestaltet sich diesmal eher dezent. Liebe Leser: Muss ich mir deshalb Sorgen machen...???

KaratekaDD: Musst du nicht, Rudi. Ich find das gut, dass der Wortsalat nur auf die Startseite zugreift. Deswegen ist er ja denn aktuell. Und immerhin sind das mindestens 5 Beiträge. Ich sachau jetzt nicht nach, was "mentale Retardierung" bedeutet, und da ich selber kein Indianer bin...
Übrigens, ICH mach den Wortsalat und "keine Macht ist so klein, dass man sie nicht mißbrachen könnte." ;)

 

Samstag, 25. Januar 2014

Blog on Tour - Polare Maastricht




Was macht diese von außen eher unscheinbare Kirche im Zentrum von Maastricht - einer der ältesten Städte der Niederlande - zu etwas ganz Besonderem?


Maastricht hat 53 Kirchen, viele davon wirklich sehenswert:







Aber was macht eine Stadt von etwa 120.000 Einwohnern mit 53 Kirchen? Nun, in einem Artikel von "Zeit Online" fand ich folgende Antwort:

Schon während der französischen Besatzung im 18. Jahrhundert wurden etliche von ihnen entweiht, dienten als Pferdeställe, später als Fahrradgaragen – oder standen einfach leer. Vor einigen Jahren begannen die protestantischen und katholischen Gemeindeverwaltungen, verstärkt nach neuen, weltlichen Mietern zu suchen. Die Universität Maastricht samt Bibliothek, Vorlesungssälen und Verwaltungsgebäude, das Naturhistorische Museum und das prunkvolle Theatercafé La Bonbonnière sind allesamt in ehemalige Gotteshäuser umgezogen. 


Auch die Kirche, die hier näher vorgestellt werden soll, dient nicht mehr dem ursprünglichen Zweck. Noch vor 200 Jahren beteten dort  Dominikanermönche, dann aber wurde sie anderen Verwendungszwecken überlassen. 
So beschreibt ein Artikel in "Was Liest Du?":

Seit weit über 200 Jahren wird die Kirche nämlich nicht mehr als Kirche genutzt, sondern mehr oder weniger funktionell: In der Kirche fanden Weihnachtsmärkte ebenso statt wie Boxkämpfe und Autoshows. Die Kirche diente bereits als Abstellraum für Fahrräder - und es wurden sogar schon Karnevalssessionen darin abgehalten.


Wer sich darüber jetzt wundern oder gar empören mag, der wird vielleicht mit der heutigen Nutzung der Kirche eher einverstanden sein, dem Polare Maastricht.

Wer sich jetzt immer noch nicht wirklich etwas darunter vorstellen kann:



Hinter der unscheinbaren Fassade der Kirche befindet sich eine der schönsten Buchhandlungen der Welt...

Grund genug, für einen Blogbeitrag hier noch einige Fotos mehr zu machen.

 



2006 wurde die Filiale der Buchhandelskette Selexyz auf einer Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern als Selexyz Dominicanen eröffnet.


In benanntem Artikel der "Zeit online" heißt es weiter:

Ton Harmes sagt, dass es beim Umbau eine große Herausforderung gewesen sei, die 50.000 Buchtitel in der Vertikalen anzuordnen. Denn der sakrale Raum bietet vor allem Platz in der Höhe. Die Freiheit zum Himmel unter dem 23 Meter hohen Deckengewölbe galt es zu bewahren und zu nutzen. Deshalb wurden die üblichen Büchertische bei Selexyz Dominicanen nur im Eingangsbereich aufgestellt. Wer mehr will, muss Stufen erklimmen oder den Aufzug nehmen. Vor den Regalen sind frei im Raum Stege installiert, auf denen man in die einzelnen Abteilungen gelangt. Schwindelfrei zu sein ist von Vorteil. (...)  
»Falls es mal wieder anders kommen sollte, hätten wir nichts zerstört, eher wiederhergestellt.« Sämtliche Regale lassen sich wieder abbauen, ohne Spuren an dem denkmalgeschützten Gemäuer zu hinterlassen. Nichts wurde an die Wände geschraubt oder genagelt.


Seit 2013 heißt die Buchhandlung nun Polare Maastricht. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme wurde nämlich die Selexyz-Kette von einer Investorengruppe gekauft und fusionierte anschließend mit der Gebrauchtbuchkette "De Slegte" unter dem Namen "Polare" (aktuell mit über 30 Filialen in den Niederlanden vertreten).







Und wer erschlagen von den ganzen Eindrücken eine Pause benötigt, wird auch hier fündig. Im Lesecafé, das sich ebenfalls in der Kirche befindet, dem gemütlichen Coffeelovers. Hierzu wieder die "Zeit Online":

Dort, wo einst der Altar stand, sitzt die Kundschaft an kleinen Tischen und einer lang gezogenen, kreuzförmigen Tafel bei Latte macchiato und Schokomuffins, mit einem Buch in der Hand. Das Coffeelovers residiert unter einem gewaltigen, mühlenradartigen Kronleuchter und ist ebenso wie der Buchladen auch sonntags geöffnet. Wie es sich für ein Kirchengebäude gehört.









Ein Besuch, der sich gelohnt hat, wie ich finde. Auch wenn ich aufgrund der Anderssprachigkeit in dem Fall auf den Kauf eines Buches verzichtet habe...


Abgesehen von dem Besuch dieser wundervollen Buchhandlung sei hier die Anmerkung gestattet, dass Maastricht auch ansonsten immer einen Besuch wert ist.



Einige besondere Funde seien hier auch nicht verschwiegen...

Ein Laden mit witzigen Teekannen...


Schuhe im Baum...

Jedenfalls freue ich mich schon auf den nächsten Beitrag von "Blog on Tour"! Mal sehen, was sich noch so Interessantes finden lässt...


© Parden

Montag, 20. Januar 2014

WELTGESCHICHTE 1970: Eine Betrachtung




Es war ein sehr großes Paket, welches ich im November (?) entgegennahm. Etwas später kam dann Teil zwei hinzu. So wurde ich Eigentümer einer ganzen Reihe älterer Werke. Hierzu gab es schon einmal einen Beitrag, nämlich einen über ► ALTE STÄDTE [1].

Im Paket waren auch zwei Hefte, die, wohl vor 43 Jahren den Geschichtsunterricht an westdeutschen, ich betone das, Realschulen oder auch Gymnasien unterstützen sollten.

Ich kannte so etwas. Schon eher gab es Alben, in die man sogenannte Zigarettenbilder einkleben konnte. Da aber war es Werbung für eine bestimmte Marke, wenn man solche Dinge sammelte. In den Anfangsjahren der DDR gab es so etwas zum Beispiel für die Geschichte der Arbeiterbewegung. Die Bilder wurden ausgeschnitten und an ihren vorgesehenen Platz geklebt. Angeklebt wurden sie nur an ihrer oberen Kante, so konnten sie angehoben werden, darunter war weiterer erläuternder Text gedruckt.

Bei diesem Heft hier handelt es sich um die WELTGESCHICHTE der Neuzeit und zwar um Band 2. Geschrieben von einem Oberstudiendirektor Dr. Thümmel und nach dessen Ableben fortgesetzt von einem ebensolchen namens Gabriel. dieser schreibt im Vorwort:

"Die Weltgeschichte soll zeigen, wie die Verhältnisse, unter denen wir heute leben, geworden sind. Sie soll die Kräfte erkennen lassen, die dabei wirkten und noch am Werke sind." [2]

Auf ungefähr 55 Seiten wird uns die Geschichte der Welt, beginnend vom 16. Jahrhundert, näher gebracht.

Die Zeit der REFORMATION und GEGENREFORMATION darf da natürlich nicht fehlen. Wenn ich mir einen Ausflug in meinen Geschichtsunterricht erlauben darf, dann sieht man den Unterschied daran, dass im Jahr 1976 auf Thomas MÜNTZER und den BAUERNKRIEG wesentlich mehr Wert gelegt wurde als auf LUTHER, von dem natürlich auch die Rede war. Allerdings lehnte er die Erhebungen der Bauern ab und galt daher trotz der fortschrittlichen kirchenreformatorischen Gedanken als Reaktionär.

Das GOLDENE ZEITALTER nannte man das Elisabethanische in England. Der CALVINISMUS wurde in England durch die PURITANER verbreitet. ELISABETH I. stellte sich gegen die römisch - katholische Kirche:

Ein Ergebnis der Reformation wie auch später der DREISSIGJÄHRIGE KRIEG.   Es folgt als neues Kapitel ABSOLUTION und AUFKLÄRUNG. Das England unter den STUARTS, CROMWELL, LUDWIG XIV vonFrankreich, Zar PETER der GROSSE wie auch FRIEDRICH der GROSSE von Preußen und MARIA THERESIA, sind Thema dieses Kapitels. IMMANUEL KANT, G.W. LEIBNITZ sind die Zeit beeinflussende deutsche Philosophen.


Nachdem die amerikanische Unabhängigkeitsurkunde unterzeichnet wurde, folgt das Thema FRANZÖSISCHE REVOLUTION und das ZEITALTER NAPOLEONS. Warum man die 15 Jahre napoleonischen Umtreibens in ganz Europa nun noch ZEITALTER nennen muss, erschließt sich mir nicht, ist aber durchaus nebensächlich. Natürlich werden Personen wie MARAT, ROBESPIERRE und DANTON erwähnt, die jakobinische Herrschaft deren Kennzeichen die GUILOTINE war. Auch etwas, was in meinem Geschichtsunterricht etwas anders dargestellt wurde. Schließlich krönt sich 1804 ein General zum Kaiser von Frankreich: NAPOLEON BONAPARTE.

* * *

Dieses Kapitel zeigt auf prägnante Art und Weise, dass die Autoren Geschichte in knapper und trotzdem informatorisch dichter Art und Weise vermitteln. Der jugendliche Leser musste, sofern er gewillt war sich damit wirklich zu beschäftigen, die Bilder ausschneiden und einkleben, was ihn "zwang", am Ball zu bleiben. Sicherlich nicht die schlechteste Methode Geschichte zu lernen ohne Computer und wikipedia, ohne x-Programme im TV.

* * *

Napoleons Weg endete, nachdem er die erste Verbannung auf die Insel ELBA noch einmal "löste" und für 100 Tage bis WATERLOO Angst und Schrecken über Europa brachte, endgültig mit seiner Verbringung auf die Atlantikinsel St. HELENA.

RESTAURATION - LIBERALE und NATIONALE BEWEGUNGEN heißt das nächste Kapitel. Die DAMPFMASCHINE kommt drin vor, das "MANCHESTERTUM" - die Kinderarbeit in England - und Karl Marx.

PAULSKIRCHE, die REVOLUTIONEN 1848/49, das VICTORIANISCHE ZEITALTER und der BÜRGERKRIEG in den USA sind ebenfalls Thema. BISMARCK und SUEZKANAL schließen das Kapitel ab.

Sodann folgen natürlich INDUSTRIALISIERUNG und IMPRERIALISMUS. Dies ist ein relativ kurzer Abschnitt. Neben der Vernichtung der russischen Flotte bei Tshushima im russisch - japanischen Krieg 1905, fiel mir vor allem das Bild BURENKRIEG auf. Drei Jahre kämpften TRANSVAAL und ORANJE, die südafrikanischen BURENSTAATEN um ihre Freiheit gegen England und unterlagen. Es sind dieselben, welche später das System der Apartheid begründen.

Natürlich nehmen die 33 Jahre "zwischen" den WELTKRIEGEN dagegen einen größeren Platz ein. Hierbei spielt die OKTOBERREVOLUTION am Ende des I. Weltkrieges eine entsprechende Rolle. Dem Vertrag von VERSAILLES stimmten die Vertreter Deutschlands nur zu, weil, so steht es in diesem Heft, die Hungerblockade (Lebensmittel über die Seehäfen) fortgesetzt und die Kriegsgefangenen zurückgehalten wurden und so die Unterschrift erzwungen wurde. [3]  Der Artikel 231 des Vertrages wird dann näher erläutert. In diesem wurden die Gebietsabtretungen und die "alleinige Schuld Deutschlands" festgeschrieben, sowie die geforderten Reparationsleistungen.

* * *

Das Kriegsende und der Vertrag waren in meinem Geschichtsunterricht nicht so von Bedeutung. Vielmehr wurde dort von der gemeinsamen Schuld aller beteiligten Großmächte gesprochen und die Revolution von 1918 mit der Gründung der kommunistischen Partei (KPD) hervorgehoben. Da ist es doch sehr interessant, dieser Geschichtsauffassung zu folgen.

* * *

"Zwischen den Weltkriegen" folgte die WEIMARER KOALITION. Die Beschreibung dieser Zeit, die Weltwirtschaftskrise und die stockenden Reparationszahlungen, Frankreichs Besetzung des Ruhrgebietes deswegen und Hitlers Putsch zeigen eine Welt in der folgerichtig der Nationalsozialismus immer mächtiger werden konnte. Von den Kämpfen allerdings zwischen Rotfrontkämpferbund (RFB) und Schutzstaffel (SA) den Auseinandersetzungen von ROT und BRAUN, wie man wohl heut kurz sagen würde, steht da nichts. Ebenso ist die Rolle der Großindustrieellen, der großen Konzerne, der KRUPP, THYSSEN vor allem, der IG Farben usw. als Finanziers der NSDAP wohl nicht erwähnenswert. [4] 

Bestimmte Formulierungen würde man in heutigen Geschichtsbüchern nicht mehr verwenden.

"Die Sowjetunion hatte im Laufe der Jahre ihre Rüstungen bedeutend verstärkt und an ihrer Westgrenze Truppen in der Stärke von fast 190 Divisionen (etwas 2 Millionen Mann) zusammengezogen. Wenn Hitler England niederringen wollte, war diese Macht in seinem Rücken eine Gefahr. Denn er mißtraute Stalin nicht ohne Grund. Vor der Auseinandersetzung mit England musste nach seiner Meinung die Sowjetmacht zerschlagen werden." [5]

* * *

Die vielfältigen Kontakte zwischen Hitlers und Stalins Reich, der Austausch von Offizieren und Generälen an den Akademien, aber auch der Mord an einer sehr großen Menge sowjetischer angeblich verräterischer Offiziere (1937 / 1938) dürften einen alleinigen Angriff der UdSSR gegen das hochgerüstete Deutschland ziemlich unmöglich gemacht haben. Geheimpakt zwischen beiden Staaten hin oder her. Stalin wusste, dass er keinen siegreichen Krieg in den nächsten Jahren würde führen können.

Das die "russische Gefahr, die Gefahr aus dem Osten" selbst im Jahr 1970 so offen propagiert wurde, stimmt mich schon nachdenklich.


* * *
Im Übrigen wird im Laufe des Textes auf die deutschen Verbrechen im In- und Ausland wenig oder gar nicht eingegangen. Ganze sechs kleingedruckte Zeilen umfasst der Hinweis auf den Holocaust und der Widerstand gegen das Regime "beschränkt" sich auf die Gruppe um den Grafen Stauffenberg und das Attentat am 20. Juli 1944.

Der Krieg ist zu Ende. "Deutschland war auf Gnade und Ungnade den Siegern ausgeliefert." Auf der Konferenz von JALTA hatte man die Besatzungszonen festgelegt für DIE WELT NACH 1945. Deutschland war zerstört, viele Städte zerbombt.

Die Welt nach 45 "beginnt" mit der Unterzeichnung der UN-Charta.


In diesem, dem letzten Kapitel, wird die Nachkriegszeit beschrieben, die Zeit der Militärpakte und die Lage in Ost und West. Kurz und knapp wird die Rolle der am vergangenen Krieg beteiligten Länder dargestellt. Die Entwicklung in Europa, die Aufstände in Polen und Ungarn, der 17. Juni, der Bau der Mauer 1961, der Einmarsch der Sowjetarmee in die CSSR 1968 werden entsprechend kurz dargestellt. Aber auch die Unabhängigkeit Indiens bekommt ihren Platz und die Kriege in Südostasien.



Dem Vietnamkrieg wird verhältnismäßig viel Raum gegeben. Klappt man das neben stehende Bild (140) auf, steht darunter folgender Text:

"Als Frankreich im Jahr1954 sein Kolonialgebiet Indochina aufgeben mußte, wurden Laos, Kambodscha und Vietnam unabhängige Republiken. In Nordvietnam wurde bald eine sozialistische Volksrepublik unter dem Präsidenten Ho Chi Minh gebildet. Die USA unterstützten Südvietnam im Kampf gegen den Kommunismus. Die Parteigänger Nordvietnams schlossen sich bald zu einer 'Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (FNL)' zusammen, die von der Gegenseite 'Vietcong' genannt wird. Sie führen einen hinterhältigen, erbarmungslosen Partisanenkrieg. Amerikanische Soldaten gehen dabei mit großer Härte gegen sie vor. Dem gefangenen Vietcong-Partisan, der zum Verhör geschleppt wird, steht das schlechte Gewissen und Todesangst im Gesicht." [6]

* * *

Aha, das schlechte Gewissen. Was in den Gesichtern der GI´s steht wird nicht erläutert. Aber auch das ist deutlich zu sehen. Trotz der beginnenden Proteste gegen den Vietnamkrieg, welche 1968 begannen, finden wir im Text der Herren Oberstudiendirektoren kein Wort von der Kriegführung seitens der USA. 

* * *

Der kalte Krieg, der Kampf der Systeme und Weltanschauungen führte an sich folgerichtig zur Bildung weiterer kommunistischer Staaten. so auch in China, dass nach den KUOMINGTANG und japanischer Mandschurei - Besetzung völlig verarmt da stand. Die Möglichkeiten dieses riesigen Landes wurden durch die folgende Kulturrevolution aber zunichte gemacht.


Interessant sind der Sprachgebrauch und die politischen Ansichten, die 1970 hier vertreten werden. Die Autoren erklären mit Blick auf die USA und deren innere Spannungen:

"Am gefährlichsten ist die Rassenfrage. Die bürgerliche Gleichberechtigung der Neger steht mancherorts nur auf dem Papier, und auch die sozial aufgestiegenen Neger werden nicht in allen Kreisen gesellschaftlich geachtet. Das von Kennedy und Johnson geschaffene Bürgerrechtsgesetz soll den Rassefrieden bringen. Die Neger aber wollen nicht warten, bis die Zeit ihre Probleme löst. Unter dem Schlagwort 'Black Power' kommt es zu blutigen Gewalttaten und verbrecherischen Ausschreitungen. sie werden von den Weißen mit Haß und Gewalt beantwortet." [7]
 
* * *

Verblüffend. Nie findet man ein Wort über Ursache und Wirkung, zumindest dann nicht, wenn man es nicht gebrauchen kann. Wie bei "Versailles" oder der "Gefahr aus dem Osten". In diesem Fall wäre es notwendig gewesen, darauf hinzuweisen, dass die Rassentrennung seit dem Bürgerkrieg in Teilen der USA immer weiter bestanden hat. Die größte Demokratie der Welt hatte selbst bei der Durchsetzung dieser enorme Defizite.

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"Die Sowjetunion ist aus dem zweiten Weltkrieg als Hauptgewinner hervor gegangen. sie konnte ihren Machtbereich nach allen Richtungen bedeutend ausweiten… Die sowjetische Politik verfolgt zwei Ziele: Die Vorherrschaft der Russen im Bereich der Union und ihrer Satteliten und die Durchführung der Weltrevolution, die den Sowjetrussen die Weltherrschaft bringen soll. Die Nachgiebigkeit der USA-Politik gegenüber Stalin hat die Sowjetunion ins Herz Europas geführt…" [8]

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Im Jahre 1970 solche von der Geschichtsforschung nicht nur im sozialistischen System schon damals überholten Ansichten zu verbreiten, das verwundert. Die Weltrevolution war schon seit Jahren kein Thema mehr. Im Endeffekt sind wohl die USA mitschuldig an der Niederlage des Dritten Reiches, welches insbesondere an den östlichen Fronten besiegt wurde? 

1970 lebten wir in einer Zeit der Blockpolitik. Die Stationierung von Mittelstreckenraketen auf Kuba und deren Rücknahme durch den sowjetischen Partei- und Staatschef CHRUSTSCHOW sind Beispiel dafür, wie gefährdet der Weltfrieden war. Neun Jahre später, trotz diverser Abrüstungsverhandlungen kommt es zum NATO - Doppelbeschluss und zur Stationierung ebensolcher Raketen in der NATO und im Warschauer Pakt mitten in Europa, in Deutschland.


Das Schlusswort der Autoren betont den Friedenswillen aller Völker.

"Die Gegensätze und Spannungen zwischen den Machtblöcken bedrohen den Frieden und nähren Unsicherheit, Mißtrauen und Furcht. Für die Mächtigen und Besitzenden stellen sich viele aufgaben, die dem Frieden und dem Wohl der Menschheit dienen können. sie werden noch nicht in dem Umfang wahrgenommen, wie es nötig wäre. Vor dem Ausbruch eines neuen weltweiten Krieges blieb die Menschheit dank dem Gleichgewicht der abschreckenden Waffen bewahrt. Der wahre Frieden wird aber erst dann gesichert sein, wenn an Stelle der Macht die Gerechtigkeit das Ziel der für das Weltgeschehen Verantwortlichen sein wird. Dann wird die Weltgeschichte nicht mehr Kriegsgeschichte, sondern Kulturgeschichte sein." [9]

Eigentlich kann man diese Worte unterschreiben, bliebe da nicht ein etwas schaler Beigeschmack wegen politischer und historischer Kurzsichtigkeit. Diese drängt sich mir auf.

Schon diese vorletzte Seite unterstreicht das Dilemma des Kalten Krieges: Der Sputnik und der erste Weltraumflug Juri GAGARINS fehlen, "...die Mondlandung hat in der ganzen Welt große Bewunderung für diese wissenschaftliche Großleistung ausgelöst, den USA aber kein neues Übergewicht eingebracht." (Hätte sie das sollen? Inwiefern?) [10]

Aus meiner Sicht zeigen die folgenden Worte noch einmal deutlich das Problem:
"Die Entstehung und die Auswirkungen des 'Kalten Krieges' zeigen deutlich, daß das Eingreifen in den Zweiten Weltkrieg den USA nicht nur Vorteile, sondern auch drückende Lasten gebracht hat und im ganzen gesehen nur  der Sowjetunion gedient hat." [11]

Dass der Vielvölkerstaat Sowjetunion dem propagierten Anspruch einer sozialen und gerechten, einer sozialistischen Gesellschaft nicht entsprach, dass mussten viele, die in den Ländern des Warschauer Vertrages, aber natürlich z.B. auch Kuba, mit Überzeugung für dieses System arbeiteten, einsehen. Aber einen großen Unterschied gibt es immer noch, der nie dargestellt aber auf jeden Fall vorhanden ist:
In den USA und ihren Verbündeten in der NATO und SEATO lebten tausende Arbeiter und Ingenieure von der Rüstung. Von den Steuereinnahmen finanzierten die Regierungen den unzweifelhafter Weise entstehenden Wohlstand. An den Rüstungsgütern aber verdienten letztlich als Profit nur Wenige, die mit einem Teil dieses Gewinns die Parteien im Wahlkampf unterstützten damit genau dieses System mit den Rüstungsprofiten bestehen bleibt.  In den Staaten des Ostblocks verdienten zwar die Arbeiter und Ingenieure ebenfalls an Panzern, Flugzeugen und Kalaschnikows ihr Brot. Aber Gewinn machte letztlich niemand. Das Wettrüsten, zwar nicht nur inszeniert von den Westmächten, diente auch dem Kampf gegen den "Kalten" Gegner und zielte gegen seine wirtschaftlichen Möglichkeiten. Mit Erfolg.

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Im Jahr 1970 kam ich in die Schule. Der Krieg in Vietnam war noch im Gange. Die nordvietnamesischen Bauern bauten Reis zwischen Schützengräben an und der politische Gegner versuchte mit dem Gift AGENT ORANGE den Dschungel zu entlauben. Wir Kinder sammelten Bleistifte und Schulhefte für die nordvietnamesischen Kinder bis der Krieg durch die Einnahme Saigons beendet war.

Fünfundzwanzig Jahre später saß ich in einem Seminar, welches sich mit "kultureller Kompetenz" beschäftigte, es ging um "Polizei und Fremde". Bei der Vorstellung der Teilnehmer erzählte ein älterer Kollege, dass er 1973 in der deutschen Botschaft in Saigon die flüchtenden Angestellten und Diplomaten gemeinsam mit den US-Amerikanern gerettet hätte. Danach war ich dran. Den oben geschilderten Gegensatz, also die Bleistifte und Schulhefte, gab ich an als interessanten Gegensatz und als schönes Beispiel, dass sich die Welt ein wenig weiter gedreht hatte. Wir konnten nämlich zusammen in einem Raum sitzen und an solchen Seminaren teilnehmen.

Der Lehrgangsleiter war ein Politologe kurz vordem Eintritt in den Ruhestand. Dem gefiel das eher nicht. Die Texte in diesem Heft hätten damals, 1970, auch von ihm sein können, nehme ich an.
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Das Heft, ich hab noch ein anderes, dessen Beschreibung vermutlich kürzer ausfallen wird, ist ein Geschenk. Es brachte mir die Gelegenheit, mich mit Dingen zu beschäftigen, die man manchmal ein wenig aus den Augen verliert. Danke, Anne, mit sicherem Blick und Gespür hast du das Richtige aus tausend (?) Möglichkeiten herausgefunden.

© Bücherjunge
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[1] http://litterae-artesque.blogspot.de/2014/01/braun-hogenberg-civitas-orbis-terrarum.html 
[2] siehe Weltgeschichte Neuzeit - Band 2, Herba - Verlag Plochingen, 1970, Seite 6
[3] siehe Ebenda, Seite 44/45
[4] ein anschauliches Beispiel für die Zeit vor Hitlers endgültiger Machtergreifung bietet der Film NACHT ÜBER BERLIN, welcher am 17.01.14 erstmals ausgestrahlt wurde
[5] vgl. Weltgeschichte, Seite 49
[6] vgl. Ebenda, Seite 55
[7] vgl. Ebenda, Seite 57 
[8] vgl. Ebenda, Seite 58
[9] vgl. Ebenda, Seite 59
[10] vgl. Ebenda, Seite 58
[11] vgl. Ebenda, Seite 58