Jahrzehnte graben sich Wissenschaftler, Archäologen und Historiker durch Wüste und Gestein. Zuerst mit Baggern, dann Spaten und Schaufeln, dann Schäufelchen, Löffelchen und Pinsel. Kleinste Funde werden registriert und manchmal kommt Größeres zum Vorschein. Den Schatz des Priamos buddelten zwar bestimmt Türken aus, die Leitung hatte ein deutscher Kaufmann mit ausgeprägtem archäologischen Drang. Ein Engländer fand diesen Tutenchamun. Während der erwähnte Schatz als Beutekunst in Moskau liegt, finden wir die Mumie des Königssohns wenigstens im ägyptischen Museum in Kairo.
Es war ein deutscher jüdischer Unternehmer namens James Simon, der die Grabungen des Ludwig Borchardt finanzierte, die dieser in Tell-El-Armana unternahm. Aus dem dortigen Wüstensand zog er Das Lächeln der Königin. Die Büste der schönen Frau steht im neuen Museum in Berlin.
Als Außenministerin Analena Baerbock vor einiger Zeit die Benin-Bronzen an Nigeria zurückgab, die dortige Regierung die Kunstwerke aber den Nachkommen der Königsfamilie gab, die einst Afrikaner als Sklaven an die Europäer verkaufte, wurde das Ansinnen gelobt, das Ergebnis führte zu einem Aufschrei.
Doch nicht erst heute geht es um die Rückgabe von Kunst und Altertumsfunden. Die Büste der erwähnten Königin gehörte einige Zeit dem, der die Grabungen finanzierte...

