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Freitag, 14. Juni 2024

Gerhold, Stefanie: Das Lächeln der Königin

Jahrzehnte graben sich Wissenschaftler, Archäologen und Historiker durch Wüste und Gestein. Zuerst mit Baggern, dann Spaten und Schaufeln, dann Schäufelchen, Löffelchen und Pinsel. Kleinste Funde werden registriert und manchmal kommt Größeres zum Vorschein. Den Schatz des Priamos buddelten zwar bestimmt Türken aus, die Leitung hatte ein deutscher Kaufmann mit ausgeprägtem archäologischen Drang. Ein Engländer fand diesen Tutenchamun. Während der erwähnte Schatz als Beutekunst in Moskau liegt, finden wir die Mumie des Königssohns wenigstens im ägyptischen Museum in Kairo.

Es war ein deutscher jüdischer Unternehmer namens James Simon, der die Grabungen des Ludwig Borchardt finanzierte, die dieser in Tell-El-Armana unternahm. Aus dem dortigen Wüstensand zog er Das Lächeln der Königin. Die Büste der schönen Frau steht im neuen Museum in Berlin.

Als Außenministerin Analena Baerbock vor einiger Zeit die Benin-Bronzen an Nigeria zurückgab, die dortige Regierung die Kunstwerke aber den Nachkommen der Königsfamilie gab, die einst Afrikaner als Sklaven an die Europäer verkaufte, wurde das Ansinnen gelobt, das Ergebnis führte zu einem Aufschrei.

Doch nicht erst heute geht es um die Rückgabe von Kunst und Altertumsfunden. Die Büste der erwähnten Königin gehörte einige Zeit dem, der die Grabungen finanzierte...

Donnerstag, 2. Juli 2020

Witzke, Christiane: Domjüch

eine Landes-, Heil- und Pflegeanstalt in Mecklenburg

In alten Plattenbauten übten wir vor 17 Jahren noch das Absperren und Durchsuchen von Gebäuden. Es war eine alte Kaserne der Sowjetarmee. Doch wurde das Gelände am idyllischen Domjüchsee nicht immer als Militärgelände genutzt. Was ich damals nicht wusste, hier befand sich eine Landesirren-, Heil- und Pflegeanstalt bei Strelitz-Alt. Die alten Gebäude dieser Anstalt waren mir aus dieser Zeit nicht mehr erinnerlich. Vielleicht hätten sie vor fast zwanzig Jahren noch etwas besser ausgesehen, denn sie wurden von den russischen Militärs besenrein und sauber übergeben. Dies berichtet der Verein zur Erhaltung der „Domjüch“. Die Plattenbauten stehen nicht mehr. An ihrer Stelle befindet sich ein Solarplattenfeld. Hier wurde vor Jahrzehnten Landwirtschaft betrieben. 

So betrat ich vor einigen Tagen an einem Sonntag das Gelände, nachdem ich in einem Fotobuch über verlorene Plätze, lost places, wieder einmal darauf aufmerksam wurde. Sonntags öffnet der Verein das Gelände.
In einer interessanten Führung hörte ich, wie der Gebäudekomplex entstand, wie sich dieses, damals moderne Krankenhaus entwickelte, bis es zum Lazarett und nach dem 2. Weltkrieg zur Kaserne wurde. Der Verein hatte Kaffee und Kuchen Angebot und, unter anderen,  dieses Buch.