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Donnerstag, 21. März 2024

Zürcher, Dorothe: Bittermandeln aus Byzanz


Das Erste, was mir bei diesem Titel und dem Cover in den Sinn kam, war Mord. Bittermandeln, da kommt einem doch Cyanwasserstoff, also Blausäure in den Sinn, und die ist bekanntlich hochgiftig. Bei unbehandelten Bittermandeln würde während des Verdauungsvorganges eben solche Blausäure freigesetzt werden, unbehandelte Bittermandeln sind daher für den menschlichen Genuss nicht geeignet. Das kann man bei einer bekannten Online-Enzyklopädie nachlesen.

Wenn zudem noch ein Mörser abgebildet ist, dann kommt der Leserin oder dem Leser vielleicht eine Apotheke in den Sinn. Vielleicht eine Gelegenheit, diesen oder jenen räuberischen Franken abzumurksen, der sich anschickt, 1190 unter Kaiser Barbarossa das Heilige Land zu erobern, im alten Byzanz aber erst einmal halt machen muss. So ganz von ungefähr kommt die Überlegung am Ende nicht. In Adrianopel macht der Kreuzfahrer Diethelm von Toggenburg halt. Dort kochte bis eben für den byzantinischen Stadthalter die Delikatessenköchin Alkmene Bittermandeln, genauer, sie macht Confectum daraus... Lecker, dieses Zeug, das glaubt man Dorothe Zürcher sofort.

Die in Zürich lebende Autorin hat dieses abenteuerliche historische „Kochbuch“ geschrieben, in dem besagte Alkmene unter für unsere Gewohnheiten unglaubliche Küchenzustände, zum Beispiel in einem Feldlager allerlei aus wenig Zutaten zaubern muss. Aber es ist auch ihr Glück...

Dienstag, 6. Februar 2024

Achterop, Amy: Die Hausboot Detektei - Tödlicher Genuss

Maddie steht vor Gericht. Der Richter fragt sie gerade, ob sie "das" noch einmal tun würde. Maddie ist abwesend. Was hat sie getan? Sie hat irgendeinen alten Lehrer mittels Kraf-Maga in den Amsterdamer Staub gelegt. Der Typ hatte angesichts ihrer 21jährigen Schwester was von "Pränataldiagnostik" gefaselt, die es vor 20 Jahren leider noch nicht gab. "Wahrscheinlich", oder so, antwortet Maddie dem Richter und nun ist sie (leicht) vorbestraft. So wie Arie. Der hat seinem Ex-Kollegen und Ex-Freund seine Dienstwaffe an den Kopf gehalten, weil dieser gerade oben lag. Als er das Maddie erzählt, fragt sie ihn das einzig Vernünftige: "Warum nicht ihr?"  

Jetzt sind es schon fast zwei, die die Hausboot-Detektei gründen werden. So ein Hausboot ist das Einzige, was Arie noch besitzt.

Die anderen, Elin, Jan und Jack haben auch sehr eigene Geschichten. Elin. will ein Buch schreiben. Vielleicht über die Fälle, die die Detektei zukünftig lösen wird? Vielleicht unter dem Pseudonym Amy Achterop

Einen Fall gibt es auch bald, weil ein reicher Unternehmer zwei Spitzenköche engagiert, die nach einem Testessen die Hochzeit seiner Tochter bekochen sollen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Master Sommelier Amsterdams bereits tot, der hatte Kenntnis von einer Spitzenköchenweinpanscherei...

Doch bis dahin schauen die angehenden Detektive Miss-Marple-Filme zur Fortbildung, pflegen Tomatenpflanzen und ein kleines Eichhörnchen namens Fru Gunilla. Da oben rechts auf dem Cover könnt ihr es sehen.

Um den Sommelier gehts nur nebensächlich, obwohl der die Polizei und die Detektei zusammenführt, natürlich auf verschiedenen Wegen. Vordergründig geht es im Verlauf der Geschichte um wohlschmeckende Pralines und ein zerfallenes Orchideen-Sorbet. Und um die Pralinen-Erfinderin. Und die fünf Detektive.